Oer polnische V-Zugunsall in Danzig vor Gericht.
Oer Güterzugführer auf der V-Zug Lokomotive. - Oer eigentliche Schuldige die polnische Bahnverwaltung.
weis für sie zu erbringen. Nein! Das Erschütternde an diesen Darlegungen Reventlows ist, daß er für keine. einzige seiner Behauptungen den Beweis schuldig bleibt. Hier kommt ihm seine große historische Kenntnis des Weltgeschehens zu Hilfe. Er steigt in die Jahrhunderte hinab und holt aus dem Keller der Vergessenheit alle jene Verbrechen hervor, deren sich England in seiner Ichsucht schuldig gemacht hat. Graf Reoentlow beschreibt, wie britische Seeoffiziere und Matrosen miteinander wetteiferten, die wehrlose Besatzung eines versenkten deutschen Kriegsschiffes zusammenzuschießen. Er enthüllt die Feigheit Englands, sich hinter der sonst so geschmähten Flagge kleiner neutraler Länder zu verstecken. Er beschreibt, wie England im Jahre 1911, als es galt, die Londoner Deklaration zu ratifizieren, bereits insgeheim entschlossen war, diesen internationalen Seerechtsvertrag im Ernstfall in keinem einzigen Punkte zu halten. Und er zieht immer wieder neue Beweise ans grelle Tageslicht dafür, wie England im Verlauf seiner Geschichte immer und grundsätzlich bemüht war, andere Völker für sich verbluten zu lassen.
So steht England, so steht das englische System, nachdem man die letzte Seite des Buches „Wir erinnern uns..gelesen hat, hüllenlos vor uns. Und so sehr sich der eine oder der andere Leser der Reventlowschen Aufsätze vielleicht auch innerlich wehren mag, weil es ihm unmöglich erscheint, daß es eine Politik so hinterhältigen Charakter geben soll — es bleibt ihm bei den wahrheitsgetreuen Belegen Graf Reventlows zum Schluß nichts anderes übrig, als diesem deutschen Mahner auf der ganzen Linie zuzustimmen.
Wenn Graf Reventlow seinem neuen Buch mit den einstmals geschriebenen Aufsätzen den Untertitel „Britenpolitik vor 25 Jahren und heute" gab, so wissen wir warum: Wir Deutsche sollen endlich lernen, aus der Geschichte die Folgerungen zu ziehen, die notwendig sind. Denn, so schreibt Graf Reoentlow, „Warum sollen sich die Engländer in Zukunft ändern?" Nichts spricht dafür! 'Um so mehr Gültigkeit hat aber damit der Satz, den Graf Reventlow in seinem Aufsatz über den britischen Vernichtungswillen ausspricht: „Die deutsche Zukunft kann nur gegen Großbritannien errungen werden!"
Dr. Fr. Bubendey.
King Hall für Herausgabe des Korridors.
King Hall, der sich bereits mehrfach an das deutsche Volk heranzumachen suchte, um ihm seine politische Weisheit einzuimpfen, schreibt nicht erst seit heute und gestern Briefe. Wir wissen, daß er schon im vergangenen Jahr seiy Tagewerk damit ausfüllte, anderen Leuten seine politischen Meinungen vorzusetzen. King Hall ist sich aber nicht immer gleich geblieben. Sein Gesicht von heute unterscheidet sich von dem von gestern wie Tag und Nacht. Dafür können wir einen Auszug aus einem seiner Briefe anführen, der vom 7. Oktober 1938 stammt. Wohlgemerkt am 7. Oktober, also mitten in der militärischen Aktion zur Besetzung der sudeten- deutschen Gebiete, nahm er zur polnischen Frage Stellung und schrieb:
„Die unanständige Hast, mit der der polnische Geier auf den hilflosen Leichnam seiner Beute niederstieß (gemeint ist der Raub des Olsa- Gebietes), bildet ein schmachvolles Blatt in der polnischen Geschichte, und wenn Herr Hitler plötzlich den polnischen Korridor in Besitz nehmen würde, könnte ich fast „Sieg- Heil" rufe n."
King Hall schreibt in seinem Brief, daß alles, was er zum Ausdruck bringe, seiner lautersten Ueberzeugung entstamme. Wir müssen also annehmen, daß er damals ehrlich von der Notwendigkeit einer Rückgabe des ehemaligen preußischen Gebietes an das Reich überzeugt war. Wenn er jetzt die Partei Polens nimmt, dann muß entweder in seinem Innern eine höchst merkwürdige Wandlung vor sich gegangen sein, oder aber King Hall gehorcht den Befehlen einer höheren Londoner Stelle je nach deren außenpolitischen Zwecken.
England fleiff den polen den Rücken.
London, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Times berichtet, daß der polnische Botschafter in London gestern einige letzte Punkte des englisch-polnischen Vertrags mit dem ständigen Unterstaatssekretär im Foreign Office, C a d o g a n , besprochen habe. Der Vertrag werde dann noch vor dem Vertrag mit der Türkei, bei dem es natürlich noch etwas mehr Arbeit gebe, alsbald unterzeichnet werden. Daily Telegraph entschuldigt die Tatsache, daß das englisch-polnische Bündnis bisher noch nicht unterzeichnet sei, mit der Arbeitsüberlastung der beiden Regierungen und der Notwendigkeit, daß die Frage der indirekt lebenswichtigen Interessen geklärt und in den französisch-polnischen Vertrag eingebaut werden müßte. Das Blatt glaubt, daß der endgültige Vertrag gegen Ende der nächsten Woche fertig sein werde.
Daily Herald teilt mit, der Vertrug würde Definitionen über die Tatbestände enthalten, unter denen sich die Notwendigkeit des Beistandes ergebe. In diesen Definitionen werde es klar gemacht, daß „ein deutscher Coup in Danzig" (!) als eine Bedrohung der Unabhängigkeit Polens angesehen werde. Daily Expreß erklärt, daß die Engländer im Falle eines Angriffes auf Polens Unabhängigkeit „sofort und automatisch zu Hilfe kommen würden". Die beiden Mächte würden alle für notwendig gehaltene Unterstützung zu Lande, zu Wasser und in der Luft zur Verfügung stellen, sobald Polen um Hilfe ersuche. — Das Blatt verrät übrigens ebenso wenig wie die anderen Zeitungen, wie man sich in London eigentlich die auch den Herren Benesch und Schuschnigg wie dem Ne- gus nicht bekanntgewordene Hilfe für Polen zu Wasser, zu Lande und in der Luft praktisch vorstellt.
Chamberlain unterbricht seine Serien.
London, 18. August. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Chamberlain wird am Dienstag nächster Woche nach London zurückkehren und mit seinen Ministerkollegen die allgemeine internationale Lage besprechen. An den Besprechungen werden Außenminister Lord Halifax, Scha'tzkanzler Sir John Simon und Innen- minrfter Sir Samuel Hoare teilnehmen. Wie weiter verlautet, wird Chamberlain, falls keine unerwarteten Ereignisse eintreten, voraussichtlich nur kurze Zeit in London bleiben und sich dann zu seinem Ferienaufenthalt nach Schottland zurück- begeben. Gegen Ende des Monats wird Chamberlain einige Tage als Gast des Königspaares auf Schloß Balmoral verbringen.
Danzig, 17. Aug. (DNB.) Die Große Strafkammer in Danzig klärte die Frage, wer die Eisenbahnkatastrophe am Himmelohrts tage in Danzig am Olivaer Tor ver- chuldet hat. Der Lokomotivführer des verunglückten V-Zuges, der polnische Staatsangehörige Paul Luszaj, war angeklagt, die Katastrophe fahrlässig herbeigeführt und dabei die Körperverletzung einer Reihe von Personen verursacht zu haben. Die Verhandlung ergab ein eindrucksvolles Bild von den höchst eigenartigen Zuständen bei der polnischen Eisenbahnverwaltung.
Der Sachverständige Prof. Dr. de Jo n ge stellte est, daß der Angeklagte bis zu dem Unglückstage ioch nie einev-Zuglokomotive ge- ührt und daher auch bisher keine Vorsicht bei der Abgrenzung der Geschwindigkeit beobachtet hatte, da die Güterzüge fast immer unter der auch an gefährlichen Stellen vorgeschriebenen Höchst- aeschwindigkeit blieben. Luszaj hatte zudem keine Ahnung, wie die Hilfsmittel eines Lokomotiv- ührers, nämlich Fahrplanbuch uni> Anhang, zu verwerten feien. Der Sachverständige wies darauf hin, daß man gewöhnlich Lokomotivführer von Güterzügen erst nach längerer Tätigkeit als Personenzug- Lokomotivführer für O-Züge verwende, und auch dann lasse man diese Lokomotivführer auf unbekannten Strecken zunächst nur unter Aufsicht ahren.
kr. O. R o m , 17. August.
Die italienische Presse fordert zur Erhaltung des europäischen Friedens die Wiedergutmachung der gegenüber Deutschland und Italien begangenen Ungerechtigkeiten. Die Achsenmächte, so heißt es, seien in der Wahrung ihrer Rechte und Interessen solidarisch und entschlossen, loyal jene Probleme zu lösen, die Europa trennen und den Frieden bedrohen. Dagegen hätten die demokratischen Mächte keinen Versuch unternommen, die von Versailles geschaffenen Probleme zu regeln, sondern Frankreich und England suchten Deutschland und Italien seit 21 Jahren zu bevormunden. So müsse das Problem von Danzig nach Gerechtigkeit und der geographischen Wirklichkeit gelöst werden. Der „Corriere della Sera" betont, für Polen seien entscheidende Stunden gekommen. Es müsse einsehen, daß eskeinenande- ren Ausweg gebe,als sich mit Deutschland zu verständigen. Die Polen müßten auch zur Einsicht kommen, daß niemand ihre politischen, wirtschaftlichen und militärischen Interessen bedrohe. Wenn die Westmächte die Dinge auf die Spitze trieben, hätten sie die Verantwortung zu tragen.
Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" stellt fest, Polen fahre fort, mit dem Feuer zu spielen und den Terror gegen die Deutschen zu verstärken. Die hinter
Lebersültte Gefängnisse in Offgalizien.
Warschau, 17. August. (Europapreß.) In Ostgalizien wurden wieder neue Haussuchungen und Verhaftungen in den ukrainischen Gebieten vorgenommen. Unter den Verhafteten befanden sich auch die leitenden Beamten einer ukrainischen Bank in Lemberg, denen der Vorwurf gemacht worden war, in den Räumen der Bank seien antipolnische Flugschriften hergestellt worden. Da sich diese Behauptung als falsch erwies, mußten die Bankbeamten wieder freigelassen werden. Die polnischen Gefängnisse in Ostgalizien sind überfüllt. Die Zahl der verhafteten Ukrainer beträgt über tausend. Unter ihnen befinden sich etwa siebzig griechisch-orthodoxe Priester. Da die Gefängnisse nicht zur Unterbringung aller Verhafteten ausreichten, mußte ein Teil von ihnen vorübergehend in einer leerstehenden Fabrik in Stryj untergebracht werden. Die Nachrichten der polnischen Presse über angebliche politische Verhandlungen zwischen polnischen und ukrainischen Stellen werden von dem in Lemberg erscheinenden ukrainischen Blatt „Dilo" in Abrede gestellt. Das Blatt erklärt, es hätten keine polnisch-ukranifchen Gespräche zwischen offiziellen Stellen zur Bereinigung des polnisch-ukrainischen Verhältnisses stattgefunden. Alle Anzeichen sprechen vielmehr dafür, daß sich die Polen durch diese Massenverhaftungen, die sich fast auf jedes größere Dorf erstrecken, Geiseln zu verschaffen suchen, die ihnen für den Fall einer entscheidenden Auseinandersetzung in der Ukraine den Rücken sichern sollen.
HemmungsloseGroßmannssuchl
Polen verteitt schon Bürgermeisterpostcn im deutschen Oberschlesien.
Kattowitz, 17. Aug. (DNB.) Dem polnifchen Größenwahn kann es mit der Eroberung der angrenzenden deutschen Gebiete gar nicht schnell genug gehen. Er ist schon jetzt eifrig dabei, jene erstrebten Gebiete zu verteilen und „neu zu ordnen". Die Woiwodschaft Kattowitz hat bereits für alle Städte und Gemeinden Deutsch-Oberschlesiens kommissarische Bürgermeister bestimmt und Ernennungspapiere für diese namentlich ausgestellt. Für Oppeln soll z. B. ein Dr. Piechard (Kattowitz) als polnischer Bürgermeister vorgesehen werden. In Teschen wurden nachts Handzettel in polnischer Sprache angeschlagen mit der Aufschrift: „Wir kommen von Warschau nach Berlin und werden Hitler und seine Kumpane ausrotten." Aus einer zur Zeit in Posen verbreiteten Karte sind die Grenzen des zukünftigen Polen in vier Sprachen ausdrücklich mit dem Zusatz aufgezeichnet: „Das muß Polen sein." Auf dieser Karte werden als zu Polen gehörig bezeichnet: O st pommern mit Kolberg, die Grenzmark Posen-Westpreußen, Schlesien östlich der Oder einschließlich Breslau und Oppeln sowie ganz O st Preußen und Memel, Danzig und Litauen.
Im übrigen feiert die Großmannssucht weiter ihre Triumphe in den Spalten der polnischen Presse. „Dobry Wieczor" erklärt, mit der Erweiterung der deutschen Forderungen auf Pomerellen solle das deutsche Volk anscheinend zum Kriege vor-
Im übrigen ist die ru hohe Geschwindigkeit d i e einzige Ursache des Unglücks gewesen. Prof, de Jonge wies darauf hin, daß der Danziger Hauptbahnhof nur auf eine Durchfahrtsgeschwindigkeit von 45 km in der Stunde eingerichtet sei, und daß es ein großes Glück sei, daß sich nicht durch zu schnell fahrende polnische Zuge schon früher einmal eine Katastrophe ereignet habe. Der Sachverständige schloß mit der dringenden Warnung, endlich dafür Sorge zu tragen, daß mit diesem — von dem polnischen Rechtsanwalt übrigens offen zugegebenen — unhaltbaren Z u - stand aufgeräumt werde. Auch darin kommt unverantwortliche polnische Großmannssucht zum Ausdruck: Polnische Lokomotivführer lassen die V-Züge in halsbrecherischem Tempo über die Weichen des Danziger Hauptbahnhofes jagen, und die polnische Eisenbahnverwaltung unterstützt das noch, indem sie unausgebildetes Personal auf die 0-Zuglokomotiven setzt.
Der Staatsanwatt beantragte gegen den Angeklagten aus den von dem Sachverständigen dargelegten Gründen nur eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Schuldig sei in erster Linie die frivol handelnde polnische Behörde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten, der bei der Eisenbahnkatastrophe einen Arm verloren hat, zu einem Jahr Gefängnis.
Polen stehenden Westmächte wollten Europa die Gesetze diktieren und den Achsenmächten Bedingungen stellen. Zahlreiche Politiker und Publizisten der Westmächte — unter ihnen Wilson, Lloyd George, General Smuts, Lord d'Abernon, Lord Rothermere und Marschall Fach haben sich einst gegen die in Versailles vorgenommene Gebietsverteilung in Osteuropa ausgesprochen und den polnischen Korridor als „das Pulverfaß Europas" oder als „die Ursache des nächsten Krieges" bezeichnet. Aber Clemenceau gäbe, so schreibt ..Giornale d'Jtalia" weiter, Polen als den Wachhund Frankreichs gegen Deutschland im Osten betrachtet. Wenn daher heute die Westmächte und die Vereinigten Staaten sich darauf versteifen würden, Klauseln des Versailler Diktats zu verteidigen, die sie früher selbst für ungerecht erklärt hätten, wenn sie Deutschland die Wiedergutmachung ihm zugefügten Unrechtes verweigerten, wenn sie den polnischen Chauvinismus gegen das weit stärkere Deutschland aufstachelten, dann bewiesen sie damit, daß sie Polen als Instrument ihrer Einkreisung spolitik benützten. In der Danziger Frage sähen sie nur einen Vorwand für die eigenen Angriffspläne.
bereitet werden. Man halte es für nötig, vor feinen Augen das Bild der Gewinnung polnischer Butter und polnischen Weizens zu entrollen. Deutschland versuche heute besonders angesichts des bevorstehenden Parteitages mit Absicht, die Kriegsdrohungen zu verschärfen, um Europa zu schrecken und die verängstigten Völker nach einem neuen München zu führen. „Wieczor Warszawski", der gleichfalls von einer „wachsenden Derzweiflungsstimmung in Deutschland" faselt, versichert, daß Polen sich durch keine deutsche Provokation aus dem Gleichgewicht bringen lassen werde. „Polen kann sich nicht den Termin für irgendeine Auseinandersetzung von Deutschland aufzwingen lassen, sondern wird selbst über Zeit und Art seines Hervortretens auf der internationalen Arena entscheiden."
Der Slovo bezieht seine starken Worte aus den Kreisen des englischen Bundesgenossen und weiß nicht recht anzugeben, wessen Standpunkt wohl Polen gegenüber unerschütterlicher ist, der Englands oder der Frankreichs. Das Blatt meint dann beruhigend, daß in Berchtesgaden eine Entscheidung bisher noch nicht gefallen fei, wenn auch die Chancen für Krieg oder Frieden 50 :50 stehen^ und wenn auch die diesjährigen Manöver ein größeres Ausmaß haben als im vergangenen Jahre.
Korkanty oestorben.
Warschau, 17. Aug. (Europapreß.) Der polnische Aufständischenführer Adalbert Korfanty ist im Alter von 65 Jahren am Donnerstagmorgen In einem Warschauer Sanatorium nach einer erfolglosen Leberoperation gestorben.
Korfanty, der vor dem Kriege die polnische Minderheit im schlesischen Landtag und im Reichstag vertreten hatte, organisierte nach dem Kriege die drei oberschlesischen Auf ft ä nde und erzwang unter stiller Duldung der französischen und englischen Besatzungstruppen die Teilung Oberschlesiens, durch die 75 vom Hundert der wirtschaftlichen Werte an Polen fielen, obwohl die Abstimmung einen Zweidrittelsieg für Deutschland ergeben hatte. 1923 war er stellvertretender Ministerpräsident in der Regierung des linksradi- falen Bauernführers Witos, stieß aber bei Pilsudski auf eisige Ablehnung. In dem Machtkampf in der Wojewodschaft Schlesien unterlag er dem heutigen Wojewoden Grazynski. Bei den Wahlen im Jahre 1930 versuchte Korfanty an der Spitze der von ihm gegründeten Partei der Christlichen Demokraten mit Witos noch einmal feine Position zurückzuerobern. Doch ließ Pilsudski die Opposittonsführer in der Festung Brest-Litowsk für mehrere Monate gefangen setzen. Damit war die politische Laufbahn Korfantys beendet, der sich nun wirtschaftlichen Transaktionen in Oberschlesien zu- wandte. Diese brachten ihm aber eine Reihe von Korruptionsprozessen ein. Korfanty ging dann nach Prag: nach der Errichtung des Protektorats kehrte er über Paris nach Kattowitz zurück, wo er verhaftet wurde, aber bald feines Gesundheitszustandes wegen aus der Haft entlassen wurde.
Ein ungarisch-rumänischer Grenzzwischenfall.
Budapest, 17. Aug. (Europapreß.) Amtlich wird gemeldet: „Zwischen Mezögyam und Nagy- Szalonta ereignete sich ein Grenzzwischenfall.
Fünf rumänische Gendarmen überschrit. ten die Grenze und drangen tief in ungarisches Gebiet ein. Sie begegneten drei ungarischen Gendarmen. Die Rumänen griffen die ungari- schen Gendarmen an, die in Notwehr das Feuer auf sie eröffnen mußten. Zwei Mann der rumänischen Patrouille sind schwer verletzt worden. Einer wurde gefangen genommen. Die übrigen flohen auf rumänisches Gebiet zurück."
Aus Bukarest verlautet über diesen Grenz- Zwischenfall von amtlicher rumänischer Stelle: „Am Donnerstag hat sich bei Homorog (Olah-Homorog) ein Grenzzwischenfall ereignet. Eine rumänische Grenzwachpatrouille aus Ateiasul Nou soll bei den Weingärten von Homorog plötzlich aus dem Hinterhalt beschossen worden sein, wobei ein rumänischer Soldat auf der Stelle getötet wurde. Ein rumänischer Gefreiter soll Ba- jonettoerletzungen baoongetragen haben, die als ernst bezeichnet werden. Außerdem wird ein Sani- tätssoldat vermißt. An der Stelle, an der sich die Schießerei abgespielt hat, sollen mehrere Patronen- hülsen des ungarischen Modells 95 gefunden morgen sein."
Oie Falklandinseln.
Im Süden Argentiniens liegen die Falklandinseln, die heute britische Kronkolonie sind. Es handelt sich um eine reich gegliederte Inselgruppe, die rund 12 000 Quadratkilometer groß, aber nur von rund 2 250 Einwohnern besiedelt ist. Vergleichsweise sei gesagt, daß Thüringen etwa denselben Flächenraum barfteUt, aber van 1,7 Mil. Honen Menschen bewohnt wirb. Allein die Falklandinseln sind strategisch ungemein wichtig: zu- nächst einmal, weil sie die Schiffahrt um die Süd- spitze Argentiniens und Chiles, nämlich um das berüchtigte Kap Hoorn, beherrschen und bann, weil ber englischen Verwaltung ber Falklanbinseln auch das riesige west antarktische Gebiet untersteht, bas die Engländer für sich beanspruchen. Hier handelt es sich um die Gewässer und Land- flächen vom 50. Grad südlicher Breite bis zum Südpol. Dieses Gebiet führt den Namen „Falk- land Dependency" und umfaßt an antarktischem Landgebiet 3 Millionen Quadratkilometer.
Die Argentinier selbst nennen die Falklandinseln bas englische Gibraltar in ihren Gewässern und vertreten den Anspruch, daß die Falklandinseln von Rechts wegen zu Argentinien gehören.
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt. Die Engländer hatten sich auf den Inseln festgesetzt, räumten sie aber im Jahre 1774 und anerkannten in einem Vertrag des Jahres 1790 ausdrücklich die spanische Oberhoheit über die Insel- gruppe. Als sich dann Argentinien selbständig er- klärte, nahm es die Rechte Spaniens über diese In- sein in Anspruch, besetzte sie 1820 und verwaltete sie ungestört, bis sich die Engländer 1833 mit nackter Gewalt dort festsetzten. 1936 gab die argentinische Regierung eine Briefmarke heraus, die die Falklandinseln als argentinischen Besitz zeichnerisch darstellten. Die englische Regierung protestierte. Aber das Parlament von Buenos Aires nahm eine Entschließung an, in der die argentinische Regierung zur Anmeldung ihrer Rechtsansprüche nachdrücklich aufgefordert wird. Die national-spanische Presse unterstreicht jetzt den Gibraltar-Charakter der Falklandinseln und verweist darauf, daß sich England feiner anderen „Gibraltars", wie Malta, Cypern, Singapur, Hongkong usw. in ähnlicher Weise bemächtigt habe. Aber wenn von Danzig als deutscher Stadt gesprochen wird, entrüstet sich bas fromme England.
Französische Reklameflüge über England.
London, 17. Aug. (Europapreß.) Die Oefsent- lichkeit Südenglands wurde am Donnerstagnachmittag von einem neuen Reklameflug französischer Bomben- und Jagdmaschinen überrascht. Der erste Flug hatte um Mitternacht, ber zweite in den frühen Morgenstunben des Donnerstag stattgefunden. Etwa 120 französische Bomben- und Aufklärungsmaschinen und 60 Jagdmaschinen nahmen an den Uebunqsflügen über England teil. Gegen Mittag wurden 120 französische Flugzeuge die englische Küste überfliegend und von hier aus Angriffsübungen auf verschiedene Ziele ausführend gesehen. Englische Flugzeuge suchten zusammen mit der Flakartillerie den Angriff im Rahmen dieser Hebungen abzuwehren. Die „Daily Mail" wirst die Frage auf, wie es kommen konnte, daß derjenige Teil der französischen Flieger, der die Ostküste bei Harwich überflog und bis nach Liverpool vordrang, unentdeckt bleiben konnte. Die amtliche Erklärung sei unbefriedigend. In ihr hatte es geheißen, in den betreffenden Luftübungsgebieten fei ber Bereitschaftsdienst schon um Mitternacht eingestellt worben. Die Abwehrformationen, verlangt das Blatt, müßten Tag und Nacht auf dem Posten fein. Der Preis der Sicherheit liege in ständiger Wachsamkeit.
Ernennungen in Spanien.
Burgos, 17. August. (DNB.) Ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Caudillo ernannte zum Oberkommissar in Spanisch-Marokko General Asensio anstelle des jetzigen Außenministers Oberst Beig- beb er, zum Unterstaatssekretär ber Luftwaffe General Marron. Chef des Generalstabes der Luftwaffe wurde Oberstleutnant Gallar za, Chef der Luftakademie Oberstleutnant R u b i o. Zum Chef des ersten Wehrkreises wurde General Sili- q u e t ernannt, Chef des zweiten Wehrkreises wurde General Fidel Da villa, der bisher Kriegsminister war. Befehlshaber der Streitkräfte i" Marokko wurde General Pomte. Generalkonsul der Balearen wurde General Kindel an, der bisherige Befehlshaber der Luftwaffe. Chef des IX. Armeekorps wurde General Bautista Sauch e z. Chef des X. Armeekorps wurde General Kar- cia Valino. Der neue Oberkommissar von Marokko hat dort lange Jahre gedient und gilt als besonders guter Kenner der Verhältnisse unter den marokkanischen Truppen. Er ist sehr volkstümlich- Kleine politische Nachrichten.
Reichsleiter Amann sprach als alter Regimentskamerad dem Führer auf dem Berghof persönlich seine Glückwünsche zum 25jährigen Soldatenjubiläum aus.
Der Führer hat dem Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter Erich 5) v* genfeldt, für feine Verdienste um die Durchfuhr rung des WHW. die Erste Stufe des Ehrenzeichens für deutsche Dolkspflege verliehen. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt ist formt der Erste, dem diese Auszeichnung vom Führer verliehen wurde.
Die Achsenmächte sind solidarisch, polen Instrument der Einkreisungspolitiker.


