Der „Adler von Magdeburgs.
Zum 60. Geburtstage des ersten deutschen Motorfliegers Hans Grade am 17. Mai.
Ein seltsames Fahrgestell humpelt über den Cra- cauer Anger bei Magdeburg. Plötzlich geschieht etwas, was bis dahin nur sehr wenige Menschen- auaen gesehen haben. Das knatternde Etwas, in dessen Innern ein Mann vor einem .Lnüppel" sitzt, erhebt sich vom Erdboden und schwebt über den herbstlichen Anger dahin: es fliegt! Man schreibt den 28. Oktober 1908. Der Mann vor dem „Knüppel" ist ein Ingenieur, der beim Magdebur- gischen Pionierbataillon Nr. 4 sein einjähriges Dienstjahr ableistet. Es ist Hans Grade, der vor 60 Jahren, am 17. Mai 1879 in Köslin geboren wurde.
In diesem Köslin hat schon der Obertertianer Hans Grade Fluazeugmodelle gebaut, die wunschgemäß flogen. Als Student an der Technischen Hochschule konstruiert Grade den er st en deutschen Zweitaktmotor. Sein selbstgebauter Dreidecker mit einem 32-?8-Motor macht chn an dem historischen Herbsttag 1908 zum ersten deutschen Motorflieger. Zwar haben vor ihm schon Deutsche mehrere „Lufthopser" gemacht, wie Hans Grade seine ersten Flugversuche ebenfalls selbst bezeichnet. Da aber nach dem Wort des Oberstleutnants S i e - gert, des Schöpfers der ersten deutschen Flieger- iruppe, erst das Landen den wahrhaften Flieger ausmacht, so gilt Hans Grade heute ganz unbestritten als erster Flieger Deutschlands.
Damals vor 31 Jahren war man sich allerdings der Bedeutung des fliegenden Ingenieurs Hans Grade keineswegs bewußt. Man lächelte sogar über diese Art „Luftakrobatik". Erst als die Industrie den Wert des Fliegens erkannte, als Geheimrat Lanz als großzügiger Förderer der deutschen Fliegerei den „Lanz-Preis" in Höhe von 40 000 Mark stiftete und als Hans Grade diesen Preis am 30. Oktober 1009 gewann, erst von diesem Zeitpunkt an genoß die deutsche Fliegerei Ansehen. Jetzt wetteiferte man überall mit großen Flugtagen, die von Hans Grade ruhmvoll bestritten wurden.
Schon vorher im Sommer 1909 aber ljatte bet kühne Luftpionier den er st en deutschen Flugplatz in Bork bei Berlin eingerichtet, hatte er im Oktober 1909 die erste deutsche Fluazeugfabrik gebaut, die ihre Ergebnisse bald darauf auch im Auslande absetzen konnte. Und endlich war Hans Grade auch der erste deutsche Flugzeuglehrer, dessen Schülerzahl bis zum Kriegsbeglnn auf rund 350 begeisterte Flieger anwuchs. So hat der heute Sech
zigjährige auch seine unsterblichen Verdienste um die deutsche Kriegsfliegerei. Freilich: nach dem Zusammenbruch von 1918 gab es in dem System- Deutschland keine offizielle Fliegerei mehr. Und so wandte sich der rasttos strebende Ingenieur Hans Grade dem Bau von Kraftwagen zu. Seine Automobilfabrik gab zeitweise 850 Arbeitern Brot und Verdienst. Und da Hans Grade den ersten deutschen Kleinwagen mit luftgekühltem Zweitaktmotor konstruierte, so kann er mit Fug und Recht der „V a -
terdes Kleinwagens" genannt werden. Doch auch diese Automobilfabrik wurde ein Opfer der deutschen Wirtschaftskrise.
Obwohl von nun ab die breite Oeffenllichkeit von dem Wirken und Schaffen Hans Grades nicht mehr sonderlich Notiz nahm, so war er dennoch unermüdlich tätig. Immer noch flog er, wie auch heute noch, mit seiner im Jahre 1910 erbauten Maschine. Ein Beweis der Stabilität dieses Flugzeuges und ein Bravourkunststück, das kaum ein Flugzeugkonstrukteur im nachmachen konnte.
Als dann im Dritten Reich durch die unerhörte Tatkraft des Generalfeldmarschalls Hermann G ö - rind der Gedanke der deutschen Fliegerei wieder
in die Tat umgesetzt wurde, als wieder Dolksflug- tage die deutschen Menschen begeisterten, da wirkte auch Hans Grade im Jahre 1934 zum ersten Male nach langer Zeit wieder bei einem Volksflugtag, und zwar in Berlin-Johannistal als „historische Nummer" mit. Aber noch auf eine andere Weise wurde der erste deutsche Motorflieger unversehens volkstümlich: als er sich nämlich in dem schönen Film „Ziel in den Wolken", der vor einiger Zeit auch bei uns in Gießen gelaufen ist, nicht nur als FlugzeUgsachoerständiger, sondern sogar als Filmdarsteller betätigte.
So liegt ein reiches, von Erfolg gekröntes Leben hinter diesem deutschen Flieger und Flugzeugkonstrukteur. Und jeder wird es mit Genugtuung empfinden, daß ein Flieger an feinerrt 60. Geburtstags sich seines Wertes und seines Ruhmes erfreuen kann, ist doch gerade die.Geschichte des Fliegens und der Fliegerei seit den Zeiten eines Ikarus mit menschlichen Tragödien angefüllt.
Gewiß: als Hans Grade den Lanzpreis gewann, aalt es „nur" zwei Wendemarken in zwei Achterschleifen zu umfliegen, wobei An- und Rückflug durch ein Tor von hundert Meter Breite zu erfolgen hatte. Heute aber fliegt das Heinkel-Flugzeug „He 112 U" eine Stundengeschwindigkeit von 746,6 Kilometer, und das Messerschmitt-Flugzeug „ME 109/R" flog sogar 755,11 Kilometer! Wer aber möchte deswegen über das merkwürdige Fahrgestell von Magdeburg, über den Grade-Dreidecker vom Jahre 1908, lächeln? Niemand von uns! Denn wir wissen, daß diese Maschine, die als wahrhafte „historische Nummer" im Luftfahrtmuseum in Berlin zur Schau steht, das deutsche Vorbild aller rhm folgenden genialen Flugzeugkonstruktionen ist und sein Erbauer, Hans Grade, als einer der Ahnherren der deutschen Flieger in die ruhmreiche Geschichte unseres Vaterlandes eingehen wird. D. S.
Amtsgericht Gießen.
Die Verhandlung gegen drei Frauen aus Heuchelheim wegen übler Nachrede und Verleumdung, über die wir vor einigen Wochen berichteten, wurde gestern fortgesetzt. Nach Vernehmung weiterer Zeugen führte der Vertteter der Staatsanwaltschaft aus, die Angeklagten hätten aus den übelsten Motiven gehandelt. Der Versuch, den Wahrheitsbeweis zu führen, sei kläglich gescheitert. Er beantragte auf Gefängnisstrafen von drei Monaten zu erkennen. Die Strafbefehle, gegen die Einspruch eingelegt wurde,- lauteten auf zwei Monate Gefängnis. Der Vertreter der Nebenklägerin schloß sich den Ausführungen des Vertreters der Staatsanwaltschaft an und führte weiter aus, er hätte gehofft, daß die Angeklagten wenigstens nach der Beweisaufnahme ihr Unrecht eingesehen hätten. Die Vertei-
Idiger beantragten unter Zubilligung mildernder Umstände auf Geldsttafen zu erkennen. Die An. geklagten wurden wegen Beleidigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu je drei Monaten Ge. f ä n g n i s verurteilt.
K. Z. in Gießen, wiederholt einschlägig vorbe- straft, verfiel wieder in seinen alten Fehler und entwendete im Dezember 1938. seinem Arbeitgeber einen Modellflieger aus Aluminium im Werte von etwa 2,50 RM., den er angeblich in seinem Zim- mer aufhängen wollte. Der erst 20 Jahre alte Angeklagte war bereits in einer Erziehungsanstalt, ist aber nach wie vor ein haltloser Mansch. Der Ver- treter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Weiterhin wurde die Verbüßung einer mit Bewährungsfrist erlassenen Gefängnisstrafe von sechs Wochen angeordnet. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er im Wiederholungsfälle mit Zuchthaus und Sicherungsver- Währung zu rechnen habe.
W. R. in Gießen machte sich im März in Nürnberg des Betrugs schuldig, indem er sich mit einer Autodroschke fahren ließ, obgleich er nicht über Geld verfügte. Der erst 20 Jahre alte Angeklagte war geständig. Er hat bis jetzt keinen Beruf, legt aber schon hochstaplerische Manieren an den Tag. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Wochen und die Untersuchungshaft auf die Strafe anzurechnen. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt und die Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet.
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Dienstag. 16. 2Hai.
12 Uhr: Konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Rhapsodien und Tänze. 16: Von Königsberg: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne. Marianne Hoppe. 18: Volk und Wirtschaft: Handwerker, du sollst exportieren! 18.15: Hochburg der Wissenschaft. Besuch in der Technischen Hochschule Darmstadt. 18.30: Von Kassel: Klang der Landschaft „Es singt die Glocke ihr heimatlich Lied ..." Vom Glockenruf im Zeitenwandel des Hessendorfes. Hörfolge von Heinrich Klaus. 19: Eine kleine Melodie. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Dort nieden in jenem Holze ... Eine Folge alter, schöner Volkslieder. 20: Von Stuttgart: Nach- richten. Anschließend: Hier spricht die Reichsgarten- schau. 20.15: Von Hamburg: Meister der Operette. Franz Lehär — Eduard Künneke. 22: Nachrichten. 22.15: Vom Deutschlandsender. Politische Zeitungsschau. 22.30 bis 24: Von Hamburg: Tanz und Unterhaltung.
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„Wer etwas von Cigaretten versteht, wird einer Marke niemals nur „aus Gewohnheit" treu bleiben. Wenn die „Astra" mir nicht durch ihr Aroma, ihre Leichtigkeit und ihre Frische immer neuen Genuß schenkte, hätte ich schon längst endgültig gewechselt. So aber bin ich stets schnell zur „Astra" zurückgekehrt."
17. April 1939
Helmut Aadrae, Äaufmann, £6M, 3?db«dKea 3204
Der Dernier lehnt Übertreibungen abk
„Die Schönheit edlen Schmucks liegt niemals in der Anhäufung teuren Materials ——> begründet. Viel öfter wird vielmehr gerade weise Beschränkung zu höchster geschmacklicher und künstlerischer Vollkommenheit führen. Auch beim Rauchen liegt für mich der Genuß nicht in der Übertreibung — sondern in der genießerischen Auswahl. Deshalb rauche ich die leichte und aromatische „Astra" — die aber auch Zug um Zug mit besonderem Behagen." So äußerte sich am 29. April 1939 der bekannte Berliner Juwelier H.I.Wilm in feinen geschmackvollen Verkaufsräumen Berlin W, Tauentzienstraße 18.
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„Die „Astra" ist bei mir immer frisch!" Äerr Franz Petraß, Zigarrenhändler in Kiel,—> Klinke 22, ist fast etwas gekränkt, alS'er auf unsere Frage am 6. April 1939 diese Antwort gibt „Die „Astra" muß ja frisch sein, denn sie wird bei mir so viel verlangt, daß sie keine Zeit hat, alt zu werden. Eine Cigarette, so aromatisch und so leicht wie die „Astra", kommt auch immer frisch in die Hand des Rauchers."
Immer die gleiche Güte - niemals enttäuschen I <----„Wie wahr dieses Wort ist, das lernt man tnt
Umgang mit Tieren", meinte Herr Erich Hirsch, Tierpfleger im Zoologischen Garten zu Münster (Wests.), am 27. Januar 1939. „Vielleicht hängt es deshalb etwas mit meinem Beruf zusammen, wenn ich auf allen Lebensgebieten gleichbleibende Gute so besonders schätze. Die „Astra", die ich regelmäßig rauche, hat mich noch nie enttäuscht. Sie ist gleichbleibend aromatisch, leicht und frisch."
Tabak-Erfahrung
von Kindesbeinen an-
Rur 1,8 ha groß ist die berühmte Weinbergslage „Berncasteler Doctor" — gegenüber einer Gesamt-Weinanbauflache von etwa 75 000 ha im Altreich. Beim Tabak ist es das Gleich^: Unzählige Ballen edelster Zaka- und Djebel-Tabake werden in den berühmten Höhenlagen Smyrna und Samsun geerntet. Und doch sind nur wenige davon für die „Astra" geeignet. Um aus 100 oder 150 Provenienzen 5 oder 10 herauszufinden, die den Forderungen der „Astra" — Aroma und Leichtigkeit — entsprechen, dazu gehört ein besonderes Können. Technik der Organisation und familiengebundenes Wiffen um den Tabak — beides vereinigt sich im Hause Kyriazi. Vom Großvater auf den Enkel vererbt, ist es Tradition schon seit Jahrzehnten in dritter Geschlechterfolge.
Zahlreich und unterschiedlich mögen die Gründe sein, die täglich mehr und mehr genießerische und überlegende Raucher zur „Astra" greifen lassen. Immer wieder aber sind es diese drei Eigenschaften der „Astra", die von den Rauchern besonders gelobt werden: ihr volles, reiches Aroma, ihre Leichtigkeit und ihre Frische. Lind in dieser Beziehung bleibt die „Astra" sich treu. Besondere Kenntnis
der Tabak-Mischkunst und der Provenienzen edler Tabake, die im Lause Kyriazi seit 3 Generationen verwurzelt ist, bürgt für gleich- bleibende „Astra"-Qualität. Darum probieren auch Sie diese aromatische und leichte Cigarette! Rauchen Sie die „Astra" eine Woche lang und stellen Sie fest, wieviel sie Ihnen zu bieten vermag. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel „Astra".
i.ei<ht_uti d aromatisch rauchen — mehr. Freude für Siel
Mit und ohne . ■ Mdsfdt.


