Ausgabe 
16.11.1939
 
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Nr. 269 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Donnerstag, 16. November 1939

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Verdunkelungsübung in der Schweiz.

eigen

nähme zwischen dem italienischen Botschafter und der türkischen Regierung Nervosität erregt Man be­trachtet das Festessen, das der italienische Botschaf­ter zu Ehren des türkischen Außenministers Sara- coglu gegeben hat, als ein Anzeichen für die Besse­rung der italienisch-türkischen Beziehungen.

Oie Vertreter Belgiens und Hollands beim Reichsaußenminister.

Berlin, 15. Nov. (DNB.) Reichsaußenminister von Ribbentrop empfing heute den bel­gischen Botschafter und den holländ 1 - d)en Gesandten. Er teilte den Vertretern Belgiens und Hollands im Kamen des Führers mit, daß nach der brüsken Ablehnung des Friedensschrittes des belgischen Königs und der Königin der Niederlande durch die englische und französische Regierung auch die deutsche Reichsregierung diese Vorschläge damit als erledigt ansähe.

England ist schuld an der Desorganisation der Schiffahrt

Oer heutige Wehrmachtsbericht.

Berlin, 16. Nov. (BTiB. Zunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Keine besonderen Ereignisse am gestrigen Tage.

Der Durchbruch zu den Shetlands -Inseln Die Shetlandinseln liegen noch nördlich der Ork­neyinseln, also noch weiter entfernt als der Bereich von Scapa Flow. Es sind insgesamt 117 kleine Inselchen, die zusammen nur 1426 Quadratkilometer groß sind und rund 23 000 Einwohner mühsam er­nähren. Nur 34 Inseln sind bewohnt. Es handelt sich um überwiegend kahle Felsinseln mit bescheide­nen Anbaumöglichkeiten für Kartoffeln, Hafer, Gerste und Flachs. An Vieh halten sich nur Schafe und Schweine sowie die bekannten kleinen Shel- land-Ponys. Die Inseln kamen 1469 durch heirat an die schottische Krone, nachdem sie bis dahin nor­wegischer Besitz gewesen waren. Tatsächlich sind die Einwohner überwiegend norwegischer Herkunft, was sich noch an einigen Sprachresten zeigt.

Llngarisch-jugoslawische Annäherung

Gegen die Vereinfachung der Balkanprobleme.

Von unserem boe.-Korrespondenien.

geschlagen habe, bis Kriegsende keine Terr i t orialansprü che gegenüber Ru­mänien vorzubringen und über diese Frage erst nach Kriegsende zu verhandeln. In Rom sei man der Ansicht, daß hierdurch eine weitere An­näherung Bulgariens an die übrigen Balkanstaaten ermöglicht werde, was in Rom mit Befriedigung begrüßt würde.

Schlachtschiff ,3mperoz' vom Stapel gelaufen.

Rom, 15.Nov. (Europapreß). Der Stapellauf des neuen italienischen 35 000-Tonnen-'vchlacht- schiffesJmpero", der schon am 28. Oktober hätte stattfinden sollen, damals aber wegen des un­günstigen Wetters verschoben wurde, erfolgte am Mittwoch bei schönem Wetter und ruhiger See. Das Schiff wird nach Sampierdarena^ geschleppt, wo es seine Ausrüstung erhält. Das Schlachtschiff Impero" ist 232 Meter lang. Es verfügt über eine Motorenstärke von insgesamt 130 000 PS. und über eine Geschwindigkeit von 30 Knoten. Die Impero" wird mit neun Geschützen von 381 Milli­meter und zwölf Geschützen von 152 Millimeter bestückt werden und außerdem zwölf Flakgeschütze erhalten. Drei Wasserflugzeuge werden ebenfalls zu dem Schlachffchiff gehören.

England beugt das Recht der Henlraicn.

Von Kapitän zur See Prof. v. Wal deyer-Harh.

Im Sinne des Völkerrechts sind rechtsfähig nur Staaten, niemals Einzelpersonen. Diesem fun­damentalen Grundsatz zufolge muß daher alles Völkerrecht in seinen Satzungen und deren Anwen­dung derart abgeftimmt sein, daß es dem Eigen­leben neutraler Staaten im Kriegsfälle möglichst keine Gewalt antut. Unter allen Umstän­den hat überall dort Rücksichtnahme zu walten, wo seitens neutraler Staaten keine Verletzung des herr­schenden Völkerrechts zu Gunsten oder Ungunsten einer der kriegführenden Parteien vorliegt. Wird hiervon abgewichen, zwingt mit anderen Worten eine der Kriegsparteien neutralen Staaten ihren Willen auf, dann wird die absolute Neutralität praktisch beseittgt. Denn jede Handlung, die von der Mittellinie des Rechtsweges abweicht, stellt ftteng genommen schon eine Neutralitätsverletzung dar. hieran kann auch der Umstand nichts ändern, daß der Schritt abseits vom Wege nicht freiwillig, sondern unter Zwang ausgeführt wurde.

Unser Vaterland hat wir dürfen es voller Oenugtung bekennen von jeher eine gefunöc Fortentwicklung des Neutralitäts­rechts angestrebt; wobei ihm als Ziel vor Augen schwebte, einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Kriegführenden und Neuttalen herzustellen. Daß sich ein neutraler Staat jeder mittelbaren oder unmittelbaren Unterstützung kriege­rischer Maßnahmen oder kriegerischer Geschäfte ent­halten muß, gilt uns hierbei als selbstverständliche Voraussetzung. Ja, wir gehen insofern in unseren Erwartungen noch weiter, als wir beanspruchen, daß sich eine echte und aufrichtige Neutralität auch jeder Beteiligung am Propaganda­krieg enthält. Da Völkerrechtsverletzungen nur von Staaten begangen werden können, müssen die Staatsorgane dafür Sorge tragen, daß Verstöße jedweder Art innerhalb ihres Staatswesens nicht Vorkommen, oder falls es geschehen ist, unterdrückt werden.

hält man diesen unseren Grundanschauungen ent­gegen, was englis cherseits verkündet und ge­tan wird, so ergibt sich ein derart klaffender Un­terschied, daß man geneigt ist, von unüberbrück­baren Gegensätzen zu sprechen. Auch der britische Premierminister Chamberlain hat erneut die alte Weise gesungen, England kämpfe für nichts ande­res als fiir dieFreiheit und Sicherheit zur See". Wer in der Geschichte der Völker zu Hause ist, weiß, daß britischer Dünkel hierunter seit Jahr­hunderten nichts anderes verstanden hat, als die uneingeschränkte Beherrschung der Meere durch den Union Jack. Wenn je Mars die Stunde regierte, dann hat noch immer auch die britische Tat unter dem gleichen Zeichen gestanden. Brutalste Abschnürung des Handels neutraler Staaten, soweit er nicht dem britischen Weltreich zugute kam; schärffte Heber- wachung der gesamten neutralen Schiffahrt und

Kopenhagen, 15. Nov. (Europapreß.) Die Armierung englischer und französi­scher Fracht- und Passagierdampfer hat in den neutralen Staaten einen denkbar schlech­ten Eindruck gemacht, da man sich im klaren dar­über ist, daß die Behandlung solcher Schiffe als Hilfskreuzer zwangsläufig die gesamte Han­delsschiffahrt beeinträchtigen muß, da von englischer Seite nun einmal Anlaß zu einem begründeten Mißtrauen gegeben worden ist. Arn internationalen Frachtenmarkt macht sich daher eine zurückhal­tende Tendenz d e r Reeder bemerkbar, und das in einem Augenblick, in dem England einen Druck auf die Neutralen ausübt, um sie zu ver­anlassen, zu billigeren Frachtraten zu fahren, obwohl durch die englische Seefahrtspolitik die Risiken beträchtlich angewachsen sind, hinzu kommt noch, daß sich die Reedereien gar nicht um Aufträge zu bemühen brauchen, da der Beschäfti­gungsgrad der neutralen Tonnage durchaus zufrie­denstellend ist. Teils belegt die eigene und neutrale Versorgung einen großen Teil der Tonnage mit Beschlag, teils ist auch reichlich zu tun auf den Li­nien, auf denen Trampschiffe in normalen Zeiten keine Möglichkeit einer Beschäftigung hatten.

Wenn daher auf gewissen Routen, und nicht zu­letzt auf den England- und Frankreich-Routen Tonnageknappheit herrscht, so begründet man dies folgendermaßen: Die normale Reisedauer wird infolge der oft notwendigen Umgebung der Gefahren- und Sperrzonen ver­längert. Außerdem verzögert der zwangs­weise Aufenthalt in den englischen Kontrollhäfen die Weiterleitung der Frachten oft um Wochen und bewirkt darüber hinaus häufig ein plötzliches Eintreffen mehrerer Dampfer im gleichen Bestimmungshafen, wodurch die Abferti- gung der Schiffe verzögert werden muß.

Diese Umstände erklären die Steigerung der Frachtsätze. Ein Beweis hierfür ist die Lage auf den östlichen Märkten, die in den letzten Tagen eine kaum zu befriedigende Nachfrage aufwiesen. Die Zurückhaltung der neutralen Reeder wirkt sich dahin aus, daß trotz der englischen und französischen Klagen die Notterungen fast täglich steigen, wie die

in Szekszard die 500.Landesfahne" feierlich einge- 1 »veiht. Ungarn will auch heute nicht ohne wei- teres vergessen.

An diese Bekenntnismaie und Zeremonien erin- nert man sich, da sich in den letzten Wochen die ! Zeichen der Annäherung zwischen U n = Igarn und Jugoslawien in auffallender Weife . mehren. Auch Jugoslawien erbte ein Stück des nach dem Weltkrieg verstümmelten Ungarn mit einer an- , I sehnlichen ungarischen völkischen Minderheit. Trotz- »dem hat in beiden Ländern über alle heimlichen I Stimmungen und Verstimmungen die Realpolitik ( | gesiegt, und die Nutzlosigkeit, sich in gefährlichen j Sackgassen abzuschließen, ist überall erkannt. Die ( | praktische Annäherung datiert seit dem Tage, da I Italien seine Beziehungen zu Jugoslawien auf ver- I trauensvolle Zusammenarbeit ab stellte und nun, I als Freund beider Länder, jedem Bemühen Dor- I schub leistete, auch das ungarisch-jugoslawische 23 er- I hältnis zu einem Faktor südöstlicher Friedenspolitik ßu gestalten. In letzter Zeit häufen sich die Be­uche ungarischer politischer Persönlichkeiten im Nachbarlande zwecks Vertiefung des kulturellen und wirtschaftlichen Austausches. Es wurde sogar ange« Pünbigt, der jugoslawische Handelsminister werde die bevorstehenden jugoslawisch-ungarischen Vertragsver- ;; Handlungen mit einem persönlichen Besuch in Bu­dapest einleiten. Das wäre seit Jahren der erste ugoslawische Ministerbesuch in Ungarn. Viel be­merkt wurde auch die Auszeichnung des Leiters V Der Presseabteilung im ungarischen Außenministe­rium, Legationsrat von Hllein-Reviczky, mit einem hohen jugoslawischen Orden, ein Akt der Anerken­nung für den freundschaftlichen Ton der gegen« eitiaen Presfepolitik. Ungarn und Jugoslawien jaben sich die Hand gereicht, um in erster Linie I eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu \dyx\-- I fen, die notwendig ist für die Behandlung aller zwischenstaatlichen Fragen im Geiste des Wohl­wollens.

Diese zweiseitigen Bemühungen um Entspan­nung vom Nachbarn zum Nachbarn stellen, nach ungarischer Auffassung, die einzige Möglichkeit dar. Den südöstlichen Raum fortschreitend zu entgiften und HU befrieden. DerPester Lloyd" wandte sich vor "urzem in mehreren Artikeln, mit denen er zweifel-- iO5 die Meinung des ungarischen Außenministeriums »iedergab, gegenvereinfachende Betrachtungs­weisen" der Auslandpresse, die den harten Tat­schen der balkanischen Realität nicht immer gerecht würden. Einer solchenvereinfachenden Anschau­ung" entspringe z. B. der AusdruckBalkan- -lock". Aber die balkanischen Fragen bildeten 'eine unauflösliche Einheit. Sie setzten nef) vielmehr aus verschiedenen konkreten Beziehun­gen und Wechselwirkungen zusammen. Das Problem yabe verschiedene Seiten, und die richtigen Lösungen i.eien nicht diejenigen, die über ihren vielseitigen Tharakter achtlos hinweggingen. Indem bald von Dieser, bald von jener Seite ein von Sonder-. 7nteressen eingegebener Wunsch in die Bettachtung yineinspiele, entstehe das gefälschte Bild, das im ' rasch fertigen Schlagwort feinen Ausdruck finde.

§5 gebe, so betonte derPester Lloyd", Länder -uf dem Balkan, für die es vor allem wichtig sei, nicht durch eine Verflechtung der Interessen in einen Konflikt der Großmächte einbezogen zu werden.

Mit dieser Politik glaubt Ungarn denneutral­en" und am wenigsten gefährdeten Mittelweg zu zehen zwischen den geschichtlichen Belastungen des Südostens und aus den ureigenen Wechselbeziehun­gen auf der einen Seite und dem im Balkan wieder deutlicher spürbaren Kräftespiel der Großniächte undererseits. Gelingen möglichst viele Brücken- chläge von Land zu Land, so könnte in dieser Schicksalswende Europas auch der Südosten am heften eine Region des Friedens bleiben und auch im aktiven Sinne dadurch zum Frieden beitragen, « der europäische Krieg nicht noch größere Aus­maße annimmt.

Wieder jugoslawische Bauxitausfuhr nach Deutschland.

Belgrad, 15. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die jugoslawische Bauxitausfuhr aus Dalmatien nach Deutschland wurde wieder aufgenom- ! men. Die Beförderung erfolgt jetzt auf dem Landwege. Eine große Zahl dalmatinischer Bauxitarbeiter findet dadurch wieder Beschäftigung.

6in rumänischer Vorschlag an Bulgarien.

Belgrad, 15. Nov. (Europapreß.) Der römische Korrespondent derPolitika" unterstreicht den gün­stigen Eindruck, den in römischen Kreisen die Mel­dung desLavoro Fascista" aus Bukarest hervor- lerufen hat, nach der Rumänien Bulgarien oor-

Schon der vor einiger Zeit erfolgte Angriff deut­scher Flieger auf den Firth of Forth erregte in England größte Beunruhigung. Die Entfernung von Firth of Forth bis zur deutschen Nordseeküste be­trägt 700 Kilometer. Bis zu den Shetlandinseln sind es sogar 1000 Kilometer Luftlinie, wozu noch die Entfernung von der deutschen Küste bis zum Ausgangspunkt des Fliegerangriffs hinzu- gerechnet werden muß. Die deutsche Luftwaffe hat damit erneut den Beweis gebracht, wie begründet der Satz war, den Adolf Hitler in der letzten Reichs­tagsrede mit Bezug auf England sprach:Es gibt keine Inseln mehr."

Mil der Liebe zum Kriege geboren."

Churchill im amerikanischen Urteil.

Neuyork, 15. Nov. (Europapreß). Die Ver­antwortung Winston Churchills für den Aus­bruch des englischen Krieges stellt das Blatt mit der größten Massenauflage in USA.N e w Port Daily New s", eindeutig fest. Nach der Schil­derung des Lebensweges des Hauptexponenten der englischen Blockadepolitik, der, wieNew Port Daily News" erklärt,mit der Liebe zum Kriege geboren zu fein scheint", fährt das Blatt fort, Churchills diplomatische Geschicklichkeit einer ebenso sachlichen wie vernichtenden Kritik zu unterziehen. Churchills Ziele, seine .Großtaten" des Weltkrieges wie die Antwerpen-Expedition im Ok­tober 1914 und die Dardanellen-Kampagne von 1915 hätten einen eklatanten Mißerfolg geerntet. Weiter heißt es dann:Als der zweite europäische Krieg außerhalb innerhalb eines Vier­teljahrhunderts ausbrach, konnte kein Zweifel dar­über bestehen, daß Churchill eine derartige Entwick­lung begrüßte."

Km den Flaggenwechsel von LIGA -Schiffen.

Keine Uebertragnng in das Schiffs- Register von Panama.

London, 15. Nov. (Europapreß). In den letz­ten vierundzwanzig Stunden sind die Hoffnungen auf die Ueberführung einer größeren Anzahl ame­rikanischer Schiffe in das formelle Eigentum Pa­namas stark herabgemindert worden. Obwohl Prä­sident Roosevelts Aeußerungen in der Presse- Konferenz noch keine endgültige Entscheidung in der Frage der elf Schiffe der United Sta­tes Line, für die eine Uebertragung beantragt war, bedeutet, lassen sie doch erkennen, daß sich der Präsident den Standpunkt des Staatssekretärs Hüll zu eigen gemacht hat. Die Aussicht, daß das Schifiahrtsamt der Vereinigten Staaten die Ge­nehmigung zu der Uebertragung der Schiffe in das Register von Panama geben wird, fft noch weiter durchaus herabgemindert worden, daß diese Be­hörde eine enffprechende Erlaubnis für mehrere Schiffe der Pacific Steamfhip Line verweigert hat, auch wenn erklärt worden ist, daß diese Wei­gerung nicht ohne weiteres als em Präzedenzfall für die bevorstehende Entscheidung über den An­trag der United States Line zu betrachten ist. Die Entscheidung wird von großer Bedeutung [em für den Transport der in den USA. für alliierte Rech­nung angekauften Kriegsmaterialien.

Jtolkniftfc'ürhfdie üilunqnahme

Rom, 15. Nov. (Europapreß.) In London haben ; Meldungen aus Ankara über die Fühlung-

Ausweise des Londoner Frachtenmarktes in den letzten Tagen beweisen.

Die englische Kontrollpolitik scheint somit lang­sam wie ein Bumerang zu wirken, die neutralen Reeder werden nämlich kopfscheu und entgegen den Londoner Wünschen ziehen die Frachtsätze an. Man hört, daß Zuckernotierungen von Kuba nach Bor­deaux heute mit 16 Dollar angesetzt werden, was das Vierfache der Septembernotierungen dar- stellt. Allein die Kriegsversicherung für diese Reise beträgt für neutrale Dampfer 12,5 v. H. der Fracht. Die eigene SchUahrl in größte

Schwierigkeiten gebracht.

Ein klares Eingeständnis aus London.

London, 16. November (DNB.) Die Nöte der britischen Handelsschiffahrt brachte eine Rede des Vorsitzenden vieler großer englischer Schiffahrtgesell- schasten, Lord Essendon, zum Ausdruck. Auf der Generalversammlung der Prince Line Limited sagte er, daß die hohen Kriegsrisiko- Versicherungssätze schwer auf der britischen Schiffahrt lasteten. Auch müßten an die Besatzun­gen der einzelnen Schiffe höhere Löhne gezahlt werden, und die Brennstoffe der Schiffe seien teurer. Zu allem komme noch, daß das Konvoi­system unvermeidlicherweise eine Verzöge­rung in der Schiffahrt mit sich bringe. Diese Ver­zögerung belaufe sich manchmal auf die doppelte Reisedauer eines Schiffes. Auch sei es sehr kost­spielig, wenn ein Schiff verlorengehe. Lord Essen­don führte einen Fall an, in dem die Eigentümer eines abgesunkenen Schiffes für das Ersatzschiff 6 5 v. H. mehr hätten zahlen müssen als das erste Schiff gekostet habe. Die einheitlichen Sätze, die die Regierung für die Frachten festgelegt habe, seien zu niedrig, sie müßten derart heraufgesetzt werden, daß die einzelnen Reedereien ihre Handelsschiffe im Betrieb halten könnten. Vor allem erhielten die neuttalen Schiffe für ihre Frachten günstigere Preist.

Basel, 15. Nov. (Europapreß.) In der Nacht zum Mittwoch fand im größten Teil der Schweiz auf Befehl des Armeegenerals eine Verdunkelungs­übung statt. Die Grenze der Derdunkelungszone stimmte nur im Süden gegenüber Italien mit der Landesgrenze überein, während sie gegenüber dem Reich und Frankreich durch einen Streifen, der stellenweise bis fünfzig Kilometer breit ist, ab ge­grenzt wurde. Die Nichtverdunkelung eines Strei­fens längs der Grenzen der kriegführenden Staa­ten enffpricht einer schon Monate vor dem Kriege in einem Teil der Schweizer Presse vertretenen Auf­fassung, die sich auch der Armeegeneral zu gemacht hat.

Budapest, November 1939.

Auf dem weiten, von Monumentalbauten gesäum­tenFreiheitsplatz" in Budapest weht die unga­rischeLandesfahne" ständig auf Halb- m a ft. Sie versinnbildlicht die aichaltende Trauer um die im Frieden von Irianon verlo­renen Landesteile. Quert ein Autobus den Platz, *fo erinnert der Schaffner mit lautem Zuruf die Fahrgäste an das vorbei gleitende achtunggebietende Zeichen. Grüßend legt er die Hand an die Mütze und die männlichen Fahrgäste lüften den Hut. Solche Halbmastfahnen find überall in ungarischen «Groß- und Kleinstädten als Mahnmale aufgepftanzt und immer neue kommen dazu. Dieser Tage wurde