Ir. 164 Erste? Blaff
189. Jahrgang
Montag, U.juli 1959
Ä Potsdc
« 5U1J «tl'ltslf
Ie' Sri "MS °°« nut “'Wink
Auch j !ns" b 8-. 9n unbert "gsrecht i kesses. n ßnhui# «n Truil
I« ct |ur di
Moll« rabe. Pn Weisman 8«r Land [- sitzen |« lenbeck, d ren hinlr i sind m vettch Vchwermr „heiterdi sindet bal wachst h 5, und gii
Ml« Mühle a> densglockv entgegn
Deutsch . Geb. y - 02) - Wrs jffi in, m V entftyek >burg m >chon xy :en LK
m
seinen V
lat
e der „®t iimarschns persönlich« »lutionän' t MahiM mpszeit ff j reich wc kaum eiri ! gerade b; tbige Sia1. tstreue be
Diese r Lime do:
t, mich «ehr wo» , (2 Uhr» »* n io all bft 1 20. US Ob» räuterfee
ichlant ganzen A-'Ä
rÄ -ul ME Säg i|er..$«S :S'°r -en.
x DerlaS
H Zs «ö
Lrschemi tü glich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Sietzener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle
Monats Bezugspreis:
Nit 4 Beilagen RM.1.95 bhne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 5uch bei Nichterscheinen ion einzelnen Nummern hfolge höherer Gewalt
Zernsprechanschlüffe inter Sammelnummer 2251
Anschrift für Drahtnach» rchten: Anzeiger Stehen
Postscheckkonto:
sranlfurt am Main 11688
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vruL und Verlag: vrühlsche llniverfitätsdruckerei 8. Lange ht Siehe«. Schristleitung und Geschästrftelle: Schulftrahe 7
Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70 mm Breite bO Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie ein» fpaltige Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Die Größe der Gegenwart stellt der Kunst große Aufgaben.
Der Führer eröffnet die dritte Große Deutsche Kunstausstellung in München.
W
X* I WM
-
Ein Bild vom Rundgang durch die Ausstellung, den der Führer an der Spitze der Ehrengäste nach der Eröffnungsfeier unternahm. Rechts vom Führer Reichsprotektor Freiherr von Neurath, links Frau Professor T r o o st. Ganz links: Reichsminister Dr. Goebbels mit dem italienischen Minister für Volkskultur A l f i e r i, hinter den beiden der italienische Botschafter in Berlin Attoli<o. — (Schcrl-Bilderdienst-M.)
München, 16. Juli. (DNB.) Der Stadt der D irischen Kunst und ihre Gäste erlebten am Sonn- log die Eröffnung der 3. Großen Deutschen Kunstausstellung durch den Führer, den Festzug „2000 I hre deutsche Kultur" und die „Festnacht der K nstler". Unübersehbar war die Menschenmenge il der Umgebung des Hauses der Deutschen Kunst, 2j in freudiger Erwartung des Führers harrte. L«r dem Portal des Hauses der Deutschen Kunst (v pfängt den Führer Gauleiter Staatsminister 215 o I f Wagner zusammen mit dem Präsidenten
von Finck, Reichsstatthalter General R i t - iirr von Epp und Ministerpräsident Siebert. 2 nn begrüßte Präsident Dr. von Finck den Führt in herzlichen Willkommensworten, in denen ct dem Wunsche Ausdruck gab,, daß es den deut- fd”n Künstlern vergönnt sein möge, das hohe Ziel ir ndelloser Schönheit artaebundener Kunst zu er- rechen, das der Führer ihnen gegeben habe.
9egen 11 Uhr betritt der Führer die Ehren- h II e. Kaum hat er Platz genommen, so erklingt» von der rückwärtigen Empore her die Stim- irm des Städtischen Singchors Augsburg unter L tung von Professor Otto I o ch u m. Anschließend linierten die Berliner Philharmoniker Beechovens „Reihe des Hauses" unter Stabführung von Professor Hrmann Abendroth. Dann grüßt Gauleiter Enatsminister Wagner den Führer, die Ehren- g te und die deutschen Künstler und bittet den Füh- t.u das Wort zu ergreifen.
Der Führer spricht.
..So großartig und bezwingend die historischen Ereignisse einst waren, die 1870/71 zur Neugrün- fc.ng des Deutschen Reiches führten, so unbefrie- dsend blieb das Ergebnis dieses geschichtlichen Pro- 3«.es in kultureller Hinsicht. Nicht, daß alles, n-s in diesem Zeitraum künstlerisch geschaffen wor- di, war, als schlecht bezeichnet werden könnte, im Gzenteil. Vielleicht nähern wir uns schon jenem Hkchichtlichen Abstand, der es gestattet, viele der iirmaligen Werke in ihrer Schönheit und Größe pljektiver zu betrachten und zu würdigen. 2[ls?in aus dem Zusammenwirken der verschiedenen Sirnfte ergab sich kein ansprechendes ge- scilossenes Bild, auf jeden Fall aber kein <ie: ügend markantes. Neben einer Fülle glanzvolle Einzelleistungen vermissen wir den Gesamtaus- ir.itf einer wahrhaft repräsentativen Haltung, die 2c sonstigen Größe dieser Zeit entsprochen haben Mirde. Den Zeitgenossen freilich ist dies selbst kaum bewußt geworden. Uns aber, die wir dem Eindruck k damalig so gewaltig auf die Menschen einwir- Men politischen Geschehnisse etwas mehr entrückt jitio, bleiben di e Schwächen der Gesamt- h (tung dieser Zeit nicht verborgen.
jfld) möchte mich dabei keineswegs dem Urteil jeser anschließen, die den Stab über das künstlerische LMffen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ciffach deshalb brechen, weil sie in ihm das mehr okr weniger übersättigte Spie gelbild der E ile zahlreicher vergangener Epo- ch 'N erblicken. Denn ich glaube nicht, daß sich dies jemals ganz vermeiden laßt, und ich glaube daher aiti) nicht, daß dies von Schaden sein muß. So w' sich unser allgemeines Wissen auf den Er- jtlhrungen und Erkenntnissen vieler Z hrhunderte aufbaut und diese zur Grundlose des eigenen Weiterstrebens, so kann auch die tiutturelle Fortentwicklung nicht die Gesamtsumme k Leistungen vergangener Generationen einfach (Ersehen oder gar verleugnen. Gewollt oder un- zcwollt werden diese Zeitepochen m i t s p r e ch e n nn besonders dann in Erscheinung treten, wenn, nie in der Architektur, d e r Z w e ck des Bauwerks jet kein neu erfundener, sondern ein auch schon sicher vorhanden gewesen ist und mithin schon ü m a15 eine bestimmte bauliche Er- iill lung gefunden hat.
Wir wissen, daß zum Beispiel Semper diese nl.stische Bindung an bestimmte Leistungen der ' j«-gangenheit nicht nur als keine künstlerische Vor- ehftung, sondern als etwa Verständliches, ja ge= itezü Notwendiges empfand und dies dem- olprechend auch lehrte. Es kann ja auch nicht be- rtten werden, daß beispielsweise die Architektur ir^s Theaters uns noch am ehesten dann ent- pi cht, wenn sie eine Formensprache redet, die j’i kulturgeschichtlichen Herkunft dieser Institution, die ja keine neue Erfindung ist, mehr oder »eniger gerecht wird. Man kann sich eben aus Grunde wohl gotische Kirchen, aber unter Ithien Umständen ein gotisches Theater vorstellen, e; ffei denn, man wolle die historisch bedingte stili- M geschichtliche Empfindung der Besucher von rnnherein abstoßen und diese damit am Ende ver- tbiren.
Vries gilt aber nicht nur für die Baukunst. 51ud) in den anderen Künsten leben die t ergangenen Zeitalter mit Ihre leistungen gehören nicht nur zum vorhandenen (Sesamlkulturschah eines Volkes als eine Art bffbarer Erbmasse, sondern darüber hinaus cud) zum Bildungsgut. aus dem heraus und tiiffe(5 dem weiter geschaffen und fortentwickelt wird.
! Äas, was nun der ersten Gründungszeit des ? tuen Reiches den für uns so unbefriedigenden Chatt erzug gab, liegt daher weniger in der Viel
gestaltigkeit der damaligen künstlerischen Produktionen, als in dem ersichtlichen Unvermögen, der neuen geschichtlichen Großtat einen ebenso großen kulturellen zusätzlichen Eigenausdruck zu geben, d. h. also außer der trotz den zum Teil hervorragenden Cinzelarbeiten auch noch die Kraft zu einer Gesamtleistung zu finden, die^der Würde eines so großen Zeitalters entsprocheck hätte. Der tiefste Grund lag damals wohl in der Tatsache, daß eine ganze Anzahl ge- schichtemachender Männer, ich will nicht sagen amusisch veranlagt, aber zumindest künstlerisch mehr oder weniger desinteressiert waren. Dies ging so weit, daß sich die erfolgreichsten Staatsmänner, größten Feldherren und unsterblichen Künstler dieser sonst so großen Zeit in unserem Volke z. B. meist überhaupt nicht einmal persönlich kannten. Eine eigentlich doch ebenso beschämende wie erschütternde Tatsache! Es ist aber nun so, daß geschlossene und damit befriedigende künstlerische Leistungen nur dann entstehen können, wenn sie zutiefst aus der eine Zeit beherrschenden Gedankenwelt aufgehen. In Epochen einer langsamen Auswirkung sieghafter poli
tischer weltanschaulicher ober religiöser Gedanken ist es natürlich, daß sich im Laufe der Zeiten die künstlerische Produktion v o n s e l b st — schon aus Gründen der Marktfähigkeit — in den Dienst der herrschenden Ideale mehr und mehr zu stellen pflegt. In Zeiten schneller revolutionärer Entwicklungen kann eine solche Anpassung nur durch einen ordnenden und leitenden Eingriff von oben geschehen. Die Träger der politischen oder weltanschaulichen Formung der Völker müssen es versuchen, die künstlerischen Kräfte — selbst auf die Gefahr schwerster Eingriffe hin — im Sinne der allgemeinen weltanschaulichen Tendenzen und Erfordernisse auszurichten. Nur so kann verhindert werden, daß sich die zurückbleibende Kunst vom wirklichen Leben der Völker mehr und mehr trennt und damit endlich vereinsamt.
natürlich genügt es dann nicht, den Künsten nur mit „Anregungen" zu helfen oder sie durch Verbote bzw. Anordnungen zu reglementieren! Nein: Man muß ihnen vor allem die notwendigen Arbeits mög lich keiten sichern, d. h. also die der Zeit dienenden
Aufträge vergeben. Denn die zwingendste Beweiskraft liegt nun einmal in der Tat. Wenn die Steine sprechen sollen, müssen sie erst gesetzt werden. Es war aber das Tragische des hinter uns liegenden Zeitalters, daß gerade eine solche befruchtende Leitung der Künstler unterblieb. Wie schon betont, lag es an den in dieser Richtung nicht empfindenden damaligen Gestaltern des politischen Schicksals unseres Volkes. Des weiteren allerdings wohl auch in der mehr staatlichen konstruktiven Aufgabenstellung der damaligen Zeit und vor allem in der mehr formellen Lösung dieser Aufgaben. Die deutsche Reichsgründung der siebziger Jahre war p a l i - tisch eine gewaltige konstruktive Leistung, volk* l i ch gesehen konnte sie nur das Vorspiel sein. Die Erfüllung und Vollendung mußte von der äußeren staatlichen Prägung des Reiches hinweg den Weg zur inneren Formung des Volkes finden.
In den langen Jahren des Kampfes um die Macht hatte die nationalsozial ist i s ch e Bewegung natürlich keine Gelegenheit, diese von ihr übernommene Arbeit einer organischen Volksbildung auch kulturell durch praktische Arbeit 311 ergänzen. Erft mit dem Januar 1933, d. h. dem Tage der Machtübernahme, konnte cs sich entscheiden, ob die Bewegung auch auf diesem Wege ihrer Mission gerecht wurde ober ob sie, wie das vergangene Zeitalter, in der kulturellen Verewigung ihres Werkes versagen würde. Es war dabei begreiflich, daß (genau wie im politischen Leben) viele ber in einer scheinbar unbegrenzten Freiheit, d. h. in Wirklichkeit ungehemmten, Zügellosigkeit arbeitenden künstlerischen Kräfte jede organische Ordnung als widerwärtig empfanden und demgemäß ab lehnt en. Ja, bei manchem mag dieser Versuch zunächst geradezu als der Beweis für die Kunstunfreunblichkeit bes neuen Zeitalters gegolten haben. Ich rede dabei nur von den ernsten Künstlern, denn die in dieser scheinbar kulturellen Freiheit aufwachsenden, ober besser wie Pilze aus bem Boben schießenden Schwindler und Betrüger sahen nämlich, wie ihre politischen Kollegen, im Beginn dieses neuen Zeitalters mit Recht das Ende ihrer Herrlichkeit. Je bescheidener ihr wirkliches Können war, um fo lauter war deshalb verständlicherweise ihr entrüstetes Geschrei, und es mochte damals wohl mancher ernsthaft schaffende Künstler befürchten, daß am Ende unter der Einwirkung dieser Kritik ber Versuch, eine neue Blüte ber beutschen Kunst herbekuführen, scheitern mürbe.
Im Zuge ber Gesamtorbnung unseres nationalen Lebens mürbe nun allerdings diesen Elementen jenes Instrument m e g g e n 0 m m e n , dessen sie sich mangels sonstiger künstlerischer Befähigung immerhin noch am leichtesten zu bedienen vermochten. Die öffentliche Publizistik hörte auf, ein Mittel zur Verwirrung bes Volkes zu sein. Statt die Meinungen der Massen zu zerteilen und damit jede geschlossene Ansicht und Haltung auszuschließen, wurde bem nationalsozialistischen Staat auch die Presse, und darüber hinaus die ganze Publizistik, ein Hilfsmittel der Volksführung, um nicht nur auf politischem, sondern auch aufdem kulturellen Gebiet die einheitliche Ausrichtung zu ermöglichen.
Aber davon abgesehen: Entscheidend war, daß der neue Staat nicht nur die Bedeutung seiner volks. und machtpolitischen, sondern auch kulturellen Aufgaben erkannte und dies als eine wichtige Mission in ihrer vollen Bedeutung würdigte und damit aber auch zur Tat werden ließ. Ich vertrat in den Jahren vor und nach 1933 die lleberzeugung, daß, sowie die ersten Bauten von uns stehen würden, das
#5
|
I i
I
M
W-
■ K* ■
IIL
M - l - .
■ C
WM. ' Ü. ■ -t,
45 *■ 1
1 ■
... ■ ■ ■■
I
übermitteltes Bild zeigt, wie der Wagen des Meergottes Aegir dieTribünedesFührers, neben dem auch der italienische Unser telegraphisch ul>°rm,«lt°s ä w genommen hat, passiert. - (Scherl-Bilderdienst-M.)
*


