Ausgabe 
17.1.1939
 
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diger Weise geehrt wurde. In seinen Darlegungen rief der Kameradschaftsführer dann die großen politischen Ereignisse des vergangenen Jahres in die Erinnerung zurück. Im Hinblick auf die Tätigkeit innerhalb der Kameradschaft wies er auf die schön verlaufenen Ausflüge nach dem Vogelsberg usw. hin. Der Rechner, Kamerad Kramer, erstattete den Kassenbericht, der dank seiner umsichtigen Wirt­schaftsführung sehr günstig lautete. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Zum Schluß der Versamm­lung wurde in reger Aussprache die Eingliederung in den NS.-Reichskriegerbund erörtert und insbe­sondere die dadurch bedingte Aenderung in der Wirtschaftsführung der Kameradschaft besprochen.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 17. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Erbsen 8, Grünkohl 17 bis 18, Rosenkohl 40, Feldsalat, */io 10 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 45, Zwiebeln 12 bis 13, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 50 Pf., Hähne 1,25 Mark, Suppenhühner 1 Mark, Nüsse 50 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf.

** Ein Achtzigjähriger. Herr Anton Meurer, Grünberger Straße 2 (Schützenhaus), konnte jetzt seinen 80. Geburtstag begehen. Der alte Herr versteht seit 19 Jahren das Amt des Schieß-

standverwalters beim Schützenoerein Gießen zur größten Zufriedenheit seines Vereins, mit dem er sich eng verounden weiß. Den Schützen und Jägern ist er aufs beste bekannt, sie alle wünschen ihm, daß er auch weiterhin in Frische und Gesundheit sein Amt im Verein versehen kann. Dem alten Herrn gratulieren auch wir herzlich.

** Die Gießener Stadtkasse erinnert heute an die umgehende Zahlung von Grundsteuern, Gewerbesteuern und Gebühren. Wer sich von Nach­teilen schützen will, versäume diesen letzten Zah­lungstermin nicht.

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 6. bis 12. Januar ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen und 3 ge­bührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit sechs Anzeigen; gegen Rad­fahrer mit 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen.

Amtsgericht Gießen

Ein hiesiger Kaufmann war, durch seine fami­liären Verhältnisse bedingt, in eine schlechte Ge­schäftslage geraten. Obwohl er wußte, daß er einen Offenbarungseid zu leisten hatte, nahm er dennoch Bestellungen bei einem Reiseoertreter vor. Seine Verpflichtungen konnte er aber nicht er­füllen. Er hatte sich nun vor dem Einzelrichter wegen Betrugs zu verantworten. In der gestrigen Haupt­verhandlung stellte sich. heraus, daß der Mann, der inzwischen geschieden worden ist, nach Leistung des Offenbarungseides prompt seinen alten Ver­pflichtungen nachkommt. Das Verfahren gegen ihn wurde auf Grund des Straffreiheitsgesetzes ein­gestellt, da eine höhere Strafe als ein Monat Gefängnis nicht zu erwarten war.

Glaube und Schönheil" in Haushaltslageni.

NSG. Um auch das Landmädel, das durch die örtlichen Verhältnisse keine Gelegenheit zur Tell- ncchme an den üblichen Arbeitsgemeinschaften hat, in das BDM.-Werk einzubeziehen, hat der Ober- gau Hessen-Nassau in enger Zusammenarbeit mit der Landesbauernschaft außer seinen achtwöchigen hauswirtschastlichen Lagern jetzt auch zehntägige Internats kur se vorbereitet, die am heutigen Diens­tag in verschiedenen Untergauen beginnen.

Die Mädel der Untergaue Gießen und Bad Homburg werden in der Jugendherberge Schloß- b o r n zusammengefaßt, die Mädel aus dem Unter­gau Wetzlar im Landjahrlager Bleidenstadt, die Limburger in der Jugendherberge Diez, die Main­zer im HausNußberg" bei Niederwalluf. Die Mädel aus dem Vogelsberg kommen in der Jugend­herberge Lauterbach und die Büdinger in der dor­tigen Jugendherberge zusammen. Der Untergau Worms nimmt feine Mädel in die bisherigen Räume der Haushaltsklassen auf.

Jedes dieser Lager wird mit durchschnittlich 30 Mädeln belegt, die unter Leitung einer Führerin und zwei vorgeschulten Lehrkräften in wesentliche Fragen der Haushaltsführung, Volkswirtschaft und Ernährungslehre eingeführt werden und in zwei bis drei Gruppen praktisch arbeiten. Diese prak- tischen Hebungen im Kochen, Waschen, Nähen, Flik- ken usw. werden ergänzt durch verschiedene Refe­rate von Seiten her Landesbauernschaft, so über Arbeitserleichterung im Landhaushalt, Gartenbau, Hühnerzucht, Milchwirtschaft u. ä.

Ein sorgfältiger und bis Ins kleinste vorbereiteter Lehrplan und die Auswahl tüchtiger Leiterinnen und Lehrkräfte, Auflockerung durch Sport, Singen und Heimabend geben die Gewähr, daß die Mädel aus diesen zehn Lagertagen nicht nur ein frohes Erlebnis, sondern auch viel Wertvolles für den praktischen Alltag mit nach Hause nehmen. Damit wird das BDM.-Werk auch im letzten Dorf seinen Sinn erfüllen.

3n 14 Tagen looooo Lose mehr umgesetzt.

NSG. Seit gut 14 Tagen sind die grauen Glücks- mihmer wieder in unsere Städte und Dörfer ein­gekehrt. Unermüdlich bieten sie die Lose der Mnter- hilfslotterie an, die ein Beittag zur großen Leistung des WHW. sind. 36 Millionen Lose stehen in diesem Jahr für das ganze deutsche Reich zur Verfügung, von denen 4 Millionen in den Gauen Hessen-Nassau, Saarvfalz, Koblenz-Trier, Kurhessen und Thürin­gen, deren Dienststelle des Amtes für Lotteriewesen der Reichsleitung der NSDAP, sich in Frankfurt a. M. befindet, abgesetzt werden.

In jedem Jahr ist der Verkauf der WHW.-Lose eine Art von Wirtschaftsspiegel, in dem man den wirtschaftlichen Aufschwung ablesen kann. Obwohl der Verkauf der Lose auf die Zeit von drei Monaten berechnet ist, waren die Lose bisher immer in zwei Monaten ousverkauft. Auch in diesem Jahr hat der Umsatz der Lose an Neujahr einen verheißungs­vollen Anfang genommen, der sich auch in den ersten Wochen gleich günstig fortsetzte. Vom 30. Dezember, an dem der Losverkauf begann, bis zum 14. Januar wurden in den fünf obengenannten Gauen 100 000 Lose mehr verkauft, als im vergangenen Jahr. Die WHW.-Lotterie hat sich also nicht nur gut einge­bürgert, sondern der wachsende Wohlstand des deutschen Volkes macht sich auch hier deutlich be­merkbar.

Der Frankfurter Dienststelle des Amtes für Lot- teriewefen unterstehen 35 Geschäftsstellen, 180 Los-

depots und 2000 Verttiebsslellen mit 800 Losver­käufern, von denen 70 in der Gauhauptstadt Frank­furt a. M. tätig sind. Schon heute hat sich ein fester Stamm von Losverkäufern gebildet, die unermüd­lich tätig sind. Ein mittelmäßigergrauer Glücks- mann" verkauft am Tag einen Kasten mit 200 Losen, während z. B. an dem Stand im Frank­furter Hauptbahnhof am Tag acht Kästen mit 1600 Losen umgesetzt werden. Monatserste und Löhnungs- toge sind natürlich von nicht geringem Einfluß auf den Losoerkauf, und auch die Mentalität der Be­völkerung fällt stark ins Gewicht. In Sachsen und in Wien z. B. ist die Bevölkerung viel spielfreudiger als in anderen Gegenden des Reiches. Trotzdem aber stehen die Umsätze des Gaues Hessen-Nassau mit an der Spitze. Allein Frankfurt, das mit Gie­ßen und Hanau als besonders rührig zu bezeichnen ist, erhält in diesem Jahr 450 000 Lose. Auch die Ergebnisse in den Städten Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind immer gut.

In den ersten Wochen ist schon eine ganze Reihe ansehnlicher Gewinne gezogen worden. Aber noch steckt so mancher 500er und 1000er in den Kästen als ein Schatz, der gehoben werden muß. Jeder kann sein Glück machen, wenn er von den grauen Glücksmännern, die im Dienste der guten Sache des WHW. stehen, ein Los erwirbt und jeder hilft dadurch unserer großen Volksgemeinschaft.

Zeitsragen her deutschen Pferdezucht.

Die am Sonntag veranstaltete 10. wissen­schaftliche Sitzung der Veterinärme­dizinischen Gesellschaft Gießen befaßte sich in zwei Vorträgen mit Fragen, die vornehmlich ins Gebiet der deutschen Pferdezucht einschlugen. Unter den Gästen sah man den Heeresgruppenvete- rinär 2, Generalveterinär Dr. Eckert (Frankfurt am Main).

Im ersten Vortrag sprach Veterinärrat Dr. med. vet. habil. Otto Hofferber (Kassel) über

Blutgruppen bei Tieren".

Daß beim Menschen Blutgruppen bekannt und häu­fig in Gerichtsentscheidungen von Bedeutung sind, weiß die Allgemeinheit aus zahlreichen Prozeß- berichten. Weniger bekannt dürfte sein, daß man auch bei den Tieren Untersuchungen auf das Vor­handensein solcher Blutgruppen angestellt hat. Aller­dings steht die Forschung auf diesem Gebiete noch im Anfang, und es hat sich erst ein einziges Insti­tut, das Tierärztliche Institut der Universität Göt­tingen, dem der Vortragende früher angehört hat, mit Blutgruppenforschungen größeren Stils befaßt.

Beim Menschen hat man 4 Blutgruppen (A, B, AB, O) gefunden, die mit gewissen Ausnahmen auch beim Rind, Schaf und Schwein vorhanden sind. Im übrigen liegen die Verhältnisse beim Tier aus bis­her unerfindlichen Gründen verwickelter. Der Hund hat 19, das Pferd fogar 486 Gruppen bzw. Grup­penstrukturen finden lassen.

Wie beim Menschen, so haben die Blutgruppen auch beim Tiere eine große praktische Bedeutung. Sie sind nicht nur bei der Vornahme von Blut­übertragungen zu Heilzwecken zu berücksichtigen, wenn unliebsame Zwischenfälle vermieden werden fallen, sondern spielen in der Tierzucht eine wich­tige Rolle, wenn Zweifel über eine Vaterschaft, wie sie nach wiederholtem Decken eines wertvollen Zuchttieres auftreten können, entschieden ober Be­trugsmanöver, wie die Unterschiebung von Fohlen u. a., aufgedeckt werden sollen. Auch die Zwillings­forschung macht von ihr Gebrauch, wenn auch noch nicht in dem Umfange, wie beim Menschen. Wert­voll für die planmäßige Zuchtwahl märe es, wenn man Beziehungen zwischen den Blutgruppen und bestimmten Zuchteigcnschaftcn finden könnte, doch

ist dieser Wunsch der Tierzüchter noch nicht erfüllt worden. Es bleiben also auf diesem und anderen Teilgebieten der Blutgruppenforschung beim Tier noch viele Fragen zu lösen, so daß die Förderung gerade dieses Forschungszweiges im Interesse der deutschen Tierzucht und namentlich der für die Land­wirtschaft und das Heer in gleicher Weise wichtigen Pferdezucht sehr zu wünschen wäre.

Der lebhafte Beifall und die angeregte Wechsel­rede zeugten für das große Interesse, das die Aus­führungen des Vortragenden gefunden hatten.

Zeitgemäße Fragen der deutschen Pferdezucht" behandelte der zweite Vortrag, den Professor Dr. Vogel, der Leiter des hiesigen Tierzuchtinstitutes, übernommen hatte. In der Öffentlichkeit besteht vielfach noch der Glaube von einem Machtkampf zwischen Pferd und Motor. Dem ist nicht fo. Die Fragebeantwortung muß lauten. Pferd und Motor. In den Nachkriegsjahren ist es im deutschen Pferde­bestand, ebenso wie beim Menschen, zu einer be­denklichen Ueberalterung gekommen, die der Pferde­zucht ernste Sorgen bereiten mußte. Als überaltert sind die über neunjährigen Tiere zu bezeichnen, die einerseits nicht mehr voll leistungsfähig sind und anderseits ihr Futter nicht mehr richtig verwerten, also in doppelter Hinsicht unwirtschaftlich sind. Erst die jüngste Tierzählung (1937) brachte wieder eine Zunahme der vollverwendungsfähigen Pferde, d. h. eine Verjüngung des Pferdebestandes.

Die deutsche Pferdezucht ist, wie die hauptsäch­lichste Pferdehaltung, landwirtschaftlich orientiert. Ihre Aufgabe ist es, für jedes Landesgebiet das wirtschaftlich geeignetste Pferd heranzuzüchten. Be­standen früher züchterische Gegensätzlichkeiten bezüg­lich des Wirtschaft?- und des Soldatenpferdes, so wurde auf diesem Gebiet jetzt eine beiden Teilen gerecht werdende Uehereinftimmung erzielt. Die Zucht des Pferdenachwuchses für das Heer bildet kein Problem mehr. Dem Heer müssen aber dar­über hinaus erforderlichenfalls diensttaugliche Pferde zur Verfügung gestellt werden können, an die be- sondere Forderungen gestellt werden: sie müssen das im emtretenben Falle gereichte Futter gut ver­werten, leistungsfähig und hart auch dann fein, wenn ihrer Pflege weniger Sorgfalt geschenkt wer­

den kann, und im Körperbau dürfen sie nicht zu groß und massig sein.

Die deutsche Pferdezucht hat daher in letzter Zeit eine Reche von Leistungsprüfungen für Zug- und Tragtiere eingeführt, an den preußischen Gestüten werden auch die Zuchthengste solchen Prüfungen unterzogen, ehe sie zur Zucht Verwendung finden, und schließlich haben die Deutschen Reichsverbände für Warm- und Kaltblutzucht Leistungs-Herdbücher geschaffen. Sehr bedeutungsvoll ist die Frage der Fütterung, nachdem man bei den Arbeitspferden von der Hafergrundlage zu Hack- und Wurzel­früchten übergegangen ist; dabei dürfen die Gesamt- nahrungsbedürfnisse insbesondere die Eiweißver­sorgung und der Mineralstoffbedarf, nicht außer Acht gelassen werden.

Im deutschen Pferdebestand stecken noch unermeß­

liche Kraftreserven, die durch Verbesserungen in der Haltung (Beschirrung, Fahrzeugbau) nutzbar ge­macht werden können. Weitere Förderung ist aus den Bestrebungen des Reichstierzuchtgesetzes zu er­warten.

Zum Schluß seiner mit großem Beifall auf­genommenen Ausführungen ging Professor Vogel noch auf die besondere Lage in der deutschen Voll­blut-, Warm- und Kaltblutzucht ein und erwähnte auch die durch den Anschluß an Oesterreich auf dem Gebiete der Pferdezucht neugeschaffenen Ver­hältnisse.

Generalveterinär Dr. Eckert gab in der Wechsel rede einen. kurzen Einblick in die vom Standpunkte des Heeres wichtigen tierzüchterifchen Fragen.

Aus der engeren Heimat.

Gteinwurf und Selbstmordversuch.

* Aßl" r, 15. Jan. Auf der Landstraße A ß - 1 ar Bechlingen versuchte frühmorgens ein unbekannter Mann beim Herankommen eines Molkereiautos den Kraftwagenführer zum Halten zu veranlassen. Da der Unbekannte plötz­lich aus einem Waldstück an der Straße austauchte, kam dem Kraftfahrer die Sache nicht geheuer vor, so daß er auf die Haltsignale des Mannes nicht reagierte. Aus Wut warf er einen Stein gegen den Kraftwagen und traf die Windschutzscheibe, die zertrümmert wurde. Zum Glück blieb der Fah­rer unverletzt, so daß er davon fahren konnte. Einige Holzfäller hatten aus der Entfernung den Vorgang beobachtet und brachten es fertig, den Unbekannten zu ergreifen. Man vermutete, den vielgesuchten Koscheike erwischt zu haben. Nach Bechlin­gen zum Bürgermeister gebracht, wurde der Fest­genommene in sicheren Gewahrsam gesetzt und der Gendarmeriebeamte in Aßlar schleunigst herbeige­rufen. Als man nad) dessen Eintreffen den Mann zwecks Vernehmung aufsuchte, fand man ihn b l u t- überftrömt in der Stube liegend auf. Er hatte einen Selbstmordversuch unternommen und sich mit einem Rasiermesser schwere Schnittwunden am Halse beigebracht. In bewußttosem Zustande wurde er in das Kranken­haus zu Ehringshausen eingeliefert. Die Ermitt­lungen ergaben, daß es sich um einen 33 Jahre alten Man aus Lindenfels im Odenwald handelt. Die Beweggründe zu feiner Tat sind noch unbe­kannt.

Landkreis Gießen.

£ Wi eseck, 16. Jan. Im Zeichen des WHW. veranstaltete der GesangvereinEin­tracht" im Saale von Wilhelm D o r f e l d am Sonntag einen wohlgelungenen Unterhaltungs­abend. Nach Begrüßungsworten des Vereinsfüh­rers Otto Abel brachten die Sänger unter der Leitung ihres bewährten Chorleiters Fritz Leib (Gießen) drei Chöre zu Gehör, die reichen Beifall fanden. Im Mtttelpunkt des Abends standen ein Singspiel (das SangeSbrüder Karl Dorfeld ein- ftubierte) und ein Schwank. Die Zuhörer spendeten den Darstellern dankbaren Beifall. Den musika­lischen Teil bestrttten einige Mitglieder des Ver­eins, die die Pausen mit guten Vorträgen aus» füllten. Dem Winterhilfswerk konnte erfreulicher­weise der Reinertrag von RM. 92, zugeführt werden. Der Abend war für den Verein ein voller Erfolg.

ch Heuchelheim, 16.Jan. Unter starker Be­teiligung seiner Mitglieder hielt am Samstag der Turnverein sein Winteroergnügen ab. Vereins­führer O. Rinn wies einleitend auf die Tatsache hin, daß nunmehr der Reichsbund für Leibesübun­gen ein der NSDAP, angegliederter Verband fei, und verlas im Zusammenhang damit den Neujahrs­erlaß des Reichssportführers. Der Vereinsführer brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß auch wei­terhin in den Reihen des Vereins eifrige Arbeit im Dienste der körperlichen Ertüchtigung des deutschen Menschen geleistet werden möge. Unter starkem Bei­fall konnte er die Urkunden für drei Gaumeister­schaften und an fünf Breslaufieger überreichen. Turnerische Vorführungen, unterhaltende Darbietun­gen der Turnerinnen und der Turner, die Auffüh- rung eines luftigen Theaterstückes und Tanz sorgten für einige unterhaltsame Stunden.

# Mainzlar, 16. Jan. Im Saale von Müller hielt der bekannte Geräteturner Bettin aus Wie- seck einen Kursus für Leibesübungen ab. Gymnastik, Boden- und Geräteübungen füllten die Stunden aus. Durch den örtlichen Luftschutz- leiter wurden die Frauen und Mädchen des un­teren Dorfes zu Hilfs- und Schuhtrupps eingeteilt. Die Einteilung für das Oberdorf folgt.

# Staufenberg, 16. Jan. Die Schäferei­gesellschaft hielt bei Gastwirt Zecher ihre Jah- resschlußversammlung ab. Der« seitherige Schäfer wurde wieder verpflichtet.

4h Daubringen, 16. Jan. Für die Laien­helferinnen im Luftschutz begann ein Kur­sus für Hilfsleistungen bei Unglücksfällen. Der gut­besuchte Lehrgang dauerte acht Doppelstunden. Die hiesige Schäfereigesellschaft hat einen neuen Schäfer verpflichtet. Die Herde ist 110 Tiere stark.

A Annerod, 16. Jan. Der Gesangverein Heiterkeit" hielt am Samstag feine Jahres­hauptversammlung bei Gastwirt Engelhardt ab. Vereinsführer Heinrich Wehrum hieß den Ver­treter der Partei, Ortsgruppenleiter Schäfer, und die Sangesbrüder willkommen. Sodann gab er den Bericht über das abgelaufene Dereinsjahr, der mit Befriedigung aufgenommen wurde. Der von Rech­ner Ludwig Balser erstattete Kassenbericht ergab einen günstigeren Stand als der des Vorjahres. Für den stellvertretenden Vereinsführer Friedrich Schä­fer, der fein Amt niederlegte, wurde das Vor­standsmitglied Heinrich Wietzner als Nachfolger bestimmt. In einer kurzen Ansprache wies Orts­gruppenleiter Schäfer auf die kulturellen Werte des deutschen Männergesangs hin.

= Steinbach, 16. Jan. Auf Grund der Er­fahrungen bei dem jüngsten Scheunenbrand wurde jetzt das ganze Ortswasserleitungsnetz an den Hochdruck an geschlossen. Ein Teil des Ortsnetzes wird regulär mit Wasser versehen, das frei von der Quelle, die hoch liegt, in die Leitung fließt. Die unliebsamen Folgen Des eingeschalteten Wassers aus dem Hochdruckbassin waren eine ganze Reihe von Rohrbrüchen und Keller voll Wasser. Die davon betroffenen Gemeindeglieder haben natürlich um diese Jahreszeit noch große Kartoffelvorräte in ihren Kellern, die nun im Wasser liegen. Die Ausbesserungsarbeiten wurden sofort in Angriff ge­nommen, sind aber durch das gefrorene Erdreich und die starken Niederschläge der letzten Tage ziem­lich schwierig.

1 Großen-Linden, 16. Jan. Der Zweig- ü ereinHüttenb er g" vorn VHC. begann

bas neue Jahr mit einem Gang nach Lang-Göns, wo in einer Versammlung der Mitglieder und ihrer Angehörigen das Jahr 1939 begrüßt wurde. Bei gemeinsamen Liedern, Gedichtoorträgen, derpoeti­schen" Iahresübersicht usw. verliefen die Stunden zu schnell. Für gute Wanderleistungen wurde bei dieser Feier VHC.-Kamerad Hofmann mit der silbernen Nadel ausgezeichnet. Am gestrigen Sonn­tag unternahm der Zweigverein ,Lüttenberg" die erste Wanderung, die nach dem Kleebachtal führte. Bei mildem Wetter verlief die Wanderung, an der sich viele Mitglieder beteiligten, sehr schön. Der Weg ging von Großen-Linden nach Lang-Göns, von da über Hochelheim, Dornholzhausen nach Nieder-KIeen, wo eine Kaffeepause eingelegt wurde. Die Aussicht von den Höhen war ausgezeichnet, ebenso schön war auch der Anblick des schäumenden Kleebaches, der infolge Schneeschmelze Hochwasser führte. Der Rückweg erfolgte von Nieder-Kleen über Lang-Göns nach Großen-Linden.

<£ Leihgestern, 16. Jan. Seinen 76. Ge­burtstag konnte gestern, Sonntag, 15. Januar, der Grubenaufseher i. R. Johannes Heß XXII. in guter Gesundheit begehen. Herzlichen Glückwunsch.

> Holzheim, 16.Jan. Der hiesige Verein für Schweineoersicherung hielt im Rat­haussaal eisie Generalversammlung ab. Der Vor­sitzende, Landwirt Jung, erstattete den Geschäfts­bericht. Rechner Heinrich Grieb I. gab den Kassen­bericht zur Kenntnis, aus dem hervorging, daß die Einnahmen 3626 Mark, die Ausgaben 3082,90 Mark, der Ueberschuß also 543,10 Mark betrug. Dem Vor­stand wurde Entlastung zuteil; er bleibt unverän­dert im Amt. Eine Aussprache war organisatorischen Fragen gewidmet.

H Lich, 16. Jan. In einer Rücksprache mit Bür­germeister Geil hatten wir in Nr. 306 desGieße­ner Anzeigers" vom 31. Dezember 1938 bereits in einem Rückblick auf bie g ü n ft i g e Entwicklung der Stadt in baulicher Hinsicht hingewie- fen. Auch für das Jahr 1939 wird, soweit es sich jetzt schon absehen läßt, für die Baufirmen und Handwerker wieder reichlich Arbeit bringen. Neben zahlreichen Wohnungs-Neubauten wird die im Jahre 1937 begonnene Siedlung durch 15 bis 20 Häuser erheblich vergrößert. Die schon feit einigen Jah­ren in der Volksschule durchgeführte Abgabe eines warmen Milchfrühstückes an bedürf­tige Kinder wird auch in den kommenden drei Mo­naten durchgeführt. Dieser Tage wurde in der Brauerei Jh ring-Melchior eine Be­triebssportgemeinschaft gegründet, der be­reits 30 v. H. der Gefolgschaft angehören. Die Lei­tung der Sportgemeinschaft hat das Gefolgschafts­mitglied Heinrich Gilbert.

* Ettingshausen, 17. Jan. Am morgigen Mittwoch, 18. Januar, begehen der Weißbindermei­ster Jakob Stabe! und Ehefrau Katharine, ge­borene Görnert, das Fest der Silberhochzeit. Dem Jubelpaar auch unsere herzlichen Glückwünsche.

Jude betrog das Wohlfahrtsamt.

LPD. Herborn, 16. Jan. Das Schöffengericht in Siegen verurteilte den Juden H. Süßkind aus Herborn wegen schweren Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, sowie zu drei Jahren Ehrverlust. Der siebenmal vorbestrafte Jude bezog vom Wohlfahrtsamt der Stadt Herborn Unter­stützung, obwohl er im Besitz von 1050 Mark Bar­geld war. Der Gesamtbetrag der Unterstützung be­trug etwa 300 Mark. Wie mcht anders zu erwarten war, versuchte Süßkind sich auf echt jüdische Weise reinzuwaschen. Das Gericht glaubte aber die Mär­chen nicht, zumal noch andere Schwindeleien festge­stellt wurden.

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Mittwoch. 18. Januar:

6 Uhr: Morgenlied Morgenspruch. Gymna­stik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gym­nastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause! 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Das Lied der Deutschen. Eine Hörfolge zum Todestage von Hoffmann von Fallersleben. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittags­konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wer freut sich da nicht mit? 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Bei den Buschmännern in Südwest. 15.30: Frauenschaffen der Gegenwart: Irmgard Müller, Aerztin und Schriftstellerin. 16: Nachmittagskonzert. In einer Pause, von 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: Franziska Kinz. 18: Ein Wort an alle. 18.10: 20 Minuten Wagenpflege und er sieht wieder aus wie neu! 18.30: BDM.-Werk, Glaube und Schönheit. 19: Fliegendes Deutschland. Franz und Emil. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 21: Die Jahreszeiten. 22: Nach­richten. 22.30: Musik aus Wien. 24 bis 3: Nacht­konzert.

Briefkasten der Redaktion.

Sch. in G. Durch das Gesetz zur Aenderung her RDO., des Angestelltenversicherungsgesetzes und des RKnG. vom 29. 3.1928 RGB.' I S. 117 hat § 185 des ADG. folgende Fassung erhalten:Bei der Weiterversicherung (§ 21) und Seldstversiche- rung (§ 22) sind Beiträge in der dem jeweiligen Einkommen entsvrechenden Gehaltsklasse, minde­stens aber in Geyaltsklasse B, zu entrichten." Dieses Gesetz ist am 1. 4.1928 in Kraft getreten. Literatur und oberste Rechtsprechung stimmen darin überein, daß als Einkommen sinngemäß jede beliebige Ein­nahme (Gesamteinkommen) anzusehen ist. Danach gehört zum Einkommen im Sinne des § 185 AVG. nicht nur das ausGehalt oder Lohn", sondern auch dasjenige aus Grundbesitz, Renten, Kapitalver­mögen usw. Gehaltsklafl? B fmvrmt l ien.ach nur bei einem Einkommen rnn m.n j v als 100 Mark monatlich in Frage.