Ausgabe 
15.6.1939
 
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20 Jahre als einziger Truppenteil in her Reichshauptstadt gestanden habe, 3m Herbst d. I. wird das Regiment völlig u m g e g l i e- d e r t. Es wird aus vier Bataillonen bestehen und rekrutiert sich dann selbst aus Freiwilligen a u s d e m ganzen Reich. Mit dieser Umgestal­tung treten zu ben alten neuen Aufgaben. Der Wach- und Ehrendienst bleibt bestehen. Das Regiment wird vollmotorisiert und im Herbst eine neue Uniform erhalten.

Der Reichsstudentenführer verkündet die Erntehilfspflicht der deutschen Studenten.

München, 14. Juni. (DRB.) Der Reichsstuden­tenführer Dr. Scheel erließ nachstehenden Aufruf: Die Führung der Partei und des Staates haben die Deutsche Studentenschaft zu einer großzügigen Erntehilfe verpflichtet. Es ist selbstoerstandUch, daß wir den an uns ergangenen Ruf aus Gründen der Sicherung unseres Brotes und unserer Grenze

Berlin, 14. Juni. (DRB.) Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers hat der Reichs­innenminister einen neuen Erlaß über die Zuge­hörigkeit von Beamten zu Freimau­rerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen herausgegeben. Während bisher jede Anstellung und Beförderung von Volksgenossen un­möglich war, die nach dem 30. Januar 1933 erst aus der Loge usw. ausgetreten waren, können in der durch den Erlaß im einzelnen geregelten Weise olche Beamte dennoch angestellt oder befördert wer­den. Zur Feststellung, ob Beamte Freimaurerlogen, anderen Logen oder lvgenahnlichen Organisationen und deren Ersatz-Organisationen angehört haben, hat jeder vor dem' 1. August 1917 gebo­rene Beamte soweit nicht bereits geschehen eine Erklärung in einem vorgeschriebenen Muster abzugeben, wobei auf den Diensteid Bezug genommen wird. Diese Erklärung ist zu den Per- onalakten zu nehmen. Die Vorschrift über die Er­klärung findet auf Ehrenbeamte keine Anwendung, doch hat die Aufsichtsbehörde vor der Berufung ehrenamtlicher Bürgermeister die Erklärung über etwaige Logenzugehörigkeit zu for­dern. Personen, die in der Loge usw. einen höheren als den dritten Grad nicht erreicht, eine führende Stelle oder ein Amt nicht bekleidet haben, sollen aus ihrer Logenzugehörigkeit keine Nachteile erleiden. Soweit sie nicht vor dem 30. Ja­nuar 19 3 3 aus der Loge ausgetreten und nicht vor diesem Zeitpunkt in die NSDAP einge­treten sind, dürfen sie jedoch weder als Be-

Jn Berlin sprach der Reichsgesundheitsführer Dr. Conti. Er erinnerte an den großen politischen und geistigen Umschwung seit 1933. Allerdings habe eine große Gefahr gedroht, nämlich der Geburten- chwund, der jedoch zum Stillstand gekommen sei. Das Erreichte könne aber noch nicht genügen, um die Bestanderhaltung des deutschen Volkes auf die Dauer zu gewährleisten. Um mindestens 6 v. H. müsse die Geburtenziffer noch steigen. Zu den Ausgleichsnotwendigkeiten gehöre auch die weitere Senkung der Säuglings st erb - l i ch k e i t. Einwandfreie Untersuchungen hätten die Möglichkeit ergeben, die Säuglingssterblichkeit auf 4 v. H. herabzudrücken. Im SHul alter zeige ich oftmals das Einsetzen von später wirksam wer­denden Schädigungen wie Zahnverfall, Haltungs­fehlern und nervösen Erscheinungen. In Zukunst würde daher der Gesundheitsdienst der HI. mit dem Schulgesundheitsdienst der staatlichen Gesund­heitsämter eng Zusammenarbeiten. Gerade der Zahnverfall hänge mit der Ernährungsfrage aufs engste zusammen. Die Ausweitung des Ver­zehrs von Vollkornbrot stehe hier im Vor­dergrund. Zum Glück befinden sich hier die Forde- rungen- der Ernährungswirtschaft mit denen der Gesündheitsführung in bester Uebereinstimmung. Das gelte vor allem auch für die gesundheitliche Notwendigkeit, dem ständigen Ansteigen eines nicht mehr nützlichen Fleisch- und Fettverzehrs Einhalt zu gebieten. Der Reichsgesundheitsführer sprach auch von der Notwendigkeit der Abwehr von Gefahren, die sich aus den ungeheueren Anspannungen un­serer gegenwärtigen Zeit ergeben; wenn beispiels- weise heute unsere Frauen wieder in den Wirtschaftsprozeß eingereiht worden sind, so sei ein

mit Begeisterung für den Führer und unser Volk, das leben will und leben muß, Folge leisten. Aus dem Ernst der Stunde und aus der Verantwortung vor unserem Volk befehle ich für den Sommer 1939 d i e Erntehilfspflicht für alle Mit­glieder der Deutschen Studentenschaft.

Keine Ausnahmen

von der Geschwindigkeitsbegrenzung für Krastfahrzeuge.

Berlin, 14.3uni. (DNB.) Zu der Verfügung des Führers über die Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge wird ergänzend mitgeteilt, daß von dieser Verfügung im öffentlichen Ver­kehr keinerlei Ausnahmen zulässig sind. Bei kraftfahrtechnischen und kraftfahrsportlichen Erprobungsfahrten hat sich der Führer in Einzelfällen eine Ausnahmegenehmigung selbst vorbehalten.

Beamte und Logen.

6in neuer Erlaß des Reichsinnenministers.

Hördenvorstände berufen noch als Sach­bearbeiter in Personalangelegenhei­ten beschäftigt werden. Ausnahmen sind zu- lässia. Die Entscheidung über die Einstellung und Beförderung von Personen, die vor dem 30. Januar 1933 aus einer Freimaurerloge usw. ausgeschieden sind, und in der Loge einen höheren als den dritten Grad, eine führende Stelle oder ein Amt bekleidet haben, ist von Fall zu Fall zu treffen. Per­sonen, die erst nach dem 3 0. Januar 19 3 3 aus einer Freimaurerloge usw. ausgeschieden sind und während ihrer Logenzugehörigkeit einen höhe­ren als den dritten Grad, führende Stellen oder Logenämter bekleidet haben, sind grundsätzlich von der Anstellung und Beförderung a u s g e s ch l o s - s e n. Ausnahmen können zugelassen werden, wobei bei Beamten des höheren Dienstes das Benehmen mit dem Stellvertreter des Führers, bei den übrigen Beamten das mit der zuständigen Gauleitung der NSDAP, herzustellen ist. Ohne Zustimmung _ des Stellvertreters des Führers sind frühere Angehörige von Freimaurerlogen ufw. nicht mehr zu ver­wenden als Behördenvorstände und deren stän­dige Vertreter, allgemein als Personalsachbearbeiter, als geschäftsleitende Beamte und deren regelmäßige Vertreter und als Mitglieder von Dienststrafgerich­ten. Maßnahmen auf Grund der bisherigen Vor­schriften bleiben unberührt. Schwebende Verfahren sind, abgesehen von ehemaligen Hochgraden usw., einzustellen. Die Bestimmungen finden auf Nicht­beamtete im öffentlichen Dienst entsprechende An­wendung.

weiterer Ausbau des Mütterschutzes umso dring­

licher.

Die ärztliche Kunst müsse ferner engsten Anschluß an das Empfinden des Volkes haben. Sie werde mehr und mehr die einfachen und natürlichen Ver­fahren einsetzen müssen. Vor kritikloser Anwendung von Arzneimitteln könne nicht genügend gewarnt werden. Schlafmittel, Kopfschmerzmittel beispiels­weise seien viel seltener notwendig als sie ange­wandt werden. Auch die Anwendung schmerzbetäu­bender Mittel während der Geburt gehöre mit zu diesen fast niemals notwendigen und meist schäd­lichen Arzneien. Dr. Conti forderte deshalb ein Heilmittelgesetz, das Mißbräuche gewisser harmloser Mittel" abstelle, und wies auch auf den Wert des neuen Heilpraktikergesetzes hin, das für die Zukunft nur eine einheitliche Heil­kunde zuläßt und denjenigen Heilpraktikern, die den leistungsmätzigen und moralischen Anforderungen der Gesundheitsführung und des Heilpraktikerbundes genügen, die Möglichkeit der Mitarbeit an der Volksgesundheit bietet.

Abschließend betonte der Redner, daß die Ziele der Gesunderhaltung und der Leistungssteigerung ohne eine Erziehung z u persönlich- g e sundhei t s m äßider Lebensführung im einzelnen nicht durchführbar feien Hier liege noch vieles im Argen. Es fei traurig, wie durch über­mäßigen Tabak- oder Alkoholgenuß zahllose Men­schen sich vorzeitig Gesundheitsschädigungen zu­ziehen. Die Gesunderhaltung durch Beibehal­tung planmäßiger Leibesübungen auch bis ins höhere Lebensalter hinein fei für das Volk als Ganzes das Ziel der Führung.

Gesunde Lebensführung!

Oer deutsche Osten und die deutsche Kultur

Tag des deutschen Schrifttums der Gaukulturwoche in Danzig.

will man damit zuflüstern, daß Deutschland vom Südosten aus eine gefährliche Machtstellung aus­richtet und damit soll das Militärbündnis zwischen London, Paris und Moskau so schnell wie möglich und Dach und Fach gelangen. Es sollen nach den Londoner Meidungen man höve! soaar schon in Ostpreußen Schützengräben ausgehoben sein, was wohl aber an vielen Grenzen Europas der Fall sein dürfte. Daß es eine deutsche Ostbefestigung gibt, ist niemals bestritten worden, wir warten nur noch auf die Nachricht aus Warschau, daß auch diese Be­festigungen im Landregen versunken sind. Das groß- mächttge England greift zu den traurigsten Lugen- Meldungen, um seine Politik zu stützen. Gegenwär- tig wird in London der Plan erhoben, einen Jn- formationsminister einzusetzen. Vielleicht wird dieser -die Aufgabe erhalten, die propagandistischen Aktio­nen Großbritanniens etwas geschickter anzufangen als es hier geschehen ist.

Oie Festspiel-

uvd Feierstätte Loreley.

NDG. Im Jahre 1934 wurde auf Anordnung von Gauleiter Sprenger die Hessen-Nassau­ische Spielgemeinschaft für national- sozialistische Feiergestaltung ins Leben gerufen. Unter Leitung des Parteigenossen Heinz Beckmann, Wiesbaden, wurde sie beauftragt, den Bau der Festspiel- und Feierstätte Loreley in Angriff zu nehmen. Am 1. Mai 1934 wurde der erste Spatenstich ausgeführt und dem Reichsarbeitsdienst der Spaten zur Arbeit übergeben. Die künstlerische Gestaltung lag in den Händen des Architekten H. S e n f in Frankfurt a. M.

Etwas abseits vom eigentlichen Loreleyfelsen an einer besonders günstig gelegenen Stelle, an der das Gelände sich in leichtem Gefälle nach dem Rhein neigt, ist die Stätte entstanden. Sie umfaßt 4300 Sitzplätze und 810 000 Stehplätze. Die Anlage ist so geschaffen, daß der Besucher über die Bühne hinweg einen herrlichen Ausblick auf den Rhein hat. Jenseits des Rheintales geben die Hunsrückhöhen eine natürliche Kulisse ab.

Auf den der Feierstätte vorgelagerten Terrassen sind Unterkunftsräume eingebaut worden, die während der Festspiele als Umkleideräume, für die Schauspieler dienen. Die Festspiel- und Fe.er­statte ist mit den modernsten Errungenschaften der Technik ausgestattet. In dem großen Feuerturm, an dem das durch den Bildhauer Bierbrauer in Wiesbaden gestaltete Hoheitszeichen des Reiches sichtbar ist, befindet sich die Transformatorenstation sowie der Beleuchtungsstand. Don hier aus können sämtliche Beleuchtungskörper bedient werden. Die Akustik ist so gut, daß von der Inanspruchnahme einer vorgesehenen Lautsprecheranlage im allgemei­nen Abstand genommen werden kann. Die einzelnen Türme, Bastionen und Unterkunstsräume sind durch Telephonleitung untereinander verbunden, so daß der Spielleiter in der Lage ist, an alle Stellen wäh­rend des Festspiels feine Anweisungen zu geben. Die Unterkunftsräume sind mit einfachen Mitteln geschmackvoll ausgestattet, es fehlt auch nicht an den erforderlichen hygienischen Einrichtungen.

Generalarbeitsführer F a a tz, der Führer des Arbeitsgaues XXV, wird nach nun fünfjähriger Bauzeit bei der Sonnwendfeier am 21. Juni den beim ersten Spatenstich übergebenen Spaten zurückgeben als Symbol dafür, daß die Arbeiten fertiggestellt find. Am 24. Juni findet durch die Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. unter Lei­tung von Generalintendant Meißner als erstes großes Festspiel die Aufführung von Schillers Wilhelm T e l l " statt. Im Sommer werden dann weitere Veranstaltungen stattfinden. Neben Festspielaufführungen werden auch große Partei- veranstaltungen des Gaues Hessen-Nassau dort abgehalten werden.

Immer noch wachsender Bedarf an Arbeiiskrästen.

Berlin, 14. Juni. (DNB.) Ende April 1939 wurden im Altreich rund 21 270 000 beschäftigte Ar­beiter und Angestellte (einschließlich Frauen) gezählt. Im Mai ist eine weitere Steigerung b e s Beschäftigungsgrades um 370 000 einge­treten, so daß Ende des Berichtsmonats mit 21640 000 ein neuer Höchststand erreicht wurde. Trotz der starken Erhöhung des Beschäftigungsstan­des ist keine Entspannung im Arbeits­einsatz eingetreten, da das Arbeitsvolumen in noch stärkerem Maße als die Zahl der Arbeitskräfte gewachsen ist. In einzelnen Gebieten waren in der Landwirtschaft die Frühjahrsarbeiten durch die regnerische Witterung unterbrochen und drängten sich infolgedessen am Monatsende stark zusammen. Trotz des Einsatzes von Arbeitsmännern, Soldaten, Landdienst, Pflichtjahrmädchen und ausländischen Wanderarbeitern bestand noch ein erheblicher Bedarf an Arbeitskräften, der nicht ge­deckt werden konnte. Insbesondere fehlten G e - sindekräfte, geübte Jugendliche und Melker. Auch in der Bauwirtschast und den Produktionsgüterindustrien gestaltete sich die ausreichende Versorgung mit Arbeitern und Angestellten immer schwieriger. Die notwendigen Ar­beitskräfte für staats- und wirtschaftspolitisch wichtige Aufgaben mußten zum Teil im Wege der Dienst - Verpflichtung gestellt werden. Auch in den mei­sten Verbrauchsgüterindustrien hat sich im Mai der Arbeitermangel noch verschärft, doch be­steht hier noch eher die Möglichkeit, bi s h e r nicht erwerbstätige Frauen einzustellen. In der Ostmark und im Sudetenland bat der Anstieg der Beschäftigung besonders starke Fortschritte gemacht.

Infanterieregiment Großdeutschland."

Namenswechsel

des bisherigen Wachregiments Berlin.

Berlin, 14. Juni. (DNB.) Auf dem Kasernen- gclänbe des bisherigen Wachregiments Berlin in Moabit fand die Umbenennung inInfanterie- Regiment Großdeutschland" statt. Der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, schritt die Front ab, um dann in einer kurzen Ansprache den Namenswechsel zu vollziehen:Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht befohlen, daß das bisherige Wachregiment Berlin ab heute den Namen .Infanterie-Regiment Großdeutschland' führt. Möge sich das Regiment dieser hohen Auszeichnung, seines stolzen Namens stets bewußt sein und sich ihrer würdig erweisen." Der Regimentskommandeur Oberstleutnant von Stockhausen dankte für die dem Regiment ausgesprochenen Wünsche und wies darauf hin, daß das bisherige Wachregiment fast

Danzig, 14. Juni. (DNB.) Die Gaukulturwoche in Danzig, die am Dienstag mit der Eröffnung der AusstellungKunst der Hansestädte" begann, widmet die nächsten Tage dem Schrifttum, der Musik, dem Film und dem Tanz.

Am Mittwoch, dem Tag des deutschen Schrift­tums, fanden in Schulen und Betrieben und am Abend in zehn Räumen Dichterlesungen statt. So lasen Joseph Ponten, Hanns Friedrich Blunck, Max Halbe, Heribert Menzel, der Träger des Raabepreises, Gottfried von Finckenttein und andere. In einer Arbeitstagung der Abteilung Schrifttum und Presse der Landeskulturkammer gab Reichsamtsleiter Hagemeyer zum Thema Europas Schicksalskampf im Osten" eine groß- angelegte geschichtliche Schau. Dann sprach Ministe­rialdirigent ^-Standartenführer Berndt über den deutschen Osten und die deutsche Kultur.

Er erinnerte an die noch gar nicht weit zurück­liegende Zeit, in der der deutsche Osten als rück­ständig und kulturlos verschrien war und in der von jüdischen Liberalen das Schlagwort: Ost­elbier geprägt wurde, das die ganze Mißachtung des Großstädters und der übrigen Reichsteile für den Osten zum Ausdruck bringen sollte. Es ist an der Zeit, diesen Begriff zu Grabe zu tragen, so betonte Ministerialdirigent Berndt. Als Kind des Weichsellandes und hier durch zahlreiche Generatio­nen verwurzelt und als Kämpfer für meine Heimat darf ich im Namen aller meiner Landsleute spre­chen, wenn ich heute erkläre: Es gibt keine Ostelbier und hat nie welche gegeben. Und darum fort mit diesem Begriff aus dem Sprachschatz des t>cutfd>en Volkes! Wir Deutsche der alten preu- ßisch-deutschen Ostmark können ohne Ueberheblich- leit feststellen, daß unsere Ostgaue sich sowohl hin­

sichtlich ihrer kulturellen Gestalt als auch ganz be­sonders im Hinblick auf ihren Beitrag zur Kultur des ganzen deutschen Volkes und Raumes mit jedem Gau des Reiches mit Stolz und ohne Minderwertig­keitsgefühle messen können. Es hat sogar Zeiten ge­geben, in denen Deutschlands Kulturleben gerade aus diesen Ostgauen gestaltet wurde und Kräfte erhielt, die die preußisch-deutsche Ostmark zum Kulturbollwerk der ganzen deutschen Nation machten. Wir haben es dabei nicht nötig, Anleihen bei anderen zu machen, wie etwa polnische Kreise heute bei uns, die, nachdem sie den Nürn­berger Meister Veit Stoß und den aus der deut­schen Ordensstadt Thorn gebürtigen Copernikus vergeblich für sich zu reklamieren suchten, nunmehr beginnen, jeden für sich in Anspruch zu nehmen, der jemals auf dem Boden geboren wurde ober wirkte, den sie alshistorischen" betrachten und der täglich wächst, dis er gan<; Europa umfaßt. Zahl­reiche Funde und Ausgrabungen beweisen, daß Goten, Vandalen, Burgunder und andere diesen Boden besiedelten, längst ehe die Slawen hinein- fluteten, bis dann wieder vor 700 Jahren Deutsche das Land in Besitz nahmen und es zu einem blühenden Kulturlande entwickelten.

Es gibt fein Kulturgebiet, auf dem der deutsche Osten nicht Männer hervorgebracht hätte, die die ganze Nation mtt Stolz zu ihren Größten zählt. Unter zahlreichen anderen Immanuel Kant, Schopenhauer, Schleiermacher, Fichte, Herder, Copernikus, Fahrenheit. Gregor Mendel, Kossinna, Gregorovius, Ernst von Bergmann, Hindenburg und Ludendorff, Manfred Freiherr von Richthofen, Schichau, Borsig, Schlüter, Langhans, Knobelsdorff und Eosander, Chodowiecki, Lovis Corinth, Menzel, Friedrich Kayßler, Paul Wegener, Händel, E. T.

Partei und presse.

Das HauptamtPressebetreuung" der Reichspresse, teile der NSDAP, hatte in der vergangenen Woche in Gmunden (Gau Oberdonau) einer Reihe von Hauptschriftleitern und Jnnenpolitikern der deut- chen Presse Gelegenheit gegeben, sich in einem Jnformationskurs an Hand zahlreicher Vorträge maßgebender Persönlichkeiten mit der Stellung der Partei als der Trägerin deutschen Lebenswillens und deutscher Menschenführung zu allen großen Fragen des inneren Werdens der Nation bekannt zu machen. Neben die grundsätzlichen Ausführungen von Sprechern der Zentralstellen der Partei und ihrer Gliederungen traten ergänzende Darlegungen von Männern und Frauen der Praxis aus ihrer vielseitigen Alltagsarbeit, so daß sich ein lückenloses und ungemejn eindrucksvolles Bild von der Intensität ergab, mit der die Partei heute alle Lebensbezirke des deutschen Volkes durchdringt und gleichsam als Ner- venzentrum wie als Motor dafür sorgt, daß national­sozialistischer Geist alle Adern des deutschen Volks­körpers durchpulst. Referenten vom Stabe des Stell­vertreters des Führers, mehrere Gau- und Kreis­leiter, Obergruppenführer der SA. und des NSKK., Sprecher der Deutschen Arbeitsfront, der Reichsjugend­führung, der NS.-Frauenschaft, der NS.-Volkswohl­fahrt und der Reichsgesundheitsführung hatten sich mit einem Vertreter des Oberkommandos der Wehr- macht zusammengefunden, um der Presse aus ihrem Aufgabenbereich zu berichten und wertvolle An­regungen für ihre weitere Arbeit zu geben. Die Zusammenkunft trug durch die sorgfältige Dor- bereitung und verständnisvolle Betreuung ihres Leiters den Charakter herzlicher und freimütiger Kameradschaft, zumal in Schloß Traunstein bei Gmunden in großartiger Parklandschaft mit berücken­dem Durchblick auf See unb Gebirge eine geradezu ideale Herberge für den Kursus, den ersten dieser Art, ausfindig gemacht worden war. Auf Anregung des Gauleiters von Oberdonau Ei grub er, der den Schriftleitern des Altreiches in von Herzen kommenden Worten das Verständnis für die Eigen­art von Land und Leuten der Ostmark erschloß, nahmen die Teilnehmer des Kurses mit besonderer Freude die Gelegenheit wahr, die in der Pracht ihrer frühsommerlichen Frische ungemein reizvoll sich darbietenden Wiesen, Seen und Berge des Salzkammerguts und seine Menschen mit ihrer fröhlichen Gastlichkeit kennenzulernen und liebzu­gewinnen. Auch das bedeutete eine Weitung des Blickes, die der Arbeit des politischen Schriftleiters dienen wird. Fr. W. L.

Hoffmann, Jakob Böhme, Marfin Opitz, Simon Dach, Gustav Freytag, Hermann Sudermann, Arno Holz. Halbe, Carl und Gerhart Hauptmann, Wil­helm Stehr, Max von Schenkendorf, Ernst Moritz .Arndt, Heinrich von Kleist, auch Lessing ist dem ostdeutschen Kulturraum zuzurechnen. Wir Deutsche im Osten, so schloß Ministerialrat Berndt, können eine Kulturleistung unter Beweis stellen, ohne die unser Volk arm wäre, eine Kulturleistung, von der vieles zum kostbaren Besitz der Menschheit gehört. Wenn heute Ansprüche auf den Boden unserer Heimat erhoben werden, dann mögen diejenigen, die sie erheben, beweisen, welche Leistung sie auf die­sem Boden vollbrachten. Wir können dieser Beweis­führung ohne Sorge und mit Stolz entgegensehen. Deutsch war zu allen Zeiten unsere Heimat und ihre Kultur, deutsch ist sie heute, und deutsch wirb sie für alle Zukunft fein. Dafür bürgt uns heute der Mann, der Großdeutschland schuf, und der der größte Wegbereiter und Förderer der deutschen Kul­tur in der Geschichte unseres Volkes ist: unser Führer Adolf Hitler.

Wirtschaftlichkeit

in der Verwaltung.

In derDeutschen Verwaltung", einem Organ des NS.-Rechtswahrerbunbes, erörtert Staatssekretär Waldmann (Stuttgart), daß auch die Verwaltung sich dem Ruf nach größerer Wirtschaftlich- k ej t nicht entziehen könne. Don einer Wirtschaft- lichkett der Verwaltung könne man nur sprechen, wenn der Aufwand im Verhältnis zu dem für das Volk zu erwartenden Nutzen steht und wenn in der Organisation und im Einsatz von Menschen und Sachen die Grundsätze einer sparsamen Wirt­schaft angewandt werden. Es gelte, Ueberschnei- düngen zu vermeiden und damit Ursachen des Leer­lauf ober gar der Geschäftsvermehrung zu beteili­gen. Wer die Verwaltung nicht genau kenne, fei gern geneigt, eine andere Form der Geschäftsab­wicklung zu fordern. Er klage über Bürokratismus. Meist werde aber Bürokratismus mit in langer Zeit gewachsener und aus reicher Erfahrung wohl abgewogener Ordnung verwechselt. Ohne Einhal­tung einer nicht ohne Grund entftanbenen Ordnung sei das auch bei richtiger Auf gäbe n ver teilung nötige Zusammenwirken einzelner Zweige der Verwaltung nicht gesichert, ohne eine gleichmäßige Anwendung des Rechts sei das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu gewinnen. Besondere Bedeutung komme dem persönlichen Verkehr der einzelnen Volksgenossen mit den Behörden zu. In der Gemeindeinstanz sei eine persönliche Vorsprache der Volksgenossen bei der Behörde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch erwünscht. Bei manchen Aufgaben fei sie auch in der Kreisinstanz der Sache förderlich. Sie erübrige sich aber bei ben höheren Instanzen nahezu in allen Fällen, wenn die Behörden der unteren Instanzen richtig organisiert und richtig besetzt seien. Bedauerlicherweise yabe sich allmählich in der Be­völkerung die Meinung gebildet, daß es gar nicht zweckmäßig sei, sich an die in erster Linie zustäiünge Behörde zu wenden. Der geordnete Gang der Ver­waltung verlange aber gebieterisch, daß Zuständig» ketten gewahrt bleiben und daß überflüssiger persön­licher Verkehr unterbleibt.

Keine falsche Verwendung von Kinderbeihilfen.

Nbz. Der Reichsfinanzminister hat zu den Kla­gen Stellung genommen, daß sich die Fälle mehren, in denen bie laufenden Kinderb eibil« f e n, die das Reick gewährt, nicht zur Besse» rung der wirtschaftlichen Lage der Fa­milie verwendet werden. Der Minister ver­weist darauf, daß die Finanzämter von Zeit zu Zeit Erhebungen über die zweckmäßige Ver­wendung der Kinderbeihilfen anstellen, wenn nach dem Leumund der Ellern Bedenken bestehen, daß die Beihilfen zum Besten der Kinder oerwenbet werden. Es dürfe unter keinen Umständen vorkom« men, daß die Gewährung von Kinderbeihilfen zu einem Nachlassen des Arbeitseifers führt oder daß bie Kinber einer bisherigen Arbeit entzogen wer­den, Dank der Mitarbeit der Partei, insbesondere des Rasfenpoljfischen Amtes, wird es in Zutuns