Ausgabe 
15.6.1939
 
Einzelbild herunterladen

Donnerstag, 15.Iuni 1939

Ur. 137 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Spanisch-marokkanische Waffengemeinschaff

Von unserem di.-kkorrespondenten.

Kameradschaften.

ZndividuaiitA und Gemeinschafl

das Wissen die Gläubigkeit ertötet.

Vielleicht sei das die höchste Staatstugend, auch da gläubig zu gehorchen, wo'das Wissen und dec Verstand aus der Perspektive des einzelnen heraus einen anderen Weg zu weisen schienen. Unter dec älteren Generation werde es freilich manchen ge­ben, dem diese Forderung fast unerfüllbar scheine, wenn auch der weitaus größte Teil unsere Volkes diese Disziplin bereits besitze. Die studentische 3ut gen aber müsse ihre große politische Gegenwarts^ aufgabe darin erblicken, die' Erfüllung dieses Grund­satzes zu erleben. Damit erledige sich der Intellek­tualismus von selbst.

Die großen Aufgaben, vor die uns die Zukunft des Reiches stelle, könnten nur durch das Zusam­menwirken von Intelligenz, Fleiß und Idealismus gelöst werden. Dem geistigen Ar­beiter falle dabei eine führende Rolle zu, und das Volk erwarte von ihm, daß er seine Aufgaben er­fülle. Diesem Volke habe alle Arbeit zu gelten, dem­selben Volke, dem jeder einzelne als Glied dec großen Gemeinschaft angehöre. Weil aber auch das Heer der geistigen Arbeiter sich nur aus dem Volke heraus rekrutieren könne und müsse, dürften materielle Schranken den Weg zur Bildung nicht mehr verbauen. Jedem Fähigen müsse der Weg offen st ehen: Bildung dürfe nicht nur abhängig fein von Besitz. Damit schwinde auch mit einem Schlage der Bildungsdünkel, und die Intelligenz sei dann in Wahrheit nichts anderes mehr als ein Stück Volk. Das sei von jehey die große Lehre der Partei gewesen, die heute ge­nau so mitten im Volke stehe, wie sie vom Volks ausgegangen fei. Sie, die für das Volk die politische Führung stelle, habe in sich ja bereits alle Klassen und Stände vereint und sei so gewissermaßen die Klammer für die große Volksgemeinschaft geworden. Der Führer, der seinen Weg abseits des amt­lich vorgeschriebenen Bildungsganges gemacht habe, achte und ehre das Schaffen des geistigen Arbeiters durchaus. Auch für die geistig Schaffenden aber, genau so wie für jeden anderen Deutschen, mühe es höchstes Ziel sein, ihm, dem Führer, zu ge­horchen. Das sei die Parole auch für den geistigem Arbeiter.

zur völligen Selbstvernichtung geliefert haben würde, hatte nicht der Führer diese Gefahr recht­zeitig erkannt und gebannt.

Auch der geistige Arbeiter müsse das einsehen und gerade er müsse erkennen, daß sein Platz mitten in der Gemein­schaft sei und daß sein ganzes Wirken dieser Gemeinschaft zu gelten habe. Aebrigens müsse man klar die Grenzen sehen, die dem geistigen Arbeiter gesetzt seien, damit man nicht dem Fehler einer falschen Einschätzung oder einer Ueberwertung verfalle, und damit keine Kluft zwischen Individualität und Gemeinschaft aus­brechen könne. Es fei nicht richtig, daß die Welt mit wenig Intelligenz regiert werde... Aller­dings habe die Intelligenz allein noch keinen be­deutenden Staatsmann geschaffen. Wo sich die Namen großer Völkerlenker in das Buch der Geschichte eingegraben hätten, da seien vielmehr Genie und Fleiß gepaart gewesen. Auch die Gesinnung allein könnte die Probleme nicht meistern. Es mühte selbstverständliche Grundvoraussetzung für die Bewertung jedes gei­stig schaffenden Menschen sein, daß er gesin­nungsmäßig in seinem Volk fest verankert ist.

Wohl habe auch im nationalsozialistischen Staat der schöpferische Mensch ein Recht aus Ein­samkeit, um sich neue und große Erkenntnisse zu erschließen. Aber diese Einsamkeit dürfe n i e S e l b st z w e ck werden, sondern der Weg werde

zurückführen, und die in der Einsamkeit ge­wonnenen Erkenntnisse müßten so auch dieser Ge­meinschaft dienen, <5onft. sei es unausbleiblich, daß Kunst und Wissenschaft weltfremd würden, da fie kein Organ mehr hätten, um das Volk zu verstehen, und daß sie deshalb auch nicht mehr vom Volk ver­standen werden könnten. Dann sei der Konflikt zwi­schen Individualität und Gemeinschaft unvermeidlich, und das traurige, aber zwangsläufge Ergebnis dieser Entwicklung der sogenannte Intellekt t u e l l e. Vor dem intelligenten Menschen, vor dem fleißigen, anständigen, in seinem Volke lebenden gei- 1 ftigen Arbeiter werde niemand jemals die Hochachtung verlieren. Beim Intellektuellen dagegen, bei dem dec Verstand den Charakter überwuchert habe, und bei dem Kritik nur zum Selbstzweck geworden sei, habe!

Berlin, 14. Juni. (DNB.) DerBerliner Gau­studententag 1939" fand am Mittwochabend mit einer großen Kundgebung im Sportpalast feinen Abschluß. Reichsstudentenführer Dr. Scheel er­klärte, zwei Faktoren hätten die Entwicklung der deutschen Studentenschaft in den letzten beiden Jahr­zehnten maßgeblich bestimmt: das Erlebnis und die Leistungen der Frontstudenten und der Kampf der nationalsozialistischen Studenten um eine neue deutsche Hochschule. Es gelte, die im Gonge befind­liche Revolutionierung des Denkens, die für. eine endgültige Formung der Hochschule und der Wissen­schaft selbst von grundsätzlicher Bedeutung fei, mit aller Kraft vorwärtszutreiben. Bisher absolute Wahrheitsbegriffe wie Geist und Bildung müßten mit der Zeit einer grundsätzlichen Korrektur unter­zogen werden. Die Wertschätzung und die Stellung des Akademikers selbst bestimmten sich in diesem Sinne ausschließlich danach, wie fahr er sich als Rationalsozialist bewähre und was er an bleibenden Leistungen für die Gesamtheit vollbringe.Wir sind die ersten, die die Not­wendigkeit eines hervorragenden Fachwissens vertreten, denn der ist kein wirklicher National-

Saboteure der italienischen Wirtschaft verbannt.

Mailand, 14. 3uni. (Europapretz.) Mit welcher Strenge die italienische Regierung darüber wacht, daß ihre Bemühungen um die wirtschaftliche Unab­hängigkeit nicht durch eigensüchtige Saboteure ge­fährdet werden, beweist das Urteil gegen den Indu­striellen Silvio Cenetti, der als Besitzer der Metall- und Eisenwerke von Villadossola und eines großen Hotels in Pallanza, zusammen mit seinen zwei Söhnen wegen Uebertretung der Vorschriften über die Eisenkontingentierung zu je fünf Jahren Verbannung und Zwei Millionen Lire Buße verurteilt wurde.

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

Sranffurt am Main 11686

Auch-ergeistigeArbeiierhaiseinenplatzmiiienimVolk

Ileichsminister Dr. Goebbels spricht zu -en Berliner Studenten.

es notwendig, Kampfzeichen aufzurichten, die uns immer ermahnen, unsere Pflicht zu tun, wie Horst Wessel sie erfüllte.

Am Kesselbrink feierte Bielefeld am Mittwoch­abend die Alte Garde des Führers, die hier auf­marschiert war zur offiziellen Eröffnung ihrer West­falenfahrt. Hier wurde von Gauleiter Simon, Koblenz-Trier, die Fahne der Alten Garde an den gastgebenden Gau zu Händen von Gauleiter Dr. Meyer in Obhut gegeben. Dann sprach Dr. Ley. Die Fahrten der Alten Garde sollten den Kampfgeist vergangener Jahre 'lebendig erhalten. Sie sollten immer mahnend verkünden, daß ohne Opfer und Einsatz für die Bewegung niemals die Wiedergeburt unseres Volkes und Reiches möglich war.Wir wollen Träger des Glaubens und der Treue zvm Führer sein." Im Schein der Fackeln und Schein­werfer erklangen die Nationalhymnen. Dann leitete ein Feuerwerk über zu dem Volksfest, mit dem dieser Eröffnungstag der Westfalenfa'hrt der Alten Garde ausklang. Am Donnerstagfrüh werden die Alt- gardiften ihre Fahrt durch den Gau Westfalen-Nord äntreten. Durch die Senne und das Lipper Land werden sie zum Tagespunkt Bad Salzuflen geführt. _____

Oie Westfalenfahrt der Alten Garde

Dr. Ley weiht ein Horst-Weffel-Oenknial in Bielefeld.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/«, mehr.

Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, B aber», Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

General Franco ist im Rifgebiet kein Fremder. Der größte Teil seiner glänzenden militärischen Laufbahn ist mit diesem zuvor für Europäer fast un­zugänglichen Bergland verbunden. Er war der Or­ganisator und jahrelang Führer der spanischen Fremdenlegion, desTercio, dem der Löwenanteil an dem schwer errungenen Endsieg in Nordafrika gehört. Doch da demMoro (wie der Spanier die maurische Bevölkerung von Nordafrika bezeichnet) jeder abstrakte Nationalitätsbegriff fehlt, hat für ihn die Vorstellung, der Waffengefährte eines als tapfer und ritterlich erkannten Gegners zu werden, durchaus nichts Unwahrscheinliches. Die Geschichte des 800jährigen Kampfes zwischen Kreuz und Halb­mond auf der iberischen Halbinsel ist reich an Bei­spielen hierfür. Die ausgesprochen kriegerischen Stämme des Rif bewundern in Franco den mann­haften und unbesiegten Soldaten. Und weil sie einen Beweis seines Vertrauens darin erblicken, daß er während des Krieges feinen persönlichen Schutz einer maurischen Leibgarde überlassen hat, betrach­ten sie ihn als einen der ihren. *

Das ist das geheimnisvolle Band, das die im Kampf um ihre Unabhängigkeit unterlegenen Moros mit dem Nationalspanien von heute ver­bindet, und man darf überzeugt sein, daß die zu­vor erwähnten Worte des Großvezirs durchaus ehrlich gemeint sind. Hierzu kommt auf spani­scher Seite das niemals ganz emgefchlafene Gefühl einer seit mehr als 1000 Jahren die Meerenge von Gibraltar überbrückenden Rassenverwandt- schäft. Die meisten Andalusier sind sich ihrer maurischen Abstammung voll bewußt und schämen sich ihrer nicht etwa, sondern im Gegenteil sind stolz darauf. Gerade aber dieses aus einem anderen Erdteil stammende Element hat sich bei der, nach der Beendigung derreconquista durch die Er­oberung von Granada (1492), hergestellten nationa­len Einheit besonders stark erwiesen und dem spani­schen Volkscharakter seine eigentümliche Note ver­liehen. Dieses hiermit zu erklärende Zusammenge­hörigkeitsgefühl hat aber begreiflicherweise einen gcmz neuen Impuls dadurch erhalten, daß die allen Hindernissen zum Trotz siegreiche nationale Bewe- quno ihren Ausgangspunkt von Nord- afrifa genommen hat. Dort ist sie (wie von General Mola in Nordwestspanien) von einer Gruppe vaterlandstreuer Offiziere vorbereitet wor­den, die mit General Franco, dem damaUgen militärischen Oberbefehlshaber auf den kanarischen Inseln, und dem in freiwilliger Verbannung m Lissabon lebenden General Sanjurjo in Verbin­dung standen. Es ist aber keine Frage, daß damals das kühne Wagnis mißlungen wäre, wenn mcht trotz unerwartet eingetretener Schwierigkeiten (wegen völligen Versagens der Flotte) die atrimni- schen Elitetruppen schließlich doch, nicht zuletzt mit Hilfe deutscher Fliegerfreiwilliger hätten über die Meerenge gebracht werden können.

Wie aber die Rettung der pseudodemokratischen Mißwirtschaft und hiermit der Gefahr der Bolsche- wisierung verfallenen iberischen Halbinsel aus Nord­marokko gekommen ist, so wenden sich letzt, im Auaenblick des mit unerhörten Opfern errungenen Sieges, dorthin aufs neue die Blicks Wenn bei dem mit Recht gestärkten nationalen Selbstbewußtsein von vielen Spaniern mehr noch als zuvor der eng­lische Besitz Gibraltars als Demütigung emp- pfunden wird, so sind sie sich ebenso darüber klar, daß es kein besseres Mittel zux Entwertung des schon längst nicht mehr als uneinnehmbar geltenden Felsens gibt, als eine Stärkung der spani­schen Positionen aus d em a f r i f a n i » schen Ufer. Jedenfalls hat m Spanien der Ge­danke der unbedingten Zusammengehörigkeit der beiden Ufer des Eingangs zum Mittelmeer ganz anders als zuvor an Boden gewonnen. Man besinnt sich darauf, daß Spanten historische Ausgaben m

Neue Lügenmanöver.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Berlin, 14. Ium.

Ministerialbirektor William Strang ist im Auf­trage ber britischen Regierung nach Moskau gereift und hat unterwegs in Warschau einen kurzen Aufenthalt genommen. Er soll es fertig­bringen, Stalin zu bewegen, die neuen britischen und französischen Vorschläge über den Eintrist Sow- jetrußlands in die Einkreisungspolitik anzunehmen. In Paris ist man nervös geworden über die Hart­näckigkeit, mit der Moskau seine Forderungen nach völliger Gegenseitigkeit aufrechterhält, in Warschau beginnen Zweifel darüber aufzusteigen, ob Polen zu jeder Zeit auf die Unterstützung ber Weltmächte zählen kann, in Lonbon blickt man mit Spannung nach dem Kreml. Zweifellos sitzen hier in London die eigentlichen Väter der Einkreisungspolitik. In ihren Händen lag die Regie des ganzen Unternehm m^ns mit allen feinen Winkelzügen und Drohungen, Lügen und Verdächtigungen. Vor wenigen Tagen noch hat Lord Halifax friedfertige Reden gehalten, um der Londoner Bündnispolitik ein harmloses Ge­sicht zu verleihen. Gestern wurde ein anderes Re­gister aufgezogen, als von London aus die dreistesten Lügenmeldungen in die Welt gesetzt wurden, dahin lautend, deutsche Truppen marschierten in die Slowakei, dieses Land solle zwischen Ungarn und Deutschland aufgeteilt werden und was der Lügen mehr sind. Selbstverständlich griffen die Pariser Blätter mit Freuden in diesen Lügen- seldzug ein, marxistische Organe in gewissen Klein­staaten schlossen sich an und bald trug das Kabel die neue Lügensensation auch in die Vereinigten Staaten!

Es liegt hier ein ähnlicher Schwindel vor wie damals, als von Paris aus gemeldet wurde, deut­sche Truppen seien in Spanisch-Marokko gelanbet, ober als auf englische Veranlassung hin bie Tschecho­slowakei die Welt mit der Lüge der deutschen Mo­bilmachung überraschte. Lügen haben kurze Beine, aber sie vermögen in kritischen Zeiten auch aller­hand Unglück anzurichten. In diesem Falle dienen sie offenbar dazu, die Aufträge des Herrn Strang in Moskau zu unterstützen. Den Sowjets

Madrid, Juni 1939.

Eine der bemerkenswertesten Begleiterscheinungen des spanischen Kriegs und vielleicht gerade eine von denen, die in einer nicht allzu fernliegenden Zu­kunft sich noch mit ganz anderer Stärke auswirken können, ist das erwachte Zusammengehörigkeitsge­fühl zwischen den Eingeborenen von Nordmarokko und dem spanischen Militär, die zweieinhalb Jahre lang Seite an Seite gekämpft haben. Der Vorgang ist um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, daß beim Ausbruch des Krieges im Juli 1936 feit der sieg­reichen Beendigung des langwierigen Feldzuges im Rifgebiet (1928) durch General Sanjurjo noch nicht zehn-Jahre vergangen waren. Die Abwehr des alles untergrabenden Bolschewismus hat die einstigen Gegner auf dem Kampfplatz zusammengeführt und gemeinsame Ideale geschaffen.

Die Spanier, obwohl sich bei ihnen mit dem Krieg auch bie Jbee eines Kreuzzuges verbindet, erblicken hierin keineswegs einen Widerspruch. Am besten wird dies verständlich, wenn unlängst der mit dem Grvßkreuz des Heiligen Ferdinand, der höchsten spanischen Kriegsdekvration, ausgezeichneten Groß- vezir Sidi Achmed, erklärt hat:Für uns ist es nicht ein Opfer gewesen, sondern eine Pflicht, was wir getan haben. Sind wir vielleicht nicht alle Spanier? Ist vielleicht euerCaudillo" nicht auch der unsrige? Spanier und Muselmänner haben ihr Leben für dieselbe Kultur und dieselbe Zivilisation gegeben." General Franco prägte gelegentlich des gemeinsamen Waffengangs folgende Worte:Die Marokkaner lieben Spanien, und wir Heben diese großen und ehrenhaften Krieger. Spanien hat eine Zukunft in Marokko und versteht den Islam. Mit dem Wiedererwachen des Glaubens an unsere nationale Größe erwacht auch in der Seele des spanischen Volkes die Siebe für Afrika."

Nordafrika zu erfüllen hat, von denen es vor 400 Jahren durch die Entdeckung von Amerika abgelenkt worden ist. Um so größere Hoffnungen setzt man nun heute auf das Gelingen dieser Aufgaben, als man sich ber Unterstützung unb bes Vertrauens bes nordafrikanischen Waffengenossen sicher weiß. Nicht zuletzt gerade das große Vertrauen war es auch, das die im spanischen Mutterlande gestellte Aufgabe einer glücklichen Lösung entgegenführte.

Bielefeld, 14. Juni. (DNB.) Das Ravensber­ger Land und die Stadt Bielefeld, bie den Aus­gangspunkt der Weftfalenfahrt ber Alten Garde des Führers bilden, zeigen ein festliches Bild. Mit 700 Teilnehmern an der Fahrt, aus allen Gauen des Grohdeutschen Reiches, vereinigten sich die Forma­tionen der Bewegung zur Weihe des Standbildes Horst Wessels, dem großen Sohne Bielefelds. Die Weiherede hielt Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Er ging dabei von dem Satze aus:Eine Idee 'fft so viel wert, wie sie bei den Menschen vermag, Opfer auszulösen." Es gibt große Organi­sationen, die Menschen, die bereit waren sich zu opfern, als Märtyrer bezeichneten. Die ger- 'manische Bezeichnung für diese Menschen aber heißt Helden. Wem es vielleicht bange geworben ist wegen be. Glückes, bas ber Himmel der Bewegung schenkte es heißt ja, daß die Götter ein ewiges und ungetrübtes Glück nicht dulden, der möge bedenken, daß wir noch nicht den Einsatz zurück­erhalten haben, den Adolf Hitler unb seine Kämpfer leisteten. Wo Blut fließt, muß auch Neues wer­den. Der Sturmführer, der in Berlin für Deutsch­land und Adolf Hitler kämpfte, ist ein Symbol ge­worden. Sein Lied hat Millionen Menschen au^- gerüttelt. Wir vergessen ja so leicht und darum ist

Aeichsminister Dr. Goebbels | entwarf dann ein Bild von der verantwortungs-, vollen Stellung, die der geistige Arbeiter im Rah­men des Volksganzen einnimmt. Er zeigte, wie em starker, unerschütterlicher Glaube zu Erfolgen Geführt hat, zu denen ber kaltrechnenbe Verstand allein niemals den Weg freigegeben haben wurde. Die Führung eines Staates allerdings vermöge nichts, wenn nicht die Masse des Volkes gläubig hinter fie trete. Das deutsche Volk habe mit heißem Herzen die mutigen Taten des Führers gebilligt unb sei hinter sie getreten. Denn dasVolkwolle, e i ne st a r k e Führung, an bie es glauben und der es vertrauen könne. Welche Folgen es habe,, wenn der Glaube an die Führung und wenn gar | diese Führung selbst fehle, das hätten wir in Deutsch-1 land und das hätten fast alle Demokratien zu ihrem eigenen Schaden erlebt. Wir jedenfalls konnten uns in dieser Zeit einen solchen Luxus nicht leisten. Wir könnten es uns auch nicht leisten, n o ch einmal die Zeiten eines dreißigjährigen in- > neren Krieges zu durchleben, in dem sich bas ; deutsche Volk um einer Streitfrage willen selbst zer­fleischt habe, die uns heute völlig sinnlos erscheine, während die anderen Großmächte gerade damals anfingen, die Welt unter sich aufzuteilen. Wir muß­ten uns klar darüber sein, daß uns eine ähnliche Gefahr auch jetzt wieder gedroht habe. Die Befürchtung sei gar nicht unbegründet gewesen, daß sich das deutsche Volk auch diesmal vielleicht um ! ideologischer Fragen willen einen Bruderkrieg bis

fajialift, der auf feinem Fachgebiet nichts keiftet., immer wieder auch hier in die G-meiufchaft Dennach find wir der Ansicht, daß die Wissens- N -h h,, in her (Etnfamteit ae-. Vermittlung nur einen Teil der Aufgaben der Hochschule ausmacht. Ebenso wichtig wie bas Wissen ist d a s H a n d e 1 n. Und ebenso wich­tig wie ein starker Intellekt ist cm sicherer Instinkt und ein starkes und natürliches G e - f U£>er' Studentenbund erblicke feine vornehmste Aufgabe darin, zur Schaffung einer neuen Fuh- rungsschicht unseres Volkes einen wesentlichen Bei­trag zu leisten. Dabei sei es unmöglich, den Zugang zur Hochschule als das Vorrecht bestimmter Kreise zu betrachten. Denn weder Wissen noch Geld stell­ten geignete Grundlagen für das Studium dar. Der richtigen Auslese müsse die richtige Erzie­hung folgen, die sich nicht in einem System in­tellektueller Schulung oder geistiger Bevormundung erschöpfen dürfe, sondern durch aktive Beteiligung am Kampf um bie Erhaltung unb Sicherung un­seres Volkes in Erscheinung treten müsse. Träger dieser * Erziehung seien die neuen studentischen

Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7