Sie Infanterie nach wie vor Träger des Kampfes.
General Aranda über die Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg.
Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der spanische General Ara n da, der Führer des Galicischen Korps, sprach vor Offizieren des Heeres im großen Saal des Oberkommandos der Wehrmacht in Berlin über seine Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg. Ex stellte fest, daß die Roten stets zwei bis drei Jahrgänge mehr als die Nationalen unter den Waffen gehabt hätten, d. h. einen um 15 bis 20 Prozent höheren Effektivbestand. Ende 1938 seien auf roter Seite alle 17- bis 45jährigen, auf nationaler Seite alle 18- bis 31jährigen Männer eingezogen gewesen. Das habe auf beiden Seiten eine Effektivstärke von je etwa 700 000 Mann ergeben. Von Beginn der Kämpfe an sei die Initiative auf Seiten der Nationalen gewesen. Jedesmal, wenn die rote Führung versucht habe, die Initiative an sich zu reißen, sei die Durchführung mißlungen. Sowohl im Angriff wie in der Verteidigung habe stets die Moral der T r u p p e n , die bei den Nationalen im felsenfesten Vertrauen auf ihren gerechten Kampf niemals ins Wanken geraten sei, bei den Roten aber überhaupt nicht vorhanden gewesen sei, die Entscheidung gebracht.
Die Erfahrungen aus dem Kampfe gegen die Roten hätten ergeben, daß die klassische Infanterie beweglich und ongriffsbereit, hart und anpassungsfähig, stets die Basis des Kamp- f e s gewesen sei und in Zukunft sein werde, so wichtig das Eingreifen der Artillerie und der Be
gleitwaffen und so groß die Wirkung eingesetzter Panzerkampfwagen im Angriff auch gewesen sei. Die motorisierten Einheiten, Radfahrer, Kavallerie usw. hätten die Infanterie nur für kurze Zeit und in außergewöhnlichen Fällen ersetzen können. Habe der Verteidiger standgehalten, dann habe Artillerievorbereitung allein nicht genügt, um eine tiefe Verteidigungszöne zu durchstoßen, dann habe der Jnfanterieangriff vorgetragen werden müssen, um den Sieg zu erringen. Das dichteste Vorbereitungsfeuer der nationalen Artillerie wurde auf zwei Kilometer Frontbreite von 150 Batterien, d. h. drei Geschütze auf zehn Meter, erzielt. Bei dem größeren Vorberei- tungsschießen wurden etwa 30 000 Schuß abgegeben, während der 100 Tage der Ebroschlacht insgesamt 1,5 Millionen Schuß Artilleriemunition verfeuert. Die Panzerkampfwagen wurden von den Roten anfänglich zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt. Diese Art des Einsatzes führte jedoch nicht zum Erfolg, da die rote Infanterie nicht mitging. Auch die später erfolgte Verwendung von Panzerkampfwagen n Gruppen von 15 bis 30 Stück a l s bewegliche Batterien brachte den Roten keine Erfolge. Auf nattonaler.Seite ergab sich als beste Verwendungsmöglichkeit von Panzerkampfwagen ihr Einsatz für den Durchbruch und zur Säuberung des eroberten Geländes.
Oer Oder-Donau-Kanal.
Gl ei witz, 16. Juni. (DNB.) Auf der Tagung des Vereins zur Wahrung der Oderschiffahrtsinteressen in Gleiwitz erklärte Staatssekretär Königs vom Reichsverkehrsministerium: Die politischen Grenzen im Westen und Süden Schlesiens, die Wirtschaft und Verkehr zerschnitten, sind gefallen. Die Verkehrsferne, die schwer auf Schlesiens Industrie und Landwirtschaft lastete, ist gewichen. Die Oder ist dazu bestimmt, die wirtschaftlichen Kräfte des Ostens zu sammeln und zu binden, dem Verkehr das Rückgrat zu bieten und dem Seehafen Stettin das tiefe Hin-eingreifen in sein natürliches Hinterland bis nach Mähren zu ermöglichen. Der Adolf-Hitler-Kanal wird im nächsten Jahr dem Verkehr übergeben werden. Zum gleichen Zeitpunkt wird auch der Hafen Gleiwitz fertiggestellt sein. Zu diesen Wasserstraßenbauten tritt als neues, größtes Unternehmen der Bau des Oder-Donau-Kanals, der Schlesien die unmittelbare Verbindung mit dem südost- europäischen Raum bringen soll. Der Kanal, der in dör March endet, erhält eine Abzweigung nach Wien und bekommt dadurch einen doppelten Ausgang, von dem der eine nach Wien und der zweite nach Preßburg führt. Der Oder-Donau- Kanal ist der sinnfällige Ausdruck für die große Verkehrseinheit, die mit dem Fallen der politischen Grenzen zwischen Schlesien und der Ostmark entstanden ist, und wird sich zu einem mitte-l- europäischen Verkehrsweg ersten Ranges entwickeln.
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Die Bedeutung der Oder für ganz Ostdeutschland ist schon bisher durch die beherrschende Tatsache umschrieben, daß sie der einzige Strom ist, der
ganz Ostdeutschland vom Süden nach Norden auf eine Länge von 776 Kilometer allein im Altreich durchfließt und der zugleich von Oberschlesien bis Stettin schiffbar ist. Allein hier stock' ich schon. Mit der Schiffbarkeit hat es seinen Haken. Im Sommer liegen die Kähne durch niedrigen Wasserstand oft wochen-, ja monatelang fest und im Winter hemmt der Eisgang. Dazu gibt es noch ein Problem für die Anwohner der Oder: die oft wiederkehrenden Ueberschwemmunaen, wenn in dem sehr großen „Einzugsgebiet" des Flusses, zu dem ja die schlesischen Gebirge vom Jsergebirge bis zu den Kar- pathen gehören, sehr starke Regenfälle niedergehen. So ganz einfach sind die Fragen der Flußschiffahrt überhaupt nicht, wie sich das manche Deutsche vorstellen, die nicht in unmittelbarer Reichweite des Stromes wohnen. Nun aber erwächst für die Oderschi f fahrt noch eine ganz große Ausgabe durch den Bau des Donau-Oder-Kanals, der zwei Mündungen erhalten wird: bei Wien und bei Preßburg. Das große Staubecken von Ott-- m a ch a u hat schon in den letzten Jahren ausgeholfen ; weitere Talsperren in Malapane, an der Klodnitz und im Weistritztal kommen in den folgenden Jahren in Tätigkeit und werden bei Wassermangel Zuschuß liefern und bei Hochwasser überschüssige Fluten aufnehmen. Aber mit diesen Staubecken aber ist das Problem der Hochwasserbekämp- fung in Schlesien auch nicht annähernd gelöst. Es bleibt die Aufgabe der Wasserwirtschaft, zur Bekämpfung des Hochwassers an den Nebenflüssen der Oder und in ihrem Quellgebiet weitere Staubecken anzulegen.
Oie Erntehilfspflicht der Studenten.
Einzelheiten zu der neuen Anordnung des Reichsstudentenführers.
Der Aufruf des Reichsstudentenführers, mit dem er die Einführung der Erntehilfspflicht für alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft im Sommer 1939 verkündete, ist vom deutschen Landvolk lebhaft begrüßt worden. Es begrüßt damit aber nicht nur die praktische Hilfe, die es durch diese Maßnahme bei seiner Arbeit erfährt, sondern erkennt, daß in der Studentenschaft ein tiefes Verständnis für die Bedeutung und die Aufgaben des Bauerntums lebendig ist.
Die Einführung der Erntehilfe bedeutet für viele deutschen Studenten nicht die erste Betätigung in der Praxis der Landwirtschaft. Seit Jahren schon hat die Reichsstudentenführung diesen Einsatz auf dem Lande und besonders im deutschen Osten als eine wesentliche politische Erziehungsaufgabe angesehen und dementsprechend auch den seit 1934 eingeführten Landdienst immer weiter ausgebaut. Standen in diesem Landdienst im Sommer 1934 hundert Studenten und Studentinnen, so waren es im Sommer 1938 bereits 4850. Zu diesem Sommereinsatz kam seit dem Jahre 1937 ein Einsatz im Frühjahr, bei dem sich im Jahre 1938 1100 und in diesem Jahre 1300 Studenten beteiligten. Es wird damit zu rechnen sein, daß jährlich etwa 5000 bis 6000 Studenten die engere Einrichtung des Landdienstes durchlaufen. Während des Frühjahrseinsatzes find die Studenten die ganzen Semesterferien, also vier Wochen, auf dem Lande und beim Sommereinsatz sechs Wochen. Dieser Landdienst ist und bleibt eine freiwillige Einrichtung. Die Studenten kommen hier nach besonderer Vorbereitung und einem mehrtägigen Einführungslager im Einzeleinsatz zu den Bauern des deutschen Ostens.
Zu diesem Landdienst, dessen Ableistung eine Voraussetzung ist für die Aufnahme in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, tritt die jetzt verkündete Erntehilfspflicht für alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft. Auch eine
Erntehilfe auf dem Lande ist im Grundsatz für die Studenten nichts Neues. Im Jahre 1937 wurde sie zum erstenmal neben dem Landdienst durchgeführt. Während diese Erntehilfe bisher aber freiwillig war, ist sie für dieses Jahr nun zu einer Pflicht geworden. Damit werden sich natürlich auch die Teilnehmerzahlen erheblich erhöhen, denn von der Erntehilfsoerpflichtung sind nur die Studenten und Studentinnen ausgenommen, die in einem Abschlußexamen stehen, die körperlich behindert sind oder die durch Wertarbeit sich ständig ihr Studiengeld verdienen. Ebenso können natürlich die Studenten, die während der Sommermonate gerade ihrer Dienstpflicht bei der Wehrmacht nachkommen, keine Erntehilfe leisten. Es ist damit zu rechnen, daß in diesem Jahre schon etwa 250 00 Studenten für d i e Landarbeit eingesetzt werden können. Diese Dienstpflicht wird vier Wochen betragen. Der Einsatz erfolgt, je nach den gegebenen Verhältnissen, einzeln oder in Gruppen.
Dieser Einsatz der Studenten, wie er jetzt in verstärktem Maße durchgeführt wird, wird sicherlich einen Erfolg zeitigen, der weit über die reine Arbeitshilfe hinausgeht. Die Studenten werden durch die eigene praktische Arbeit zur Achtung vor der Leistung des deutschen Landvolkes erzogen, sie lernen dessen Sorgen und Leben kennen, während die Bauern anderseits die in diesem Einsatz zum Ausdruck kommende Volksgemeinschaft freudig anerkennen. Die zukünftigen Lehrer, Aerzte, Rechtswahrer usw. werden darüber hinaus aber erfahren, w i e wichtig i h r Einsatz später a u f dem Lande sein wird. Aber auch wenn sie sich in der Stadt niederlassen, so ' wird die während ihrer Studentenzeit auf dem Lande abgeleistete praktische Arbeit, die sie in die volkspolitischen und wirtschaftlichen Fragen des Landes und besonders des deutschen Ostens eingeführt hat, ihre nachhaltige Wirkung nicht verfehlen.
Oie:
estfalenfahrt der Alien Garde.
Wiedenbrück, 16. Juni. (DNB.) Am Freitag vermittelte das Widukindland der Alten Garde unvergeßliche Eindrücke. Erinnert doch der Kreis Herford an den unbeugsamen Sachsen Widukind, an dessen Grab in Enger Dr. Ley einen Kranz niederlegte. Auch diesen Tag verschönern die Jungen- und Mädelgruppen, die Trachten- und Tanzgruppen, die in ihrer Arbeitskleidung und mit ihren Erzeugnissen angetretenen Belegschaften der Industrie und des Handwerks. Zahlreich sind auch die Gruppen des Larckwolkes, nicht zuletzt die Abordnungen der Garnisonen mit Musik auf den Durchfahrtstraßen. Oft begleiten Ketten und Staffeln von Flugzeugen der Luftwaffe die Reise der Alten Garde.
In Werther wird vor der alten Apotheke ein westfälischer Bauernhochzeitszug vorgeführt. In einer Schlucht im Teutoburger Wald wickelt sich vor den Augen der Alten Garde ein Opfcrfest der Göttin
Tanvala ab. In Halle begrüßt der „Gras von Ravensburg" mit Ritterdamen und Edelknaben in der Tracht vom Jahre 1300 die Teilnehmer. Im Taten- hausener Wald hat sich die Lebensmittelindustrie unter dem Motto: „Kreis Halle — Land der Schlaraffen" mit einer sinnvollen Schau der Bodenerzeugnisse aufgebaut. In Brockhagen schließlich tagt das „Hagen"-Gericht auf freiem Platz. Gütersloh zeigt eine wundervolle Ausschmückung des Platzes vor dem Rathaus, wo sich junge Mädel im Volkstanz wiegen.
Der zweite Fahrttag findet in Gelsenkirchen mitten im Ruhrgebiet einen glanzvollen Höhepunkt. Die Stadt mit ihren Hochöfen und Fördertürmen zeigt heute im Schmuck der Fahnen, Girlanden und Ehrenbögen ein völlig verändertes Bild. Da stehen die Arbeiter zu vielen Tausenden an Straßen und Plätzen, den alten Kämpfern des Führers unauf-
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ochsende Spannung in Ostafien.
Dr. Li. London, 17. Juni.
Die äußerst gespannte Lage im Fernen Osten wird England nicht das gewünschte ruhige Wochenende bringen. Eine Sondersitzung des Kabinetts, die sich mit der Frage von Gegenmaßnahmen beschäftigen soll, hält man für das Wochenende nicht für ausgeschlossen. Die von der englischen Presse bereits am Freitag angekündigten Gegenmaßnahmen sind vorläufig noch nicht beschlossen worden, da man in London noch immer die Hoffnung hat, daß die japanische Aktion zeitmäßig begrenzt ist und ein aktives Eingreifen Englands durch wirtschaftliche Gegenmaßnahmen und die Entsendung weiterer Kriegsschiffe nach dem Fernen Osten sich erübrigen würde. Die Feststellung des amerikanischen Staatssekretärs Hüll, wonach die Vereinigten Staaten nicht bereit feien, eine sofortige Aktton Englands zu unterstützen, und daß der amerikanische Generalkonsul in Tientsin keinen amtlichen Auftrag erhalten hat, sich an der Bildung des von England vorgeschlagenen Schlichtungs-Ausschusses zu beteiligen, haben in England Mißfallen erregt.
Das engliscye Außenamt hat am Freitagabend eine längere Erklärung zur Lage in Tientsin abgegeben. Die Erklärung geht erneut auf die vier von Japan des Mordes an einem chinesischen Beamten beschuldigten Männer ein und erwähnt das englische Angebot eines „unabhängigen beratenden Ausschusses" zur Untersuchung der Frage, ob genügend Beweismaterial vorliege, um die Auslieferung der Beschuldigten zu rechtfertigen. Trotz der inzwischen von japanischer Seite verhängten Blockade sei, so heißt es in der Erklärung weiter, das Angebot, das Beweismaterial diesem beratenden Ausschuß zu unterbreiten, nicht zurückgezogen worden. Aber die japanischen örtlichen Behörden in China zögen weit ernstere Fragen in (Erroägung, die die Vertragsrechte ausländischer Mächte in China ernstlich bedrohten. Man verlange, „daß die britischen Behörden mit Japan zusammenarbeiteten, um eine neue Ordnung im Osten aufzurichten", und zwar durch das Fallenlassen ihrer „Pro-Tschiangkai- schek-Polittk" einschließlich des Schutzes antijapanischer und kommunistischer Elemente. Weiter werde das Ende der Unterstützung des chinesischen Dollars durch die Ausgabe der Bundes- bantnoten (Federal Reserve Banknotes), Monopolisierung der Rohstoffe und schließlich das Aufhören der Duldung des Rundfunkaebrauches durch ungesetzliche Elemente und der Verwendung antijapanischer Schulbücher gefordert. Das würde die Aufgabe der von der britischen Regierung in der Vergangenheit befolgten Politik bedeuten, die derjenigen anderer Großmächte mit Interessen im Fernen Osten entspreche. Die Erklärung bringt bann die Hoffnung zum Ausdruck, die japanische Regierung möge die zur Lokalisierung des Falles gemachten Vorschläge weiter erwägen. Wenn man aber unglücklicherweise auf den van offiziellen japanischen Stellen in Nordchina umri^enen neuen Forderungen bestehen werde, dann müsse sich eine überaus ernfte Lage ergeben. Die britische Regierung würde dann zu erwägen haben, welche Schritte sie ergreifen könne für den Schutz britischer Interessen in China.
In der englischen Presse von Samstag wird fest- gestellt, der Freitag sei in Tienffin verhältnismäßig ruhig verlaufen. Allerdings mache sich, so berichtet z. B. die „Times", bereits ein Mangel an frischen Lebensmitteln bemerkbar. Der englische Generalkonsul in Tientsin habe deshalb am Freitag erneut gegen das japanische Vorgehen Protest eingelegt. Der „Daily Telegraph" meldet, die Märkte in der britischen Konzession seien am Freitagmorgen geschlossen worden, da die Zufuhr von frischem Fleisch und Gemüse unterblieb. Die Vorräte an Gefrierfleisch und Konservengemüse seien begrenzt. In der Nähe der englischen und fran
zösischen Konzession von Tientsin habe man drei Tote und vier Verwundete festgestellt. In der japanischen Konzession und im chinesischen Stadtviertel sollen Tausenhe von Flugblättern verteilt worden sein, in denen die Chinesen aufgefordert werden, die Ausländer aus den Konzessionen zu vertreiben, um sich die Gebiete wieder sichern zu können, die ihnen genommen worden seien.
„Exchange Telegraph" meldet, die englischen Kriegsschiffe „Decoy" und „Lowestoft" befänden sich von Tschingwangtao nach Tientsin mit Lebensmitteln unterwegs. Es wird die Frage gestellt, ob die englischen Kriegsschiffe die Blockade durchbrechen können und die Japaner die Löschung der Lebensrnittel zulassen werden. Der „Daily Telegraph" berichtet ferner noch, die englisch-japanische Spannung habe am Samstag auch auf Kanton und Kulangsu, die internationale Niederlassung von A m o y, übergegriffen. Auch dort sei die Lage krittsch, besonders wegen der Lebensmittelversorgung. Selbst die Reis-Vorräte hätten infolge der japanischen Kontrolle rationiert werden müssen.
Die Londoner Blätter verzeichnen schließlich noch Berichte aus Tokio, in denen festgestellt wird, das japanische Kabinett billige die von den japanischen Behörden in Tientsin getroffenen Maßnahmen in vollem Umfang. In Tokio vertrete man die Auffassung, es handele sich bei dem Konflikt nicht mehr um die Forderung nach Auslieferung der vier Chinesen, sondern darum, daß Japan A n - spruch aus Zusammenarbeit Englands zur Herstellung einer neuen Ordnung in China erhebe. Der Sprecher des japanischen Außenamtes habe auf die Frage, ob Japan nicht gru n d f ä tz - lich die Beseitigung aller Konzessionen und inter-
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nationalen Niederlassungen wünsche, erklärt, daß die Konzessionen und Niederlassungen ch i n e si s ch e s Gebiet seien, daß aber die Lösung der Gesamtfrage der Zukunft überlassen werden müsse und daß hierüber eine neue chinesische Regierung zu entscheiden habe. Der Aufbau einer neuen Ordnung in Ostafien müsse zwangsläufig zu einer Neuordnung der Frage der internationalen Niederlassungen führen. Japan werde China dabei jede Hilfe angedeihen lassen. Der Sprecher erklärte abschließend, daß es nur im Interesse dritter Staaten liegen könne, wenn sie dem Zuge der neuen Zeit möglichst bald Rechnung trügen.
Zurückhaltender Kurs der Vereinigten Staaten.
Washington, 17. Juni. (Europapreß.) Staatssekretär Hüll hat sich über die Lage in Tientsin der Presse gegenüber sehr zurückhaltend geäußert. Er hat erklärt, von irgendeiner P r o t e ft • a 11 i o n der Regierung der Vereinigten Staaten im gegenwärtigen Augenblick sei nicht die Rede, da die Regierung die weitere Entwicklung der Lage in Tienffin a b ro a r t e n wolle. Jmerhin verfolge die Regierung die Lage mit gespanntester Aufmerksamkeit. Sie habe den amerikanischen Diplomaten in China und Japan weitgehende Anweisungen zur sofortigen Regelung etwaiger lokaler Zwischenfälle gegeben. Die amerikanischen Vertreter in Tienffin und Amoy hätten mitgeteilt, für die amerikanischen Staatsangehörigen bestünde zur Stunde keinerlei ernste Gefahr.
hörlich zujubelnd. Der Gau Weftfalen-Nord vermittelte in der Ausstellungshalle nochmals plastisch durch Nachbildung bekannter Bauwerke und Bauernhöfe und der Erzeugnisse der Arbeit des Landes feinen Gästen bleibende Eindrücke. Am Samstagnachmittag endet die Fahrt in Sintern, wo eine Kundgebung die Westfalenfahrt abschließt.
Die Tradition der „Imker-Verbände".
Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des> Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, die Tradition der „Imker"- Verbände der Heeresfrei- willigen in Spanien dem Panzerlehrregiment und der Heeresnachrichten- und Versuchsabteilung verliehen. Die Tra- ditionstruppenteile tragen als äußeres Abzeichen über dem rechten Aermelauffchlag ihrer Uniform ein den spanischen Farben entsprechend gelb eingefaßtes rotes Band mit der Aufschrift: „Spanien 1936 — Spanien 1939".
Deutschland bekommt ein Raffenmuseum.
Berlin, 16. Juni. (DNB.) Auf Anregung des Rasfenpolitischen Amtes der NSDAP, hat der Reichsminffter für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung der Deutschen Gesellschaft für Rassenforschung den Auftrag zur Ausarbeitung von Vorschlägen über die Errichtung eines Rassenrnuseums erteilt. Das Rafsenrnufeum, das in Berlin errichtet werden soll, wird vor allem auch der wettanschaulich-politischen Bedeutung des Rassegedankens Rechnung tragen.
Oie Außenpolitik derGlowakei
Die deutsche Garantie von größter Bedeutung.
Preß bürg, 16. Juni (DNB.) Der Außenausschuß des slowakischen Parlaments nahm gestern einen Bericht des Außenministers Dr. Durcansky entgegen. Es fehle nicht an böswilligen Stimmen in der Welt, die zu beweisen versuchten, daß die slowakische Republik fein souveräner Staat sei. Der Minister erklärte, daß auch andere Staaten bestimmte politische Bindungen eingegangen wären. Syabe es in Prag nicht 20 Jahre lang eine fremde Militärmission gegeben oder hätten sich auf dem Gebiet der tschechoslowakischen Republik nicht sow- jetrussische Soldaten befunden? Habe män deswegen die Souveränität dieses ehemaligen Staates bestritten? Warum also könne nicht eine Zusammenarbeit mit den deutschen militärischen Stellen bestehen, wenn das die Sicherung der Unabhängigkeit des selbständigen slowakischen Staates erfordere. „Wir sind uns voll bewußt", so sagte der Minister,
„daß Deuffchland nichts im Wege gestanden wäre, wenn es sich entschlossen hätte, die Slowakei zu annektieren. Wenn es nicht zu diesem Schritte gegriffen hat, hat es einen neuerlichen Beweis dafür geliefert, daß es nicht die Unterjochung der kleinen Völker verfolgt, wie das die Mächte zu behaupten bemüht sind, da sie in Deutschland eine Gefahr für ihre Stellungen, die sie beherrschen, erblicken. Deuffchland hat gerade im Gegenteil die Garantie der Grenzen und der politischen Unabhängigkeit der Slowakei auf sich genommen. Wir wissen diese Tat sehr gut zu schätzen, denn gerade die jüngste Vergangenheit hat uns überzeugt, daß von allen Garantien für uns nur d i e deutsche Garantie die größte Bedeutung haben kann. Richtig rft, daß Deutschland uns auch in wirtschaftlichen Beziehungen entgegenkam, damit die An- fangsschwierigkeiten leichter und rascher überwunden wurden, was für die Festigung unserer Selbständigkeit von großer Bedeutung war."
Wetterbericht
Die mit kräftigem Luftdruckfall verbundene Wärmezunahme hatte, begünstigt durch die Entwicklung der Gesamtlage, einen neuen Einbruch kühler und feuchter Meeresluft nach Deutschland vorbereitet. Er erfolgte in der Nacht zum Samstag und hat dabei auch unserem Bezirk von Westen her Unbeständigkeit mit Neigung zu teilweise gewittrigen Niederschlägen gebracht und wird über Mitteldeutschland noch stärker zur Auswirkung kommen. Trotzdem eine na drollige Wetterverschlechterung bei uns vorerst kaum zu erwarten ist, so wird sich doch beständiges Wetter nicht wiederherstellen.
Vorhersage für Sonntag: Wieder vielfach aufheiternd und nur vereinzelt auftretende Schauer, bei lebhaften Winden um West tagsüber nur mäßig warm, späterhin wieder zunehmende Un- beständigkett.
Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 18,8 Grad: am 17. Juni: morgens 15,1 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum heute nacht 11,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 23 Grad: am 17. Juni: morgens 18,5 Grad. — Sonnenscheindauer 11,9 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis
liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.


