Ausgabe 
15.6.1939
 
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wäfcht Hände

STÜCK 18PFG.

möglich fein, in stärkerem Maße erzieherisch zu wirken und Unwürdige aus dem Kreis der Beihilfs, empfänger auszuscheiden. Die Zahl der Familien, die vom Reich laufende Kinderbeihilfen erhalten, beziffert sich gegenwärtig auf rund 1,3 Millionen.

Prinzessin Johanna von Hessen f.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, ist dort am Mittwochvormittag die kleine Prinzessin Johanna, das einzig überlebende Kind des Erb- großherzogs Georg Donatus und der Erbgroßherzo- gin Cäcilia im Älter von 2% Jahren an tuber­kulöser Hirnhautentzündung im Eleonorenheim des Alicehospitals g e st o r b e n. Damit ist nunmehr auch das letzte Familienglied der erbgroßherzoglichen Familie dahingerafft worden.

Die Nachricht wird jedem Mitfühlenden die Er­innerung an den schrecklichen Nooembertag vor zwei Jahren und an das grausige Flugzeugunglück

B u d a p e st, 14. Juni. (Europapreß.) Unter feierlichem Gepränge wurde im Parlamentsgebäude die neue Sitzungsperiode des ungarischen Reichs­tags durch eine Botschaft des Reichsverwesers v. Horthy eröffnet. Die Ehrenlogen, in denen die Vertreter des offiziellen Ungarns und des diploma­tischen Korps Platz genommen hatten, boten ein farbenprächtiges Bild. Punkt zwölf Uhr kündeten Trompetensignale den auf dem Parlamentsplatz auf- marschierten militärischen Formationen die Ankunft des Reichsverwesers an, der unter den Klängen der Nationalhymne die Front der Truppen abschritt. Don der Ehrentribüne des Kuppelsaales verlas so­dann der Reichsverweser seine Eröffnungsbotschaft, die auch durch Rundfunk übertragen wurde.

Horthy würdigte zunächst die Bedeutung der in den letzten Monaten erfolgten Rückkehr des ungavi- schen Oberlandes und der Karpathoukraine. Der Reichsverweser betonte mit großem Nachdruck, daß die freundschaftlichen Gefühle zwischen den Ungarn und den fremdsprachigen Mitbürgern stets gepflegt werden müßten. Als Hauptprinzip des nationalen Lebens bezeichnete Horthy die Stärkung nach innen und die Unabhängigkeit und Selbständigkeit nach außen. Der neue Reichstag müsse vor allem Gesetze bringen, die dem sozialen Frieden und der Eintracht dienten und den Kern der gesunden Ge­meinschaft, die Familie, stärkten. Das wichtigste Unterpfand der Freiheit und Größe Ungarns sei neben der sozialen und wirtschaftlichen Stärkung eine gut ausgerüstete Landesverteidigung. Die Erkämpfung der militärischen Gleichberechtigung und das neue Landesverteidigungsgesetz seien nur die ersten Schritte auf dem Wege zu einem voll­kommenen Ausbau der Landesverteidigung.

Die ungarische Nation, die ein Jahrtausend lang harte Kämpfe um ihre Unabhängigkeit und Selb-

von Ostende wachrufen, dem die großherzogliche Familie auf dem Wege zur Hochzeit des Prinzen Ludwig in London zum Opfer fiel. Die kleine Prinzessin Johanna, damals vierzehn Monate alt, verlor an diesem Tage beide Eltern, zwei Brüder und die Großmutter. Prinz Ludwig und seine junge Gemahlin hatten sich der kleinen Waise sogleich nach der Katastrophe angenommen und hingen mit zärt­licher Liebe an dem Kinde.

Die ganze Darmstädter Bevölkerung bangte seit Tagen mit dem jungen Paare um das zarte Leben der kleinen Prinzessin, das nun doch einer Der heim­tückischsten Krankheiten zum Opfer gefallen ist. 2.* ärztliche Kunst erwies sich als machtlos. Das Schick­sal des ehemaligen hessischen Fürstenhauses mag manchem unfaßbar erscheinen; weit über Darm­stadt hinaus aber wird der Tod der kleinen Prin­zessin Johanna im ganzen Hessenlande tiefe Trauer und inniges Mitgefühl wecken.

ständigkeit habe führen müssen, müsse vor allem, gestützt auf die eigene Kraft, ihre Mission im Donaubecken im Interesse des Glücks und des Friedens der Völker erkennen. Zu dieser Mission müsse Ungarn Freunde haben.Mit Dank und Zufriedenheit denken wir an jene großen Ergebnisse, die wir, gestützt auf die Freundschaft Italiens und auf die Freundschaft des alten treuen Waffen­bruders Deutschland erreichen konnten. Wie bisher, so wollen wir auch in Zukunft mit beiden mächtigen, miteinander verbündeten, befreundeten Staaten im Interesse des großen Werkes eines gerechten Friedens gemeinsame Wege gehen."

Mit Polen, das wieder Ungarns Nach­barland geworden fei, verknüpften Ungarn un­geschriebene Gesetze auf Grund einer aus historischen Traditionen entstandenen aufrichtigen Freundschaft. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolge Ungarn alles, was zwischen Ungarn und Jugo- lawien eine Atmosphäre des Vertrauens schuf­en könne. Darüber hinaus reiche Ungarn freund- chaftlich die Hand jeder Nation, die beweise, daß sie gutwillig sei. Ungarn pflege sorgfältig nach jeder Richtung seine kulturellen und wirtschaftlichen Bezie­hungen und wolle zur Schaffung des Friedens der Völker und Länder beitragen.

Die Ursache der großen Spannung in Europa liege zweifellos in den Pariser Friedensdik­taten. Der Reichsverweser wies dann darauf hin, daß an die Stelle der gescheiterten Abrüstung ein fieberhaftes Wettrüsten getreten sei. Trotzdem gebe es kein Problem, das nicht mehr oder weniger auf friedlichem Wege ge­löst werden könne. Man müsse zusammentreten und jede Frage, die Keime eines Konfliktes in sich berge, mit Wohlwollen und ruhig durchberaten.

abzutreten. Der Verein hatte das Grundstück aufdie Dauer von 20 Jahren gepachtet. Sein Besitz wurde ihm jetzt in dieser Form ent­eignet mit der Begründung, er habe nicht nur portliche Veranstaltungen in diesem Stadion durchgeführt. Die Veranstaltung, die zum Anlaß der Klage genommen wurde, war eine Sonnwend-

e i e r.

Zwei neue Armeekorps für Albanien

Rom 14. Juni. (Europapreß.) Die Vereinigung Albaniens mit Italien bringt eine erhebliche Der- tärkung des italienischen Heeres mit sich. Zur mili­tärischen Organisierung Albaniens wird ein Ober- kommando mit einem Armeegeneral an der Spitze geschaffen. Es werden zwei neue Ar­me e k o r p s mit einergepanzerten Division" ge­bildet.

Kleine politische Nachrichten.

Mussolini hat den deutschen Botschafter emp­fangen, der ihm zur Erinnerung an die große deutsche Buchausstellung in Rom als Geschenk des Reichsministers Dr. Goebbels einen Pracht­band der Faksimileausgabe des Manes­sischen Manuskripts überreichte. Der Duce, der sich lebhaft für diese Sammlung der be­deutendsten Lieder deutscher Minnesänger inter­essierte, sandte an Dr. Goebbels folgendes Tele­gramm: .Lebhaftesten Dank für die herrliche Manes- ische Handschrift, die Sie mir als Zeichen der Freundschaft geschickt haben. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner herzlichen Freundschaft."

*

Reichsminister Dr. Frank wurde in Begleitung des deutschen Gesandten Dr. von Renthe-Fink von König Christian X. von Dänemark empfangen. *

Eine polnische und eine türkische Mi­litärmission weilen in London. Die pol­nische Mission wird von dem General R a y s k i und die türkische Mission von dem Genneral O r b a y geleitet. In dem Programm für beide Missionen ind Besuche bei der 4. Division in Colchester, bei )er Artillerieschule in Larkhill und bei Panzer­divisionen vorgesehen. *

Eine englische Militärabordnung un­ter Führung von Brigadegeneral O. M, Lund ist in Ankara eingetroffen. Wie es heißt, handelt es sich um einetechnische Abordnung", die die Auf­gabe hat,Verteidigungssragen von gegenseitiger Bedeutung" zu studieren.

Das Studium der Frau.

Der Pressedienst des Reichsstudentenführers schreibt, daß die Arbeit in den Studentinnengruppen des NSD.-Studentenbundes mit ihren politisch wie erzieherisch wertvollen Aufgaben in Fabrikdienst und Landdienst, Sanitätsdienst und Einsatz in der NSV. versuche, mit der wissenschaftlichen Arbeit zusammenwirkend einem Frauenbild nachzustreben, das .tatkräftige, berufliche Einsatz­fähigkeit mit Fraulichkeit verbindet. Wenn in manchen Fällen die Fraulichkeit zu Gunsten wissenschaftlicher Arbeit verdrängt werde oder um­gekehrt die wissenschaftliche Leistung einer Frau, au einem bestimmten Gebiet ausbleibe, so liege das fast immer nur an einem falsch gewählten Studienfach. Daß die Frau auf vielen Gebieten dasselbe leistet wie der Mann, sei unbestritten. Auf manchen Ge­bieten lasse sich allerdings ein Unterschied nicht ver­leugnen. So sei das technisch-konstruktive Denken, das technische Erfinden, vorwiegend Männerbega­bung. Somit würden also die Mehrzahl aller tech­nischen Berufe und Studienrichtungen, zu einem Teil auch die technische Physik und Chemie, als im allgemeinen gangbares Frauenstudium ausscheiden müssen. Auch das Gebiet der rein verstandesmäßigen Denkarbeit, wie wir sie etwa beim Rechtsstudium vorfinden, dürfte nicht in der Deranlagungsrichtung der Mehrzahl der Abiturientinnen liegen. Dagegen komme die Frau vor allem für die Heil- und Erziehungsberufe, als Aerztin. Lehrerin ufro., in Betracht. Nachweisbar fei die Durchschnitts­leistung der Studentinnen im medizinischen Staats­examen schon besser gewesen als die des Studenten. Absolut gleichwertig ständen sich beide Geschlechter in den Erziehungsberufen, vor allem im Volksschullehrerberuf, gegenüber. Erfreu­licherweise sei das Interesse der Abiturientinnen an diesen beiden Berufsgruppen immer schon rege ge­wesen. Auch einige andere Berufe, wie Biologie, Fremdsprachen, Volkswirtschaftslehre und Germa­nistik, würden von den Abiturientinnen , immer wieder begehrt, ebenso die rein künstlerischen Berufe. Im einzelnen wird der Beruf der wissen­schaftlichen Bibliothekarin als wenig aus­sichtsreich bezeichnet, ebenso das Studium der Ge­schichte als Einzelstudium. Auf dem Gebiet der Leibesübungen würden die Möglichkeiten, die, abgesehen vom höheren Lehramt, bestehen, häufig überschätzt. In neuerer Zeit sei als Frauenstudium sehr begehrt das Spezialstudium der Fremd­sprachen mit dem Ausbildungsziel der akademisch geprüften Uebersetzerin ober Diplomdolmetscherin.

Laudwirischastliche Themen studentischen Wettkampfes.

Wenn man einen Blick wirft in die Liste der Reichssieger und Reichsbesten im 4. Reich 5 be - rufswetttarnpf der deutschen Studen­ten, so ist es erfreulich festzustellen, daß sich ein wesentlicher Teil der ausgezeichneten Themen mit Fragen des Dorfes, der Landbevölkerung und der Landarbeit beschäftigt. So finden wir unter den Reichssiegern folgende Studentenführun- gen: Universität München mit dem Thema Die Vererbung des bäuerlichen Grundbesitzes und das Schicksal der weichenden Erben im rechtsrhei­nischen Bayern vor und unter dem Reichserbhof­gesetz" und Technische Hochschule Mün­chen:Struckturwandlungen einer Gemeinde im bayerischen Oberland". Unter den Reichsbesten fin­den wir die Studentenführung der Hochschule für Lehrerbildung Oldenburg mit dem bemerkenswerten ThemaFeste und Feiergestal­tung in der Dorfgemeinschaft", weiter Univer­sität Berlin:Das zahnärztliche Ergebnis der 'Dorfuntersuchungen in Flatow", undDie Lebens­kreise der grenzmärkischen Dörfer Schwenke, Neu- schwente, Kleschin, Wonzow im Kreise Flatow", fer­ner die Universität Innsbruck mit einem BergbauernproblemBergbauern im Stubai, Volk, Raum und Wirtschaft" und Universität Würzburg mitDer Beitrag zum Gesundheits­zustand der Frau in der Landwirtschaft (Notstands­gebiete) und in der Fabrik". Daß die land- und joisftvirtschcrftlichcn Hochschulen jozujagcn bei ihren

Leisten bleiben, ist selbstverständlich. Bemerkenswert ind schließlich auch die vornehmlich von den o ft - märkischen Hochschulen angeschnittenen Grenzlandfragen:Lebensfragen der Grenzbevölke- rung" (Universität Graz) undDas Marchfeld. Dolkliche Zusammensetzung und Bodenbesitzverhält­nisse eines Grenzlandes" und schließlichDie poli­tische Erziehung der Landmädel und Landfrauen an der Ostgrenze" (Hochschule für Lehrerinnenbildung Hannover). Das sind nur die ausgezeichneten Arbeiten, sicherlich sind noch viele andere wertvolle oorgelegt worden, die sich mit Land fragen beschäf­tigen. Bei einer großen Zahl von Arbeiten liegen bereits heute die konkreten Wege ihrer Auswertung durch Veröffentlichung ober durch Verwirklichung vor. Die Maschine hilft dem dauern.

Der Staatssekretär im Reichsernährungsministe­rium, Herbert Backe, erklärt in der Zeitschrift des Reichskuratoriums für Landtechnik, landtechnische Kenntnisse und Verständnis für Maschinen gehören heute genau so zum tüchtigen Bauern, wie Er­fahrung in der Ackerwirtschaft und Verständnis für die Viehzucht, und niemand kann heute mehr Höchstleistungen erzielen, der nicht jedes brauchbare technische Mittel einsetzt. Sie ist eines der wirk­samsten Mittel gegen die Landflucht, denn sie er­leichtert und verkürzt die Arbeit und ist en unent­behrlicher Helfer bei der Intensivierung der Be­triebe. Eines aber kann s i e nicht und soll sie nicht: Den Menschen in der Landwirtschaft ersetzen! Wer Maschinen kauft und seinen Betrieb mecha­nisiert, nicht um zu einer höheren Leistung zu kom­men, nicht um seinen Betrieb zu intensivieren, sondern nur bas Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Arbeitskräften die bisherige Wirtschaftsweise fortzuführen, hat den Sinn und den Zweck der Landmaschine nicht verstanden und wird diese man­gelnde Einsicht früher ober später teuer bezahlen müssen. Wer Landmaschinen einsetzt, muß alle Möa- lichkeiten zur Steigerung der (Erträge, die ihm diese starken und leistungsfähigen Helfer bieten, aus- nutzen, muß seinen Betrieb den neuen Möglichkeiten

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anpassen und muß mit dem Kopfe das mehr leisten, was sie ihm an Knochenarbeit ersparen. Die Maschine soll den Dauern und die Bäuerin freier machen von schwerster körperlicher Arbeit, sie soll die Arbeitsbedingungen des Landarbeiters denen des Industriearbeiters weiter anpassen und dazu helfen, die Leistung der einzelnen Arbeitskraft zu vervielfachen. Sie kann das aber auf die Dauer nur, wenn die ersparte Arbeitszeit, die ersparten Kräfte an anderer Stelle im Betrieb mit Verstand und Nutzen wieder eingesetzt werden.

Landfrauenarbeit in aller Welt.

Noch immer gehört die Arbeit der Landfrau zu den w i ch ti g st e n Berufstätigkeiten in allen Län­dern. Ueberaü ist zudem die Bäuerin die Mutter einer großen Kinderzahl; denn noch immer schenkt ie ihrem Volk die meisten und gesündesten Kinder. Der gleiche Aufgabenkreis, der den Landfrauen i n allen Ländern auferlegt ist, hat sie nun zu der Ueberlegung geführt, baß die gegenseitige Kenntnis ihrer Arbeit und ihrer Anschauungen, ihrer Sitten und Gebräuche, ihrer Bedürfnisse und Aufgaben nur von Nutzen sein kann. Diese Erkennt­nis hat sie weiter veranlaßt, ihre Erfahrungen regel­mäßig und in gewissen Zeitabständen miteinander auszutauschen. So kamen die Kongresse des Weltlandfrauenbundes zustande, der alle drei Jahre seine Tagungen abhält. Gegenwärtig treffen sich in London Tausende von Vertrete­rinnen aus dem Bauerntum und der Landwirtschaft zahlreicher Staaten, wo sie die im Augenblick in allen Ländern gleichzeitig auftretenben Fragen der Lanbflucht unb ber II e b e r b e I aft u n g ber Landfrau unb ihre Folgen besprechen. Mit ber zunehmenben Jnbustrialisierung und ben fteigenben Bedürfnissen der Menschen haben sich zudem überall die Aufgaben der Landfrau vermehrt. Es kommt darum in allen Ländern in erster Linie darauf an, Mittel zu finden, urrt die Arbeit ber Landfrau zu erleichtern. Diesem Zweck bient auch der gegenwärtig tagenbe Kongreß.

Aus aller Welt.

Neuer deutscher Bergsleigersieg im Himalaja.

Deutsche Bergsteiger feierten im Himalaja einen neuen Sieg über bie Naturgewalten. Die brei Münchener Bergsteiger Ernst Grob, Herbert Paibar und Ludwig Schmaderer konnten wie bieMünchener Neuesten Nachrichten" er­fahren im Sikkim-Himalaja nach siebentägigem Ringen am 29. Mai ben Gipfel bes 7363 m hohen Tent Peak erfteigen, ber als ber schönste Sieben­taufender im Gebiet desCantfch" gilt und bisher noch nicht erstiegen werden konnte. Alle früheren Angriffe auf den Tent Peak waren weit unterhalb des Gipfels gescheitert. Genau vier Wochen nach ihrer Abreise von Darjeeling haben die drei Deut­schen ihr Ziel erreicht. Sie haben damit zu den fünf bisher von deutschen Bergsteigern im Himalaja und im Karakorum erstiegenen Siebentausendern! einen sechsten erobert.

Starker Schneefall im Gebiet der Grohglocknerstrahe.

Auf der Großglockner-Hochalpenstraße ist bis auf 1000 Meter herab starker S ch n e e f a l1 eingetreten. Die Schneeräummaschinen mußten in Tätigkeit treten, und ber Verkehr über bie Scheitelstrecke ist vorläufig gesperrt.

Jube wegen Vorbereitung zum Hochverrat hingerichtet.

Berlin, 14. Juni. (DNB.) Die Iustizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksge­richtshof wegen Vorbereitung zum Hoch­verrat unter erschwerenben Umständen zum Tobe verurteilte Herbert Israel Michaelis aus Ham­burg ist heute morgen hingerichtet worben. Der wegen Betruges vorbestrafte Jube Michaelis hat es im Dienste der Kommunistischen Jnternatilk

Oer erste Tag der Blockade in Tientsin.

Tientsin, 15.Juni. (DNB. Funkspruch. Ost- asiendienst.) Der erste Tag der über die englische unb französische Niederlassung in Tientsin verhäng­ten Blockade ist ohne Zwischenfälle verlau­fen. Das japanische Militär riegelte planmäßig alle in die Konzessionen führenden Straßen ab. Infolge des Abstoppens des gesamten Auto- und Straßen­bahnverkehrs herrscht in den Straßen ein Chaos, das dadurch noch gesteigert wird, daß Zehntaufende von Angestellten, Arbeitern usw. die im Haupt­geschäftsviertel der englischen und französischen Nie­derlassungen liegenden Arbeitsplätze nicht auf - suchen können. Ebenso sperren Marinemotorboote die Zugänge zu den Landeplätzen an den Ufern des Peiho-Flusses ab. Der Fluß ist durch die angehalte­nen zahlreichen Boote, Dschunken und Schifte ver­schiedener Größe völlig v e r st o v f t. Das Ge- Ceschäftsleben ruht ausnahmslos. Diele Kaufleute haben ihre Läden geschlossen unb trafen in Dairen ein.

Der in letzter Minute von England gemachte Vor­schlag, die (Streitfragen durch die Einsetzung einer gemischten Kommission zu regeln, ist von den Japanern a b g e l e h n t worden. Das Blatt der Kwantung-Armee schreibt, daß die eng­lische Intransigenz die Enftchlossenheit der japani­schen Armee, mit anachronistischen Einrichtungen aufzuräumen, nur noch steigern unb zum unwider­ruflichen Verlust des englischen Einflusses im Fer­nen Osten führen werde. Japan könne bei seinem Kampf um sein zukünftiges Schicksal das Fort­bestehen der internationalen Niederlassungen, die sich als Herd der Kriegsverlängerung und antijapani­schen Aktionen erwiesen, n i ch t d u l d e n. Es werde sein Schwert nicht eher zurückziehen, als bis die Frage in japanischem Sinne gelöst ist.

Englische Sorgen.

London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ein- gehend schildern die Blätter, daß die in der britischen Niederlassung in Tientsin lebenden Engländer prak­tisch von der Außenwelt abgeschnitten sind unb be­reits Lebensmittelknappheit in Tientsin nach 24ffün- biger Belagerung eingesetzt hat. Die chinesischen Kulis weigerten sich, Lebensmittellieferungen an bie Niederlassung zu übernehmen. Größte Sorge hat in London jedoch bie Erklärung bes japanischen Sprechers in Tientsin ausgelöst, daß es sich nicht lebiqrid) um einen Streik über vier chinesische Terra - riftm handelt, sondern daß die Einstellung Englands zu Japans Interessen in China i m ganzen auf­geworfen sei. DieTimes" schreibt: Man sähe fol­gende Ziele Japans: Erstens positive britische und französische Mitarbeit bei der Errichtung ber japa­nischen neuen Ordnung im Fernen Osten, zweitens Abstellung der britischen Unterstützung für die chine­sische Währung, drittens Zulassung projapanischer Bücher in allen Schulen der Niederlassung. Man habe, sagt dieTimes" dazu, eine Bereinigung bes Streitfalles über bie vier Chinesen für möglich ge­halten, aber über die großen japanischen Wunsche könne es fein Kompromiß geben. Es fei unvorftell- bar, daß bie britische Regierung einer Intervention zustimme bie sie wiederholt mit anderen verdammt habe. Japan scheine sich daran zu machen, Englands Stillhalten bei einer Politik durchdrücken zu wollen, die England und andere Mächte weder teilen noch unterstützen noch gutheißen können oder werden. Alles hänge jetzt davon ab, ob Tokio diese Dinge amtlich bestätige.

Die Blätter sind sich einig, daß die britische Regie­rung zunächst einmal lediglich an wirtschaft­liche Gegen maßnahmen denke, vor allem Strafzölle Mr japanische Waren, Hafenverbot für

japanische Schiffe unb ähnliches. Sollte sich die Lage noch weiter verschlechtern, so schreibt berDaily Expreß", bann werde man ausreichende Maß­nahmen ergreifen, um die britischen und franzö­sischen Bürger in Tientsin zu schützen. Das Matt zählt dabei Sie seines Erachtens besonders eindrucks­volle Streitmacht der Engländer auf: Fünf Kreuzer, neun Zerstörer, ein Flugzeugmutterschiff, 17 U-Boote unb 1000 Soldaten in Tientsin.

Abwartende Haltung Amerikas.

Washington, 14. Juni (DNB.) Außenminister Hüll deutete an, daß bie Vereinigten Staaten eine abroartenbe Haltung einnehmen werben, lieber Vorstellungen, bie das Generalkonsulat in Tientsin und die Botschaft in Tokio erhoben haben, wird man vorläufig nicht hinausgehen. Man beab­sichtigt vor allem keine demonstrative Entsendung des asiatischen Geschwa. b e r s. Hüll erinnerte daran, baß private amerika­nische Handelsschiffe bie Zone in China, wo Kriegs­handlungen ftattfinben, auf eigene Gefahr anlaufen, falls sie Kriegsmaterial nach China bringen wollen. Den Handelsbampfern ber Bundes­regierung ist die Beförderung von Kriegsmaterial nach China schon seit längerer Zeit verboten. Im Zu­sammenhang mit der Frage der Uebemahme eines Schiedsrichteramtes durch bie Vereinigten Staaten zur Beilegung des britisch-japanischen Konfliktes macht man allerdings in Washington keinen Hehl daraus, daß bie amerikanische Regierung in eng­ster Verbindung mit der englischen unb französischen Regierung ft?bt. Die amerikanische Regierung sei ebenso wie die englische unb französische an einer schnellen Beilegung des Konflikts interessiert, ba der amerikanische Handel in Norbchina, der zum größten Teil über die eng­lische Konzession laufe, durch bie Blockade aufs schwerste betroffen werde.

GasencuS Verhandlungen in Ankara.

Ankara, 14. Juni. (DNB.) Der rumänische Außenminister Gafencu erklärte Pressevertretern: Als diesjähriger Vorsitzender der Balkanentente liege ihm daran, über die Einigkeit, die politische Unabhängigkeit unb ben Frieben in diesen Ländern zu wachen. Er habe darin die völlige Uebereinstim- mung des türkischen Außenministers feststellen kön­nen. Die Balkanentente umfasse nicht alle Balkan­staaten, schließe jedoch niemand aus und sei gegen niemand gerichtet. Die Politik der offenen Tür werbe ohne febes Zaubern, aber auch ohne Schwäche befolgt. Um der Balkanentente zu dienen, sei in Aussicht genommen worden, ein Institut in Istanbul zu errichten zum Studium ber wirtschaft­lichen, kulturellen, geographischen und politischen Interessen unter den Balkanländern.

Oas Kattowiher deutsche Stadion enteignet.

K a 11 o w i tz , 15. Juni. (DNB.) Die polnischen Uebergriffe auf die Rechte der deutschen Volksgruppe unb auf deutsches Eigentum, die systematische For­men angenommen haben, werden durch einen neuen bezeichnenden Fall vermehrt. Der 1. FC. Kattowitz, der einzige deutsche Fußballoerein in Polen, wurde am Dienstag von einem Zivil- gericht verurteilt, das von ihm im Jahre 1932 mit großen finanziellen Opfern errichtete Deutsche Stadion an die Grundstücksbesitzerin, eine staat­lich kontrollierte polnische Interessengemeinschaft,

Eröffnung des ungarischen Reichstags.

Oer Reichsverweser über Ungarns außenpolitische Stellung an der Seite der Achse.