Ausgabe 
16.5.1939
 
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polnischer Größenwahn.

Chauvinistische Maßlosigkeiten Warschauer Studenten.

Warschau, 15. Mai. (DNB.) Verschiedene stu­dentische Organisationen, unter ihnen die Selbst- hilfeorganisationen sämtlicher Warschauer Hochschu­len, traten mit einer Entschließung vor die Oeffent- lichkeit. Der Ton der Entschließung und die For­derungen sind derart maßlos, daß sie den sinnlosen Auswüchsen des in Polen herrschenden chaumnisti- schen Fiebers voll und ganz entsprechen. Die Ent­schließung weist auf die angebliche Raumnot in Polen hin, wobei sie selbstverständlich an der Tat­sache schweigend vorbeigeht, daß in Polen auf den Quadratkilometer nur halb soviel Einwoh­ner kommen wie in Deutschland. Trotzdem ver­langt die Entschließung zur Behebung dieser Raum­not deutsche Gebiete, von denen besonders diejenigen namentlich angeführt werden, die seiner­zeit durch eine Volksabstimmung unter inter­alliierter Kontrolle unzweideutig bewiesen haben, daß sie von Polen nichts wissen wollen. Das hält die Studenten jedoch nicht ab, vonterritorialen Rechten" Polens auf deutsche Gebiete zu sprechen und mit bombastischen Phrasen zu behaupten, daß der polnische Lebensraum zwischen Weichsel und Oder liege.

Für den Geist der Entschließung spricht auch die folgende Stehe der Denkschrift:Früher hat man die Polen die Vormauer der Christenheit genannt, die durch uns gebrochene Macht des Islams hörte auf, die Welt zu bedrohen. Heute überträgt uns die Geschichte eine neue Mission. Polen wird das Vorvild Europas und die lebendige Anti­these des Germanentums. Die polnische

Keine falsche Auslegung.

Oie italienische presse zur Turiner Rede des Duce.

R. G. Rom, 15. Mai.

In Rom hat man mit Aufmerksamkeit das Echo verfolgt, das die große Rede Mussolinis, insbeson­dere in Paris und London, ausgelöst hat. Man wehrt sich entschieden dagegen, daß vor allem in Varis der Versuch gemacht wird, die Rede des l)uce in ihrer Bedeutung zu bagatellisieren und ihr eine Auslegung im Sinne einer allgemeinen poli­tischen Bilanz zu geben.Giornale d'Italia" stellt fest, in Versailles hätten sich die drei großen Im­perien England, Frankreich und die Vereinigten Staaten die politische Kontrolle über die anderen Nationen und das Kommando über die Reichtümer der Welt angeeignet. Durch die Rede Mussolinis sei ein klares Zeichen gesetzt worden: die großen offenen Probleme müßten so oder so und ohne Zeitverlust gelöst werden. Jede große Nation habe Anspruch darauf, daß diese Fra­gen in einer Weise gelöst würden, durch die die Lebensform und die Ehre der einzelnen Völker ge­achtet, Gleichheit in den Mitteln für eine unab­hängige Arbeit und Gleichheit bei einem freien

Mussolini in den neuen Fiat-Werken.

akademyche Jugend ist zusammen mit dem ganzen Volk bereit, den durch unsere Ahnen vorgezeichneten Weg zu gehen, der durch ein neues Grunwald (Schlacht 1410) und Hundfeld zu einer neuen preu­ßischen Huldigung (für den polnischen Lehnsherrn) führt."

Zwei Todesopfer polnischen Terrors in Tomaszow.

Warschau, 15. Mai (DJIB.) Jn Tomaszow, einer etwa 40 Kilometer südöstlich von Lodz ge­legenen Stadt, in der etwa 1 000 deutsche Familien leben, kam es zu schweren deutsch­feindlichen Kundgebungen. Dabei wurden die Ge- schaflsräume, Werkstätten und privatwohnungen der deutschen Volksgruppe, zum Teil mit Innen­einrichtung, zerstört und zahlreiche Deutsche, un­ter ihnen auch Kinder, verletzt. Nach den bis­herigen Feststellungen sind zwei Deutsche an den Folgen der ihnen zugefügten Verletzungen ge­storben. Die Zahl der übrigen Schwerverletzten ist nicht festzustellen, da sich kein Deutscher in To- moszow mehr auf die Straße wagt, heute sind Deutsche, um nur das nackte Leben zu retten, aus Tomaszow nach Lodz geflohen. Die Aus­schreitungen haben von Tomaszow auf die um­liegenden deutschen Kolonistendörfer übergegriffen.

Güteraustausch, mit einem Wort Gerechtigkeit heraestellt würde.

Tribuna" schreibt, die Seele des Widerstandes gegen eine gerechte Lösung sei in F r a n k r e i ch zu suchen, von wo auch die neuentfesselte Lügenhetze ihren Ausgang nehme.Lavoro Fascista" er­klärt, für die politischen Führer der Demokratien sei dar Augenblick gekommen, wo sie die Interessen ihrer Länder auf einem weiteren als lediglich dem diplomatischen und politischen Felde betrachten müßten. Sie müßten daran denken, daß auch an­dere Völker ihr Glück und ihren Aufstieg suchen dürften. Die MailänderStampa" bezeichnet die Rede Mussolinis als eineletzte Warnung am Rande des Abgrundes". DerCor- riere della Sera" stellt fest, Mussolini habe in Turin entschiedener denn je die Regierungen der demo­kratischen Staaten zur Verantwortung gezogen. Zu einem Konflikt werde es aber nur kommen, wenn sie die Fesseln von Versailles durch andere Fesseln ersetzen wollten.

vinzstadt, mit engen Straßen, querüber gespannten Wäscheleinen, kleinen Giebelhäuschen, viele noch aus Holz, mit französischen Aufschriften über jeder Ladentür. Englisch wird zwar verstanden, aber in den alten Quebecker Bürgerhäusern nicht gesprochen. Als ich zuletzt vor sieben Jahren Quebec besuchte, fuhr mich mein Kutscher durch die französische Alt­stadt, zeigte mit Stolz dieses und jenes historische Gebäude, und als wir in die elegante und weit­räumige englische Neustadt kamen, zeiote er verächt­lich auf eine Reihe von Villen und sagte: Die da haben ein oder zwei Kinder, wir Franco-Kanadier haben zehn! Diese kanadischen Franzosen, die noch das Französisch des 18. Jahrhunderts sprechen, besitzen also das, was das europäische Frankreich in allem seinem Reichtum nicht hat!

Das Königspaor wird eine gewollte historische Remineszenz nicht über den modernen Kai an Land gehen, wo die Ozeanschiffe anlegen, sondern inWolfesCooc, einer kleinen Bucht unter den Höhen des linken Ufers, wo im Jahre 1759 der englische General Wolfe mit seiner Truppe lan­dete, um Quebec den Franzosen zu entreißen. Die Engländer erstiegen nachts das Plateau, auf dem Quebec liegt, und am nächsten Tage fand vor den Wällen der Festung, auf dem Abrahamsfeld, die Schlacht statt, in der beide Führer, Wolfe und der französische General Montcalm, fielen, die Eng­länder aber den Sieg behielten. Quebec mußte sich ergeben, aber Montcalm starb mit einem Dankge- bet auf den Lippen, daß er die Kapitulation nicht mehr zu unterschreiben brauche. Auf dem Abra­hamsfeld haben oeide Feldherren ein gemeinsames Denkmal in Gestalt eines hohen Obelisken. Dor die­sem Monument wird das Königspaar einen Kranz niederlegen. Es mag dabei den Wechsel der Zeit­läufte überdenken.

Don Kanada aus wird auch der viertägige Be­such in den Vereinigten Staaten, mit dem Ziel Washington, erfolgen ein politisches Experiment von etwas ungewissem Ausgang. Einst­weilen verspricht man sich davon in England einen starken Auftrieb der amerikanischen Sympathien, aber es gibt auch Amerikaner, die skeptisch genug sind zu bemerken, die Königsvisite werde England nichts, den Vereinigten Staaten aber vielleicht viel kosten.

' Den Höhepunkt in Kanada soll die Enthüllung eines Kriegerdenkmals auf dem Parlamentshügel in der Bundeshauptstadt Ottawa bilden. Die Reise wird fortgesetzt mit der Kanadischen Pacific- bahn, in einem besonders erbauten Zuge von 12 Waggons in Blau und Silber, durch die Prärien und Weizenfelder von Zentralkanada und durch das romantische Kanadische Felsengebirge bis zum Stil­len Ozean. Auf dem Rückweg soll auch St. Johns besucht werden, die Hauptstadt des unglücklichen Neu-Fundland, wo die Hälfte der Bevölke­rung, arme Fischer und Kartoffelbauern, chronisch hungert. Eine Kommission hat im vorigen Jahr die Verhältnisse auf Neu-Fundland untersucht und einen trostlosen Bericht erstattet. In Neu-Fundland wird es keine Freudenfeuer geben, aber um so größere Hoffnung, daß dem Königsbesuch eine Hilfe aus dem Elend folgen wird.

50 Stunden Wnpätung des englischen Königspaares

London, 15. Mai. (Europapreß.) Das englische' Königspaar wird seinen Staatsbesuch in Ka­nada mit einer Verspätung von fünfzig Stunden beginnen, da. wie die letzten Kabelmel­dungen von Bord derEmpreß of Australia" be- sogen, die infolge des dichten Nebels in der Eisbergregion emgetrettzne Verspätung nicht mehr aufgeholt werden kann. Der Dampfer macht jetzt wieder volle Fahrt. Der Kapitän hofft, am Montag­nachmittag gegen 3 Uhr MEZ. in Sicht der beiden Inseln St. Pierre und Miquelon vor Neufundland zu sein. Dann könnte das Königspaar kurz vor MittwochmittaginOuebecan Land gehen. Die Ankunft war ursprünglich für Montag morgen vorgesehen. -

Schweden erhöht die Wehrbereitschast.

Stockholm, 15. Mai. (DNB.) Der schwedische Reichstag hat den Antrag der Regierung auf Er­höhung der personellen Wehrbereit­schaft angenommen. Der Antrag, für den außer den beiden Koalitionsparteien, Sozialdemokraten und Bauernbund, auch die Dolkspartei gestimmt hat, stellt durch einen Kompromißvorschlag her letzteren eine gewisse Schmälerung" der Vorschläge militä­rischer Sachverständiger dar, die von der Rechts­partei heftig beanstandet wurde. Die Rechtspartei verlangte eine zusätzliche Ausbildung von sieben Johresklassen. Jn dem Beschluß des Reichstages sind hierfür nur die Jahrgänge 1936 und 1934 vorge­sehen. Der Jahrgang 1935 wurde bereits zu einer solchen Bereitschaftsübung einberufen.- Möglicher­weise wird der Jahrgang 1934 noch im Oktober und der Jahrgang 1936 im nächsten Jahre zusätzlich üben. Der Beschluß sieht noch die Verlängerung der Dienst- pflichtzeit bei der Marine bis zu 340 Tagen vor, ferner besondere Bereitschaftsverbände bei der Armee und eine Bereitschaftsübung von 30 Tagen.

Ein neues Stillhalteabkommen.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die Verhandlungen über ein neues Abkommen für die Aufrechterhaltung der nach Deutschland gegebenen bankmäßigen A u s- landskredite (Stillhalteabkommen) haben einen erfreulichen Fortschritt hinsichtlich des von allen Beteiligten als notwendig erachteten A b - baues her hurch hie Still Haltung gebundenen Kredite erbracht. Der Ucbergang von her Gebun­denheit her bisherigen Stillhaltekredite in eine freiere Ordnung wird durch eine Bestimmung gc- sichert, wonach außerhalb der Stillhaltung für meh­rere Jahre mH Zustimmung der Reichsbank K r e. dite auf rein kommerzieller Grund­lage vereinbart werden können.

Der bisherige Erfolg der Stillhaltung, die 1931 über sechs Milliarden Reichsmark umfaßte, zeigt sich in dem organischen Abbau eines ehedem überhöhten Kreditvolumens. Der Gesamtbetrag her Stillhaltekredite belief sich 1939 nur noch auf 780 Millionen RM, wovon nur noch 80 Millionen RM. offene Linien darstellen. An diesem Abbau haben die Zahlungen her deutschen Schuldner in Reichsmark (Registermark) erheblichen Anteil. Die Registermark ist von den Ausländern vornehmlich für Reisezwecke verwendet worden, was sich für den deutschen Reiseverkehr vorteilhaft ausgewirkt hat: diese Verwendung wird auch im neuen Abkommen wieder eine wichtige Rolle spielen. Eine allgemeine Rückführung her Kredite durch Devisenzahlung mußte angesichts der durch die deutsche Zahlungs­bilanz bedingten Devisenlage wiederum unterblei­ben. DieRekommerzialisierung" hat befriedigende Ergebnisse gezeitigt, wenn sie auch von dem Um-

Mailand, 15. Mai (Europapreß). Mussolini weihte am Sonntag die auf einer Anhöhe über dem Po gelegene sonnige Ferienkolonie für arme Kinder und die Autarkie-Aus­stellung in Turin ein, die den gewaltigen Bei­trag Turins zur Erreichung der wirtschaftlichen Un­abhängigkeit Italiens veranschaulicht. Am Montag­morgen besichtigte Mussolini die vollständig neuen Fabrikanlagen her Fiat-Werke für Automobil- und Flugzeugbau, die zu den modern­sten und größten der Welt gehören. Die Anlagen haben eine Länge von 740 Meter und eine Breite von 300 Meter und sind durch ein laufendes Band miteinander verbunden. Für den Transport sind Tunnels von sieben Kilometer Länge vorhanden. Unter den sozialen Einrichtungen ist ein Speise- soal für 10 000 Arbeiter bemerkenswert. Mussolini gab seiner tiefen Freude darüber Ausdruck, zum dritten Male unter den Arbeitern her Fiat-Werke zu weilen bei der Einweihung einer Anlage, die iu einer Rekordzeit gebaut worden und eine der schönsten und größten der Welt sei. Unter An­spielung auf seine letzte Rede erklärte der Duce weiter: Ich habe in ausdrücklichster Form un> seren Friedenswunsck bestätigt. Aber ich habe auch gesagt, daß einige Probleme g e l ö st werden müssen, bevor ihre Zuspitzung eine Gefahr für alle darstellt".

Ein Schauspiel besonderer Art erwartete Mus­solini auf hem Flugplatz von Casella. In 14 Staffeln zur Parade aufgestellt, standen auf hem Flugplatz die neuesten Kamps- und Jagdflug­zeuge. Sobald Mussolini ein Podium bestiegen hatte, erhoben sich die Maschinen in hie Lüfte und stiegen hoch in den Himmel, um bann im sausenden Flug niederzustürzen, wobei sie fast den Erdboden zu berühren schienen. Schon einen Augenblick später kletterten sie wieder in die Höhe, um neue Hebun­

gen vorzuführen, nach deren Beendigung die Ma- feinen wieder in tadelloser Haltung landeten und sich zu Formationen gruppierten.

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Turin, einst Hauptstadt von Piemont, hat, nach der Verlegung der Residenz der italienischen Könige nach Rom, vieles von dem unmittelbaren Glanz eines Regierungssitzes verloren. Aber die hervor­ragende Architektur der Stadt spricht von ihrer glanzvollen Vergangenheit. Nietzsche wußte in den Monaten vor dem Ausbruch der tödlichen Krankheit, die ihn hier in Turin ereilte, nicht ge­nug die schützenden Laubengänge und prachtvollen Daumalleen her alten Hauptstadt Piemonts zu rühmen. Selbstverständlich hat die italienische Re­gierung alles getan, um Turin unter her Ver­legung des Regierungssitzes nicht allzu sehr leiden zu lassen. Die altberühmten Militärschulen, die Universität, die Artillerie-Werkstätten und Waggon­fabriken wurden von Staats weaen gefördert. In­zwischen aber ist die Stadt, in der Mussolini am Sonntag seine klare Rede hielt, Hauptsitz her sehr leistungsfähigen italienischen Automobilindu- strie geworden. Hier haben die berühmten Fiat- Werke ihre größten Anlagen. Wegen der Nähe der französischen Grenze sind diese Anlagen, die sich auf den gewaltigen Raum von drei Quadratkilo­meter erftreden, unterirdisch in die umliegenden Hügel und Berge hineingebaut. Heute sind 60 000 Arbeiter in den Fiat-Werken beschäftigt, die auch Großlieferanten der italienischen Luftwafte sind. Wenig bekannt ist, daß der Dessauer Marsch auf eine Melodie zurückgeht, die die preußischen Truppen während des Spanischen Erfolgekrieges hörten, als sie 1706 unter dem Prinzen Eugen kämpften und mithalfen, Turin von den Franzosen zu befreien.

fang des deutschen Außenhandels abhängig ist und ihr auch sonstige Grenzen dadurch gesetzt sind, daß ein erheblicher Teil des deutschen Außenhandels sich in Form von Clearingverträgen abspielt, bei denen Rembourswechsel sich nicht ohne weiteres verwen­den lassen. Einezusätzliche Rekommerzialisierung" wird nach Maßgabe des verfügbaren Außenyandels- geschäftes solchen Gläubigern gewährt, die an Stelle her zur Abdeckung gelangenden Stillhaltekredite mehrjähriger Kredite außerhalb her Stillhaltung gewähren.

Probleme

des Würzburger SiudententageS.

Zum Deutschen Studententag vom 22. bis 27. Mai in Würzburg hat Reichsstudentenführer, ^-Ober­führer Dr. G. A. Scheel, die Parole der Lei­stung und nationalsozialistischen Bewährung auf allen Gebieten aufgestellt. Don besonderem Inter­esse sind daneben Darlegungen des Leiters iTcs Jlmtes Wissenschaft und Facherziehung der Reichs­studentenführung, Dr. K u b a ch , warm hie lieber« Zeugung geäußert wird, daß die Ausbildungserneue­rung und Stuhienverkürzung nun auch auf Gebie- ten wie den Kultur- oder den Rechtswissen­schaften sich bestimmt über kurz ober lang eben­falls verwirklichen lassen werde, und zwar immer mit dem Ziel, nicht nur hie derzeitige Leistung zu erhalten, sondern sie nach zu steigern. Der NS.° Deutsche Studentenbund werde es als feine vor­nehmste Pflicht ansehen, gemeinsam mit national­sozialistischen Dozenten, Partei und Staat an der

Neugestaltung des deutschen Hoch- und Fachschul- wesens zu arbeiten. In Zukunft werde er sich ganz wesentlich der Sicherung des Nachwuchses der Assistenten und Dozenten unserer Hoch- und Fachschulen und damit dem entscheidend- ften Problem der Neugestaltung der Hochschulen überhaupt zuwenden.

Ueichsappell der schaffenden Lugend.

Leipzig, 15. Mai. (DNB.) Von einem Leip­ziger Betrieb aus wurde über alle Reichssender her zweite Reichsavpell der schaffenden Jugend durchgeführt. Der Leiter des Jugend­amtes der DAF., Oberbannführer Schröder, er­mahnte die schaffende Jutzend, die Kameradschaft, die sie in der großen Gemeinschaft der Hitler-Jugend pflege, auch entscheidend für das Verhalten im Be­trieb sein zu lassen. Ihr erwachse weiter die Pflicht, nach höchster Leistungirn Berus zu stre­ben und die neu errungene Freiheit unseres Volkes auch wirtschaftlich zu sichern. Jeder Weg, im Be- ruf und in her Arbeit vorwärts zu kommen, stehe offen. Dafür sorge vor allem her Reichsberufswett­kampf. Insbesondere behanhelte Oberbannführer Schröder fügend gemäße Freizeit und Urlaubsgestaltung durch Fahrten und Lager der HI. Der Urlaub der Jugendlichen fei nicht un­mittelbar mit hem Urlaub der Erwachsenen ver­gleichbar. Für Freizeit der Jugend gelten außer hem persönlichen Bedürfnis nach Ausspannung und Er- holung erzieherische Erfordernisse an Körper, Geist und Seele.

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In die baskischen Provinzen führt über

günstig war her Umftanh, daß nur ein geringer Teil her Sühküste zwischen der portugiesischen Grenze und Kap Taris« in Händen der natio« na (en Truppen war. Dadurch war für den natio­nalen Teil der Flotte die Entwicklungsmöglichkeit sehr beschränkt. Die Straße von Gibraltar konnte leicht von den roten Seestreitkräften beherrscht werden. Auch war hie Verbindung mit Spanisch- Marokko, einer her Kraftquellen der Nationalen, gefährhet. Demnach entschloß sich Franco Anfang 1937, neben her Operation in den baskischen Pro­vinzen einen Angriff in Richtung auf Malaga zu unternehmen. Durch Zangenangriff von Gra­nada aus unb an her Küste entlang fiel im Februar dieser wichtige Hasen in die Hände der Nationalen. Die Operationen wurden in Richtung auf Almeria fortgesetzt, aber bei Nutril abgebrochen, als sich der Widerstand der Roten versteifte und weitere An­griffe zu hohe Opfer erfordert hätten. Auch hier zeigte sich hie Kunst Francos im Haushalt mit den Kräften.

Im Laufe des Jahres 1937 machte sich trotz des in London ausgehecktenNichteinmischungsabkom­mens" immer stärker die tatsächliche Unterstützung her Roten mit Freiwilligen und Kriegsmaterial, besonders aus Frankreich unb Rußlanh, aber auch aus einer Anzahl anderer demokratischer Länder, fühlbar. Sie führte bei dem an sich bestehenden erheblichen zahlenmäßigen Uebergewicht her Roten schließlich zu einer derartigen Gefahr für die natio­nale Sache, daß nunmehr auch die autoritären Staaten, in vorderster Linie Italien, für die ein Sieg her Roten und damit ein Festsehen des Bolschewismus in Westeuropa untragbar war, sich veranlaßt sahen, einen gewissen Ausgleich zugunsten der nationalen Seite durch Entsendung von Frei­willigen unb Kriegsmaterial zu schaffen. Die Rolle, bie England als Vater des Nichteinmischungsplanes in dieser Sache spielte, kann nur als zum minbeften fragwürdig bezeichnet werden. Mögen auch viel­leicht weniger britische Freiwillige als solche aus anderen Ländern auf der roten Seite mitgekämpft haben der Brite läßt ja lieber andere für seine Interessen kämpfen mag auch englisches Kriegs­material nicht in allzu großen Mengen geliefert worden sein das Geschäft mit den Roten bot ja wohl nicht 100 v. H. Sicherheit so tag die po« litische und moralische Unterstützung, besonders aber die Fesselung Francos in her Seekriegsführung ganz auf her Seite der Roten. Für Franco bedeu­tete es sicher eine große Sorge, daß das benach-

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Oer Feldherr Franco.

Don Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. D.

Fortsetzung.

Franco setzte den Marsch auf Madrid mit größter Beschleunigung fort, konnte aber nicht ver­hindern, daß durch den Zeitverlust bei Toledo den Roten bie Besetzung des Madrid im Halbkreise um­gebenden schwierigen Gebirgsgeländes und die Dr- gantfation der Verteidigung der Hauptstadt ermög, licht wurde. Es muß fast als ein Wunder bezeichnet werden, daß es Franco noch gelang, das nordwest­liche Vorort viertel von Madrid zu erobern. Ein im Anschluß an die Operationen gegen Madrid von Süden und Westen her versuchter indirekter Angriff über SiguenzaGuadalajara stieß auf so er­hebliche Ueberlegenheit, daß er aufgegeben werden mußte. Auch in dieser Lage zeigte sich wieder das klare strategische unb taktische Urteil Francos. Er erkannte richtig, daß eine Fortsetzung des Kampfes übermäßige Opfer von feiner noch geringen Heeres- macht erforbern, kostbare Zeit rauben unb ben Roten bie Organisierung des Widerstandes in anderen wichtigen Landesteilen gestatten würde. Folgerichtig faßte er ben Entschluß, den lockenden Plan der Er­oberung der Hauptstadt im Interesse der EeHaltung der lebendigen Kraft seiner Truppen aufzugeben und zunächst anderen wichtigen und leichter erreich­baren Zielen nachzugehen. Gerade in diesem Der-

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sitz der asturischen Erzgruben sowohl für die eigene Kriegsindustrie als auch als Austaufchobsekt Erzen geaen ausländisches Kriegsmaterial großer Bedeutung.

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bie Grenstadt Irun eine her wichtigsten Ver­bindungen aus Frankreich. Franco hatte erkannt, baß Frankreich sich nicht nur innerlich auf die Seite her Roten gestellt hatte, sondern trotz der von London aus propagiertenNichteinmischungspolitik" die Roten mit Freiwilligen und Kriegsmaterial unterstützte. Ein ungehemmter Zufluß von Kampf­mitteln über Jrun hatte aber in den baskischen Provinzen mit ihren wichtigen Häfen unb ihren reichen Erzgruben ein sehr gefährliches Wider- ftanbsgebiet schaffen können, von dem aus offensive Unternehmungen auf Richtung Saragossa ober in den Rücken her nördlich Madrid kämpfenden natio­nalen Truppen eine schwierige Lage hätten herbei- führen können. Diese Erwägungen waren es wohl, Die Franco eine baldige Beseitigung dieser gefähr- lichen Wetterecke nahelegten. Er beschloß, zunächst die Hand auf Jrun zu legen unb so bie Berbin» düngen der in den baskischen Provinzen kämpfenden roten Truppen mit Frankreich zu unterbinden. Das Unternehmen gelang mit starkem unb geschicktem Truppeneinsatz überraschenb schnell. Jetzt galt es, den Roten auch die Versorgung über bie asturischen Seehäfen abzuschneiben unb sich zu diesem Zweck in Besitz her wichtigen Hafenstädte San Sebastian, Bilbao, Santander unb Gijon zu setzen. Die Ope­rationen konnten nicht leicht sein, denn bas die Küstenlinie in ihrem ganzen Verlauf begleitende unb ben Roten zahlreiche Anklammerungspunkte unb Widerstanbsnester bietende kantabrische Ge­birge mußte die Kämpfe erschweren unb verzögern. Bei diesen Kämpfen bewährte sich das taktische Geschick und der richtige Blick Francos für die Eigenarten des Gebirgskrieges, wofür die Kämpfe gegen bie Rifkabylen eine gewisse gute Schule ge­wesen waren. Seine Taktik, zu der er auch seine Unterführer herandildete, bestand barin, unter Aus­sparung aller besonders schwierigen Stellen durch Zangenanariff mehrerer einander in die Hände ar­beitender Abteilungen von den leichter erreichbaren Punkten aus ein Widerstandsnest nach dem anderen zu Fall zu bringen, sich dagegen nirgends fest zu beißen, wo der Widerstand zu schwer zu überwinden war. Die folgerichtig nach diesem System durch- geführten Angriffe führten im Frühjahr unb (Som­mer 1937 zu vollem Erfolg. Strategisch war mit her Eroberung Asturiens eine wesentliche Ver­einfachung unb Verkürzung her Front sowie her Besitz her wichtigen no rdspanisch en Häfen gewonnen. Politisch war ein gefährlicher Unruheherd beseitigt unb ben baskischen Unabhängigkeitsbestrebungen das Wasser abgegraben. Wehr-wirtschaftlich war her Be>