Montag, tt.Zuli 1939
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
lTr.164 Zweites Blatt
Ricarda Huch 75 Jahre alt.
Togal ist hervorragend bewährt bei
i meinem age üacht ha« t meinen
Nerven- und Kopfschmerz Erkältungen
Rheuma Ischias Hexenschuh
her.
sbtudu Vr Q hi tcini! bliebr, . I,eWt
'en. Ji| nnbertu
Unzähligen habenTogal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wirkung des Togal ist von Ärzten u. Kliniken seit 25 Jahren bestätigt Keine unangenehmen Nebenwirkungen Haben auch Sie Vertrauen u machen Sie noch heute einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal.
München, 15. Juli.
Wieder öffnen sich die Pforten des Hauses der deutschen Kunst, und in dem glanzvollsten Nahmen, worin je und irgend in der Welt das Schassen ein'r übenden Künstlerschaft dargestellt wird, tritt die flroße Deutsche Kun st aus st ellung 1 9 3 9, c ns Licht des Tages. „Wird die Ausstellung die frucht jener unablässigen Bemühungen und strengen Forderungen zeigen, welche die Staotsführuug seit iser Machtergreifung auf die nationale Kunst verwendet hat? Wird aus dem Standort, den die bei- izen ersten Ausstellungen unverkennbar und unver- lückbar zeigten, sich nun ein Weg entwickeln?" Das sind die Fragen, die in diesen Tagen und Wochen roor den Säulen des Hauses der Deutschen Kunst mit -iroßer Spannung erörtert wurden.
Hören wir zunächst die Ausstellungsleitung selbst. Was Direktor Karl Kolb bei der Pressevorbesich- t anng besonders hervorhob, war der Umstand, daß ! i e energische und eindeutige Z i e l - Setzung gegen alles Flüchtige, Krankhafte und i ntartete, für' alles, was klar, anständig und fleißig in, die Mobilisierung d e r Kunst sehr er- I ichtert hat. Dies ist ein neuer Ausdruck im.deut- ’fljen Sprachgebrauch; er soll eine Sache bezeichnen, Äe weniger überraschend ist als der Ausdruck selber: er kennzeichnet die suchende, wählende, lenkende ttrast, die vom Haus der Deutschen Kunst aus in He Werkstätten der Künstler strahlt. Insgesamt 770 Künstler, rund 100 mehr als im Vorjahr, können ''iesmol mit über 1300 Merken zu Worte kommen. 75 sind aber überdurchschnittliche Arbeiten so zahlreich eingelassen, daß nicht olle gehängt und gesellt werden konnten und daß im September dem Srftaufbnu der Ausstellung ein Zweitaufbau rügen soll, der dann auch jene zurückgestellten Arbeiten zum Zuge kommen lassen wird. Das reiche -rgebnis ist um so bemerkenswerter, so zog Direk- I mr Kolb die Summe der Ausstellungsleitung, als ,oan die künstlerische Wertstufe der ausstellenden Ar- Mten noch größere Anforderungen als m Vorjahre gestellt wurden."
ten.
Denn mein Arbeitszimmer als Reichskanzler befand sich bis dorthin in einem Raum, der nach dem Wilhelmsplatz zu gelegen war und in Größe und Gestaltung etwa dem geschmacklosen Zimmer eines Generalvertreters für Zigaretten und Tabakwaren in einem mittleren Unternehmen entsprach. Bei geschlossenen Fenstern war in diesem Raum nicht zu arbeiten vor Hitze, bei offenen nicht wegen des Lärms. Da bis dorthin die Empfänge des Reichskanzlers und in der Zeit, da der alte Herr Reichspräsident während des Umbaus des Reichspräsidentenpalais ebenfalls dort wohnte, auch die Empfänge des Reichspräsidenten in der Reichskanzlei stattfanden, waren die oberen Räume an sich für diese Zwecke belegt. Sie standen damit aber natürlich die größte Zeit des Jahres leer, ohne jede praktische Verwendung. Dies war der Grund für mich, die Empfangsräume nunmehr in das Erdgeschoß zu verlegen und die dadurch frei werdenden, nach dem Garten hin gelegenen Räume im ersten Stock für Arbeits- zwecke auszubauen. Der ebenfalls sonst das ganze Jahr über nicht verwendete Kongreßsaal wurde zum Kabinettssitzungssaal bestimmt.
Da ein Raum für die großen notwendigen diplomatischen und Staatsempfänge überhaupt fehlte, entschloß ich mich, dem Architekten Professor Gall den Auftrag zu geben, einen großen für den Empfang von 200 Personen geeigneten Saal zu erbauen. Er gab die Möglichkeit, mit der fortschreitenden Neugestaltung der unteren Räume wenigstens bescheidenen Anforderungen in dieser Richtung genügen zu können. Nun zwang aber die seit dem Jahre 1934 eintretende Verschmelzung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers nicht nur neue Räume für d i e Präsidialkanzlei und für d i e Wehrmachts- adjutantur zu schaffen, sondern darüber hinaus auch den Staatsempfängen einen entsprechenderen Rahmen zu geben. Diese Notwendigkeit führte zunächst zum Erwerb des Borsig- Palais, eines uns stilistisch heute vielleicht nicht zusagenden Baues, der aber immerhin turmhoch über der miserablen Jnnenausgestaltung der Reichs-
iwnnten.
Der Park des Gebäudes begann allmählich ja verwildern. Die Scheu davor, alte absterbende 5-äüme durch neue zu ersetzen, führte dahin, immer r.ehr diese verwitterten und ausgehöhlten Baum- frünke erst mit Ziegeln und später mit Beton aus- M'üllen. Bei längerer Fortdauer dieses Verfahrens ! äre statt eines Parks nur mehr eine A n - hge geblieben etwa in der Art des Houthulster Waldes nach drei Jahren Beschießung i furch die Engländer.
Wenn die Reichskanzler vor 1918 nun das Ge- Iriuöe mehr oder weniger geschmackvoll ergänzten, ' begann nach der Revolution 1918 das Haus all- !lählich zu verkommen. Als ich mich 1934 entschloß, das Gebäude trotzdem zu beziehen, waren icht nur der Dachstuhl in großen Teilen durch- pe fault, sondern auch die Böden vollkommen vermorscht. Für den Kongreßsaal, in dem die : plomatischen Empfänge stattfinden sollten, wurde in der Polizei eine Beschränkung der Personen- uhl, die zu gleicher Zeit den Raum betreten durfte, ,iif höchstens 60 Menschen vorgenommen, da sonst c Gefahr des Durchbrechens bestand, wenige Monate vorher allerdings waren anläßlich | jines Empfanges des Herrn Reichspräsidenten von : inbenburg noch rund 100 Gäste und Diener in , cncni Saale, bei dem sich dann anläßlich des Her- «.isreißens der Böden herausstellte, daß sämt- I | ch e Tragbalken nur mehr aus morschem ■ u n ö e r bestanden, der mit der bloßen Hand ; rrieben werden konnte. Bei Wolkenbrüchen kam ins Wasser nicht nur von oben, sondern auch von unten. Don der Wilhelmstraße ergoß sich ein Bach iy die Parterre-Räume, der noch verstärkt wurde | I .ird) einen Zufluß, der aus sämtlichen vorhandenen Öffnungen herauszuquellen begann, einschließlich
leit übe «esluft. * SBettr westlich; nd fein.
Dielst 'flögen,
restliche
0,5 @toi Morgens mt heut, cm Ties, nÜ: mon — SOfi:
Lange.
st Bliw e Silber: - Thyrioi ür Stak umtyein; :gen(eiter; : der An> iber 9000. sbruderet ltsbezug- ellgebiihi, loerkach her K: ifte Nr.I
kanzlei der 90er Jahre steht.
Professor Speer erhielt damit seinen ersten Auftrag zum Ausbau der Reichskanzlei. In kurzer Zeit wurde ohne Veränderung der Außenfassaden der vom Architekten Lucae hergestellte Bau in Verbindung mit dem Fabriksbau in der Wilhelmstraße gebracht und im Innern großzügig ausgestaltet. Wenigstens für den Augenblick konnten darin nun die Präsidialkanzlei, die Wehrmachts- adjutantur und die Oberste S A. - F ü h - r u n g eine Unterkunft finden. Auch die Partei- kanzlei unter Führung des Parteigenossen Bouh- ler erhielt einige Räume. Das frühere Bürogebäude der Reichskanzlei erhielt nach dem Wilhelmpla^ zu einen Balkon und mit ihm das erste architektonisch anständige Element. Trotzdem konnten natürlich diese Erweiterungen nur eine augenblickliche Lösung sein, denn der wirklichen Not wurde dadurch 'nicht abgeholfen. Zwei Momente | waren es nun, die mich im Januar 1938 bestimm-
Jn der erweiterten Ausgabe der Zeitschrift „K u n ft i m Dritten R e i ch", Teil „Baukunst", ist der Neubau der Reichskanzlei er|t= malig umfassend veröffentlicht worden. Der Führer hat diesem Heft den folgenden Aufsatz vorangestellt.
Als sich Bismarck nach der Neugründung des fjciches entschloß, das Reichskanzlerpalais — damals Palc<s Radziwill ,— anzukaufen, lagen frone eigentlichen Dienfträuinc noch immer im Auswärtigen A m t. Vielleicht war die Lage H neuen Reichskanzlerpalais neben dem Minifte- mm des Aeußcren sogar ein Hauptgrund für den Erwerb gerade dieses Objektes. Das Gebäude, das <j5 der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, k°saß so gut wie keine eigentlichen Büroräume. Ein eiter Adelssitz, äußerlich mit anständig gehaltenen Fassaden, im Innern mit allerdings seit- b*m zum Teil sehr geschmacklosen Erneue- imn g e n. Das Ende des 18. Jahrhunderts fetzte l efe Verschönerungen fort und verschandelte dabei t"n Bau allmählich mit jener überladenen Vor- stchmheit, bei der der prunktvolle Gips das Fehlen hs echten Materials und der anständigen Propor- jvnen verbergen sollte. Auch der Saal, in dem Im n ft d e r Berliner Kongreß tagte, konnte h cfer „Verschönerung" nicht entgehen. Schlechte Landarme und ein gigantischer Lüster aus Blech rmrden damals wohl als besondere Attraktionen mgesehen. Soweit sich in dem Hause Bilder de- innben, stammten sie als schlechte Leihgaben aus .reußischcn Sammlungen, während die Porträts |r.r einzelnen Reichskanzler selbst — ausgenommen i n großes Lenbach-Bildnis von Bismarck — über» hupt keinen künstlerischen Wert beanspruchen
mTonf^
>c°.
efcbe” '
Ricarda Huch vollendet am 18. Juli ihr 75. Lebensjahr. Unsere heutigen 5 a m i 1 i e n blätter sind der Persönlickjkeit und dem Schaffen der Dichterin gewidmet. — (Scherl-Bildarchiv-M.)
„Mobilisierung der Kunst."
Em erster Blick in die Große Deutsche Kunstausstellung 1939.
Von unserem Sonderberichterstatter Or. H. A. Thies.
Vom Adelssitz zur Neuen Reichskanzlei
Ein Aufsatz des Führers über die Aaugeschichte der Neuen Reichskanzlei.
Fritz Klimfch, Rudolf Sieck, Raffael Schuft e r - W o l d a n , Ferdinand Staeger, Eduard Thöny, Heinrich von Zügel überaus kräftig mitsprechen, so erweist sich darin, daß festzuhalten am guten Alten der nationalsozialistischen Kunstführung als gedeihliches und erziehliches Prinzip willkommen ist.
An den Jungen ist es, die Flügel zu regen — und sie regen sie kräftig. Daß es vorwiegend junge Menschen 'm der Blüte ihrer Jahre sind, welche die Kunst des Dritten.Reiches auf ihren Schultern trogen, könnte jedem Besucher schon in der otofj= wähl offenkundig werden: die Freude am gesunden Eros tut sich in einer erstaunlichen Fülle jugendlicher Akte kund. Auch in diesem Ergebnis zeigen sich die tätigen Antriebe der Ausstellungsleitung an greifbaren Ergebnissen: noch vor einem Jahr mußte sie über den Mangel an guten Akten in Sorge fein. Zu den eigenwilligsten und gekonntesten Stücken dieser Art gehört die kraftvolle „Bäuerliche Venus" von Sepp Hilz und der „Mädchenakt von Constantin G e r h a r d i n g e r , in der PlaÜik „Die Hüterin" von Georg Kolbe und die „Bogen- schützin" von Mathias Schumacher — wobei die wenigen herausqegrifjenen Beispiele für viele andere sprechen mögen. Auch der Akt in mythologischer Sanierung nimmt einen breiten Raum ein; Paul M. Padua zeigt eine , Leda mit dem Schwan", welche die zahlreichen historischen Darstellungen dieses Themas an Kühnheit moif^ übertrifft. Daß ein „Urteil des Paris" in zwei Varianten vorliegt, eine von Adolf Ziegler, eine andre non Georg Friederich, mag diesen Bereich abrunden. .
Daß die nachwachsende Kunstlergenerakion auch im Gebiete der Landschaft neue Aipekke innerhalb der gebotenen Gegenständlichkeit zu entdecken weiß, zeigen Arbeiten wie Otto 21. Hirt h 5 formelhafte Architekturlandschaften-, man mochte sie Denkarchitekturen nennen, wenn sie nidst voll von einer — nun allerdings überwirklichen — Wirklichkeit wären. Den großen Formaten im Erdgelchoß, wir nennen hier nur Erik Richters „Küstenlandschaft" oder Karl Leipolds großgedachtes in Wolken- und Wassergrau schwebendes Seestnck Adagio maestoso", schließen sich in den Obergeschossen kleinere Formate, Zimmerbilder von großem Reiz, an. Ersichtlich tritt das Bemühen zutage, die Themen nach Stoffkreisen zusammenzusalfen; so sieht man einen Raum ganz mit Jagdftucken
— darunter ein eindrucksvolles Porträt von Gene- ralfeldmarfchall Hermann Göring als Reichs- jägermeister mit einem meisterlich getroffenen Hirsch — einen andren mit Blumenstöcken und Stilleben, einen andren mit Ansichten aus dem bäuerlichen Lebenskreis, wieder einen anderen mit Szenen aus dem Weltkrieg — Elk Ebers „Meldegänger"! — ober mit Porträts führender Männer der Bewegung gefüllt. Auch die Graphik, die nicht ganz |o durchgehend gleichwertig beschickt erscheint wie in den Vorjahren, schließt sich meistens um bestimmte Themenkreise zusammen.
Nicht umsonst hat man die P l a st l k „den Ausdruck unserer Zeit" genannt: man muß einen golden leuchtenden männlichen Akt wie jenen schwertziehenden Kämpfer von Arno Breker sehen, den er „Bereitschaft" nennt, um die Klastik als Zeitausdruck in ihrer ganzen Bedeutung zu verstehen. Eine Fülle von machtvollen Manifestationen verkörpert den Stand der Staatsplastik; Thoraks „Pferd" von der Berliner Reichskanzlei, das formedel die Schmalseite von Saal 2 beherrscht, zeigt das Gewollte und Erreichte in eins. Daß auch eine weibliche Hand in diesem anspruchsvollen Gebiete Bedeutendes leisten kann, erweist die „Athene" von Hanna Caner. Aber auch sehr stille, zurückhaltende und doch ungemein ausdrucksvolle Werke haben ihren Platz ge- funben. Die innerlich erregten Plastiken Paul Scheurichs „Die Ruhende" von Paul Mer- 1 i n g , „Die Schlittschuhläuferin" von Johannes Richter, ein schreitender „Adler" von Fritz Dehn: das find Belege einer plastischen Kunst, die das Große auch in kleinen Formaten verwirklicht. Wer beim Verlassen der Ausstellung an den beiden Büüen „Friedrich der Große" und „Moltke" von Richard Knecht vorübergeht, geistigen Ausprägungen deutscher Männlichkeit höchsten Stils, wird einen Ausklang mitnehmen, der ihm nöch lange über die ganze Ausstellung hingeht.
In Saal 2. dem Raum der aroßen Staatspla'tiken,- steht die Büste des Führers von Philipp Becker — das Bild des Mannes, aus dem die Erneuerung des Volkes und auch die Entstehung des Hauses der Deutschen Kunst hervorging. In ihm haben Reich und Kunst sich in jener lebendigen Per- lonolunion vereint, die erst die wechselseitige Durch- bringung beider, die Mobilisierung der Kunst er- möglicht hat.
Der erste Gang durch eine Ausstellung von rund 1300 Werken kann kein abgeklärtes Gesamtbild ergeben; doch werden die allgemeinen Grundzüge und ein paar kräftig hervortretende Einzeleindrücke durchaus etwas Greifbares von Art und Geist des Ganzen aussagen. Klar, a n st ä n d i g , s l e i ß i g! — bie Forderungen, die der nationaliozlallitlsche ötaat an seine Künstler stellt, das sind zweifellos auch die Prädikate, die jedem Betrachter vor jedem der Werke, sei es der Malerei, der Plastik oder der Graphik, ohne Ausnahme kommen werden. Es gibt in dieser Ausstellung schlechterdings kem Werk das in diesem Sinn unter einen gewissen Durchschnitt herabsänke; viele Künstler haben von dem Leitstern dieser Worte spürbar Kräfte empfangen, die ihnen halfen, ihr Bestes zu geben. Daß dem so ist, muß als eine Frucht nationalsozialiststcher Kunsthege gewertet werden.
Wie sehr diese Hege nun aus den Kräften der Tradition genährt wird, wie gern und wie tief |ie auf den Erbschatz deutscher Kunst zuruckgreift, zeigt in der gegenwärtigen Ausstellung deutlich d i e Sonderschau von Werken Arthur Kampfs, die zum 75. Geburtstag des Meisters veranstaltet wird und den ganzen Saal 3 füllt. Hier sehen wir die klassischen Werke Kamvfs die einst bei ihrem ersten Erscheinen stürmisches Aufsehen erregten die dann zu den meiftreprodilzierten Bildern ihrer Epoche gehörten und als solche langst in den historischen Bestand ihrer Museen eingingen; w.r sehen sie als Vorbild und Mahnung für die Jüngeren wieder in die Wirksamkeit des Tages emgehen. etwa jenes berühmte „Dolksopfer 1812 oder „D Einsegnung Freiwilliger im Jahre 1813 oder „D e Ansprache Friedrichs des Großen an seine ©jmerah? bei Koeben". Daß der greise Meister selbst noch frisch mit den Jungen fühlt und das Bild der neuen Zeit begeistert mitgestaltet, Zeigen Arbeiten seiner letzten Schaffensjahre wie „Der Kampf des Lichts gegen die Finsternis" ober "Der 30. Januar 1933 . Wenn Ma^r wie Lubwig D i l l, Erich Erter, Anton Müller-Wifchin, Heinrich Kley,
VN
1U "Hbf.
S
N,
erstellen.
2. Ich hatte mich in den Dezember- und Ja- ; nuartagen 1937/38 entschlossen, bie österreich i s ch e Frage zu lösen und bamit ein Groß- , beutsches Reich aufzurichten. Sowohl für bie rein bienstlichen als aber auch repräsentativen Aufgaben, bie damit zwangsläufig verbunden waren, konnte die alte Reichskanzlei nun unter t e.i n e n Umständen mehr genügen. Ich beauftragte daher am 11. Januar 1938 den Generaldauinspek- tor Professor Speer mit dem Neubau der Reichskanzlei in der Doßstraße und setzte als Termin der Fertigstellung den 10. Januar 1939 fest. An diesem Tage sollte das Gebäude übergeben werden. Wenn mir auch in zahlreichen Besprechungen gedanklich die Aufgabe behandelt hatten, so war doch die Aufgabestellung selbst eine ungeheure, der Termin ein unvorstellbar kurzer, denn an diesem 11. Januar 1938 konnte ja nicht mit dem Neubau begonnen werden, sondern es mußten z u n ä ch st e r ft bie Häuser ber V o ß st r a ß e abgebrochen werben, so baß mit bem eigentlichen Bau frühestens Enbe März angefangen werben konnte. Es ftanb mithin eine reine Bauzeit von knapp neun Monaten zur Verfügung. Daß und wie dieses Werk nun gelang, ist ausschließlich das Verdien st des genialen Architekten, feiner künstlerischen Veranlagung und seiner unerhörten organisatorischen Befähigung sowie des Fleißes seiner Mitarbeiter. Der Berliner 21rbeiter hat sich gerade dei diesem Bau selbst übertroffen. Ich glaube nicht, daß irgendwo in der Welt rein arbeitsmäßig eine solche Leistung denkbar wäre. Ich brauche nicht hinzuzufügen, daß umgekehrt natürlich auch in der sozialen Fürsorge für die am Bau Beschäftigten nichts unterblieb, was getan werden konnte. Aber dennoch ist gerade unter Berücksichtigung des Winters und ber späten schweren Frosteinfälle die Fertigstellung bieses Baues nur Derftänblid), wenn man — wie schon betont — bie einzigartige Leistungsfähigkeit bes Berliner Arbeiters berücksichtigt.
Der Grunbriß bes Gebäubes ist unter Zu- grunbelegung bes Zweckes und ber gegebenen Baufläche f 1 a r' u n b großzügig. Die Lösung ber gesamten gewaltigen Längenausdehnung des Baues nach der Voßstraße hin ist ebenso k ü n ft lerisch hervorragend wie sachlich bedingt. Die Gruppierung der inneren Räume, angefangert vom Ehrenhof bis zum inneren Saal, ist nicht nur zweckentsprechend und befriedigend im Sinne der Berücksichtigung der praktischen Bedürfnisse, sondern auch wahrhaft prachtvoll im Effekt. Die : künstlerische Ausstattung der Räume im einzelnen : ist dank ber Mitarbeit hervorragender Jnnenraum- : geftalter, Bilbhauer, Maler usw. eine wahrhaft aus- : gezeichnete. Dem entsprechen auch bie Leistungen • bes beutschen Kunstgewerbes. Die A u s g e st a l- i tung bes Parkes ist fertig bis auf jenen Teil, > ber zur Zeit noch als Bauplatz verwenbet werben , muß. Die Kürze der Bauzeit ermöglichte es nicht, - den am Ende ber großen Halle gelegenen ,F e ft - t (aal schon jetzt in seiner endgültigen Größe und > Gestalt herzustellen. Es ist daher dieser Saal zu- - nächst ein P r o v i soriurn, um überhaupt das
ten, eine sofortige Lösung herbeizuführen.
1. Im Zug der Erleichterung des Verkehrs durch Berlin von Osten noch Westen mav beabfichtigt, die Jägerstraße zu verlängern, sie durch bie Ministergärten und den Tiergarten burchzusüh- ren und damit weiter eine Verdinbung zur Tiergartenstraße zu schaffen. Ich habe diese von ber damaligen Berliner Stadtbaudirektion ausgearbeiteten Pläne für falsch gehalten und Professor Speer beauftragt, bie notmenbige Entlastung ber Leipziger Straße und ber Straße Unter ben Linden baburd) sicherzustellen, daß vom W i l h e l m p l a tz aus in Direkter Linie ein Durchgang nach bem Westen geschaffen wird. Zu bem Zweck mußte vor allem aber bie Voß st raße den Charakter eines Engpasses verlieren und ben einer großen Durchgangs st raße erhalten. Da sich aus nahelieaenben Gründen eine Erweiterung auf Kosten des Warenhauses Wertheim kaum erreichen ließ und auch nicht zweckmäßig zu sein schien, mußte bies auf der anderen, bem Park ber Reichskanzlei zu gelegenen Straßenseite versucht werben. Damit ergab sich von fernst bie Notwendigkeit, diese ganze Front abzubrechen und neu zu
l»r Klosetts.
Da meine Vorgänger im allgemeinen an sch nur mit einer Amtsbauer von brei, vier ober fünf Monaten rechnen konnten, sahen sie sich roeber iZeranlaßt, ben Schmutz berer wegzuräumen, bie vor bonen in diesem Hause wohnten, noch dafür zu sor- xn, daß der nach ihnen Kommende es besser haben mürbe als sie selber. Repräsentative Verpflichtungen 'scm Auslanb gegenüber besaßen sie nicht, da dieses non ihnen ohnehin wenig Notiz nahm. So war :oas Gebäude 1934 im vollen Verfall begrif= «n, Decken und Böden vermodert, Tapeten und |
Fußböden verfault, das Ganze von einem kaum erträglichen üblen Geruch erfüllt. Der unterdes erfolgte Neubau der Reichskanzlei als Bürobau .am Wilhelmsplatz, ber von außen ben Einbruck eines Warenspeichers ober eines stäbtischen Feuer- wehrgebäubes macht, glich im Innern einem Sanatorium etwa für Lungenkranke, was allerbings auch roieber nicht zur Krankheit berer paßte, bie in biefem Hause bamals ihre Tätigkeit ausübten.
Um nun bas Gebäube überhaupt erst roieber verwenden zu können, habe ich mich 1934 entschlossen, es einer allgemeinen Renovierung zu unterziehen. Dieser erste Umbau wurde nicht aus Mitteln des Staates, sondern von mir s e l b st gedeckt. Er geht zurück noch auf Arbeiten Professor Troosts und hatte das Ziel, 1. die Wohn- und Empfangsräume, so gut es eben ging, in das Tiefparterre zu verlegen, 2. den ersten Stock für die praktischen Aufgaben der Reichskanzlei einzurich-
Gebäude verwenden zu können. Der endgültige Raum wird erst in zwei Jahren fertig sein. Das Gebäude der Reichskanzlei — bas vom Jahre 1950 ab übrigens für einen anberen Zweck v o r- gesehen ist — stellt bamit nicht nur sachlich, sondern auch künstlerisch eine H ö ch st l e i st u n g bar. Es spricht für seinen genialen Gestalter unb Baumeister Albert Speer;
Oer Führer
zeichnete deutsche Künstler aus.
Berlin. 1k. Juli. <DNB.> Der Führer hat am Tag ber Deutschen Kunst eine Reihe von Künstlern burch Verleihung von Titeln ausgezeichnet. Es würben verliehen: Der Titel Professor ben Kunstmalern Oskar Martin Amorbach, Theobor Graetz unb Reinholb Koch- Zeuthen; bem Pressezeichner Karl Arnholb; bem Bildhauer Anton Stadler; bem Generalmusikbirektor Balzer in Düsselborf; bem Tonbichter Franz Dannehl in München; bem Ministerialrat Gablonsky in München; dem Direktor am Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Kunst unb Kulturwissenschaft Dr. H o p p e n st e b t in Rom. — Der Titel 'Baurat ben Architekten Walther Born in Markleeberg-West, Willi Erdmann in Berlin, Karl Joh. F i sch e r in München, Ernst © i l b e r g in Rieden bei Sonthofen, Konstanty Gutschow in Altona-Blankenese, Paul Hofer in München, Max Kiefer in Berlin und Walter Körte in Berlin-Lichterfelde. — Der ■ Titel Generalmusikdirektor dem ersten Dirigenten der Münchener Philharmoniker, Oswald K a b a st a in München. — Der Titel Stoatsschauspieler den Schauspielern Hans Albers, Hans Brausewetter, Friedrich Dornin in München, Dr. Peter Esser in Düsseldorf, Albert Florath, Hans Junker mann und Fritz Kämpers. — Der Titel Staatsschauspielerin ben Schauspielerinnen Käte Haack unb Hebwig Mangel. — Der Titel Kammersänger bem Opernsänger Julius Patzak in München. — Der Titel K am meroirtuofe ben Konzertmeistern Philipp Haaß , Hans König, Placibus M o r a s ch unb dem Musiker unb Lehrer an der Staatlichen Akademie der Tonkunst Josef Suttner in München.
geg^n.ä
Rheuma
M In:allenApotheken


