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Samstag, 17. Juni 1939, nachmittaj pünktlich, im großer. Hörsoo! der

Landstraßen überschwemmt.

Vulkanausbruch auf den Aleuten.

Wie aus Unalaska (Alaska) gemeldet wird,

der auf den Aleuten gelegene Vulkan Venia- mi n o f f, der seit dem 23. Mai in Tätigkeit ist, weite Land- und Seegebiete mit einem Aschenregen überschüttet. Ein Motorschiff, das sich 60 Kilometer von dem Vulkan entfernt befand, funkte, daß Asche und Sand auf das Schiffsdeck niederfielen.

Riesenfeuer in einem polnischen Dorf.

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das Über und über mit--Städtenamen besät

war. Also Geographie auf dem Puffärmel! Ob diesewortreiche" Mode wirklich Mode werden wird? Wie wäre es alsdann mit einem Abendkleid für die Oper, auf dem die Titeln berühmter Opern eingeftickt sind? Auch ein Ballkleid, verziert mit den begehrten Autogrammen umschwärmter Filmdar­steller, wäre sehr wirkungsvoll. Wie auch ein Ge- sellschaftskleid für diplomatische Empfänge etwa zur Rückkehr des englischen Königs nach London mit einer Flut politischer Schlagworte und Namen, die am besten nach dem ABC. zu ordnen wären: Aggression, Bolschewismus, Chamberlain ...

Wie es die Menschen lieben, sich immer wieder die Bilder ihrer Jugendzeit und Kindheit in die Erinnerung zu rufen, so liebt es auch der Film, vergangene Zeiten wieder wach und lebendig zu machen. Er hat es dank feiner Technik ja leicht, uns die Historie als Wirklichkeit erscheinen zu lassen. So hat denn auch ein neuer Ufa-Film im Buch der Berliner Geschichte zurückgeblätten. Nicht lange wird's mehr dauern und wir werden einen Linden­bummel zur Zeit der Gründerjahre und der Jahr­hundertwende unternehmen können. Don dem In­halt dieses neuen Ufa-FilmsDie Geliebte" fei nichts verraten. Dennoch muß eingestanden wer­den, daß einem als Berliner das Herz etwas schnel­ler schlug, als man- Gelegenheit hatte, beim Schnitt des Films seinliebes, altes, gutes" Berlin wieder­zusehen. Da erblickte man die verblüffend echte historische Kranzlerecke", nach dem Cafe an der Ecke Friedrichstraße und Unter den Linden genannt. Da stolzierte derHerr Gardeleutnant" wieder wie ehemals einher. Da machte sich dieBerliner Jöhre" durch ihr vorlautes Gebaren bemerkbar. Und da trugen auch die Linden noch ihre großen, vollen Baumkronen. Indessen: so sehr man geneigt war, sich in die Erinnerung zu versenken, in der es be­kanntlich nur Sonnenseiten und keine Schatten gibt, so sehr wurde man doch auch angeregt, Ver­gleiche zwischen Ein st und Jetzt anzustel­len. Und in dieser Möglichkeit liegt vielleicht einer der Hauptwerte des FilmsDie Geliebte": man sieht so manches Stück Talmi und so viel Stück­werk, daß man zuletzt doch dankbar ist, in einer Gegenwart zu leben, die zwar nicht so beschaulich, dafür aber geordneter und allem falschen Schein abhold ist. So wird dieser Film zu einem doppelt willkommenen Erlebnis.

Schon der alte griechische Philosoph pflegte zu sagen:Nichts ist dauernd als der Wechsel." Diese Erfahrung mußte jüngst ein Dutzend ehrbarer Berliner von neuem machen. Sie waren einem Gimpel ins Garn gelaufen, als sie sich bei einem Tischlermeister" Möbel auf Abzahlung erstanden und ohne Besinnen in ihrer Gutgläubigkeit Pakete von Blanko-Wechseln unterschrieben. Statt der fäl-

schaftsgebäude im Dorfe Cierreszla. Eine 70jährige Frau kam in den Flammen ums Leben.

17 Sinder!

In Eckelsheim bei Bad Kreuznach wurde Frau Karl Fuchs von Zwillingen entbunden. Die Mut­ter hat damit 17 Kindern, 10 Mädchen und 7 Knaben, das Leben geschenkt, die alle leben.

Berüchtigte rumänische Kindesräuberin verhaftet.

In Jassy (Rumänien) hat die Polizei die berüch­tigte Anführerin einer gefährlichen Bande von Kindesräubern verhaftet, die unter dem Na­men Tinca Barba-Lata (Tinka Dollbart) bekannt ist und seit fast zehn Jahren ihr schmutziges Gewerbe ausübte. Dor einem halben Jahr war sie bereits einmal verhaftet worden. Damals hchte man nicht weniger als 30 Schlupfwinkel ausfindig gemacht, in denen man im ganzen Lande zufammengeraubte Kinder fand, die ins Ausland befördert werden soll­ten. Tinca Barba-Lata hatte eine schwere Krankheit simuliert, war ins Krankenhaus gekommen und von dort mit Hilfe eines Komplicen geflohen. Diesmal hatte ein Polizist Verdacht geschöpft, der verschie­dentlich von einem am Stadtrand einsam gelegenen Hause eine verschleierte Dame in einer Limousine allein wegfahren und mit einem Kind im Arm wiederkommen sah. Bei einer Hausdurchsuchung fand man auf verfaultem Stroh fünf Kinder im Atter von vier bis acht Jahren stöhnend und ver­wahrlost. Die Kinder wurden von den Unmenschen absichtlich krank gemacht und verstümmelt, damit sie um so besser zum Betteln abgerichtet werden konnten.

klärt, daß er eine Revision des Prozesses anstrengen werde, da er unschuldig sei. Die Hinrichtung Weidmanns ist auf Samstag festgesetzt worden. Sie wird in Versailles stattfinden, wo sich Weidmann in Haft befindet.

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10.30 Uhr: Lob-u. Dankver­sammlung.

14.30 Uksr: Fest- Versammlung. Jedermann ist

herzt. eingeladen

jammer-

Die Flüsse in der Romagna führen infolge des wieder eingetretenen Unwetters* erneut Hochwaf - s e r und sind in den Provinzen Forli und Ravenna neuerdings Über die Ufer getreten. Zahlreiche Häu­ser mußten geräumt werden. Es werden weitere Erdrutsche befürchtet. In der Toscana sind die Flüsse gleichfalls angefchwollen. Der Arno ist einigen Stellen über d ie Ufer getreten und hat

Bekanntmachung.

Durch die Verordnung des Reichsministers des Innern vom 30. November 1938 (RGBl. 1938 Teil I S. 1682) wurden die Vorschriften über das Ehren­kreuz im Lande Oesterreich und in den sudetendeut­schen Gebieten eingeführt. Somtt können auch die österreichischen und sudetendeutschen Kriegsteilneh­mer, die im Welttriege an der Seite ihrer reichs­deutschen Kameraden für Deutschland gekämpft haben, das Ehren kreuz für Frontkämpfer oder Kriegsteilnehmer erhalten. 4318D

Nachdem nunmehr die zur Ausfüllung der An­träge erforderlichen Vordrucke hier eingegangen find, werden alle österreichischen und sudetendeutschen Kriegsteilnehmer aufgefordert, Anträge auf Aus­stellung des Ehrenkreu^s des Weltkrieges bei dem für ihren Wohnort zuständigen Polizeirevier unter Vorlage aller ihrer Beweisstücke, wie Militärpaß Kriegsstammrollenauszüge ufro., zu stellen.

Die von den Antragstellern zu stellenden Anträge stehen zur Ausfüllung auf den Polizeirevieren zur Verfügung.

Gießen, den 44. Juni 1939.

Der Polizeidirektor. I. V.: H e i n a d e r.

Präsident Roosevelt ernannte Konteradmiral Harold Stark unter Beförderung zum Admiral zum Flottenchef als Nachfolger von Admiral L e a h y, der zum Gouverneur von Puerto Rico

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SHroBöonWm Heren nach der Itaturtou^Derorbnung vom 18. Mürz 1936 (RG'SI.l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus­führlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o.ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft. Erziehung und Dolksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen. Leiter der Reichsftelle für Naturschutz.

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1. Orchestervortrag des Collegium musicum der Universität unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Temesvary:

Vivaldi, Allegro aus der Sinfonia Nr. 3

2. Vortrag des Herrn Professor Dr. E. KOCH von dem WiUiam G. Kerckhoff - Institut, Bad-Nauheim:

Neuere Ergebnisse der Kreislaufforsehung' (mit Lichtbildern)

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Kunst und Wissenschaft.

Internationales INusikfest in Frankfurt.

Das 7. Internationale Musik fest des Ständigen Rats für die internationale Zusammen­arbeit der Komponisten" wurde mit einer Begrü­ßung der ausländischen Delegierten und der deut­schen Teilnehmer im Frankfurter Römer eröffnet. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs tonnte die Vertreter von 18 Nationen willkommen heißen. Der Vertreter des Reichsministeriums für Dolksaus- klärung und Propaganda, Dr. Rosen, bezeich­nete das Frankfurter Musikfest als ein europäisches Konzert. Generalintendant Meißner, der Mupk- beauftragte der Stadt Frankfurt, nannte die Musik­woche einen Beitrag zur gegenseitigen Achtung der Nationen. Baron E. N. von Reznice k erklärte, die Musik schätze sich glücklich, zu diesem Verstehen der Nattonen beitragen zu können.

Goethe-Medaille für Professor Schultze-Naumburg.

Der Führer hat dem Architekten Professor Dr. h. c Schultze-Naumburg in Weimar aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Wir haben bereits vor einigen Tagen an dieser Stelle auf Schultze-Naumburgs große Ver­dienste als Geschmacksbildner und Dolkserzieher auf dem Gebiete der Wohnkultur und der Heimatkunst­pflege hingewiesen.

Brief aus der Reichshauptsta-i

Äon unserer Berliner Schristleiiung.

mit Werken von oneo

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Zwei tüchtige

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für Lebensmittel-Geschäst für alsbald gesucht. Schriftliche Bewerbungen unter 4316 D an den Gießener Anzeiger.

Zu den Eigenarten der Reichshauptstadt gehört auch das Berliner Knie. Wer etwa dabei an das Knie der schönen Berlinerinnen denken sollte, begeht einen Irrtum. Es handelt sich beim Berliner Knie vielmehr um jenen, nahe der Technischen Hoch­schule gelegenen Verkehrsmittelpunkt im Charlottenburger Stadtteil, wo die Berliner Straße einen scharfen Knick, also einKnie" macht, und wo zugleich die Hardenberg-, die Bismarck- und die Marchstraße einmünden. Als noch die gute, alte Zeit das Zepter führte, war es am Berliner Knie höchst idyllisch. Man traf sich dort zu zärttichen Stelldicheins und lustwandelte unter hohen schat­tigen Bäumen. Mer dann kam der Verkehr der Neuzeit, der sich hier deshalb besonders zusammen­drängte, weil inzwischen die einstmals enge und verkehrslose Bismarckstraße zur breiten Ausfall­straße nach dem Westen bis hin nach Döberitz ge­worden war. Der langjährige Versuch, das Ver­kehrschaos durch einen" Kreisverkehr zu meistern, mißlang immer wieder. Ratlos stand man vor diesem Derkehrspro'blem. Bis die Verkehrspolizei einen trefflichen Einfall hatte. Sie sagte sich näm­lich, daß ein Knie wohl gebogen sein kann, daß es ja aber auch gerade Kniee gibt. Und so wurde das Berliner Knie im Mai dieses Jahres kurzer­hand gerade gebogen, indem man den Ver­kehrsstrom der hier aus der Berliner Straße und der Dismarckstraße bestehenden Oft-West-Achfe in gerade Richtung durchstießen läßt, als hätte es nie ein Knie gegeben, und indem man alle anderen Straßen, auch das Restftück der Berliner Straße, als Nebenstraßen behandelt. Und siehe da: das Ver­kehrsproblem war im Handumdrehen gelöst. Wer heute von einemEi des Columbus" spricht, der hätte gut getan, sich etwas früher zu melden.

Kaum hat sich in Berlin der Sommer durch eine Reihe heißer Tage bemerkbar gemacht, da denkt Frau Mode schon an den Winter. Diesmal aber hat sie, die stets recht ungeduldig der Zeit voran- eilt, einen besonderen Grund: sie will durch ihre sprühende Laune den deutschen Export fördern. Und so gab es denn an zwei Tagen der vergange­nen Woche im Berliner Hotel Esplanade eine be­wundernswerte deutsche Export-Modeschau. Was zuerst auffiel, waren die neuen Mode­farben: Violett mit Grau, Rostbraun mit Tür­kis und Ocker mit Schwarz. Sehr reizvoll waren auch Sportkleider aus grünem und blauen Brokat. Die Stoffmuster wiesen überwiegend Karos und Streifen auf. Dann gab es zwei Ueberrafchungen: die turmartigen Hutaufbauten waren verschwunden, dafür feierte man aber ein Wiedersehen mit den Puffärmeln! Weil aber, wie gefugt, Frau Mode ihre Laune sprühen ließ, kam es auch zu

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13 Todesopfer eines Eisenbahnunglücks.

Dresden, 15. Juni (DJIB.) Am Donnerstag um 11.20 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Mittelgrund der Strecke DresdenBodenbach ein folgenschweres Eisenbahnunglück. Bei der Einfahrt in den Bahnhof e n t g l e i st e wie der amtliche Untersuchungsbericht feststellt die Loko­motive des D-Zuges 148 (BerlinDresdenPrag). Der Postwagen, ein Personenwagen dritter Klasse und der Speisewagen wurden teilweise ineinander- geschoben. Bei dem Unfall wurden elf Personen sofott getötet und 26 verletzt, davon 10 Per­sonen schwer. Bon den Schwerverletzten sind noch zwei gestorben, so daß sich die bisherige Gesamt­zahl der Todesopfer auf 13 stellt. Die ver­letzten wurden ins Krankenhaus Tetfchen gebracht. Von den 16 Leichtverletzten konnten bereits 7 wie­der entlassen werden. Sie setzten in Richtung Bodenbach die Fahrt fort. Die erste Hilfe leistete die Feuerwehr. Auch wehrmachlleile waren bald zur Stelle. Außerdem trafen zwei Reichsbahnhilfs- züge an der Unfallstelle ein. Der Unfall wurde ver- muttich dadurch verursacht, daß der Zug trotz des einwandfreien Signals mit zu hoher Ge­schwindigkeit in die Weichenkrümmung ein- gefahren ist.

LuftschiffGraf Zeppelin" unterwegs.

Wie der Pressedienst der Deutschen Zeppelinreede, rei mitteilt, ist dos Luftschiff LZ 13 0Graf Zeppelin^ Donnerstag um 15 Uhr zu einer neuen Fahrt aufgestiegen. Das Luftschiff steht unter Führung von Kapitän Albert S a m m t und wird auf einer längeren Fahrt weitere Erprobungen der Schiffseinrichtungen vornehmen. Mit der Rückkehr ist voraussichtlich Freitag am-späten Nachmittag zu rechnen. Das Luftschiff nahm Kurs nach dem Rhein, stand um 18.32 Uhr über Köln und erreichte Ham­burg gegen 22.30 Uhr. Das Luftschiff erschien am Freitag in der neunten Vormittagsstunde über Berlin. Bei strahlendem Sonnenschein flog es in geringer Höhe über der Innenstadt mehrere ^schleifen.

Starker Schneefall in den französischen Alpen und in den Pyrenäen.

Die plötzlich hereinbrechende Kältewelle hat nicht nur in den französischen Alpen, sondern auch in den Pyrenäen zu starken Schneefällen ge­führt. Am Pic du Midi (Ostpyrenäen) fielen ins­gesamt 50 Zentimeter Neuschnee, wodurch sich die Schneedecke an dieser Stelle auf insgesamt vier Meter erhöht hat.

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liaen kleinen Monatsraten füllte der gewissenlose Verkäufer die Wechsel mit höheren Summen aus. Und nun begann ein Trommelfeuer mit Men an Zweite und Dritte wettergegebenen Wechseln Da aber ein Wechsel ein Wechsel ist, so hals beim Pro- testieren der Wechsel kein Protestieren. Vermögen gingen auf diese Weise zu Bruch. Was half es, daß der Betrüger hinter Schloß und Riegel gesetzt wurde? Und was hilft die Erfahrung der griechischen Spruch­weisheit, wenn es zu spät ist? Es bleibt nur eins übrig, nämlich sich den Satz zu merken:

Laß nur die Menschen Worte drechseln, Das kostet dich kein Geld;

Doch hüte d i ch vor Blanko-Wechseln In diefer bösen Welt!

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Wald. Da es sich nach der von Ihnen gegebenen Sachdarstellung um einen Nießbrauch und nicht ein Altenteilsrecht handelt, ist der Nießbrauch gemäß § 1059 BGB. nicht übertragbar; doch kann die Aus­übung des Nießbrauchs nach der gleichen Vorschrift einem anderen überlassen werden. Dieser andere er- scheint dann, falls er nicht lediglich als Beauftragter des Nießbrauchers die Vermattung zu führen hat, als der zur Ausübung des Nießbrauchs unwider­ruflich ermächtigte Vertreter des Nießbrauchers, und es ist demgemäß im Zweifel auch anzunehmen, daß die aus dem Nießbrauch entspringenden einzelnen Befugnisse, soweit deren UebertragbarEeit nicht be­schränkt ist (wie das Recht zur Ziehung der Nutzun­gen, zur Vermietung und Verpachtung, zur Geltend­machung der sich hieraus ergebenden Rechte aegen Dritte) dem Ausübungsberechtigten zu eigenem Recht übertragen sind. Für die Ueberlaffung der Aus­übung des Nießbrauchs, die nur im ganzen erfolgen kann, werden dem Ausübungsberechtigten die Rechte nur in der Weise übertragen, daß er auch die dem Nießbraucher obliegenden Pflichten, insbesondere die hinsichtlich der Verwendung der Nutzungen übernom­menen Verpflichtungen, wie auch die Zahlung der auf dem Grundstück lastenden Steuern und Hypo- thekenzinfen zu erfüllen hat. Das Ausübungsrecht erlischt mit dem Erlöschen des Nießbrauchs, auch dadurch, daß der Nießbraucher auf feine Rechte ver­zichtet. Eine Ausnahme ist jedoch zu Gunsten des Ausübungsberechtigten zu machen, dem als Mieter oder Pächter der Besitz des Nießbrauchgrundstuckes überlassen ist. Der Eigentümer des Grundstücks kann aber, wenn durch das Verhalten des Ausübungs­berechtigten in feine Eigentumsrechte unzulässig ein­gegriffen wird, nicht nur den Nießbraucher veraitt- wörtlich machen, sondern auch den Ausübungsberech­tigten selbst. Der Ausübungsberechtigte hat in bezug auf die Benutzung der Sache die gleichen Pflichten dem Eigentümer gegenüber zu erfüllen, wie sie dem Nießbraucher obliegen. Das mit einem Nießbrauch belastete Grundstück yerbleiht Eigentum desjenigen, der als Eigentümer den Nießbrauch bestellt hat.

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Im Bereiche des von Frankreich nach Finnland sich erstreckenden Hochdruckrückens hat sich bei uns heiteres Wetter glatten. Die Entwicklung der Wet­terlage deutet je doch auf einen Abbau des Hoch­druckeinflusses, wobei es zum Auftreten gewittriger Störungen kommen wird. Eine nachhaltige Wetter­verschlechterung ist jedoch nicht wahrscheinlich.

Vorhersage für Samstag: Wolkig bis heiter, vereinzeltes Auftreten meist gewittriger Stö­rungen, Mittagstemperaturen über 20 Grad, ver­änderliche Winde.

Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 16. Juni: morgens 11,2 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 6,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juni: abends 21,7 Grad; am 16. Juni: mor­gens 16,4 Grad. Sonnenscheindauer 12,9 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts­druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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