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den
Unser Marsch für Deutschland
restlos zerstörten Bahnhof von Kutno. Es wurde Tag und Nacht marschiert mit nur geringen Pau- sen. Wir schliefen bei jedem Halt sofort im Stta- ßenstaub, acht Tage ohne Essen, nur von hartem Brot und wenig Wasser lebend, in dauerndem Marsch, mit wunden Füßen, kranken Mägen, verstaubten Lungen, wundem Mund, so marschierten wir, hart und unerbittlich in unser Schicksal. Trotz Hitze und Durst, zerschlagenen und wunden Knochen, körperlicher Ermattung und der Gewißheit einer schreMchen Zukunft, haben wir hart und Kar un- sere Aufgabe für Volk und Führer niemals vergessen, und die unmenschlichen Strapazen überwunden. Wer liegenblieb wurde erschossen. Diele versuchten nachts der Hölle zu entfliehen, die ganzen Nächte über fielen Schüsse und morgens fehlte dann dieser und jener Kamerad. Am 9. 9. früh erreichten wir halbtot Lowicz, wo wir rasten sollten. Aus- gewischt war alle unsere Müdigkeit, als in diesem Moment Granaten deutscher Artillerie am Bahnhof zerkrachten. Ein stöhnendes Aufatmen ging durch unsere Reihen. Die Marschgruppe zerstieb, d?e Begleitung zerbrach. Schon gegen 9 Uhr wurde eme Gruppe von uns beim Friedhof von deutschen Truppen übernommen, ein weiterer Teil wurde gegen 10 Uhr am Bahnhof von deutschem Militär herausgerissen. Der letzte Teil von etwa 1000 Menschen wurd e von der Gend armerie ab gedrängt und noch etwa 2 Kilometer weiter getrieben. Hierbei flohen einige mit Erfolg, andere wurden erschossen. Nur ntit Härte gelang es, die Panik zu bannen. In dieser Minute erschienen zwei Autos, die wir zunächst für Polen hielten, es waren aber deutsche Autos, die weit vor der Front uns holen kamen.
beworfen — nur weil wir Deutsche waren, und das niemals und zu keiner Stunde der letzten 20 Fahre verleugnet hatten, geschlagen und beworfen, weil wir an den Führer und unser Volk glaubten und trotzdem als Staatsbürger unsere Pflicht erfüllt hatten. Die Nacht lagen wir in einem Gefängnishof auf Steinen, später in dem Vorraum eines Kinos. Am 3. 9. früh Abmarsch unter Bewachung durch eine Sokol-Abteilung mit aufgepflanztem Bajonett. 10 Mann vorne, 10 Mann hinten, wir zu zweien mit je einem Svkol-Soldat. Schwerverbrecher transportiert man meist weniger bewacht. Aber wir sollten die fehlenden deutschen gefangenen Soldaten ersetzen und der Volksmasse zum Ersatz-Fraß vorgeworfen werden. Kaum aus Thorn heraus überflogen uns deutsche Bomber und bewarfen den Bahnhof. Wir waren sehr stolz und voller Hoffnung. Soweit es anging, bremsten wir am Anfang den Marsch, um in die von uns erhoffte deutsche Zange zu kommen. Stundenlang ging unser Marsch •
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Sprtifc her ja- lotter,
Aus aller Mett.
Schwere Schiffskakastrophe nördlich von Japan.
Der sowjetrussische Dampfer „Indigirka" '2400 Tonnen) strandete nördlich der Insel Hokkaido. Er hatte 1000 Passagiere und 36 Mann Besatzung an Bord, von denen bisher nur 3 0 g e - rettet wurden. 87 Tote sind bis jetzt geborgen worden. Die japanische Regierung entsandte Hilfs- schlfse. Das Rettungswerk wird aber durch schwere See stark behindert.
Douglas Fairbanks f.
Der bekannte Filmschauspieler Douglas Fairöanks ist, wie die italienische Presse meldet, in Santa Mo- nica in Kalifornien im Alter von 55 Jahren an einem Herzschlag gestorben.
Eisernes kreuz für Tk.-Männer.
Drei Angehörige eines Technischen Kommandos, das in Berlin aufgestellt wurde, haben das Eiserne Kreuz zweiter Masse erhalten. Die TK.s, die die Technische Nothilfe aus ihren Reihen als technische Sonderformattonen für die Wehrmacht zu- sammenstellt, waren im Kriegsgebiet von der Wehrmacht für technische Sonderausgaben eingesetzt. Generalleutnant Zengauer sprach den Ausgezeichneten Ober-Jnq. Braun, Ober-Ing. Koldewey und Jng. Tresselt seine Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Einsatz in Polen aus und wies darauf hin, daß diese Verleihung zugleich eine Anerkennung für das ganze Vier Todesopfer eines Gerüsteinsturzes in Zürich.
Bei einem Fabrikneubau in Zürich-Oerlikon stürzte ein Gerüst, auf dem neun Mann arbeiteten, plötzlich ein. Dabei kamen vier Mann ums Leben, vier weitere mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Rumänische Fabrik in die Luft gesprengt. Neuer britischer Sabotageakt.
Bukarest, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Zellulosefabrik Zerneschl bei Kronstadt, in der auch in Nachtschicht gearbeitet wird, explodierte Donnerstag morgen nach 3 Uhr ein großer Kessel, der mehrere tausend Liter Lhlorgas enthielt. Gleich darauf explodierten auch kleinere Kessel. Die Fabrik ftand bald darauf in Flammen. Das Chlor verbreitete sich rasch über die ganze Fabrik und über das ganze Dorf.
Aus Kronstadt und den umliegenden Dörfern sind alle Feuerwehren und einzelne Truppenteile eingetroffen, doch gestalten sich die Rettungsarbeiten sehr schwierig, da man sich dem Dorf und der Fabrik nur mit Gasmasken nähern kann. Es ist voraussichtlich eine sehr große Zahl von Toten und Verletzten zu beklagen. Zah- lenangaben liegen noch nicht vor. In Kronstadt treffen stündlich zahlreiche Verwundete ein. Viele sterben unterwegs. Auch große Viehbestände sind dem tödlichen Lhlorgas zum Opfer gefallen.
Ueber die Ursachen sind Einzelheiten noch nicht bekannt, jedoch herrscht angesichts der zahllosen Sabotageakte, unter der die rumänische Wirtschaft in letzter Zeit zu leiden hatte, die einmütige Ueberzeugung, daß auch in diesem Falle ein von Agenten des englischen Geheimdienstes planmäßig vorbereitetes Verbrechen vorliegt.
neunen. Draußen rütteln Wind und Regen in Daumkronen.
Nächtliche Wacht am MG.
Unsere Nahrung bestand aus einigen Brocken harten trockenen Brotes, soviel man eben herunterwürgen konnte. Während dieses Stehens wurden wir zum drittenmal geplündert, und zwar auf Befehl von Offizieren. Diesmal nahm man unser Geld fort. Unser Herz lachte: Wie sollten solche Straßen- rauber deutschem Militär standhalten! Abends gegen 6 Uhr wurde unsere Begleitung abgelöst durch Ste, lies, dem Ausschuß des polnischen Volkes. Dann begann unser Todesmarsch. Kaum auf der Straße, wurden wir von der Bevölkerung bestürmt und von unserer Begleitmannschaft geschlagen. Jede Kopfwendung, jeder falsche Tritt, wo es keinen Grund gab, ohne Grund wurde geschlagen, gestoßen, daß wir alle grün und blau waren. Die Kameraden Bitzer, Nelib, Kohls, Schwede wurden während dieses Marsches, den sie nicht mehr aushielten, einfach zertreten, schauerlich klingen uns heute noch ihre Schreie in den Ohren. Uns umgaben nicht Menschen, andern Bestten in Menschengestalt. Ausgepumpt bis zum Aeußersten, zerschlagen — aber gerade in der Haltung kamen wir in der Nacht nach Ehodecz. Während der Anmeldung zu vieren wurden wir zum viertenmal ausgeplündert. Hier verließen den Kamerad Brunk die Nerven, und er versuchte zu liehen. Schüsse gellten durch die Nacht, es war bald zu Ende. Während der letzten Vernehmungen wurde versucht, einige Kameraden zu erledigen, der Rest von uns sollte auf dem Hof niedergemacht werden. Auf ein Kommando drang unsere Begleitung mit Kolben auf uns ein. Auf das Fluchen und Schreien hin erschien der Lagerkommandant und ließ die Begleitmannschaft abmarschieren. Nicht aus Menschlichkeit, es war aber wohl schon zu viel Aufsehen erregt worden. Wir kamen in einen Zuckerspeicher, wo schon etwa 300 Volksdeutsche waren. Unsere Kameraden dort sahen uns einziehen, zu Tode er- chöpft, verdreckt, mit Blut beschmiert — aber verbissen und hart. Am 7. begann der Weitermarsch. Aus allen Kreisen waren Frauen und Kinder mitgeschleppt.
Unser Marsch ging durch den von Fliegerbomben
Mit her Gulaschkanone nach vorn.
„Villa Wasserfall" ist einer jener unaenähftt»n Unterstand- im Vorfeld des Westwalls, di- Un qe
->°r der Grenze das unsichtbare 2IugT unb Ohr unserer Vor eldtruppen darstellen Bin J '^"entdeckst bei Tage ,cho7sch?°cht L S aber gleicht sie einer geheimnisvollen unterirdischen Burg Kemes Menschen Auge vermag sie dann zu entdecken. 3 1 ,ul dU
Sie sollte unser Ziel vom heutigen Taae sein kfeten deutschen Darf brechen wir mit d?r Gulasth! tanone auf, die allabendlich ihren Weg zur Kom- panie macht. Sie kann nur unter dem schükendVn Mantel der Dunkelheit nach oorn gelaßen u Irurm Wutkd, tn dem sich unsere Vorposten" ein- gebuddelt haben. r 1
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24 Stunden in „Villa Wasserfall
Der Krieg im Westen - wie ihn nur wenige kennen.
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al5 Stunden waren wir schon Gestalten, die Männer von der Baukonwanie Aar ein einziges Tasten und Füh- Servus, Kameraden ... Wie geht's? — — Säulen, forderte Instinkte, die wir Menschen sonst ver- Zweiter heut'--- Günther Weber.
P K. Es waren 24 Stunden nh»» r < Ereignisse", die wir in der „Villa Wasterftill"^" brachten So mancher Tag im Wes en ^ verläuft „ohne besondere Ereignisse" aber ocyaKa x - im Aug-nbli-k das Besonder- dieses Kruges" " 9‘
"Ohne b-fond-r- <kr«jgm,,e- - das h.est hier aar °hn- Spdhtruppunt-rnehm-n, ohne etlicbe fangene Poilus. Es war ein Taa wie in n A? ® Nacht ständigen Bereitseins; es waren 24 GfnnhJ1* in denen das Pendel schlug zwfl^n Liegen, Horchen und Wachen. W in diesem Gl.l^ takt schlägt das große Pendel der "Reit oft In« Wochen, bi- endlich die Ablösung kommt und >hr di« neue Besatzung für „Villa Wasserfalls 1
Nun lagen wir auf unserem bescheidenen Strohlager in „Villa Wasserfall" ein paar Meter tief unter dem Waldboden. „Im Erdgeschoß" ist schon alles emaeschlafen und es dauert nicht lange, da ertönen auch zu meiner Linken, wo Leutnant Suter liegt, die charakteristischen Merkmale eines gesunden und tiefen Schlafes. In der Nähe rauscht der Wasserfall — an den Wänden klatscht der Regen — oder ist's gar Schnee? — Und draußen, wachen MG.s, starren Augenpaare in die Nacht ... Wacht im Westen — Krieg im Westen — das ist die Front, wie sie daheim nur wenige sich vorstellen — im Osten flackern die letzten Buchenscheite. Rechts über mir hängt der Karabiner, neben Leutnant Suter glänzt der Lauf einer Pistole — in der Ferne beult einmal eine Granate — irgendwo tackt ein MG. — dann ist wieder Ruhe, nur der Wasserfall singt seine Melodie und im Unterstand wird es kälter ...
Später weckt uns das Telephon.
Der folgende Tag verlief ruhig, ohne besondere Ereignisse. Es war ein Warten und Harren; vom Kompaniegefechtsstand kamen Befehle, dann und wann auch Besuch von der „Erika" oder aus ,Llbra- hamsschoß" und einmal ein Kamerad von der Baukompanie, um uns in ein neues Minenfeld einzu- weihen. Ehe man sich versah, fentte sich wieder die Dämmerung mit ihrem dichten Nebelschleier über dem Wald ...
Sttaße zum deutschen Dorf kam uns die Feldküche entgegengepoltert. Genau wie gestern
Don" einem pommerellischen Gutsbesitzer, der vor dem Kriege in Gießen studiert hat, erhielten wir den folgenden Bericht über den Leidensweg der von den Polen verschleppten Volksdeutschen. In seiner schlichten Sachlich- keit wird der Bericht zu einem Heldenlied deutscher Treue.
Seitdem wir 1920 von den damaligen bolschewistischen Machthabern Deutschlands an Polen verraten und verkauft worden waren, sahen wir die politische und wirtschaftliche Unfähigkeit dieses Volkes, das nur eins glänzend verstand, die Minderheiten restlos auszuplündern. Im Auslande besonders war vielfach die Ansicht verbreitet, der Pole wäre ritterlich. Wir haben nichts davon gemerkt, was wir sahen und erlebten war Unehrlichkeit, Verschlagenheit, Feigheit. Das wahre Gesicht dieses Volkes sahen wir Internierten während unseres Marsches.
Daß ein Teil unserer führenden Deutschen aus dem früheren Pommerellen und Posen bei Verwicklungen mit Deutschland einen Leidensweg für ihr Volk würde gehen müssen, darüber waren wir uns alle im klaren. Trotzdem ist keiner von uns ausgerückt, obgleich die Möglichkeit bestand, sich in Danzig vorübergehend in Sicherheit zu bringen.
Am 1. 9. 39 wurden tausende deutsche Menschen, Bürger des polnischen Staates unbestraft verhaftet. Unsere Gruppe Schwetz bestand aus 40 Deutschen und drei Polen. Der älteste Kamerad war 82 Jahre. 13 Großgrundbesitzer, 15 Bauern, 2 Pfarrer, 8 Kaufleute, 1 Arzt. Am 2.9. früh begann unser Fußmarsch von Schwetz nach Kulm, wo wir das erstemal die Bekanntschaft des polnischen Pöbels machten, wo die ersten Steine flogen und Messer blitzten. Heiß brannte die Sonne auf uns, die wir unser Gepäck, Mantel und Decken schleppen mußten. In Unislaw wurden wir nach Thorn verladen und erlebten hier einen Durchmarsch durch die Stadt, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann. Verhaftet, geschlagen, mit Dreck und Steinen
durch Sand ohne.Wasser. Bei der ersten Rast ließ ein polnischer Major uns von den Soldaten unsere Lebensmittel und Rauchwaren abnehmen bis auf das Brot. Nur wenigen gelang es etwas zu verbergen. Nachmittags bereits mußten wir den 82jäh- rigen Kameraden Schulz abwechselnd stützen, dann auf Decken tragen, bis wir restlos erschöpft waren. In Alexandrowo sollten wir verladen werden, der Flieger wegen wurde das aber geändert und ein 17 Kilometer weiter Nachtmarsch nach Nieszawa an- geordnet. So mußten wir den Kameraden Schulz zurücklassen. Er sollte in ein Lazarett. Bei unserem Abmarsch stand der alte, restlos erschöpfte Mann mit dem Hut in der Hand und nickte uns feinen letzten Gruß. Wir wissen nicht, ob er noch lebt. In Alexandrowo hatten wir zum letztenmal, da wir Wasser nicht erhielten, Wasser gekauft, eine Bierflasche voll für 50 Pfennig.
loren zu haben scheinen, und alle halbe Stunde klopften wir bei einer anderen unterirdischen Villa an. Die eine hieß „Erika", und die ganze Beleg- schäft — außer dem Wachthabenden — schnarchte, als wollte sie den ganzen Wald umlegen. In der nächsten — sie trug den bezeichnenden Namen „Abraharnsschoß", war man munter am Skat- dreschen ... Weiter, vorwärts! „Halt! Kennwort!" „Zillertal!" „Servus, na, wie geht's, Huner?" ,Gut, Herr Leutnant! Nur verflucht kalt heut' nacht!"
Nachts — ging das Telefon...
Aden wir schon ein paar Stunden auf Örn dunkelgrünen Plüfchsofa gesessen und erzählt. m \pvad) von seiner Heimat, auch das grüne Plu,chsofa war schuld daran, daß wir plötzlich wieder von der rauhen Wirklichkeit sprachen. G3 war nämlich von einem Spähtrupp mit heirn- gekommen. „Und etwas muß man von einem fol= ajen Ausflug schließlich mitbringen", meint Leut- nant Suter lachend. „Ein anderes Mal", erzählt er dann weiter, „waren es 18 Schweine", die wir von drüben herüber trieben. Es war schon aufregend, 100 Meter vor den französischen Stellun- r Viehcher zu umzingeln und in unser S^^gebiet zu überführen; auch es gelang, und E darauf ging von „Villa Wasserfall" ein verheißungsvoller Funkspruch an einige Nachbarkom- : ,-Ähr könnt euch eine Sau holen!" So Ichnell sollen noch niemals zuvor die Angerufenen erschienen sein." Gegen Mitternacht machen wir rfaru! fffr Postenkontrolle. WiZer rauscht der „Wasserfall , ganz nahe, jetzt schon leiser, und dann r unm6as Dunkel des Waldes eingehüllt. Aber unsere Posten sind wachsam. .Kennwort!" ruft uns 0a jemanb, den wir niemals zu Gesicht bekommen, an. „Zillertal", entgegnet Leutnant Suter. Ich sollte M den nächsten Stunden noch ettiche Male diesen Anruf Horen — gesehen hat man keinen von den Posten, so dunkel war es. So tapsten wir weiter. Ich habe den Leutnant im stillen bewundert, wie er den Weg zu feinen Posten fand. Und überall fand er auch ein paar freundliche Worte, vom Winter, vom Sauwetter, und beruhigt zog er
Halblaute Stimmen rufen uns in die Wirklichkeit zurück. Wir haben die Umschlagstelle erreicht. Schon stehen die Essenholer der einzelnen Züge bereit, um die wichtige Last entgegenzunehmen. „Was klbt's denn heut' zu essen, Kam'raden? Habt ihr nich Post mitgebracht? Und die Zeitungen?"
-Hallo, wo ist der Verkaufsladen?!*
Das Tarnwort unseres Zieles heißt Verkaufs- ttden. Schnell habe ich meinen Mann gefunden. Dir sorgen für die Porttonen; Tee, warme Ver- rflegung, Wurst, Butter, Tabak ... Und das Wich- tgfte nur nicht vergessen, den Sack mit der Post und ien Zeitungen.
So ziehen wir los. Ein paar hundert Meter siad's nur bis zur „Villa Wasserfall", aber welch' fn Orientierungssinn ist notwendig, sich in dieser stockfinsteren Nacht zurechtzufinden. „Dieses Plätzl »erd' i nimmer vergessen", meint mein Kamerad Btzlich, „da bin i am erste Tag abgerutscht und ttes war hin: Tee, Verpflegung, alles ..." Nach trügen Minuten hören.wir ein Rauschen. Leise köpft mein Vordermann an eine Holztür, und wie in Märchen öffnet es sich. Wir verschwinden hinter dem dicken Vorhang der „Villa Wasserfall". Freund- lih empfängt mich der junge Leutnant. Er erinnert ruwillkürlich an Louis Trenker, und, was noch Änderbarer ist, er trägt auch den Namen jenes -roßen Abenteuerers, den Trenker in einem feiner -küßten Filme verkörperte: Suter.
Wie es im Stollen aussieht: Augenblick mal, das ist nicht so schnell gesagt. Das dürfttge Kerzenlicht zitt vorerst nur den Blick auf das kleine Holztisch- tyn frei. Darauf steht ein Fernsprecher. Daneben the Kartentasche und ein paar Schachteln Ziga- relten. An der Wand steht ein Sofa, ein richtiges dunkelgrünes Gute-Stube-Sofa, darüber lacht ein aufreizendes schönes Mädchengesicht von einer An- ^tspostkarte. „Petit Jeanette" steht in zierlichen ^chstaben darauf, sie hat einmal drunten im fran- Mschen Dorf gehangen. Das kleine Oefchen in der We strahlt erstaunlich viel Wärme aus, man könnte dti Umständen nach diese Behausung behaglich
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Jöorne sitzen zwei Kameraden; ich hinter ihnen, den kleinen schwarzen Schornstein im Arm Dor uns tapfen die wackeren Pferde in die eisigkalte Nacht hinaus Sie finden ihren Weg ohne Mond und Sterne. Das Geklapper ihrer Hufe vermischt sich mit dem Geholper unserer kostbaren Last zu einer eigentümlichen Melodie. „Da unten" einer ber Kameraden deutet nach links, „da unten liegt I, bas ift schon Frankreich." Vermischte Konturen, ein Kirchturm, em paar Dächer ... das Bellen eines Hundes... Das ist alles. Und doch drängt sich das eigenartige Erlebnis dieser Stunde gewaltig auf Da liegen nun — in den Wäldern 300 Meter links vor uns — die Franzosen; dort rechts liegen unsere Kamercck>en. Im Kessel brodelt das heiße Esten unsere Kameraden warten sehnsüchtig darauf.
Dunkele Gestalten huschen vorbei. Schemenhaft unwirklich, wenn nicht jedesmal ein freundliches Wort gewechselt würde. „Heil Hftlerk ... Servus, Kamerad ...! Saukälte heut' ..." Eine lange Kolonne unter der schützenden Zeltbahn. Schwer ist ihr Schritt, entschlossen sind ihre Gesichter. Kameraden einer Baukompanie, die nach arbeitsreichem lag zurück ins deutsche Dorf gehen. Und wir hol- pern weiter ... holprig sind auch die Gedanken, pringen vom mißtrauischen Abtasten des jenfeiti- ?en Waldes plötzlich zu der kleinen Tannenschonung, ^cken den jungen Zweigen bunte Kerzen an. Und man erinnert sich, daß bald Weihnachten fein muffe ...
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Weihnachtssendungen vor dem 15. Dezember anfgebenl
Das Weihnachtspaket bringt Weihnachtsfreude ins Haus und ins Feld. Pakete und Päckchen, besonders Feldpostpäckchen, die rechtzeitig zum Fest vorliegen sollen, müssen aber spätestens bis zum 15. Dezember eingeliefert sein. Denkt daran!
Wer sein Weihnachtspaket nicht bis zum 15. Dezember aufliefert, kann auf keinen Fall damit rechnen, daß es rechtzeitig ankommt.
Deutsche Reichspost


