Ausgabe 
17.6.1939
 
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Lage

gefallen Die Be-

Eine

Polen in der Rolle der Tschechen

Polens Lustwaffe in den Kriegsplänen derFriedensfront".

auf eigene Konsulargerichtsbarkeit und Zolloorrechte, nachdem es schon mit dem Eintritt Chinas in den Weltkrieg 1917 seiner eigenen Niederlassungen in Tientsin, Hankau und anderen Orten oerlustig ge­gangen mar. England dagegen beanspruchte mehr und mehr das ganze Stromgebiet des unteren und mittleren Jangtjekiang als seine eigenste wirtschast- liche Interessensphäre, F r a n k r e i ch sah in der süd­lichen Grenzprovinz Jünnan ein geeignetes Aus­dehnungsfeld, und die Amerikaner haben wesentlich in Nordchina ihre Interessen konzentriert. Man darf diese freilich nicht überschätzen, das im handel mit Japan investierte amerikanische Kapital «st beträchtlich größer als die amerikanischen Inter­essen in China, woraus sich vielleicht auch erklärt, daß die Vereinigten Staaten im gegenwärtigen China-Konflikt es niemals zu so schroffen Ausein- anderseßungen mit Japan kommen ließen wie Eng- land und man sich auch in Tokio bemühte, die Amerikaner nicht unnötig zu reizen.

Daß das System der fremden Niederlassungen in China durch die Besetzung des gesamten chinesischen Küstengebiets und des Iangtsebeckens bis nach Han- kau hin durch japanische Truppen erheblich in Mit­leidenschaft gezogen werden mußte, lag auf der Hand. Schon rein stimmungsmäßig konnten die Ja­paner für die Sonderrechte der Westmächte keine anderen Gefühle aufbringen als früher die Chi­nesen, mochten sie auch einst diese Rechte selber besessen haben. Aber mit ihrem Anspruch auf Einigung Ostasiens unter japanischer Führung sind die ausländischen Vorrechte unvereinbar. Zudem mußten sic sehen, daß die Engländer vor allem ihnen nicht nur die gleichberechtigte Mitverwaltung der internationalen Niederlassungen, z. B. in Schang­hai, dem weitaus bedeutendsten Handelszentrum

E. F. Paris, 16. Juni. .

Durch die immer enger werdende französisch-eng­lische diplomatische und militärische Zusammenarbeit ist auch die Frage des Baues eines Tunnels unter dem A e r m e l - K a n a l, der von Calais nach Dover führen würde, wieder aufgetaucht. Der Excelsior" kündigt die baldige Verwirklichung die­ses Planes an. Der außenpolitische Kammerausschuß beschäftige sich gegenwärtig mit einem Entwurf, der von dem lothringischen Abgeordneten Marcel Bou­cher stamme und die Regierung auffordere, sofort mit der englischen Regierung in Verhandlungen über den Tunnelbau einzutr^ren. Der Abgeordnete sei der Ansicht, daß der Tunnel in verhältnismäßig kurzer Zeit mit einem Kostenaufwand von vier bis fünf Milliarden Franken gebaut werden könnte. Vor allem wurde auf die militärischen Vor­teile eines solchen Tunnels hingewiesen und er­klärt, der Aermelkanal sei trotz der englischen und französischen Küstenbatterien zu beiden .Seiten des Kanals verwundbar. Das Hauptargument für den Tunnelbau sei, daß durch ihn der Transport von Kriegsmaterial, Soldaten, Lebensmitteln und Roh­stoffen in beiden Richtungen mit der größtmöglichen Schnelligkeit und Sicherheit ausgeführt werden könnte. Die Befürworter dieses Planes glaubten, der gegenwärtige Zeitpunkt fei aus psychologischen Gründen für die Verwirklichung dieses Planes günstig.

In London fand, wie derExcelsior" weiter meldet, dieser Tage eine Sitzung ber Compagnie de Tunnel sousla Manche statt, in der der Vorsitzende, Baron von Erlanger, seine Zu­versicht über die baldige Verwirklichung des Planes ausdrückte. Erlanger habe erklärt, die englische Re­gierung prüfe mit Interesse diese Frage. Außerdem sei der frühere französische Generalissimus Wey- g a n d in das französische Komitee dieser Gesellschaft eingetreten.

C o t die Aufgabe hatte, Deutschland in den Rücken zu fallen und durch die Bereitstellung seines Ge­bietes an die alliierten Luftflotten einschließlich der Bombengeschwader aus der Sowjetunion die deut­sche Industrie zu zerschmettern. Durch die eherne Entwicklung wurden alle diese Pläne überholt. Daß sie aber n i ch t tot sind, beweisen die erwähnten Ausführungen desTemps" von neuem. Sie ent­hüllen restlos die verbrecherischen Absichten der Ein­kreiser, die den salbungsvollenFriedensreden" ihrer Staatsmänner zum Trotz kaltblütig die Aktionen zur Vernichtung Deutschlands berechnen.

Oie Oeutschenhetze im Olsa- Gebiet und in Wolhynien.

Nationen führte.

Damals wurden weitere Vertragshäfen dem frem­den handel geöffnet, darunter auch Tientsin, die Zulassung fremder Gesandtschaften in Peking wurde erzwungen bis dahin hatte es die kaiser­liche Regierung für unter ihrer Würde gehalten, mit ausländischen Diplomaten auf dem Fuße der -Gleichberechtigung zu verkehren, die freie Schiff­fahrt auf dem Jangtse, freie Betätigung der Mis­sionare in ganz China und schließlich in der Folge eine der wesentlichsten und einschneidendsten Eigen­tümlichkeiten der fremden Konzessionen in China, die Konsulargerichtsbarkeit, wie sie , später in ähnlicher Form auch in der Türkei und . bis vor kurzem noch in Aegypten bestand. Sie ent­zog alle Streitigkeiten nicht nur der Fremden unter­einander, sondern auch solche zwischen Fremden und ' Chinesen, den chinesischen Gerichten und wies sie i den britischen bzw. französischen Konsulargerichten , zu. In den Dertragshäfen, deren Zahl mit der Zeit , auf 58 anstieg, durften die Fremden ferner Grund­stücke erwerben und eigene Handelsfirmen unter­halten. Eine weitere starke Einschränkung der chinesischen Staatshoheit zu Gunsten der Fremden war die Gründung des Seezollamts 1863 unter aus­ländischer Verwaltung. Ursprünglich diente es der Sicherstellung der Kriegsentschädigung, die England und Frankreich im Vertrag von Tientsin gefordert hatten, dann wurde es jedoch durch die Ausdehnung feiner Befugnisse auf die Binnenzölle, auf Instand­haltung der'Leuchtfeuer, auf die Hafenverwaltungen, auf die Post, deren moderne Organisation eigenstes Werk des Seezollamts ist, unter der Leitung des eng­lischen Generalinspektors Sir Robert hart von größter Bedeutung für die ganze chinesische Finanz­verwaltung und eine moderne Wirtschaftspolitik. Auch alle' genaueren statistischen und wirtschafts­wissenschaftlichen Angaben über China verdanken wir den Arbeiten des Seezollamts.

Aber es konnte nicht au5b(eiben, daß das chine­sische Volk alle diese Sonderrechte der Fremden, mochten sie nun im einzelnen den eigensüchtigen In­teressen des fremden Handels dienen oder auch den Chinesen selbst von Nutzen sein, als Demütigungen empfand. So führten Ermordungen von Fremden zu immer neuenZwischenfällen", die den auslän­dischen Nationen, vorweg England und Frankreich, willkommenen Anlaß boten, von den schwachen chine­sischen Regierungen neue Vorrechte zu erzwingen, zuletzt noch nach dem bekannten Boxeraufstand von 1000, in dem sich die chinesischen Volksmassen, von 'fremdenfeindlichen Geheimgesellschaften fanati­siert, gegen das ganze System der ausländischen Pachtungen, exterritorialen Niederlassungen, Konzes­sionen für Eisenbahnen, Bergwerke, Salzmonopole und anderen Ausgeburten eines dem chinesischen Volkscharaktcr fremden modernen Kapitalismus wandten. Aber erst nach dem Sturz der Manbschu- dynastie 1911 und dem Werden eines einheitlichen chinesischen Nationalgefühls dank der Reformbewe­gung Sunyatsens wird der Widerstand gegen das weitere Eindringen fremder Einflüsse zur Lebens­maxime des Chinesen. Freilich praktisch waren die Wirren der Revolution und der fortdauernden Bür­gerkriege nur dazu angetan, die fremden Nationen zu ermuntern, unter der Hand ihre wirtschaftliche Stellung und zu deren Sicherung auch ihre macht- politischen Positionen in China immer mehr auszu bauen. Lediglich Deutschland verzichtete in dem Friedensabkommen mit China vom 22. Mai 1921

tif und des Dierjahresplans machten diese enge Verbindung erforderlich und nützlich.

Durch die Richtlinien des Führers vom Januar 1939 war die fernere Entwicklung klar oorgezeichnet. Sie sollte im Sinne des Gesetzes von 1937 weiter­gehen und die Reichsbank zu einer Notenbank um« gestalten, die der Souveränität des Rei­ches untersteht, wie es nationalsozialistischen Grundsätzen entspricht. Damit war nicht gesagt, daß die Bank verstaatlicht werden sollte. Das ist in dem neuen Gesetz auch nicht geschehen. Es ist je­doch festgelegt, daß die Inhaber der Anteilscheine Staatsbürger fein müssen, also nicht Ausländer und Nichtarier fein können. Der Besitz der Anteil­scheine wird der Spekulationsmöglichkeit entkleidet, indem festgelegt wird, daß die Dividende (rückwir­kend bis 1938) höchstens 5 v. h. betragen darf. Die ausscheidenden Anteilseigner erhalten gute Um« tauschmöqlichkeiten in Schatzanweisungen. Auslän­der in Vorzugsaktien der Golddiskontbank.

Dem nationalsozialistischen Prinzip entsprechend, gelangt der Führergrundsatz zur Anwen­dung. Dem Führer des Großdeutschen Reiches un­tersteht die Reichsbank unmittelbar. Er gibt seine Weisungen durch den Reichsbankpräsidenten, der von Beschlüsse?! des Direktoriums unabhängig ist. Das bisherige Direktorium bleibt bestehen, hat aber keine Beschlußrechte, sondern die Aufgaben des Vorstandes einer Gesellschaft. Die Hauptver­sammlung ist fernerhin die Vertretung der An­teilseigner, hat jedoch feinen Einfluß auf die ge­schäftlichen Angelegenheiten der Reichsbank. Sie wird am 30. Juni die formelle Zustimmung zu den Abfindungen bisheriger Anteilseigner erteilen. Die Bestimmungen über Notendeckung und Betriebskre­dite des Reiches liegen ausschließlich beim Führer. Seine Politik hat die Sicherung der deutschen Wäh­rung geschaffen, allen düsteren Prophezeiungen der Gegner zum Trotz. Die Reichsbank wird in ihrer neuen gesetzlichen Grundlage allein nach den Inter­essen des Volkes, dem Willen des Führers entfvre- chend, ausgerichtet sein. B. R.

Ausfuhrziffern des Monats Mai beleuchtet die Rolle der Vereinigten Staaten als Weltlieferant von Kriegsmaterial. Im ganzen sind demnach f ü r z e h n Millionen Dollar Kriegsmaterial im Mai ausgeführt worden. Die Hauptkunden sind Großbritannien, Mexiko, Holland und Niederländ'sch- Indien. England kaufte für 2,75 Millionen Dol­lar, Mexiko für 2,1 Millionen Dollar. An dritter Stelle steht Holland, dann folgen Frankreich, d i e Sowjetunion, Brasilien, China und schließlich Polen, das für 167 000 Dollar' Kriegsmaterial bezog.

Schadensersatzansprüche aus dem Melttrieq.

Berlin, 16. Juni. (DNB.) Amtlich wird mit­geteilt: Zur Entscheidung über Schadensersatz­ansprüche aus dem Weltkrieg war durch einen Staatsvertrag aus dem Jahre 1922 eine Deutsch-Amerikanisch Gemischte Kommission in Washington eingesetzt worden. Die amerikanischen Mitglieder dieser Kommission, in der die Stelle des deutschen Kommissars zur Zeit unbesetzt ist, haben Donnerstag eineEntscheidung" bekanntgegeben, nach der die Verantwortlichkeit des Reiches für die Zerstörung einer M n - nitionsfabrik und eines Bahnhofes in N e u y o r k in den Jahren 1916 und 1917 behauptet wird. DieEntscheidung", die offenbar lediglich die Einleitung eines neuen Feldzuges deutschfeindlicher Agitation bezweckt, ist unter Verletzung der Verfahrensvorschriften der Kommission ergangen und daher natürlich für die deutsche Regierung nicht verbindlich. Die deutsche Regierung behält sich die geeigneten Schritte vor.

Entscheidungen zu fordern.

Tientsin, wo mit Hilfe einer regelrechten Blockade um diese Entscheidung gerungen wird, ist mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern nächst Schanghai wohl die bedeutendste Handelsstadt Chi­nas. Der Peihofluß verbindet sie mit Peking und der Küste, die hier durch die schon erwähnten Taku- Forts geschützt ist, hier mündet auch der beruynue Kaiserkanal, eine Binnenwasserstraße, die seit Jayr- hunderten Schanghai mit Tientsin und Peking ver­band, jetzt aber seine Bedeutung an die Pu kau Tientsin-Eisenbahn hat abtreten müssen. Auch nu Peking und Mukden, der ehemaligen Hauptstadt der Mandschurei, steht Tientsin in Bahnverbindung. Tientsin hat zwei Hochschulen, eine ausgedehnte In­dustrie, namentlich der Texttl- und Maschinen- branche, und einen regen handel, zu dem auch die großen fremden Niederlassungen beitragen. In der britischen Konzession sollen etwa 3000 Engländer, 2000 andere Ausländer und 25 000 Chinesen leben, in der französischen etwa 1000 Franzosen und 60 000 Chinesen. Daneben bestehen noch eine japa­nische und eine italienische Konzession mit (1932) 15000 bzw. 6000 Bewohnern. Die deutsche Nieder­lassung ist, wie schon gesagt, 1917 aufgehoben, trotz­dem wohnen auch heute noch zahlreiche deutsche Kaufleute und Gewerbetreibende in Tientsin, die von einem deutschen Generalkonsul betreut werden, eine deutsche Handelskammer nimmt Deutschlands wirtschaftliche Interessen wahr, eine deutsche Real­schule steht den Kindern der Tientsin-Deutschen zur Verfügung. So ist Tientsin ein Mittelpunkt des innternationalen Lebens in China, der nun zum Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen Japan und den westlichen Demokratien über die Frage Zusammenarbeiten oder Entgegenwirken bei der Be­friedung Chinas geworden ist. Fr. W. L.

Oie llnteriunnelung des Aermelkanals «in alter plan in neuer Auflage.

Washington, 16. Juni. (Europapreß.) _____

Veröffentlichung des Staatsdepartements über die

war noch zu einer Zeit, als man sich zwischen Pa­ris und London wie Hund und Katze stand. Aber selbst nach der Entstehung der Entente cordiale von 1907 brachte Lord Kitchener das roieberaufgelebte Kanalprojekt mit den gleichen Argumenten wie fein Vorgänger zu Fall, Dasselbe Schicksal erlebte der Kanalplan 1924 und 1929, als sich die britische Reichsverteidigungskonferenz mit ihm befaßte. Das Projekt selbst ist bereits 137 Jahre alt; es stand auch in diesem Frühjahr, im Januar und März, wiederum besonders in Paris zur Debatte.

Während im 20. Jahrhundert stets die Franzosen es waren, die den Engländern das Kanalprojekt schmackhaft zu machen versuchten, will es der Trep­penwitz der Weltgeschichte, daß nicht ein Franzose, sondern ein Engländer auf den Einfall der Untertunnelung der Straße DoverCalais kam und diesen Vorschlag nach dem Frieden von Amiens da­mals Napoleon unterbreitete. Die ersten regel­rechten Pläne stammen von dem französischen Inge­nieur Mathieu. Der Franzvse Albert de Lap- parent stellte dann in den 70er Jahren durch 7000 Sondierungen einen geeigneten Baugrund fest, und 1882 begann tatsächlich der Bau. Er mußte, wie gesagt, eingestellt werden, als er noch nicht ein­mal zwei Kilometer lang mar. (Strecke DoverCa­lais 38 Kilometer.) Noch heute sind an der fran­zösischen Küste die tiefen Baugruben, halb verfallen, und die verrosteten Reste einiger Maschinen zu sehen.

Da der Tunnel, um gegen jeden Wassereinbruch in den Freibrgen Grund des dortigen Meeres­bodens unter allen Umständen sicher zu sein, in einer beträchtlichen Tiefe unter der Kanalsohle an­gelegt werden müßte, würden auch seine beiden Ein- und Ausfahrtrampen eine ungewöhnliche Länge haben müssen. Die Gesamtstrecke des Tunnels dürfte sich auf 50 bis 55 Kilometer ausdehnen, was die Be- und Entlüstungsschwierigkeiten noch we­sentlich erhöht. Selbst wenn man sich über die Durch­führung des Projektes und die Verteilung der Ko­sten einigen würde, so würde die Ausführung selbst eine lange Reihe von Jahren beanspruchen.

Oie Bereinigten Staaten als Kriegslieferont.

Die Polen plakatieren jetzt jeden Tag Zahl und Bedeutung des V o l k s d e u t s ch t u rn s i n P o l e n. Denn die meisten Binnendeutschen glauben ja leider nur, daß in den früheren preußischen Provinzen Posen und Westpreußen Pommerellen-Deutjche wohnen. Aber das ist ganz falsch. Wir sprachen schon neulich von den 200 000 Deutschen im Lodzer Raum, und jetzt wird gemeldet, daß 50000 Volks­deutsche in Wolhynien aller ihrer Organisatio­nen beraubt worden sind bis auf eine Kreditgenossen­schaft. Jawohl! In dieser östlichen Provinz Polens leben seit m*- als 100 Jahren deutsche Dauern und Kleingewerbetreibende, die schwer um ihre Schulen ringen, die schon seit Jahren den Polen ein Dorn im Auge sind. Dann werden polnische Griffe ins deutsche Eigentum aus dem Olsa - Gebiet ge­meldet. Das ist die Landschaft am Olsa-Fluß, etwa von der Stadt Tesch en bis zur Stadt D her­be r g , die sich die Polen reichlich mühelos Ende September 1939übereignet" haben. In Te- schen und in Oderberg ist mindestens die Hälfte der Bevölkerung deutsch. In Oderberg wurde zur Vertuschung dieses Tatbestandes eine kommissarischen ati o n a l pol ni sche" Stadtverwal­tung eingesetzt. Teschen hat, als Gesamtgemeinde beiderseits der Olsa, 25 000, Oderberg mit seinen Vororten etwa 14 000 Einwohner.

Zertragshäfen", Amoy, Kanton, Mugpo, Futschau ^nd Schanghai, für den fremden Handel mit Waf­fengewalt erzwungen hatte. Die aus Unzufrieden­heit mit den wirtschaftlichen und politischen Zu­ständen in Verbindung mit religiös-mystischen Vor­stellung von Geheimgesellschaften genährte Tai- ping-Rebellion gegen die Mandschu-Herr- schaft konnte nur mit Hilfe der Fremden nieder­geworfen werden the ever victorious army, die immer siegreiche Armee", nannten sich ruhmredig die von den Fremden Schanghais angeworbenen chinesischen und malaiischen Truppen, die unter Füh­rung von Amerikanern und später unter dem Be­fehl des als Verteidiger von Chartum im Mahdisten- aufftanb berühmt gewordenen englischen Obersten Gordon erst Schanghai vor den belagernden Tai- ping-Rebellen schützten und sie dann vor die Tore von Nanking zurücktrieben, wo sie 1864 von Man dschugeueralen vernichtet wurden. Die bedeutsame Rolle, b ie-.ii ie Fremden in diesem furchtbaren chine­sischen Bürgerkrieg spielten, stärkte ihre Stellung, aber die Völksstimmung blieb ihnen feindlich. Die Ermordung eines französischen Missionars in Kwangsi und die Niederholung der englischen Flagge von einem chinesischen Fahrzeug, einer Lorcha, das sich unter Schutz der englischen Flagge der Steuer­hinterziehung schuldig gemacht hatte, führten 1857 zum sog. Lorcha-Krieg zwischen China, England und Frankreich, der -nach der Erstürmung Kantons und der Taku-Forts an der Mündung des Peiho unterhalb von Tientsin also dem Schauplatz des augenblicklichen Konflikts und nach einer bar­barischen Plünderung und Brandschatzung der herr­lichen, mit unschätzbaren Kostbarkeiten altchinesischer Kunst gefüllten kaiserlichen Sommerpaläste vor den Toren Pekings durch französische Truppen im Frie­den von Tientsin 1860 zu einer neuen und sehr erheblichen Erweiterung der Vorrechte der fremben

hören war.

Der nationalsozialistische Umbruch mußte auch hier weitgehende Veränderungen einleiten. Aus der Reichsbank mußte eineBank des Reiches ge­macht werden, doch ist auch hier schrittweise verfah­ren worden. Nachdem die Kontrollen gefallen waren, verschwand auch derGeneralrat". Die Be- timniung des Reichsbankpräsidenten war nicht länger von den Instanzen der Bank mehr oder roe- niger abhängig, sondern wurde zur Sache der voli- tischen "Führung des Reiches. Daß die Reichsbank enger als bisher an die staatlichen Aufgaben heran« geholt wurde, ergab sich aus der veränderten Lei­tung. Zunächst war der Reichsbankpräsident Dr. Schacht mit der Führung des Reichswirtschafts­ministeriums beauftragt, später wurde das Amt des Reichswirtschaftsministers unter Walter Funk mit dem des Reichsbankpräsidenten in Personalunion verbunden. Die erhöhten Aufgaben der Devisenpoli-

Reichsbank und Führerprinzip

Mit dem neuen Reichsbankgesetz beginnt die Deutsche ReichslTink einen neuen Abschnitt ihrer Geschichte. Sie L'eibt, was sie immer war: die Zentralnotenbank Deutschlands nut der Aufgabe, den Geldumlauf im gesamten Reichs­gebiet zu regeln, die Zahlungsausgleichungen zu erleichtern und für die Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals zu sorgen. Durch bas neue Gesetz tritt aber noch klarer hervor, baß bic Reichsbank ein In« titut bes Reiches ist, nicht ein solches der privaten ober gar ber internationalen Wirtschaft.

Schon Bismarck hatte bei der Gründung der Reichsbank 1875 dahin gewirkt, daß die Reichsbank unter Aufsicht und Leitung" des Reichskanzlers stand. Das ist auch im Grund- atz so geblieben. Während des Weltkrieges hatte die teichsbank die Aufgabe, die Mittel zur Kriegführung zu beschaffen. Dann aber kamen die Zeiten der Inflation, und in deren Verlauf wurde die Reichs- banf eineGeldpapierfabrik". Der Neuaufbau 1924 erfolgte zum großen Teil durch fremdes Kapital, das sich gewisse Sicherheiten verschaffen wollte. So ent­laub bie ausländische Kontrolle und )ie Einführung einesGeneralrats", der zur Hälfte aus Ausländern bestand. So kam es, daß die Unab­hängigkeit der Reichsbank eingeschränkt wurde. An­derseits waren Bestimmungen vorhanden, die einen el'ten Satz zur Deckung in Gold und Devisen for­derten oder die die Höhe der Betriebskredite, die an das Reich gegeben werden konnten, begrenzten. Waren diese Beschränkungen auch zum Teil des­halb geschaffen, um die Ausgabenfreudigkeit des parlamentarischen Systems zu dämpfen, so blieb doch die Tatsache bestehen, daß das Reich nicht der Herr über seine Notenbank war.

Während der Kreditkrise im Laufe der Jahre 1931 bis 1933 traten die ersten Abänderungen ein. 1934 betrug das Grundkapital der Reichsbank 150 Mil­lionen Mark, die in Anteilen zu 100 und 1000 Mark vergeben waren. Die Besitzer der Anteile hat­ten einen Anspruch auf eine Verzinsung von 8 o. H. Die privaten Anteilseigner fanden eine besondere Vertretung durch den Zentralausschuß der Reichs­bank, ber in allen wichtigen Angelegenheiten zu

Ungeheuerliche Enthüllungen desTemps".

Paris, 16. Juni (DRV.) Ein mit drei Sternen bezeichneter Artikel desTemps" fordert, daß im gemeinsamen Interesse die polnischen Cuftftreitfräfte auf einen Stand gebracht werden mühten, der es ihnen ermöglichen würde, die Vorteile ihrer geographischen Ca - g e auszunuhen. Polen müsse hierzu bei seinen europäischen verbündeten oder durch deren Ver­mittlung bei den Vereinigten Staaten bie nötige Hilfe finden. Jedes neue Luftgeschwader, das in der Weichselebene geschaffen würde, würde dieFriedenaussichten" heben. Denn die polnischen Flugstreitkrafte könnten im Falle eines Konfliktes eine große Anzahl deutfcherRüftungs- fabriken bombardieren und ihre Arbeit lahmlegen. Ebenso könnten sie olle deutschen Ostseehafen angreifen und die Versorgung der deutschen Industrie mit skandinavischen Erzen stören. Schließlich könnten sie im Vedarfsfalle Vergeltungsmaßnahmen" ausüben, da die Hauptstadt des Reiches weniger als 3/< Flugstunden von der Grenze entfernt sei-

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Diese ungeheuerlichen Darlegungen beweisen mit eindringlicher Klarheit die wirklichen Ab­sichten derFriedensfront" und die Rolle, die Polen bei der Einkreisung zu spielen hat. Wenn auch die geplante Bombardierung Berlins, deutscher Jndustriewerke und Ostseehäfen im Ernst­fälle an der unüberwindlichen Derteidigungs- organifation der deutschen Luftab - w e h r zerschellen würbe, so entschulbigt das bie böse Absicht nicht. Die Absicht ist und bleibt mörde­risch. Polen soll also endgültig die Rolle der ehe­maligen Tschechoslowakei übernehmen, die nach den Erklärungen besz französischen Ministers Pierre

Chinas, verweigerten, sondern auch noch duldeten, < baß diese Niederlassungen unter dem Schutz britt- cher Bajonette und Maschinengewehre zu Schlupf­winkeln der chinesischen Terroristen wurden, bie mit Gift, Dolch und Pistole alle einem Ausgleich nut Japan geneigten chinesischen Kreise in panischen Schrecken halten und damit Japans Bestreben, in den verschiedenen von japanischen Truppen besetz­ten Teilen Chinas Provinzialregierungen und chließlich auch eine neue verhandlungsfahige Zen­tralregierung auf die Beine zu stellen, immer wie­der zunichte machen. Daß England und Frankrerch überdies Tschiangkaischek bei fernem Widerstand gegen Japan immer wieder mit Waffen und Geld großzügig unter die Arme greifen, bekommt die japanische Armee vielleicht in der gegenwärtigen Pha e des Krieges besonders zu spuren, wo bei er­starrten Kampffronten die ganze Weite des von )en Japanern besetzten Gebietes zum Schauplatz ständig irgendwo neu aufflackernder Schießereien und lieberfälle von Banden und Regulären gewor­den ist Die Sicherung einer ungeheuer ausgedehn­ten und unübersichtlichen Front, die Befriedung des Hinterlandes, in dessen großen Städten Ausländer, durch ihre Sonderrechte geschützt, mit den japan- feindlichen Chinesen sympathisieren, und dazu die tänbige Beobachtung bes sowjetrussischen Nachbarn, dem man, wie bie Vorgänge in der Aeußeren Mon­golei und an der mandschurischen Grenze gezeigt haben, nicht über den Weg trauen kann, das alles zusammen genommen ist eine Aufgabe, bie bie ganze moralische, militärische unb wirtschaftliche Kraft des japanischen Volkes aufs äußerste anspannt. Es ist daher wohl begreiflich, daß man einerseits in Tokio wohl einen offenen Konflikt mit den Westmacht en ober auch nur eine schärfere Friktion wenn irgenb« möglich vermeiben möchte, daß aber andererseits die in China dazu zwingt, von England klare

Nicht weniger als viermal hat England das Ka­nalprojekt reaelrecht umgebracht, jedesmal unter Berufung auf seine militärische Sicherheit. Zum erstenmal 1882, als die erste Teilstrecke von ins­gesamt 1842 Meter an ber französiischen Küste be­reits fertig war und mitten in ber Arbeit auf Ein­spruch bes damaligen englischen Oberbefehlshabers General Wolserey eingestellt werden mußte. Das