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alte Tradition
Kleine Geographie von Böhmen und Mähren
Herren bis Prag.
ahrzeichen Prags
Die e r ft e , in Versailles konstruierte „T s ch e ch o- I Dies gilt auch für Polizei, Post und Eisen- Slowakei" hatte infolge der Aneignung fremder bahn sowie für die öffentlichen Betriebe. Volksgebiete 140400 qkm^ auf denen nach der Zäh- Das gesamte Wirtschaftsleben läuft weiter, lung von 1930 14,8 Millionen Einwohner saßen, Jeder bleibe an seiner Stelle und führe seine Ar- und zwar 7,4 Millionen Tschechen; 2,3 Millionen beit fort. Arbeitsniederlegung wird als Sabotage I gewertet. Den Anordnungen der deutschen Militär-
29.10.1918: Konstituierung Deutsch-Böhmens in Wien.
Seit Mittwoch vormittag befinden sich deutsche Truppen in der Hauptstadt der ehemaliaen Tschecho-Slowakei, in Prag. Unser Bild zeigt einen schönen Blick auf den berühmten Hradschin, den einstigen Sitz der deutschen Könige und Kaiser, von bem nunmehr die Standarte des Führers weht. — (Scherl-Bilderdiensl-M.)
Dr. Hacha ist in den Abendstunden des Mittwochs in Prag eingetroffen. Er wurde von den Spitzen der deutschen und tschechischen Zivil, und Militärbehörden sowie von sämtlichen Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft mit Botschaftsrat Henke an der Spritze begrüßt. Eine Kompanie deutscher Truppen in Prag leistete ihm die Ehrenbezeigung. Da Dr. Hacha mit einer zweistündigen Verspätung eingetroffen war, konnte der für 19 Uhr angesetz/, Ministerrat nicht stattfinden.
Oer Oberbefehlshaber des Heeres an die Bevölkerung.
...... Nach dem Willen des Führers und Obersten Be«
6.11.1918: Deutsch-böhmlfcher Landtag in Reichen- fchlshabers der deutschen Wehrmacht sind deutsche berg. Truppen in euer Land eingerückt mit dem Auftrage,
14.11.1918: Besetzung der Slowakei durch Ische- Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und chische Truppen. Iden Schutz der Bevölkerung zu überneh-
16.12.1918: Besetzung Deutsch-Böhmens durch tsche-1 men. In den unter den Schutz der deutschen Trup- chische Truppen. pen gestellten Gebieten ist die vollziehende
4. 2.1920: Besetzung des Hultschiner Ländchens Gewalt auf mich und die Ob erbe fehle« durch tschechische Truppen. haberderHeeresgruppen übertragen.
10. 8.1920: Besetzung von Teschen. Die gesamte öffentliche Verwaltung ar«
* I beitet, soweit nichts anderes bestimmt wird, weiter.
s e n. Der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsministers Dr. Meißner, geleitete Dr. Hacha im Wagen des Führers vom Hotel Adlon zum Anhalter Bahnhof. Außenminister Chvalkovsky wurde vom Chef des Protokolls, Gesandten von Doernberg, begleitet. Am Bahnhof schritt Dr. Hacha mit dem Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seifert, die Front der Ehrenkompanie ab. Staatsminister Dr. Meißner und Gesandter von Doernberg verabschiedeten sich von den Gästen am Salonwagen. Ein Beauftragter des Protokolls und ein Offizier der Wehrmacht geleiten die
ein neues Buch für die Tschechen aufgeschlagen. Ihre Sache ist es nun, zu zeigen, daß sie fähig und gewillt sind, nunmehr die Lehren der Geschichte anzuerkennen und im neuen Rahmen endlich einen Beitrag zur Friedensarbeit in (Europa zu liefern. Dies um so mehr, als er in der Geschichte einzig dasteht, daß ein Volk auch dann noch eine Kulturautonomie und ein Eigenleben zugestanden erhält, nachdem es zweimal ein großes Kapital an Vertrauen verwirtschaftet hat. Wie der Deutsche Achtung vor fremdem Volkstum empfindet, so empfindet er auch Achtung davor, wenn jetzt vielleicht manche Tschechen unter dem Einfluß einer seit 20 Jahren gewohnten Denkweise nicht von heute auf morgen in Begeisterung
behörden ist unbedingt Folge zu leisten. Jeder halte sich an die gegebenen Befehle, die dem Wohle der Gesamtheit wie des einzelnen dienen.
Berlin, den 15. März 1939.
Der Oberbefehlshaber des Heeres: gez.: von Brauchitfch.
Oie NSV. bereit« an der Arbeit.
B e r l i n, 15. März. (DNB.) Die NS.-Volkswohl« fahrt hat sofort die Betreuung in den unter den Schutz der deutschen Wehrmacht stehenden Gebieten !Böhmens und Mährens übernommen. Bereits am Mittwoch find über eine halbe Million Effensportionen ausgegeben worden, davon 450 000 warme Gerichte. Der Einsatz der Fe l d k ü ch e n und des Hilfs zuges Bayern bewährte sich wiederum ausgezeichnet. Zur gesundheitlichen Betreuung find bereits 600 NS- Schwestern aus den Gauen des Altreiches in die Gebiete Böhmens und Mährens in Marsch gesetzt worden.
„Alldeutscher Verband" und „Alldeutscher Wehrschuh e.V.- aufgelöst.
Berlin, 15. März. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat durch Runderlaß vom 8. März 1939 auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichs- präsDenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 den „Alldeutschen Verband" und den „Alldeutschen Wehrschatz e. D." mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Außerdem sind die „Alldeutschen Blätter" und die „Lageberichte des Alldeutschen Verbandes" verboten worden. Jede Tätigkeit, die den Versuch einer Fortführung dieser Organisation oder eine Neugrundung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt sowie die Herausgabe von Ersatzerzeugnissen der verbotenen Druckschriften ist untersagt und nach § 4 der genannten Verordnung des Reichspräsidenten strafbar.
liche Aufgabe zu meistern. Vielmehr muß die Schaffung einer festgefügten Ordnung in diesem Gebiet — wie schon stets in der Vergangenheit — von einer Macht übernommen werden, die dank ihrer historischen Leistungen zur Treuhänderschaft befähigt ist. Einer solchen Aufgabe kann sich Deutschland nicht
Das Dritte Reich nimmt mit der Betreuung der böhmisch-mähngen Lande im übrigen nur eine u r - alte Tradition wieder auf. Es stellt nur jene historischen Tatsachen wieder her, die bis zum Welt- knegsende galten und denen Böhmen seine ganze politische, wirtschaftliche und tultuxdle Entwicklung zu verdanken hat. DieAchtungvordem fremden Volkstum, die eine der Grundlagen natio- nalsozialisttscher Weltanschauung und Politik ist, wird durch eine Aenderung der Landkarte nicht berührt. Sie bleibt bestehen, weil sie dem deutschen Wesen selbstverständlich und angeboren ist. Denn so wie heute die schon im Reich wohnenden Tschechen keinerlei Verfolgung um ihrer Nationalität willen zu erdulden brauchen, sondern im Gegenteil sich der freiesten Entfaltung chrer Kräfte erfreuen dürfen, so brauchten sich auch die in Böhmen-Mähren ansässigen Tschechen während einer mehr als tausendjährigen Reichsaufsicht niemals über irgendwelche Bedruckungsmaßnahmen zu beklagen.
Man darf ja auch bei der Betrachtung des deutsch- tschechischen Verhältnisses niemals vergessen, daß die Länder Böhmen und Mähren uralter ger«
Nach dem Zerfall des tschechoslowakischen Staates treten die alten Landschaftsnamen Böhmen und Mähren wieder an ihre herkömmlichen Plätze. Der Begriff „Böhmen" ist im Zusammenhang mit böhmischen Wäldern, böhmischen Musikanten, böhmischen Granaten oder böhmischem Bier tief in der allgemeinen deutschen Vorstellungswelt verankert. Immerhin ist es bei solchen Gelegenheiten ganz nützlich, sich ein ganz klares Bild von alten überlieferten Begriffen wie Böhmen und Mähren zu machen.
Man beginnt am besten mit den vielgebrauchten Schulformeln: Böhmen ist ein auf die Spitze geteiltes Quadrat und Mähren ist ein Rechteck. Die Natur Böhmens ist eindeutig durch die Randgebirge besttmmt, die es von dem übrigen mitteleuropäischen Raum ebenso scheiden wie die Flüsse es mit diesem mitteleuropäischen Raum verbinden. Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland. Das ist die beherrschende Tatsache. Mit seinen 52 000 Quadratkilometer Fläche ist Böhmen größer als irgendeine preußische Provinz. Brandenburg als größte preußische Provinz hat nur 39 000 Quadratkilometer; dagegen ist Bayern mit seinen 76 000 Quadratkilometer um ein Drittel größer als Böhmen. Die Bevölkerung beläuft sich auf ungefähr sieben Millionen. Daran waren die Deutschen bis zum Vorjahr mit reichlich 33 v. H. beteiligt. Seither hat die Bildung des Sudetengaues den alten Einheitsbegriff „Böhmen" aufgelöst.
Von Mähren ist Böhmen durch einen flachen Höhenzug geschieden. Die Struktur Mährens ist durchaus von der Böhmens verschieden, auch wenn beide Länder durch eine fast ununterbrochene gemeinsame Geschichte vereint gewesen sind. Das Land hat seinen Namen von seinem wichtigsten Fluß: der March, die unterhalb Wiens und vor Preßburg in die Donau mündet. Im Gegensatz zu Böhmen, das fast ganz zum Stromgebiet der Elbe gehört, fällt also Mähren vorwiegend in bas Stromgebiet der Donau. Nur im Norden fließen seine Wasser z u r O d e r ab, die in Mähren elbst entspringt. Mähren war immer ein Durchgangsland von der Donau zur Oder. Die Was- erscheide, die beide Flüsse trennt, ist nur etwa 310 Meter hoch. Und so zogen seit unvordenklichen Zeiten Händler diesen Weg lang, um den begehrten Bernstein nach dem Süden und zum Austausch Salz und Waffen nach dem Norden zu bringen. Mähren ist im wesentlichen kleiner als Böhmen und mit seinen 22 231 Quadratkilometer etwas größer als die preußische Provinz Westfalen ober doppelt so groß wie das Land Thüringen.
Industrie, Landwirtschaft und kulturelles Leben sind sowohl in Böhmen wie in Mähren ausgesprochen intensiv, ohne ganz an den deutschen Durchschnittsstand heranzukommen. Wegen des starken industriellen Einschlages können beide Länder nicht als ausgesprochene landwirtschaftliche Ueber- schußgebiete bewertet werden. In guten Jahren ist ein Ueberschuß vorhanden, der sich aber bei schlechten Ernten in einen kleinen Einfuhrbedarf verwandelt. Innerhalb der Industrie wieder ist die Verteilung zwischen Schwerindustrie (etwa in Mährisch-Ostrau oder Pilsen) und Fertigwarenindustrie gesund.
Das Stadtbild von Prag, Brünn, Olmütz hat noch einen durchaus beherrschenden d e u t sch e n Zug in den berühmten Bauten. Hochhäuser amerikanischen Gepräges, die in den letzten zwei Jahrzehnten vielfach gebaut wurden, wirken als wesensfremder Kontrast. Sie sind nicht sowohl ein Symbol der Landschaft, in die sie hineingefetzt wurden, als vielmehr ein Symbol der Ueberfrembung, der sich viele Tschechen willig Hingaben ..., wenn nur diese Ueberfrembung aus Moskau, Neuyork, Lonbon ober Paris kam.
In der großen Blütezeit der böhmischen Lande unterKaiserKarllV. wurde Prag zur Hauptstadt und Böhmen zum Mittelpunkt des Reiches. In
Die Burg, Vas TI
manischer Siedlungsraum aus vorgeschichtlicher Zeit sind, während die Tschechen als landfremdes Volk und als Dienftleute der asiatischen Avaren erst um die Mitte des 6. nachchristlichen Jahrhunderts bis nach Mitteleuropa verschleppt | wurden. Hier im böhmischen Kessel blieben sie bann । mehr zufällig als schicksalsbestimmt sitzen, nachdem । die Avaren von den fränkischen Kaisern wieder in i die asiatische Steppe hinausgejagt waren. Sie blie- i den auch nur deshalb, weil der Großteil der ger- i manischen Dolksstämme vorher das Land verlassen ( hatte und well die zurückbleibenden Germanen in ] ihrer Großmut den fremden Eindringlingen den \ Aufenthalt an Moldau und Elbe erlaubten. Mehr : noch: es war ein Franke amens Samo, der : den Tschechen bei ihrem Kampf mit den abziehenden Avaren helfend und ratend zur Seite stand und der deshalb von ihnen zum König gemäht ; wurde. Der erste tschechische Staat und der erste Staat im böhmisch - mährischen Raum war also eine deutsche Gründung! Eine deutsche Gründung auf germanischem Dolksboden! Noch dem > Tode Samos verfiel dieses erste böhmisch-mährische Reich wieder, weil eben bas geschichtslose Tschechenvolk schon bamals keine staatsbilbenben Kräfte zu entwickeln vermochte. Erneut gewannen bie Avaren dis Oberhand, bis sie wiederum von einem Franken, nämlich von Kaiser Karl dem Großen, aus der asiattfchen Botmäßigkeit befreit wurden. Bezeichnend ist, daß eine einzige Strafexpedition Karls genügte, um den tschechischen Wortschatz um ein sehr gewichtiges Wort zu bereichern: der König heißt seit dieser Zeit bei den Tschechen „Kral", ein Wort, bas im tschechischen Munbe aus Karl entstanden ist. Sie hatten den deutschen Kaiser Karl kennen gelernt, der ihnen so imponierte, daß sie fortan auch für ihr eigenes Oberhaupt keine bessere Bezeichnung wußten.
Damals wurde Böhmen ein karolingisches Lehen, und erst im Schutze des Deutschen Reiches, dem das Land mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahre 1806 angehörte, entwickelte sich allmählich aus den verschiedenen slawischen Stämmen das sogenannte t f ch e ch i s ch e V o l k mit einem eigenen Herzogtum. Das Herzogsgeschlecht der Premislyden, in dessen Adern übrigens seit der Wende vom 12. bis 13. Jahrhundert überwiegend deutsches Blut floß, hat, von einigen Auflehnungsoersuchen abgesehen, feine Herrschaft stets unter dem Schirm und Schutz des Reiches, als Lehensträger der Krone ausgeübt In diesen fünf Jahrhunderten deutscher Lehenshoheit bis zum Aussterben der Premysliden im Jahre 1306 blühte Böhmen, von deutschen Bauern und Handwerkern kultiviert, zu ungeahntem Wohlstand auf. Und als dann die Sudetenländer auf bas Geschlecht ber Luxemburger übergingen, erlebten sie unter Karl IV. ihr „goldenes Zeitalter". Damals entstanden jene herrlichen Bauwerke in Prag, bie bieser Weltstadt auch heute noch das Gepräge geben. Damals nahm Handel und Wandel einen unerhörten Aufschwung. Damals wurde Prag zum europäischen Zentrum der Künste und Wisfen- schaften. Damals wurde in Prag (1348) bie erste Universität Mitteleuropas unb die dritte der Welt gegründet, die bereits nach wenigen Jahren 7000 Hörer, darunter mindestens 5000 deutsche Studenten zählte. Damals wurde in der Hofkanzlei Karls IV. jene Sprachform ausgebildet, die bann später auch in ber sächsischen Hofkanzlei gebraucht und von Luther für seine Bibelübersetzung verwendet wurde.
Es ließen sich noch unendlich viele geschichtliche Tatsachen anführen, die samt und sonders beweisen, daß Böhmen und Mähren immer dann eine kulturelle Blüte erlebten, wenn sich die deutsche Führung darum sorgte, daß das Land aber sofort einem grauenvollen Verfall entgegenging, sobald tschechischer Haß hier die Oberhand gewann. Niemals aber gelang es den Tschechen, aus eigener Kraft eine dauerhafte politische Selbständigkeit zu erreichen. So bildeten auch die Hussitenwirren, die das Land verwüsteten, nur eine kurze Unterbrechung jener segensreichen Entwicklung, die mit den Luxemburgern begonnen hatte, und die dann von den Habsburgern weiter fortgeführt wurde. Immer blieb der böhmisch-mährisch- Raum seinem Wesen nach und tatsächlich ein innerer Bestandteil des Deutschen Reiches. Sein künftiger Weg ist also durch die Geschichte oorgezeichnet. Die Erfahrung lehrt, daß cs diesem Lande um so besser geht, je enger cs an bas Reich angeschlossen ist, baß es aber um so furchtbarere Rückschläge erleidet, je feindseliger es gegen das Deutschtum eingestellt ist. Hieraus die Konsequenzen zu ziehen, muß der heutigen Reichsführung eine heilige Verpflichtung fein.
Die erste Möglichkeit, im Rahmen der europäischen Kulturwelt sich nutzbringend zu betätigen, erhielten die Tschechen in überreicher Ausstattung durch Der« failles. Sie erbrachten in neunzehn Jahren den Nachweis, daß sie zur Führung eines freilich ebenso bunt wie gewaltsam zusammengesetzten Staatswesens keinesfalls in der Lage waren. Diese erste Frist endete mit dem Münchener Abkommen. Dort erhielten die Tschechen zum zweiten Mal eine Chance unter Umständen, bie einer überaus ernsten internationalen Verwarnung gleichkamen. Diese zweite Chance wurde in knappen fünfeinhalb Monaten au eine Weise verwirtschaftet, bie ben Erscheinungsformen tschechischen Staatslebens der ersten Periode auf eine kaum begreifliche Weife glich. Naturgemäß richten sich die Hoffnungen der Kulturwelt nun auch darauf, daß bie Tschechen ein ausreichendes Maß von Einsicht zur Nutzung der ihnen jetzt gegebenen dritten Chance aufbringen. Deutschland hat gewissermaßen nicht nur ein neues Kapitel, sondern
Rom, 15. März. (Europapreß.) Die römischen
.. , .... , . i Blätter enthalten am Mittwoch eine Fülle von
der Nähe Prags, dort nämlich, wo dicht beim Zu- interessanten Kommentaren über den Ablauf der ammenfluß der Beraun unb ber Molbau der Ereignisse in Mitteleuropa. „Der Spuk von Der- K a r I ft e i n liegt, würben in jener Zeit auch Die {k pflogen. Das zwanzig Jahre währenbe Reichskleinobien aufbewahrt. Kaiser Karl iv. tschechische Drama hat feinen Schlußakt erreicht. Die betrieb in großzügiger Weise ben Ausbau Prags, ZMeure bes letzten Aktes — auf welcher Seite sie beffen Stabtplan erheblich erweitert wurde. Dem I auc^ jn tiefem Drama standen — haben die Inter- entsprach auch die von hohem Kunstsinn getragene I yention von Berlin angerufen, und der logische Lauf Bautätigkeit. So war es beispielsweise ein Schwabe, ber Geschichte vollzieht sich." — „Die ethnischen nämlich Peter Parier aus Schwäbisch- Dolkssplitter in jenem Raum", so schreibt „Laooro Gmünd, dem die tendenziöse tschechische Geschlchts-1 gafctfta", waren zu gemischt, um nationalen Staa- schreibung in den letzten Jahren mit einem tf«^^ Len ^aum geben, und sie standen sich selbst auch fierten Namen aus — Mährisch-Gemund herstam- feindselig gesinnt gegenüber, um föderative Stimmen ließ, errichtete ben herrlichen hochgotischen ten verwirklichen zu können. So finden sie heute Chorbau des Domes zu St. Veit auf bem roieber y,re Grundlage auf den großen Konstruk-- Hradfchin. Von ihm stammen auch tue für damalige tlonen ber Vergangenheit."
Br*ü rf e^bi e ^0^^% ern^1^^^abMiIbenHü e Moldau zur Das Blatt erinnert bann an ben Offenen $r je f, sogenannten Kleinseite führt. In berselben Epoche den im September vorigen Jahres ber Duce an wurde auch das von einem Deutschen gegründete Lord Run ciman Achtet ha^ und in feem Prager Bistum zum Erzbistum erhoben. Die Prager es heißt: „Wie kerne tfd)ed)0 • llEklsche Natton deutsche Universität, die im Jahre 1348 gegründet existiert, so existiert auch kern tschecho.flowaksicher wurde, entwickelte sich schnell zur führenden Hoch- Staat. Schlagen Sie Plebi^it vor oder noch hpc nnnxcn Reiches richtiger, Plebiszite. — „Diese Worte , so sagt oa§
Vor allem aber darf eine Tatsache nicht vergessen Blatt, „sahen nicht nur den Verlauf der Ereignisse werden bie für bie Bedeutung der damaligen un Herbst porigen Jahres voraus, sondern auch Reichshauptstadt Prag und vor allem für ihren b i e heutigen Ereignisse: fw haben jur deutschen Charakter bezeichnend ist. Dort entwickelte Skalen Losung, d. h. HUM^ Verschwinden der nämlich ein Beamter der kaiserlichen Hofkanzlei, tschecho-slowakischen Republik geführt.
Johannes v o n N e u m a r k t, jene allgemeingültige - , . K
deutsche Schriftsprache, auf deren Basis spater ein JÖOCPd WltvtV IN Prag* Martin Luther das Neuhochdeutsche in natürlicher , . ..rx .
unb boch gebänbigter Form aqsbUben sollte. Noch Berlin, 15. Marz. (DNB.) Staatsprasibenk heute ist der Arbeitsraum dieser alten Reichskanzlei Dr. Hacha und Außenminister Chvalkovsky dort auf der Prager Burg dicht neben dem großen haben Mittwoch um 11.16 Uhr Berlin verlas« Turniersaal in ihrer unveränderten alten Ausstat-'^'" ~ * zr,'r Ä
tung zu sehen. Kein Besucher dieses ehrwürdigen Raumes wird den hinreißend schönen Blick über bie Stadt der hundert Kirchen und der Moldaubrücken unb ihr unverkennbar deutsches Gepräge je Der«
ausbreeben können Deutschland weiß, daß die un-1 Slowaken; 550 000 Karpacho-Ukrainer; /00000 heilvolle Entwicklung her „Tlchecho-Slowakei" in den Ungarn, 900» Polen und einige oeraanaenen äwarnia Jahren in erster Linie auf die Minderheiten, dagegen rund 3,o Millionen Sudeten planmäßige Irreführung und Verhetzung der Tfche- deutsche. Nach der endgültigen Grenzziehung von hiirch acmiife Gruvven volitisch allzu ehrgelZl- Wien hatte die zweite „T s ch e ch o - Vl o w a- ger Männer der Versailler Schule zurückzuführen ist. k e i“ 98 300 qkm ""/und 9 92 Millionen Einwoh- flaher macht Deutschland einen Strich unter nern, zu denen noch etwa dOO000 bis 400OOV-Hutf« die se *Derga nqe nheit, vergißt alle Wunden Wanderer in Gestalt künstlich angesiedelter Tschechen unb cribt sich der Hoffnung hin, daß die Tschechen aus den abgetretenen Gebieten gekommenJem durf- in bem neuen Rahmen sich sehr schnell von ben ten. An Deutschland kamen damals 28 193 qkm mit ebenso tiefgreifenden wie zahlreichen Unterschieden 3 593 000 Einwohnern, an Ungarn 12 400 qkm mit Zn StÄer Experimentterpolitik und 1064000 Einwohnern, an Polen 1500 qkm mit autoritärer Aufbaupolitik überzeugen werden. 1230 000 Einwohnern.
Der logische Laus der Geschichte.
Das Echo in Rom.
gessen.
Leblose Geschichte.
Entstehungsdaten eines künstlichcnLtaates
19. 9.1914: die ersten Meutereien tschechischer Re- . gimenter.
1915: Beginn der Auslandstätigkeit Masa- ryks und Beneschs.
Frühjahr 1916: Bildung einer tschechischen Brigade (Legion) in Rußland.
10. 1.1917: Die Entente nennt die „Befreiung" der Tschechen und Slowaken als eines ihrer Kriegsziele.
20.12.1917: Französisches Dekret über die Aufstellung einer „Tschechoslowakischen" Armee.
14.10.1918: In Paris erklären sich Masaryk, Be- nesch und Stefanik als „Regierung der Tschechoslowaken".
28.10.1918: Ausrufung des „Tschechoslowakischen Staates" in Prag.


