Ausgabe 
16.2.1939
 
Einzelbild herunterladen

und 17 437 Hektar auf Pommerellen. Zugleich wird erstmalig nach der Aufhebung der Genfer Konvention im vergangenen Jahre auch Ost« o b e r s ch l e s i e n in den Bodenreformplan einoe- zogen, wo gleichfalls 7438 Hektar Großgrundbesitz zwangsmäßig enteignet und aufgeteilt werden. Aus der im Amtsblatt veröffentlichten Namens- lifte der betroffenen Großgrundbesitzer kann er­rechnet werden, daß in Pofen und Pommerellen rund zwei Drittel des beschlagnahmten Bo­dens in deutschen Händen waren, so z. B. der Familie Wilamowitz-Möllendorf. In Ost­oberschlesien handelt es sich um wesentliche Teile der Besitzungen der Grafen Mönnik-Larisch, Hohen­lohe-Ingelfingen und Henkel-Donnersmark.

Soztalversicherungsbilanz 1938

Für die staatlichen Rentenversicherungen liegen die vorläufigen Zahlen über die Entwicklung :m Jahre 1938 vor. Die Invalidenversiche­rung hatte eine Beitragseinnahme von 1301 Mil- honen, rund 150 Millionen Mk. mehr als im Dor- jahre. Die Steigerung ist auf die erhöhte Zahl der Beschäftigten, die teilweise Erhöhung der Arbeits­verdienste und die inzwischen erfolgte Aufstockung einer neuen Pflichtbeitragsklasse zurückzuführen sind. Die Rentenausgaben betrugen 1227 Millionen Mk. Die nächstwichtigen Einnahmeposten sind die Zah­lungen des Reiches in Höhe von 446 Millionen Mark und die erst Mitte 1938 begonnenen lieber» Weisungen aus der Arbeitslosenversicherung in Höhe von 174 Millionen Mark. In der ZeitschriftDeut­sche Volkswirtschaft" wird dazu bemerkt, daß augen­blicklich die Beitragseinnahmen gerade ausreichen, um die Rentenleistungen sowie die Kosten der Ge­sundheitsfürsorge und der Verwaltung zu decken, während die Zahlungen des Reiches und der Ar­beitslosenversicherung sowie die Dermögenserträg- niffe sich ziemlich genau mit dem Betrag der jähr­lichen Rücklagenbildung decken. Während die In­validenversicherung auf dem Höhepunkt der Krise nicht nur keine Überschüsse hatte, sondern sogar Vermögensstücke mit Verlust abstoßen mußte, kann sie jetzt von Jahrzu Jahr steigende Rück- Ingen ansammeln. Bis Ende 1938 hat sich ihr Reinvermögen auf 3087 Millionen Mark erhöht. Die Angestelltenversicherung hatte zum gleichen Zeitpunkt ein Reinvermögen von 3784 Mil­lionen. Das Vermögen beider Versicherungsträger betrug also Ende 1938 etwa 6,87 Milliarden. Daß darin keine unnütze Hortung liegt, wird daraus klar, daß die soziale Rentenversicherung noch auf mindestens drei Jahrzehnte mit steigenden Ausgaben zu rechnen hat.

Gesundhettssührung im Betrieb.

Leistungsfähigkeit und deren Voraussetzung, Ge­sundheit und zweckmäßiger Arbeitseinsatz, sind heute nicht mehr Privatangelegenheit des Einzel­nen/ sondern gehen die Gesamtheit an. Die Folge­rungen, die sich daraus für die betriebliche Ge­sundheitsführung ergeben, behandelt Reichsamts­leiter Dr. B a r t e l s in der ZeitschriftDie Ge­sundheitsführung des deutschen Volkes". Die in den Werkscharen gebildeten Gesundheits­trupps haben dabei besondere Aufgaben über­nommen. Sie sollen im Betrieb an ihrem Arbeits­platz, in ihrer Arbeitsgruppe ihre Arbeitskamera- dsn auf jene Unarten wie Essen mit ungesäuberten Händen, Alkohol- und Nikotingenuß wahrend der Arbeitszeit aufmerksam machen, sie zu vernünfti­ger Ernährung auch im Betrieb, zu zweckmäßiger Körperpflege, Lebenshaltung, Ausgleichsübungen ufw. erziehen. Auf der anderen Seite sollen sie der Gesundheitsführung ihre Beobachtungen über Die gesundheitliche, leistungsmäßige Entwicklung -fortlaufend mitteilen. Dr. Bartels weist darauf hin, Daß es ein Unfug ist, einen kräftigen, gesunden Menschen fortlaufend eine feine Leistungskraft micht auswertende Arbeit tun zu lassen nur darum, nveil er zufällig einmal diese freie Arbeitsstelle be­setzte, auf der anderen Seite einen schwächlichen Menschen an einer Arbeit zu belassen, die ihn weit -überbeansprucht, nur darum, weil er einmal in Diese Stelle eintrat. Mit offenen Augen sollten Betriebsführer und Aerzte die Arbeitsstellen auf Diesen falschen Menschenansatz hin über­prüfen. Es fei weiter zu beachten, daß der Mensch nach langer Arbeitslosigkeit oder Erkrankung trotz klinischer Gesundheit längst nicht immer sofort wieder im Besitz seiner Leistungsbereitschafl ist. Dr. Bartels erinnert an die Genesenen-Kornpanien des Weltkrieges. Manche Arbeitsunfähigkeit werde zu vermeiden fein, wenn dem Erkrankten so eine Art Schonarbeit gegeben werde.

Lehrerersatz für Seeresfach- schulen aus Mitäranwältern. Um den Nachwuchs an Lehrkräften für die Heeresfachschulen unter allen Umständen sicherzu- "teUen, entschloß sich der Reichskriegsminister im Jahre 1937 zu dem Versuch, aus jedem Wehr­kreise die fünf fähigsten und für den Lehrerberuf besonders geeigneten Militär- «nwärter mit Abschlußprüfung II auszuwählen, um sie an einer Hochschule für Lehrer­bildung für den Beruf eines Heeresfach« Ichullehrers (Oberfachschullehrers) ausbilden zu losten. Die Anwärter sollten im Anschluß an die Udschlußprüfung II vor einem Prüfungsausschuß leim Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung And Volksbildung in Berlin, dem auch ein Ver­treter der Hecresfachschule angehörte, die Hoch­schulreife erwerben.

Das Ergebnis dieser Prüfung war sehr erfreu­lich: Allen Prüflingen wurde die Hochschulreife Merkannt; eine ganze Reihe von ihnen hatte sich lurch gute und sehr gute Leistungen ausgezeichnet. Oie Anwärter bezogen zu Beginn des Winter- simesters 1937/38 die Hochschulen für Lehrerbildung in Cottbus, Hirschberg, Kiel und Trier. Sie studie- len dort vier Semester unter den gleichen Bedin­gungen wie die übrigen Studenten für das Lehramt cm Volksschulen. Damit sie die besonderen Verhält- risse der Heeresfachschulen kennenlernen, erhalten sie ährend der Studienzeit Gelegenheck, dem Fach- lchulunterricht beizuwohnen und unter Aufsicht er» s-hrener Heeresfachschullehrer selbst zu unterrichten, ym Anschluß an die 1. Lehrerprüfung beginnt die praktische Ausbildung an der Hecresfachschule. Nach einjähriger Bewährung und bestandener 2. Lehrer- Prüfung erfolgt die endgültige A n st e l l u n g als Lberfachschullehrer.

Die Finanzierung des Studiums ist dadurch ge­sichert, daß den Militäranwärtern nach der Ent­lassung aus dem aktiven Heeresdienst für die Dauer kss Besuches einer Hochschule für Lehrerbildung 1eb ergangsd ezüge gewährt werden.

Die Berichte der Hochschuldirektoren über die Stu­tz en der Militäranwärter lauten durchweg günstig, feejonbers hervorgehoben werden der außerordeut»

Die Altersversorgung des Handwerks.

Tleue Wege für die Zusammenarbeit zwischen Sozial- und Privatversicherung.

Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium Dr. Krohn erläutert im neuesten Heft derZeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" die Alters­versorgung des deutschen Handwerks und äußert sich vor allem zu der Frage, warum der Versicherungszwang für den Handwerker eingeführt werden mußte. Das Durchschnittseinkom­men des deutschen Handwerkers wird auf jährlich 1800 RM. geschätzt. Es leuchtet ein, daß es bei einem solchen Durchschnittseinkommen schwer oder unmög­lich ist, rechtzeitig so ausreichende Rücklagen zu machen, daß sie für die Versorgung im Alter oder bei frühzeitiger Erwerbsunfähigkeit genügen. Des weiteren lehrt die Erfahrung, daß bei derartigen Einkommen auch von den Möglichkeiten einer Pri- oatversicherung nicht in genügendem Umfange Ge­brauch gemacht wird. So kam es, daß viele Hand­werker im Alter ohne Versorgung dastehen und auf die Fürsorge angewiesen sind, eine Lage, die vom Handwerker um so schwerer empfunden wird, als er ja für die bei ihm beschäftigten Ar­beiter und Angestellten stets Beiträge an die soziale Versicherung leisten mußte. Er hatte also dazu bei­getragen, seine Arbeiter und Ange stell» t e n vor einer Lage zu bewahren, in der er s i ch s e l b st im Alter vorfindet.

Staatssekretär Krohn weist darauf hin, daß das Gesetz eine grundsätzliche Bedeutung hat. Es ist nicht nur ein neues Bekenntnis zur sozia­len Versicherung, sondern zeigt auch den Weg für eine Zusammenarbeit zwischen Sozial­versicherung und Individualversiche­

rung, um weiteren Kreisen den Segen einer ge­regelten Altersversorgung zukommen zu lassen." Man ist bei der Altersversorgung des Handwerks so Dorgegangen, daß der Handwerker die Wahl hat, Mitglied der staatlichen Sozialoer­sicher u n g zu werden (für die Durchführung dieser Versicherung gelten die Vorschriften des Angestellten­versicherungsgesetzes) oder statt dessen eine Le­bensversicherung (Kapital- oder Rentenver­sicherung) bei einer privaten Versicherung abzu­schließen. Er kann auch während der Versicherungs­dauer von der einen in die andere Ver- sicherungsart hinüberwechseln oder in jeder der beiden Dersicherungsarten eine Halboersicherung wählen. Mit diesen vielen Möglichkeiten sind neue Wege für die Zusammenarbeit zwischen staatlicher Sozialversicherung und den privaten Lebensversiche- rungsgesellschaften gezeigt. Diese Zusammenarbeit soll auch anderen Personenkreisen, die noch nicht der staatlichen Zwangsversicherung unter­liegen, aber erfahrungsgemäß hinsichtlich ihrer Al- tersversoraung gleichfalls nicht gesichert sind, zugute­kommen. Auf Grund der Erfahrungen mit der Al­tersversorgung des Handwerks werden wir mit einem Ausbau dieser Versicherungsform zu rechnen haben, dessen Ziel es ist, in Deutschland keinen Volksgenossen mehr zu wissen, dessen Lebensabend nicht in irgendeiner Form gesichert ist durch der Hände Arbeit und durch einen Rechtsanspruch, den sich jeder einzelne durch rechtzeitige Sparsamkeit selbst erwirbt.

liche Fleiß, das zielbewußte, ernste Streben und die guten geistigen Anlagen und gründlichen Kenntnisse der Anwärter. Nach kurzer Zeit hätten sie sich gut in die studentische Hochschulgemeinschaft eingelebt. Wenn es dem einen oder anderen an der geistigen Beweglichkeit fehle, wie sie dem Studenten von 20 Jahren eigen fei, so werde das ausgewogen durch die größere Urteilsreife, die ernste Berufsauffassung, die pflichtbewußte, zuverlässige Gesamthaltung und nicht zuletzt durch das gründliche Wissen. Diese gün­stigen Urteile veranlaßten das Oberkommando der Wehrmacht, auch im Jahre 1938 wieder eine größere Zahl von Militäranwärtern der Ausbildung als Oberfachschullehrer zuzuführen. Das Ergebnis der zweiten Prüfung war, daß wieder alle (66) zur Prüfung gemeldeten Bewerber bestanden. Der Prü­fungsvorsitzende wies darauf hin, daß er das Reichs- erziehungsministerium begrüße, wenn solche Militär­anwärter, die in ihren soldatischen Tugenden den jungen Studierenden Vorbilder sein könnten, die Hochschulen beziehen.

Fahnenweihe

der OAF.-Abteilnng Wehrmacht.

Berlin. 15.8<*r. (DNB.) Di- Deutsche Ar- beitsfront, Abteilung Wehrmacht, veranstaltete für die Standorte Oberkommando der Wehrmacht und Oberkommando des Heeres im Sportpalast eine Weihestunde, auf der nach einer Ansprache des stell­vertretenden Gauleiters Staatsrat Görlitzer der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General­oberst Keitel mit der Blutfahne des SA.-Sturmes Hans Eberhard Maikowsky" die Weihe von 15 von Dr. Ley verliehenen B e tri e b s f a h n e n vor­nahm. Staatssekretär Görlitzer erinnerte an die Jahre des Kampfes um die Macht. Die Haltung der Partei sei von jeher soldatisch gewesen. Es werde auch für die Zukunft darauf ankommen, soldatische Bereitschaft und Spannkraft zu erhalten und zu pflegen. Die Fahnenweihe durch Generaloberst Keitel sei ein Beweis für die Verbundenheit zwischen Partei und Wehrmacht für alle Zukunft. General­oberst Keitel gab seiner besonderen Freude dar­über Ausdruck, an dieser alten Kampfstätte der NSDAP, die Fahnen weihen zu können. Wir alle, so betonte er, sind dazu berufen, auch an unserer Stelle dafür zu sorgen, daß die Zeiten der Zer­splitterung für immer vorbei sind. Immerdar sollen geschlossen dastehen die Front der Wehrmacht und die Front des schaffenden Volkes, geeint unter dem gleichen Zeichen, dem Hakenkreuz, geeint in dem gleichen Willen: nichts für uns, alles für Deutsch­land!

Frankreichs Ilngzeugkauf in USA.

Washington, 15. Febr. (DNB.) Die franzö­sische Botschaft gibt bekannt, daß die in den Ver­einigten Staaten weilende französische Militärkom­mission außer den im letzten Jahre bestellten 100 Kriegsflugzeugen weitere 500 neue Kampf­flugzeuge gekauft hat. Es verlautet, daß für den Gesamtauftrag 60 Millionen Dollar erfor­derlich sind, wozu noch weitere Millionen für Mo­torenaufträge kommen. Die bestellten Douglas- Bomber ein völlig neues Modell, mit dem seinerzeit der Vertreter des französischen Luft­fahrtministeriums Chemidlin abstürzte erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von angeblich über 450 Stundenkilometer. Die Gesamtzahl der von Frankreich und England in den letzten acht Monaten bestellten Kampfflugzeuge beträgt nunmehr 1200.

lleberfall auf ein italienisches Vereinshaus in Tunis.

Mailand, 15. Febr. (Europapreß.) DerCor- riere della Sera" berichtet: Im Bergwerksgebiet von R e n e y e f in Tunis, wo viele sardinische Berg­arbeiter beschäftigt sind, seien einige Unbekannte i n d i e Bibliothek des VereinsDante Alighieri" eingedrungen. Sie hätten sich der Bilder des italienischen Herrscherpaares und Mussolinis sowie der Büsten Garibaldis, Ba- doglios und Grazianis bemächtigt. Außerdem hätten sie geographische Karten von Italien und Tunis sowie etwa 200 Bücher mitgenommen. Alle diese Gegen­stände seien aus dem Platz vor der französischen Bibliothek rerbrannt worden. Der Vorfall habe in der italienischen Kolonie große Entrüstung her­vorgerufen.

Spanisch einzige Amtssprache in Katalonien.

Paris, 16. Febr. (Europapreß.) Wie derMa- tin" aus Barcelona meldet, wurde in Katalonien ein Erlaß General Francos veröffentlicht, durch den der Gebrauch des Katalanischen als zweite Amtssprache abgeschafft und für die Zukunft als Amtssprache nur noch das Spanische zugelassen wird. Sämtliche politischen und velbstoerwaltungsbehö^deg dex ehemaligem katala­

nischen Generalidad sind nach ihrer Abschaf­fung nunmehr durch die Zentralbehörden der nationalspanischen Regierung ersetzt worden.

Die Palästina-Konferenz.

abs. London, 15. Februar.

Die beiden Palästina-Konferenzen zwischen Eng­ländern und Arabern und Engländern und Juden nähern sich dem Ende der allgemeinen Aussprache und damit dem Punkt der praktischen Ein­zelheiten, die zur Erörterung sichen. In der Konferenz zwischen Engländern und Arabern ist in gewissen Kreisen die Einzelaussprache bereits er­öffnet, denn Mittwoch spielte der umstrittene Punkt der Korrespondenz zwischen dem englischen Gou­verneur in Aegypten Mac Mahon und dem Scherif Hussein aus dem Jahre 1917 eine Rolle. Von arabischer Seite wurde die Auffassung ver­treten, daß die Zusagen, welche Mac Mahon dem Scherif Hussein gemacht hat, sich darauf bezogen, daß Palästina in das Gebiet eingeschlos- s e n werden sollte, in welchem die Araber freie Selbstverwaltung haben sollten. Die englischen Vertreter hielten den Standpunkt auf­recht, daß England angeblich von Anfang an Palä­stina aus dem den Arabern zustehenden Gebiet habe ausschließen wollen. Ein aus Engländern und Arabern bestehender Ausschuß soll sich mit einer kritischen Prüfung des Mac-Mahon ° Brief­wechsels befassen.

Die nächste Sitzung zwischen Engländern und Arabern am Donnerstagmorgen wird zunächst dem ersten Punkt der arabischen Vorschläge gelten, der sich auf die Errichtung eines unabhän­gigen arabischen Staates in Palästina bezieht. Von englischer Seite verlautet, daß beson­ders die Frage der Garantien in der Aus­sprache eine ausschlaggebende Rolle spielen werde, welche Jemal Jusseini, der arabische Wortführer, für den Schutz der wichtigsten britischen In­teressen sowie für die Gewährleistung der Rechte der jüdischen Minderheit in einem solchen arabischen Staat in Aussicht gestellt hat.

Erneute chinesische Aktivität in Südchina.

London, 16. Febr. (Europapreß). Der chine­sische Vorstoß im Abschnitt von Hankau ist fortgesetzt worden. Die chinesischen Truppen ha­ben die von den Japanern besetzte Stadt P o - yang umgangen und am Mittwochaberch auf dem Süduser des Jangtse gegenüber Hankau den Flug­hafen von Wuchang angegriffen. Sehr rege sind auch die chinesischen Freischärlerbanden in Süd - china. Drei nur fünfundzwanzig Kilometer von Kanton entfernt liegende Städte, die noch vor einigen Tagen von den Japanern gehalten wur­den, sind nach amtlichen japanischen Angaben nun­mehr geräumt worden. Die chinesische Luft­waffe griff verschiedentlich japanische Garnisonen und Flugplätze an.

Nur noch Lehrer rumänischer Staatsbürgerschaft in Rumänien.

Bukarest, 15. Febr. (Europapreß.) Der Unter­richtsminister hat angeordnet, daß sowohl in den staatlichen als auch in den privaten Schulen in Zu­kunft nur rumänische Staatsbürger als Lehrkräfte tätig fein können. Die Volks- und Mittelfchullehrer, die im Laufe des jüngsten Nach­prüfungsverfahrens ihrer Staatsbürgerschaft ver­lustig erklärt wurden, dürfen ihr Amt demnach nicht weiterhin ausüben. Eine zweite Verordnung ermöglicht den Volksgruppenschülern den Gebrauch ihrer Mutter sp rache bei den Abschlußprüfungen, jedoch nur in den Fachgegen­ständen der Naturwissenschaften und der Philosophie.

Kleine politische Nachrichten.

Gauleiter Sprenger überreichte Gauarbeits­führer F a a tz , sowie den Kreisleitern Kaufe- mann und Schwebe! das Goldene Par­teiabzeichen, das ihnen der Führer am 30. Januar -1939 auf persönlichen Vorschlag des Gauleiters hin verliehen hatte.

*

Am Mittwoch kehrte Stabschef Lutze von Ve- nedig kommend mit seiner Begleitung nach München zurück und beendete damit den 14- tägigen Besuch, den er Italien und der faschisti­schen Miliz ab gestattet hatte.

Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat dem Dichter Hermann Burke in Lörrach in besonderer Anerkennung seiner Verdienste um die innere Er­neuerung des deutschen Volkes zu seinem 60. Ge­burtstag die herzlichsten Glückwünsche übermittelt.

Der ukrainische Nationalrat hat alle lUramec im Lands uni) außerhalb der Gimzes

der Karpacho-Ukraine aufgeforberf, dem Lande V- v. H. des Jahreseinkommens als frei­willige nationale Steuer zum Aufbau zur Verfügung zu stellen.

Die irische Regierung hat die Regierung General Francos als legitime Regierung Spa­niens anerkannt.

*

Der unmittelbar nach der Einführung der kar- patho-ukrainiscben Autonomie von der Regierung Syrovy eingesetzte erste karpatho-ukrainische Mi­nisterpräsident Brody war unter der Beschuldi­gung des Hochverrats verhaftet worden. Auf Grund der politischen Amnestie ist Brody nun aus der Haft entlassen worden, mit Rücksicht da­rauf, daß die politische Richtung, die Brody ver­trat, nach den ukrainischen Landtagswahlen an Bedeutung verloren hat.

*

Die mexikanische Regierung hat er­klärt, daß sie sich von den ausländischen Tank­flotten zum Transport des mexikanischen Erdöls unabhängig machen wolle. Drei große Tankdampfer, von denen jeder 100 000 Faß transportieren kann, befinden sich für Rechnung der mexikanischen Regie­rung auf italienischen Werften im Bau.

Aus aller Welt.

Zwei Todesopfer eines Verkehrsunglücks.

In Twistringen bei Bremen ereignete sich ein Verkehrsunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Lastwagen mit Anhänger kam mit einer Ladung Dachziegel aus Richtung Osnabrück. Plötzlich sah der Fahrer ein dreijähriges Kind vor feinem Wagen. Um das Kind nicht zu überfahren, muß der Fahrer kräftig gebremst haben, was auf dem glatten Asphalt schreckliche Folgen hatte. Der Wagen prallte mit voller Wucht gegen einen Baum. Der größte Teil der Ladung flog auf die Straße und begrub den Fahrer unter sich. Der zweite Fahrer, der sich auf dem Anhänger befand, erlitt einen Oberschenkelbruch. Das Kind war vom Auto erfaßt worden und war sofort t ot. Die beiden Fahrer wurden ins Krankenhaus gebracht, wo der eine feinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Zwei schwere Brände im Düsseldorfer Hafen.

In einem Sägewerk im Düsseldorfer Hafen brach aus bisher unbekannter Ursache ein Feuer aus, das sich im Nu zu einem Großfeuer entwickelte, zu-

Abrador

wäfcht Hände

rillenfauber

mal es an den Holzoorräten starke Nahrung fand. Eine Halle ist völlig einaestürzt. Während die Feuerwehr noch beim Löschen war, kam die Nach­richt, daß am anderen Ende des Hafens in einer Papierfabrik ebenfalls ein Feuer ausgebrochen fei. Hier fanden die Flammen an den Harzvorräten und an mehr als 60 Tonnen Zellulose reiche Nah- run$. Wenn auch das Feuer auf feinen Herz be­schränkt werden konnte, so wurden doch bedeutende Mengen wertvollen Rohstoffes vernichtet.

Ein zweiter Prozeß wegen des Lehniner Verkehrsunglücks.

Das schwere Verkehrsunglück vom 3. November 1938 auf der Reichsautobahn in der Nähe von Lehnin, bei dem der Oberreichsanwalt P a r e y und der erste Staatsanwalt Dr. Geipel getötet und der Reichsanwdlt Parifius erheblich verletzt wurde, wird ein weiteres gerichtliches Nach­spiel haben. Am 5. Januar ist bereits der Fahrer K ö n n e ck e, auf dessen unbeleuchtet auf der Auto- bahn stehenden Lastzug der Dienstwagen des Volks­gerichtshof aufgefahren ist, von der Strafkammer des Landgerichts Potsdam wegen öerufsfahrlässiger Tötung u. a. zu einem Jahr Gefängnis verur­teilt worden. Nunmehr hat der Oberstaatsanwalt bei dem LG. Potsdam auch Anklage gegen den Fahrer des verunglückten Dienst­wagens des Volksgerichts, den 49jährigen Kraft- Wagenführer Oskar Keller aus Berlin, erhoben Ihm wird berufsfahrläffige Körperverletzung und Verkehrsübertretung zur Last gelegt. Sein Ver­schulden wird darin erblickt, daß er mit zu hoher Geschwindigkeit fuhr, die seinem Ächtbereich bei abgebtenoeten Scheinwerfern nicht entsprach. Als der von Keller gesteuerte Wagen im Blickfeld des Lastkraftwagenfahrers auftauchte, soll der Personenwagen bereits 500 Meter vor dem Lastzug gewesen fein. Keller soll überdies wider­sprechende Angaben über die von ihm eingehaltene Geschwindigkeit gemacht haben.

Wetterbericht

Der Abbau des hohen Luftdruckgebietes über dem Festland macht langsam Fortschritte. Norddeutsch- land liegt bereits innerhalb einer milden West- ftrömung mit Temperaturen über plus 5 Grad, während in Süddeutschland noch leiter Frost herrscht. Auch hier ist mit langsamem Temperaturanstieg zu rechnen, Niederschläge sind aber noch nicht wahr­scheinlich.

Voraussage für Freitag: Stärker be­wölkt, im wesentlien trocken, Temperaturen etwas über 0 Grad, westliche Winde.

Voraussage für Samstag: Bei westlicher Luftzufuhr bewölkt und leicht unbeständig. Tempera­turen wenig geändert.

Lufttemperaturen am 15. Februar: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 16. Februar: morgens 1,5 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Februar: abends 2,9 Grad; am 16. Fe­bruar: morgens 2,6 Grad.

winkerfporl-Wetterbericht.

Schwarzwald. Feldberg: Heiter,4 Grad, Geschamtschneehöhe 70 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut.

Hauptschrtstleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. 21.1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G.,< sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig.