Ausgabe 
18.2.1939
 
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feit bewahren. Selbst die allmählisch so mächtig gewordene Englisch-ostindische Kompagnie mußte diesem Unabhängigkeitstriebe weichen und verlor im Fahre 1834 das Handelsmonopol in China.

und Engländer, letztere von Kanton aus, in Han­delsbeziehungen zu China, auch christliche Missionen haben dort Fuß gefaßt, dieser Verkehr bezog sich

Nach Afrika eingeladen.

Auf (Staafejagö in der Steppe Angolas. Portugals Staatspräsident besucht seine größte Kolonie. Sonderbericht des Gießener Anzeigers.

Auf der Reede von Mossamedes, der Kästen- tadt in Süd-Angola, lag der portugiesische Damvser Angola" vor Anker. Wie ein verschwommen weißer Punkt hob er sich aus dem Dunkel der Nacht. Dor einer guten Stunde, um Vr3 Uhr früh, wurde die Begleitung des portugiesischen Staatspräsidenten Carmona ausgebootet. Es begann wohl einer der interessantesten Tage der Afrikafahrt des Staats­präsidenten: wir gingen auf Jagd in die Steppe. Ueber uns leuchtet der nächtliche Tropen­himmel. Wir spüren diese Nacht in unfern dünnen weißen Leinenanzügen als eine afrikanische Ueber» raschung, denn es ist hundekalt. Rund 50 Jagdteil­nehmer haben sich von dem Palais des Gouver­neurs von Süd-Angola ein der Staatspräsident in der

lich niederzulassen und sogar in einem öffentlichen

______________ ____________ ... ..... Schreiben an die Reichsbehörden d'-le Untat zu Der» und bildungsbedürftigen Volke jede innere Spann- j künden?" Man verbot Napier allenthalben frei traft genommen, herumzugehen und mit einheimischen ^erräkrq"

wurde, wird die Reichsschule Gelsenkirchen von nun an nur noch der Werkmeister- und Dor« arbeiter-Ausbildung zur Verfügung stehen. Die Lehrgänge sind auf zwei Wochen bemessen. U. a. werden die Einzelgebiete der Berufserztehung, der praktischen Menschenführung im Betriebe, Ge­staltung der betrieblichen Berufserziehung, der orga­nischen Gestaltung der Betriebe, der rlchtiaen Ar« beitspädagogik behandelt und außerdem Betriebe und Lehrwerkstätten besichtigt. Einige Lehrgänge werden auch an den vier Landesschulen des Amtes durchgeführt.

Heranbildung des jungen Facharbeiternachwuchses nach den gleichen Richtlinien erfolgen. Deshalb ist es notwendig, allen Werkmeistern und Vorarbeitern das erforderliche Rüstzeug zu geben. Gerade in den mittleren und kleineren Betrieben ist der Werk­meister zugleich verantwortlich für die Heranbildung der Jugendlichen. Das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. hat daher einen Um­bau seines Schulwesens zugunsten der Werkmeister- und Vorarbeiterausbildung durchgeführt. Nachdem die bisherige Reichsschule für Ingenieure von Gelsenkirchen nach Fallersleben verlegt

____ nur auf den Ausbau des Handels und die religiöse Durchdringung: Chinas großartige und eigenartige, für uns Europäer so fremdartige Kul­tur, die aber nicht minder beachtenswert ist, wurde dadurch nicht beeinflußt. Ja, sie breitete sich im Laufe früherer Jahrhunderte weit über die Gren­zen des Landes nach Norden und Süden, auch auf Japan aus, das bis 1853 für jede europäische und amerikanische Einmischung hermetisch geschlossen blieb Während Japan, wenn auch zögernd und lang­sam, dann aber um so zielbewußter und tatkräftiger den außerasiatischen Anregungen folgte und in her Nachahmung feinen Lehrmeistern nachstrebte, sie so- gar hie und da überholte, entsagte China jedem Fortschritt. Religiöse Verkalkung und politische Knechtschaft haben dem an sich so bildungsfähigen

fällt es nicht-bodenständigen Berlinern meist schwer, echten Berliner Humor zu bringen". Wer im übrigen wissen will, was Humm und was Witz Ironie, Satire, Komik und (mit Verlaub!) Zote ist. der greife nur nach dem vortrefflichen Buche von Dr. Siegfried KadnerRasse und Humor". In die­sem Buche deckt Dr. Kadner auch die rassemäßlge Wesensverwandtschaft einer gewissen Art des Ber­liner Witzes mit Dem jüdischen Witz auf. Don den Beispielen sei hier eins wiedergegeben. Ein Berliner wird auf der Straße angesprochen:Wwwo wo ist denn hi hier die Stotterschule?" Worauf der Fragende zur Antwort erhält:Mensch, du kannst et ja!" Gewiß! Das ist witzig. Ist es aber humor­voll? Und ist dieses Sich-lustig-machen über einen körperlichen Fehler wirklich Berliner Eigenart? Spielen hier nicht vielmehr rassische Einflüsse mit, deren die deutsche Reichshauptstadt infolge ihrer historischen Entwicklung sehr viele aufzuweisen hat? Kein Wunder daher, wenn jetzt in Berlin heitere Männer gesucht werden, die wohl sich selbst, aber nicht andere zum Besten haben.

Rund 150 Kilometer Fahrt liegen hinter uns. In knapp zwei Stunden haben wir sie geschafft. Grau- gelb dehnt sich immer noch vor uns die Einöde, die aber deshalb nicht stupide wirkt, weil ihre unend­lichen Weiten und die Großartigkeit der gewaltigen Himmelskuppel zu einem unerhörten Erlebnis »er­ben. Immer noch jagen wir mit 80 Stundenkilo­meter weiter. Fern im Osten verfärbt sich der Him­mel in lichtem Farbenspiel, und auch die Wüste zeigt jetzt erste Spuren des Ledens. Ausgedorrtes Steppengras breitet sich aus, hin und wieder ragt ein Dornbusch auf. Ein interessantes dickblättriges Pflanzengewächs, dessen Blätter strahlenförmig sich über die Erde breiten, tritt immer häufiger inmitten des Steppengrases auf. Es ist die D e l v i ch i a M i r a b i l i s , eine Urzeitpflanze, wohl das älteste Gewächs der Erde, das ein deutscher Botaniker ent­deckte.

Die pastellenen Farben am Osthimmel werden kräftiger. Die Morgendämmerung dauert nur etwa eine knappe halbe Stunde. Ein leuchtend heller Morgen hat sein flutendes Licht über die Steppe ergossen, deren unwahrscheinlicher Zauber uns jetzt in ihren Bann zwingt. Einen guten Kilometer vor uns stoppt jetzt der Wagen des Staatspräsidenten. Wir hören ferne Schüsse. Ein Rudel Gazellen fliegt in sagendem Lauf quer ab und davon.

Wir schlagen uns als einziger Wagen seitwärts ab und fahren einem im weiten Dunstschleier des Horizonts liegenden Gebirgsrücken zu. So hoffen wir, auch einmal zum Schuß zu kommen. Da sehen wir auch schon die erste Gazellenherde auf

Halbkugel ermittelt, die über die größten und wichtigsten Anbaugebiete des Weines verfügt. Nach der Beurteilung des Internationalen Landwirt­schafts-Institutes läßt sich die Feststellung vorweg» nehmen, daß der1938er" der Menge nach eine mittlere Ernte gibt. Dabei sind in allen Län­dern Mitteleuropas unter den Einwirkungen der Spätfröste im Frühjahr nur geringe ober gerabe noch befriebiqenbe Leseergebnisse erzielt worben. Das gleiche gilt für die Anbaugebiete in ben Vereinigten Staaten von Nordamerika. Italien und Frankreich konnten bessere Erträge erzielen. Den Ausgleich brachten jedoch erst die Weinlesen in Griechenland und in Portugal, wo die Winzer sehr gute Ernten meldeten. Insgesamt erzielten die Weinbaugebiete der nördlichen Halbkugel eine Weinmenge von 175 Millionen Hektoliter. Dieses von dem römischen In­stitut berechnete und durch sorgfältige Schätzung er­gänzte Ergebnis dürfte sich auch nach Eingang der letzten Erntemeldungen kaum noch erhöhen. Auf jeden Fall übertrifft die Weinernte mengenmäßig die des Vorjahres um rund 10 Millionen Hektoliter. Die Beurteilung der Güte bereitet gegen­wärtig allerdings noch einige Schwierigkeiten, weil die Kellerbehanolung der jungen Weine in wichti­gen Anbaugebieten nur teilweise erst genauere Prü­fungen zuläßt. Die Erfahrungen der Winzer lassen jedoch den Schluß zu, es werde sich beim 1938er um einen guten Tropfen handeln, der bet_ den Ver­brauchern ebensolche Aufnahme finden dürfte.

DAT -Ausbiloung

für Werkmeister und Vorarbeiter.

Ndz. Von der Tatsache ausgehend, daß nur ein hervorragender Fachmann, der auch die Grundlagen nationalsozialistischen Schaffens kennt, unseren Nach­wuchs in den Betrieben zweckvoll ausbilden kann, hat der Reichsleiter der DAF., Dr. Ley, in bezug auf die Verleihung des Leistungsabzel- chens für vorbildliche Berufserzie­hung angeordnet, daß der Ausbildungslei­ter in Industriebetrieben und auch seine Mitarbeiter in Lehrgängen der Reichsschule oder einer Landesschule des Amtes für Berufser­ziehung und Betriebsführuna teilge- n o m m e n haben sollen. Aber auch alle W e r t * meUter und Vorarbeiter müssen hierbei er» faßt werden. Insbesondere auch in allen Betrieben, in denen keine Lehrwerkstätten bestehen, muß die

gefunden, an ihrer Spitze Begleitung des Kolonial­ministers Dr. M a ch a d o und dessen Gattin.

Ich habe das relative Glück, von den 18 Wagen unserer Expedition im Wagen Nr.9, also genau in der Mitte der lang auseinandergezogenen Auto­kette zu sitzen. So schlucke ich auch sicherlich nur die Hälfte der Staubwolke, die unsere Wagen auf- wirbeln. Hinten auf dem Ersatzreifen meines Wa­sens hockt ein Negerboy, dessen rabenschwarzes Ge» icht schon nach wenigen Fahrtminuten von einer weißen, dicken Staubmaske bedeckt ist. Die letzten Häuser von Mossamedes liegen hinter uns, vor uns breitet sich wie ein ungeheuer weiter, flacher Teller die Wüste.

Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre während derInternationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung" (vom 17. Februar bis zum 5. März) in der Deutschlandhalle eine große Aus» stattungs - Revue statt. Sie betitelt sich diesmal: Ein Kuß reift um die Welt' (Woraus hervorgeht, daß Berlin nicht vom Küssen loskommt!) Doller Spannung sieht man dieser neuen Revue entgegen. Denn es ist nicht leicht, für die Riesenspiel­fläche der Deutschlandhalle, die 20 000 Zuschauer faß, eine Revue zu inszenieren. So ist man des­wegen jetzt auf den Gedanken gekommen, die 5000 Quadratmeter große Spielfläche in Podien und Treppeneinbauten aufzuteilen, auf denen sich die Handlung abspielt. Etwas besonders Schönes und Eigenartiges hat man sich diesmal mit dem moto­risierten Ballett ausgedacht. Wo alles motorisiert ist, muß zuletzt auch das Ballett moto­risiert werden. Diese Logik leuchtet ein. Zugleich ist es interessant, zu beobachten, wie sich hier zwei neuzeilliche Erscheinungsformen unversehens treffen und sich gegenseitig befruchten: der motorisierte Ver­kehr und Die Hallenbühne, deren Schwester im Sommer die Freilichtarena ist. Die Hallenbühne verhllft dem motorisierten Verkehr zur weiteren Volkstümlichkeit. Der motorisierte Verkehr, in die­sem Falle in der Form eines motorisierten Balletts, weist der Hallenbühne den Weg zu ihrer enbgül» tigen Form, nämlich zur Schau ohne theater­ober gar fabarettartigem Ehrgeiz.

*

Und nun beinahe hätten wir's vergessen ist auch in Berlin Fastnacht. Man kann es in der Reichshauptstadt tatsächlich beinahe vergessen, daß die Tage um den Rosenmontag und um die Fastnacht die Zeit des ausgelassensten Trubels sind. Denn hier in der Reichshauptstadt gibt es keine närrischen" Parolen wie in München ober am Rhein. Nur sehr schamhaft wagt sich in Berlin bas Fastelovenb" an das--Abendlicht der Säle, in

Denen man sich zu Kostümbällen zusammenfindet. Vielleicht ist der Ausdruck ,Kostümball" der tref­fendste Ausdruck Berliner Fastnachtsstimmung: der Berliner und die Berlinerin müssen sich als Narr und Närrin kostümieren, während im Süden und im Westen des Reiches unsere deutschen Brüder und Schwestern wahre Narren und Närrinnen sind! Welche Feststellung nicht ein Vorwurf fein soll, son­dern gestehen wir es nur ein einem sehn­süchtigen Neidgefühl entspringt! Doch halt! Auch Berlin hat eine Fastnachtsparole, findet doch am Fastnachtsbienstag im Haus der Presse eineNacht ohne Bart" statt! Vielleicht springt von ber Tier­gartenstraße der narrische Funke m die anderen Ber­liner Fastnachtssäle über, so baß ganz Berlin eine Nacht ohne Bart erlebt, was biejentgen Berlinerin­nen sicher zu schätzen wissen werden, die in dieser Nacht sich anschmiegen und richttg küssen möchten...

Gute Dienste für ben Erzeuger und Verbraucher leistet die Arbeit des Internationalen Lanbwirtschafts--Jnstitutes in Rom, mit dem die deutsche Landwirtschaft in enger und freundschaftlicher Zusammenarbeit stehl. Zu ben Aufgaben des Institutes gehört es, genaue Ueversichten ber Ernten an ben haupt­sächlichsten pflanzlichen Nahrungs- unb Genußmit- teln zu beschaffen. So würbe jetzt das Ergebnis ber Weinernte auf ber nördlichen

Dieser Zustand änderte sich aber in dem Augen­blick, in dem die Engländer politisch auf den Plan traten, und das war im Jcchre 1839. Ein Volk kann seine politische Freiheit unb Unab­hängigkeit nur bann erhalten, wenn es sich diese täglich erobert unb zu schützen versteht. Und das haben die Chinesen nicht verstanden.

An die Stelle ber Kaufleute der Ostindischen Kompagnie traten königliche Beamte, zum Tell aus der hohen englischen Aristokratie. Lord N a - p i e r war ber erste ,T>deraufseher" bes steig ege. denen Hanbels mit China. Es ist bezeichnend für die englische Einstellung, was Napier bei der Uebernahme seines Amtes damals schrieb:Ich bin fein Kaufmann, sondern ein hoher Staats­beamter. Ich kann nicht, wie ehemals die Faktoreien der Ostindischen Gesellschaft, mit Kaufleuten der chi­nesischen Hansa verkehren, die im Range weit unter mir stehen. Der Statthalter ber Kreise Kuangtong unb Kuangsi möge beshalb genehmigen, daß ich, der Abgeordnete des Königreichs Großbritannien, mit ihm in unmittelbare Verbindung trete."

Damals aber imponierte der chinesischen Kreis­regierung diese etwas hochmütige Sprache nicht. Die Satzungen unseres Landes" erwiderte die chi­nesische Kreisregierung,sind unveränderlich. Man kenne sie wohl, die Weise der Barbaren, bald dies, bald jenes zu wollen bald dies, bald jenes umzu» gestalten. Solcher leichtfertigen Wandelbarkeit ist die unerschütterliche Weisheit des Mittelreiches immer» dar abhold gewesen. Die Faktorei wäre jetzt, so hört man, aufgehoben und die Leute der Kompagnie durch einen Mann des Königs ersetzt worden. Dies küm­mert das Reich innerhalb der vier Meere durchaus nicht. Jeder Staat hat bas Recht in seinem ßanbe nach ©utbünfen zu schalten. Man werde im zivili­sierten Mittelreiche die früheren Derkehrsordnungen aufrecht erhalten. Unter welchen Bedingungen Eng- land seinen Untertanen den Handel erlauben wolle, dies ist ber chinesischen Staatsregierung gleichgültig. Sie kümmert sich nicht barum."

Die Sprache mürbe sogar noch deutlicher:Wie konnten die Fremden es wagen, sich in Kanton häus-

unferm neuen Weg. Eigentlich ist es gar kein Weg, den wir fahren, wir jagen jetzt kreuz und quer durch die Steppe, die absolut eben ist und kaum einmal eine schwache Erdrille aufweist. Dis auf etwa 500 Meter lassen uns die Tiere, acht an ber Zahl, heran, bann wenden sie sich zur Flucht. Welch ein prächtiges Bild, diese graziösen, feinglieörigen Tiere in weiten Sätzen fliehen zu sehen. Die Nadel unseres Tacho­meters zeigt auf 55 Stundenkilometer. Wir dreien etwas auf, die Nadel wippt jetzt zwischen 70 unb 75 Stundenkilometer. Taftn sind wir dem Rudel dicht auf die Pelze gerückt. Die Tiere stieben aus­einander. Die Fahrt wird gestoppt, Die Büchsen fliegen an die Backen. Drei Gazellen fliegen in den Sand, die übrigen sind entwetzt. Mit flinken Messer­griffen hat unser Boy die drei erlegten Tiere aus­genommen. Wir lassen sie liegen, um sie auf der Rückfahrt aufzuladen.

Weiter geht die Pürsch in langsamer Fahrt. Hinter einem breiten Dorngebüsch weidet eine ganze Herde großer Antilopen, mindestens 30 große Tiere. Wieder äugen sie unverwandt zu uns herüber, lassen uns auf etwa 300 Meter heran, um bann in ge­schlossener Ordnung davonzubrausen. Aber auch dies­mal geben wir mehr Gas: bald schon sind wir der Herde dichtauf. Mtt kurzem Ruck hält der Wagen. Die Schüsse knallen los. Aber nur ein Tier stürzt, rafft sich wieder hoch unb flieht mit durchschossenem rechten Hinterbein. Kurze Zeit später gelingt es uns, das Tier endgültig zur Strecke zu bringen.

Inzwischen ist es Mittag geworden. Wenn in kurzer Rast inmitten der Steppe niemand spricht, dann ist das Schweigen dieser Landschaft absolut. Eine göttliche Stille umfängt uns. Irgendwo hinter Dornbüschen haben wir etwas wackeln sehen. Im Nu haben wir wieder den Wagen bestiegen und jagen los. Das Bild, das wir bald sehen, reizt zum Lachen. Trollt da in gemütlichem Schlendrian ein ausgewachsener Strauß vor uns her. Sein kleiner Kopf dreht sich abwechselnd nach links unb nach rechts. Auch ihm hängen wir bald auf den Fersen. Ich schaue wieder nach dem Tacho. Tatsächlich, der Bursche hier läuft im Tempo von 75 Kilometer! Noch während ber Fahrt hebt einer die Büchse unb brennt ihm eine Kugel ins Gefieder. Wie vom Blitz getroffen rollt der schöne, große Bogel in ben gelben Sand.

Aus der Heimfahrt zeigen große Geier hoch in ben Lüften die Stellen an, an benen bie von uns geschossenen Antilopen unb Gazellen liegen. Die Geier, bie Sanitätspolizisten ber Steppe, haben allenthalben gründliche Arbeit geleistet. Trotzbem, roiberlid) bleiben uns diese Biehcher doch! Wohl an die 15 Gazellen, 6 große Antilopen und ein Strauß waren die Sagbbeute des Tages. Zusammen mit Staatspräsident Carmona, seiner Gattin, dem Kolo­nialminister Dr. Machado und Gattin nimmt die Jagdexpedition unter einem Schattenzelt inmitten der Steppe bas Mittagessen ein. Verstohlen wende ich mich ab von dem fröhlichen Klingen der Gläser unb schreite noch einmal in das urzeitliche Schweigen der Steppe hinein. Friedrich A. Eck.

Verbindung aufzunehmen. Er mußte tatsächlich nach Macao zurückkehren, wo er im Jahre 1834 infolge von Mißhandlungen verstorben ist.

So konnte China noch im Jahre 1834 geaen England auftreten. Der Fremdenverkehr war Da­mals in China sehr beschränkt. Ausländer dursten kein Grundeigentum erwerben, Häuser und Fak­toreien konnten nur ermietet werden Die Nach- olger Napiers fügten sich oorläuHg ben chinesischen Beschien, und so wurden bie Feinbseligkeiten zwi- chen England und China um einige Jahre hinaus- geschoben. Aber die energiegeladene englische Kauf­mannschaft wollte sich auf die Dauer diese zurück» etzende Behandlungsweise nicht geiallen lassen

Der Keim zu ben kommenden Auseinander­setzungen lag in dem Opiumhandel. Opium war ein Produkt, das damals in China nicht Dör­fern, es stammte aus Persien, Indien, Aegypten unb der Türkei unb würbe, wie bei uns in Europa, in ber Hauptsache als Arzneimittel gegen Dysen­terie (Ruhr) verwendet. Das inbische Opium genofs wegen seiner Güte den Vorzug. Seit ber Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich nun ber Verbrauch des Tees, namentlich in England, stark gesteigert. Europa lernte den Tee als Genußmittel durch bie Holländisch-inbische Kompagnie kennen und in immer mehr fteigenbem Maße schätzen. Die Auffassung, daß ihm große Heilkräfte beizumessen seien, hat sehr zur Ausbreitung feines Verbrauchs beigetragen. Haupterzeugungsland war aber China, dessen Naturseide gleichfalls steigende Einfuhrziffern in England aufwies. England mußte deshalb auf neue Produkte sinnen, um feinen Import unb Export mit China zu einem gewissen Ausgleich zu bringen, denn die übrigen Einfuhrartikä nach China, wie Metalle, Baumwollzeuge usw. reichten nicht aus, um diesen Ausgleich herbeizuführen. Dazu schien bas Opium geeignet zu fein. Don 1767 betrug bie ganze Einfuhr von Indien nach China

nur 28 000 Pfund. Diese Einfuhr flieg in den nächsten Jahren, namentlich durch bie Portugiesen von Macao aus, sehr an unb warf große Gewinne ab. Bis dahin hatten bie Chinesen nur geringe Abgaben auf bie Einfuhr von Opium erhoben, als sie aber erkannten, welch schwere gesundheitliche Schäden bas Opiumrauchen mit sich brachte, er­ließen sie ein Verbot sowohl geaen bie Einfuhr als auch gegen ben Verbrauch. Die Folge bavon war, daß bie Preise stiegen unb ber Schmuggel- hanbel einen nie geahnten Aufschwung nahm Die Englisch-ostindische Kompaanie, die diese Gewinn­möglichkeiten erkannte, beschloß, sich dieses Handels­zweiges zu bemächtigen. Sie legte große Pflan­zungen in Indien an und verwandte große Sorg­falt darauf, das Produkt dem chinesischen Geschmack anzupassen.

Trotz Verbots breitete sich die Unsitte des Opium­rauchens vom Süden des Reichs über das ganze Land aus. Die Einfuhr stieg im Jahre 1937/38 auf 6,8 Millionen Pfund im Werte von 25 Millionen spanischen Pesetas. Die chinesische Regierung bot alle Mittel auf, dem Gebrauch dieses verderblichen Mittels entgegenjuarbeiten, sie forderte bie frem- ben Kaufleute auf, sich endlich den Gesetzen des Landes zu fügen, sie erklärte jeden für einen Ver­räter, ber Opium einführe und verkaufe, aber selbst Die schärfiten Gesetze nutzten nichts Der Vizepräsi- bent der chinesischen Opferbehörde zählte im Jahre 1836 alle Befehle auf, die man gegen den Opium- handel erlaisen habe unb wies nach, daß je strenger das Verbot gewesen wäre, der Harchel um so stärker zugenommen habe.5ft jemand einmal längere Zeit biefem Laster ergeben", so schrieb er damals, so kann er nicht mehr davon lassen, mag auch fein ganzes Besitztum unb er selbst barüber zu Grunde gehen." Er kam zu dem Ergebnis, daß man den Handel freigeben solle, da doch alle Verbote nichts nutzten. Das chinesische Sittentribunal Da­gegen erklärte:Wo immer ein Uebel sich ein­schleicht, da muß es von Grund aus vertilgt wer­den." In diesem Schriftstück wird auf einen 23er- Haltungsbefehl bes Jahres 1717 verwiesen, ber lautete:Man muß 23orforge treffen, sonst konnten in ben Jahrhunderten ober Jahrtausenben ber Zu­kunft bie verschiedenen Völker bes Westens, welche zu Wasser hierherkommen, dem Reiche gefährlich werden."

Man stand damals auf chinesischer Seite auf dem Standpunkt, daß wenn sich dieBarbaren" so nannten damals die Chinesen die Engländer nicht an die chinesischen Gesetze halten mollten, man auch vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken dürfe, und baß man diese Gewalt auch schnell und durchgreifend handhaben müsse. Kann man vom Standpunkt der Chinesen dieses Verhalten verurtei- len?

Der Direktor beim chinesischen Kriegsministerium L i n T s e s i n wurde als Botschafter der kaiserlichen Regierung nach Kanton beordert. Er begnadigte alle des Schmuggels verdächtigen Eingeborenen und er­mahnte die übrigen Kaufleute, von ihrer lasterhaf­ten Handlungsweise abzulassen. Der Erlaß an die fremden Kaufleute enthält einen Hinweis auf den Nutzen, den sie durch den Handel mit China genie­ßen würden unb fährt dann fort:Erweist ihr euch dankbar dafür, daß ihr jahrein, jahraus, alle Waren " über das Meer verfrachten könnt, habt ihr nach un­seren Gesetzen gelebt, habt ihr bie Wohlfahrt ande­rer geachtet, indem ihr eurem Vorteil nachgeht? Warum führt ihr Opium ein, das in eurem eigenen Lande nicht gebraucht wird und veranlaßt so der Menschen Tob und Verderben?" Er forderte die fremden Kaufleute energisch auf, sich den Landes­gesetzen zu fügen, er wies ihnen nach, daß bei Lin- sing viele Tausend Kisten Opium in den Schiffen ruhten, die eingeschmuggelt werden sollten, und ver­langte deren restlose Auslieferung,ohne auch nur ein Stäubchen davon zu unterschlagen". Er ermahnte sie,bie einen so großen Wert auf bas Wort ehr­bar legten", biefe Bedingungen zu erfüllen,bann würdet ihr den Ruf guter Ausländer nicht verlie­ren." Er habe von seinem Kaiser den. Auftrag, den Opiumhandel auszurotten, sein Land habe alle Er­zeugnisse ber Erde unb brauche bas Auslanb nicht. Im Falle der Weigerung stellte er harte Strafen in Aussicht.

Die Engländer erklärten, daß sie ben Befehlin Erwägung ziehen wollten" Lin verlangte aber so­fortige Auslieferung ber sämtlichen Opiumkisten. Das war am 18. März 1839. Hierauf erboten sich die Engländer, 1056 Kisten zur Verfügung stellen zu wollen, was Lin aber sehr übel vermerkte. Er ver­langte den Hauptvertreter des Opiumhandels, Öauncellet Dent, persönlich sprechen zu wollen, um diesem verstockten Sünder ins Herz unb Ge­wissen zu reden", was aber die Engländer ablehn­ten, da sie für das Leben Dents fürchteten

Als Kapitän E11 i o t, der Damals Oberaufiehsr des «glijchen Handels in China war, in Macan

Es sind in diesem Jahre 100 Jahre, daß Chinas Da die Spanier und Portugiesen im Laufe ihrer in das weltpolitische Geschehen eintrat. Gewiß haben ' Geschichte den inneren Schwung weltpolitischer Be- schon Spanier unb Portugiesen, letztere von Ningpo tätig ung verloren, konnten sich die Chinesen trotz unb Macao aus, im 16. Jahrhundert mit China ihrer Energielosigkeit ihre politische Unabhängig-