Nr. 270 Erstes Blaff
189. Jahrgang
Keitag, 17. November 1939
Erlchemr rügllch, außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle
Monats-Bezugspreis:
Mil 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie
anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieben
Postscheckkonto:
Rrantfurt am Main 11686
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
DruÄ und Verlag: vrühlsche Univerfitättdruckerei «.Lange in Stehen. Schrtftleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 7
Annahme von Anzeige« ffli die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/v mehr.
ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel B
Englische Wirtschastssorgen
von
— R. E.
Spürbarer Mangel an Futtermitteln. - Starkes Anziehen der Kleinhandels-, Gas- und Strompreise.
rung ist zusammengetreten, um über die Moskauer Verhandlungen zu beraten. Hierzu sind auch die Führer der Parlamentsgruppen hinzugezogen worden. Die finnischen Gegenvorschläge werden erst veröffentlicht, wenn sie eine eventuelle Weiterführung der russisch-finnischen Verhandlungen nicht mehr ungünstig beeinflussen können.
Japan verschärft Blockade
der britischen Konzession in Tientsin.
die Einfuhr gewisser Genußmittel wie Apfelwein und Einmachgurken verboten.
Finnische Berteidigungsanleihe überzeichnet.
Sztcll) Glowny. t ....
Soweit der über die Absichten des englischen Kriegsschiffes außerordentlich gut informierte polnische Gesandte.
Was ergibt sich hieraus?
1. Schon am 19. August rechnete England so bestimmt mit dem Ausbruch eines Krieges mit Deutschland, daß es in das ferne Brasilien einen Kreuzer zur Abschneidung der deutschen Zufuhr aus diesem Lande volle 14 Tage vor Kriegsausbruch schickte. Daß dabei davon die Rede ist, daß
N e u y o r k, 17. Nov. (Europapreß.) Die japanischen Militärkreise haben, wie „New York Times" aus Schanghai meldet, die Blockade der britischen Konzession von Tientsin verschärft. Den Engländern würden neue Demütigungen bereitet. Die japanischen Wachen verlangten jetzt von den Engländern die Bezahlung einer Durchfahrtsgebühr von hundert Dollar für jeden Lastwagen, der die Blockade passiere. Zn Peking seien Flugschriften angeschlagen worden, die die Abreise aller Eng-
der für solche Zwecke bestimmte Kreuzer „Asax" sich ungefähr 14 Tage in Rio de Janeiro aufhalten würde, ist hierbei besonders pikant, da dies ein schlagender Beweis für den Willen Englands auf Kriegs beginn anfangs September 1939 ist.
2) England war schon im Fr i ed e n, unabhängig von irgend welchen deutschen Prisen- und U-Bootsmaßnahmen, fest entschlossen, völkerrechtswidrig die Lebensmittelzufuhr Deutsch» lands von Südamerika abzuschneiden und einen erbarmungslosen Krieg gegen die Frauen und Kinder Mitteleuropas zu führen. Englands Erklärungen, es handele sich bei seinen völkerrechtswidrigen Aushungerungsmaßnahmen um Repressalien, sind völlig hinfällig. England hat den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland systematisch geplant, ym ihn sofort mit Ausbruch des Krieges mit aller Schärfe einfetzen lassen zu können.
3. Es ist deutscher, kaufmännischer und technischer Tüchtigkeit und der Güte der deutschen Waren in den letzten Jahren im wachsenden Maße gelungen, einen wichtigen Platz im südamerikanischen Wirtschaftsleben einzunehmen. Der amerikanische Handel wurde durch die deutsche Handelsausdehnung in Südamerika praktisch in keiner Weise getroffen, fo sehr auch von interessierter englischer Seite das Gegenteil behauptet wurde, um Amerika gegen Deutschland aufzuhetzen. Aus dem vorliegenden Dokument ergibt sich, daß der Krieg für England ein hochwillkommener Anlaß war, um in Südamerika den deutschen Handelseinfluß möglichst auszuschalten und selbst an seine Stelle zu treten. Wie »eine Ironie wirkt allerdings der Schlußsatz des Berichtes, ans dem sich ergibt, daß die Brasilianer sich bemühten, für den von England ab gedrosselten deutschen Handel nichtEngland eintreten zu lassen, sondern dafür die Vereinigten Staaten von Nordamerika einzuschalten, so daß die englische Rechnung wiederum wie im Weltkrieg sich als emo völlige Fehlrechnung erweisen wird.
Russisch-japanische Verhandlungen
Versuch zu einer Verständigung aus breiterer Grundlage.
ftoffen und Lebensmitteln nach Deutschland Und Italien zu unterbinden.
Eine eventuelle Blockade der Küste Brasiliens würde sich sehr negativ auf die Versorgung der Achsenmächte mit ausländischen Rohstoffen auswirken. Wie nämlich die Gesandtschaft schon mitteilte, wird ein Drittel des deutschen Bedarfs an Baumwolle und Kaffee durch Brasilien gedeckt. Das gleiche gilt — jedoch in geringerem Maße — für solche Artikel nne Früchte, Oelfamen, Fette, Wolle, Reis, Gefner- fleisch, Eisen- und Manganerze, deren Ankäufe durch Deutschland in Brasilien während der letzten Monate sehr gestiegen sind ...
Im Zusammenhänge hiermit kann man neuerdings Bemühungen maßgebender brasilianischer Kreise dahingehend feststellen, nähere Handelsverbindungen mit den Vereinigten Staaten auszunehmen, um dort einen Ersatzmarkt zu erwerben; so z B. für die Ausfuhr brasilianischer Rohstoffe wie für die Einfuhr von industriellen Artikeln, die Brasilien wegen seiner schwach entwickelten inländischen Industrie nicht produziert.
Der Gesandte der Republik Polen Dr. Tadeuß Stowronski.
Abdrucke: M. S. Z. D. D. K.
Sk/Se _ „ ,
An den Herrn Außenminister in Warschau
In den Hafen von Rio de Janeiro lief in diesen Taaen der englische Kreuzer „A j a x ein, der nach Informationen der Gesandtschaft der Republik Polen sich im hiesigen Hafen ungefähr vierzehn Tage au halten wird. Bezeichnend ist, daß die Besatzung des'Kreuzers Ajax" sich f° verhalt als befärLe sie sich im Zustand äußerster Bereitschaft, wobei die Verproviantierung des Schiffes täglich erneuert wird. Nach m Rio umlaufenden Gerüchten soll tm F alle desK r t eg 5» ausbruches der Kreuzer „Ajax neben anderen britischen Flotteneinheiten den P atro uil^ lendienst längs der brasilianischen K üst e übernehmen, um somit die Zufuhr von Roh-
Aufschlußreicher Ookumentenfund in Warschau
England hat die Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Kinder schon im August geplant und vorbereitet.
Schanghai, 16. Nov. (DNB.) Westlich Pakhoi im Golf von Tonking sind japanische Truppen an mehreren Stellen glatt gelandet. Der Zweck dieser Operation in Südchina ist, durch die Provinzen Kwantung und Kwansi bis weithin nach Dünn an vorzustoßen und dort die letzten großen Zufuhrwege für China abzuschneiden. Diese weit gesteckten Ziele des japanischen Operationsplanes erregen in Schanghai, von wo immer noch viele Geschäftsverbindungen über Jndochina nach Tschungking bestehen, aroßes Aufsehen, während in chinesischen Kreisen Zweifel laut werden, daß Japan imstande ist, die Truvpenmasse, die angesichts der Entfernungen, des schwierigen Geländes und des Widerstandes der gut ausgebildeten Kwangsitruppen notwendig ist, frei zu machen. Die japanischen Truppen drangen, ohne nennenswerten Widerstand zu finden, 50 Kilometer in nördlicher Richtung landeinwärts vor. Der Hafenort Pakhoi wurde ohne Kampf besetzt. Die chinesischen Truppen, deren Stärke auf 100 000 Mann geschätzt wird, ziehen sich aus dem flachen Küstengebiet zurück.
A m st e r d a m, 16. November. (DNB.) Infolge ' wes deutschen U-Bootkrieges und des damit England aufgezwungenen umständlichen Geleitsystems sft, wie „News Chronicle" meldet, in weiten Gebenden Englands ein solcher Mangel an Fut- ermitteln — insbesondere an Oelkuchen — aufgetreten, daß die Bauern bereits dazu überge- zangen find, Milchkühe abzuschlachten. Das Landwirtschaftsministetium gebe zwar eine gewisse Futtermittelknappheit zu, behauptet jedoch, daß Niefer Zustand „nur vorübergehend" sei.
„Financial News" warnt erneut vor einer I n - l a t i o n in England. Es sei gegenwärtig in Groß- •ritannien einfach unmöglich, irgend eine Gattung )*on Derbrauchsgütern ausfindig zu machen, die iion dem allgemeinen Ansteigen der Preise unbe- geblieben seien. „Kaufe fetzt, bevor die Preise nsteigen", das sei das Schlagwort der britischen Kleinhandelsgeschäfte. Die beträchtlichen Preiserhöhungen für die wichtigsten Lebensmittel seien begleitet gewesen von einer höheren Besteuerung des Zieres, des Tabaks, aber auch Salz, Mehl und Käse seien teuerer geworden. Eine weitere Be- lllstüng stelle die Erhöhung der Kohlenpreise dar and das scharfe Anziehen des Gaspreises um 25 v. H.
Die Strompreise werden ebenfalls steigen, weil wie Produktionskosten erheblich ansteigen. Der Kleinhandel in London fei um nahezu 28 v. H. zurück- begangen. In der Hauptsache infolge der Evakuie- -‘urrg und der Verdunkelung. Diese habe zu einer cheblichen Abnahme d e s Stromverbrauches geführt. Auch haben die Londoner Lichtfpiel- cheater große finanzielle Nachteile erlitten. Die Der- ''unkelungsmaßnahmen in London verursachten chnen im Jahr einen Schaden von 25 000 bis 30 000 Pfund Sterling.
Die LlSA.-SHissahtt tyürt die Folgen der Aufhebung des Waffenembargos.
Washington, 16. Nov. (Europapreß). Die Wirtschaftsnöte der neutralen Länder Europas, wie ve durch das kürzlich erfolgte Ersuchen Irlands, -ine Häfen von der für USA.-Schiffe gesperrten Kriegszone auszunehmen, klar in Erscheinung Taten, rücken nach den Besprechungen des bel- ifdien Botschafters mit UnterstaatssekretarSumer Wells in den Mittelpunkt des politischen Interesses. In Regierungskreisen wird der Versuch ge- -iacht, diese Wirtschaftsnöte in kräftigen Farben zu -tcden, um so trotz der Weigerung Roosevelts doch Lod) eine Genehmigung für den Flag- : enwechsel herbeizuführen. Isolationistische »reife weisen allerdings mit Nachdruck darauf hin, !.aß die Beweisführung dieser Kreise lückenhaft sei. Sie unterschlage völlig, daß die eigen t l i ch e Ursache der von ihnen ins Treffen geführten Schäden in der Aufhebung des Waffen- Ausfuhrverbots zu erblicken sei. Erst diese Aufhebung des Waffenembargos habe infolge der üarry-Klaufel die jetzt so lebhaft bedauerte Denach- Liliauna der nord amerikanischen Schiffahrt zur Folge gehabt. Der Besuch des belgischen Bot- ihafters im Staatsdepartement diente, wie vermutet, einer umfassenden Besprechung der durch :-as Neutralitätsgesetz geschaffenen Lage.
Ein dänischer Bericht von der englischen „Front".
auch in Tokio in einer „besseren Atmosphäre" stattfinde als bisher. Der Sprecher ließ dabei die Möglichkeit zu, daß in der Fortentwicklung auch die Lage in China und Handelsvertragsmöglichkeiten erörtert werden könnten.
Manischer Vorstoß in Südchma.
Truppenlandung bei Pakhoi.
Tokio, 16. Nov. (DNB.) Der japanische Außenminister Nomura hatte eine Unterredung mit dem russischen Botschafter Smotanin. Dieser soll die grundsätzliche Bereitschaft Moskaus zur Regelung der politischen und wirtschaftlichen Fragen erklärt haben, die bereits Gegenstand von Verhandlungen zwischen Botschafter Togo und Molotow gewesen seien Ausgehend von der bevorstehenden Konferenz in Tschita zur Regelung der Grenzen zwischen Mandschukuo und der Äußenmongolei, würden auch die übrigen ©re ns frag en einer Revision unterzogen. Gleichzeitig würden in Moskau und Tokio fortlaufende Besprechungen zur vertraglichen Neuregelung der Fischerei- und Oelkonzessionen geführt werden. Da beide Seiten zum Ausgleich grundsätzlich bereit seien, sei die Voraussetzung zu einer späteren Verständigung auf breiterer Grundlage gegeben.
Ein großer Teil der japanischen Presse bespricht die Erfolg aussichten der japanisch-sowiet- russischen Verhandlungen. Sie drückt dabei die Bereitwilligkeit Japans aus, in einen Ausgleich mit der Sowjetunion zu kommen. Tokio Nitschi Nitschi sagt, die Zeit für die Bereinigung der Beziehungen' beider Länder sei reif. Hotschi Schimbun hebt hervor, daß Amerika und England anscheinend versuchten, die Lage Japans im Stillen Ozean und im Fernen Osten mög- lichst schwierig zu gestalten. Verhandlungen mit Amerika und England würden lediglich bedeuten, daß Japan Beschwerden und Klagen entgegenzunehmen habe. Der Sprecher des japanischen Außenamtes betonte auf Anfragen von amerikanischen Pressevertretern, daß die japanisch-sowjet- russifche Unterhaltung sowohl in Moskau als
Freihandel in Fesseln.
Es ist noch gar nicht lange her, daß England sich mit geblähtem Stolz rühmte, das klassische Land des Freihandels zu sein. Mit dem Hochmut des reichen Mannes sah England auf alle anderen Staaten herab, die sich — gewollt oder gezwungen — zu einer anderen Wirtschaftsordnung bekannten. Was der Vater der liberalistischen Freihandelslehre, Adam Smith, einstmals im Jahre 1776 als richtig erkannt zu haben geglaubt hatte, daran hielten die Engländer in ihrer gewohnten konservativen Strenge fest. Es muß allerdings zugegeben werden, daß für lange Perioden der Welt- aeschichte dieser treu gehütete Freihandel für England sehr einträglich war und der Londoner City die Stellung eines Weltbankiers verschaffte. Hoch über allen Währungen der Erde thronte das Pfund und war der alleinige Maßstab, an dem sich der gesamte Welthandel ausrichtete.
Aber schon im Jahre 1931 mußte England den Goldstandard verlassen und das Pfund abwerten, was die erste Verwirrung in den zum sogenannten Pfundblock zusammengefaßten Ländern hervorrief. Anfangs des Jahres 1939 erfolgte eine Aenderung in der Bewertung der Goldbestände der Bank von England, wodurch abermals neue Beunruhigungen auf dem internationalen Geldmarkt hervorgerufen wurden. Der Pfundkurs ging zurück. Die Machtstellung, die sich der Dollar langsam zu erringen gewußt hatte, wurde dadurch erheblich gestärkt, was in den ungeheuren Goldverschiffungen nach den USA. sichtbar zum Ausdruck kam.
Bedeutete dieses Aufrücken des Dollars bereits eine starke Fessel des englischen Freihandels, so traten zu dieser einen noch weitere Fesseln hinzu, als England anfangs September 1939 erklärte, mit Deutschland im Kriegszustand zu stehen. Die erste Auswirkung dieses uns aufgezwungenen Krieges war für England, daß ein flucht artiges Verlassen des Pfundblockes einsetzte. Mitte 1938 hatten zu diesem Pfundblock noch folgende Länder gehört: Aegypten, das Britische Reich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irak, Iran, Island, Japan, Lettland, Mandschukuo, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Siam. Im Oktober 1939 war der Pfundblock auf die folgenden fünf Länder zusammengeschrumpft: Aegypten, Britisches Reich, Frank- reich, Irak, Portugal. Nichts kann wohl die Einengung des englischen Freihandels und den Niedergang der englischen Wirtschaft besser aufzeigen als diese nüchterne Aufstellung.
Aber es kam für England noch schlimmer. Zur Flucht aus dem Pfundblock und zum weiteren Absinken des Pfundkurses kam die von England amtlich eingeführte Devisenkontrolle. Mit wie viel Hohn hatte doch England gerade die Devisenkontrolle anderer Staaten übergossen! Nun mußte das stolze England diese einschneidende Finanzmaßnahme selbst einführen! Die Ereignisse in der englischen Wirtschaft überstürzen sich aber noch mehr: Warenüberwachung, Nahrungsmittelkontrolle, Treibstoffkontrolle und Ausfuhrüberwachung waren weitere Folgen des Kriegszustandes. Auch ein
Kopenhagen, 17. Nov. (Europapreß.) Vier Iranische Journalisten, die vor 14 Tagen London »erließen, um sich a u f E i n l a d u n g d e s en g = ischenKriegsministerium 5 an die West- iront zu begeben, sind nunmehr aus Frankreich aus tyre Londoner Posten zurückgekehrt und habest Ihren Lesern einen Abschlußbericht vor gelegt. Die Berichte lassen erkennen, daß die englischen Lrup- ^en vor einer Gefahr stehen, die zu bannen die rfte Aufgabe der Offiziere ist: D e m o r a l i s i e - •ung infolge Kampfesunlust. Der Der- ireter von „Politiken" sagt in seinem Bericht: »Nachdem die englischen Stellungen gegraben worben sind, lassen die Offiziere die Gräben wieder juwerfen, damit die Soldaten beschäftigt werden und nicht dem Müßiggang zum Opfer fallen. Die ersten Tage des Feldzuges waren ziem- üch verschleiert von den politischen Erklärungen, dieser Krieg sei ausschließlich gegen den Hitlerts- mus gerichtet, aber ein englischer Soldat stehe nicht Tag und Nacht Wache, nur well man ihm erzählt nabe, daß das deutsche Volk einen Führer bekommen habe, für den es zu gut sei. Der Korrespondent :ier „National Tidende" vertritt die gleichen Ansichten.
London hebt
die Lebensmitteleinsuhrzölle aus.
Washington, 17.Nov. (Europapreß^) Nach -iner Mitteilung der amerikanischen Botschaft m London hat die englische Regierung angesichts üer wachsenden L e b e n s m i t t e l k n a p p- । e i t bis auf weiteres sämtliche Einfuhrzölle und innere Einfuhrbeschränkungen auf fast alle Lebensmittel, darunter Fleisch, getrocknetes Gemüse, Früchte und Fruchtsäfte aufgehoben. Dagegen wurde
B e r l i n, 16. Nov. (DNB.) Amtlich wird verlautbart:
Trotz der systematischen Aktenvernichtung die das polnische Außenministerium vor der Einnahme Warschaus voraenommen hatte, um alle wichtigen diplomatischen Akten beiseite zu schaffen und zu beseitigen, sind eine Reihe interessanter Dokumente in die Hand der deutschen Behörden gefallen, die tm Augenblick einer gründlichen Durchsicht unterzogen werden. Eines der ersten Dokumente, das uns m die Hände fiel, ist der nachstehend in fernen wichtigsten Teilen ab gedruckte Bericht des ehemaligen polnischen Gesandten in Rio d e I a n e i r o vom 19. August 1939. Es heißt hier wörtlich:
Gesandtschast der Republik Polen
in Rio de Janeiro.
Rio de Saniert), den 19. August 1939. Rua Cosme Velho 95.
Z/Br/24
betr. die eventuelle Abschneidung Deutschlands von der südamerikanischen Rohstoff- zusuhr tm Kriegsfalls Surier
Kopie — mit Luftpost.
Geheim.
Helsinki, 16. November. (Europapreß.) Die Zeichnung der finnischen 500 - Millionen - Anleihe ist abgeschlossen worden. Don verschiedenen Danken sind allein am letzten Tage 50 Mill, gezeichnet worden. Die Einzeichnungslisten liegen noch nicht vor, aber es ist heute schon anzunehmen, daß die Anleihe mit mindestens 100 Millionen „ .
überzeichnet wurde. — Die finnische Regie-'länder aus Nordchma verlangten.


