Ausgabe 
18.1.1939
 
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Der Belgrader Besuch -es Grasen Liano

des

auf mehrere sog. Stachanow-Leute in Leningrad einer getötet und zwei schwer verletzt wurden. Die MoskauerPrawda" gibt offen zu, daß die neuen verschärften Maßnahmen auch in den Reihen der eingeschriebenen Mitglieder der Kommunistischen

gasen. Explosiv- und Brandbomben sowie Brüchen von Gas-, Wasser- und Elektrizitätsleitungen. Daher wird auch die Feuerwehr mit einem sehr um­fangreichen Aufgebot eingesetzt werden. Reben eini­gen anderen Hebungen in verschiedenen Stadtteilen wird in der Nähe eines Pariser Bahn­hofes auch der Versuch zum Abtransportder Bevölkerung unternommen werden. In den späten Abendstunden sollen zwei Eisenbahnzüge in aller Eile etwa 2500 .Personen in ein sicheres, außer­halb der Stadt gelegenes Gebiet befördern.

Die französischen Flottenmanöver

Rumänien und die Donaustraße.

Bukarest, 17. Jan. (DNB.) Außenminister G a f e n c u sprach in Galatz auf einer Versamm­lung der Front der nationalen Wiedergeburt über die große Bedeutung der Donau für die natür­lichen Verbindungen Rumäniens. Die Mündung der Donau sei der Grenzpunkt der großen Straßen Europas, Rumänien sei der Vertreter des ganzen Donaubeckens gegen den Osten. Die Freiheit der D o n a u m ii ndung müsse erhalten bleiben. Der Minister drückte dabei die Hoffnung aus, daß sich den bereits in der europäischen Donau- Kommission vertretenen Mächten eine neue Großmacht anschließen möge,mit der wir durch Gefühle des Vertrauens und der Sympathie ver­bunden sind, nämlich das Deutsche R e i ch". Gr hob dann hervor, daß die Donaumündung die große Straße kreuze, die von Polen komme und die Ostsee mit dem Schwarzen Meer verbinde. Die Donau könne die Verbindung sicherstellen nicht nur zwischen solidarischen Staaten wie Rumänien und Jugoslawien, sondern auch zwischen anderen Nach­barstaaten, die durch die gleichen wirtschaftlichen Interessen verbunden feien.»

Die völkischen Minderheiten in Rumä­nien könnten im Geiste freundschaftlichen Ver­stehens Seite an Seite mit der großen Mehrheit von 80 v. H. Rumänen arbeiten, die den Frieden wollten. Er hoffe, daß dem Beispiel der deutschen Staatsbürger Rumäniens die anderen Minoritäten Rumäniens folgen und sich der nationalen Front anschließen würden.

Der ungarische Außenminister

. bei Hermann Göring.

Moskaus Produktionsprogramm.

Um fast drei Milliarden hinter den Plänen zurückgeblieben. Verschärfte Antreibermethoden führen zu offenen Revolten in der Eowjetindustrie.

Berlin. 17. San. (DNB.) Heute mittag stattete der ungarische Außenminister Graf Csaky in Begleitung des ungarischen Gesandten Sztojay dem Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring einen Besuch ab. Der Generalfeldmarschall hatte mit Graf Csaky eine einstündige Unterredung. Der Reichsminister des Auswärtigen und Frau von Ribbentrop gaben zu Ehren des ungarischen Außenministers in ihrem Hause in Dahlem ein Frühstück im kleinen Kreise, an dem der unga­rische Gesandte Sztojay und die Begleitung ? ungarischen Außenministers teilnahmen.

Blum wird von den Zeitungen leidenschaftlich er­örtert, wobei die überwältigende Mehrheit der Zeitungen sich die Auffassung Flandms zu eigen macht, wonach eine Oefsnung der Pyrenäen-Grenze nicht nur zu Waffenlieferungen, sondern zwangs­läufig auch zur Entsendung von Truppen und da­mit zu einer unmittelbaren Kriegsgefahr führen würde. ImMatin" heißt es, vielleicht gebe es Kreise, die aus einem solchen Krieg Profit schlagen könnten. Frankreich jedenfalls würde aus einem Krieg nicht den geringsten Nutzen ziehen. Es sei ganz offensichtlich, daß die Handlung Frankreichs nicht den Wünschen Moskaus entsprochen habe. Moskau wolle plötzlich zu seinem eigenen 23 e ft e n Frankreich die Rolle des Polizisten in Europa zuweisen.

Die Bombenanschläge in England

Scotland Uard tippt auf irische Republikaner.

Frankreichs Seerüstung.

Das erste 35 OOO-Tonnen-Gchlachtschiff vom Stapel gelaufen.

Rückstand blieb. Ein Leitartikel derPrawda" Partei abgelehnt werden, ihr Widerstand müsse verknüpft bezeichnenderweise die gegenwärtige Kam- aber unter allen Umständen überwunden werden, pagne zur Durchführung neuerArbeits-s ------

gesetze" mit dem Programm der Vermehrung der industriellen Produktion, indem sie der Hoff­nung Ausdruck gibt, daß die in den neuen Arbeits­dekreten vorgesehenen Maßnahmenzur Hebung der Arbeitsdisziplin" und der unerbittliche Kampf gegenSchwänzer, Bummler und undisziplinierte Arbeiter" Unterpfand und Schlüssel sein würden zu einem weiteren Anwachsen derArbeiterproduktivi­tät und damit auch der industriellen Produktion".

Aber während nach Angabe derPrawda" die Staatsanwaltschaft bereits Dutzende von Betriebs­leitern und Direktoren roter Werke in den A n - klage zu st and versetzt hat, weil sie nicht mii der erforderlichen Brutalität gegen die Arbeiter vorgehen, haben die verfolgten Proletarier aller orts zur Selbsthilfe gegriffen. Aber wo es 31 offenen Empörungen gekommen ist, sind diese mii drakonischer Strenge niedergeschlagen wor­den. In Leningrad, Moskau und in verschiedenen Industriestädten Sibiriens, Zentral- und Nordruß- lands kam es zu Zusammenstößen, bei denen be­reits über 100 Tote gezählt wurden. Auch Racheakte gegen die Antreiber im Dienste der bolschewistischen Bedrücker mehren sich von Tag zu Tag. Die Lenin­graderPrawda" meldet, daß bei einem Ueberfaü

abs. London, 18. Januar.

Die Behörden von Scotland Yard glauben genü­gend Anhaltspunkte in der Hand zu haben, um bi e Bombenattentäter, die für die Anschläge des Sonntags und Montags verantwortlich find, fas­sen zu können. Nach den in den Londoner Stadt­teilen mit rein irischer Bevölkerung vorgenommenen Haussuchungen und anderen Ermittlungen bleiben die Nachforschungen jetzt auf sechs Verdäch­tige beschränkt, die sämtlich der illegalen Iri­schen Republikanischen Armee nahe- stehen sollen: ihre Personalbeschreibung ist bereits an alle Polizeibehörden des Landes ab gegangen. Besonders scharf werden die englischen Häsen be­wacht. Man nimmt an, daß diese Männer versuchen werden, nach Irland zu entkommen. Das Sonder­dezernent Scotland Yard gibt bekannt, daß vier der gesuchten Personen in einem gleichen Hotel des Londoner Westends das Wochenende verbracht haben und am Sonntag dort ausgezogen sind. Man glaubt, daß die Anschläge auf einer Geheimver­sammlung der Irischen Republikanischen Armee in her vergangenen Woche in Nordirland ausgeheckt worden sind.

Die in London getroffenen Vorsichtsmaß­nahmen waren am Dienstag besonders in dem Viertel augenfällig, in dem d i e Ministerien liegen. Die Downing Streets jene kurze Abzweigung von Whitehall, wo die Wohnung des Ministerprä­sidenten und das Auswärtige Amt liegen, wurde von einem großen Aufgebot von Polizei bewacht. Da man offenbar befürchtete, daß die »irischen Revo­lutionäre einen Anschlag auf den Gouverneur von Nordirland, den Herzog von Abercorn, der zu einem Besuch in London erwartet wird, planen könnten, wurde dessen Stadtwohnung in dem Lon­doner Bezirk Maysair besonders scharf von unifor­mierter Polizei und Kriminalbeamten im Auge be­halten. Den ganzen Tag über fanden Besprechun­gen in Scotland Yard zwischen den Spitzen der Po­lizei und den Sprengstoff-Fachleuten 'des Innen­ministeriums statt. Die Besprechung, die Innenmini­ster Sir Samuel Hoare am Dienstag mit Mini­sterpräsident Chamberlain hatte, galt ebenfalls der durch die Anschläge geschaffenen Lage. Draht- meldungen aus Irland, sowohl aus Dublin als auch

Oie ungarische Bodenreformvorlage.

B u d a p e st, 17. Jan. (Europapreß.) Der un­garische Landwirtschaftsminifter Graf Michael T e I e f i legte im Abgeordnetenhaus die mit Span­nung erwartete Bodenreformvorlage vor, die als einer der Hauptpfeiler der Reformpolitik des Kabi- netts Jmredy betrachtet wird. Der Gesetzentwurf bestimmt, daß jährlich mindestens 100 000 Katastral- jvch (16 000 Hektar) Boden für Kl ei n p a cht- Zwecke in Anspruch genommen werden müssen.

Paris, 17. Jan. (Europapreß.) Der symbolische Stapellauf des ersten französischen Schlachtschiffes von 35 000 Tonnen, derRichelieu, sand nm Dienstagoormittag im Arsenal von B r e st statt. ?*. Richelieu" ist nämlich in einem nur 200 Meter Länge messenden Ausbesserungsdock gebaut worden, und zwar zu vier Fünfteln, sie wird, wenn sie fertiggestellt sein wird, 242 Meter Länge messen. Man hat bisher nur 197 Meter gebaut. Die Richelieu" wird in ein 250 Meter Länge messen­des Trockendock geschleppt werden, wo ihr Bau vollendet werden wird. Eine Arbeiterin des Arse­nals, Frau Mons, die von chrem Mann und ihren zehn Kindern begleitet war, durchschnitt das Band. Der Kriegsminister Campinchi feierte in seiner Taufrede das Werk Richelieus, eines der Gründer des französischen Imperiums, und gleichzeitig das Werk Clsmenceaus. Denn am Dienstagnachmittag fand im gleichen Trockendock die Kiellegung des Dritten Panzerschiffs von 35 000 Tonnen, derCIs­men c e a u" statt.

Das Flottenbauprogramm, dessen Urheber der frühere Marineminister Pietri ist, nähert sich damit seiner Verwirklichung. Insgesamt soll im Jahre 1943 die französische Flotte, die gegenwärtig außer den beiden 26 500-Tonnen-SchlachtschiffenDun­kerque" undStrasbourg" nur fünf alte, aus der Kriegs- und Vorkriegszeit stammende Panzerschiffe von je 22 500 Tonnen zählt, vierneueSchlacht- schifse von je 35 000 Tonnen umfassen:Riche­lieu",Clsmenceau",Jean Bart" undGascogne". Das SchlachtschiffJean Bart" wird im kommenden September vom Stapel laufen, dieGascogne" soll März 1943 fertig sein. In oer Presse wird deshalb das Jahr 1943 als entscheidender Termin angesehen, der ein Urteil erlauben wird, ob Frankreich in der Lage gewesen ist, mit den Seerüstungen anderer Länder gleichen Schritt zu halten.

Umfangreiche Lustschuhübungen in Paris.

Paris, 18. Jan. (DNB. Funkspruch.) Am Mitt­wochabend werden in Paris die verschiedenen Luft­schutzübungen durchgeführt werden, die bereits für den 19. Dezember angesetzt waren, jedoch in An­betracht der großen Kälte verschoben werden muß­ten. Die Uebungen, die insbesondere in der G e °

egierten Kreisen wird diese Ansicht jedoch abge­sehen von einem Teil der Sozialisten kaum noch geteilt. Die außerordentlich heftigen Zwischenfälle in der Kammer lassen keinen Zweifel daran, vor welch schwierige Lage sich die französische Regierung bei einem Endsieg Francos gestellt sehen wird. Sehr wohl kann der von dem Abgeordneten Taittinger erwähnte Fall eintreten, daß Frankreich sich Na­tionalspanien gegenüber in der gleichen Lage sehen könnte, wie seinerzeit gegenüber Italien nach dem abessinischen Krieg, wo es lange dauerte, bis Frank­reich durch die Ernennung eines Botschafters wieder normale diplomatische Beziehungen aufnehmen konnte.

Das Problem des spanischen Bürgerkrieges ist auch in der Presse wieher an die erste Stelle ge­rückt. Der Zusammenstoß zwischen Flandin und

aus Belfast, beweisen, daß man in dortigen Regie« rungskreisen die Sachlage ebenfalls mit Unruhe verfolgt.

Durch die Wachsamkeit eines Fußgängers wurde am Mittwoch ein weiterer Anschlag auf einen Elek- trijjitätsmaft, diesmal bei Barton im Manchester- Schiffskanal, verhindert. Drei Säcke mit Dynamit waren an dem Mast befestigt. Ein auf sechs Uhr gestellter Wecker stand in kurzer Entfernung auf dem Boden und war durch eine Anordnung von elektrischen Drähten mit dem Dynamit verbunden. Der Fußgänger, der diesen Fund machte, setzte sich sofort mit den Polizeibehörden in Verbindung. Es wurde festgestellt, daß die Uhr um 12.36 Uhr stehen geblieben war. Als die Beamten den Wecker in die Hand nahmen, begann er zu ticken. Wahrscheinlich wäre das Ufer des Kanals an dieser Stelle einge­stürzt. Da der Leitungsmast nur fünfzig Meter von dem Kraftwerk entfernt ist, wäre die Ueberland- stromversorgung auf dieser Strecke wohl ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden.

In Liverpool haben Unbekannte Plakate mit Propaganda-Inschriften angeklebt, auf denen die Schaffung einer geeinten irischen Re­publik gefordert wird. Hunderte von Polizisten mußten zur Beseittgung der Plakate eingesetzt wer­den. Gleichzeitig wurden in den Bezirken mit dich­ter irischer Bevölkerung Haussuchungen durch­geführt und scharfe Sicherungsmaßnahmen ge­troffen.

In B i r m i n g h a m , wo bereits am Sonntag auf d i e Hams-Hall-Kraftstation ein bis Montagabend geheimgehaltener Attentatsversuch durchgeführt worden war, hat sich der Bevölkerung eine beträchtliche Un­ruhe bemächtigt, da von den unbekannten Extre­misten Drohbriefe verschickt worden sein sollen. In Edinburgh werden die Vororte Portobello und Granton Tag und Nacht bewacht,' da ein Attentat auf die in diesem Bezirk liegenden Elek­trizitätswerke die Stromversorgung von halb Schott­land lahmlegen müßte. Bei einigen Elekttizitäts- werken ist die Kontrolle so scharf, daß sogar die benachbarten Straßenzüge nur betreten werden können, wenn die Passanten besondere polizeiliche Ausweise besitzen.

6. Ein gutes Verhältnis der Deutschen in der Tschecho-Slowakei zur Regierung der Tschecho-Slowakei."

Oie Wünsche der deutschen Volksgruppe in der Glowakei

Rücksprache mit Ministerpräsident Tiso.

P.v e ß b u r g, 16. Jan. (Europapreß.) Minister­präsident Dr. Tiso empfing den Staatssekretär für die Belange der deutschen Volksgruppe in der Slo­wakei, Karmasin, im Beisein des Ministers Dr. D u r c a n s k y zu einer längeren Unterredung. Kar­masin trug die Beschwerden der deutschen Volks­gruppe, insbesondere wegen der überraschend durch­geführten Volkszählung und der Entlas­sungdeutscher Arbeiterund Ange stell- t en aus Großbetrieben vor. Dr. Tiso erklärte, die Volkszählung sei nur als Verwaltungs­maßnahme zu betrachten gewesen, die die Rechte der deutschen Volksgruppe nicht berühre. Die Miß­stände bei der Durchführung der Zählung, die ihm Staatssekretär Karmasin vorgetragen habe, werde er strengstens untersuchen lassen. Zur Frage der Arbeiterentlassungen billigte der Ministerpräsident das im Gange befindliche Schlichtungsver­fahren und versprach, dieses zu einer ständigen Einrichtung zu machen. Auch die deutsche Arbeitsr- orgamfation in der Slowakei werde weiter b e - stehen bleiben. Ferner sagte der Ministerpräsident dem Staatssekretär Karmasin zu, daß die Uni- formierung des F.S. (Freiwilliger Schutz- dienst der Deutschen Partei) -und der Amtswalter­schaft der Deutschen Partei bewilligt werde. Die Uniform des F. S. wird aus schwarzer Kappe, Braunhemd, schwarzer Krawatte, schwarzer Reit­hose, schwarzen Stiefeln und grauer Jacke bestehen. Wechsel an der Futterkrippe in USA.

Washington, 17. Jan (Europapreß). Als eine Folge des Ausgangs der November­wahlen, bei denen mehrere bisher demokratisch verwaltete Staaten eine republikanische Mehrheit erhielten, findet gegenwärttg in die­sen Staaten eine Ausmerzung aller Demokraten von den Verwaltungsposten und ihre Ersetzung durch republikanische Parteimitglieder statt. So

politische Perspektiven.

Eine Borschau desGiornale d Italia".

Rom, 17. Jan. (Europapreß.) Der bereits in Belgrad weilende Herausgeber desGiornale d'Italia", Gayda, übermittelt seinem Blatt eine ausführliche Darstellung der politischen Lage auf den? Balkan, die der italienische Außenminister Graf C i a n o bei feinem Besuch in Jugoslawien oorfinden wird. Ausgehend von der Tatsache, daß die Staaten des europäischen Südostens von der Tschecho-Slowakei über Rumänien, Bulgarien und Griechenland bis hin zur Türkei mehr und mehr von der Anziehungskraft der Achse Berlin Rom berührt würden, stellt Gayda fest, daß man von einer offenen Krise der Kleinen Entente und des Balkan- Bundes sprechen könne. Jugoslawien sei es recht- Zeitig gelungen, sich von den rein negativen Ver­pflichtungen der Kleinen Entente und des Balkan- bundes frei zu machen. Statt dessen habe es sich schnell der Achse BerlinRom angenähert, entferne sich von Genf und habe seine Weigerung, die Mos­kauer Sowjetregierung anzuerkennen, ' erneut be­kräftigt. Es habe dem Druck,' für die Verteidigung der Tschecho-Slowakei zu mobilisieren, nicht nach­gegeben und habe seine Beziehungen zu Ungarn gebessert.

Gayda stellt dann die Frage, welche Ergeb­nisse man von der Begegnung CianoStojadino- witsch erhoffen könne. Die italienisch-jugoslawischen Abkommen vom 25. März 1937 hätten sich als wirk­same Werkzeuge für die Zusammenarbeit der zwei Länder erwiesen. Nachdem zwischen Rom und Bel­grad alle politischen Probleme gelöst seien, blieben iwd) wirtschaftliche und nicht weniger wich­tige kulturelle Fragen zu entwickeln. Die Ent­wicklung des italienisch-jugoslawischen Warenaus­tausches in den letzten Jahren sei ein Beweis dafür, daß die große und natürliche Wirtschaftsexpansion Deutschlands auf dem Balkan für die italieni­sche Initiative noch weite Entwicklungs- m ö gl i (Veiten lasse. Auf dem Gebiet des kultu­rellen Austausches könne noch viel mehr getan werden.

Schließlich ziele die politische Zusammenarbeit Jtliens und Jugoslawiens darauf hin, die fjal« tu na der benachbarten Völker in ihren politischen Richtlinien in Uebereinftimmung zu brin­gen, zwecks Festigung des Friedens. Die Beziehun­gen zwischen Jugoslawien und Ungarn würden einer schnellen und freimütigen Klärung entgegen^ geführt. Außerdem feien aber auch die Bezi e'h u n- gen zwischen Ungarn und Rumänien zu klaren. Zu dieser wesentlichen Ausgabe könnten Italien und Jugoslawien einen wertvollen Beitrag leisten. Rumänien habe vielleicht schon die Zweck- mäßigkeiteinerNeuordnung des Donau» und Balkan-Raumes im Rahmen einer Verstän­digung mit der Achse eingesehen. Sowjet­rußland könne bedrohlich werden, Frankreich und Großbritannien seien weit und zögen sich immer Wehr aus dem Donau- und Balkan-Problem zurück.

Dazu soll in erster Linie der brach liegende Boden, in zweiter Linie der Großgrund­besitz über 150 Katastraljoch (24 Hektar) heran-- g630gen werden. Vom Großgrundbesitz wird in erster Linie der jüdische Besitz betroffen. Die gesamte Fläche des durch die Vorlage betroffe­nen Bodens wird auf etwa 1,5 Millionen Katastral­joch (240 000 Hektar) geschätzt. Eine weitere Be­stimmung der Vorlage besagt, daß fremde Staats­bürger nur mit Genehmigung des Landwirtschasts- ministeriums in Ungarn Grundbesitz erwerben dürfen.

Das Programm der deutschen Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei

Prag, 17. Jan. (DNB.) Die jüngsten Ausfüh­rungen des Abq. K u n d t über die Stellung der deutschen Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei hat in der tschecho-slowakischen Presse lebhaften Wider­hall gefunden. Da von verschiedenen Blättern dem Abq. Kundt der Vorwurf gemacht wurde, seine Ziele eien unklar, werden in demPrager Zeitungs­dienst" die Forderungen der deutschen Volksgruppe noch einmal klar umrissen. Es heißt darin u. a.:

Um jeden Zweifel zu vermeiden, wird erklärt, daß die Deutschen den Tschechen nicht in ihre eige­nen inneren Angelegenheiten hineinreden wollen. Sie wollen auch keine Gouvernantenrolle spielen, wie es jahrelang die Demokratie gegenüber den autoritären Staaten getan haben.Was wir wol­len, ist folgendes:

1. Die vollständig freie und ungehinderte politische Betätigung der deutschen Volks­gruppe in der Tschecho-Slowakei, die eine na- tionalsozialistische Volksgruppe ist. Das bezieht sich nicht nur auf das Programm, son­dern auch auf die Organisation und die äußere Form.

2. Die Erhaltung des Arbeitsplatzes.

3. Die Erhaltung, Selbstverwaltung und weitest­gehende Selbstgestaltung des deutschen Schul­wesens und Kulturlebens.

4. Die Ausschaltung der Juden aus dem Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen.

5. Ein gutes Verhältnis der Tschechen z umDe urschen R e i ch und zum deutschen Volk, nicht nur in Wirtschaft und Kultur, sondern auch in der Politik.

Moskau, 17. Januar. (DNB.) Die Moskauer Presse veröffentlicht einige Ziffern über die Pro­duktion der nowjetindustrieim Jahre 1938. Daraus ist zu entnehmen, daß mit alleiniger Ausnahme der Nahrungsmittelindustrie keine einzige Wirt s ch aftsgrup p e die vorgeschriebenen Planziffern erreicht hat. Der angegebene Gesamtwert der industriellen Produktion für 1938 bleibt mit fast drei Milliarden Rubel hinter den Plänen zurück. Bezeichnenderweise find es die Schwer- und Rüstungsindustrie, die zwar gleichfalls mit 1.5 Milliarden im Rückstand sind, jedoch die höchste Produktionsziffer aufweisen. Dagegen sind die Leichtindustrie und die Aufbringung landwirtschaftlicher Produkte im ver­flossenen Jahre um 7 bis 10 v. H. hinter ihren Auf­gaben zurückgeblieben; die Holzindustrie steht mit über 25 v. H. hinter dem Plan zurück und hat sogar die Produktion des Jahres 1937 nicht erreicht.

Die Sowjetpresse sucht diesen Tatbestand zu ver­schleiern, indem sie die veröffentlichten Produktions­ziffern nicht in Beziehung setzt zu den Planziffern, sondern lediglich die Bruttoproduktion 1938 mit der Bruttoproduktion 1937 vergleicht, wo­bei sie eine Gesamtzunahme um 12 v. H. errechnet. Dabei wird freilich nicht mehr erwähnt, daß b e - reits di e Jahresproduktion 1937 wie seinerzeit behauptet wurde infolge der Tätigkeit vonTrotzkisten und Saboteuren" im

Paris, 17. Jan. (DNB.) Den Manövern der französischen Atlanttk- und Mittelmeergeschwader, die am Mittwoch bei Morgengrauen aus ihren Häfen Brest bzw Toulon auslaufen, um in den nordafrikanischen Küftengewässern und besonders in der Meerenge von Gibraltar Uebungen größten Ausmaßes abzuhalten, mißt man im französischen Admiralstab eine außerordentliche Bedeutung zu. Trotz der üblichen Zurückhaltung verlautet, daß die beiden Geschwader zunächst in der Meerenge von Gibraltar zusammentreffen werden, um mehrere Tage lang Uebungen durchzuführen, denen sich auch die den Geschwadern zugeteilten Flugzeugstafteln anschließen werden, ehe sie nach Casablanca fahren, wo kombinierte Hebungen Angriffe vom Meer her und Küstenverteidigung unter Beteiligung der marokkanischen Landstreitkräfte stattfinden.

Neben den französischen Landstreitkräften in Marvkko werden insgesamt 80 Kriegsschiffe diese Hebungen mitmachen, und zwar drei Panzerkreuzer mit derDünkirchen" an der Spitze, vier schwere Kreuzer, sechs leichte Kreuzer, darunterFach" und Sufften", ferner sechs Torpedöbootsjägerdivisionen, zwei Torpedobootsflottillen, zwei H-Bootsflottillen, der FlugzeugträgerBearn", der Wasserflugzeug- trägerCommandant Teste" und die den Atlantik- und Mittelmeergeschwadern zugehörigen Luftstreit- kräste. Diese achtzig Kriegsschiffe mit rund 25 000 Mann Besatzung werden erst am 17. Februar (Atlantikgeschwader) bzw. Anfang März (Mittel­meergeschwader) in ihre Heimathäfen zurückkehren. Auf der Rückreise werden die Einheiten des Mittel­meergeschwaders der nordafrikanischen Küste bis . . ~ r _ . ------ .nach Tunesien folgen und dabei in den meisten

genb der großen Schlachthäuser statt- nordafrikanischen Häfen Marokkos, Algeriens und finden, beziehen sich auf die Bekämpfung von Gift-1 Tunesiens vor Anker gehen.