200 000 DRK.-Helferinnen und Schwesternhelferinnen nun in angestrengter Pflegearbeit.
Aber auch die übrigen DRK.-Helferinnen, die nicht direkt in der Pflege eingesetzt werden konnten, tun fast ausnahmslos in ihrer freien Zeit Dienst im Roten Kreuz. Die aktiven männlichen Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes, d i e DRK.- Helfer, sind ebenfalls voll zum Einsatz gelangt. Die größte Zahl von ihnen trägt das Ehrenkleid des deutschen Soldaten und ist zum Sanitätsdienst der Wehrmacht eingezogen. Die übrigen versehen gemeinsam mit der DRK.-Helferm Dienst auf den Rettungs- stellen des zivilen behördlichen Luftschutzes. Die mehr als 195 000 DRK.-Helfer sind refflos eingesetzt, in erster Linie auch an den Stellen, wo das Oberkommando der Wehr- macht für das Ausladen und die Beförderung von Verwundeten und Kranken die Organisation des Roten Kreuzes anfordert. Das Rote Kreuz mußte in verstärktem Maße rNit der Nachschulung von aktiven männlichen und weiblichen Einsatzkräften beginnen.
Die Frauen der Ortsgemeinschaften sind bereits in verstärktem Maße in den NähstNben beschäftigt, wo sie gemeinsam mit dem Deutschen Frauenwerk und der NSV. die notwendige Be- reitschastswäsche nähen und für die Einkleidung der DRK.-Helferinnen sorgen. An vielen Stellen wird behelfsmäßig Verbandmaterial hergestellt. Das Einrichten von Erfrischungsstel- l e n nach Richtlinien der Wehrmacht für Derwun- detentransporte wird eine wachsende Zahl von Ge- meinschastsmitglieder'n beanspruchen. Je länger der Einsatz der Wehrmacht dauert, desto größer und zahlreicher werden die Aufgaben für das Deutsche Rote Kreuz. Es ist jetzt schon vorauszusehen, daß zu den aufgeführten Aufgaben noch viele neue hinzutreten, so daß an erster Stelle jetzt Ausbildung und Schulung von Ersatzkräften sicht und das Gewinnen von Menschen, die bereit sind, freiwillig ihre Kräfte zur Mitarbeit zur Ver- fügung zu stellen.
law—Tustanowice—Mraznica bei mangelnden Neubohrungen zurückgeführt. Ihm sieht ein schnell zunehmender Jnlandsverbrauch an Erdölprodukten (Benzin) gegenüber. Infolge staatlicher Bemühungen und Unterstützungen (Naphtakomitee, Bohrfonds, Gründung von Instituten, so das Erdölinstitut in Krosno, das Karpathische Geologische Erdölinstitut in Boryslaw, das Gemeinschaftsunternehmen „Pionier") hat die Bohrtätigkeit seit 1935/36 wieder stark zugenommen (1938: 151000 Bohrmeter gegen nur 86 000 im Jahre 1935). Auch in anderen Landesteilen — so im Gebiete von Posen, Sarny—Grodno, Kielce— Krakau, Wojcza und Sandomir wurden Forschungen nach Erdölvorkommen durchgesührt, jedoch sollen die Arbeiten im Bezirk Posen (bei Exin und Barzin) ergebnislos verlaufen fein.
Die Erdölförderung wurde in vollem Umfang i n Polen selbst verarbeitet und rafft6
Front der Hilfsbereitschaft.
Der Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes. - Für vielfältige Aufgaben noch freiwillige Mitarbeit not.
Im 75. Jahre seines Bestehens — am 22. August 1864 wurde die Genfer Konvention abgeschlossen — ist das internationale Rote Kreuz durch den Gang der Ereignisse wiederum vor große Aufgaben g e st e l l t. Das Deutsche Rote Kreuz tritt wohlvorbereitet an diese Aufgaben heran. Es ist jetzt in militärisch straffer Form neu organisiert und wurde durch das Reichs- aesetz vom 9. 12. 1937 beauftragt, den amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht zu unterstützen und den Sanitätsdienst im zivilen Luftschutz auszuüben. Zusätzlich hat das DRK. im Kriege eine Reihe von besonderen Ausgaben zu erfüllen; es gehören dazu: 1. Sanitäre Betreuung von Flüchtlingen. 2. Ausladen und Befördern von Verwundeten und Kranken. 3. Einrichtung von Erfrischungsstellen für Verwundetentransporte. 4. Ergänzende fürsorgliche Betreuung der deutschen Kriegsgefangenen in Feindesland, und zwar Nachforschungen nach dem Verbleib und Ergehen von Vermißten, Verwundeten und Kranken, auch von Zivilinternierten. 5. Ermittlung der Begräbnisstellen Gefallener. 6. Vermittlung des Briefverkehrs mit den kriegsgefangenen Soldaten. 7. Mitwirkung bei der Kontrolle der feindlichen Kriegsgefangenenlager, der Heim- sendung und Unterbringung im neutralen Ausland. 8. Abstellung von Mängeln in feindlichen Lagern. 9. Hilfe und Vermittlung bei der Nachforschung nach vermißten deutschen Wchrmachtangehörigen und nach vermißten Wehrmachtan gehört gen der Feindstaaten.
Das Rote Kreuz hat, wie DRK.-Generalhauptführer Professor Dr. Stahl vor Pressevertretern ausführte, in verstärktem Maße Schwestern für den Wehrmachtsanitätsdienst und Ersatzkräfte für anderweitig verwandte Schwestern auszubilden. Als Ersatzkräfte für die DRK.-Schwestern sind inzwischen Schwesternhelferinnen in die Krankenhäuser eingezogen. Es sind dies freiwillige Hilfskräfte, die in langjähriger Friedensarbeit auf diesen Einsatz hin ausgebildet worden sind. Durch diesen Einsatz sind ein grötzerer Teil von zirka
niert. Ein bedeutender Teil des gewonnenen Erdgases wurde zur G a s o l i n h e r st e l l u n g heran- aezogen. Der Rest wurde direkt zur Feuerung und Kraftgewinnung benutzt. Die polnische Rohölausfuhr war ganz unbedeutend. Dagegen wurden Erdöl- erioate ausgeführt, vor allemz Benzin, Leuchtöl, Gas- und Heizöl, Schmieröl, außerdem Paraffin, Asphalt, Mineralfette. Die Erdgasgewinnung war im Jahre 1938 auf 584 Millionen Kubikmeter gestiegen. Das sogenannte polnische Zentralindustriegebiet, an dessen Aufbau gearbeitet wurde, sollte seine Wärmeenergie in großem Umfang durch Erdgas erhalten. Die Erdölförderung reichte hin, um den eigenen Bedarf des schwach motorisierten Polens zu decken. Es wurden trotz des großen Reichtums des Landes an Kohle keine Anlagen zur Kohlehydrierung errichtet — und somit an dem Rohstoff Kohle gespart, was uns nun zugute kommt.
Deutsche Frontzeitungen - einst und jetzt
In diesen Tagen- und Wochen, in denen sich die Ereignisse am Beginn des Weltkrieges zum 25. Male jähren und sich nur allzu oft in den Geschehnissen der Gegenwart widerspiegeln, darf auch jener 14. (September 1914 nicht ohne Gedenken bleiben, an dem die erste deutsche Weltkriegszeitung gegründet wurde, die den Titel „Hohenacker Neueste Nachrichten" führte. Die^ Notwendigkeit dieser Zeitungsgründung vermag wohl nur der zu ermessen, der sich damals auf dem stürmischen Vormarsch in Feindesland befand und Tag für Tag sehnsüchtig nach einer Zeitung Ausschau hielt. Geschah es, daß einem der Feldgrauen aus der Heimat ei ne Zeitung geschickt worden war, so wanderte diese Zeitung von Hand zu Hand. Nicht selten kam es vor, daß vorbereitende hohe Offiziere, die ein solches Zeitungsblatt erspähten, anhielten, um ebenfalls mitlesen zu können. Vielleicht ist damals erst der großen Allgemeinheit das Wesen und die Bedeutung der Zeitung offenkundig geworden.
Aus dieser Jagd nach der Zeitung und vor allem aus der Sehnsucht nach der regelmäßigen Belieferung mit einer Zeitung entstanden die „Hohenacker Neuesten Nachrichten" als erste Weltkriegszeitung. Sie wurde das Urbild aller deutschen Feld- und Armeezeitungen, d. h. der im Felde, meist im besetzten Gebiet, redigierten, gedruckten und heraus- gegebenen Nachrichten- und Unterhaltungsblätter. Ain bekanntesten ist wohl die „Silier Feldzeitung" geworden. Was die Entwicklung der Feldzeitungen begünstigte, war der Uebergang vom Bewegungskrieg zum Stellungskrieg. Jetzt erst war die Existenz der Feldzeitung vollends gesichert, die dann auch oft eine Auflagenziffer erlebte, um die sie sicherlich manche deutsche Heimatzeitung beneidet haben wird. Die Feldzeitungen wurden von Offizieren, Unteroffizieren, aber auch von Mannschaften geschrieben und geleitet, die dazu — sei es berufsmäßig, fei es aus besonderer Begabung heraus — befähigt waren. In den eroberten Städten der West- und Ostfront standen genügend Zeitungs- druckereien zur Verfügung, so daß die technische Herstellung außer der Papierbeschaffung, keine Schwierigkeiten bot. Schnell erweiterte sich der Inhalt der Feldzeitungen, die auch meist illustriert erschienen. Romane, Erzählungen, Rätsel- und Humoresken ergänzten den Nachrichtenteil.
Je mehr Feldzeitungen nun entstanden, desto dringender erwies sich eine gemeinsame einheitliche Oberleitung, mit der im Rahmen der Abteilung III b des Generalstabes die Feld- p r e s s e st e l l e in Chgrleville beauftragt wurde. Dieses war umso notwendiger, als sich im Verlauf des Krieges viele deutsche Zeitungen auf den Erz- bergerschen „Friedensstandpunkt" stellten und nun, mehr oder weniger versteckt, den Zielen der Obersten Heeresleitung entgegenarbeiteten. Infolge der vorzüglichen Organisation der Deutschen Feldpost fanden diese.Zeitungen besonders gegen Schluß des Krieges sehr schnell ihren Weg in den vordersten Schützengraben. Dieser dem Frontgeist abträglichen Haltung 'gewisser deutscher Zeitungen galt es, in den Feld- und A r m e e z e i t u n g e n das Gegengewicht zu halten. So haben die deutschen Feldzeitungen, obwohl aus dem Nachrichten- und Unterhaltungsbedürfnis heraus entstanden, zuletzt auch eine große politische Bedeutung gehabt. Uns, die wir heute unter Adolf Hitler im Dritten Reich leben, will eine solche politische Zweckbestimmung
der Feldzeitung schier unmöglich erscheinen. Wir können es einfach nicht mehr verstehen, daß sich deutsche Zeitungen dazu hergaben, den Willen zum endlichen Siege zu brechen. Und erst wenn wir uns erinnern, in welchen Händen das deutsche Pressewesen damals zum großen Teile lag, begreifen wir die Wichtigkeit der Feldzeitungen.
Die Frage, die im Zusammenhang mit dieser Erinnerung aus dem Weltkrieg wohl bei jedem auftaucht, ob es nämlich auch heute angebracht wäre, Feldzeitungen herauszugeben, ist ball» beantwortet. Wir hören täglich selbst an unseren Lautsprechern, wie unseren tapferen Truppen die neuesten Nachrichten und vor allem die Verlautbarungen des Oberkommandos der Wehrmacht mehrmals am Tage zugesprochen, ja zubuchstabiert werden. Es läßt sich kaum das Dankbarkeitsgefühl abschätzen, das diese von der Regierung getroffene Maßnahme draußen im Feld auslöst. Dennoch aber wäre es falsch, die Zeitung aus dem Leben des Frontkämpfers auszuschalten. Die Zeitung ist ja nicht nur schnellster Nachrichtenträger, sie ist auch die Uebermittlerin eines großen Wissens und Unterhaltungsstoffes, der in den Stunden der Ruhe auch im Felde begehrt ist. So gibt es denn auch heute wieder deutsche Feldzeitungen. Vor allem aber ist bie Zeitung ein Stück Heimat! Und so können wir allen denen, die hinausgezogen sind, unser Volk und unser Reich zu schützen, eine große Freude machen, wenn wir ihnen deutsche Zeitungen an die Front schicken.
5,4 Millionen Eiserne Kreuze.
Anläßlich der Erneuerung des Eisernen Kreuzes durch den Führer und der Schaffung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes durch Adolf Hitler gibt das Organ des NS. - Reichskriegerbundes „Reichskriegerzeitung" eine historische Uebersicht über die bisherigen Verleihungen dieses Ordens der deutschen Armee, der so berühmt wie kein anderer militärischer Orden geworden sei. Das damals nur für die preußischen Soldaten gestiftete Eiserne Kreuz mit der Jahreszahl 1813 ist zum ersten Male für den deutsch, französi- schen Krieg mit der Jahreszahl 1870 und zum zweiten Male für den Weltkrieg mit der Jahreszahl 1914 erneuert worden. Im Kriege 1870/71 konnte es auch nichtpreußischen Soldaten verliehen werden, und vom zweiten Weltkriegsjahre an erhielten es auch Soldaten der mit Deutschland verbündeten Mächte. Das erste Eiserne Kreuz erwarb sich der 37jährige Kommandeur des Füsilierbataillons des 1. Pommerschen Infanterie-Regiments, Ferdinand von Borcke, am 2. April 1813 für den Sturm auf das stark befestigte Lüneburg. Das erste Eiferne Kreuz I. Klasse erwarb sich am 17. April 1813 der Husarenoberstleutnant von Helwig vom 9. Regiment für das Gefecht bei Wanfried. In den Befreiungskriegen wurden verliehen 16151 Eiserne Kreuze II. Klasse und 668 I. Klasse, 1870/71 insgesamt 43 005 Eiserne Kreuze II. und 1304 I. Klasse, 1914/18 5 196 000 Eiserne Kreuze II. und 218 000 Eiserne Kreuze I. Klasse. Seit seiner Stiftung kam das Eiserne Kreuz also in seiner Gesamtheit 5 492 633 mal zur Verleihung.
Friedlich Land diesseits der Grenze.
Zuversichtlich harrt die pfälzische Bevölkerung hinter dem eisernen Wall der kommenden Dinge.
12. September. P. K.
Die gigantische Mauer aus Zement und Stahl, unüberwindlich für jeden Gegner, mag er auch mit allen nur erdenklichen Kriegsmitteln gegen sie anrennen, ist von den tapferen und entschlossenen Truppen besetzt. Und als wir uns noch über den Geist, der alle Truppen an dieser Grenzstrecke beherrschte, vergewissert hatten, da wurde auch in uns das Gefühl der Sicherheit, der Ruhe und des Friedens geradezu zu einer Selbst- verständlichkeit, die alle, auch die letzten Gedanken an eine für die Bevölkerung drohende Gefahr schwinden ließ. Hier halten deutscher Geist, große Tapferkeit, entschlossener Mut und stete Einsatzbereitschaft Wache für das Vaterland, der jedes frevelhafte Ansinnen eines Feindes auf Eroberung deutscher Erde mit einer vernichtenden Antwort bedenken würde. Was wir nun alles sahen?
Friedlicher Hammerschlag aus der Dorfschmiede.
Wir fahren in ein Dorf ein, das nur wenige &Io= rneter hinter der Grenze liegt und das in den Westwall miteinbezogen ist. Schon der erste Blick über die Dorfstraße überrascht uns ungemeim Kinder treiben hier sorglos und in ungezwungener Munterkeit ihre Spiele. Lachend und voll heiterer Fröhlichkeit tummeln sie sich herum und laufen uns entgegen. Geschäftig laufen Frauen in die kleinen Läden zum Einkauf. Aus den Fenstern grüßen uns alte Bauern und frische, hübsche Mädels. Freundlich winken sie den Soldaten zu. Wie schmuck das Bild der engen Straßen ist. Kaum ein Fenster, das nicht mit blühenden Blumen geziert ist. In tausend Farben leuchten uns aus sorgsam gepflegten, fast idyllisch schön angelegten Vorgärtchen blühende Blumen entgegen.
Hoch auf einem Dach schaut ein Gevatter Storch vom Nest auf fein dörfliches Bereich nieder. Noch vermochte der nahende Herbst ihn nicht zum Flug nach dem Süden zu bewegen, geschweige denn das kriegerische Bild der letzten Wochen. Er ist uns ein überwältigendes Sinnbild der friedfertigen Ruhe, die hier überall herrscht. Nicht einer Ruhe etwa, die auf eine niedergedrückte Stimmung ober bange Spannung zurückzuführen wäre, sondern einzig und allein nur auf das Gefühl der absoluten Sicherheit, das in allen Menschen der Grenz- bevölkerung ruht und deren Gewähr der Westwall ist mit dem mutigen Soldaten da vorne. Friedlich bringt der Hammerschlag bes Dorfschmiedes zu uns. Aüch er ist, wie ein jeder Einwohner, feste unb unentwegt bei der Arbeit. Nun begegnen uns mit Heu und Stroh beladene Fuhrwerke. Dort führt ein altes Mütterchen eine Ziege, die durchgebrannt ist,, in den Stall zurück. Grunzend laufen Schweine über den Hof. Aus Schobern und Ställe!- gackern Hühner. Alles Vieh ist noch hier. „Euer Docs wird nicht geräumt", so lauten die schwarzen Lettern, die groß und weithin sichtbar vom roten Untergrund des Plakates auffallen. Wir machen Halt und sprechen mit Einwohnern, die mit einer Ruhe und Sicherheit unsere Fragen beantworten, daß wir ganz erstaunt sind.
Ungestört wird die Ernte geborgen.
Braune Tabakblätter, zu Ketten gewunden und in Reih und Glied aufgehängt, verhüllen ganze Häuserfronten hinter sich. Die Bewohner gehen ihrer Arbeit nach, so, wie sie es Jahr für Jahr und Tag
Wie die deutsche
Nichts wird von Millionen deutscher Menschen heute sehnlicher erwartet als ein Feldpostbrief, der einmal den Kämpfern an der Front Kunde bringt von den Sieben in der Heimat und der den Menschen in der Heimat beruhigende Nachricht über das Schicksal, ihres Frontsoldaten gibt Nach der Aufhebung der Postsperre, die aus militärischen Gründen zwingende Notwendigkeit war, hat die deutsche Feldpost ihre Tätigkeit in vollem Umfang ausgenommen, denn es ist ja verständlich, daß man in den ersten Tagen .::d Wochen durch Kunde von draußen oder daheim, die Verbindung zwischen der Front unb der Heimat, bas Gefühl der Zusammengehörigkeit steigert.
Wir wissen noch aus bem Weltkrieg, was für uns alle die Feldpost bedeutete und kein geringerer als der Generalfeldmarschall von Hindenburg hat als Ches des Generalstabes des Feldheeres geschrieben: „Ich kann hier nicht im einzelnen alle Verdienste der Feldpost hervorheben, die eine Organisation schaffen mußte, wie sie nicht annähernd vorauszusehen war. Ich will nur dankbar die Tatsache betonen, daß die aufopfernde Pflichterfüllung aller Angehörigen der Feldpost, die vielfach im feindlichen Feuer ihren schweren Dienst verrichteten, wesentlich dazu beigetragen hat, die Schlagfertigkeit des Heeres zu stärken, indem sie unter den schwierigsten Verhältnissen die Verbindung mit der Heimat aufrechterhielt." Welche Bedeutung die Feldpost im Weltkriege hatte, geht aus der Tatsache hervor, daß von 1914 bis 1918 täglich im Durchschnitt 9,9 Millionen Postsendungen von der Heimat ins Feld und 6,8 Millionen Postsendungen vom Feld in die Heimat befördert wurden.
Die Feldpost von heute unterscheidet sich aber doch in ihrem Aussehen wesentlich und auch in der Art ihrer Arbeit vielfach von der des Weltkrieges. Heute ist die Feldpost zum größten Teil motorisiert und wer beim Einmarsch in das Protektorat mit dabei war, der hat schon feststellen können, wie A u t o b u f s e der größten Typen nach Entfernung der Sitze zu fahrbaren Feldpostämtern ausgestaltet wurden, die den Truppenteilen auch bei rasckem Vormarsch folgen konnten.
Anders als im Weltkriege ist auch diesmal die Anschrift der Sendung an die Soldaten. Die Truppenbezeichnung allein'würde bei ihrer häufigen Ähnlichkeit nicht ausreichen, um Verwechslungen zu verhindern. Diese Erkenntnis hat man schon im Weltkrieg gewonnen. Wir denken an die langen und schwer zu behaltenden Truppenbezeichnungen zu Beginn des Krieges, die auseinander zu halten selbst altgedienten Leuten Schwierigkeiten machte, deren Kenntnis jedoch von den Absendern in der Heimat verlangt wurde
Diesmal hat man nun die Dinge geändert und ein sinnvolles Zahlenspiel zusammengestellt, das eine reibungslose Postversorguyg der Truppen ermöglicht. Die kleinen Einheiten der Wehrmacht erhielten schon im Frieden verschiedene Nummern. Dazu tritt noch die Angabe der Post- sa m m e l st e l l e. Die Anschrift einer Sendung an
für Tag zur Erntezeit taten. Auf einem Felde treffen wir einen Bauern, der seinen Acker düngte. „Wenn man im nächsten Jahr wieder gute Ernte haben will, so muß man halt heuer düngen", gibt er mir auf meine Frage, was er hier treibe, zur Antwort. Könnte ein sinnfälligeres und schaueres Wort diese Stimmung wiedergeben, die den alten und fleißigen Charakterkopf dieser pfälzischen Landschaft durchpulst und die alles andere darstellt, als Unruhe und Ungewißheit.
Dies aber ist nicht ein Einzelfall. Zahllose Bauern erklären uns in einer uns selbst begeisterten Ruhe und Gewißheit, daß sie keine Angst und Bangigkeit in sich fühlen, denn „davorne schlägt ja ba$ Herz des Soldaten, der keinen in unser Land hereinläßt." „Dorchkomme s e n e t" sagt ein uraltes Bäuerlein und bekräftigt sein Wort mit einer Armgeste, die geradezu bezeichnend für die Ruhe und Sicherheit dieser Menschen an der Grenze ist. Dabei — wohlgemerkt — befinden wir uns nur wenige Kilometer hinter der französischen Landeslinie.
Lebhafter Verkehr auf den Straßen.
Der schwere Landregen, der die letzten Tage bindfadenförmig vom Himmel niedergoß, hat aufgehört. Breite und lange Maisfelder ziehen sich durch die gesegnete und fruchtbare Landschaft. Die Bauern sind bei voller Ernte. Kolben auf Kolben wird gebrochen, Wagen auf Wagen geladen und heimwärts zur Scheune gebracht. Von den hochbe- ladeueu Fuhren rufen uns Männer und Frauen herzliche Grüße zu. Erstaunlich ist die Zahl der Radfahrer, die uns begegnen und die wir überholen. Meist sind es Kinder und Jugendliche, die zum nächsten Dors wollen. Erstaunlich stark und rege ist der Verkehr mit Privatautos. Ohne Bangen versieht die in der nächsten Stadt liegende Brauerei ihre Kunden in den Grenz orten mit dem kühlenden Biertrunk. Zeitungsautos kommen uns entgegen. Reifende sind unterwegs zu ihrer Kundschaft. Mit ihrem Enkelkinde geht ein von der Last der Jahre gebeugtes Mütterlein weitab vom Heimatdorf spazieren und sammelt ein Sträußlein blühender Feldblumen.
Fest überzeugt und willigen Glaubens ...
Friedliches Land drefeits der Grenze! So sieht es hier aus, so ruhig, so friedlich, beinah beschaulich, so zuversichtlich und überzeugt, daß einem das Herz vor Freude schneller pocht. Wo eine solche Stimmung herrscht, da kann man nicht zweifeln! Und die Mutigen an der Grenze kennen keine Zweifel und kein furchtsames, banges Zagen. M u st e r- h a f t und vorbildlich ist das Verhalten der pfälzischen Bevölkerung gerade an der Grenze. Nicht ein Wort der Ungewißheit, nicht eine Silbe der geringsten Angst wurde uns gegenüber geäußert, sondern nur Helle Begeisterung und Dankbarkeit über die große Sicherheit schlagen uns entgegen. Ein wirklich heroischer Geist der Ueberzeugung, und des willigen Glaubens an die Worte des Führers, daß dieser Wall unüberwindlich sei und daß kein Gegner einen Schritt deutscher Erde betreten werde. So grüßen wir Soldaten die Menschen an der Grenze und schwören gleichen Geist des Einsatzes bis zum letzten Blutstropfen, wenn es fein muß, um darüber zu wachen, daß des Führers Worte Wahrheit und Wirklichkeit bleiben!
Ewald Kotyrba.
Feldpost arbeitet.
einen Soldaten hat also neben dem Dienstgrad und dem Dor- und Zunamen eine fünfstellige Feldpostnummer und die Postsammelstelle zu enthalten. Auch bei einer Verlegung zu einem anderen Heeresver-
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band tritt eine Aenderung der Feldpostnummer nicht ein. Was aber immer wieder zu beachten ist, daß einem Soldaten an der Front erst geschrieben werden kann, wenn er auf einer Fe'ldpostkarte seine Anschrift bekanntgegeben hat. Bevor diese Anschrift nicht bekannt ist, sollte in allen Fällen von der Aufgabe von Feldpostsendungen überhaupt abgesehen werden.
Den Vermittlungsdienst zwischen den Abhol- Postämtern, den Amtsstellen und den Truppen haben Angehörige der Deutschen Reichspost zu versehen, die zu diesem Dienst entweder von der Wehrmacht beordert oder von der Deutschen Reichspost gestellt werden. Grundsatz für die Gestaltung des Dienstes bei der Feldpost mußte sein, ihn fo einfach w ie möglich einzurichten. Aus diesem Grunde werden in der nächsten Zeit auch nur g e • ro ö hnliche Briefe, allerdings bis zum Gewicht von 250 Gramm, was zu beachten ist, Postkarten und Postanweisungen befördert. Wann Päckchen und Pakete zur Beförderung zugelassen werden können, wird vom Reichspostministerium bestimmt. Die von Angehörigen der Wehrmacht herrührenden oder an sie gerichteten Briefe ober Postkarten werden ohnePo st gebühr befördert.


