Mittwoch, I8.3anuarl939
Nr. 15 Erstes Blatt
189. Jahrgang
Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe
für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach Dort).$ereinbg.25°/0 mehr.
Ermähigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eichener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugrprelr:
<M 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernsprechanfchlüffe
unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen
Postscheckkonto:
Zranlfurl am Main 11686
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: SrShlsche UniverfitStsdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und SelchSftLftelle: Schulstrahe 7
her schützen, festzusetzen.
Der militärische Zusammenbruch wird auf nationaler Seite als das Vorspiel für das Ende des spanischen Krieges gehalten. In Katalonien stehen die besten Truppen, über die die spanischen Bolschewisten noch verfügen. Gelingt es, diese gefangenzunehmen oder aufzureiben, dann würde, so rechnet inan im na- ttonalen Lager, der rotspanische Rumpfblock nicht mehr lange die nötige politisch-militärische Widerstandskraft besitzen, um den kampfgewohnten Truppen Francos auf längere Sicht Widerstand leisten zu können. Die spanischen Bolschewisten aus dem roten Rumpfblock haben während der Dauer des Krieges keine größeren militärischen Erfolge gezeigt. Den Vormarsch Francos gegen Madrid haben sowjetrussische Truppen im Verein mit internationalen kommunistischen Brigaden im Winter 1936/37 aufgehalten, die beiden großen Ueberraschungsofsensiven der Sowjetspanier bei Teruel und im Ebro-Bogen wurden von katalanischen und internationalen Kommunistentruppen vorgetragen. Die Entlastungsoffensiven, die der General Miaja, der Verteidiger von Madrid, im Januar mit nichtkatalanischen Verbänden durchgeführt hat, sind nach anfänglichen Teilerfolgen an der Estremadura-Front rasch zum Erliegen gekommen, als nur aerinoe nationale Verstärkungen dort eintrafen. Als 'Miaja zu einem neuen Stoß an der Front von Madrid ansetzte, fand er überhaupt kei-
tragen, sondern auch von Norden her. Der Kampf in Katalonien ist dann erst völlig beendet, wenn es gelingt, den Roten die Rückendeckung an der französischen Grenze zu nehmen.
Während der Negrin-Ausschuß sich zum drittenmal vor den Soldaten Francos in Sicherheit zu bringen versucht — der Weg führte von Madrid nach Valencia, von Valencia nach Barcelona und soll nun von Barcelona wieder zurück nach Valencia führen — hat er drakonische Bestimmungen zur Verteidigung der Stadt erlassen. Alle Männer, die nicht an der Front stehen, aber auch Jugendliche und Frauen sind zu Schanz- und Befestigungsarbeiten im Weichbilde der Stadt gepreßt worden. Bis auf die Munitionsfabriken stehen alle übrigen Betriebe leer. Man nimmt auf nationaler Seite an, daß die roten katalanischen Truppenverbände, soweit sie noch intakt find, beim Anhalten des nationalen Vormarsches versuchen werden, sich in den Bergzügen, die Barcelona von Norden und Westen
abschnitt von Pons zurückgeworfen. Die das Dorf Pons beherrschenden Höhen im Norden und Süden wurden besetzt. Im Küstenabschnitt wurde am Dienstag das weite, in den letzten Tagen eroberte Gebiet von versprengten Milizen gereinigt. Es wurden über 2 00 0 Gefangene eingebracht und zahlreiche Waffen- und Munitionslager er-
hier, die Grenze nach Rotspanien zu öffnen, und der dem gleichen Ziele gewidmete außerordentlich heftige Presse-, Plakat- und Versammlungsfeldzug der Marxisten hat auf nationalspanischer Seite einen lebhaften Eindruck gemacht. Die vielfachen starken Sympathien im nationalspanischen Lager zu Frankreich, die sich in erster Linie auf die engen spanisch- ranzösischen Geistes- und Kulturbeziehungen gründen, sind merklich im Schwinden begriffen. Denkt man heute auch in Burgos über das Verhältnis zu Paris sehr ernüchtert, fo stellt man die Normalisierung der Beziehungen zu Brussel mit Befriedigung fest. In Burgos ist man der Ansicht, das der immer klarer sich abzeichnende militärische Sieg sich bald tn einen diplomatischen Erfolg verwandeln werde, und daß bereits in kurzer Zeit viele ausländische Regierungen dem von Belgien gegebenen Beispiel folgen werden.
Der nationale Vormarsch
in der Provinz Barcelona.
Rote Greueltaten in Cervera.
Unsere Karte veranschaulicht den Rest der noch in bolschewistischen Händen befindlichen spanischen Landesteile. Das punktierte Gebiet konnte vom 2'3. Dezember ab von den nationalspanischen Truppen befreit werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Dr. W. Burgos, 16. Januar 1939.
Tarragona ist gefallen. Die Bevölkerung dieser 30 000 Einwohner zählenden Hafenstadt, die zugleich der Mittelpunkt eines bekannten fpantschen Weinbaugebietes ist, hat die 5. Navarra-Divifion bei ihrem Einmarsch mit einem Jubel ohne gleichen begrüßt. Plötzlich war der rote Alpdruck, der feit zweieinhalb Jahren auf der Stadt gelegen hatte, verschwunden, plötzlich konnte man wieder frei atmen. Die roten Kolonnen fluteten auf der Straße nach Barcelona noch durch die Stadt, als einige besonders beherzte Einwohner Tarragonas die nationale Flagge hißten, deren Besitz noch am Vortage genügt hätte, einen jeden ins Verderben zu stürzen. Als dann die ersten Vorhuten der Navarresen den Roten dicht auf dem Fuße und diese zu einer immer wilderen Flucht hetzend in Tarragona einrückten, wehte von mehreren Kirchtürmen bereits die nationale Flagge. Es kam zwar noch hier und da zu vereinzelten Kämpfen. Diese bestanden aber im wesenttichen in Schießereien mit versprengten roten Abteilungen, die noch im letzten Augenblick glaubten, sich ein Entkommen sichern
Francos Marsch auf Barcelona
(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers ,
beutet.
An der Estremadura-Front wurden die nationalen Linien trotz des schlechten Wetters weiter vorgeschoben. Im Abschnitt von Montcrrubio wurden dem Feinde schwere Verluste beigebracht. Er verlor hier allein über 300 Tote. An anderen Abschnitten der Südfront hat der Feind v e r z w e i - feite Angriffe durchgeführt, die durch das wirksame Feuer der nationalen Truppen zum Erliegen kamen. Im Abschnitt von Belalcazar und am Berge Morizo wurden drei heftige gegnerische Angriffe abgeschlagen. Der Feind büßte zahlreiche Gefangene ein. _ ,
Der Frontberichterstatter des DNB. meldet aus Cervera, daß die nationalen Truppen die Höhen oftwärtsJgualada eroberten. DieRoten haben vor dem Eintreffen der Nationalen mehr als 100 Einwohner der Stadt ermordet, darunter zahlreiche Insassen eines Priesterseminars. Ein pensionierter Offizier der Zivilgarde wurde von den roten Bestien lebendigen Leibes verbrannt, das gleiche Schicksal erlitt ein 80jähriger Mann. Unter den Ermordeten befinden sich bekannte Gelehrte, die als Pensionäre in Cer- jvera lebten. Lediglich das überraschende Eindringen
zu können. _ i
Als sich in der Weihnachtswoche des vergangenen , Jahres die nationalen Kolonnen im Raume * von Tremp bis südlich Lerida in Be- wegung setzten, begleitete sie hier im nationalen , Spanien die Hoffnung, daß die neue groß angelegte und feit Wochen bis in die kleinste Einzelheit vorbereitete Offensive auch endlich das erwartete Ergebnis bringen und dem unheilvollen Bürgerkriege, an dem Spanien seit nunmehr zweieinhalb Jahren aus vollen Wunden blutet, dem Ende näherbringen möge. Noch ist kaum ein Monat vergangen; und schon sind gewaltige Erfolge erreicht worden, die man wegen des tiefgestaffelten und Sorgfältig aus- gebauten sowjetspanischen Befestigungs- fystems nicht mit einer solchen Schnelligkeit für möglich gehalten hätte. Für schwierig wurden die nationalen Operationen auch deshalb gehalten, wen sie mitten im Winter zum Teil in einem Gebirgsgelände durchgeführt werden mußten, das Höhen von über taufend Meter erreicht.
Am erfolgreichsten waren die nationalen Angt1f,e zunächst in dem Raum südlich von Lerida in Richtung auf die Küste und Tarragona. Oestlich von Lerida erwiesen sich die von den Sowjetspaniern auf der Straße Lerida— Castuera — Barcelona errichteten Sperrstellungen als so stark, daß es zu verlustreich gewesen wäre, sie frontal zu nehmen. Als der Nord- und Sudflügel der nationalen Offensivarmee sich immer tiefer in katalanisches Gebiet vorarbeiteten, fielen die roten Stellungen vor Lerida, deren Verteidiger abgeschnitten zu werden drohten, beinahe von selbst Das immer weitere Vordringen der Nationalen auf der Straße Mora de Ebro—Reus und auf der Straße Lerida—Tarragona ließ schließlich nur noch die katalanische Küstenebene zwischen Taragona und Tortosa im roten Besitz.
Zu Beginn der vergangenen Woche sah die rote Heeresleitung, daß ihre in diesem Schlauch stehenden Truppen abgeschnitten zu werden drohten sobald es den von Norden von den Rand- aeb'irqen herabsteigenden nationalen Divisionen gelänge, diesen bei Tarragona zu schließen. Als die Befehlshaber von Tortosa der Zivllbeoolkerung dieser Stadt den Befehl erteilte, nach NorDkatalonien abzureisen, erkannte das Stabsquartier Francos die Absicht der Roten, diesen Schlauch in aller Stille au räumen und die eigentliche Verteidigung im Raume Reus — Balls — Tarragona durchzufuhren. Dazu wollte man den Roten keine Zeit mehr lassen. Und nun folgte von nationaler Seite aus Schlag
nen Erfolg.
Die Sorge des nationalen Hauptquartiers ist gegenwärtig wesentlich die franz ösisch-rot- spanische Grenze. Gelingt es nicht, diese rechtzeitig abzuriegeln, dann befürchtet man den Uebertritt eines großen Teil der rotspanischen Milizen auf französischen Boden, die, wie die früheren Beispiele beweisen, von der französischen Regierung nicht interniert, sondern erneut and i e spanische Front geschafft worden sind. Auch bei einem künftigen Massenübertritt rotspanischer Milizen nach Frankreich befürchtet man, daß sich die Regierung Dalabier der heftigen marxistischen Agitation beugen werde, zumal diese mit Dem geschickt benutzten Argument auf den nichtmarxistischen Teil der französischen Bevölkerung Eindruck zu machen pflegt, daß sie sagt, Frankreich könne sich bei seiner Schuldenlast nicht den Luxus leisten, noch große Gruppen kostspieliger Gaste auf ferne Kosten zu ernähren. , . ,
Der neue Vorstoß Blums bei Dala-
E. F. Paris, 17. Januar.
Die Kammer hat am Dienstagvormittag die außenpolitische Jnterpellationsaussprache fortgesetzt. Der radikalsozialistische Abgeordnete Ma r g ain e vertrat die Auffassung, es sei die Stunde gekommen wo Deutschland und Frankreich versuchen müßten, auf Grund der Dezember-Erklärung em wciterqehendes Abkommen zu verwirklichen. Au - merksamkeit fanden die Erklärungen des radikal- sozialisti chen Abgeordneten Deschizeaux. Er forderte die g e i ft i g e Einhe i t F r a n f r e i ) s, um in Verhandlungen mit Deutschland und mit Italien der Erhaltung des Friedens zu öienen. Frankreich müsse den Ausgleich finden zwi sch en Den beiden Richtungen seiner Politik, von der die eine die k o 11 e k t i v e S i ch e r h e r t a uf d e m europäischen Kontinent geplant habe wahrend Die andere sich auf das Imperium stutzen wolle Der Abgeordnete polemisierte Dann 9c9en Hvpernationalistischen Theorien des Rechtsab^; -
ncten Keri11is und sand damit auf Der Rechten mehrfach Beifall. Gegen Die Kommunisten geroanDt, führte Deschizeaux aus, die unheilvollen Theorien des sogenannten „S i ch e r h e i t s g u r t e 1 s u Deutschland hätten Hitler und Musso m D moralische Berechtigung für 'hre Polltik ge neben. Deschizeaux befaßte sich weiterhin mit Dem französisch-polnischen und Dem französisch-russisch M unD erklärte, Das Problem Der Erneuerung Dielet Pakte werde sich in einigen Monaten stellen. Frankreich habe keine Ursache, diese Pakte zu Der« Schmähern Die spanische Frage sei gegenwärtig die dringendste. Frankreich sei i m B e g r i ff, 9C9 en über b eiben Parteien tn S p an i e n zu verlieren. Entweder müsse man Die Grenzen öffnen oder einen Geschäftsträger ^chBurchrs entfenben. In der Mittelmeerfrage gebe es m der
Salamanca, 18. Jan. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier berichtet am Dienstagabend: In K a t a l o n i e n hat der siegreiche Vormarsch Der nationalen Truppen nach Osten weiter angehalten. Das Dorf Montmaney und Die es beherrschenden Höhen wurden erobert. Im Süden betrug der Vormarsch durchweg zehn Kilometer. In der Pro- . -.....
oin ,5 Barcelona wurden die Dörfer Agulla, der nationalen Truppen in Cervera ^t. größere Pallarols Pavia, Guardiolada und andere besetzt, bolschewistische Greuettatcn sowie Die völlige 3er« I Weiter im Norden wurde der Feind im Kampf-! störung Der lebenswichtigen Anlagen verhindert..
Nichteinmischungsabkommen kündigen oder aber die Möglichkeit haben, Franco und Die anderen Mächte zur wirklichen Einhaltung Der Nichteinmischungs« Verpflichtungen zu zwingen.
Flandin stellte Dann Die Frage, ob un Marz 1938, als Blum erneut Ministerpräsident war. 50 000 Tonnen Äriegmaterial für Sowjetspanien über Frankreich gegangen seien. Er wolle darauf eine klare Antwort haben, ebenso auf Die Frage, ob Blum damals in Spanien habe intervenieren wollen. Sei dies Der Fall, so könnten Die Spanier sagen: Unsere BrüDer sind Durch Massen getötet worden, die aus Frankreich gekommen sind. Die Nichteinmischung in Spanien müsse eine unbe« Dingte Nichteinmischung bleiben. Es sei die Pflicht Frankreichs, beide Parteien als krieg- führende Mächte anzuerkennen.
Zum Schluß erklärte Flandin, Deutschland und Frankreich hätten jedes für feinen Teil schon Unendliches zur Entlastung Der Lage bei- getragen. Die beiDen Länder hätten daher auch künftighin Die Pflicht, ihre Meinungsverschiedenheiten auf friedlichem Wege und nicht durch Krieg zu regeln. . m „
Die Rechte spendete Flandin lebhaften Beifall, während die Linke erneut ihrem Mißfallen Ausdruck gab. Der allgemeine Eindruck, der sich aus der Aussprache in der Kammer ergibt, bestätigt noch einmal die ungewöhnliche Schärfe der Spannung zwischen der Rechten und der Linken, die in allen auf Spanien und das Nichteinmischungsproblem bezüglichen Fragen besteht, und die wegen der neuen Erfolge Francos noch zugenommen hat. Die Kommunisten haben durch heftige Zwischenrufe zu erkennen gegeben, daß sie auch jetzt noch nicht an einen Endsieg Francos glauben. In politisch trrter»
Bosheit dem Sommer des vergangenen Jahres so häuf q umkämpfte T ° r t ° , a fiel dem marakka- Nischen Armeekorps des Generals Nague 'M Sturm- zu Van Süden her wurde dann tue sowietfpam che Aont immer schneller durch bas ,m°r°r-°n'sch° ftoros aufgeroUt, während, an Den linken Fluqel
^Marokkaner gelehnt, Das Navarra-Korps Den j : supGfa der Roten befinDlichen Schlauch irn- mer 7g5 zuzog und ihn schließlich am Sonntag- Nachmittag be?Tarrag°na schloß Der non der. roten Nachrichtenagenturen in die We» hmauspchaunte Wille, vor Tarragona bis zum letzten Mann aus zuharren, mag vielleicht kurze 3eit Dorf) toefen sein: bald entschloß man sich jedoch, Den Jtejr der alten Frontdioisianen rechtzeitig aus dem Raum von Tarragona herauszuziehen und he wtn" n<£ Osten zu führen, um auf diese Weise Der oron Abschneidung zu entgehen. Trohdem haben die Ra- varra-Truppen Des Generals Moscardo als nm Sonntaa in Tarragona einmarschierten, noch Tousmd- rotspanifcher Milizen abzuschneiden vermut Eine nesige Beute an Kriegsmaterial aller Art^ i-l ihnen in di- Hand, darunter auch Arsenal . di- die Raten bei der Schnelligkeit ihres fluchtartt- g°n Rückzuges nicht mehr zu zerstaren vermacht
Sriff °'"zus°tz-n. Ob s den R %,ic6er zum
hngen wird, Die tataianija? u » zu
Stehen zu bringen und sie «ß ^[jätten so reichen Sffi 2
Kammer nur eine Front zum Schutze Der ftanzö- sischen Interessen. ,...v ,
Bei Der Rede des früheren Ministerpräsidenten Flandin kam es zu stürmischen Lärmszenen, wie sie selbst in der französischen Kammer bei außenpolitischen Aussprachen selten sind. Flandin legte zuerst Die Gründe Dar, Die zu Dem Abkommen von München und Dem Kurswechsel Der französischen Außenpolitik geführt haben. DeutschlanD und Italien hätten geltend gemacht, daß sie pon ihren natürlichen Lebensrechten ausgeschlossen seien, an Uebernölferung und Rohstoffmangel litten. Die von De Kerillis und Den Kommunisten Dorgeschlagene Einkreisungspolitik gegen Deutschland müsse zum Krieg führen. Die Kommunisten hätten oersucht, Frankreich in einen Krieg zu treiben unD gleichzeitig alles getan, um Die Schlagkraft Frankreichs Durch ihre reoolutionäre Aktion zu schwächen.
Flandin kam Dann auf Die Nichteinmischungs- politif zu sprechen, rourDe aber oon Den Sozialisten und Kommunisten bauernd unterbrochen. Rufe „Franco-Agent, Franco-Agent!" wurden laut, als Flandin auf Die Durchbrechung Der Nichtei n m is ch u n g s p o l i t i k Durch Die Volksfrontregierungen an spielte. Für eine Einmischung tn Spanien sei es jetzt aber zu spät. (Nein-Rufe der Kommunisten). Leon Blum habe als Ministerpräsident selbst erklärt, Daß die Nichteinmischungspolitik Die einzige sei, um Den Krieg zu verhindern.
In diesem Augenblick sprang Blum erregt auf und erklärte, man müsse unterscheiden, ob es sich um eine Doktrin ober um eine Frage der Taktik handele (!). Seine Regierung habe Die Nichteinmischungspolitik loyal durchgesührt man könne ihn für Das Fiasko dieser Politik nicht ver- antwortlich machen. Entweder müsse man bas
Kampf um Frankreichs Nichteinmischung.
Heftige Auseinandersetzungen zwischen rechts und links in der französischen Kammer
FRANKREICH
-BILBAO
IACDÖÄA
CERVEI
RCELO^A.
WADRiiy
6TELL0N
TOkEDO •
WENCIA
rALlCANTE
IUR<
G0RD06A •
'CARTAGENA
eSMLLA
IER1A'
MÄLAG,
tADtl
WSCA*- £ .V & • *<;
TARRAGONA —
CTO SA == . —


