Ausgabe 
16.8.1939
 
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Kinder werden tierlieb.

Don Paul Eipper.

Man kann alle Kinder zur Tierliebe erziehen, mb es fällt um so leichter, je früher man damit beginnt, denn gewiß ist den Kindern die Freude c der Tierwelt angeboren. Diese Freude, zunächst cne selbstsüchtige und etwas gewalttätige, zu ( tiger Tierliebe auszubauen, darin liegt nach mei- nr Meinung eine der schönsten und wichtigsten Zufgaben der Eltern. Aus der echten Tierliebe ent- flht dann schon beim Kleinkind das Gefühl für in wahren Tierschutz, der nicht weinerlich und sen- friental empfindet, sondern zur guten Tat des kör- prlich oder geistig Stärkeren gegenüber dem Hilf- leeren wird. Als ich meinem damals vier Jahre axn Sohn während eines Wiesenspazierganges e lärt hatte, daß der liebe Gott gerade von ihm Drange, den kleinen und den großen Tieren zu | Iffen, war bei seiner künftigen Beziehung zu du Tieren nie eine Verwarnung oder gar eine Lrafe notwendig.

Man hört zuweilen, daß kleine Kinder geradezu nit Begeisterung Tiere quälen, den Käfern und E-ymetterlingen Beine und Flügel ausreißen, Zitzen und Hunde in den Schwanz kneifen. Hier jldt es ganz an der rechten Unterweisung, denn r Beweggründe sind nicht Grausamkeit und jiimtüde seitens des Kindes. Ich glaube viel- rlhr, der Drang zu solch kindlicher Tierquälerei j in der Hauptsache Neu gier, darüber hinaus aber rllleicht ein unbekümmertes Besitzenwollen. War­rs wird ein Kind von der Katze gekratzt? Weil es fnen Wunsch verwirklichte und das liebe, weiche 3sr ganz fest an sich preßte. Weil es eben in d Katze nur ein Spielzeug sieht, das ihm ge­feit und das er auf feine Weife ebenliebhaben" -iijl. Oft sind die Tierquälereien von Kindern Lachen von irregeleiteter Sympathieform. Wir ^wachfenen haben die Pflicht, unseren Kindern Di i Anbeginn an den Unterschied klar zu machen zischen einer Blecheisenbahn und einem Lebe- rriien. Daß Tiere ihren eigenen Willen haben und idnne Sachen sind, sondern Geschöpfe Gottes wie D Mensch, das kann man nicht früh genug der Liiderseele einprägen.

.ich habe oft Gelegenheit, mit kleinen und klein­st Kindern über Tiere zu sprechen und weiß, d: bei vielen auch Angst vor Tieren besteht. 21 r ich bin stets schnell zu einem guten Ziel ge­heimen, wenn ich auf das Schöne, das Gute und Loe eines Kaninchens, eines Hundes, einer Katze jhigewiefen habe, und wenn ich vor den Augen dc Kindes um das Vertrauen des betreffenden !Tres warb. Wie bei aller Kindererziehung kommt !esnuch hier in erster Linie auf das gute Beispiel an Ein erwachsener Mensch, der tierlieb ist, wird ebmso rasch einem scheuen wie einem derben Kind die rechte Einstellung zu den Tieren vermitteln können. Es bedarf ja im Grunde nur einiger luterer Fingerzeige: sei nicht hastig und zappelig, bkn still vor hem Tier stehen, rede freundlich und : nie! zu laut mit chm, lobe es und sieh es liebe­ln an.

Bohl alle Haustiere sind zu Kindern gut. Daß 2in° tierischen Geschöpfe offensichtlich Zuneigung zu 3e Menschenkindern haben, das erkläre ich mir ätch die Nahhaftigkeit der Kinder. Ihre gar nicht il?chnende Tolpatschigkeit ist den Haustieren an- cc-iehrn. So oft ich kleine Buben oder Mädel zwi- Ifrn Tiere gesetzt habe, zwischen Lämmchen, junge U, Fohlen oder Kälbchen immer konnte ich ^stellen, daß sie sogleich mit den Tieren auf du w» du standen, alsbald den richtigen Umgangston Kunden hatten.

Allerdings kann ich auch eine Warnung an die k^rnfchaft nicht unterdrücken: Es gibt mancherlei Eiahren, wenn man Kinder allzu frei mit Tieren ii'igehen läßt. Jedes Kind hat ein anderes Tem- qimment, und gerade das tierliebe wird leicht un- ÄlPchtig.

Mein Kind fürchtet sich vor keinem Tier njcht ®i dem größten und nicht vor dem wildesten", Li en Ausspruch aus Elternmund halte ich für ein W verkehrtes Heldentum ...

AS Ausbessern von Strümpfen.

31 topfen und Stopfen ist zweierlei. Der eine nimmt Mndein Stückchen Garn, das ihm gerade in die Ner fällt, ganz gleich, wie Farbe, Material und «^t.irke des Fadens sind, zieht damit hin und her zui! her und hin, reißt bei zu starkem Garn feines «He^ebe nur mehr entzwei, zieht mit feinstem Garn »rr Löcher gestrickter, grober . Strümpfe eilig und 8iil zusammen, und glaubt hernach, ein Stopfen -'e eben als krauses, häßlich sich zeigendes Etwas

l oder übel in Kauf genommen werden. Der icn^re wählt sorgfältig gleiches Material und pas- ische Farbe als Stopfgarn aus, legt fürsorglich ein ' Schfholz unter das Loch und zieht Faden für ' Pihrn gleichmäßig und ordentlich in Längs- und j Lm richtung durch, so daß der Stopfen später kaum J pemrft wird.

M Stopfen allein ist's aber nicht immer getan, ID rattern dann nicht, wenn Kinder durchUnglücks- 1 fcje1'' ein großes Loch im Knie des nagelneuen Ernnpfes mit nach Haufe brachten. Und diese Un- ! S'jdöfätte bei Sport und Spiel gibt es im Leben Minder sehr häufig. Handgestrickte Strümpfe : die beste Haltbarkeit und werden auch gerade

bst;egen meist durchweg von Kindern gern ge= hig?m. Die Mühe des Strickens lohnt sich schon, zu- aioann, wenn gleich so viel Wolle gekauft wurde, dz Mr Einstricken eines neuen Knies, der beschä- Hn Ferse ober Anstricken einer verlängerten 1 pijse, falls das Kind sehr schnell herausgewachsen ' 'wch genug übrig bleibt. Schadhafte Stellen wer- 1 bi i'eim Neu-Einstricken durch Fadenausziehen auf- ! S-nnt, die Maschen auf eine Stricknadel genom- pjunb das zu erneuernde Stück beigestrickt. Seit- * :i«irb durch Aufnehmen der entsprechenden Rand- >^c-en das neue Teil befestigt, wobei man nach Ilifeseinen etwa V» cm breiten Rand überstehen läßt, v nachher mit der Stopfnadel befestigt wird. Das s Äls Stück wird mit Strickstich an der gegenüber* Halben, auf Stricknadel genommenen Maschenreihe h leifiigt.

Kmn man gewirkte Strümpfe mit feinem Garn airtrifen will, ist das Maschenaufnehmen kaum nivsiich. Man kann sich aber dabei sehr gut dadurch hie? , daß man etwa einen halben Zentimeter vom Uli: entfernt einen Faden mit der Stopfnadel in

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be-Distel irühl.tel

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Aus dem Reiche der Krau.

sehr kleinen, regelmäßigen Abständen durchzieht. Den obenauf liegenden Faden nimmt man Stich für Stich auf eine Stricknadel und hat nun die 3um Beginn der Einstrickarbeit nötigen haltbaren Maschen. Der innenliegende Rand des Wirkgewebes wird später fein mit Garn umstochen, damit er nicht weiterreißt. Sind die Füßlinge von Strümpfen derart zerschlissen, daß ein Ausbessern sich nicht mehr lohnt, kann man aus den Enden Waden­strümpfe Herstellen. Von einem noch brauchbaren Stück des abgeschnittenen Füßlings schneidet man eine neue Ferse zu, die in den Beinling, der einen entsprechenden Einschnitt in etwa halber Höhe er­hält, eingesetzt wird. Am oberen Rand wird ein

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE

schmaler Saum zum Durchziehen eines Gummi­bandes umgeschlagen und festgenäht.

. Abgeschnittene Füßlinge lassen sich als Schuhüber­züge weiterverwerten. An Stelle von Zeitungs­papier nimmt man solch einen alten Füßling, in den man je einen Schuh hineinsteckt, bevor er im Reise­koffer verstaut ober ben Kinbern zum Turnunterricht mitgegeben wirb. Es empfiehlt sich auch sehr, Schuhe, bie nur wenig getragen werben (z. B. Gesellschafts­schuhe, Schistiefel, bie ben Sommerschlaf halten, ober anbere, nur hin unb roieber benutzte Schuhe), in unbrauchbar geworbene Strümpfe zu stecken, bamit sie bei längerem Stehen im Schuhschrank Nicht ver­stauben. V.

wir tragen ?

INS ERES MODEZEICHNERS

Dunkle Seibe ist bas Material ber heute gezeigten brei festlichen Kleiber für ältere Damen.

Das Kleib unten links mit ber gezogenen Rock- rrittelbahn ist aus schwarzem Krepp-Geor- e 11 e; es wirb über einem Unterfleib aus glänzen' ber, hellgrauer Seibe getragen. Reichgezogen finb auch bie Halspartie, bie Aermel unb ber Gürtel. Knöpfe unb Schließe sind aus Jett.

Aus weinrotemReversibleist das Kleib in der Mitte für stärkere Damen. Die durchgehende

Mittelbahn läßt die Figur schlanker erscheinen, ber Blusenteil ist oben völliger gehalten, ber Gürtel sitzt etwas unter ber eigentlichen Taillenlinie.

Für schlanke Erscheinungen eignet sich gut bas Jackenkleib (rechts) aus weichem, b u n k el- bla u e m Taft mit ber Schoßjacke und ber Bluse aus bunkelblauer Spitze. Der Jackenärmel ist breioiertellang unb in ber Kugel etwas eingelesen. Drei Seibenknäpfe schließen bie Jacke, der Schal­kragen ist eingeschnitten, ebenso ber Schoß. H.

Was andere Leute Gutes kochen.

Don Krida Aisch.

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen, sagt ein altes Gedicht. Da habe ich auch so allerhand Nettes von einer Reise aus dem süb- westlichsten Zipfel unseres lieben Vaterlandes er­zählt bekommen: Lauter Kochvorfchriften als Mit­bringsel. Laßt sehn! Wenn die alten Kartoffeln zur Neige gehn und die neuen zum Sattessen noch zu wenig und zu schade sind, tritt ein Sockel von ausgequollenem Reis an ihre Stelle. Er wird zuerst mit Wasser ausgesetzt, dann dünne Fleischbrühe dazugegossen. bis er steif ausgequollen ist. Man rechnet dazu viermal so viel Flüssigkeit als man Reis hat. Darum kann man nun alles, was man hat es braucht keine große Menge zu sein, denn Reis macht sehr satt!, anrichten: Rahmschnitzel, gedämpfte Nierchen ober gebackene Leber. Rings herum gibt man einen Ranb von klein geschnittenen Brotwurfelchen, bie in wenig Fett kroß gebraten finb. Wer schon junge Champignons gefunben hat, bämpft sie mit. Solch ein Reissockel, ber mit kleinen, knusprig gebratenen Schweine- schnitzelchen umgeben ist, mit gewürfeltem Brot unb geriebenem Hartkäse bestreut wirb, heißt: Piccata milanese.

Ein anberes, sehr nettes Rezept heißt: Weißes unb schwarzes Filet. Hier wirb em Schweinelendchen unb ein Stückchen junges Rmbs- lenbchen jebes einzeln, wie gewohnt, gebraten unb miteinander abwechselnd in einem Ring von gewür­felten Röstkartoffeln, die auf Blättersalat liegen, angerichtet. Dieser wird nur mit einigen Tropfen Zitrone und wenig Oel gewürzt.

Filetgulasch. Etwa 500 Gramm Rindertet wird gewürfelt und mit Salz, Pfeffer und wenig Fett wie gewohnt gebraten. Kurz vor dem Anrichten nimmt man das Fleisch heraus, gibt in das Fett einige Hände voll gleichgroße Würfel fertiger Salz- fartoffeln und ganz kleine Würfel von besonders gebratenem Weißbrot. Sind die Kartoffeln burch- gezogen, werden Fleisch unb Semmelwurfel darunter gemischt unb alles auf heißer Platte mit Kopfsalat gereicht. Das Brot barf nicht verweicht fein. Diese Vorschrift hat sich ber Sohn eines Almwirtes aus­gebucht.

Seefisch auf Matrosenart: Jrgenbem grobflockiger Seefisch, wie Kabliau ober Seelachs ober Schellfisch, wirb wie üblich in wenig gewürztem

Wasser gebämpft, mit Petersilie, Liebstöckel ober Sellerie, wenig Salz unb Pfeffer. Der Fisch barf nicht zerfallen. Dann bereitet man mit wenig Butter ober Margarine unb Mehl eine helle Schwitze, bie man mit etwas Rahm ablöscht. Frische Krebse werben in kochenbem Wasser gegart, bas Fleisch aus Schalen, Scheren und Schwänzen gebrochen unb beiseite gelegt. Alles übrige wirb zerstoßen unb mit etwas Krebsbrühe burchs Sieb in bie Mehlschwitze gerührt. Mit Salz, weißem Pfeffer unb Fleisch­extrakt ober Brühwürfel abschmecken, bas Krebs­fleisch bazu tun und reichlich frischen, gehackten Dill hinzufügen. Mit Rahm so weit verdünnen, daß die Tunke auf dem Fisch haftet.

Geröstetes Brot bietet auch eine gute Unterlage für allerlei Gerichte. Schweinenierchen werden ganz fein in Scheibchen geschnitten, in heißes Fett gegeben, mit Mehl überpudert und rasch gebämpft, bis alles grau ist. Geröstete Brotscheiben werden mit bem Bratfett bestrichen, bie Nierchen barauf gehäuft, alles mit feingehacktem,, hartem Ei bestreut unb heiß gereicht. Ebenso lecker richtet man auf gebratenem Brot, über bem eine Schicht bünne, harte Cischeiben liegt, gedämpfte Spargel an ober auch gemischte Pilze, lieber alles gibt man biete hollänbische Tunke ober leichte Mayonnaise, wie sie schon oft beschrieben ist.

Kleine junge Karotten finb nun auch zu haben. Wir brühen nur die Haut, schütten bie Rübchen auf ein Tuch und reiben die Haut ab, bann mit kaltem Wasser nachspülen. Die Rübchen im Dampf garen, mit wenig Butter burchschweuken, in der man eine Spur hellen Honig sehr gut auf­gelöst hat. Dann mit frischer Petersilie überstreuen.

Karottentorte. Drei Eigelb werben mit 160 Gramm Zucker schaumig gerührt. Dann gibt man 150 Gramm mit der Schale geriebene Haselnüsse dazu, 150 Gramm roh geriebene Karotten, einen Eßlöffel Rum unb den Eischnee dazu, füllt in eine Springform und bäckt. Nach dem Erkalten stürzen, mit Aprikosenmarmelade bestreichen unb mit Schoko- labenglasur überziehen.

Gefüllte Tomaten: Große feste Tomaten, gut gewaschen, Deckel abschneiben, aushöhlen. Das Innere wirb zur Tunke verwendet. Mit einer Fisch­hackfleischmasse aus V2 Kilogramm Fischfilet, durch die Hackfleischmaschine gebreht, mit Brötchen, Zwie­beln, Salz, etwas Mehl, 1 Ei vermischt, füllt man in bie Tomaten, setzt ben Deckel obenauf und schmort die Tomaten in einem Schmortopf ungefähr 20 Minuten gar.

Mittwoch, 16. August 1039

Ein Mdchen wirdphotographin.

Strahlenb vor Freube fahren fünf junge Möbel in bem schönen Reise-Omn'bus, ber sie, wie auch bie übrigen Mitreisenben, ins Subetenland bringen soll. Ich sitze ganz in ber Nähe ber Lustigen unb habe Teil an ihrem fröhlichen ©eplauber. Ich er­fahre baburch, baß bie zierliche Blonbe Photo­graphin ist unb auch als Gausiegerin beim Reichsberufswettkampf in Köln gewesen. Wir kom­men ins Gespräch.Wie ich auf ben Gedanken kam, Photographin zu werden? Das liegt nahe; mein Vater hat ein eigenes Atelier, doch auch aus bfcm Gefühl heraus, baß mir bie Arbeit in der Photo­graphie liegt, habe ich biefen Beruf ergriffen. Ich habe zwei Jahre L e h r l i n g s a r b e i t ge­leistet, und es ist mir nichts geschenkt worben. Wie gut bas war, habe ich erst viel später werten kön­nen."Und wie entwickelte sich nun Ihre weitere Ausbilbung? Konnten Sie nach biefen zwei Jahren schon ans Gelboerbienen benfen?"O ne, keines­wegs; um wirklich.eine Ausbildung zu haben, die ein festes Funbament für weiteren Aufbau schafft, gina ich ein Jahr nach München auf bie Photo- technische Fachschule, und anschließend nahm ich rinen Bromölbruck-Kursus. Dann konnte ich meine Gehilfinnenprüfung machen. 150 Reichs­mark monatlich für Unterhalt und Ausbildung hat Vater für mich aufroenben müssen, aber bann hatte ich eine gute Grundlage unb konnte mich nach Arbeit umsehen."

Hatten Sie Glück bamit und für welche Art ber Photographie hatten Sie sich bann nach Ablauf Ihrer Ausbilbung entschieben?"Ja, da hatte ich nun zu wählen; erstens war da die Presse- photograhie, interessant zwar, aber für eine Frau sehr anstrengend. Zweitens: Porträt­arbeiten, bie große psychologische Kenntnisse voraussetzen; bei vollwertiger Leistung kann man hier schon von künstlerischer Begabung sprechen; unb drittens bie Jnbustrie-Werbephotogra- phie, ein großes Gebiet mit tausenb Möglichkeiten. Ich entschieb mich für bie letztere, ba gerade bie Werbephotographie ber Frau besonders liegt. Aus eigener Kenntnis der. Mentalität der kaufenden Frau weiß man sehr wohl, w 0 die Stärke in ber Werbung liegen muß. Auch volkswirtschaftlich ge­sehen ist hier eine bankbare Aufgabe zu läsen; benn unterhalten!), unb hoch erziehenb können wir ber kaufenden Frau nahebringen, was volkspolitisch ge­sehen für bie Gesamtheit wichtig ist. Unb jetzt habe ich bas Glück, unter einer Frau tätig zu sein, bie mir nicht nur beruflich, sondern auch rein mensch­lich gesehen ein Vorbild ist. Aber ehe ich hier meine Stellung antrat, war ich ein Jahr in Ame­rika. Als Hausgehilfin fing ich dort an. In meiner Freizeit suchte ich Verbindungen zu meinem eigent­lichen Beruf, und bald konnte ich meine vorhande­nen Kenntnisse durch Erfahrungen ergänzen unb vertiefen."Und bie Berufsaussichten?" Sie sind gut für alle diejenigen, die etwas leisten. Und" lacht siewenn ich es auch in Köln diesmal nicht geschafft habe, deswegen darf ber Eifer nicht Nachlassen, benn ich will ja noch Meisterin werden; unb nächstes Jahr geht's wieder in ben Kampf!"Na, bann Glückauf! Ihre Fach­schaft kann stolz barauf sein, eine so tüchtige Be- rufstamerabin unter sich zu haben." Ä. K.

Verwendung minderwertigen Obstes.

Da man zur Konservierung von Obst sowie für Obstsäfte, Marmeladen, Gelees unb Dörrfrüchte meist nur bie besten Früchte aussortieren muß, bleibt fast immer ein gewisser Rückstanb übrig, ber sich zum Einkommen ober zu anberer Winterobstbereitung nicht eignet. Es wäre schabe, biefe minderwertigen, angefaulten oder unreifen Früchte wegzuwerfen, benn auch für fehlerhaftes Obst gibt es manchmal noch eine Verwenbung.

Da ist es zunächst einmal bas Apfe 1 gelee, zu bem man alle minberroertigen, vor allem unreifen unb vom Baum gefallenen Aepfel verarbeiten kann. Selbstverstänblich müssen bie Früchte abgewaschen unb von allen Unreinlichkeiten sowie Stielen und Kernhaus befreit werben. Sobann kocht man die zerschnittenen Stücke unb bereitst baraus ein schmackhaftes Gelee, zu bem jebes Kochbuch eine An­weisung gibt. Das gleiche gilt für bie Apfel» marmelabe.

Einige Kompottarten erlauben bie Verwendung überreifen Obstes, bas zu Marmelaben unb Gelees nicht haltbar genug wäre. Besonders das Kirsch­kompott war in ber Beziehung vorteilhaft, benn man kann alles nehmen, was nicht birett schlecht ist: überreife, auch geplatzte Kirschen, weiche, ztzrbrückte Früchte, kurz, alles, was man zum Einkochen nicht nehmen barf, wenn man nicht schon in kurzer Zeit ein gegorenes Eingemachtes in ber Speise­kammer auffinben will, nehme man lieber zum Kom­pott. Unter ben gleichen Bebingungen kann man ein gutes Pflaumenkompott Herstellen; benn auch bazu finb bie überreifen, angefaulten Früchte brauchbar. Natürlich muß bie angefaulte Stelle vor­sichtig ausgeschnitten werben. Welke ober überreife Pflaumen ergeben auch ein recht wohlschmeckenbes Pflaumenmus, befonbers, wenn man es mit einer Zitronenschale würzt. Nicht zu vergessen ist bie Aprikosenmarmelabe, bie an unb für sich etwas Teures wäre, wenn man auch bazu sich nicht ber zerbrückten, zu weichen unb überhaupt fehler­haften Früchte bebienen bürste. Ebenso bieten alle Obstpasten ber praktischen unb sparsamen Haus­frau Gelegenheit, minberroertige Früchte günstig unb schmackhaft zu oerroenben, ohne Gefahr zu laufen, baß bas bamit Hergestellte verdirbt.

Alle genannten Möglichkeiten zur Ausnutzung fehlerhaften Obstes sind aus verschiedenen Gründen besonders ratsam: Da es sich zumeist um wirkliche Ueberrefte beim Einkochen handelt, stellen sie sich über Erwarten billig, außerdem sind sie ein gutes Beispiel dafür, daß bie beutsche Hausfrau bamit auch bem Volkshaushalt wirtschaften unb sparen helfen kann, inbem sie auch bas vermeintlich Wertlose ver­werten kann, um ihrer Familie eine gefunbe unb vielseitige Kost vorsetzen zu können. H. v. L.