Ausgabe 
16.1.1939
 
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sich Gayda am Sonntag in derVoce d'Jtalia" eingehend mit demgefährlichen Spiel" Frankreichs in der Spanienfrage. Jeder neue Sieg Francos, so erklärt Gayda, rufe in Frankreich eine neue Welle feindlicher Reaktionen hervor. Die Franzosen wollten einen Sieg Francos nicht, weil sie kein freies Spanien mit natio­nalem Selbstbewußtsein wollten, das der auslän­dischen Kontrolle und Zersetzung entzogen wäre. Darum löse jedes Vorrücken der nationalen Trup­pen in Paris neue Bewegungen zu Gunsten immer offenerer Waffen- und Menschenlieferungen nach Rotfpanien aus.

Gerade jetzt habe sich die aus Barcelona zurück­gekehrte Abordnung französischer Parlamentarier mit den Militaristen und Kommunisten verbündet, um von der Regierung eine grundlegende Aenderung ihrer sogenannten Nichteinmischungspolitik zu for­dern. In Wirklichkeit sollte man statt dessen lieber von einer Intensivierung der Ein­mischungspolitik Frankreichs sprechen; denn die Nichteinmischung habe überhaupt niemals existiert. Die französischen Parlamentarier vertagten also in einem Appell an den Ministerpräsidenten Daladier und den Außenminister Bonnet, daß die französische Einmischung zugunsten der spanischen Bolschewisten offener, entschiedener und schneller vor sich gehe. Dabei stelle man eine Ver­bindung zwischen dem Sieg der spanischen Bolsche­wisten und der Verteidigung der nationalen Inter­essen Frankreichs her mit dem natürlichen Rück­schluß, daß Frankreich, wenn es offen in Spanien eingreife, nicht nur die rote Revolution, sondern auch seine eigenen Grenzen und nationalen Interessen verteidigen würde.

Frankreich unternehme damit ein gewagtes, ja ein gefährliches Spiell Diese französische Einmischungspolitik in Spanien, die den Krieg um zwei Jahre verlängere, enthülle nicht nur einen übergroßen Gehorsam gegenüber den Plänen Mos­kaus, sondern auch eine organisierte Sabotage gegen die nationale und politische Freiheit der Spa­nier und gegen jene Grundsätze der Unantastbarkeit Les Mittsslmeersystems, das Italien mit allen Mit­teln zu verteidigen entschlossen sei, weil es zu den wesentlichsten Grundlagen seines internationalen Lebens gehöre. Darum hätten Italien und Europa allen Grund, das Treiben Frankreichs an der spa­nischen Grenze mit großer Aufmerksamkeit zu über- ' wachen, denn es bedrohe ein System, von dem der Frieden und die Ordnung Europas abhängen, und wenn es das bisher geduldete Maß überschreite, die notwendigen Gegenwirkungen der­jenigen Nationen Hervorrufen müsse, die die Ver­legung des Moskauer Pulverfasses nach Barce­lona und die unkontrollierte Ausübung einer mehr ober weniger imperialistischen Politik nicht hinneh- tnen könnten. Es sei nicht einzusehen, warum das national unabhängige und zur Verteidigung seiner polittschen Unabhängigkeit gegenüber dem Ausland befähigte Spanien Frankreich bedrohen solle. Da­gegen begreife man, daß ein bolschewisti­sches, von den Franzosen finanziell und mit Waf­fen unterstützt Spanien e ine unerträgliche Einmischung der französischen Poli­tik auf der iberischen Halbinsel werden würde mit einer Verlagerung der Kräfte und Be­fehlsgewalten, die für die anderen Mittel- weermächte bedrohlich wäre. Unter diesen Gesichtspunkten stelle sich das französisch-spanische Problem gegenwärtig als eine Angelegenheit dar, die in höchstem Maße des Nachdenkens und der Üederwachunq wert sei. Man könne sicher sein, daß es an dieser Ueberwachung von feiten Italiens nicht fehlen werde, denn es gehe sowohl um die Verteidi­gung der italienischen Interessen als auch der In­teressen der gesamten europäischen Zivilisatton.

Die amtliche Jnformazione Diploma­tien erklärt, in den Besprechungen mit Chamber­lain haste der Duce wiederholt, daß die letzten ita­lienischen Freiwilligen heimbefördert werden wür­den, wenn die Roten das gleiche täten, und wenn Franco das Recht als kriegfüh- rende Macht zuerkannt worden sei, das ihm immer noch zu verweigern einfach absurd wäre. Der Duce habe außerdem hinzugefügt, daß, wenn in der nächsten Zeit eine weitergehende Intervention der Negrin befreundeten Regierungen stattfinden sollte, Italien seine volle Handlungsfreiheit zu­rücknehmen würde, da dann die Politik der Nicht­einmischung als bankrott zu betrachten wäre. Zu den italienisch-französischen Beziehungen habe der Duce erklärt, daß diespanischeFrage beide Länder in einen teifgreifenöert Gegensatz ge­bracht habe und weiterhin bringe, und daß nur n a ch B e enbigungdesspanischenKriegs es möglich sein werde, die Lage erneut zu prüfen. Dazwischen sei es absolut gegenstandslos, von Schiedssprüchen, Vermittlungsversuchen, Konferen­zen zu Vieren ober zu Dreien zu sprechen. Damit würden sämtliche, von einigen Presseorganen ver­breitete Phantasien hinfällig werden, nach denen Italien die englische Vermittlung gewünscht und sogarangefleht" haben soll.

Sie französischen Marxisten fordern Intervention.

P a r i s , 15. Jan. (Europapreß.) Die schweren Niederlagen der Sowjetspanier haben deren mar­xistische Freunde in Frankreich wieder auf den Plan gerufen. DerParis Midi" will wissen, daß der Besuch, den der sozialistische Partei­chef L6on Blum am Samstagvarmittag dem französischen Ministerpräsidenten Daladier ab- gestattet hat, nicht nur der Frage der Amnestierung der Teilnehmer am Generalstreik vom 30. November gegolten habe. Blum habe bei dieser Gelegenheit auch wieder die marxistische Forderug nach Oeff- nung der französisch-sowjetspanischen grenze vorgetragen. Sehr bezeichnend ist es, daß der sozialdemokratischePopulaire" die Tat­sache dieser Unterredung nur mit drei Worten er- wähnt, während die Schlagzeile auf der ersten Seite die Oeffnung der rotspanischen Grenze ver-

und auch Blum selbst sich in seinem täg­lichen Leitartikel in diesem Sinne ausfpricht. 3m3our" heißt es, Blum habe Daladier auf­gefordert, in Spanien zuintervenieren". Man könne annehmen, daß er den Ätinister- präsidenten veranlaßt habe, unter dem Deckmäntel­chen von 48000 Tonnen Lebensmittel in Wirk­lichkeit Kriegsmaterial nach Sowjet- fpanien zu schicken. Dieser Schritt Blums werde wenn er von Erfolg gekrönt sein sollte, u n a b sehbare Folgen für den Weltfrieden Nach sich ziehen.

Starker Eindruck der Erfolge Francos in London.

London, 16. Jan. (Europapreß). Die (grobe- »ung der historischen Stadt Darrngona durch die

Truppen General Francos findet in der Morgen­presse eine erhebliche Beachtung. Die Blätter lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß das ent­scheidende Stadium im spanischen Bürger­krieg erreicht ist. DieTimes" vergleicht die Ent­fernungen, die die nattonalspanifchen Streitkräfte zu Weihnachten bei Beginn der Offensive und jetzt von Barcelona trennen. Gegen Ende Dezember seien es in der Lustlinie noch 140 Kilometer ge­wesen, gegenwärtig nur noch etwa 60 Kilometer, stellt das Blatt fest. Mit der Besetzung des Be­zirks zwischen Tortosa und Tarragona ist, wie der Daily Telegraph" erläutert, Nationalspanien ein Landstrich in die Hände gefallen, der jährlich nicht weniger als 100 000 Zentner Mais und 12 v. H. des gesamten in Spanien erzeugten Olivenöls lie­fert. Das Blatt weist auf die noch wichtigere strategische Bedeutung der neuen Bewegungen Francas im Norden der Provinz Katalonien hin. Eine Abteilung habe sich dort östlich von Montblanch vor gearbeitet. Falls ihre Kämpfe wei­ter von Erfolg gefrönt feien, müßten die sowjet- spanischen Befestigungen in der Nähe von Par- rega vom Rücken aus angegriffen und

Der NSRL. -

Die erste Reichstagung.

Die erste Reichstagung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen wurde am Sams­tag in feierlichem Rahmen eröffnet. Im Kuppelsaal im Hause des Deutschen Sports auf dem Berliner Reichssportfeld waren über 500 Führer des NSRL. versammelt. Reichssportführer von Tschammer und Osten erinnerte an die unvergeßlichen Stun­den des Stuttgarter Turnfestes, auf dem der Führer mit feinen Worten dem Nationalsoziali­stischen Reichsbund für Leibesübungen den Auftrag gab, die Leibeserziehung des deutschen Volkes in Angriff zu nehmen. Die erste Arbeit war, das Vie­lerlei der Meinungen in den unter sich zerspaltenen deutschen Turn- und Sportverbänden zu beseitigen, die Männer und Frauen zur Einheit zu führen und ihre Masse zu Nationalsozialisten zu erziehen. Ein weiterer Abschnitt war der praktische Einsatz der deutschen Turn- und Sportbewegung für das Dritte Reich und seinen Führer.

Sie mußte über die Grenzen hinausgehen, um in unzähligen Begegnungen mit ausländischen Mannschaften und Sportlern die Ritterlichkeit der nationalsoizalistischen Volksführung darzutun und in der Sprache des Sports, die in aller Welt ver- ftanben, wird, jene Zerrbilder zu widerlegen, die über den Führer und feine Bewegung in der Welt verbreitet wurden.

Der Reichssportführer führte weiter aus, daß der Augenblick gekommen war, wo er den Führer bitten durste, den DRL. sichtbar in die Gemeinschaft der Partei aufzunehmen. Der Führer hat dieser Bitte entsprochen. Er erhob den Nationalsozilistischen Reichsbund für Leibes­übungen zu einer von der Partei betreuten Orga­nisation und ermächtigte den Reichssportführer zum Erlaß der Durchführungsbestimmungen.

Nunmehr sind alle deutschen Gemeinschaften, die ausschließlich oder in der Hauptsache zur Pftege der Leibesübungen oder zur Durchführung von Wettkämpfen gebildet wurden, auch solche staat­licher Organisationen sowie solche der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände, Angehörige des NSRL. Der Einsatz der deutschen Turner und Sportler im NSRL. und die Arbeit der Organe dieses Bundes ist politisches Wirken im Sinne und im Rahmen der NSDAP. Entscheidend ist diese Feststellung, weil sich die Parteigenossen nunmehr uneingeschränkt der Arbeit im NSRL. widmen können, indem sie für ihn und ausschließlich für ihn tätig sind.

Dir sind jetzt ein Nationalsozialistischer Reichs-

auf gerollt werden können, wodurch der Fall Barcelonas beschleunigt werden würde. Die Links- presse zeigt größte Bestürzung. Während der Daily Herold" nur dürftig von dem Ereignis Notiz nimmt, sagtNews Chronicle", Barcelona, Katalonien und Spanien kämpfe jetzt mit dem Rücken gegen d i e Wand.

Lhamverlain wieder in London.

Das Ziel des römischen Besuches erreicht.

London, 15. Jan. (Europapreß.) In London wird eine Abschiedserklärung des inzwischen aus Rom zurückgekehrten Premierministers Cham­berlain veröffentlicht, in der dieser sich zu dem Herzlicken Empfang äußert, der ihm überall zuteil geworden sei, und dann sagt:Der Zweck meines Besuches war nicht der, irgend welche besonderen Abkommen zu schließen, sondern durch per­sönliche Kontakte ein Sy st em engeren Verständnisses der Standpunkte der beiden Regierungen ins Leben zu rufen. Dieses Ziel ist d o 11 ft ä n b i g erreicht worden. Wix

verließen Rom, mehr denn je überzeugt von dem guten Willen der italienischen Regierung. Wir sind überzeugt davon, daß zwischen den beiden Ländern ein besseres Verständnis erreicht worden ist und daß die römischen Gespräche in Zukunft wirk, licke Früchte tragen werden, nicht nur hinsichtlich der englisch - italienischen Beziehungen, sondern auch im Hinblick auf die europäische Zu­sammenarbeit.

Chamberlain wird bei der Wochensitzung des Kabinetts am kommenden Mittwoch seine Minister, kollegen von dem Inhalt der römischen Besprechun- gen und ihren Ergebnissen in Kenntnis setzen. Es wird erwartet, daß Lord Halifax, der sich noch zur Teilnahme an der Ratssitzung in Genf be­findet, rechtzeitig in London sein kann. Chamber, lcnn werde ferner am 31. Januar, dem ersten Tage des Wiederzusammentritts des Unterhauses, dein Parlament eine ausführliche Erklärung ab­geben. In der darauffolgenden Woche soll dann das Unterhaus Gelegenheit bekommen, in einer großen Aussprache die auswärtige Politik zu behandeln.

eine Leibeserziehnngögemeinschast.

bund für Leibesübungen. Wir find eine Orga­nisation, die nicht mit Nationalsozialismus von außen getauft, sondern in sechsjähriger Bewäh­rung von innen erfüllt ist. Wir haben uns diese Bezeichnung eropfert, erlitten, erstritlen. Als jüngstes Kind in der Familie der national­sozialistischen Organisationen wollen wir den Ehrgeiz haben, nicht ihr schlechtestes zu sein. Wir wollen diesen Ehrgeiz um so mehr haben, als wir dadurch beweisen können, wie sehr politische Leibeserziehung unmittelbar Erzie­hung zum Nationalsozialismus ist.

Der Führer hat dem DRL. nicht Namen und Cha­rakter einer nationalsozialistischen Organisation ge­geben, um nun alle bewährten Mitarbeiter dieser Organisation gewissermaßen durch die auf ihrem Gebiet gewiß auch bewährten, für unsere Aufgaben aber im allgemeinen nicht vorgebildeten Ortsgrup­pen-, Kreisleiter usw. der NSDAP, zu ersetzen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß in einer national­

sozialistischen Organisation nur Nationalso­zialisten führen können.'Es ist aber nicht der Sinn des Erlasses des. Führers und der Erhebung des DRL. zum NSRL., bewährte Kräfte durch anderezuersetzen. Es ist vielmehr der Sinn dieses Erlasses, diesen bewährten Kräften die Anerkennung für ihre Tätigkeit und für sich per« fönlich das PräditkatNationalsozialistisch" zuzuerkennen.

Der Reichssportführer gab sodann bekannt, daß er sich bemühe, mit den anderen Organisationen ein kameradschaftliches Einverne hm e n her- zustellen. Das Verhältnis zur Reichsjugendführung, zur Wehrmacht, SA., ff, dem NSKK. und dem NSFK. ist das denkbar beste. Letzten Endes wird die Losung der schwebenden Fragen mit der Deut­schen Arbeitsfront gleichfalls zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit dem NSRL. führen. Der Reichssportführer bat alle seine Mitarbeiter, sich des vom Führer geschenkten Vertrauens würdig zu er­weisen und ihm zu helfen, mit diesem Auftrag Ge­schichte zu machen.

Mut, Stolz und Selbstvertrauen.

Reichsleiter Rosenberg vor dem RS.-Reichsbund für Leibesübungen.

Nach den mit großem Beifall aufgenommenen richtungweisenden Ausführungen des Reichssport^ sührers sprach Reichsleiter Alfred Rosen­berg, der Beauftragte des Führers für die welt­anschauliche Erziehung und Ausrichtung. Rosen­berg betonte, daß heute ein neues Ideal von Männlichkeit und von Frauentum in Deutschland Einzug gehalten habe. Dos neue Ideal der Männlichkeit fei unmittelbar aus dem Soldatentum ins kämpferische Leben hinüber­geführt und im Grunde von der Turn- und Sport­bewegung eingeleitet worden, und ebenso sei ein neues Ideal fraulichen Wesens im wesentlichen durch diese Bewegung entstanden. Der Sport er­fordere Mut und Einsatz des errungenen Selbst­vertrauens, es komme ihm daher eine tief erziehe­rische Entscheidung im Leben des Volkes zu. Man könne einzelne Menschen und auch ganze Völker entweder mit der Idee der Furcht regieren ober aber mit dem Appell an den Mut. Die mittel« österliche Erziehungsmethode sei zweifellos auf der Furcht aufgebaut worden. Unsere Bewegung aber appelliere an ben Mut und an den Stolz, und darum habe sie auch wie ein Magnet die stärksten Kräfte zu sich herangezogen.

Der Sport bringe nun eine wesentliche Unter­stützung jener Prinzipien, mit denen der politische Kampf um die Macht begonnen worden fei, und die Stärkung des Mutes und des Selbvertrauens des einzelnen ergebe zwangsläufig eine Stärkung des Gefomtwillens der Nation. Hinzu komme, daß der Sport von Anfang an dazu erziehe, nicht nur die eigene Leistung anzuspornen, sondern auch rück­haltlos und ehrlich die große Leistung eines ande- ren anzuerkennen. Sportliches Verhalten sei gleich­bedeutend mit anständigem, sauberem und ein- wandfreiem Verhalten.Wenn auch Sie dazu bei­tragen", so schloß der Reichsleiter,das Selbstver­trauen zu pflegen und den Geist der Kameradschaft und der Hochachtung der Leistung des anderen hochzuhalten, dann wird die nationalsozialistische Bewegung auch jene Menschen erfassen, die heute vielleicht aus mißverstandenem Traditionsglauben heraus noch nicht rnitmachen zu können glauben. Wenn wir alle zusammen diesem Ideal dienen und eine Einheit von Volk und Staat, von Kultur und Wissenschaft herbeigeführt worden ist, erst dann können wir dem Führer melden, daß seine Revo­lution gesiegt hat."

Der Tumboden des Volkes Schule der Volksgemeinschaft.

Die erste Reichstagung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen.

Die Verpflichtung der sudetendeutschen Tümer.

Berlin, 15. Jan. (DNB.) Die erste Tagung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibes­übungen brachte am Sonntagmittag mit der Aufnahme der Sudetendeutschen in den NSRL. sowie den Ansprachen von Reichs­minister Dr. Frick und Reichssportführer von Tschammer und Osten Höhepunkt und Ab- chluß zugleich. Der festlich geschmückte Kuppelsaal des Hauses des Deutschen Sports bat mit dem Wall von Fahnen und Bannern, dem Grün und Rot des Pftanzenschmuckes und dem Bunt der Uni- armen einen prächtigen Anblick. Der Reichssport- ührer begrüßte besonders die Sudetendeutschen, deren Vertreter in Turnergrau auf der Bühne Aufstellung genommen hatten. Die Sudetendeutschen wurden bann symbolisch für alle Turner und Sportler ihrer engeren Heimat vom Reichssport- ührer burch Handschlag verpflichtet. Gauleiter Henlein dankte dem Reichssportführer für die das ganze Subetendeutschtum ehrenben Worte. Von Anfang ~an fei bie sudetendeutsche Turnbewegung auf völkischer Grundlage aufgebaut wor­den. 3m Endkampf des vergangenen Jahres feien aus ben Reihen ber Turner unb Sportler des Sudetenlanbes Der freiroiHige Schutzdienft und all die anderen Organisationen hervorgegangen. Ewig werde ber Dank ber Sudetendeutschen dem Führer gelten unb in ber tatkräftigen Mitarbeit im NSRL. rudübringenben Ausdruck finden.

Relchminister Dr. Frick spricht zum ASRL.

m ej.nem Musikoortrag des Lanbesorchesters Gau Berlin, geleitet von Prof. Dr. Peter Raabe, ergriff Reichsminister Dr. Frick das Wort. Als iodq s-lon^IfoJ!aIi5mu5' ^9^ Dr. Frick, im Jahre 1^33 die Macht übernahm, fand er die deutschen üeibesubungen, dieses wertvolle Mittel politischer Menschenfuhrung unb volklicher Ertüchtigung, auf- geteilt unt er Hunberte von Verbän - den unb Bunben, bie fachlich, politisch, ja zum ^ar bekenntnismäßig geschieben neben- und vielfach auch gegeneinander marschierten. Der na- tionalfoziallstische Staat betrachtete es dagegen von Mang an als sein selbstverständliches Recht, die Leibesübungen als wichtigen Bestandteil derVolks- erziehung nicht nur zu fördern, sondern auch zu

führen und zu überwachen. Von diesem Grund­gedanken ausgehend, habe er im Jahre 1933 von Tschammer unb Osten als Reichssportführer an bie Spitze der deutschen Turn- unb Sportbewegung ge­stellt, der bann die deutschen Turn- unb Sportver- bände in bem Reichsbunb für Leibes- Übung en z u f a m m e n g e f a ß t unb damit die größte einheitlich ausgerichtete unb allseits aner­kannte Sportorganisation ber Welt geschaffen habe. Der nationalsozialistische Staat habe ferner burch bie Errichtung bes Reichssportamts unb einer besonderen Sportabteilung im Innenministerium so­wie durch die Gründung der Reichsakademie für Leibesübung en bie staatliche Führung der Leibesübungen ausgebaut unb durch bie Schaf - fung des Reichssportfeldes und die laufende Bereitstellung erheblicher Mittel bie staatliche For­derung ber Leibeserziehung ausgestaltet.

Diese organisatorischen Leistungen aber wären Schale ohne Kern geblieben, wenn es nicht gelungen wäre, bie deutsche Turn- und Sportbewegung m i t frischem (Beift unb innerem Auftrieb Zu erfüllen. Wir wußten schon vor bem Olympia- jahr 1936, baß für eine Nation noch wichtiger als die Erringung sportlicher Spitzenleistungen d i e Eroberung ber breiten Masse bes ganzen Volkes für die Leibesübungen ist. Diese gewaltige Ausgabe, eine das letzte Dorf er­fassende und aufrüttelnbe Leibeserziehungs­gemeinschaft bes beutschen Volkes zu schaffen, bebarf des ungestümen Drängens unb des unerbittlichen Vorwärtstreibens jenes' bynamischen Faktors größten Ausmaßes, ben ber Führer unserem Volke in ber nationalsozialistischen Bewegung geschenkt hat. Auf ber anderen Seite märe es ein Verzicht auf wertvolles Erfahrungs­gut gewesen, ben im Deutschen Reichsbund für Leibesühungen in jahrelangem Mühen geschaffenen einheitlichen Drganifationsapparat wieder ,ZU zer- schlagen. Die richtige, vom Führer selbst gebimate Losung lag daher darin, ben Reichsbunb f ü r Leibesübungen zur umfaffenben Leibeserzie­hungsgemeinschaft bes beutschen Volkes zu erklären und ihm als bem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen Führung und S ck u tz der N S D A P. zu gewähren."

Obliege ber Partei von nun an die politische Führung unb der politische Schutz des NSRL., so sei es künftig in noch stärkerem Maße als bisher Aufgabe des Staates und seiner Organe, bie äußeren Voraussetzungen und Hilfsmittel für eine mirffame unb reibungslose Tätigkeit des Bunbes zu schaffen. Ebenso wie die Partei künftig bie Einheitlichkeit der politischen Führung der Leibes­

erziehung gewährleistet, werbe der Staat die Ein­heitlichkeit ber Förderung biefer Leibeserziehung herbei führen. Das gelte nicht nur für bie B e - willigung ausreichenber Mittel, son­dern auch für bie Bereitstellung öffentlicher Grunbstücke unb für eine sachverständige Ge­staltung ber sportlichen Uebungsftätten. Das Neichssportamt werbe hier in starkem Maße eingesetzt werben.So sinb denn nunmehr im Nationalsozialistischen Reichsbunb für Leibes­übungen", so schloß ber Reichsinnenminister,bie beutschen Turner und Sportler aller (Baue bes Altreiches, der kampferprobten Ostmark und des leibgestählten Sudetenlandes zusammengeschweißt zu einer unlösbaren Gemeinschaft na­tionalsozialistischer Leibeserziehung. Meine Wün­sche und bie Zusage unverbrüchlicher Kameradschaft begleiten diese Gemeinschaft für ihr weiteres Wir­ken im Dienste unseres deutschen Volkes unb unseres Führers Adolf Hitler."

DerGrMesMchsfvottfijhrers

DerFestliche Ausklang" von Ludwig ßürmann leitete über zu ben Schlußworten bes Reichssport­führers. Außer ben vielen Ehrengästen, bie als ftreunbe und Färberer ber deutschen Leibesübungen ber festlichen Tagung beiwohnten, grüßte er die Millionengemeinbe ber deutschen Turner unb Sport- ler, bie durch den Runbfunk mit dieser Tagung ver- bunden sei. Heute bürfe er sagen: Der Führer hat euren Einsatz gesehen unb er hat ihn nun belohnt. Auf ben Plätzen ber in den Ortssportgemeinschaften zusammenwirkenben ver- Siebenen Gemeinschaften ber NSRL. sollten die deutschen Menschen Beruf, Herkommen, Stand und Vermögen hinter sich lassen, sollten die verschiedenen Zivilanzuge ebenso ausziehen wie die verschiedenen Uniformen ber verschiedenen Organisationen, denen sie angehorten. Hier sollten sie auf ben Turn- b o de n bes Volkes treten. Der Begriff Volksgemeinschaft" gehört zu ben größten und heiligsten Schätzen bes Nationalsozialismus. Wir müssen deshalb Stätten schaffen, wo wahre Volksgemeinschaft wachsen kann. Gemein- lckast aber entsteht nur aus gemeinsamer Tätigkeit oder gemeinsamen Erleben. Beides nun vermitteln bte Leibesübungen. So laßt denn alle deutschen Menschen in bi e O r t s s p o r t g e m e i n s ch a f - ten bes NSRL. zusammen strömen, laßt diesen Turnboben des Volkes zur hohen, frohen Schule einer glücklichen Volksgemeinschaft werden und helft alle, diese große Idee über Organisation und -Begriffe hinweg zur Sache des ganzen Volkes 4«