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Nr. 270 Erstes Blaff

189. Jahrgang

Keitag, 17. November 1939

Erlchemr rügllch, außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Englische Wirtschastssorgen

von

R. E.

Spürbarer Mangel an Futtermitteln. - Starkes Anziehen der Kleinhandels-, Gas- und Strompreise.

rung ist zusammengetreten, um über die Mos­kauer Verhandlungen zu beraten. Hierzu sind auch die Führer der Parlamentsgruppen hin­zugezogen worden. Die finnischen Gegenvorschläge werden erst veröffentlicht, wenn sie eine eventuelle Weiterführung der russisch-finnischen Verhandlun­gen nicht mehr ungünstig beeinflussen können.

Japan verschärft Blockade

der britischen Konzession in Tientsin.

die Einfuhr gewisser Genußmittel wie Apfelwein und Einmachgurken verboten.

Finnische Berteidigungsanleihe überzeichnet.

Sztcll) Glowny. t ....

Soweit der über die Absichten des englischen Kriegsschiffes außerordentlich gut informierte pol­nische Gesandte.

Was ergibt sich hieraus?

1. Schon am 19. August rechnete Eng­land so bestimmt mit dem Ausbruch eines Krieges mit Deutschland, daß es in das ferne Brasilien einen Kreuzer zur Abschnei­dung der deutschen Zufuhr aus diesem Lande volle 14 Tage vor Kriegsaus­bruch schickte. Daß dabei davon die Rede ist, daß

N e u y o r k, 17. Nov. (Europapreß.) Die japa­nischen Militärkreise haben, wieNew York Times" aus Schanghai meldet, die Blockade der britischen Konzession von Tientsin verschärft. Den Engländern würden neue Demütigungen bereitet. Die japani­schen Wachen verlangten jetzt von den Engländern die Bezahlung einer Durchfahrtsge­bühr von hundert Dollar für jeden Lastwagen, der die Blockade passiere. Zn Peking seien Flugschriften angeschlagen worden, die die Abreise aller Eng-

der für solche Zwecke bestimmte KreuzerAsax" sich ungefähr 14 Tage in Rio de Janeiro aufhalten würde, ist hierbei besonders pikant, da dies ein schlagender Beweis für den Willen Englands auf Kriegs beginn anfangs September 1939 ist.

2) England war schon im Fr i ed e n, unab­hängig von irgend welchen deutschen Prisen- und U-Bootsmaßnahmen, fest entschlossen, völker­rechtswidrig die Lebensmittelzufuhr Deutsch» lands von Südamerika abzuschneiden und einen erbarmungslosen Krieg gegen die Frauen und Kinder Mitteleuropas zu führen. Englands Erklärungen, es handele sich bei seinen völkerrechtswidrigen Aushungerungsmaß­nahmen um Repressalien, sind völlig hinfällig. England hat den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland systematisch geplant, ym ihn sofort mit Ausbruch des Krieges mit aller Schärfe einfetzen lassen zu können.

3. Es ist deutscher, kaufmännischer und technischer Tüchtigkeit und der Güte der deutschen Waren in den letzten Jahren im wachsenden Maße gelungen, einen wichtigen Platz im südamerikanischen Wirt­schaftsleben einzunehmen. Der amerikanische Handel wurde durch die deutsche Handelsausdehnung in Südamerika praktisch in keiner Weise getroffen, fo sehr auch von interessierter englischer Seite das Gegenteil behauptet wurde, um Amerika gegen Deutschland aufzuhetzen. Aus dem vorliegenden Do­kument ergibt sich, daß der Krieg für England ein hochwillkommener Anlaß war, um in Südamerika den deutschen Handelseinfluß möglichst auszuschal­ten und selbst an seine Stelle zu treten. Wie »eine Ironie wirkt allerdings der Schlußsatz des Berich­tes, ans dem sich ergibt, daß die Brasilianer sich bemühten, für den von England ab gedrosselten deut­schen Handel nichtEngland eintreten zu lassen, sondern dafür die Vereinigten Staaten von Nordamerika einzuschalten, so daß die englische Rechnung wiederum wie im Weltkrieg sich als emo völlige Fehlrechnung erweisen wird.

Russisch-japanische Verhandlungen

Versuch zu einer Verständigung aus breiterer Grundlage.

ftoffen und Lebensmitteln nach Deutschland Und Italien zu unterbinden.

Eine eventuelle Blockade der Küste Bra­siliens würde sich sehr negativ auf die Versor­gung der Achsenmächte mit ausländischen Rohstof­fen auswirken. Wie nämlich die Gesandtschaft schon mitteilte, wird ein Drittel des deutschen Bedarfs an Baumwolle und Kaffee durch Brasilien gedeckt. Das gleiche gilt jedoch in geringerem Maße für solche Artikel nne Früchte, Oelfamen, Fette, Wolle, Reis, Gefner- fleisch, Eisen- und Manganerze, deren Ankäufe durch Deutschland in Brasilien während der letzten Monate sehr gestiegen sind ...

Im Zusammenhänge hiermit kann man neuer­dings Bemühungen maßgebender brasilianischer Kreise dahingehend feststellen, nähere Handelsver­bindungen mit den Vereinigten Staaten auszuneh­men, um dort einen Ersatzmarkt zu erwerben; so z B. für die Ausfuhr brasilianischer Rohstoffe wie für die Einfuhr von industriellen Artikeln, die Bra­silien wegen seiner schwach entwickelten inländischen Industrie nicht produziert.

Der Gesandte der Republik Polen Dr. Tadeuß Stowronski.

Abdrucke: M. S. Z. D. D. K.

Sk/Se _ ,

An den Herrn Außenminister in Warschau

In den Hafen von Rio de Janeiro lief in diesen Taaen der englische KreuzerA j a x ein, der nach Informationen der Gesandtschaft der Re­publik Polen sich im hiesigen Hafen ungefähr vier­zehn Tage au halten wird. Bezeichnend ist, daß die Besatzung des'Kreuzers Ajax" sich f° verhalt als befärLe sie sich im Zustand äußerster Be­reitschaft, wobei die Verproviantierung des Schiffes täglich erneuert wird. Nach m Rio um­laufenden Gerüchten soll tm F alle desK r t eg 5» ausbruches der KreuzerAjax neben ande­ren britischen Flotteneinheiten den P atro uil^ lendienst längs der brasilianischen K üst e übernehmen, um somit die Zufuhr von Roh-

Aufschlußreicher Ookumentenfund in Warschau

England hat die Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Kinder schon im August geplant und vorbereitet.

Schanghai, 16. Nov. (DNB.) Westlich Pakhoi im Golf von Tonking sind japanische Truppen an mehreren Stellen glatt gelandet. Der Zweck dieser Operation in Südchina ist, durch die Provinzen Kwantung und Kwansi bis weithin nach Dünn an vorzustoßen und dort die letzten großen Zufuhrwege für China abzu­schneiden. Diese weit gesteckten Ziele des japa­nischen Operationsplanes erregen in Schanghai, von wo immer noch viele Geschäftsverbindungen über Jndochina nach Tschungking bestehen, aroßes Auf­sehen, während in chinesischen Kreisen Zweifel laut werden, daß Japan imstande ist, die Truvpenmasse, die angesichts der Entfernungen, des schwierigen Geländes und des Widerstandes der gut ausge­bildeten Kwangsitruppen notwendig ist, frei zu machen. Die japanischen Truppen drangen, ohne nennenswerten Widerstand zu finden, 50 Kilometer in nördlicher Richtung landeinwärts vor. Der Hafen­ort Pakhoi wurde ohne Kampf besetzt. Die chine­sischen Truppen, deren Stärke auf 100 000 Mann geschätzt wird, ziehen sich aus dem flachen Küsten­gebiet zurück.

A m st e r d a m, 16. November. (DNB.) Infolge ' wes deutschen U-Bootkrieges und des damit Eng­land aufgezwungenen umständlichen Geleitsystems sft, wieNews Chronicle" meldet, in weiten Ge­benden Englands ein solcher Mangel an Fut- ermitteln insbesondere an Oelkuchen aufgetreten, daß die Bauern bereits dazu überge- zangen find, Milchkühe abzuschlachten. Das Landwirtschaftsministetium gebe zwar eine ge­wisse Futtermittelknappheit zu, behauptet jedoch, daß Niefer Zustandnur vorübergehend" sei.

Financial News" warnt erneut vor einer I n - l a t i o n in England. Es sei gegenwärtig in Groß- ritannien einfach unmöglich, irgend eine Gattung )*on Derbrauchsgütern ausfindig zu machen, die iion dem allgemeinen Ansteigen der Preise unbe- geblieben seien.Kaufe fetzt, bevor die Preise nsteigen", das sei das Schlagwort der britischen Kleinhandelsgeschäfte. Die beträchtlichen Preiser­höhungen für die wichtigsten Lebensmittel seien be­gleitet gewesen von einer höheren Besteuerung des Zieres, des Tabaks, aber auch Salz, Mehl und Käse seien teuerer geworden. Eine weitere Be- lllstüng stelle die Erhöhung der Kohlenpreise dar and das scharfe Anziehen des Gaspreises um 25 v. H.

Die Strompreise werden ebenfalls steigen, weil wie Produktionskosten erheblich ansteigen. Der Klein­handel in London fei um nahezu 28 v. H. zurück- begangen. In der Hauptsache infolge der Evakuie- -urrg und der Verdunkelung. Diese habe zu einer cheblichen Abnahme d e s Stromverbrau­ches geführt. Auch haben die Londoner Lichtfpiel- cheater große finanzielle Nachteile erlitten. Die Der- ''unkelungsmaßnahmen in London verursachten chnen im Jahr einen Schaden von 25 000 bis 30 000 Pfund Sterling.

Die LlSA.-SHissahtt tyürt die Folgen der Aufhebung des Waffenembargos.

Washington, 16. Nov. (Europapreß). Die Wirtschaftsnöte der neutralen Länder Europas, wie ve durch das kürzlich erfolgte Ersuchen Irlands, -ine Häfen von der für USA.-Schiffe gesperrten Kriegszone auszunehmen, klar in Erscheinung Taten, rücken nach den Besprechungen des bel- ifdien Botschafters mit UnterstaatssekretarSum­er Wells in den Mittelpunkt des politischen Inter­esses. In Regierungskreisen wird der Versuch ge- -iacht, diese Wirtschaftsnöte in kräftigen Farben zu -tcden, um so trotz der Weigerung Roosevelts doch Lod) eine Genehmigung für den Flag- : enwechsel herbeizuführen. Isolationistische »reife weisen allerdings mit Nachdruck darauf hin, !. die Beweisführung dieser Kreise lückenhaft sei. Sie unterschlage völlig, daß die eigen t l i ch e Ursache der von ihnen ins Treffen geführten Schäden in der Aufhebung des Waffen- Ausfuhrverbots zu erblicken sei. Erst diese Aufhebung des Waffenembargos habe infolge der üarry-Klaufel die jetzt so lebhaft bedauerte Denach- Liliauna der nord amerikanischen Schiffahrt zur Folge gehabt. Der Besuch des belgischen Bot- ihafters im Staatsdepartement diente, wie ver­mutet, einer umfassenden Besprechung der durch :-as Neutralitätsgesetz geschaffenen Lage.

Ein dänischer Bericht von der englischenFront".

auch in Tokio in einerbesseren Atmo­sphäre" stattfinde als bisher. Der Sprecher ließ dabei die Möglichkeit zu, daß in der Fortentwick­lung auch die Lage in China und Handels­vertragsmöglichkeiten erörtert werden könnten.

Manischer Vorstoß in Südchma.

Truppenlandung bei Pakhoi.

Tokio, 16. Nov. (DNB.) Der japanische Außen­minister Nomura hatte eine Unterredung mit dem russischen Botschafter Smotanin. Dieser soll die grundsätzliche Bereitschaft Moskaus zur Regelung der politischen und wirtschaftlichen Fragen erklärt haben, die bereits Gegenstand von Verhandlungen zwischen Botschafter Togo und Molotow gewesen seien Ausgehend von der bevorstehenden Kon­ferenz in Tschita zur Regelung der Grenzen zwischen Mandschukuo und der Äußenmongolei, würden auch die übrigen ©re ns frag en einer Revision unterzogen. Gleichzeitig würden in Moskau und Tokio fortlaufende Bespre­chungen zur vertraglichen Neuregelung der Fi­scherei- und Oelkonzessionen geführt werden. Da beide Seiten zum Ausgleich grundsätz­lich bereit seien, sei die Voraussetzung zu einer späteren Verständigung auf breite­rer Grundlage gegeben.

Ein großer Teil der japanischen Presse bespricht die Erfolg aussichten der japanisch-sowiet- russischen Verhandlungen. Sie drückt dabei die Be­reitwilligkeit Japans aus, in einen Ausgleich mit der Sowjetunion zu kommen. Tokio Nitschi Nitschi sagt, die Zeit für die Bereinigung der Beziehungen' beider Länder sei reif. Hotschi Schimbun hebt hervor, daß Amerika und England anscheinend versuchten, die Lage Ja­pans im Stillen Ozean und im Fernen Osten mög- lichst schwierig zu gestalten. Verhandlungen mit Amerika und England würden lediglich bedeu­ten, daß Japan Beschwerden und Klagen entgegenzunehmen habe. Der Sprecher des japa­nischen Außenamtes betonte auf Anfragen von ame­rikanischen Pressevertretern, daß die japanisch-sowjet- russifche Unterhaltung sowohl in Moskau als

Freihandel in Fesseln.

Es ist noch gar nicht lange her, daß England sich mit geblähtem Stolz rühmte, das klassische Land des Freihandels zu sein. Mit dem Hochmut des reichen Mannes sah England auf alle anderen Staaten herab, die sich gewollt oder ge­zwungen zu einer anderen Wirtschaftsordnung bekannten. Was der Vater der liberalistischen Frei­handelslehre, Adam Smith, einstmals im Jahre 1776 als richtig erkannt zu haben geglaubt hatte, daran hielten die Engländer in ihrer gewohnten konservativen Strenge fest. Es muß allerdings zu­gegeben werden, daß für lange Perioden der Welt- aeschichte dieser treu gehütete Freihandel für Eng­land sehr einträglich war und der Londoner City die Stellung eines Weltbankiers verschaffte. Hoch über allen Währungen der Erde thronte das Pfund und war der alleinige Maßstab, an dem sich der gesamte Welthandel ausrichtete.

Aber schon im Jahre 1931 mußte England den Goldstandard verlassen und das Pfund abwerten, was die erste Verwirrung in den zum sogenannten Pfundblock zusammengefaßten Ländern hervorrief. Anfangs des Jahres 1939 erfolgte eine Aenderung in der Bewertung der Goldbestände der Bank von England, wodurch abermals neue Be­unruhigungen auf dem internationalen Geldmarkt hervorgerufen wurden. Der Pfundkurs ging zurück. Die Machtstellung, die sich der Dollar langsam zu erringen gewußt hatte, wurde dadurch erheblich ge­stärkt, was in den ungeheuren Goldverschiffungen nach den USA. sichtbar zum Ausdruck kam.

Bedeutete dieses Aufrücken des Dollars bereits eine starke Fessel des englischen Freihandels, so tra­ten zu dieser einen noch weitere Fesseln hinzu, als England anfangs September 1939 erklärte, mit Deutschland im Kriegszustand zu stehen. Die erste Auswirkung dieses uns aufgezwungenen Krieges war für England, daß ein flucht artiges Ver­lassen des Pfundblockes einsetzte. Mitte 1938 hatten zu diesem Pfundblock noch folgende Länder gehört: Aegypten, das Britische Reich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irak, Iran, Island, Japan, Lettland, Mandschukuo, Nie­derlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Siam. Im Oktober 1939 war der Pfundblock auf die folgenden fünf Länder zusammenge­schrumpft: Aegypten, Britisches Reich, Frank- reich, Irak, Portugal. Nichts kann wohl die Ein­engung des englischen Freihandels und den Nieder­gang der englischen Wirtschaft besser aufzeigen als diese nüchterne Aufstellung.

Aber es kam für England noch schlimmer. Zur Flucht aus dem Pfundblock und zum weiteren Ab­sinken des Pfundkurses kam die von England amt­lich eingeführte Devisenkontrolle. Mit wie viel Hohn hatte doch England gerade die Devisen­kontrolle anderer Staaten übergossen! Nun mußte das stolze England diese einschneidende Finanzmaß­nahme selbst einführen! Die Ereignisse in der englischen Wirtschaft überstürzen sich aber noch mehr: Warenüberwachung, Nahrungsmittelkontrolle, Treibstoffkontrolle und Ausfuhrüberwachung waren weitere Folgen des Kriegszustandes. Auch ein

Kopenhagen, 17. Nov. (Europapreß.) Vier Iranische Journalisten, die vor 14 Tagen London »erließen, um sich a u f E i n l a d u n g d e s en g = ischenKriegsministerium 5 an die West- iront zu begeben, sind nunmehr aus Frankreich aus tyre Londoner Posten zurückgekehrt und habest Ihren Lesern einen Abschlußbericht vor gelegt. Die Berichte lassen erkennen, daß die englischen Lrup- ^en vor einer Gefahr stehen, die zu bannen die rfte Aufgabe der Offiziere ist: D e m o r a l i s i e - ung infolge Kampfesunlust. Der Der- ireter vonPolitiken" sagt in seinem Bericht: »Nachdem die englischen Stellungen gegraben wor­ben sind, lassen die Offiziere die Gräben wieder juwerfen, damit die Soldaten beschäftigt werden und nicht dem Müßiggang zum Opfer fal­len. Die ersten Tage des Feldzuges waren ziem- üch verschleiert von den politischen Erklärungen, dieser Krieg sei ausschließlich gegen den Hitlerts- mus gerichtet, aber ein englischer Soldat stehe nicht Tag und Nacht Wache, nur well man ihm erzählt nabe, daß das deutsche Volk einen Führer bekom­men habe, für den es zu gut sei. Der Korrespondent :ierNational Tidende" vertritt die gleichen An­sichten.

London hebt

die Lebensmitteleinsuhrzölle aus.

Washington, 17.Nov. (Europapreß^) Nach -iner Mitteilung der amerikanischen Botschaft m London hat die englische Regierung angesichts üer wachsenden L e b e n s m i t t e l k n a p p- e i t bis auf weiteres sämtliche Einfuhrzölle und innere Einfuhrbeschränkungen auf fast alle Lebens­mittel, darunter Fleisch, getrocknetes Gemüse, Früchte und Fruchtsäfte aufgehoben. Dagegen wurde

B e r l i n, 16. Nov. (DNB.) Amtlich wird ver­lautbart:

Trotz der systematischen Aktenvernich­tung die das polnische Außenministerium vor der Einnahme Warschaus voraenommen hatte, um alle wichtigen diplomatischen Akten bei­seite zu schaffen und zu beseitigen, sind eine Reihe interessanter Dokumente in die Hand der deutschen Behörden gefallen, die tm Augenblick einer gründlichen Durchsicht unterzogen werden. Eines der ersten Dokumente, das uns m die Hände fiel, ist der nachstehend in fernen wich­tigsten Teilen ab gedruckte Bericht des ehe­maligen polnischen Gesandten in Rio d e I a n e i r o vom 19. August 1939. Es heißt hier wörtlich:

Gesandtschast der Republik Polen

in Rio de Janeiro.

Rio de Saniert), den 19. August 1939. Rua Cosme Velho 95.

Z/Br/24

betr. die eventuelle Abschneidung Deutsch­lands von der südamerikanischen Rohstoff- zusuhr tm Kriegsfalls Surier

Kopie mit Luftpost.

Geheim.

Helsinki, 16. November. (Europapreß.) Die Zeichnung der finnischen 500 - Millionen - An­leihe ist abgeschlossen worden. Don verschiedenen Danken sind allein am letzten Tage 50 Mill, gezeich­net worden. Die Einzeichnungslisten liegen noch nicht vor, aber es ist heute schon anzunehmen, daß die Anleihe mit mindestens 100 Millionen .

überzeichnet wurde. Die finnische Regie-'länder aus Nordchma verlangten.