Ausgabe 
17.7.1939
 
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Glanzvoller Kestzug 2000Jahre deutsche Kultur.

Festliche Musik auf den plähen Münchens

FeWacht der Künstler

unter der Führung seines berühmten General Moscardo. Dann begab Cigarral de Buenavista, wo er Gast Romanones war. Sonntagabend traf auf dem Flughafen von Sevilla

Verteidigers er sich nach des Grafen Graf Ciano ein, wo er

Um die bildende Kunst als dem geistigen Mittel­punkt der Münchener Festtage wob sich am Sams­tagnachmittag und -abend ein Kranz von Konzer­ten als erhabene Huldigung der Musik an den Geist der Deutschen Kunst. Auf dem mit Tannengrün und goldenen Girlanden geschmückten Max-Joseph-Platz gaben am Nachmittag das NS.-Sinsonie-Orchester, die Wiener Sännerknaben im Alten Botanischen Garten und im Hose des Innenministeriums eine Rundfunkspielschar der HI. den Auftakt für die Darbietungen von sinfonischer Kammer- und Chor­musik. Mit Beethovens beschwingter siebenten Sinfonie leitete sich Erich Klose mit dem N S.- Sinfonieorchester vor dem Nationaltheater ein. Des gleichen Meisters fünfte Sinfonie fand im Kaiserhof der Residenz an der Spitze der Berliner Philharmoniker in Hermann Abendroth einen feurig zupackenden Deuter. Die erhabenste Huldi­gung an Beethoven bedeutete wie in den Vor­jahren die Aufführung der neunten Sinfonie auf dem Königlichen Platz durch das hamburgische Staatsorchester und den Münchener philharmoni­schen Chor unter Eugen I o ch u m s Führung. Aus dem Marienplatz spielten die Philharmoniker der Hauptstadt der Bewegung unter Oswald Kabastas einfühlsamer Leitung Bruckners 5. Symphonie, während das Orchester des Reichssenders München auf dem Wittelsbacher Platz die 4., dieromantische"

Kennzeichnend für die Hochstimmung dieser Münch­ner Festtage war, daß die großen Künstler­feste, die zum Abschluß des dritten Tages in den Gärten und Parkanlagen angesetzt waren, trotz der wenig festlichen Witterung programmäßig durchgeführt wurden. Drohende Gewitterwolken, die kühle Abendluft, ja selbst gelegentliche Regenschauer vermochten der frohen Laune und Beschwingtheit der vielen, vielen Tausende keinen Abbruch zu tun. Ganz München und mit ihm die zahllosen Fremden

wurden als Sinnbilder der ostmärkischen Gaue vor­übergetragen. Die Gruppe des Sudetenlandes wurde eröffnet durch eine Darstellung des Schwertes der Deutschen Universität Prag. Zwischen gefalle- nen Grenzpfählen zogen Männer des Freikorps ein­her. Unter einer mächtigen Eiche. Symbol der Su­detenwälder, schritt Rübezahl einher, während sude­tendeutsche Trachtenträger in Füllhörnern die Bo­denschätze ihrer schönen Heimat zeigten, stand bei der ebenso prächtigen Gruppe des Protektorats der Gedanken des Schutzes im Vordergründe. Schild­träger, einen Adler auf dem Helm, säumten dieien Zugabschnitt, den die Wappen der Stände auf reich behangenen Ehrenwagen eröffneten, darunter als Höhepunkt Prag mit der Wiedergabe eines schö­nen deutschen Bronzestandbildes des St. Georg auf der Prager Burg. Ein riellaer silberner Elch auf prächtiger Bernsteintruhe kündete das heimgekehrte Memelland an. Unter einem Baldachin von Fischernetzen sahen mir die Landschaft der memel­ländischen Küste, der die Schiffe dieser Gegend und ihre Wimpel nachgetragen wurden.

Diesem Teil des Zuges folgten die Bauten des Führers in Modellen, woran das Haus der Deutschen Kunst, die Ehrentempel, die Bauten aus der Stadt der Reichsparteitage, die Hamburger Elbbrücke und neu in diesem Jahre das präditiae Modell der Soldatenhalle, die in der Reichshaupt­stadt errichtet werden wird. Der Zug näherte sich einem Schluß und männlicki°n Ausklang- Schwarze Reiter mit den leuchtenden Bannern ter Bewegung zogen einher und dann dröhnte der Marschtritt der braunen Bataillone, des Marschblocks des Heeres, der Luftwaffe und der ff, des Arbeitsdienstes und der Polizei. So gestaltete sich dieser Abschluß zu einem gewaltigen Bilde deutscher Wehrhaftigkeit und deutscher Stärke, die stets und allezeit bereit ist, die deutsche Kultur zu schützen.

17 Konzerte auserlesener Orchester und Chöre am Samstagabend auf den öffentlichen Plätzen Münchens stellten die Huldigung der Musik an den Geist der deutschen Kunst dar. Hier ein Bild vom Konzert des Hamburgischen Staatsorchesters auf dem Königlichen Platz. Im Hinter­grund die neuen Parteibauten und der eine Ehrentempel der Bewegung. (Scherl-M.)

u. a. von General Queipo de Llano und Admiral Bastarreche begrüßt wurde. Auch in Sevilla bereitete die Bevölkerung dem Gast stür­mische Huldigungen.

lieber den Besuch des italienischen Außenmiiriftvy wurde eine abschließende Verlautbarung Ms- gegeben, in der es heißt: Die Besprechungen fanden statt im Gei st e absoluter Offe n h ei t und des Einverständnisses und bestätig­ten die völlige Ue b er einst i mm u n g beider Länder, die zusammen mit Deutschland dem gemein­samen Feind die Stirn boten und besiegten. Beide Länder beschlossen die Förderung der Zusammen­arbeit, damit ihre Freundschaft untereinander den beabsichtigten Zwecken entsprechen möge zum Wohle beider Nationen und darüber hinaus der europä­ischen Zivilisation.

gebäude konnte im Rahmen der Schätzungsziffern bereits sichergestellt werden. Dieser Bau wird in seiner äußeren Formgestaltung im wesent­lichen dem Haus der Deutschen Kunst gleichen. D'e Gesamtlänge des Hauses beträgt 220 Meter, ohne die beiden Anbauten rechts und links 158 Meter, die Tiefe 42 Meter. Die gesamte Ansftellunasfläche umfaßt 9600 Quadratmeter gegenüber 6300 im Haus der Deutschen Kunst. Das Ausstellungsgebäude betritt man von der Prinzregentenstraße her durch eine offene Halle von 106 Meter Länge, 14,5 Meter Tiefe und 13,3 Meter Höhe. Drei Eingänge führen in die Vorhalle und von dort in die Hauptausstel- lungshalle mit einer Länge von 24,5 und einer Breite von 24 Meter. Eine Monumentaltreppe bringt uns von der Hauptausstellungshalle ins Obergeschoß, wo sich drei größere, von oben beleuch­tete Säle von 12 bis 13 Meter Höhe befinden. Sie dienen dem Kun st Handwerk, während die Räume im Erdgeschoß für Architekturmo­delle bestimmt sind.

Spanisch-italienisches Einverständnis.

Graf Ciano in Madrid,Toledo und Sevilla.

Madrid, 17. Juli. (Europapreß.) Der italie­nische Außenminister Graf Ciano traf am Samstagnachmittag auf dem Madrider Flughafen Barajas ein. Er begab sich durch die festlich ge­schmückten Straßen der Hauptstadt, wo ihm Hun­derttausende zujubelten, zum Gebäude des Minister­präsidiums. Der spanische Außenminister, General Iordana, gab dort ein Festessen, an dem die führenden Männer des neuen Spanien teilnahmen. Anschließend besichtigte Graf Ciano das während des spanischen Krieges jahrelang hart umkämpfte Universitätsviertel. Noch am Nachmittag trat Graf Ciano mit seinen Begleitern die Weiterfahrt nach Toledo an, wo er den Alkazar besichtigte

Geschrei und Geschimpfe der Kritikaster zum Schweigen verdammt sein wird. Denn dann war nicht mehr die Auffassung dieser wurzel­losen Literaten entscheidend, sondern d i e Meinung des Volkes. Denn je mehr die neue Kunst ihrer Aufgabe entsprechen sollte, um so mehr muhte sie ja zum Volke reden, das heiht, dem Volke zugänglich sein. Damit aber hörte die Kunst auf, das mehr oder weniger in­terne Gesprächsthema schwindsüchtiger Aesthe- ten zu sein, sondern sie begann ein kraftvolles Element unseres kulturellen Lebens zu werden. Ganz gleich, was nun der eine oder andere Ver­rückte darüber vielleicht auch heute noch zu denken beliebt, auf den neu entstandenen Plätzen ent­scheidet nunmehr aber schon längst das Volk. Das Gewicht der Zustimmung von Millionen läßt jetzt die Meinung einzelner völlig belanglos sein. Ihre Auffassung ist kulturell genau so unwichtig, wie es die Auffassung von politischen Eigenbrödlern ist. Die politische und kulturelle Emigration hatte für das Volk in dem Augenblick jede Bedeutung ver­loren, in dem die Taten dem Volk als solche sicht­bar wurden und damit das Interesse an den rein theoretischen Abhandlungen dieser Leute einmal für immer verschwand. So wie das Reich gewachsen ist, so wächst nun auch seine Kunst. Die Denkmäler der Architektur sind schon heute gewaltige Zeugen für die Kraft der neuen deutschen Erscheinung auch auf kulturpolitischem Gebiet. So wie die einzelnen Stadien der nationalen Wiedererhebung, die in der Schaffung des Großdeutschen Reiches ihre stolze Bekrönung erhielten, den politischen Nörgler er­ledigten, so erledigen die unvergänglichen Bauwerke des neuen Reiches den kulturellen. Daß die Archi­tektur nunmehr aber auch eine immer würdigere Ergänzung auf dem Gebiet der Plastik und der Malerei findet, kann nicht bestritten werden.

Das erste Ziel unseres neuen deutschen Kunstschaffens ist ohne Zweifel schon heute erreicht. So, wie von dieser Stadt Mün­chen die baukünstlerische Gesundung ihren An­fang nahm, hat hier auch vor drei Jahren die Reinigung eingesetzt auf dem vielleicht noch mehr verwüsteten Gebiet der Plastik und Ma­lerei. Der ganze Schwindelbetrieb einer deka­denten oder krankhaften verlogenen Modekunst ist hinweggefegt. Ein anständiges all­gemeines Niveau wurde erreicht. Und dieses ist sehr viel, denn aus ihm erst können sich die wahrhaft schöpferischen Genies erheben. Wir glauben nicht nur, sondern wir wissen es, daß sich heute bereits solche Sterne am Himmel unseres deutschen Kunstschaffens zeigen. Die dritte Ausstellung im neuen Haus der Deutschen Kunst bestärkt uns in diesem Glauben. Wir wollen aber deshalb erst recht hoffen und es erwarten, daß die zur Kunst Be­rufenen mit einem wahrhaft heiligen Eifer zu ihrer Aufgabe stehen. Wir sind gewillt, nunmehr von Ausstellung zu Ausstellung einen strengeren Maßstab anzulegen und aus dem allgemeinen anständigen Können nun die begnadeten Leistungen herauszusuchen.

Wir haben dieses Mal schon ein Niveau, bei dem es schwer war, zwischen oft zwei und drei gleich­wertigen Werken eine Entscheidung zu treffen. Ich habe mich daher entschlossen, so wie im vergangenen Jahr anzuordnen, daß ein Teil ausgestellter Arbei­ten nach ihrem Verkauf durch solche ebenbürtige er­setzt wird, die nur infolge des Mangels an Platz ini Augenblick keine Berücksichtigung finden konnten. Ich möchte nun aber auch die Hoffnung ausdrücken, daß sich vielleicht einzelne Künstler von wirklichem Format in Zukunft innerlich den Erlebnissen, Ge­schehnissen und den gedanklichen Grundlagen der Zeit zuwenden, die ihnen selbst zunächst schon rein äußerlich die materiellen Voraus­setzungen für ihre Arbeiten gibt. Denn so tau­sendfältig auch die früheren geschichtlichen Visionen oder sonstigen Lebenseindrücke fein mögen, die den Künstler zu seinem Schaffen befruchten, ihm vor­schweben oder ihn begeistern, so steht doch über allem die Großartigkeit seiner heuti­gen eigenen Zeit, die sich den erhabensten Epochen unterer deutschen Geschichte wohl als eben­bürtig zur Seite stellen kann. Manche Arbeiten, die sich in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen ver­suchten, mußten wir zurückweisen, weil die Kraft

Reichsleiter, Generale, Gauleiter und Angehörige des Diplomatischen Korps. Zusammen mit dem Präsi­denten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels sah man den italienischen Minister für Volkskultur, Alf ieri.

Ein neues Ausstellungsgebäude für Architektur und Kunsthandwerk.

Auf der Jahresversammlung desHauses der Deutschen Kunst" teilte der Vorsitzende des Vorstan­des, Bankier August von Fink, mit, daß das Haus der Deutschen Kunst das größte und schönste Ausstellungsgebäude der Kunst sei, das es auf der Welt gibt, das jetzt schon zu klein werde. Aus dieser Erkenntnis heraus habe der Führer den Auf­trag gegeben, daß dem Haus der Deutschen Kunst gegenüber ein zweites Haus errichtet werde. Dann werde es möglich sein, die Gesamtheit deut- chen Kunstschaffens unserer Zeit in repräsentativer Form zur Geltung zu bringen. Die Finanzie­rung der Baukosten für das zweite Ausstellungs-

oortrug. Franz Schuberts große L-ckur-Sym- phonie fand ihren berufenen Vermittler im sude­tendeutschen philharmonischen Orchester aus Rei­chenberg unter seinem Generalmusikdirektor Klaus N e 11 ft r ä 11 e r. Von Richard Strauß spiel­ten die Wiener Philharmoniker im Alten Bota­nischen Garten die Alpen-Symphonie. Hans P f i tz n e r und Werner Egk waren mit klei­neren Werken vertreten. Auch von den Kammer­orchestern, die an vier verschiedenen Stellen kon­zertierten, wurde den zeitgenössischen Komponisten ein gebührender Platz eingeräumt. Besonders herz­lichen Widerhall fand das memeldeutsche Kammer­orchester im Hof des Künstlerhauses.

In die Klänge des Orchesters mischten sich die Stimmen der Chöre. Schon am Nachmittag hat­ten die Wiener Sängerknaben ihre s-espells-Kunst im Alten Botanischen Garten mit volkstümlichen Weisen vorgeführt. Am Abend er­neuerten sie ihren Erfolg und Viktor C o m b o c z auf dem Ritter-von-Epp-Platz. Mit vorwiegend ernsten Gesängen am Haus des Deutschen Rechts ließ Eugen Papst mit dem Kölner Männer- gesang verein hauptsächlich Chorschöpfungen lebender Meister erklingen. Mit den auswärtigen Gästen wetteiferten an verschiedenen Plätzen meh­rere Münchener Gesangvereine.

Festlicher Höhepunkt des Tages der deutschen Kunst war am Sonntagnachmittag der große Festzug2000 Jahre deutsche Kultur" der, erweitert durch viele Gruppen mit Symbolen aus den zum Reich heimgekehrten Gebieten, den begeisterten Beifall der Hunderttausende in den Feststraßen erweckte. Sie ließen sich nicht einmal von den Regengüssen vertreiben, die zeitweise heftig herniederrauschten. Wohl waren diesmal viele der Festwagen die gleichen wie im Vorjahre. Schöner aber und reicher waren fast alle ausgestattet wor­den. Am lautesten aber wurden jene Darstellungen begrüßt, in denen die bedeutsamen historischen Er­eignisse des vergangenen Jahres ihren Ausdruck fanden. Auf der Tribüne am Odeonsplatz hatten unter dem hohen, in Blau und Gold gehaltenen und mit dem Hoheitsadler geschmückten Baldachin neben Adolf Hitler Minister Alf ieri, Neichsminister Dr. Goebbels, Gauleiter Staats- minifter Wagner und die beiden Schöpfer des Festzuges, die Professoren Knecht und Kaspar, Platz genommen.

Bald verkündeten Fanfaren das Nahen des Fest­zuges. Zunächst erlebten die Zuschauer die ä l t e st e deutsche Kultur, die germanische Zeit. Die mythische Welt der nordisch-germanischen Vorzeit erwachte vor ihrem Auge in den Sinnbildern der Sonne, des Tages, der Weltesche und der drei Göt­tinnen aus Walhall, Gruppen die die Zuschauer allenthalben mit bewunderndem Applaus begrüßten. Als Gründer des Ersten Reiches deutscher Nation schritt den nun folgenden Gruppen Kaiser Karl der Große im Krönungsornat mit dem Reichs­apfel und Szepter voran. Friedrich Barba­rossa und die wuchtigen Plastiken vom Fürsten­portal in Bamberg und die Stifterfiguren des Naumburger Domes begeisterten von neuem ebenso wie die kostbaren Gobelins, auf denen Szenen aus deutschen Heldenliedern in prächtiger Stickerei zu

in der Stadt der Deutschen Kunst wollten die schö­nen Stunden so lange als immer möglich genießen. Das repräsentativste Fest wurde vom Haus der Deutschen Kunst in das Künstlerhaus ver­legt. Eine hohe Auszeichnung erfuhr dieses Fest dadurch, daß der Führer in diesem Hause er­schien, das auf feine Anregung umgebaut und in seiner neuen Schönheit vor Jahresfrist den Münch­ner Künstlern vom Führer zum Geschenk gemacht worden ist. Das Ballett des Deutschen Opernhauses

sehen waren. Ritter und Modelle himmelstürmender Bauten führten in die Zeit der Gotik. An kunst­vollen Schreinen und prunkvollen Flügelaltären in Rot und Gold zeigten sich gotische Kunstwerke von strahlender Schönheit.

Die Renaissance im Festzuge, verkörpert durch Landsknechte in bunten Uniformen, durch Reiter mit den Fahnen der sieben Kurfürstentümer, durch Maximilian I. als den Förderer der Kunst und Malerei, fand in vielen Wagen eine voll­endete Darstellung. Die spielerischen Formen des Barock und Rokoko dargestellt durch ent­zückende Figuren aus der bayerischen Vergangen­heit wurden eindrucksvoll gegenübergestellt dem straffen Schritt der Grenadiere Friedrichs des Gro­ßen und der Reiter des Prinzen Eugen. Die Zeit der Befreiungskriege: Auf wallenden Fahnen das Eiserne Kreuz. Ihm folgten als Kunstzeugen der klassizistischen Epoche Pallas Athene. Den aanzen Zauber der Romantik offenbarte der Wagen mit den vier großen goldenen Harfen und dem schimmernden Schwan Lohengrins: die Musik hul­digt Richard Wagner.

'Mit imposanten schwarzen Reitern, die goldene Siegeszeichen in den Händen hielten, begann die bildhafte Darstellung der neuen Zeit. Lodernde Fackeln und goldumkränzte Opferschalen, begleitet von Frauen in Schleiern der Trauer, kündeten von Opfer und Entsagung, lieber allem erwachsen Glaube undTreue, versinnbildlicht durch zwei riesige Doppelgestalten. Jüngste deutsche Geschichte wuxde lebendig: Saar und Rhein kehren heim. Und dann verkündeten wallende Fahnen die Rück­kehr der deutschen Ostmark. In gläsernem Schrein ruhten einzigartige Nachbildungen der R e i ch s i n s i g n i e n , die Wien bisher gehütet hat und die nun wieder in der alten Reichsstadt Nürnberg aufbewahrt werden. Die Feste Salzburg, die Donau, Kärntens Hirsche und der Tiroler Adler

Berlin bot ein griechisches TanzspielTanz um Helena" von Rudolf Kolling, nach Musik von Gluck, die vom sutetendeutschen Philharmonischen Orchester unter Leo Spies (Berlin) gespielt wurde.

Der Englische Garten wartete mit zwei Tanzplätzen auf. UeberaH war frohes Leben. Ueberall herrschte Festesfreude. Lampions schwangen sich in kühnen Bogen in die Bäume hinauf, ver­steckten sich dezent hinterm Strauchwerk und schu­fen im weiten Park eine einzigartige Stimmung. Auf dem Kleinhesseloher See, dessen Ufer und Parks im Silberlicht erstrahlten, erlebten Tausende dieNachtderNymphe n". Ein Fest­spiel auf dem See mit einem Festzug der Schiffe, ein Reigen der Blumenboote und Vorführungen des Peter Pawlinin-Balletts entzückten die Teilnehmer. Am chinesischen Turm hatte sich Alt-Mün­chen ein Stelldichein gegeben. Hier wurde die Welt des Biedermeier lebendig, die Zeit der geschweiften Zylinder, der Medaillons am samtenen Band. Deutsche Tänze von Mozart und Walzer von Strauß klangen durch die Nacht. Der Festsaal des Deutschen Museums hatte sich in ein mär­chenhaftes Blütenreich verwandelt. Blumen hingen von den Lüstern herab, rankten sich längs der Brü­stungen und schmückten Pfeiler, Wände und Tische. Anmutige Mädchengestalten in weiten wallenden Gewändern mit Blumenstäben in den Händen gelei­teten die Gäste in den Saal. Hier gaben die Wiener Harmoniker unter Generalmusikdirektor Böhm Proben ihres Könnens. Perlen deutscher Walzer bildeten den Auftakt zu dem froh beschwingten Fest, das zu einer bunt wirbelnden Tanznacht wurde. Bernhard Ette spielte auf, und die besten deut­schen Balletts hatten ihre besten Kräfte entsandt.

München ein Künstlerhof", so lautete das Motto für Tanz und Spiel auf fünf verschiedenen Plytzender Stadt. Auf dem Gärtnerplatz herrschte unter Lampions Volksfeststimmung um dieLustige Witwe". Das Theater selbst lag im Scheinwerferlicht Unter seinem Vorbau spielte die Musik. Rund um das Blumenrondell promenierte die Menge. Schieß­buden, Bierzelte, Weinlauben usw. waren errichtet und hatten Hochbetrieb. Am Wittelsbacher Platz hieß die ParoleIm goldenen Strahlen- glanz". Festmusik der SA., ein Waldhornquartelt Licht- und Farbenreigen vereinten sich zu froher Harmonie. Bei dem Fest der galanten Zeit auf dem Marienplatz erlebten die Besucher eine Lichter­polonaise, den Münchner Schaefflertanz,' schmet­ternde Fanfaren und Walzerweisen. Altmünchen traf sich am Platzl. Hier erfolgte der festliche Ein­marsch von Alt-Monachia mit Kutschen aus der Spitzwegzeit, Postillionen und Waldhornklang. In

der Gestaltung leider nicht genügte, um das Gewollte so zu bringen, daß es dem Vergleich mit den aus ähnlichem Geist geschaffenen Werken vergangener Zeiten und damit einer letzten Prü­fung hätte standhalten können. Wenn aus ihnen wie so oft aber die Einfalt eines tiefen Ge­mütes spricht, dann verdienen sie trotzdem unseren Dank. Ihr, ich möchte fast sagen, frommes Begin­nen, müßte eine Verpflichtung sein für die­jenigen, denen die Vorsehung die Gnade gab, i n vollendeterer Form das auszudrücken, was alle fühlenden und denkenden Menschen in unserer heutigen Zeit bewegt.

Ich' will nun diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen und damit allen jenen Deutschen, die sei es aus ihrem Berufe heraus oder sei es sonst als kunstbegeisterte Menschen an dem neuen Aufstieg unserer Kunst mit heißem Herzen hängen, einen kurzen Einblick in die geplante Ent- wicklungdieses Hauses zu geben. Dank dem Einsatz der schon mit der Finanzierung des heu­tigen Hauses der Deutschen Kunst Beauftragten und der großherzigen Hilfsbereitschaft deutscher Kunst- mäzene ist es gelungen, die finanziellen Grundlagen für den Ergänzungsbau s i ch e r z u st e l l e n. Er soll in erster Linie der Ausstellung der Meisterwerke unserer Baukunst und unserer Plastik dienen. Prof. Gall hat einen wunderbaren Plan hierfür geschaffen. Der Bau entsteht an der gegenüber» liegenden Seite dieser einmaligen Straße. Es wird dann in Zukunft möglich sein, die große deutsche Kunstausstellung alle Gebiete des Schaffens der bildenden Künste umfassen zu lassen, die Meister­werke unserer Architektur, der Malerei und der Pla­stik als eine GesamtschauderArbeitdeut- scher Kiinstle r. Noch heuer soll die Grundstein­legung erfolgen. Wenige Jahre später hoffen wir, das Werk seiner Bestimmung übergeben zu können. Es wird mithelfen, die Bedeutung einer Veranstal­tung zu steigern, deren diesmalige Eröffnung ich nunmehr erkläre."

Nach der mit stürmischem Beifall aufgenomme­nen Rede schließt Präsident von Finck die Fest­stunde mit dem Heil auf den Schöpfer und För­derer der deutschen Kunst. Im Anschluß an den Festakt besichtigten der Führer und die Ehrengäste die Ausstellung. Neben dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und dem Reichs- Protektor von Böhmen und Mähren Freiherrn von Neurath sieht man zahlreiche Reichsminister,