Ausgabe 
18.1.1939
 
Einzelbild herunterladen

mußten in Columbus, der Hauptstadt des Staates Ohio, 2000 demokratische Angestellte ihre Plätze räumen und wurden durch Republikaner ersetzt. Da die Hinauswürfe anhalten, rechnet man damit, daß 3000 Mitglieder der siegreichen Partei ver­sorgt werden sollen. Die republikanische Partei be­schuldigt die Demokraten, zwecks Erschwerung der Ausmerzungsaktion" planmäßig die Personal­akten vernichtet zu hohen. Dieser Wechsel, der ohne Rücksicht auf die fachtichen Qualitäten vorgenom­men wird, artet jeweils in eine beispiellose Posten­jägerei aus.

Die Südwestafrika-Deutschen gegen jeden Annektionsversuch

Pretoria, 17. Jan. (DRB.) In Windhuk faßte eine Delegierten-Dersammlung des Deutschen Südwestbundes folgende Entschließung:

1. Der Deutsche Südwestbund besteht bis zur endgültigen und gerechten Lösung der Kolonialfrage auf strikter Aufrechterhaltung des Mandatssystems und bekämpft daher alle Versuche, das Mandatsgebiet in irgendeiner Form der Südafrikanischen Union einzu­verleiben. Der Deutscye Südwestbund steht auf dem Boden der moralischen und sachlichen Berech­tigung der deutschen Kolonialforde- ruit g und wendet sich in geschlossener Abwehr gegen die von. der Südwestafrika-Liga betriebene Annektionspolitik sowie gegen alle Ver­suche, das Deutschtum im Mandatsgebiet zu ver­drängen.

2. Der Deutsche Südwestbund verlangt eine Aenderung des bestehenden Wahlrechts und die Einführung eines Mandatsbürgerrechtes, das dem gesamten Südwester Deutschtum gleiche Rechte und Pflichten rm Mandatsgebiet wie den Südafrikanern gewährt.

3. Der Deutsche Südwestbund erhebt Protest gegen die vertragswidrige Anwendung der ab- geänderten Einwanderungsgesetze der Südafrikanischen Union, durch die die deutsche Ein­wanderung in das Mandatsgebiet, die im Lon­doner Abkommen ausdrücklich willkommen geheißen wurde, praktisch unterbunden und die wirt- schaftliche Entwicklung des Landes auf das Schwerste geschädigt wird.

Hollands Rüstung.

Amsterdam, 18. Jan. (DRB.) Der holländi­sche Verteidigungsminister Vandijk weist in einem Aufsatz imSurabajasch Handelsblad" auf die Not­wendigkeit der Erhöhung der Rüstungs-- stärke Hollands hin. Hierbei komme der Flotte als dem Verbindungsglied zwischen Mut­terland und Kolonie besondere Bedeutung zu. Das Bauprogramm der nächsten Zeit sehe den Neubau von zwei Kreuzern, einem Flottillenführer, vier großen Zerstörern, neun Unterseebooten, drei Kanonenbooten und einer großen Zahl kleinerer Einheiten, darunter zahlreiche Motortorpedoboote, vor. 20 Motortorpedoboote, die nach englischer Li­zenz gebaut werden, sind übrigens kürzlich in Auf­trag gegeben worden. Ferner werde eine große Anzahl von Flugzeugen gebaut. Der größte Teil dieser Neubauten, die alle 19 41 fertig- gestellt werden sollen und deren Baukosten ins­gesamt 160 bis 170 Millionen Gulden betragen werden, sei für Niederländisch-Jndien bestimmt. Die Dienstzeit im holländischen Heer wurde auf elf Monate erhöht. 140 Millionen Gulden seien für Anschaffung moderner Waffen bereitge­stellt worden. An der Nordseeküste und an den hol­ländischen Grenzen sei eine Reihe von Verteidi­gungsanlagen geschaffen worden.

Schweden baut

8000-Tonnen-Kriegsschiffe.

Stockholm, 17. Januar. (DNB.) Der Chef oer schwedischen Marine hat dem Wehrminister den Plan für die neuen Panzerschiffe überreicht. Es handelt sich um 8000-Tonnen-Fahrzeuge mit einer Bestückung von vier 25,4-crn-Kanonen, sechs 12-em-Kanonen und acht 40-mm-Flakgeschützen. Die Geschwindigkeit soll rund 22 Knoten betragen. Die Baukosten werden auf 37 Millionen Kronen je Fahrzeug berechnet. Nun wird sich der Reichstag mit der Vorlage zu befassen haben.

Die Kämpfe in Südchina.

Hongkong, 17. Jan. (Europapreß.) Wie von japanischer Seite aus Kanton berichtet wird, haben die japanischen Truppen bei ihren Angriffen auf die im weiteren Gebiet von Kanton verbliebenen Chi­nesen die Stadt F a y u n, östlich der nach Hankau führenden Eisenbahn, eingenommen. Chinesische Berichte aus Tschungschan besagen, daß die Japaner alle ihre verfügbaren Wasserfahrzeuge eingesetzt hätten, um nach dem etwa 50 Kilometer westlich von Kanton gelegenen S a m s ch u i durchzudringen. Chinesische Berichte wissen von heftigen Gegen­angriffen der Chinesen in der Gegend des West- flusses zu berichten, wo Kämpfe zwischen Tung- kunghsien, Tsungfa und Tsenschien toben sollen. Nach der gleichen Quelle haben zwanzig japanische Bombenflugzeuge den Ort Pungyuel, der zeit­weise die Provinzhauptstadt bildete, mit Bomben belegt. Ferner unternahmen die Japaner von Kau- kong aus einen Vorstoß in Richtung auf Kule, bas 25 Meilen nördlich von Kongmun gelegen ist.

*

Nach Berichten aus chinesischer Quelle hat sich der aus der Kuomintang ausgeschlossene Politiker Wangtschingw ei bereits am 14. Januar auf eine Reise nach Europa begeben. Die Abreise soll aus Haiphong, dem Hafen der ton- kineskschen Hauptstadt Hanio, erfolgt sein.

Kleine politische Nachrichten.

Der Arbeitsausschuß Langemarck beim Jugend­führer des Deutschen Reiches hat weitere Veranstal­tungen festgesetzt, zu denen 'Frontsoldaten des NS.-Reichskriegerbundes aus den betreffenden Landeskriegerverbänden entsandt wer- den, um der Hitler-Jugend in Lager und Heim und durch Fahrten auf die Schlachtfelder des Weltkrie­ges das Erlebnis der Front zu übermitteln und das Opfer der gefallenen Kameraden lebendig zu erhalten.

Botschafter von Papen hielt auf Einladung der Schwedisch-Deutschen Vereinigung in Stock­holm einen Vortrag überdie historische, kultu­relle und wirtschaftliche Zwangsläufigkeit der Er­eignisse von 1938". Dem Vortragenden, der reichen Beifall erntete, dankte Sven Hedin. Unter den Anwesenden sah man außer dem deutschen Ge­sandten, dem Hobeitsträger der NSDAP, und dem Leiter der deutschen Kolonie, Vertreter des Diplo­matischen Korps, des öffentlichen und gesellfchaft-

Kostenrechnungsgrundsätze

für die gewerbliche >

irischast

Berlin, 17. Ian. (DNB.) Wesentliche Vor­aussetzungen für die Steigerung der Wirtschaftlich­keit in der deutschen Wirtschaft ist eine klare Er­kenntnis aller betrieblichen Vorgänge, insbesondere der Koste n. Der Reichswirtschaftsministssr und der Reichskommissar für die Preisbildung haben daher für die Reform des gesamten betrieblichen Rechnungswesens der gewerblichen Wirtschaft auf der Grundlage der Vorschläge des aus Sachver­ständigen beim Reichskuratorium für Wirtschaftlich­keit gebildeten Reichsausschusses für Be­triebswirtschaft Kostenrechnungs­grundsätze erlassen, die den erwarteten Kosten­rechnungsrichtlinien der Gruppen zugrundegelegt werden müssen. Diese Grundsätze enthalten keine P r e i s kalkulations Vorschriften, viel­mehr nur Bestimmungen über die Ermittlung und Verrechnung der Kosten, und sollen erreichen, daß der Betrieb Klarheit über Art, Höhe und Entstehung der Kosten erhält. Sie gliedern sich in vier Abschnitte über den Zweck der Grundsätze, Wesen und Aufgaben der Kostenrechnung, Aufbau der Kostenrechnung und die Auswertung derselben. Diese Reform des Rechnungswesens muß durch die klare Erkenntnis der Kosten <fu einer lauteren Preis­politik führen. Die damit verbundene Säuberung des Wettbewerbs wird künftig Bindungen über­flüssig machen, die im wesentlichen auf eine in Unkenntnis der Kosten beruhende Preisgestaltung zurückzuführen sind. Am Ziel dieser Reform steht der Plan, durch zwischenbetrieblichen Erfahrungsaustausch der Betriebe eines Wirtschaftszweiges zu einer allgemeinen Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu gelangen.

Die gewaltigen Anforderungen, die an die deut­sche Wirtschaft gestellt werden und die durch die An­gliederung der Ostmark und des Sudetenlandes noch gesteigert worden sind, haben zur staatlichen Len­kung geführt. Wenn sich diese Lenkung zunächst auf die Devisenwirtschaft und auf die Güterverteilung erstreckte, so mußte sie im Laufe der Zeit doch im­mer mehr verfeinert werden und auch den Einsatz der Arbeitskräfte erfassen, sobald die Vollbeschäfti­gung unserer Wirtschaft erreicht war. Dazu trat im Zuge des Dierjahresplanes die Erschließung neuer Industrien und rationelle Gestaltung der bisherigen Erzeugung. Reichswirtschafts­

minister Funk hat nach dieser Richtung einen be­sonderen Auftrag übernommen. Gleichzeitig ist das gesamte Bauwesen unter die Lenkung des Gene­ralbevollmächtigten Dr. Todt gestellt worden, der Maschinenbau unter Direktor Lange, General­major Schell hat den Auftrag zur Typisierung des K r a f t f a h r w e s e n s , Oberbürgermeister Dillgardt hat die Aufgabe, die Energiewirt­schaft (Elektrizität und Gas) sinnvoll aufeinander abzustimmen. Nun hat der Reichswirtschaftsminister auch die Bestrebungen zur Leistungssteige- r u n g zusammengefaßt, die zum großen Teil die Umschulung und den rechten Einsatz der Arbeits­kräfte betreffen. Dipl.-Ing. Seebauer, der als ein Fachmann auf dem Gebiete der Rationalisierung gilt, ist zum Leiter eines Reichsausschusses ernannt worden, der sich ausschließlich den Problemen der Leistungssteigerung zuwenden soll.

Ohne Bürokratie und ohne Rücksicht auf ressort­mäßige Rücksichten, lediglich von dem Gedanken getragen, den höchsten Nutzeffekt zu erzielen, das ist das Wesen dieser neuen Form der wirtschaft­lichen Lenkung und Beratung. Die Ausführung wird bei der Wirtschaft selbst liegen, sobald sich Vorschläge in Richtlinien und Bestimmungen ver­dichtet haben. Jedenfalls ist die Zeit vorbei, wo jeder Betrieb sich völlig unberührt vom national- wirtschaftlichen Geschehen fühlen mochte. Das zeigt auch der Erlaß der Ko st eure chnungs- g r u n d f ä tz e für die gewerbliche Wirtschaft, der soeben vom Reichswirtschaftsministerium ergangen ist. Auf Grund von Sachverständigenvorschlägen sind Grundsätze aufgestellt worden, die für die Kostenrechnung zu gelten haben. Für die Kalku­lation in den einzelnen Gruppen der Wirtschaft ist damit eine Grundlage geschaffen worden, die verbindlich sein wird. Ueber die Preise sind keine Vorschriften gemacht, wohl aber sind nun Grund­lagen vorhanden, nach welchen Gestchtspunkten die Selbstkosten und Unkosten zu berechnen sind, wenn Preisangebote gefordert werden. Bisher haben 18 Wirtschaftsgruppen Kontenpläne und Buchfüh­rungsrichtlinien erhalten. Diese Entwicklung wird weiter gehen und zu einer Säuberung des Wett­bewerbs führen. Die deutsche Wirtschaft, die im Dienst der Gesamtheit steht, weiß, daß ihre Auf­gabe darin besteht, den Arbeitsauftrag des Volkes richtig zu erfüllen.

lichen Lebens der Hauptstadt sowie zahlreiche Mit­glieder der deutschen Kolonie.

*

In Berlin tagte der Handelspolitische Ausschuß der R e ich s w i r t s ch a f t s k a m- m e r unter seinem Vorsitzenden, Staatssekretär a. D. Dr. T re n d e le n b u r g. Gegenstand der Tagung waren südosteuropäische Wirtschaftsfragen, wobei als Grundlage Referate des Leiters der Wirtschaftskammer Wien Riedel und des Direk­tors Dr. Gattineau (Berlin) dienten.

Die wegen der schweren Erkrankung der Prin­zessin Mafalda von Hessen verschobene Hochzeit der jüngsten Tochter des italienischen Herr­scherpaares, Prinzessin Maria, mit Prinz Lud­wig von Bourbon-Parma wird am 23. Januar statt- finden, da Prinzessin Mafalda völlig außer Gefahr ist und sich bereits auf dem Wege zur Genesung be­findet.

Der italienische Generalkonsul in Frankfurt a. M., Marchese Ferrante di R u f - fano, ist ins Auswärtige Amt nach Rom berufen worden. Zu seinem Nachfolger in Frankfurt ist der bisherige italienische Generalkonsul in Antwerpen, Gran. Uff. Manfredi, bestimmt worden. Dem Zonenleiter der Faschistischen Partei für Süddeutsch- land, Giovanni I v i g l i a, ist der Titel Commen- batore verliehen worden.

Der britische Botschafter in Berlin, Sir Neyille Henderson, der sich von den Folgen der Opera­tion, der er sich im November unterziehen mußte, erholt hat, traf auf Einladung König Georgs in Schloß Sandringham ein. Der König überreichte dem Botschafter die Insignien des Großkreuzes des St.-Michael- und des St.-Georgs-Ordens, die ihm zu Neujahr verliehen wurden und hatte mit ihm eine längere Unterredung über die Lage in Mittel­europa.

Jahr der Gesundheiispflichi"

B e r l i n, 17. Januar. (DNB.) Der Presse gab der ReichsarztderHI., Oberbannführer Dr. Hör­de m a n n , Erläuterungen über die Gesundheitsfüh- rung der Jugend. Den rund 400 hauptamtlichen HJ.- Aerzten liegt auch die Ausbildung der Feldschere und der Gesundheitsdienstmädel ob, deren es im Reich 40 000 gibt. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht nur auf erste Hilfeleistung, sondern erstreckt sich auf die laufende Gesundheitsführung überhaupt. Gesund­heitsdienst der Schule und der HI. werden einheitlich zusammengefaßt. Zu den Zielen der Gesundheits- führung gehört auch die Meidung von Nikotin und Alkohol bei der Jugend, die durch erzieherische Ein­wirkung erreicht werden soll. Für die gesamte Führer­schaft der HI. ist bereits die Verlobungsge­nehmigung eingeführt, die nur für erblich voll­wertige Partner erteilt wird.

Arbeitseinsatz der grauen und der Erwerbsbeschränkten.

Berlin, 17. Jan. (DNB.) Das Amt So­ziale Selb st Verantwortung hat den Ar­beitsausschüssen sämtlicher Wirtschaftszweige das ThemaArbeitseinsatz der Frauen und der Er­werbsbeschränkten" gestellt. Die in den Arbeitsaus­schüssen sitzenden betriebstätigen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder sollen aus ihrer täg­lichen Praxis heraus Anregungen geben, wie nach der Mobilisierung der letzten männlichen Arbeitskräfte durch einen verstärkten Einsatz von weiblichen Arbeitskräften und Erwerbsbeschränkten eine Erleichterung der Arbeitseinsatz­lage zu erzielen ist. Neben den Fragen des Ar­beitsschutzes, des Arbeitsplatzaustausches zwischen Mann und Frau, des Arbeitstempos, der Lohnge­staltung und der Schaffung von Aufstiegsmöglich­keiten stehen die Fragen eines Aushilfsein­satzes der Frau bei Wehrmachtsübungen, Urlaub und staatspolitifchen Dienstleistungen der Männer. Der Halbtageseinsatz der Frauen, die einen

Haushalt führen, wird wie die Frage einer Ver­legung von Produktionswerkstätten und Heimarbei­teraufträgen in Gebiete, in denen die Männer im Bergbau beschäftigt sind und ein Einsatz der Frau auf Grund der wirtschaftlichen Struktur des Gebie­tes in ausreichendem Maße nicht möglich ist, eben­falls beraten.

Die Möglichkeit des Einsatzes der Erwerbsbe­schränkten ist für den Großbetrieb wie für den Kleinbetrieb zu prüfen. Besonderes Interesse ist der Möglichkeit und Bewährung von besonderen Abteilungen für Erwerbsbeschränkte, wie sie schon in verschiedenen Betrieben vorhanden sind, entgegenzubringen.

Aus aller Wett.

Australiens Jugend beglückwünscht deutsche Flieger.

Der Leistung der mit einem zweisitzigen Reiseflug­zeugArado 79" nach Australien geflogenen deut­schen Flieger Oberleutnant P u l k o w s k y und Leut­nant kennet sprichtMorning Herald", die füh­rende Tageszeitung in Sidney, in ihrem Leitartikel hohe Anerkennung aus. Das Blatt hebt den Unter­nehmungsgeist der deutschen Flieger und die tapfere Ueberwindung aller mit der Wetterlage zusammen­hängenden Schwierigkeiten hervor. Ihr kühner Geist sei kennzeichnend für die heutige Jugend in Deutsch­land und begründe Hoffnungen für die Freundschaft von Land zu Land. Die führende Sidneyer Zeitung schließt ihren Artikel mit den Worten, daß in diesem Sinne die Jugend Australiens die deutschen Flieger begrüße und beglückwünsche.

Schachwettkampf Bogoljubow-Eliskases.

Die neunte Wettkampfpartie zwischen Eli s - k a f e 5 und Bogoljubow wurde in Augsburg ausgetragen. Es handelte sich um ein ungünstig be­urteiltes Abspiel des angenommenen slawischen Da­mengambits. Eliskases kam zu einem Königsangriff, den Bogoljubow vergeblich kurz vor Abbruch durch einen Gegenstoß auf den Damenflügel abzufangen versuchte. Bei Abbruch hat Eliskases gute Aussichten, im Mattangriff zu siegen. Die Partie wird in Augs­burg zu Ende gespielt. Der Stand des Wettkampfes ist: Eliskases 5 Punkte, Bogoljubow 3 Punkte, bei einer unbeendeten Partie.

Admiral ftarpfanget vor dem Seeamt.

Am 19. Januar findet vor dem Seeamt Hamburg die Hauptverhandlung über den Verlust des Seael- schulfchiffesA d m i r a l K a r p f a n g e r" statt. Wie erinnerlich, hatte das seinerzeit verlorengegangene Schiff 60 Befatzungsmitglieder an Bord, an deren Schicksal die Oeffentlichkeit lebhaften Anteil nahm. Vom Reichsverkehrsministerium werden bei der Ver­handlung Ministerialdirektor Waldeck, Ministerial­rat M ü n ft und Oberreaierunasrat Langguth anwesend fein. Auch nach Abschluß dieses Verfahrens wird nichts versäumt werden, was zur Aufklärung des Schicksals desAdmirals Karpfanger" dienen kann.

Der Rhein und seine Nebenflüsse steigen.

Der Rhein und seine Nebenflüsse sind i m Steigen. Von den Pegelorten des Oberrheins wird jedoch bereits wieder ein Abflauen gemeldet. In Bingen stieg das Wasser von 2,20 Meter auf 2,45 Meter. In Koblenz mar eine Steigerung von 40 Zentimeter zu verzeichnen. Ganz erheblich ist der Rhein in Köln. Düsseldorf, Duisbura und Wesel ge­stiegen. Der Kölner Pegel, der Montagvormittag noch drei Meter anzeigte, stand Dienstagmorgen auf vier Meter. Von einer Hochwassergefahr kann jedoch noch nicht gesprochen werden, sie ist auch allem An­schein nach nicht zu befürchten. Die Mosel, die stets außerordentlich schnellen Wasierstandsunter- ftrieben unterworfen ist, stieg auch in den letzten Tagen erheblich. Während der Trierer Pegel am Samstagvormittag noch 1,23 Meter anzeigte, stand er am Dienstagmorgen auf 3,06 Meter. Die Lahn ist an einzelnen Stellen über die Ufer ge­treten. Für den Main, der auch erheblich ge­stiegen ist, besteht ebenfalls vorläufig keine Hoch­wassergefahr.

, Unwetter über Portugal.

Seit Tagen herrscht in Portugal ein von orkan­artigen Stürmen und mächtigen Regengüssen be-

Führerappell

des Gaues Hesieu-Nassau.

NSG. Am Sonntag, dem 22. Januar, findet im Gau Hessen-Nassau ein Appell aller Führer der Partei, ihrer Gliederungen und Verbände statt, auf dem Gauleiter Sprenger die Richtlinien für die Arbeit im Jahre 1939 gibt. Der Appell wird zur gleichen Zeit in allen 26 Kreisen des Gaues durchgeführt. Die Führer der Bewegung versammeln sich in den Städten, die Sih der Kreisleitung sind. Die Rede des Gauleiters wird von dem Appell des Kreises Groß-Frankfurt, der im Hippodrom stattfindet, durch Fernkabel der Deutschen Reichspost in hie übrigen Städte übertragen. 3n feiner Ansprache gibt Gauleiter Sprenger den Füh­rern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter­partei den Marschweg für das neue Jahr bekannt und leitet damit den neuen Arbeitsabschnitt ein, der die Partei wieder im unermüdlichen Einsatz für Führer und Volk sehen wird. Den Appell der hessen- nassauischen Führerschaft eröffnet Gaupropaganda­leiter S t ö h r.

gleitetes Unwetter. Es richtete an den Fluren und Tausenden von Häusern überall im Lande große Schäden an und legte teilweise den Straßen­verkehr lahm. Dem Unwetter ist auch ein schweres Autounglück zuzuschr eiben, das sich zwischen Coimbra und Porto ereignete und dem vier Per­sonen zum Opfer fielen. Ein von dem bekannten Industriellen und Sportsmann Oliviero ge­steuertes Auto stürzte in den über seine Ufer ge­tretenen Fluß Diuga. Zwei Brüder und die Gattin Olivieros, sowie deren mit einem der Brüder ver­heiratete Zwillingsschwester ertranken. Oliviera selbst konnte sich schwimmend retten.

Schwarzer Tag für die englische Luftwaffe.

- Die englische Luftwaffe hatte einen schwarzen Tag. Bei drei Flugzeugunfällen kamen insgesamt sieben Menschen ums Leben. Der erste Unfall ereignete sich in Crvwborough (Grafschaft Sussex). Ein Militärflugzeug, dessen Pilot die Orientierung verloren hatte, stürzte auf ein Haus. Der Apparat durchschlug das Dach und tötete fünf Bewohner des obersten Stockwerkes. Der Pilot fand ebenfalls den Tod. Der zweite Absturz ereignete sich dadurch, daß ein einsitziges Jagdflugzeug in der Nähe von Alton (Grafschaft Hantshire) oie Orientierung verlor, wobei der Pilot den Tod fand. Bei dem Absturz einer einsitzigen Jagdmaschine in Holwood in der Nähe von Dorking (Grafschaft Surrey) kam der Pilot durch rechtzeitigen Fallschirmabsprung mit dem Leben davon.

Frachtdampfer mit 28 Mann Besatzung gesunken.

Während des am Dienstag herrschenden Unwet­ters ging an d e r Küste von Bengalen der kleine FrachtdampferCambay Star" mit seiner gesamten Besatzung von 28 Monn unter.

Schwerer Postraub in Lausanne.

In Lausanne wurde vor dem Postamt Chauderon aus einem Postwagen ein Geldsack mit Banknoten und Silbermünzen im Werte von über 58 000 Franken entwendet. Der Postbeamte, der die Post mit dem Wagen von dem Postamt abholen wollte, hatte den Wagen für ganz kurze Zeit ver­lassen. Diese Gelegenheit benutzte der bisher unbe­kannt gebliebene Täter, um sich des Geldsackes zu bemächtigen und das Weite zu suchen.

Neue Riefenskandale in Neuyork.

Die Skandalaffären in den Vereinigten Staaten reißen nicht ab. Neben einem Riesendiebstahl von Fahrgeldern, bei dem die betrügerischen Angestellten der städtischen Untergrund­bahnen von Neuyork mindestens 1,3 Millionen Dollar erbeuteten, beschäftigt die Oeffentlichkeit ein riesenhafter Schwindel mit Lotterielosen. Es handelt sich um eine Fälscherbande, die in den letzten drei Jahren amerikanische Käufer von Losen für irische Sweepstake-Pferderennen um mehr als 4,5 Millionen Dollar beschwin­delt hat. Die Schwindler verkauften die Lose, führten die Beträge dafür aber nicht ab, sondern fälschten die Empfangsscheine. In dem Auto eines der Betrüger wurden 204 solcher ge­fälschten Quittungen gefunden.

Wetterbericht

Die Ueberflutung des europäischen Festlandes mit feuchtwarmer Meeresluft setzt sich fort, so daß auch die Niederschlagstätigkeit wieder recht ergiebige Ausmaße angenommen hat. Demgemäß muß mit weiterem beträchtlichen Ansteigen der teilweise schon hohes Wasser führenden Gewässer gerechnet wer­den. Die Unbeständigkeit bleibt erhalten.

Vorhersage für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt und weitere Niederschläge, noch immer mild, lebhafte Winde aus meist südlichen Richtungen.

Vorhersage für Fr eitaa: Wechselhaft und zu Niederschlägen geneigt, leichte Abkühlung.

Lufttemperaturen am 17. Januar: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 11,1 Grad; am 18. Januar: morgens 9,6 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht 9,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Januar: abends 7,5 Grad; am 18. Ja-' nuar:morgens 8,2 Grad. Niederschläge 9,5 mm. Sonnenscheindauer 1 Stunde.

Wintersport-Wetterbericht.

In allen unseren Nachbargebieten bestehen keine Sportmöglichkeiten.

Schwarzwald. Feldberg: Regen, 8 Grad, Ge- samtschneehöhe 40 cm, Pappschnee, Schi und Rodel gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, 5 Grad, Gesamtschneehöhe 17 cm, verharscht, Schi und Rodel mäßig.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. unh Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937

LML