Ausgabe 
18.2.1939
 
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Nr. 42 Erstes Ma»

189. Jahrgang

Samstag, 18./§onntag,19.§ebruar 1939

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Der Führer eröffnet die Autoschau.

Oie Motorisierung Großdeutfchlands. - Oer Führer stellt die nächsten Aufgaben: Senkung der Preise und des Gewichts der Kraftfahrzeuge. - Typenbeschränkung und Maffenerzeugung

Die neue Verkehrsepoche.

Bor hundert- Jahren, am 5. Oktober 1828, schrieb ein deutscher nationaler Volkswirt, Friedrich List, dessen Ideen später den Wirtfchaftsliberalis- mus überwanden, die neuen Verkehrsmittel würden die Welt erlösen von den Plagender Arbeitslosig- kett, der Umvissenhett und des Schlendrians. Der .Eisenbahndompfwagen wird die Felder befruchten, die Werkstätten und Schächte beleben und auch den niedrigsten der Angehörigen einer Nation Kraft oer- lechen, sich durch den Besuch ferner Länder zu bil­den, in entfernten Gegenden Arbeit und an fernen Heilstellen und Seegestaden Wiederherstellung ihrer Gesundheit zu suchen. Durch die neuen Transport­mittel wird der Mensch ein unendlich glücklicheres, vermögenderes und vollkommeneres Wesen. Man verliert sich ins Unendliche, wenn man über die Wirkungen und Wohltaten dieser Göttergeschenke nachdenkt."

Daß die Reichseinheit durch die Eisen­bahnen aefördert werde, war die Gewißheit Goe­thes. Daß dieses Transportmittel erst die Eini­gungskriege der Bismarckzeit mit chrer fast tech­nischen Präzision gestattete, ist auch vom Alten aus dem Sachsenwalde immer wieder hervorgehoben worden. Daß die Erwartungen Friedrich Lists, die modernen Verkehrsmittel würden auch und gerade die arbeitenden Massen der Nation in einen besseren Zustand versetzen, sich erst in der Gegenwart durch die Tat Adolf Hitlers zu erfüllen beginnen, ist die Wirklichkeitswerdung eines Traumes der Harmonie und des Gemeingefühls aller Deutschen. Was im vorigen Jahrhundert die Eisenbahn, ist für das gegenwärtige der Kraftwagen, und daß dieser Kraftwagen im Zettalter der Technisierung zu einem Volks­wagen wird, ist wieder ein Werk der Führer­persönlichkeit, die mit allen veralteten Vorstellungen rücksichtslos aufräumte, dem Prinzip höchster Wirt- fchasllichkett Bahn brach und das modernste Ver­kehrsmittel in den Dienst der Allgemeinheit stellte.

Der stolze und freudige Ton der Führerrede zur (Eröffnung der Kraftwagenschau entspringt dem Gefühl eines Mannes, der sieht, daß seine An- ftrengungen und seine unermüdliche Fürsorge Wirk- lichkett werden. Und diese Fürsorge erstreckt sich ja nicht allein auf die Vervollkommnung und Ver­besserung, auf die Verbilligung und Verbreitung des Kraftwagenbaues, sondern auf alle die Probleme, die gleichzeitig zu lösen waren. Deutschland ist durch das Werk Der Reichsautobahnen sowie durch die deutschen Erfindungen eines dem Naturkautschuk überlegenen Buna und eines eigenen Treibstoffes nicht nur unabhängig vom Ausland, sondern auch infolge der wieder zum Reich geschlagenen Gebiete im Osten zu einem großen Lebens- und Verkehrsraum gemacht worden, der die Vor­aussetzung für eine wirkliche Blüte Der Nation und aller ihrer Regungen bietet. Heitte ist in Groß­deutschland der für die liberalistischen Wirtschafts­systeme der anderen Mächte geradezu märchenhafte Zustand eingetreten, daß, wie der Führer sagte, die Ausgabe der deutschen Automobilindustrie weniger darin liegt, Kunden zu suchen, als vielmehr die vorhandenen Käufer zu befriedigen. Die Produktionskraft Deutschlands reicht noch nicht zu, die Nachfrage des Binnenlandes zu befriedigen. Diese einfache Feststellung hebt Deutschland gleich­sam als eine glückliche Insel aus dem Meer der 'Arbeitslosigkeit, der rückläufigen Produktion, der wirtschaftlichen und sozialen Verwirrung, das die anderen Nationen bedeckt, heraus.

Der Weg zu dieser Entwicklung kann und muß noch ausgebaut werden, aber feine Basis ist nicht nur abgeftetft, sondern so weitgehend befestigt wor­den, daß es nur noch Verbesserungen gibt. Die Tatsache, daß der Kraftwagen heule nicht mehr ein Luxus-, sondern ein Gebrauchsmittel für alle Volksschichten ist, zwang zu einer Vereinheit­lichung der Typen, die weitgehend tn An­griff genommen wurde. Denn da die Automobil- Hersteller nicht mehr ihre Kunden suchen müssen ist die Möglichkeit gegeben, auf die besonderen Wünsche des Kunden, der nun einmal Individualist ist und seinen Wagen anders haben möchte als den seines Nachbarn, zu verzichten. Ein Massenartikel wird nur dann billig, wenn er serienweise herge­stellt wird, er witd nur dann technisch vollkommen, wenn die Erfindung gleichzeitig der Masienproduk- tion dienen können, und er wird nur dann wirklich einwandfrei, wenn alle seine Teile normiert sind. Dieses volkswirtschaftliche Grundprinzip hat der Führer folgerichtig der Kraftwagenerzeugung vor­geschrieben, und die Vorzüge dieses Prinzips sind unbeftreUbar. r .

Nicht aber, und das ist entscheidend, soll der Kraftwagen der Autorasere: dienen Wer die­ser huldigt, ist genau so ein Schädling des deutschen Volkes wie der'Autobandit, der rücksichtslos aus Der Volksgemeinschaft ausgemerzt wird. Die Reichsauto­bahnen sind nicht dazu da, dieser Autoraserei Vor­schub zu leisten, sondern sie dienen dem ganzen Volke. Die vom Führer angeführte Tatsache, daß der Straßenverkehr in sechs Jahren Die gleichen Opfer an Menschenleben fordert wie der Krieg von 1870/71, bedeutet ein erschreckendes memento mori und zwingt zu der Forderung, daß Deutschland nicht nur an Verkehrsdichte, sondern an Verkehrs­sicherheit das erste Land der Erde werde Das wird der nationalsozialistische Gemeinschaftswille ehern erzwingen.

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7. . .

Unsere Aufnahme zeigt den Führer beim Rundgang durch die Ausstellung. Links von ihm Generalfeldmarschall Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsaußenminister von Ribbentrop und (im Hintergrund) Reichsleiter Alfred Rosenberg. Rechts vom Führer Generaldirektor Dr. Kissel von Daimler-Benz, Direktor Sailer, bekannt als Rennfahrer der Vorkriegszeit, Geheimrat A l l m e r s, Der Präsident des Reichsverbandes Der Automobil- Industrie, Staatssekretär Esser und Korpsführer Hühnlein. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Vurgos fordert eindeutige Haltung Frankreichs.

San Sebastian, 17. Febr. (Europapreß.) Große Aufmerksamkeit widmet man in national- spanischen Kreisen Der Tatsache, Daß Der sowjetspa­nischeStaatspräsiDent" Azana und anDere sow­jetspanische Machthaber sich in Ausübung ihrer Tä­tigkeit innerhalb Der französischen Grenzen o h n tz Beschränkung bewegen können. Durch diese Duldung Der sowjetspanischenRegierungstätigkeit" in Paris roerDe, so erklärt man, Den Sowjetspaniern eine entscheidende Unter st ützung bei der Fortsetzung ihres Widerstandes zuteil. Eine Derartige Haltung Frankreichs sei aber schwer mit dem von Frankreich ausgebrüeften Wunsche auf Normalisierung seiner Beziehungen zu dem nationalen Spanien vereinbar. Wenn daher Der französische Senator Berard erneut, unD zwar in amtlicher Eigenschaft, nach Nationalspanien kom­men wolle, so' sei eine Klarstellung Dieser' Sachlage als ein vordringliches Erfordernis für einen erfolgreichen Verlauf der Sendung Berards anzusehen. Nationalspanien erwarte auch in dieser Frage bindende Erklärungen von Berard.

Sehr deutlich drückt sich dos führende national- spanische BlattD i a r i o Vasco" aus, wenn es schreibt:Wir wissen, daß im Kabinett Dalabier sechs rote Minister sitzen, die mit ihrem Rücktritt drohen, wenn Die Beziehungen zu Negrin abge­brochen werben. Diese innerpolitischen Grünbe Des Nachbarstaates interessieren uns aber nicht. Wir halten uns an Die Tatsachen, und Diese sinD sehr ernst."

Einer Reihe von Informationen aus Valencia entnimmt man, daß Die sowjetspanischen Machthaber zur Zeit mit allen Mitteln bemüht sinD, neues Kriegsmaterial, insbesondere aus Sowjet- rußland, herbeizuschaffen. Man verwendet zu diesem Zwecke nicht nur Die noch im AuslanDe vorhandenen Devisen-Depots, sondern auch alle Erzeugnisse Des sowjetspanischen Nestgebiets, Die man an das Aus­land absetzen kann. So soll beabsichtigt sein. Die Orangen- und Zitronenernte, für Die Valencia immer Der Hauptausfubrhafen gewesen ist, gegen sowjetrussisches Kriegsmate­rial zu tauschen.

Aoch mwerkeinEntschlllßAzanas

Del Bayo bei Bonnet.

E. F. Paris, 18 Februar.

Der sowjetspanische Außenkommissar del D a y o hatte am Freitagnachmittag eine viel beachtete Be­sprechung mit Dem französischen Außenminister Bonnet am Quai d'Orsay. Obgleich amtlich ledig­lich erklärt wird, die Besprechung habe sich um Die Flüchtlingsfrage gebreht, steht Doch außer Zweifel, daß Die gegenwärtig in Der sowsetspanischen Vertretung in Paris ftattfinDenDen Besprechungen über Die Möglichkeit einer Fortdauer des Wider standes gegen General Franco oder die Zweckmäßigkeit einer sofortigen K a - p itulatio n den Hauptgegenstand der Bespre­chungen bildete. Eine Einigung konnte zwischen A z a n a ber auf einem sofortigen Frieben in Spanien bestehen soll, und del Vayo, der

die These Ne grins über den Widerstand bis zum äußersten immer lauer verteidigen soll, nicht erzielt werden. Auch Außenminister Bonnet dürste bei Vayo angeraten haben, ben Wiberstanb auf­zugeben.

Präsident" Azana hat ber französischen Regie­rung die Versicherung zugehen lassen, baß von ihm während seines Pariser Aufenthalts kein. Dekret unterzeichnet und keinerlei sonstige Regierungshanblung vorgenommen worben sei. Man schließt baraus, bah bie letzten im sowjet- spanischen Staatsanzeiger von Valencia erschienenen Verordnungen, die die Unterschrift Azanas trugen, in Wirklichkeit von i h m gar nicht unter­zeichnet worben finb. Die Zeitungen nehmen im übrigen an, baß der sowjetspanische Außenkomissar del Vayo, ber mit Azana Unterrebungen hatte unb jetzt aus Paris verschwunben ist, sich nach Mabrib begeben habe. DasPetit Journal , Das Blatt des Obersten de la Rocque, schreibt: Azana ist nach Paris gekommen, wo er der Gast feines Botschafters ist. Rechtlich gesehen, dürste er bei uns nichts anderes fein, als ein einfacher spanischer Flüchtling. Praktisch aber ist er weiterhin Präsident. Er empfängt selbst seinen Mi­nister des Auswärtigen, bei Vayo, und feinen Bot­schafter in London. Wir zögern nicht zu erklären, daß diese Situation unhaltbar ist."

Der französische Senator Berard ist am Frei­tagabend zu einer zweiten Fühlungnahme mit ben nationalspanischen Behörden nach Burgos ab­gereist. Aus dem Lyoner Bahnhof hatten sich zahlreick-e Journalisten und Photographen einge- funben, boch verweigerte Berarb jebe Erklärung. Zu ben Photographen sagte er:Ich habe mich feit gestern wirklich nicht verändert." Im Zuge selbst hatte Berard dann noch eine eingehende Unter­redung mit dem inoffiziellen Vertreter National- fpaniens in Paris, dem ehemaligen spanischen Bot- fchatter in Frankreich, Quinones b e Leon.

In Frankreich hat ber Umstand besondere Auf­merksamkeit erregt, baß die sowjetspanischen mili­tärischen Leiter den ihnen zur Verfügung stehenben Flotten st reitkräften eine erhöhte Beach­tung schenken. So melden Pariser Blätter, ber sowjetspanische Befehlshaber Miaja sei im Kriegs- Hafen Carthagena eingetroffen und habe eine Besichtigung der dort liegenden Kriegsschiffe vor­genommen. Zur gleichen Zeit habe Negrin Va­lencia einen Besuch abgestattet, um mit ben ört­lichen Befehlshabern die Verteibigungsmöglichkeiten ber Stabt zu erörtern. Weiter sinb am Freitag mehrere Befehlshaber der internationalen Brigaben in Mabnb eingetroffen. Es bandelt sich um bie berüchtigtenObersten" Lister, Mobesta unb Gallon.

Die Regierung von Uruguay hat bie Regie­rung General Francos voll anerkannt. Der Minister­rat beschloß die Entsenbung eines Vertreters nach Burgos. Wie man annimmt, werben Brasilien unb Argentinien dem Beispiel Uruguans bald folgen.

China.

Während ber erfolgreiche Abschluß ber Offensive Francos in Katalonien alles Interesse auf sich zog und die weitere Frage, ob ber Negrin-Ausschuß es auf eine Fortsetzung bes Wiberstanbes an ben Fron­ten Zentralspaniens ankommen lassen wirb, die Ge­müter bewegt, haben sich auf dem andern großen wettpolitischen Spannungsselb in O st a s i e n Dinge ereignet, Die eine zusammenfassende Betrachtung rechtfertigen. Japan hat in ben ersten Tagen bes neuen Jahres einen Regierungswechsel voll­zogen. Das Kabinett bes Fürsten Konoe ist burch ein solches des Barons H i r a n u m a ersetzt wor­den. Die Tatsache an sich wäre nicht weiter ver­wunderlich, denn Japan hat von jeher einen er­heblichen Verschleiß von leitenden Staatsmännern zu verzeichnen gehabt. Ueberraschender war schon dieser Wechsel, nachdem erst kurz zuvor die Leit­gedanken für Japans Politik gegenüber China unb ben Großmächten bes pazifischen Raums festgelegt worben waren. Und eigenartig für europäische Ohren ist auch bie Begrünbung, bie Fürst Konoe für seinen Rücktritt gab:Meine Kraft reichte nicht aus", so sagte er,bas ist der einzige Grund für meinen Rücktritt!" Es war dem Fürsten weder gelungen, seinen Lieblingsplan einer Zusammenfassung ber historischen Parteien des Parlaments in einer na­tionalen Einheitspartei unter feiner Führung burch- zusetzen, noch sein außenpolitisches Programm mit ben Forberungen bes entschiebensten Gegners eines Derständigungsfriebens mit China in feinem Kabi­nett, bes Innenministers Abmiral Suetsugo in Uebereinftimmung zu bringen. Dieser buchte als Ver­treter nipponistischer Gebankengänge an eine Aus­lösung der Parteien, Ausschaltung des Reichstages unb Errichtung eines äutoritär gelenkten Wirt­schaftssystems, um die schärfste Zusammenfassung aller Kräfte 3ur energischen unb rücksichtslosen Fort­setzung des Krieges in China zu ermöglichen. Aber bie Mehrheit des Kabinetts Konoe, namentlich ber Finanzminister Ikeba, war gegen diese Pläne, unb auch der Kriegsminister warnte vor einer Aus­weitung bes China-Konflikts, um nicht vorzeitig Reserven au verausgaben, bie Japan vielleicht zu einem späteren Augenblick schmerzlich entbehren' würbe.

Der neue Mann, der 73jährige Baron Hira- numa, ist seiner politischen Vergangenheit nach als Führer ber einflußreichen nationalen Organi­sationKokuchon-sha", in der sich Männer sehr ver­schiedener politischer Ansichten zusammengefunben haben, sehr wohl geeignet, die innerpolitischen Schwierigkeiten zu überwinden, an denen sein Vor­gänger gescheitert ist. Hiranurna gilt als einer der Wegbereiter Des Nipponisrnus unD roirD Daher die Unterstützung der aktivisttschen Kreise finden, aber seine Erklärung, daß sich am grundsätzlichen Kurs der China-Politik nichts ändern werde unb fein Ver­zicht auf bie von bem Fürsten Konoe in Aussicht ge­nommenen, auf eine Stärkung ber autoritären Staats­führung hinzielenben inneren Reformen werben ihm auch bie Mitarbeit ber Parteien unb ber Wirt­schaftskreise sichern. Eine wenigstens oorläufige Zu­rückstellung aller noch so brängenben innerpolitischen Probleme soll nach Hiranumas Meinung bie Zu­sammenfassung aller Kräfte ber Nation für Den Kampf um bie Neuorbnung Ostasiens erleichtern. Dabei bleibt bas Ziel bie völlige Beseitigung bes Tschiangkaischek-Regimes unb bie Emglieberung Chinas in bie antikommunistifche Front eines ost- asiatischen Dreimächteblocks Japan-Mandschukuo- China unter japanischer Führung.

Der japanische Felbzug in China steht augenblick­lich in einer Phase ber Sicherung unb Säuberung bes besetzten Gebietes, nachbem sich herausgestellt hat, baß bie Eroberung Hankaus auch nur wie vor­her bie Nankings eine Etappe im Kampf gegen Tschiangkaischek, nicht aber ein Abschluß gewesen ist. Aber bie völlige militärische Nieberringung Tschi- a n g k a i s ch e k s ist vorerst zurückgetreten gegenüber dem dringenderen Bemühen, die ungeheuren erober­ten Gebiete bes östlichen Chinas militärisch fest in die Hand zu bekommen, polittsch zu konsolidieren unb wirtschaftlich ber japanischen Kriegsführung nutzbar zu machen. Das ist eine ungeheure Aufgabe, wenn man bebenkt, daß sich in ber japanischen Besetzungs­zone runb 250 Millionen ber insgesamt 400 Mil­lionen zählenden Bevölkerung Chinas befinden mögen, wenn man ferner die noch keineswegs zu­sammenhängenden Frontlinien bettachtet unb sich schließlich vor Augen hält, baß nach Schätzung bes japanischen Kriegsministers Itagaki von ben Tschiangkaischek zur Verfügung stehenden 210 Divi­sionen, die insgesamt eine Million Mann betragen sollen, mehr als die Hälfte, nämlich 125 Divisionen, im Dreieck zwischen Iangtsekiang unb ber Peking Hankau-Bahn, ferner im Süben um Kanton unb längs ber Bahnlinie KantonHankau im Kleinkrieg eingesetzt worben finb. Die sehr sporabisch eintref- fenben unb schlecht in einen Zusammenhang zu bringenben Melbungen vom chinesischen Kriegs­schauplatz vermögen boch einen Eindruck von ben Schwierigkeiten zu geben, bie ben Japanern aus den hier und da überraschend erfolgenden Offensiv­stößen regulärer chinesischer Truppen und ber steten Beunruhigung ber japanischen Etappe burch chine­sische Freischärler erwachsen. Trotzbem geht Japan mit aller Energie an bie wirtschaftliche Aufbau­arbeit, bie sich naturgemäß vor allem auf bas fest in japanischer Hanb befindliche Gebiet Nordchinas nördlich des Jangtsekiangs zwischen Der Peking Hankau-Bahn unb bem Meer erstreckt. Hier hatte sich bie japanische Inbustrie ja schon vor Ausbruch des Konflikts eine führenbe Stellung erobert, so daß an vorhandene Beziehungen angeknüpft werben kann. Im wesentlichen banbelf es sich babei um die Umstellung unb Ausrichtung ber Wirtschaft Norb- chinas ähnlich wie ber des Mutterlandes auf beit