Nr. 4l Erstes Blatt
189. Jahrgang
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Pressekonferenz im Weißen Hanse.
Amerikas öffentliche Meinungsmacher.
Aermel: „Ich zweifele nicht, daß Sie dieses Gespräch nicht publizieren werden — ich würde es doch als glatt erfunden abstreiten ...!" Und deshalb wird man bis zum Tode des Rüstungsfinanziers warten müssen, ehe Tucker dieses fraglos sen-
Sonderbencht des Gießener Anzeigers.
sationelle Gespräch der Öffentlichkeit mitteilt.
(Nachdruck verboten.)
In den USA. haben sich politische Gepflogenheiten eingebürgert, die uns Europäern zum mindesten ungewohnt sind. Die Hemmungslosigkeit, mit der sich der führende Politiker dieses Landes in politisu^e Fragen anderer Länder einmischt, die ihn überhaupt nichts angehen, ist ebenso erstaunlich wie die Form, in der er versucht hat, die schlechte innerpolitische Wirkung seiner offenen Einmischung wieder wettzumachen: ein „Dementi" in der Pressekonferenz. Das ungeheure Gewicht dieser zweimal wöchentlich im Weißen Haus stattfindenden Konferenz der 333 prominentesten Pressevertreter entspricht der Machtder Presse in USA.
Diese Konferenz ist keine Neuschöpfung Roosevelts, aber seit seinem Amtsantritt hat sie eine Bedeutung gewonnen, die sie zuvor nicht hatte. Für die Innen- und Außenpolitik der USA. ist sie in vielen Punkten — das kann man ohne Uebertrei- bung sagen — aufschluß- und einflußreicher als die Tagungen des Bundes-Parlamentes.
Es gibt Tausende von amerikanischen Journalisten, die davon träumen, Zutritt zu erhalten zu dem ovalen Sitzungssaal, in dem die Pressekonferenz tagt — aber nur 333 wurden für „würdig befunden". Davon sind nur 24 Berichterstatter ausländischer Blätter, 31 sind Frauen. Man kann sich darauf verlassen, daß Henry M. Hude von der „Baltimore Evening Sun" mit der Pünktlichkeit eines „Premierentsgers" als Erster zur Stelle fit. Es war ihm nämlich einige Male passiert, daß er zu spät tarn. Die Nachteile, die das für sein Blatt bedeutete, sind verständlich. Erst als man ihm mit Ausschluß aus dem Kreise der „Auserwählten" wegen des störenden Zuspätkommens drohte/ schlug er ins Gegenteil um, und erscheint nun immer als Erster.
Wenn alle versammelt sind, erscheint Präsident Roosevelt, begleitet von seinem Leibdetektiven. Ihre Kollegen haben vorher schon harte Arbeit leisten müssen, sie haben die abenteuerlichsten Versuche „Unberufener", in das Allerheiligste einzudringen, abzuweisen.
Dann beginnt das Trommelfeuer der „offenen Aussprache". — „Mr. President, 'ist es wahr diese stereotype Frage leitet oft genug eine wahre Sturmflut von manchmal recht unangenehmen Themen ein. Die „Habitues" der Pressekonferenz haben sich längst daran gewöhnt, in Roosevelts Aschenbecher das Stimmungsbarometer zu sehen. Der Präsident raucht Zigarette auf Zigarette, aber wenn ihm eine Frage irgendwie unangenehm ist, dann legt er die Zigarette in den Aschenbecher, um mit leicht gehobenem Zeigefinger ungehindert dozieren zu können.
Die Journalisten stehen um den Schreibtisch Roosevelts herum, nur Frederik A. Storm hat ein für allemal wegen seiner vorweltlichen Größe das Privileg erhalten, zu sitzen, da er sonst allen Kollegen die Sicht versperren würde. Roosevelt weiß, daß die ersten unangenehmen Fragen aus der Ecke kommen werden, wo Mack Sullivan steht. Er ist heute 66 Jahre alt und der eigentliche „Doyen" der Pressekonferenz des Weißen Hauses. Er war der Vertraute zweier Präsidenten, von Wilson und Hoover. Besonders mit dem Letzteren verbanden ihn enge Bande. Als Hoover Präsident war, fand er sich jeden Morgen mit Sullivan und dem Richter Stone zu einem Gymnastik-Kurs zusammen, aber bei diesen morgendlichen Hebungen wurde nicht nur geturnt, sondern auch hohe Politik gemacht. Man nannte in den politischen Kreisen Washingtons damals diese drei Herren das „Medizinball- Kabinett". Die Freundschaft mit Hoover ist für Sullivan auch heute ein politisches Programm — er ist einer der entschieden st en Gegner des Präsidenten Roosevelt.
Sein Sekundant in dieser politischen Linie ist David Lawrence, einer der bekanntesten Leitartikler Amerikas. Von Temperament und Persönlichkeit ist er ein Abenteurer, seine jouralistischen Sporen verdiente er sich in den Aufständen des mexikanischen Rebellenführers Poncho Dillas. Die Versionen darüber, wie oft Lawrence erschossen werden sollte, gehen auseinander. Aber heute ist er in die bürgerliche Welt der amerikanischen Publicity zurückgekehrt, die Artikel dieses leidenschaftlichen Roosevelt-Gegners erscheinen in rund 200 Zeitun- $ Einer der Benjamine der Pressekonferenz hat sich eine Stellung und ein Einkommen verschafft, um das ihn viele seiner älteren Kollegen beneiden. Robert Allen ist heute 'erst 37 Jahre alt, aber dieser „Jüngling" mit der Boxerfigur hat nun em- mal die Gabe, die letzten Geheimnisse Washingtons aufzuspüren. Vor wenigen Jahren hat er ein Buch herausgegeben, das die offenherzigsten Enthüllungen über das Leben und die Privatverhältnifse der Großen von Washington brachte. Dies Buch brach ihm zwar das Genick beim „Christian Science Manito?, zu dessen Redaktionsstab er bis dahm gehörte,' hatte aber das erwartete Resultat, die Konkurrenz auf ihn aufmerksam zu machen. Indiskretion ist nun einmal der beste Star für die ganz große publizistische Karriere in den USA.
Er arbeitet eng zusammen mit dem "Europa- Journalisten" Drow Pearson der nach dem Kriege als Repräsentant der USA. zum Roten Kreuz in den Balkanstaaten entsandt wurde. Um Pearson schwebt die Legende, daß man in Jugoslawien sogar eine Stadt nach ihm benannt habe nämlich Pearsonavatz. Aber diese Ebre schätzt er -sicherlich geringer als die Tatsache, daß er nunmehr
als einer der einflußreichsten Journalisten der USA. öie Kleinigkeit ooiz rund 40 000 Dollar im Jahr verdient. In seinem kleinen Palais bei Washington hat er sich ein Aquarium eingerichtet, dessen Bewohner er mit den Namen der prominentesten Persönlichkeiten der amerikanischen Politik tauft.
„Gott bewahre mich vor den sieben ägyptischen Plagen und vor einem Interview mit Ray Tucker!", ist ein geflügeltes Wort in Amerikas Politik und Hochfinanz geworden. Tucker gilt als Amerikas bester — aber auch gefährlichster Ausfrager. Dabei hat er fein interessantestes Interview nickst einmal veröffentlicht. Vor ein paar Jahren war er bei I. P. Morgan, und dieser berüchtigte Wallstreet-Kriegshetzer ließ sich tatsächlich dazu herbei, über eine Stunde lang zu emählen, was er über die finanziellen Hintergründe des Weltkrieges und anderer politischer Ereignisse wußte. Da machte Tucker den einzigen Fehler, der ihm in seiner Interviewer-Laufbahn unterlief — er zeigte durch einen hastigen Aufbruch zu deutlich, wieviel Wert er auf die Veröffentlichung der „Enthüllungen" des Mr. Morgan legte. Da packte ihn Morgan beim
Das sind nur ein paar markante Profile aus der Garde der 333 Journalisten, die Amerikas öffentliche Meinung machen. Die Liste wäre unvollständig, wollte man nicht Ernest K. Lindley nennen, den Jugendfreund Roosevelts und heute fein getreuester journalistischer Paladin. Vergessen werden darf auch nicht Turner C a t l e d g e, der mit rührenden Anekdoten die „Hofchronik" des Weißen Haukes in der „New Bork Times" füllt. Nicht alle Teilnehmer der Pressekonferenz im Weißen Hause können sich der Millionenauflage rühmen, wenn sie für oder gegen die Politik des Präsidenten Stellung nehmen — es gibt einen, dessen Organ nur ein paar tausend Leser erreicht, aber der deshalb in publizistischem Einfluß doch nicht mit den Kollegen der großen Syndikate tauschen möchte. Es ist Wil- lard K i p l i n g e r, der eine Art „Privat-Korre- spondenz" herausgibt, sie wird nicht einmal gedruckt, sondern nur vervielfältigt, aber ihre Abonnenten sind jene 20 000 Persönlichkeiten der Hochfinanz, die Amerikas Politik bestimmen. Seine „Nachrichten hinter den Kulissen" sind trotz der unscheinbaren vervielfältigten Form ein politischer Faktor, mit dem Washington zu rechnen hat.
Oie englische Ausrüstung.
Eine Prognose des Führers wird Wirklichkeit.
Die englische Aufrüstung ist in vollem Gange. Wir Überschütten den Leser nicht mit einer Fülle von Zahlen, sondern greifen nur den Tatbestand heraus, daß 1939 60 Kriegsschiffe vom Stapel laufen, was, auf die Woche gerechnet, mehr als ein Kriegsschiff bedeutet. Im nächsten Jahr sollen es sogar 72 Kriegsschiffe sein. Mit anderen Worten: Jeden fünften Tag rutscht ein solcher Kasten frisch von der Leiste weg ins Wasser.
Die Gesamtkosten der englischen Aufrüstung bis Ende 1942 werden auf 20 844 Millionen RM. berechnet — sofern es keine Etat-Heberschreitunaen gibt. Den unwahrscheinlichen Fall wollen wir ein* mal ganz beiseite setzen, daß Militärverwaltung und Rüstungsindustrie mit den Voranschlägen auf Heller und Pfennig ihr Auskommen finden werden. Aber die Ziffer von 20 Milliarden kommt uns sonderbau bekannt vor. Und tatsächlich ist sie vom Führer am 30. Januar bereits ahnungsvoll als Kostenpunkt der englischen Rüstungen genannt worden. Und in welchem Zusammenhang? Wir blättern in der Rede vom 30. Januar 1939 nach und lesen da: „Es wäre gerade wirtschaftlich klüger gewesen, politisch und kolonial mit Deutschland eine Abmachung der billigen Vernunft zu finden, als einen Weg einzuschla- gen, der vielleicht den internationalen Rü- stungsgewinnlern enorme Dividenden abwirft, den Völkern aber schwerste Lasten aufbürdet. Ich schätze, daß die drei Millionen Quadratmeter deutschen Kolonialbesitzes, die an England und Frankreich gefallen sind, in Verbindung mit der Ablehnung der deutschen politischen und militärischen Gleichberechtigung England allein schon in kurzer Heil mehr als 20 Milliarden Goldmark ko st en werden. Und ich befürchte, daß sich dieser Betrag in absehbarer Zeit noch ganz anders auswachsen wird. So daß, wenn schon die ehemaligen deutschen Kolonien kein Geld bringen, sie auf jeden Fall aber um so mehr Geld kosten!"
Die Taxe des Führers war haargenau. Er sprach von „mehr als 20 Milliarden Goldmark in kurzer Zeit", und das englische Weißbuch weist bis 1942 einen Kostenbetrag von 20 Milliarden und 844 Millionen RM. auf! Gilt diese Kostenrechnung nun nicht auch für Deutschland? Der Führer antwortet: „Ganz gewiß! Es macht uns kein Vergnügen. Allein in einem unterscheiden wir uns: Wirkä m p fen für ein Lebensrecht, ohne das wir auf die Dauer nicht existieren können, und die anderen für ein Unrecht, das sie nur belastet und ihnen keinerlei Nutzen abwirft."
Seit 1933 hat der Führer immer wieder gegenständliche Möglichkeiten einer europäischen Befriedung und Abrüstung aufgestellt. England und Frank
reich haben sich taub gestellt. Wir erinnern nur an zwei bekannte Worte: Einmal sagte der Führer, daß Deutschland bereit sei, bis z um letzten Maschinengewehr abzurüsten, wenn die anderen desgleichen tun; und in der Wahlbewegung im Frühjahr 1936, nach der Wiederbesetzung des Rheinlands, wies der Führer in Karlsruhe darauf hin, daß eine einzige der ganz schweren Schiffsgranaten 3000 RM. koste und daß er für diesen Betrag eine Arbeiterwohnung bauen könne, wenn er noch 1000 RM. dazulege. Aber in England und Frankreich sind offenbar keine Arbeiterwohnungen nötig; es gibt dort kein soziales Elend, keine Wohnungsnot und die Arbeitslosendemonstrationen mit dem schwarzen Sarg sind nur Halluzinationen.
Dr. Ho.
Druck auf die Londoner Börse.
Man befürchtet neben der Rüstungsanleihe noch Steuererhöhungen, abs. London, 16. Februär.
Der Entschluß der Regierung, im kommenden Geschäftsjahr weitere 400 Millionen Pfund (fünf Milliarden Mark) für Rüstungszwecke auf dem Anleiheweg aufzubringen, hat am Donnerstag au der Börse einen kursdrückenden Einfluß genommen, der sich in erster Linie bei den britischen Regierungswerten bemerkbar machte. Die Rückgänge werden in starkem Maße .zurückgeführt auf die Unsicherheit, die noch über die Frage herrscht, ob die Regierung neben der Aufnahme neuer Anleihen auch zu Steuererhöhungen greifen wird, um die Rüstungskosten zu decken. Es scheint sich jedoch immer mehr die Ansicht durchzusetzen, daß mit einer direkten Steuererhöhung nicht zu rechnen ist, zumal die Regierung neben den neuen 400 Millionen Pfund weitere 203 Millionen Pfund (rund 2Vz Milliarden Mark) aus dem Haushaltsjahr 1938/39 zur Verfügung stehen. Diese 203 Millionen Pfund stammen aus der Anleiheermächtigung über 400 Millionen Pfund, die im vergangenen Jahr der Regierung erteilt wurde und bisher noch nicht verwendet worden ist. Man glaubt daher, daß die Regierung bei einer Anleiheermächtigung von insgesamt 603 Millionen Pfund (7500 Millionen Reichsmark) eine direkte Steuererhöhung vermeiden wird. Manchält jedoch eine Erhöhung der indirekten Steuern, zumal der Luxussteuern, nicht für ausgeschlossen, da die Anleihebeträge nicht für die Unterhaltung, sondern lediglich für die Neuanschaffung von Rüstungsmaterial vorgesehen sind. Die Unterhaltung' muß demgegenüber durch die Finanzierung aus dem normalen Haushalt erfolgen. Bei einer solchen Lösung würde die weibliche Bevölkerung Englands der Hauptleidtragende Teil sein, da kosmetische Erzeugnisse stärker versteuert werden würden als bisher.
Azana will nicht mehr mitmachen.
D-l Voyos Mission in Paris bislang ohne Erfolg.
* Paris, 17. Februar.
Der 2iuu-...unimiHar des Negrin-Ausschusses, bei Vay 0 , hat Paris noch nicht verlassen, obwohl seine Abreise am Mittwochabend angekündigt worden war. Trotz der Versicherung, seine Pariser Verhandlungen hätten lediglich der Vorbereitung des weiteren von Zentralspanien aus zu leistenden Widerstandes gegolten, erhält sich der Eindruck, daß der Zweck ein ganz anderer ist. del Vayo ist nämlich zweifelsohne nach Paris gekommen, um im Auftrage Negrins über die Aussichten einer Amnestie Francos im Falle der Kapitulation zu verhandeln.
Nach übereinstimmenden Meldungen von „Paris Soir" und „Jntranfigeant" habe sich Azana trotz dringender Vorstellungen del Vayos geweigert, nach Madrid zurückzukehren, um dort
die Bildung eines neuen Ausschusses zu erleichtern. Eine Botschaft Negrins erkläre, es fei noch möglich, eine gewisse Zeit auszuhalten, bis sich die internationale Lage ändere. Die Anwesenheit Azanas in Madrid fei aus verfassungsmäßigen Gründen notwendig. Aber Azana habe diese Aufforderung glatt abgelehnt. Er habe mit Anführern der sowjetspanischen Milizen, darunter auch Rojo, über die Lage gesprochen und sei heute der Meinung, daß Negrin überhaupt keine Hoffnung haben könne, die endgültige Niederlage zu vermeiden. Darum müsse ein weiteres Blutvergießen vermieden werden.
Der „Paris Söir" weiß zu berichten, der englische Vertreter in Burgos, H 0 dgs 0 n , habe dem nationalspanischen Außenminister Jordana einen
Ser Sieg der Motorisierung.
Zur heutigen Eröffnung
der Internationalen Automobilausstellung
„Ich will Deutschland zu einem Autoland machen, das hinter keinem anderen Lande zurücksteht und allen Volksgenossen die Freiheit in Zeit iOd Raum geben, welche nur dieses moderne Verkehrsmittel gewähren kann." Dieses Führerwort hat die deutsche Motorisierung bestimmt und geleitet. Es^ entsprang dem Gedanken, daß Deutschland die Manner hervorbrachte, die einst das Automobil schufen und daß unser Land bis zum Weltkriege auch die Führung im Kraftfahrwesen besaß.
Wir erinnern uns des Tiefstandes der Autowirtschaft in der Zeit vor sechs Jahren. Damals war ein Bestand von 1,1 Millionen Kraftfahrzeugen vorhanden, von denen aber 400 000 außer Betrieb waren. Gegenwärtig beträgt die jährliche Erzeugung in Deutschland rund 300 000 Stück, und die Fabriken sind gar nicht in der Lage, alle Aufträge in kurzer Frist zu erledigen, so daß sich eine Art Kontingentierung bildete. Dabei hat sich in diesen sechs Jahren der Bestand der deutschen Kraftfahrzeuge nicht nur verdreifacht, sondern auch von Grund auf erneuert, so daß wir auf einen modernen Wagenpark blicken können. In Europa sicht Deutschland neben dem reichen England an der Spitze der Kraftfahrerzeugung, es hat Frankreich überflügelt, das früher eine führende Stellung einnahm. In den Vereinigten Staaten ist unter dem Druck der Krise die Erzeugung um 48 v. H. zurückgegangen. Das ist die Bilanz der vom Führer mit starker persönlicher Initiative geführten Motorisierung Deutschlands. Dabei mag hin,zugefügt werden, daß die angeführten Zahlen nur den inländischen privaten Bedarf berücksichtigen, nicht die Ausfuhr und die Lieferungen an die Behörden. Die Leistungsfähigkeit der Kraftfahrzeug-Wirtschaft ist also noch weit größer, als aus diesen Zahlen zu entnehmen ist.
Von Anfang an ist der Führer davon ausgegangen, die Motorisierung aus die breite st 0 Grundlag der Volksgemeinschaft zu stellen. Die erste Voraussetzung dazu boten die Rerchsautobahnen, die durch Großdeutschland die großen Verbindungen Herstellen und den Kraftwagen unabhängig vom übrigen Verkehr nur chen sollen.' Neber 3000 Kilometer sind fertig, fast 4000 Kilometer sind zum Bau freigegeben oder befinden sich schon im Bau. Durch den Anschluß der Ostmark und des Sudetenlandes hat sich dieses Programm noch erweitert. Von 53 Großstädten im Altreich haben bereits 39 Anschluß an eine der Autobahnen. 28 Gaue sind schon jetzt von Teilstrecken durchzogen. Daß daneben auch für das übrige Straßenwesen große Leistungen ausgebracht wurden, zeigt die Tatsache, daß für die Reichsstraßen in den Jahren 1934 bis 38 1060 Mill. Reichsmark, für die Landstraßen 1. und 2. Ordnung 1600 Mill. Reichsmark ausgegeben wurden. Für die Verbesserung der Straßen in Oesterreich wurden im Jahre 1938 über 110 Mill. Reichsmark bewilligt.
Das NSKK. ist die Organisation des Motorsports, die zu feiner Entfaltung Großes leistet. Jährlich gehen etwa 50 000 Mann durch die Motorsportschulen des NSKK. Sie bilden einen leistungsfähigen und geschulten Nachwuchs. Das Programm des Volkswagens, das der Führer nn Fc bruar 1934 verkündete, hat die Welt in Spannuni versetzt. Nun laufen die ersten Fahrzeuge diesei Art und sie bilden eine Sensation der diesjährigen Ausstellung. Dieser Tage wurde mit geteilt, daß bereits 170 000 Bestellungen dafür vorliegen. Das- große Werk des KdF.-Wagens bei Fallersleben soll nach dem Worte des Führers entstehen „aus der Kraft und zur Freude des deutschen Volkes."
In den Siegeszug der deutschen Motorisierung gehören auch die Erfolge unserer Rennfahrer im Auslande wie im Inlands, nicht weniger die Leistungen unserer Motoren. Trotz aller Schwierigkeiten durch Währungsabwertungen und
Vermittlungsoorschlag überreicht. Dieser sehe eine ehrenhafte Hebergabe der Sowjetspanier und eine Volksabstimmung über die künftige Verfassung Spaniens vor. Aber Franco habe diese Bedingungen abgelehnt. Del Vayo habe während seines Pariser Aufenthalts auch zahlreiche Besprechungen mit linksgerichteten französischen Politikern gehabt. Auf eine Unterrebuna mit Außenminister Bonnet habe er jedoch verzichtet, nachdem er die volle Heberzeugung gewonnen habe, daß die fran- zZsische Regierung einmütig für eine baldige Anerkennung der Franco-Regierung sei. Der bereits 48 Stunden dauernde Aufenthalt del Vayos wirft übrigens für die französische Regierung die Frage auf, ob die Besprechungen des Außenkommissars mit den Verpflichtungen zu vereinbaren sind, die die sowjetspanischen Machthaber bei ihrem Eintritt in Frankreich übernommen haben, sich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten. Es scheint, als ob ein längeres Verbleiben del Vayos in Paris der französischen Regierung nicht erwünscht sei.
Das „Journal" stellt die Frage, ob Azana in dem Gebäude der sowjetspanischen Vertretung mit Gewalt zurückgehalten werde. Kein Besucher und kein Journalist werde eingelassen. Bisher haben es vier Mitglieder der rotspanischen „Regierung" vorgezogen, weiter in Frankreich zu bleiben, statt Negrin nach Madrid zu folgen. Negrin hatte sich daraufhin gezwungen gesehen, auf die Posten für Hnterricht, Gesundheit, Justizwesen und öffentliche Arbeiten einstweilen „Hnterstaatssekretäre" zu setzen.


