Ausgabe 
16.8.1939
 
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tlr.190 Erstes vlatt

189. Jahrgang

Mittwoch,16.Augustl9Z9

wen des Caracalla z u Rom.

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Mißglückte polnische Ablenkungsmanöver

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Ungarns preße gegen die Vrunnenvergister

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Rom, August 1939.

3n vierjähriger planmäßiger Arbeit ist die Idee bic große Massen fassenden lyrischen Freilicht­theater in Italien verwirklicht worden, die L.>ernaufführungen bringen. Eine Krönung dieser Pstrebungen war in der vorjährigen sommerlichen Sielzeit die Eröffnung des gewaltigen, 25000 Be­scher fassenden Freilichtheaters in üen Ther-

D a n z i g , 15. August. (DNB.) Die Danziger poli­tische Polizei hat die beiden polnischen Zollinspek­toren Wladislaw Slowikowski und Roman G u l a k o w s k i festgenommen, die auf dem Wasser­wege mit Hilfe eines polnischen Zollbootes Flug­blätter aus Polen n a d) Danzig g e - bracht haben. In diesen Flugblättern wird in deut­scher Sprache gegen den Danziger Gauleiter Albert Forster gehetzt. Das Flugblatt ist eine einzige Schmähschrift. Unterzeichnet sind die Flugblätter von einem sogenanntenExekutivausschuß der Danziger Freiheitsfron t".

Mehrere hundert Flugblätter siyd im Laufe der letzten Tage durch die Post an die einzelnen Haushaltungen in Danzig versandt worden; doch schon vor ihrem ersten Erscheinen in Danzig wußte die polnische Presse von diesen Blättern und der

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polnische Zollinspektoren als Aufwiegler

3m polnischen Zollboot Hetzflugblätter nach Danzig geschmuggelt.

äsei meinem diesiährigon Besuch der Fveilicht- I^ter-Aufführungen in Verona. Mailand und hau konnte ich mich von dem gewaltigen Ansturm dr Massen zu den Darbietungen dieser Bühnen Ilik zeugen. Hoch hinauf bis zu ihren vier Stock- tefie hohen obersten Rand stauten sich die Besucher in weiten Rund der Arena von Verona; in Mai- lcr füllten sie zu vielen Tausenden die im riesi- gnlHof des Sforzaschlosses stufenförmig aufsteigen- di: Sitzreihen; in Rom, im Earacallatheater aber Asimmelt sich allabendlich eine Theatergemeinde, dnn Kopfzahl jene einer mittleren Provinzstadt steigt. Den Spiel plan aller dieser lyrischen Lilien beherrschen, entsprechend dem Geschmack ^'.Hauptmasse der Besucher, natürlich Werke b i 5 und Puccinis. Hier und dort sieht rG1 auch das eine oder andere Musikdrama W a g- r<s, mit VorliebeLohengrin" eingestreut ^'Mailand hat Heuer auch vereinzelt wenig be- kAÄe Werke zeitgenössischer italienischer Tondichter Mführt. Die Rollenbesetzung ist im Caracalla- immer erstklassig, wertvoll aber auch auf anderen lyrischen Freilichtbühnen.

^!>tz der reichen Hilfsmittel moderner Bühnentech- j>l.-nd noch immer Fragen der Ausstattung Im der Beleuchtung der Bühnenbilder mit jjhr für die Oper notwendigen Feinheiten zu lösen, pnitvolle Wirkungen werden allerdings im Eara- <>laacheater erzielt. Oft traumhaft schön sind hier r» Bühnenbilder. Auch das Arenatheater zu -;8i-cna hat glückliche Lösungen gefunden, es wurde X Itmeifterin aller lyrischen Freilichtbühnen. Gerin- g|ee Möglichkeiten scheinen die Beleuchtungsanlagen

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menhang damit in polnischen Blättern lesen kann, Polen müsse sich nunmehr überlegen, ob nicht schon dann seinevitalen Interessen" bedroht erscheinen könnten, wenn die Selbständigkeit seiner Nachbarn, etwa Ungarns oder Rumäniens, gefährdet fei. Je­denfalls sind alle diese Versuche der Polen, vom Thema abzulenken, von vornherein zur Erfolglosig­keit verurteilt, denn die Klarheit, die die Salzbur­ger Gespräche geschaffen haben, ist zu groß, als daß sie sich durch solche Manöver vernebeln ließe.

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ZU heben.Andare al Popo lo" (zum Volke, zu den Massen gehen) ist die von ihm ausgegebene Losung. Was vermag aber die Volksseele tiefer zu bewegen, zu erschüttern, zu läutern, zu erziehen, als das gute Theater, als die edelsten Schöpfungen des dramatischen und musikalischen Genius? Den Massen, die in der winterlichen Spielzeit aus wirt­schaftlichen Gründen und auch aus Raummangel in den geschlossenen Theatern feiten oder nie dieses erhebenden und erziehenden Genusses teilhaftig wer­den konnten, ist nun Gelegenheit hierzu in reichstem Maße geboten. Das tatkräftige Eingreifen des Duce war, wie immer, erfolgreich. Wie sehr diesen warmfühlenden Freund der vom Schicksal materiell weniger Bedachten diesen Erfolg befriedigt, kann daran ermessen werden, daß er oft im Caracalla- theater während des Spiels im tiefen Dämmer des Zuschauerraumes auftaucht, um sich an der ge­spannten Aufmerksamkeit, an der sich häufig impul­siv luftmachenden Begeisterung der Massen über die künstlerischen Darbietungen zu erfreuen. Ueber- flutet bann nach Aktschluß ein Lichtmeer den Zu­schauerraum, bleibt der Duce natürlich nicht un- entdeckt und die von den dankbaren Massen dem Dolksführer bereiteten Ovationen nehmen kein Ende.

polM der Selbstverständlichkeit.

Am 22. Mai wurde der Wortlaut des zwei Wochen vorher in Mailand unterzeichneten politi­schen und militärischen Paktes zwischen Deutschland und Italien veröffentlicht. Die­jenigen Bestimmungen des Paktes, die augenblick­lich am aktuellsten sind, stehen in den ersten beides Artikeln. Sie lauten:

Artikel 1. Die vertragschließenden Teile werden ständig in Fühlung miteinander blei­ben, um sich über allgemeinsame Interessen oder diü Europas Gesamtlage berührenden Fragen zu »er« ständigen.

Artikel 2. Falls die gemeinsamen Interessen dev vertragschließenden Teile durch internationale Er­eignisse irgendwelcher Art befährdet werden sollten, werden sie unverzüglich in Beratungen über die zur Wahrung ihrer Interessen zu ergrei­fenden Maßnahmen eintreten. Wenn die Sicherheit oder andere Lebensinteressen eines der vertragschlie». ßenden Teile von außen her bedroht werden sollten, wird der andere vertragschließende Teil dem bedroh­ten Teil seine volle p o H ti f A) e und diplo­matische Unterstützung zuteil werden lassen, um diese Bedrohung zu beseitigen."

Da dieser Wortlaut in London, Paris und War­schau seit dem angegebenen Datum genau bekannt ist, hätte man annehmen sollen, daß die deutsch- italienischen Besprechungen von Salzburg und Berchtesgaden gerade in der gegenwärtigen Lags Europas etwas völlig Selbstverständliches, ja vertraglich Pflichtmäßiges waren. Schließlich ist ja der Begriff der Konsulationsklaufel gerade den westlichen Einkreisungsmächten seit Jahren zum handwerksmäßigen Bestandteil ihrer Alltagsdiplo­matie geworden. In den Zentralen der europäischen Friedensstörung erschienen jene Besprechungen jedoch so wenig selbstverständlich, daß dort ganze Wirbel von Vermutungen über den Inhalt der Besprechun­gen entstanden. Man trieb das Spiel der allzu Naiven durch tägliche Fabrikation von Nachrichten­kombinationen auf den deutsch-italienischen Busch zu klopfen, und man erfuhr dabei nichts. Je we­niger man aber erfuhr, desto nervöser wurde man.

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hcben sich den bestehenden einige kleinere Freilicht- th ater in Provinzhauptstädten zugesellt, sodaß nun bi- Verwirklichung der Idee als abgeschlossen gelten /am. In der Arena in Verona war die erste FiLilichtbühne errichtet worden. Verona gilt somit al Geburtsstätte des großen italienischen lyrischen Fi^ilichttheaters. Gelegentlich des Goethe-Tages in Bronn hat Reichsminister Dr. Goebbels einer Abführung der OperFaust" auf dieser Freilicht- bi>ne beigewohnt.

Jn Italien ist D'Annunzio als zeitgenössischer An- re;er von Theateraufführungen im Freien anzu- ft^chen. Wohl hat Italien schon im Mittelalter Mysterienspiele vor seinen herrlichen Domen ge= ?a~nt; im 15. und 16. Jahrhundert sind in Neapel, -Rim, Florenz, Mantua, Ferrara und Venedig Ver- su»e unternommen worden, antike klassische Thea- tenufführungen im Freien Wiedererstehen zu lassen; dc 18. Jahrhundert hat auch in Italien Schäfer- fvi le in den herrlichen Gärten feiner prunkvollen Piriziervillen gekannt; dann aber gerieten auch in Jtilien Theateraufführungen im Freien in Verges- seioeit. Erst im ersten Dezennium des 20. Jahr- hii'derts begann D'Annunzio einen lebhaften Feld- $u: zur Wiedererweckung der Aufführungen von amten griechischen und römischen Dramen, aber ach neuzeitlichen Dichtungen im Freien. Er fand in damaligen Italien wenig Verständis und noch nötiger Förderung. Dennoch wurde seine als B te eines verschrobenen Dichterhirnes belächelte 2d»e kurz vor dem Ausbruch des Weltkrieges im römischen Theater von Fiesole bei Florenz und im «r chischen Theater von Syrakus verwirklicht. Aber eslblieb beim Experimentieren. Den vollen Sieg nnng die Freilichtbühnen-Jdee erst im Jahre 1925. Ä klassischen Aufführungen in Syrakus wur- nun zur ständigen Einrichtung, sie hatten im -ce einen verständisovllen Förderer gefunden.

rtzt setzte auch die planmäßige Arbeit ein, um Freilichttheater zum Theater der Massen ;-i machen. Zunächst wurde die Einrichtung des Wchen (im Jahre 1930), bald auch des dramati- c-nEarro die Tespi" (Tespiskarren) ins Leben prüfen, ein mit modernsten technischen Einrichtun- M großzügig ausgestattetes fahrendes Theater. In ihn treten erstklassige Sänger und Sängerinnen, b besten Schauspieler Italiens auf. Es spielt 'Ihrend den Sommermonaten in den mittleren ld kleineren Provinzstädten und bietet ihrer Be- IFerung künstlerische Höchstleistungen, deren Ge- «H ihr bisher versagt war. Tausend sanden im Eiichauerraum dieser fahrenden Theater Platz (in bun lyrischen Tespiskarren bis zu 5 000 Personen).

Das war ausreichend für die Volksmaffen der wvinz, aber nicht für die der großen Städte. ~lfe Unzulänglichkeit bestimmte die Schaffung der gs'ßen Freilichttheater in Italien. In ' apel unter dem Pofilip, in Rom in den Jmen des Caracalla, in Florenz im Boboli- gcz ten (Palazzo Pitti), in M a i l a n d im Hofe des viorzaschlosfes, in Turin im Parco Balentino, in te prachtvollen Arena zu Verona, in Triest k St. Just, in Bologna, Genua, Pa - le'm o und anderwärts sind riesige lyrische Frei- kOttheater erstanden, die allabendlich Tausende von Schauern aufnehmen können. Das monumen- IMe ist wohl das im Vorjahr in Rom unter Be- rniiung der Ueberrefte der Thermen des Cara- *1JXI unb des vorgelagerten Geländes erbaute Frei- !'j'theater, dessen Zuschauerraum auf bequemen ^platzen insgesamt 25 000 Personen aufnehmen ffini.

nur die amtliche polnische Fassung -der Ortsnamen ohne Uebersetzung oder Umschreibung Gültigkeit habe. Die Polen sind gründliche Leute. Nun kann es ja an nichts fehlen! Aber wie wäre es, wenn sie sich statt dieser kümmerlichen Namensgeographie einmal die Karte ihres Lan­des vornehmen und aus einer geopolitischen Lage gewisse Rückschlüsse ziehen würden, die sich auch einem ganz einfachen, mit Wissen nicht belasteteten Verstände aufdrängen?

Wachsendes Verständnis in Rumänien.

Bukarest, 15. August. (DNB.) In letzter Zeit mehren sich in der rumänischen Presse einsich­tige Stimmen, die auf die Berechtigung des deut­schen Standpunktes in der Danziger Frage und aus die unhaltbaren Zustände in Polen Hinweisen. So unterstreicht das große BlattCurentul", daß Gauleiter Forster in seiner Rede mit vollem Recht auch den wirtschaftlichen Standpunkt zur Sprache gebracht habe. Der Verfasser des Aufsatzes er­klärt, sich selbst an Ort und Stelle davon überzeugt zu haben, daß Gdingen blühe und der Hafen von Danzig dahinsieche. Auch der Hauptschriftleiter der angesehenen WirtschaftszeitungExcelsior" Prvs. V a l c o w i c i berichtet über polnische Reiseein­drücke. Er stellt fest, daß die polnischen Dörfer mit ihren hühnerstallähnlichen Häusern Zeugen eines aroßen Elends sind. Die Lebenshaltung des polni­schen Bauern liege noch tief unter jenem des rumänischen. Auch die Lage in den Städten sei voll Fragezeichen. Die geistige Schicht des polni­schen Volkes sei von Sorgen erfüllt. Polen habe solche Grenzen erhalten, daß mehr als ein Drittel seiner Bevölkerung nationalen Minderheiten anaehöre. Die geschlossene Masse der 7 000 000 Ukrainer im Südosten Polens mit ihrem Streben nach Unabhängigkeit bil­deten eine latente Gefahr für den Staat. Dazu komme die akute Frage des Korridors und Danzigs. Valcowici stellt schließlich die Frage warum Polen eigentlich in die demokratische Front eingeschwenkt sei, wo es doch mit [eine guten Be­ziehungen zu Deutschland, die es mehrere Jahre lang hatte, nicht schlecht gefahren sei.

Volkstheater im faschistischen Italien

Don unserem Mg..Korrespondenten.

Bubap eft, 15. Aug. (Europapreß.) Das christ­lich-nationaleNemzeti Ujsag" betont, als positives Ergebnis der Salzburger Verhandlungen stehe fest, daß die deutsche und die italienische Politik in allen aktuellen Fragen in voller Harmonie zu­einander ständen, so auch in der Danziger Frage. Im übrigen zählt das Blatt zahlreiche ausländische Vermutungen und Falschmeldungen auf und meint, es sei hohe Zeit, diesen irreführenden Brunnen« Vergiftungen ein Ende zu machen. Das Pfeilkreuz- ler-BlattMagyarsag" schreibt, nach München und Wien habe Salzburg kommen müssen, damit die Welt abermals zur Kenntnis nehme, daß die Achse fest und das Bündnis zwischen den Ach­se n ft a a t e n unerschütterlich sei.

Das RegierungsblattFüggetlenseg" erklärt, die demokratische Presse habe die Salzburger Verhand­lungen abermals dazu benützen wollen, um Be­unruhigung in der öffentlichen Meinung der zur Sphäre der Achsenmächte gehörenden Staaten hervorzurufen. Diese Kampagne sei aber ebenso gescheitert wie in der Vergangenheit. Alle diese Versuche und die Schauernachrichten, die auch über Ungarn verbreitet worden seien, habe man in Ber­lin und Budapest auf ihren gebührenden Wert her­abgesetzt.

Der dem Außenministerium nahestehendePester Lloyd" schreibt u. a Ungarn sei innerlich viel zu ruhig und gefestigt, um sich durch f a l s ch e G e - rüchte und phantastische Erfindungen aus der Fassung bringen zu lassen. In Berlin und Budapest nehme man diese Produkte der aufge­regten Phantasie seit langem nicht mehr ernst. Sei pure Sensationslust die Quelle dieser Lügen, so müsse dies im Interesse der Ruhe Europas und der Welt verurteilt werden. Sei aber ihr Beweggrund der Wunsch, Ungarn zu schaden, so müsse der aus­gesprochen böse Wille, der darin zum Ausdruck komme, noch besonders gebrandmarkt werden. In beiden Fällen handele es sich um ein gewissenloses Treiben, das dem Frieden nur schaden könne.

polnische Revanche.

Das polnische Innenministerium hat die Z u - rücksendung aller Po st fachen angeord­net, die den Wohnort des Adressaten i n deutscher und nicht in polnischer Fassung ent­halten. Ja, es wird ausdrücklich angeordnet, daß

sogenannten Freiheitsfront zu berichten. Sie ver­suchte den Eindruck zu erwecken, als feien diese Hetz­flugblätter in Danzig selbst hergestellt worden, und als gebe es auf dem Gebiet der Freien Stadt tatsächlich eine Bereinigung, die den Anschluß Dan­zigs an das Reich verhindern wolle. Das neue pol­nische Manöver war aber zu durchsichtig und zu plump. Nach eingehenden Ermittlungen der poli­tischen Polizei wurde nunmehr eindeutig festgestellt, daß die Blätter inPolengedruckt worden sind. Die beiden verhafteten polnischen Zollinspektoren, die in Danzig stationiert waren, befinden sich im Polizeigefängnis. Festgenommen wurde auch der Bootsführer Alksander G o r n y des polnischen Zoll­bootes, mit dem die Flugblätter nach Danzig ge­bracht wurden.

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lieueBedrohte" gesucht.

Don unserer Berliner Schristleiiung

Die Polen müssen ihrer sogenannten Rechtsan­sprüche in und auf Danzig wohl nicht allzu sicher fein. Nicht nur das schon seit Wochen andauernde Eroberungsgeschrei der polnischen Presse und pol­nischer Staatspersonen läßt darauf schließen, daß sie selbst ein Empfinden haben, auf wie schwachen Füßen ihre Argumente stehen. Auch sonst bemühen sie sich, so viel Verwirrung wie möglich zu stiften, um die unbefangene Welt sowie ihre Freunde mög­lichst nicht zum klaren Nachdenken kommen zu lassen. Immer soll es so scheinen, als sei es Deutsch­land, das Ungebührliches verlange, und als läge es nur am mangelnden deutschen Verständigungs­willen, daß die Verhältnisse immer unhaltbarer und damit friedensgefährdender werden. Daß mit dem Augenblick, da man die Danziger allein über ihr Schicksal bestimmen lassen würde, auch die Herstel­lung einer wahren europäischen Gerechtigkeit sich anbahnen würde, darf beileibe nicht in das Be­wußtsein der anderen Völker dringen. Im Kreise der vielfachen wilden Kombinationen soll es so aus­sehen, als sei ja Polen nicht allein in Danzig be­droht' sondern als gäbe es eigentlich keinen ande­ren in Europa, an den Deutschland nicht mit unge­rechtfertigten Ansprüchen heranzutreten sich bemühe. Das bezieht sich nicht nur auf diejenigen Staaten, die sich heute schon mehr oder weniger der Ein­kreisungsfront zurechnen, sondern auch auf jene Na­tionen, mit denen Deutschland seit Jahren in den freundschaftlichsten und engsten Beziehungen lebt. Nicht einmal das verbündete Italien wird mit sol­chen ' lächerlichen Verdächtigungen verschont.

Polen in feiner moralisch und rechtlich so schwa­chen Position genügen die gegenwärtigen Garantie­mächte schon nicht mehr. Es möchte so viele Bedrohte" wie möglich schaffen, um aus diese Weise eine Einheitsfront aller bedrohten" Länder herzustellen in der Hoffnung, damit Danzig und das Reich emzufchuch- tern und an den kürzeren Hebelarm zu bringen. Das muß auch schon der Engländer und Franzosen weaen geschehen, die sich möglicherweise überlegen könnten ob es wirklich die Knochen auch nur eines ihrer Soldaten wert sei, verhindern zu wollen, daß die Deutschen Danzigs sich mit den Deutschen im Reich verbinden und jenen Zustand wieder- herstellen, der Jahrhunderte lang in der Geschichte zum Nutzen und Frommen beider Teile bestanden hat. Um diesen Eindruck zu verwischen, bemüht sich heute schon die polnische Presse, zu erklären, daß die Danziger Angelegenheit eigentlich nur ein Detail sei, daß Deutschland noch 6 anz andere Dinge damit im Schilde führe, und daß es letzten Endes um die Existenz der Demokratien ginge, für die man also, diesmal unter dem Nenner Danzig, kämpfen müsse.

So faseln schon seit einigen Tagen polnische Blat­ter von einem geplanten deutschen Vormarsch in südöstlicher Richtung längs der Donau. Deutschland habe die Unmöglichkeit eingesehen, die Danziger

Hi, e;h 1 s, Jeihi

ber Freilichtbühne im Sforzaschloß zu Mailand zu bieten.

Diese gewaltigen Freilichttheater eignen sich kaum jur Aufführung von Schauspielen. Das gesprochene Wort würde der riesige Zuschauerraum glatt ver­schlingen. Selbst Aufführungen von Opern erzwin­gen 9Nasfenaufgebote auf der Bühne und im Or­chester. Nur Massenchöre, Blaffen von Komparsen vermögen überdies auf den zwangsläufig in den Ausmaßen ebenfalls ungeheuer geräumig gehal­tenen Bühnen auch für das Publikum in den von der Bühne entferntesten Sitzreihen (im Caracalla- theater etwa 250 Meter) wirksame Szenenbilder zu stellen. Massenchöre, Riesenorchester und Solisten zu einem geschlossenen Klangkörper zu formen, in dem jeder Faktor zu wohlüberlegter Geltung kommt, bereitet selbstverständlich unerhörte Schwie­rigkeiten.

Es ist.bekannt, wie sehr der Duce bestrebt ist, auf ollen Gebieten den Bildungsgrad der Massen

Frage auf friedlichem Wege zu lösen und suche jetzt einen leichten Erfolg durch eine Niederwerfung Rumäniens, wobei Ungarn als Helfershelfer in Betracht gezogen sei. Man habe geradezu auf Ungarn einen Druck ausgeübt. Selbst das energische ungarische Dementi dieser widersinnigen Gerüchte hat die polnische- Presse noch nicht zum Schweigen gebracht. Man versteht ganz gut, daß die Polen nur ungern ihr letztes Kartenhaus Zusammenstürzen sehen. Aber es kennzeichnet gleichzeitig wiederum den polnischen Größenwahn, wenn man im Zusam-

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dradt und Verlag: vrühlsche Unlverfilätsdruckerel «.Lange In Gießen. Schristleiiung und Seschästrftelle: Schulstratze 7