Ausgabe 
18.8.1939
 
Einzelbild herunterladen

nr. 192 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Keitag, 18. August 1939

Grschetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle

Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95

Ohne Illustrierte , 1.80

Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen

von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschiüffe unter Sammelnummer 2251

Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gietzeu Postscheckkonto:

granffujt am Main 11686

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristlei'tung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm höhe

für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Steilem, Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche AnzeigenöRpf. Mengenabschlüsse Staffel B

von

Pfund wöchentlich zur Verfügung haben, d. h. sie müssen mit rund 22 Schillingen stellenweise bis zu acht Menschen, ernähren.

Ein verunglückter Stapettauf.

Ein Todesopfer, zwanzig Verletzte beim Stapellauf eines englischenFlugzeugträgers

Belfast, 17. Aug. (Europapreß.) Der Stapel­lauf des neuen englischen FlugzeugträgersFor­midable" in der nordirischen Hauptstadt Bel­ast kostete einer Frau das Leben. Zwanzig Ar­beiter, darunter der Monn der getöteten Frau,'muß­ten mit schweren Verletzungen, die ihnen durch ein- türzende Balken zugefügt wurden, in ein Kranken­haus eingeliefert werden.

Der Flugzeugträger, ein 23 OOO-Tonnen-Schiff, ollte von der Gattin des englischen Luftsahrtmini- ters, Lady Wood, getauft werden. Als Lady Wood in Begleitung Sir Kingsley Woods und des

polnische Militärflieger Wer slowakischem Gebiet. Soldaten flüchten über die Grenze.

Preßburg, 17. August. (DNB.) Erneut konnte festgestellt werden, daß polnische Militärflugzeuge über slowakisches Gebiet geflogen sind. Die Bevölke­rung ist in wachsendem Maße empört und besorgt, zumal auch schon vor der Grenzsperre Scharen von Militärflüchtlingen auf unwegsamen Gebirgspfaden slowakisches Gebiet erreichten, die nicht genug von den Schikanen der polnischen Hetzer zu berichten wußten. Nach den Schilderungen dieser Flüchtlinge nimmt die innere Zerrüttung in Polen immer groteskere Formen an, da selbst viele Polen, ganz zu schweigen von den Ukrainern, Volksdeutschen und Slowaken, nicht mehr einem Staate dienen wollen, dem die Ordnung immer mehr aus der Hand gleitet.

polens Vernichtungskampf gegen das deutsche Volkstum auf der ganzen Linie entbrannt

Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister Chodacky, traf mit dem Flugzeug in Warschau ein und hatte eine länge Bespre- chung mit dem polnischen Außenminister Beck.

Lebensraum entzogen werden soll. Eine weitere Verordnung des Staatspräsidenten ermäch­tigt den Finanzminister, Kredite für land­wirtschaftliche Vorbereitungen der Landesverteidigung bis zu einer Höhe 150 Millionen Zloty zu garantieren.

Britische Heuchelei am Pranger.

London erfindet unddementiert" Konferenzgerüchte. Was Meuter unter .bewunderungswürdigerliuhe und Geduld der polnischen Regierung" versteht.

Wohnungssorgen in den englischenLlendsvierieln

Von unserem A. T.-Korrespondenien.

schöpften Zu st and auf reichsdeutschem Boden ankommen. Augenblicklich sind in 19 Flüchtlings­lagern noch 4 461 Personen untergebracht.

Neues Grenzzonengeseh.

Die Deutschen werden von der ererbten Scholle vertrieben.

Warschau, 17. Aug. (Europapreß.) Soeben wird eine Verordnung bekannt, der man unschwer eine neue deutliche Spitze gegen das deutsche Volks­tum in Polen ansehen kann. Der polnische Staats­präsident hat den Landwirtschaftsminister ermäch­tigt, im Einverständnis mit dem Innenminister Parzellierungen von Grundstücken vorzu­nehmen, die in der Grenzzone liegen, wenn die Sicherheit des Staates oder der notwendige Schutz der Grenzen dies erfordern. Die Verschär­fung gegenüber dem bereits in Kraft befindlichen Bodenreformgesetz liegt darin, daß künftig Parzel­lierungen in der Grenzzone nach freiem Er­messen des Landwirtschaftsministers und nach ausgesprochen politischen Gesichtspunkten ge­setzlich zulässig sind. Die zur Parzellierung bestimm­ten Grundstücke müssen im Laufe eines Jahres aufgeteilt oder an die staatliche Agrarbank verkauft werden, worauf der Besitzer zum Ver­lassen des bisher ihm gehörenden Grundstückes ge­zwungen wird. Es ist nach der seit längerem in Polen geübten Praxis klar, daß durch diese neuen noch verschärften gesetzlichen Bestimmungen den trotz schwerstem Volkstumskampf bisher auf heimat­licher Scholle verbliebenen Volksdeutschen in Polen nun auf f»genanntem rechtlichen Wege der

England ohne Maske.

Zum 70. Geburtstag

des Grafen Ernst Reventlow am 18.August.

Nur wenige deutsche Politiker können eine so fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit ausweisen w>e Graf Ernst Reventlow, dessen Geburtstag sich am 18. August zum 70. Male jährt. Die Fülle seiner Bücher, Schriften und Aufsätze ist kaum zu übersehen. Das wesentliche an ihnen ist aber nicht die Zahl, sondern die stetige, aufrechte und uner» schrockene Haltung und völkische Gesinnung, die sich in ihnen kundtut. Graf Reventlow, der in Husum geboren wurde und zunächst als aktiver Offizier in der kaiserlichen Marine Dienst tat, ist von einer leidenschaftlichen Liebe zu Deutschland und zu dem deutschen Volke ergriffen. Sie war es auch, die ihn den Weg zum Führer schon früh finden ließ und die ihn veranlaßte, in dem von ihm herausgegebenenReichswart" für den Nationalsozialismus entscheidend einzutreten. Graf Reventlow hat auch im Deutschen Reichstag, dem er noch heute angehört, seine Weltanschauung gegen alle Anstürme gehässiger Kritiker mannhaft zu ver- leidigen und dürchzusetzen gewußt.

Die Unermüdlichkeit des publizistischen Wirkens Graf Reventlows kommt gerade jetzt an seinem 70. Geburtstag sichtbar zum Ausdruck in dem so­eben erschienenen BucheWir erinnern uns . . ." (M. A. Klieber Verlag, Berlin), das eine Sammlung seiner in den Fahren 1914/18 für die Deutsche Tageszeitung geschriebenen Aufsätze darstellt. Alle in diesem Buche wieder veröffent- lichten Aufsätze befassen sich mit der Politik Eng­lands. Graf Reventlow hat es sich zu seiner Lebens­aufgabe gemacht, das wahre Gesicht Eng- lands aufzuzeigen, indem er England schonungs­los die Maske herunterreißt. Was dabei zum Vor­schein kommt, ist so grauenvoll, daß wir Deutsche die unabwendbare Pflicht haben, zu diesem Buche Reventlows zu greifen, um auch den allerletzten Rest der sattsam bekannten deutschenObjektivität" aus unserem Gehirn zu reißen, ganz zu schweigen von unseremweichen Gemüt", das die Dinge noch immer nicht so klar sehen will, wie sie in der Tat liegen.

Wer die Art des trockenen Humors Graf Revent­lows kennt, wird sie auch in diesem Buche wieder­finden, so zum Beispiel, wenn er von derglas- augigen Verständnislosigkeit" der Briten spricht gegen alles, was nicht den Nutzen Englands be­trifft, ober ausführt, wie Englandmit der Bibel in der Hand den Erdkreis eroberte". Nichts hält vor dem scharfen Blick und Verstand Graf Revent­lows die Prüfung aus. Er geißelt dieGentle­manpose" des Briten ebenso wie seinesportliche" Haltung. Er zerreißt den Nebel desVerständi­gungsrummels", er warnt dieEngland-Anbeter", die unter derenglischen Krankheit" leiden. Er nennt den EngländerBrandstifter" undMörder". Er bezichtigt ihn der schlimmsten Lügen, brand­markt denbrittschen Vormund", entschleiert die englische Suggestionskunst, weist mit deutlichen Fingerzeigen auf den britischen Sadismus, zählt dieGrenzen Englands" auf, die es im Laufe der Geschichte je beansprucht hat, und wendet sich mit hohnvoller Schärfe gegen denKulturvetter" jen­seits des Kanals.

Es wäre aber falsch, anzunehmen, daß sich Graf Reventlow in feinen England - Artikeln, die das Deutschland des Weltkrieges leider niemals ver­standen hat, darin erschöpft, daß er sich der härtesten Worte und Urteile bedient, ohne etwa den B e -

London, August 1939.

Die Bewohner der englischen Elendsviertel führen ,'eit Wochen einen erbitterten Kampf gegen Wucherer, die Wochenmieten von ihnen ver- angen, die weit über das Maß des Gerechtfertig­en hinausgehen und in keinem Verhältnis zu der Jröße und dem Zustand der Wohnungen stehen. 3m Londoner East End, in den Midlands-Graf- chaften, in Birmingham und Liverpool haben sich .Mieterschutz-Genossenschaften" gebil­det, die durch regelrechte Streiks das zu er« eichen versuchen, was man ihnen auf gutwilligem Dege seit Fahren verweigert. In Birmingham ollen dieser Genossenschaft schon mehrere tausend Mieter angehören, ein Zeichen für die Dringlichkeit >)er Mietfrage und gleichzeitig der Beweis für das »äufige Vorkommen menschenunwürdiger Woh­nungen. Kürzlich wollte der arbeiterparteiliche Bür­germeister dieser Stadt eine neue Wohnsiedlung ein- »eihen. Er wurde jedoch davon durch Kundgebun­gen abgehalten, die die neue Genossenschaft für ihn leranstaltete. Als er mit seinem Wagen vorfuhr, im eineWeiherede" zu halten, hängten die Ge- Wssenschaftler eine Strohpuppe aus einem der Fen­ier der neuen Wohnungen. Die Puppe stellte einen gekannten Gerichtsvollzieher der Stadt dar und mußte von der Polizei entfernt werden. Damit noch nicht genug. Achttausend arbeitsverhärmte Frauen marschierten in einem schweigsamen Zug 2urch die Stadt an den neuen Wohnungen und dem veinlich berührten Bürgermeister vorbei. Die Menge neigte ehrfurchtsvoll den Kopf, als ein Sarg vor- neigetragen wurde, der das Elend der mittellosen Stadtbevölkerung verkörpern sollte.

Fn Oxford, Stadt alter englischer Kultur, Ort iner Jahrhunderte alten Tradition und Sitz wohl­habender Familien des Landes, versuchte der Miet- änzieher eines Montagmorgens vergeblich von der Zewohnerfchaft der unwürdigen Wohnungen auch ?ur einen einzigen Penny zu bekommen. Kaum : atte der Beamte sein Büro verlassen, um seinen Weg in die Elendswohnungen anzutreten, als sich hm Hunderte von schweigsamen Frauen mit schä- irigen Kinderwagen anschlossen, ihm auf Schritt und tritt wie ein Gespensterreigen folgten und vor »dem Haus, das der Beamte betrat, fo lange warte­ten, bis dieser mit leeren Händen wieder auf die Straße trat, um an anderer Stelle fein Glück zu versuchen. Dem Mann standen schließlich die Schweißperlen auf der Stirn, und er war froh, als »-er sich wohlbehalten aber verängstigt wieder hinter ! feinen Schreibtisch retten konnte, mit leeren . Händen, aber gedankenvoller Stirn.

Diese Mietergenossenschaft muß ernst genommen iwerden, denn ihre Mitglieder sind entschlossen, sich »die Hilfe zu verschaffen, die ihnen die Be- !Hörden versagen, selbst die Behörden solcher Städte, idie eine sozialistische Mehrheit haben. Daß dieses ^Ziel erreicht werden kann, geht aus dem folgenden, lbesonders eindrucksvollen Beispiel hervor: Fn dem ! Londoner Dorort S t e p n e y ist vor kurzem ein 'Mieterstreik zu Ende gegangen, der schon heute in idie englische Sozialgeschichte unter dem Namen .Schlacht des Langdale Mansions" eingegangen ist. -Bei diesemMansion" handelt es sich um einen Sgroßen Block von Mietwohnungen, dessen Be­iwohner zwölf Wochen gestreikt haben. Weder der «Gerichtsvollzieher, noch die Polizei konnten die ! Barrikaden brechen, die man errichtet hatte, um j jeden Zutritt zu verhindern. Man sah sich dazu

ogezwungen, weil die Hausbesitzer einen Räumungs- lbefehl erwirkt hatten, die Bewohner der Elends- Mgend aber nicht wußten, wo sie hätten bleiben [fallen, wenn dieser Befehl tatsächlich ausgeführt roorben wäre. Ihr Streik war ein Akt der Selbst­verteidigung, ein Verzweiflungsschritt, geboren aus ßher Unfähigkeit, Mieten zu zahlen, die weit über Sias Zahlungsvermögen der Betroffenen hinaus- wngen. Wohnungen (zwei Zimmer), die noch im ^Fahre 1914 acht Schillinge je Woche gekostet haben, waren bis auf siebzehn Schillinge und sechs Pence Alnaufgegangen. Die Besitzer der Wohnungen hat­ten sich jedoch in all diesen Fahren geweigert, auch nur die primitivsten Reparaturen ausführen zu las­sen. Die Wohnungen sind feucht, denn Stepney gehört zu den Londoner Dockvororten. Siebenund- -iwanzig Familien leben in einem Block, und das, obwohl weder fließendes Wasser, noch die primitiv- tten Abflußanlagen und Entlüftungsschächte vorhan­den sind. Die Fußböden sind faul; für je sieben Familien (mit stellenweise acht Köpfen) gibt es nur ein Klosett; an den Wänden hängen Zeitungen jtatt Tapeten; das Mauerwerk ist im Zustand des Verfalls, und allerlei Getier fühlt sich in dem Dunst, Schmutz und Küchenqualm wohler als die Familien, Me feine Möglichkeit haben, diesen Wohnhöhlen zu mtrinnen.

Die Streikbewegung unter der Bevölkerung der Llendsviertel wächst und damit die Mitgliederzahl er neuenMietergenossenschaft", an deren Spitze !>er anglikanische Geistliche G r o s e r steht. Die Ar- ^eiterpartei, sonst immer darauf bedacht, als ar- '' eiter- und armenfreundliche Bewegung dazustehen, ublickt in der neuen Genossenschaft einenRioa- sn", und einige ßabourabgeorbnete gingen sogar so­weit, von einergefährlichen Bewegung" zu spre­chen. Im Londoner Grafschaftsrat hat die Arbeiter­partei die Mehrheit, aber die Bevölkerung der Lon- iioner Elendsviertel mußte sich erst in einer neuen Jenossenschast zusammenschließen, um ihre Forde­rungen durchzubringen. Man darf nicht vergessen, !,aß die Familien, deren Brotverdiener wöchentlich ms zu siebzehn Schillingen und sechs Pence Miete i.cchlen, in den seltensten Fällen mehr als zwei

Deutschland mit dem ganzen Konferenzgerede nicht das geringste zu tun hat und für Deutschland irgendein Kompromiß, durch das man auf einer Konferenz das klare deutsche Recht auf Rückkehr Danzigs zum Reich und Befeitigung der ganz unhaltbaren Zustände im Korridor verwässern möchte, unter gar keinen Umständen in Frage kommen kann. Der englische Versuchsballon ist in Deutschland sehr wohl als solcher erfanht wor­den, und ebenso plump ist das Manöver, nun, wo dieser Versuchsballon zerplatzt ist, Deutschland als Urheber dieses Konferenzplanes hinzustellen.

Wenn gleichzeitig in der Verlautbarung des Reuterbüros die bewundernswürdige Ruhe und Geduld der polnischen Regierung an­gesichts der ständig wachsenden Provokation' ge­priesen wird, so kann nichts besser als diese infame Verdrehung der tatsächlichen Verhältnisse die wahre Einstellung der britischen Politik beleuchten. Tag für Tag tobt sich in der polnischen Presse der pol­nische Chauvinismus in immer überheblicheren Forderungen auf deutsches Reichsgebiet aus. Tag für Tag mchren sich die Leiden der seit zwei Jahr­zehnten unter ständigen Schikanen polnischer Be­hörden und Organisationen in den abgetretenen Gebieten lebenden Volksdeutschen Bevölkerung. Die polnische Regierung sieht diesem Treiben nicht nur gelassen zu, sondern duldet auch, daß hohe Militärs und Beamte den polnischen Chauvinisten immer wieder neue Stichworte für ihre brutalen Deutschen­verfolgungen geben. Und das nennt man dann in Englandbewunderungswürdige Ruhe und Ge­duld". Nein, nicht Deutsche provozieren die polnische Regierung, sondern die sich mit der englischen Blankovollmacht in der Tasche nun ganz sicher fühlenden Polen provozieren Deutschland in der frechsten und anmaßendsten Weise. Darüber können auch die frivolen Verdrehungskunststücke des Reuter­büros die Weltöffentlichkeit nicht länger täuschen.

6* über 76000 Wlmge aus polen

DNB. Berlin, 17. August. Der polnische Terror gegen das Deutschtum, der vor allem in Ostoberschlesien unermeßliches Leid über die deutsche Bevölkerung gebracht hat, hält in unverminderter Schärfe an Ueberall sind die noch nicht verhaf­teten Deutschen gezwungen sich in Waldern oder anderen Unterschlupfen zu verber­gen, um dem Haß der entfesselten polnischen Wut zu entgehen. Unzählige werden trotz aller Vor­sichtsmaßnahmen abgegriffen, so daß d e Zahl der Verhaftungen von Stunde zu Stunde anschwillt uni bereits weit über 1 000 betragt. 3n Ostoberjchlesien sind letzt a 11 ® 5~ " V

keime geschlossen worden, so daß die Augend- arbett der Msbünbe völlig eingestellt werden "Wer es nur irgendwie ermöglichen kann W fein «ielln der Flucht in das rettende deutsche Vaterland. Die Zahl dieser Nüch«'nge erre-chte bis Anfang August bereits den Swnd von 76 535.

Einblick auf den verstärkten Terror der letzten Tage ist naturgemäß auch der blüchtlingsstrom GÄMht/i Steinen begriffen, wenn auch die polni- schen Lr^nIachen lwrch brutalste Anwendung von wird in Deutschland umgehend Arbeit vennitte werden Dies ist um o erfreulicher, als me tflW llnge die vor ihrem Srenzübertr.tt tage- und nächtelang in den Wäldern untijenrrten, in einem völlig abgerissenen und er.

nordirischen Ministerpräsidenten Craiaavon die Tribüne bestieg, von der aus der Taufakt vorge­nommen werden sollte, bewegte sich der Schiffskör­per plötzlich und glitt mit lautem Getöse drei- ß i g Minuten zu früh ins Wasfer. Dabei waren etwa achtzig Arbeiter unter dem Rumpf des Schiffes. Ihre Lage wurde dadurch noch ge­fährlicher, daß die Hintere Wiege unter dem Flug­zeugträger sich nicht mit ins Wasser bewegte, da sie zu fest verankert war. Der Hintere Teil des Schiffes wurde so über den Boden geschleift. Die Ursache dieses gefährlichen Stapellaufes ist noch nicht geklärt. Abergläubische Engländer sehen in dem Zwischenfall ein ungünstiges Vorzeichen und erinnern daran, daß das Flugzeug, mit dem Sir Kingsley Wood sich vor bereits drei Wochen nach Belfast begeben wollte, um dieFormidable" zu besichtigen, äbstürzte, wobei sich der Privatsekretär des Luftfahrtministers den linken Arm brach.

DieFormidable" ist mit 23 000 Tonnen etwas größer als der bisher größte englische Flugzeug­trägerArc Royal" (22 000 Tonnen). Das neue Bauprogramm sieht sieben neue Flugzeugträger vor. DieFormidable" ist das dritte Schiff dieser Klasse, das bisher vom Stapel gelaufen ist.

London, 18. Aug. (DNB.) Das Reuter- büro nahm gestern abend in einer Verlautbarung zu den Kombinationen und Gerüchten über eine Viermächtekonferenz wie folgt Stellung: Während die britischen Zeitungen voller Berichte aus verschiedenen Hauptstädten Europas über die og. Friedenspläne waren, erfährt Reuter aus amt­lichen Kreisen, daß dort nichts von irgend­einer Friedenskonferenz bekannt ist. Das Gerücht, das in den letzten Tagen am meisten verbreitet wurde, bestand in einem Plan für eine Viermächtekonferenz zwischen Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. . Dieses Ge­rücht, so glaube man in London, sei jedoch offen­bar lediglich ein anderer Schachzug im fogenanuten Nervenkrieg. Die Verbrei­tung dieses Gerüchtes werde als eine von den Achsenmächten geleitete Propaganda angesehen zu dem Zwecke, Verdach^n polnischen Kreisen über die wahren Absichten der britischen Regierung zu er­regen. Wenn es eine derartige Konferenz gebe, so würde offensichtlich Polen das hauptsächlichste Land sein, das man einlade. Was die Frage an­gehe, ob eine solche Konferenz überhaupt wünschens­wert sei, so gehe die Ansicht in London dahin, daß die Frage nicht von der brittschen Regierung ent­schieden zu werden brauche, noch sei dies eine Frage, zu der sie Stellung zu nehmen brauche. Die bewunderungswürdige Ruhe und Geduld der pol­nischen Regierung angesichts der ständig wachsenden Provokation werde in London voll gewürdigt.

Diese vom Foreign Office lancierte Verlautbarung des amtlichen brittschen Reuterbüros ist wirklich der Gipfel- schamloser Heuchelei, mit der die englische Politik sich in der Danzigfrage nun aus einer Sack­gasse zurückzuziehen sucht, in die sie mit ihrem Versuchsballon von einer angeblich geplanten Vier­mächtekonferenz geraten ist. In der deutschen Presse ist mit aller Eindeutigkeit klargestellt worden, daß