Ausgabe 
16.2.1939
 
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Rieger

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W =öfung bes Arb°it--°rh°ltM».

fiausanaefteilte von denen der Haushallungs- Pikieren der Pflanzen sehr anstellig stellten verschie- SJffPfewa ss-MsaM MUÄ5

3.

iel.

2.

kranken und

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da» neue

I1BWK der Gärtner in Gießen.

In diesem Jahre war die Beteiligung der Gärt­ner am RBWK. sehr rege. Zum ersten Male nah­men auch 4 ältere Gehilfen daran teil. Insgesamt traten am gestrigen Mittwoch 31 Wettkampfteilneh- mcr aus dem Kreis Gießen an, die von dem Wett­kampfleiter, Kreisfachwart für Gartenbau Fritz Weber, zunächst in den theoretischen Fächern ge­prüft wurden, die neben Rechnen und Buchfüh-

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Umständen nach annehmen muß, daß sie noch anderweitig zur Arbeit verpflichtet find, eurzu- stellen; bei Hausangestellten, die sich ohne ord­nungsmäßige Papiere vorstellen, kann ange­nommen werden, daß sie noch anderweitig zur

Ballettabend

der Stadttheater-Tanzgruppe.

Aus dem Büro des Stadttheaters wird uns ge« chrieben: Wer kennt nicht die bezaubernden Märchen von Andersen; wohl jeder hat sie als Kind einmal gelesen. Aber erst, wenn man schon über das Mar- chenalter hinaus ist, empfindet man fo recht ihre tiefe Weisheit und den feinen Humor. Eines der chönften dieser Märchen hat Serge Lifar, der Ballettmeister der Pariser Oper, zu einer Ballett­pantomime umgestaltet, und Jean F r a n c a i x, der bekannte französische Komponist, hat eine geistreiche Musik dazu geschrieben. Es ist das Märchen von dem Kaiser, der so eitel war, daß er für jede Stunde des Tages ein anderes Kleid hatte. Dieses kleine Ballett bringt die Tanzgruppe neben einer romantischen Tanzfantasie" und bunten Tänzen an ihrem ersten Tanzabend.

Kneipp in kranken und gesunden Tagen

lösen;

Hausangestellte zu verleiten, die Arbeit vor

übrigen es bei der Gesamtstrafe zu belassen und die Berufung insoweit zu verwerfen.

Urteil: Das angefochtene Urteil wird im Straf­maß abgeändert und der Angeklagte zu einer Ges amtgef ängnisstr af e von sieben Monaten verurteilt. Auf die erkannte Strafe werden drei Monate und 18 Tage der Unter- fuchungshaft angerechnet. Die Kosten der Beru­fungsinstanz fallen der Staatskasse zur Last.

*

K. F. in Haingvündau wurde durch Urteil des Amtsgerichts Büdingen vom 12. Nov. 1938 wegen gefährlicher Körperverletzung (Vergehen gegen §§ 223, 223a StGB.) in zwei Fällen zu einer Ge- famtgefängnis strafe von vier Mo­naten und zwei Wochen verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. die sich haupt­sächlich gegen die Strafhöhe richtete.

Der Vertreter der Anklage beantragte, unter Ab­änderung des erstinstanzlichen Urteils auf eine (9e- samtgefängnisstrafe von drei Monaten und zwei Wochen zu erkennen.

Der Vertreter des Nebenklägers erklärte, daß man an der Strafhöhe fein Jnteresie habe, was der Nebenkläger wolle, fei nur die Feststellung der Schuld des Angeklagten, und zwar als der Haupt­schuldige, der die schlimmsten Verletzungen des Nebenklägers verursacht habe.

Der Verteidiger behauptete, der § 223a StGB, (gefährliche Körperverletzung) könne bet dem Angeklagten nicht in Frage kommen, da nicht ein» wandfrei festgestellt sei, wer dem Nebenkläger Die gefährlichen Verletzungen beigebracht habe. Er bean­tragte anstelle einer an sich verwirkten Gefängnis- strafe auf eine Geldstrafe zu erkennen.

Urteil: Unter Abänderung des erstinstanzlichen Urteils wird der Angeklagte zu einer ® e f am t = gefängnisstraf e von sechs Wochen ver­urteilt.

Arbeit verpflichtet find;

4. das Nichtantreten ordnungsmäßiger übernom­mener Arbeit.

Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung wer­den nach § 2 der Verordnung über die Lohngestal­tung auf meinen Antrag mit Gefängnis und Geld­strafe, letztere in unbegrenzter Höhe, oder einer die­ser Strafen geahndet.

Da ich der Ueberzeugung bin, daß nur durch scharfes Eingreifen der geschilderten Unsitte ge- steuert werden kann, werde ich von meinem An­tragsrecht in allen Fällen unnachsichtlich Gebrauch machen.

Lpd. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit:

In letzter Zeit mehren sich die Fälle,, in denen Hausgehilfinnen ohne Einhaltung der Kundtgungs- frist unberechtigt ihre Arbeitsstelle verlassen. In mehreren Fällen waren es sogar Dntte, die die Hausangestellten zum Bruch des Arbettsoerhalt- nisses verleiteten.

Ich weise darauf hin, daß meine auf Grund der Verordnung über die Lohngestaltung vom 25.Junl 1938 erlassene Dritte Anordnung zur Sicherstellung einer stetigen Lohnentwicklung vom 10. 11. 193ö (veröffentlicht in den Amtlichen Mitteilungen des Reichstreuhänders der Arbeit für das Wirtschafts­gebiet Hessen Br. 21 vom gleichen Tage), msbejon- dere die Bestimmungen zur Verhinderung von Der- tragsbrüchen, auch für Hausangestellte gut.

Es ist hiernach verboten:

1. Ein Arbeitsverhältnis unberechtigt vorzeitig zu

rungsaufgaben auch in den verschiedensten Arten- und Sorlenbezeichnunaen bestanden. Neben Kennt- ni sen über die Bedarfslenkung wurden auch solche weltanschaulicher Art gefordert. Ein gemeinsames

Laub oder anderem Dünger für die verschiedenen Pflanzen gebraucht werden, und nahmen auch Ver­pflanzungen vor, für die sie die jeweils benötigte Erdmischung anzugeben hatten. Auch über die An­lage des Komposthaufens und den Vorgang im Pflanzboden wußten sie Auskunft zu geben, so daß der Wettkampf zur allgemeinen Zufriedenheit aus-

Aus den Gießener Gerichtssälen

Große Strafkammer Gießen.

Der I. Z. in Windhausen, geboren in Obleszyn in Polen, wurde beschuldigt, im November 1938 mit einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben, wobei feine Fähigkeit, das Unerlaubte der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln, zur Zeit der Tat wegen gel- ftiaer Schwäche erheblich vermindert war. (Ver­brechen nach § 176 Abs. 1 Z. 3 StGB.). Der An­geklagte war in vollem Umfang geständig.

Der Vertreter der Anklage beantragte eine Ge­fängnisstrafe von 4 Monaten. Der Verteidiger be­antragte Freisprechung, im Falle einer Verurtei­lung die Strafe durch die Uniersuchunghast als verbüßt zu erachten.

Urteil: Der Angeklagte ist schuldig eines Sitt­lichkeitsverbrechens nach § 176 Abs. 1 Z 3 StGB, und wird deshalb zu drei Monaten Ge­fängnis, abzüglich 56 Tage Untersuchungshaft, und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der Gg. Fr. Sch. in Nidda wurde durch Urteil des Amtsgerichts Nidda vom 8. Dez. 1938 wegen Unterschlagung und Betrug (Vergehen gegen §§ 246, 263 StGB.) zu einer Gesarntgefängnls- strafe von sechs Wochen verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Zu der gestrigen Verhandlung war er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Berufung unter Belastung des Angeklag­ten mit den Kosten verworfen.

*

Fr. I. in Gießen wurde durch Urteil des Amts­gerichts Gießen vom 19. Dezember 1938 wegen Betrugs im Rückfall und schweren Diebstahls (Ver­brechen nach §§ 263, 264, 243 StGB.) zu einer Gesamtgefängnis strafe von zehn Monaten unter Anrechnung von zwei Monaten und zehn Tagen Untersuchungshaft verurteilt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, und zwar nur wegen der Strafhöhe.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft stellte fest, daß der Angeklagte während der Untersuchungs­haft eine Strafe verbüßt habe und ihm demzufolge die Untersuchungshaft nicht in dieser Höhe anzu­rechnen sei; er beantragte, die tatsächlich erlittene Untersuchungshaft dem Angeklagten anzurechnen, im

Guter Erfolg der Schrottaktion in den Betrieben.

NSG. Di- Entschrottungsaktion in ben Seine- den, mit deren Durchführung die Deutsche Arbeits­front beauftragt war, hatte im 0 a u H e||en = Nassau einen sehr schönen Erfolg. Es wurden insgesamt 7 17 1 658,5 kg Schrott gesam­melt, der neuer Verwendung zugesuhrt werden konnte. Dieses Ergebnis ist als sehr gut zu de- zeichnen. Die -inzein-n Kreise hatten sollend- Er- gebnisse zu verzeichnen: Groß-Frankfurt 731503 Kg, Alsfeld-Lauterbach 59070 kg, Alzey-Op- pcnheim 43 477 kg, Bergstraße .74 kg denkops-Dillenburq 195 486 kg, Binnen 197 846 kg B ü bin g ° n - Sch ° tt - n 69 209 kg Sarmftabt 311197 kg, Gelnhausen 255 022,5 kg, Krotz-Gerau 412 265 kg, Hanau 576 196 kg, Limburg-Unierlahn 404 174 kg, Maintaunus-Obertaunus 288 029 Kg, Mainz 1 256 226 kg, Oberlahn-Usingen 127 096 kg, Oberwesterwald 84 860 kg, Odenwald 159 877 kg, Offenbach 486 881 kg, Rheingau-St. Goarshausen 318 836 kg, Schlüchtern 60 768 kg, Untertaunus 10 615 kg, Unterwesterwald 107 005 kg, Wet­terau 96656 kg, Wetzlar 447570 kg, Wies­baden 195 324 kg und Worms 197 349 kg.

Iuugmädelführerin - Iunglehrerin.

Da zur Zett des Reichsberufswettkampfes der Beruf in den Vordergrund tritt, lassen wir hier eine angehende Lehrerin sprechen:

Ihr fragt mich, warum ich Lehrerin werden will? Ja, das ist einfach zu sagen: Ich war in meiner Schulzeit Jungmädelführerin mit ganzer Freude und Begeisterung. Gewiß habe ich auch für Die Schule gearbeitet und bin sogar recht gerne zur Schule gegangen. Aber neben der Schule, in der ich ja nur meine Pflicht zu tun brauchte, hat mich erst meine Jungmädelarbeit ganz ausgefullt; denn hier war eine Tätigkeit, in der ich etwas leisten konnte, in der ich gestalten konnte nach eigenen Ideen. Hier sah ich, wie man die Augen Der Kleinen zum Leuchten, wie man sie in Zucht und Schwung bringen kann, wenn man sie nur recht anpackt und ihnen ein gutes Vorbild ist. Dies sollte nun alles nach dem Abitur vorbei sein? Was ich bisher als meine Aufgabe betrachtet hatte, sollte ich lassen, um mich in einem Beruf emzusetzen? Ich versuchte zuerst, einen Kompromiß zu schließen; doch dann habe ich den Beruf gewählt, in dem ich ohne jeden Kompromiß mit meiner anderen Ar­beit mich ganz der Aufgabe widmen kann, junge Menschen zu erziehen: ich werde Lehrerin.

Aber nicht nur Diejenigen, die im BDM. schon Führerin waren, sind geeignet, Lehrerin zu wer­den, sondern alle, die die Jugend lieben, Die Ideale kennen und die sich fähig fühlen, die Jugend $u die- fcn Idealen hinzuführen. Darum dürfen wir Den Beruf Der Lehrerin nicht nur von Der fröhlichen und individuellen Seite aus sehen, sondern wir müssen die ernste Verpflichtung fühlen, die dem Erzieher­beruf erwächst. Es ist heute, da wir die Macht Der Erziehung klar sehen, Aufgabe, Die Erziehung Der Jugend auch in Der Schule in vollem Umfange wayr- zunehmen. Dies wird bei Dem augenblicklichen Man­gel an Lehrernachwuchs sehr schwierig. Wir brau­chen noch sehr viele Junalehrerinnen. Wir wollen nicht jede werben. Nicht solche, die Den Beruf er­greifen, weil Das Studium nur vier Semester be­trägt und Die Anstellung sofort nach beenDeter Prü­fung erfolgt, nicht solche, Die den Berus als Spie- lerei auffassen und sich in der Ausbildungszeit mög­lichst anderweitig beschäftigen wollen. Aber wir brauchen alle, die mit ganzer Ueberzeugung im nationalsozialistischen Ideengut stehen, Die fühlen, daß sie die Erziehungsarbeit leisten und die sich selbst schon so sehr erzogen haben, daß sie andere erziehen können. Wer diese Kraft in sich tragt der werde Lehrerin. Wir brauchen noch viele einsatz- freudige junge Menschen.

Eine zukünftige Lehrerin.

Auf Einladung des Ortsvereins Gießen der Deut, chen Kneippbeweguna sprach am gestrigen Mitt­wochabend im Katholischen Vereinshaus Frl. Floß aus München überDie Kneippanwendung in gesunden Tagen". Die Rednerin ver­wies auf Die Vielseitigkeit der Anwendung der Ge, undheitslehre des Pfarrers Kneipp, für deren Er­folg heute kein Beweis mehr erforderlich sei. Heute fänden sich in allen Städten und Dörfern Anhänger der Kneippbewegung, die Die Kneippkuren anwen-- Den und Der KaltwasserheilmethoDe huldigen.

Durch Zuhilfenahme Der natürlichen Gesundheits- faktoren sei es nach der Lehre von Pfarrer Kneipp sehr leicht und einfach, sich gesund und damit seine Spannkraft und Lebensfreude zu erhallen. Als Den wichtigsten Schritt auf diesem Wege nannte Die Rednerin Die Wasseranwendung. Sie erläuterte Die reichliche Wasseranwendung, wie sie äußerlich durch Waschungen des Körpers gebräuchlich ist, in ihren Vorteilen für Die Haut als Atmungs-, Ausschei- dungs- und Schutzorgan, und betonte dabei, daß die reichliche Wasseranwendung erst dann verständ­lich werde, wenn der Mensch begriffen habe, welch wichtige Ausgaben die Haut zu leisten habe und wie stark sie auf Die Gesundheit einwirke.

Davon ausgehend, empfahl die Vortragende Die Abhärtung von früher Jugend an, aber auch noch im Alter. Die kalten Waschungen bewirkten eine bessere Durchblutung Der Haut, wirkten auf eine bessere Blutzirkulation ein, lösten auf und beseitig­ten die Reste des Stoffwechsels. Frl. Floß führte den Ausspruch Pfarrer Kneipps an, daß Die An­wendung des Wassers regelmäßigen Blutumlauf bewirken könne. In diesem Sinne sprach Die Dor-

Beschäftigte in häuslichem Dienst

Auch für sie gilt die Anordnung zur Verhinderung von Arb-it-vertragSbruch-n.

(Nachdruck verboten!)

23. Fortsetzung.

Thomas Kay ernstes Gesicht wurde plötzlich saft heiter. Er wollte sagen, daß Das Doch alles nicht so wichtig sei, Daß es sicher Zeit bis morgen hätte, aber er schwieg wieder und schlug Evelyn zum Abschied herzlich auf die Schulter

Also gut, ich fahre heim und beruhige die Tante, sie wird sowieso schon maßlos aufgeregt sein. Falls Du mich noch brauchst. Evelyn, kannst du ja zu Haus anrufen, ich hole dich dann ab ..."

Die Straßen der Stadt lagen leer und aus- gestorben, ein paar matte Lichter brachen sich schwach auf den feucht glänzenden Sttaßen, der Himmel war unendlich weit weg. ein dünner Wind hatte sich aufgetan und fegte in kleinen zuckenden Stößen über die Erde.

Es regnet nicht mehr", sagte Scl-aub gedankenlos und schaute in die nächtliche Dunkelheit. .Kommen Sie, steigen Sie ein, Fräulein Kay. . Auf morgen denn, Torsten..."

Ich habe eine Bitte, Herr Kriminalrat! Sie fahren zu Dr. Bortefeld... Darf ich Darf ich Sie begleiten?"

Schaub sah erstaunt auf.

,Ln die Klinik? Aber welche Idee, Fräulein Kayl"

Evelyn preßte Die schmalen Hände zusammen.

Ich bitte Sie, Herr Kriminalrat. Ich will ja nichts als wissen, wie es ihm geht. Ich hab doch keine Ruhe sonst tun Sie mir Den Gefallen ich werde Sie bestimmt nicht stören!"

Schaub wollte abwinken, abwehrcn, aber Der brennende unruhige Blick Evelyns traf ihn zu jäh und unvermittelt. Fast gegen seinen Willen nickte er langsam

Evelyns verschüttetes Gesicht wurde mit einem Male Heller. Eifrig lief sie vor Schaub den langen Gang herunter zu Thomas Kay, der in einer Ecke saß und in einer alten Funkzeitschrift blätterte.

Thomas, bitte, fahre ohne mich! Beruhige die Tante! Ich komme bald nach. Ich muß wissen, wie es Bortefeld geht..."

Thomas Kay öffnete den Mund au einer er­staunten Entgegnung, aber er schwieg, Das entschloß jene Gesicht verwirrte ihn. Evelyn sprach noch ein paar Worte mit abgewandtem Gesicht

Verstehst du mich, Thom? Ich habe ihn doch Durch meine Anschuldigungen furchtbar gekränkt, ich weiß doch jetzt, daß er schuldlos ist. Vielleicht kann ich ihm Das sagen lassen--und überhaupt..

Ein warmes Rot überflutete ihr blasses Gesicht.

Ich weiß. Aber wenn ich nur erfahre, wie es ihm geht, daß er lebt, daß er--" Evelyn brach

ab. Die rote Fassade der Klinik kam ins Bild. Sie stieg aus und ging mit Schaub einen langen ge­pflasterten Weg bis zum Portal, der Park der Klinik war dunkel und regennaß, von den Bäumen lösten sich ein paar schwere Tropfen und fielen feucht und zärtlich auf Evelyns blasses Gesicht, sie merkte es nicht.

In der Halle der Klinik war cs kühl und still. Nur eine schwache Lampe in der Loge Des Pfört­ners warf einen zitternden Lichtschein auf die grau­weißen Fliesen. Eine weiße Haube huschte vorüber. Das sanfte müde Gesicht Schwester Elisabeths neigte sich zu Schaub und Evelyn.

Herr Professor Hepstedt hat mir nur unter den größten Schwierigkeiten erlaubt, daß dieser Besuch noch ftattfinbet, Herr Schaub", sagte sie leise.Ader wir wollen ja alles tun, um Den Kranken nicht weiter zu erregen. Bitte, sprechen Sie kurz mit ihm, beruhigen Sie ihn, wir hoffen, daß er sich bann wirklich zusrieben gibt unb einschläft. Darf ich bitten?"

Sie ging ben beiben voran, sah sich bann noch um.

Will bie Dame mit?" fragte sie bann noch.

Fräulein Kay kam, um sich nach bem Befinben Des Patienten zu erkundigen!" antwortete Schaub l sachlich.Vielleicht kann sie irgendwo märten?"

Das Auto glitt auf dem feuchten Asphalt, ein paar Lichtreklamen brachen in den Wagen, erhellten ihn grell, erloschen. Dann war es wieder dunkel und sttll.

Evelyns weiche ruhige «Stimme klang plötzlich durch das Dunkel: ,Zch habe Herrn Dr. Bortefeld heute heftig beschuldigt!" (W...

Schaub hob ben Kopf und sah das Mädchen an. Ja?" meinte er interessiert. .

Sie kennen doch den Brief. Alles, was Darm teht, ist nicht wahr..."

Schaub setzte sich höher auf. Er sah Das MäDchen an.

Ich verstehe nicht!" murmelte er.

Evelyns Gesicht war hart geworden, ein herein- brechendes Licht beleuchtete es eine Weile, dann war es wieder vom Dunkel wie verschluckt

Als meine Mutter mir Das alles schrieb, war sie krank. Ich erfuhr das alles erst heute abend. Sie hatte sich in die Idee verrannt, daß einzig Bortefeld ihr noch helfen und ihr wieder den alten Ruhm schaffen könne. Sie war fertig mit ihrer Stimme Mutters alte Dienerin war bei mir, sie ist Die ganze Zeit bei meiner Mutter gewesen und konnte mir glaubhaft bezeugen, daß der Brief nichts anderes ist, als ein Dokument von Haß und Rache --geschrieben von einer Kranken Ich bin auch nicht Bortefelds Tochter... ich muß mich bei ihm entschuldigen wegen meines Angriffs .."

Dazu werden Sie heute keine Gelegenheit haben."

Schuß im Zuukhaus.

Ein Roman von Maria Oberlin.

Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München.

Bei Evelyns Namensnennung kam etwas wie chüchterne Neugier in die müden Augen der Schwester. Aber sie beherrschte die Regung diszi­pliniert und sagte nur:Die Dame kann ja viel- leicht oben warten...!"

Mit zitternden Knien schritt Evelyn neben Schaub die Treppen hoch, breite fläche Stufen, die kein Ende nehmen wollten Dann war da ein weißer, chwach erhellter Gang, eine Tür, über der sich ein Aeskulapstab wand, eine Tür, Die alles verbarg, und tiefe, tiefe Stille...

Die Schwester wies auf eine nahe Sesselgruppe. Evelyn setzte sich. Mechanisch sah sie um sich, da waren Die dunklen Kordstühle, ein paar freundliche Bilder, ein hoher Gummibaum mit saftiggrünen Blättern, der steif aufgerichtet neben ihr stand. Mechanisch glitt ihre Hand immer wieder über die weiße Spitzendecke, die auf dem Tisch lag, über eine Reihe von Blumenvasen, die auf der Erde auf­gereiht nebeneinander standen. Blumen aus Patten­tenzimmern. Sie nahm nichts von ihrer Umwelt in sich auf sie wartete nur, wartete ...

Die kleine gelbe Nachttischlampe warf einen mat­ten Schein über das weiße Leinen des Bettuches. Eine matte große Hand streckte sich Schaub ent­gegen.

Der sah mit ernstem Ausdruck in Das bleiche

selbstverschuldeten Unfall nicht glauben kann. Sie waren Offizier und wußten mit einer Waffe um­zugehen. Als wir Sie fanden, haben wir Die Um­stände des Unfalls genau untersucht, Sie wissen wie ich, Daß es kein selbstoerschulDeter Unfall war, der Schuß kam aus einer Entfernung von fast zwei Meter, Ihre Haltung ..." Borte seid hatte mit gefurchtem Gesicht zugehvrt, er biß sich auf Die Lippen und machte eine abwehrende Handbewe­gung.

Aber ich stelle keinen Strafantrag", sagte d schnell und bittend. , .

Schaub schwieg eine Weile. Es war sttll mt Zimmer. Die Schwester saß teilnahmslos in Del Ecke und las ununterbrochen in ihrem schwarz­gebundenen Buch.

Es gibt doch die Möglichkeit, die Sache als einen Unfall darzustellen, nicht wahr?" fragte Bortefeld eindringlich.

Schaub sah nachdenklich zu Boden. Also doch eine Frauenzimmergeschichte, dachte er. Wahrscheinlich doch Fräulein Coordt Kaoalierspslicht Galan­terie ist Das die ganze Losung? Eifersucht, Ver­zweiflung aus Nichtbeachtetsein wer kennt sich in Der Psyche eines jungen verwohnten Mäd­chens wirklich aus?

Der drängenDe Blick des Patienten wich nicht von feinem Gesicht. Schaub raffte sich zusammen. .

Das wichtigste ist. daß Sie erst mal wieou gesund werden, Herr Dr. Bortefeld. . dann können mir ja weitersehen. Sie Dürfen mir glauben, Dav ich, als ich Die Untersuchung aufnahm, nur von Dem Wunsch beseelt war, Ihnen zu helfen.. de" Täter zu finden und dafür zu strafen, daß er gerat'! Sie, Dem die Kunstwelt so viel verdankt und von dem wir alle noch so viel erhoffen, bis an Den Rand des Grabes gebracht hat..,

Ich bin froh, daß alles gut abgelaufen« sagte Der Mann in den Kissen etwas mühM. Wäre es wäre es schlimm mit mir aus» gegangen--Dann wären heute vier Mensche"

sehr unglücklich geworden..." .

Er schwieg eine Weile. Die Schwester war behul» sam aufgestanden, reichte ihm ein Glas Wasser, <n trank es langsam aus. .

Schlafen Sie, Herr Dr. Bortefeld", mein^ Schaub warm.Sie werden bald wieder unter un­fein --ruhen Sie..."

Der Pattent in den Kissen nickte, begann ave» wieder zu sprechen.

Was hätten Sie, was hätte das Gesetz Davom. 1 wenn es einem Unglücklichen und Verzweifel en schwere Strafe für eine unüberlegte Tat auferlegt^ ' Glauben Sie, der Täter ist gestraft genug -7 "

Schaubs kriminalistisches Gehör wurde wach.

Der Täter?" _

.Ja... Oder glauben Sie im Ernst, ® t Kay oder Fräulein Coordt hätten auf mich 9 5 schossen? Welche Idee, Schaub!"

1 (Fortsetzung folgt!)

Gesicht:

Gottlob, daß alles so gut abgelaufen ist, Herr Dr. Bortefeld! Bitte, feien Sie ganz ruhig! Ich habe die Untersuchung auf Ihren Wunsch vorläufig noch nicht weitergeführt."

Der große Mann in den Kissen hob den Kopf.

Ich glaube, daß es das besteft, wenn ich Ihnen einige Erklärungen abgebe..." Die Schwester, Die in Der Ecke saß, hob mahnend den Finger, sagte behutsam:

Bitte, sprechen Sie nicht viel, Herr Dr. Borte- felD. Und nur leise ..."

Bortefeld nickte etwas ungeduldig Schaub beugte sich noch näher.

Eine Untersuchung braucht nicht stattzufinden , meinte der Mann in den Kissen zwar leise, aber nachdrücklich.

Es handelte sich um einen Unfall... ich habe Die Verletzung selbst verschuldet..."

Schaub schwieg einen Moment, wie erschlagen von dieser Erklärung.

,^Jch habe", sagte Der blasse Mann in den Kissen, den Revolver, den Fräulein Kay bei mir vergaß, betrachtet und damit hantiert, wußte nicht, daß er geladen war und zog mir dabei Die Verletzung zu ... Keiner meiner Besucher ist. an Dem Unglück schuld...!"

Schaub sah den Pattenten ruhig an.

Ich versprach Ihnen, die Untersuchung einzu­stellen. Fräulein Kay ist frei, Fräulein Coordt ist frei. Trotzdem Herr Bortefeld--wozu dieses

Verstecken? Sie wissen selbst, daß ich Ihnen den