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189. Jahrgang
Donnerstag, 14. Dezember 1959
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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eng-
Lebhafte Bewunderung in aller Well
kraft voraus!" Die Gefahr war vorüber. Der lische Angriff war abgeschlagen.
en in großen Schlagzeilen auf die außerordentliche eistung hin, die das große Atlantikschiff mit dem
Büro- und Geschäftsstunden die Straßen Kopenhagens füllen, haben sich noch bedeutend vergrößert.
Wenn sich auch die dänische Bevölkerung ziemlich rasch an die neuen Verhältnisse anpaßt, so kehrt doch immer und immer die Frage wieder: .Warum müssen wir all das auf uns nehmen?"
Vorherrschaft Englands auf allen Meeren ist gebrochen, das haben Sie auch bewiesen durch diese Fahrt. Und wenn der Engländer seine Ohnmacht hinter der Aeußerung versteckt, daß er in der vergangenen Nacht das Schiff aus völkerrechtlichen Gründen geschont habe, so ist das uns nur ein weiterer Beweis, daß die englische Vorherrschaft zur See nicht mehr vorhanden ist."
Der Betriebsführer des Norddeutschen Lloyd, Firle, richtete Dankesworte an den fast 40 Jahre im Dienste des Lloyd stehenden Commodore Ahrens. Mit Stolz werde die Fahrt der „Bremen" in die Geschichte des Lloyd und der deutschen Handelsmarine ausgenommen werden. Für Gauleiter Bohle überbrachte der Beauftragte der AO. Bremen Glückwünsche, wie auch Senator Bernhardt Grüße der Hansestadt Bremen aussprach. Commodore Ahrens dankte allen. Nicht Heldentaten habe er und seine Mannschaft vollbringen wollen, sondern sie seien allein vom Pflichtbewußtsein geleitet worden. Die Begrüßung fand in angeregter Aussprache ihren Ausklang.
Oer Wehrmachisbericht vom Mittwoch.
Feindlicher Stützpunkt auf französischem Gebiet ausgehoben.
Berlin, 13. Dez. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Westen örtliche Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. 3n der Gegend südostwärts Saarbrücken hob ein Spähtrupp in Stärke von einem Offt- zier und zehn Wann einen feindlichen Stützpunkt auf französischem Gebiet aus. Der Feind verlor fünf Tote. Lin Offizier und 16 Wann wurden gefangen genommen. Der deutsche Spähtrupp kehrte ohne eigene Verluste zurück.
3m Zusammenhang mit der Rückkehr des Lloyd-Schnelldampfers „Bremen" flogen in den Abend- und Nachtstunden des 12. 12. britische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Frühzeitig von den Rordseeinseln und den Kriegsschiffen einsehendes Abwehrfeuer zwang den Gegner, ohne die Rordseeküste erreicht zu haben, imküstenvorfeld umzukehren.
Neue britische Sck ffsverluste
Lin „Vremen"-OWer berichtet
Oie Abwehr des englischen !l-8oots-Angriffs.
Die Heimkehr der „Bremen".
Herzlicher Willkommengruß des Reichsverkehrsministers im Heimathafen.
durch Versailles geschaffenen Unglück emporzusteigen. Die „Bremen" beweise den unerschütterlichen Wlllen des Besiegten von 1918, wieder in der vordersten Reihe der seefahrenden Nationen zu stehen und sich den seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung gebührenden Anteil am Welthandel zu sichern. Mit Spannung habe das deutsche Volk bei Beginn des Krieges die Rückreise des herrlichen Schiffes verfolgt, während die britische und französische Kriegsmarine alles aufboten, um sich seiner zu bemächtigen und durch einen so außergewöhnlichen Fang ihr Prestige wieder zu heben.
Bremen, 13. Dezember. (DNB.) Einer der Offiziere der „Bremen" berichtete über die erfolgreiche Abwehr des englischen U- Boot angriffe s:
Es war am frühen Vormittag, bei klarem, sichtigem Wetter und ruhiger See. Commodore Ahrens selbst war auf der Brücke und mit ihm die Mehrzahl der Offiziere. An Backbord und Steuerbord, auf dem Vorschiff und dem Achterdeck waren Offizierswachen, die die See beobachteten. Der untere und obere Ausguck waren wie stets auf dieser Fahrt besetzt.
Deutsche Flugboote geleiteten die J8 r e m e n". Sie brausten an Backbord und Steuerbord vorüber und Härten weithin auf. Auf Meilen hinaus suchten sie das Wasser auf Gefahren ab, die der „Bremen" drohen könnten. Auch von der Brücke und vom oberen Ausguck aus beobachteten wir scharf das Meer, denn wir wußten, haft die Engländer versuchen würden, die „Bremen" noch zu guter Letzt abzufangen. In der Fimk- tabine saß der wachhabende Offizier mit den Hörern am Ohr — höchste Wachsamkeit war auf dem ganzen Schiff.
Plötzlich erkannte man auf der Brücke ein Signal, das eines der Flugboote gab: „A chtung! U - 3 o o t g e f a I) r!" Sogleich gingen die notwendigen befehle hinaus: „Maschinen äußerste Kraft voraus! 3ekkorddüsen einsetzen, Zickzackkurs, Alarm!" Im iclben Augenblick kam aus der Funkkabine die Mit- icilung zur Brücke: „Flugboot funkt: Englisches !l - B o o t in Sicht!"
Die „Bremen" hatte schon den Zickzackkurs
an der „Bremen" vorbeischoß.
„Eine kühne Tat."
A m st e r d a m, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Lieuwe Rotterdamsche Kurant" stellt fest, daß die Rückkehr der „Bremen" in ihren Heimathafen e i n bewundernswertes Stück echten See- mannstums und eine kühne Tat darstelle, die wahrscheinlich auch von den Engländern gewürdigt Kerben würde, wenn sie nicht so verärgert wären, dcß es ihnen nicht gelungen ist, diesen berühmten O'eanriefen abzufangen. Daß man in Deutschland hierüber lebhafteste Freude empfinde, sei zu bereifen.
Dänemark muß sparen
Dorr' unserem Sch.-Korrespondenien
Das Tagesgespräch in LSA.
Ne-uyork, 13. Dez. (Europapreß.) Die Heim- ahrt der „Bremen" durch die englische Blockade eherrscht die Aufmachung der amerikanischen treffe. Die Blätter räumen den Berliner Berichten ber die „Bremen" breitesten Raum ein und wei-
Kopenhagen, Dezember 1939.
Dänemark rft ein kleines, aber dank der Arbeitsamkeit seines Volkes ein wohlhabendes Land. Dänemark ist, dem Hundertsatz nach, das Land der meisten Millionäre. Trotzdem beherrscht heute die Parole „Sparen!" das öffentliche Leben. Sparen muß nicht nur der einzelne, sondern sparen müssen alle Betriebe, die öffentlichen Einrichtungen und auch der Staat. Der von England vom Zaun gebrochene Krieg hat auch die Wirtschaft dieses Heinen nordischen Landes schwer erschüttert. Die englischen Blockademaßnahmen und das Vorgehen gegen die neutrale Schiffahrt haben der dänischen Schiffahrt, dem wichtigsten Geschäftszweig des Landes, einen schweren Schlag versetzt. 70 v. H. der gesamten dänischen-Ein- und Ausfuhr erfolgt auf dem Wasserweg. Cs liegen heute keine genauen Prozentsätze über den Rückgang des dänischen Schiffsverkehr, vor, doch lassen sich im täglichen Leben die außerordentlich schweren Rückwirkungen an den kleinen Dingen ermessen. Es macht dem kleinen Lande alle Ehre, in welcher Art und Weise und mit welcher Schnelligkeit es sich auf die Kriegsverhältnisse umgeftellt hat.
Der Sparparole wird überall Folge geleistet. Am auffälligsten wirkt sich das in dem Verbrauch von Brennstoffen aus. Kohle ist neben Treibstoff heute eines der wertvollsten Verbrauchsgüter des Landes geworden, denn beide müssen fast ausschließlich auf dem Schiffswege eingeführt werden. Der Zuckerverbrauch wurde rationiert, viele Lebens- und Genußmittel sind knapp und teuer geworden. Wenn Kohle gespart werden muß, muß auch an elektrischem Strom gespart werden, darum haben die Geschäftshäuser auf die Werbung mit Lichtreklame verzichtet. Die meisten Geschäfte beleuchten die Schaufenster nach Ladenschluß nicht mehr oder nur mit wenigen schwachen Lampen.
Immer wieder lieft man in den Geschäften Hinweise folgenden Inhalts: „Unsere Käufer werden gebeten, ihre Pakete nicht schicken zu lassen, da wir täglich nur noch einmal unseren Kraftwagen ausschicken können." Diese Hinweise findet man selbst in jenen Geschäften, in denen man früher nicht als „feiner Mann" angesehen wurde, wenn man sich nicht eine Packung von 25 Zigaretten ins Haus bringen ließ. Die Einschränkung des Treib- stoffverbrauches hat natürlich auch jeden privaten Kraftwagenverkehr unmöglich gemacht. Die Folge davon ist, daß die öffentlichen Verkehrsmittel genau wie in zahlreichen Ländern des Festlandes stark benutzt werden. Die Herren „Direktoren" müssen nun entweder auch die Straßenbahn, den Omnibus oder sonstige Derkehrseinrichtungen benutzen, wenn sie sich nicht gar auf das Fahrrad „versteigen", das ja in Dänemark ein wahres Volksverkehrsmittel ist. Kopenhagen rft die Stadt der meisten Fahrräder. Die Schlangen und Kolonnen der Radfahrer, die zu Beginn und am Ende der
Geschäftstüchtige Geekriegsührmig.
Don Kapitän zur See
pi ofesior von Waldeyer-Harh.
Bis zu den wirren Tagen der großen französischen Revolution erfreute sich die Flotte Frankreichs in militärischer Hinsicht hohen Ansehens. Im Sumpf des Zusammenbruchs aller staatlichen Ordnung schwand aber ihr Stern dahin. Selbst ein Napoleon vermochte es nicht, so sehr er sich auch darum bemühte, den Flottenkörper unter der Trikolore derart zurecht zu schweißen, daß er nach Wert und Kraft auf die Bahnen verflossener Leistung zurückkehrte. Stteng genommen hat erst der Weltkrieg die angestrebte Gesundung gebracht.. In den Jahren zwischen 1919 und 1939 ging es mit ber französischen Flotte aufwärts; scheinbar jedoch nur für kurze Zeit. Heute ist sie in das britische Fahrwasser eingeschwenkt, und zwar in einer Angelegenheit, die alles andere, nur keine Ritterlichkeit und kein Ehrgefühl verrät: auch Frankreich macht aus der Seekri'egführuny ein Geschäft, es legt die Rüstung des ehrlichen Kämpfers ab und hängt sich den Mantel eines Börsenjobbers um!
Der Präsident der französischen Republik hat nun ein Dekret herausgegeben, das sich mit der B e - Handlung aufgebrachter Prisen befaßt. Im Artikel 1 dieses Dekretes wird bestimmt, daß jedes weggenommene feindliche Kriegsschiff Eigentum des französischen Staates werde. Hiergegen läßt sich vom Standpunkt des Kriegs- rechts aus nichts einwenden. Es bleibt bloß die Frage offen, ob es der französischen Marine jemals gelingen wird, ein deutsches Kriegsschiff zu überwältigen, solange unter der Hakenkreuzflagae überhaupt noch eine Spur von Kampfkraft lebt.
Nach Artikel 3 des gleichen Dekretes verfallen alle Erlöse aus aufgebrachten feindlichen Prisen dem
untergegangen. Die aus 32 Mann bestehende Be- sotzung landete an der Küste. Desgleichen ist der englische Schlepper „W a r w i ck H e a d" an der englischen Ostküste auf eine Mine gelaufen und gesunken. Der Schlepper hatte 496 Tonnen Wasserverdrängung. Bei Stad an der norwegischen Westküste, unweit von Aalesund, ist der englische Dampfer „Deptford" (4000 Bruttoregistertonnen) torpediert worden. Das Schiff, das von Norwegen noch England unterwegs war, ist sofort gesunken. Ein norwegischer Dampfer, der sich in der Nähe befand, konnte nur wenige Mann der Besatzung retten.
Hinter verschloßenen Türen.
Die Geheimsitzung des britischen Parlaments.
London, 14. Dez. (Europapreß.) Um vier Uhr nachmittags trat das Unterhaus in die Geheimsitzung ein. Bereits vor Beginn der Sitzung waren der Sitzungssaal und die umliegenden Räume durch Polizisten gesäubert worden. Sobald Chamberlain am Schluß der Fragezeit den Antraa auf Beginn der Geheimsitzung stellte, wurden alle Tribünen von Pressevertretern und sonstigen Zuhörern geräumt. Gleichzeitig begann ein sturster Zustrom von Mitgliedern des Oberhauses. Auch der Herzog von Kent nahm auf einer der xribünen im Sitzungssaal Platz. Zugleich mit den Tribünen wurden auch die an den Sitzungssaal angrenzenden Räume des Parlaments geräumt. Alle Angestellten, die normalerweife in der Nähe des Sitzungssaales beschäftigt sind, mußten chre Arbeitsplätze verlassen. Außer den Mitgliedern der beiden Häuser des Parlaments sind nur einige der hohen Parlamentsbeamten zugelassen, darunter auch der Sergeant- at-Arms und sein Stellvertreter. Beide Posten werden für gewöhnlich mit ehemaligen hohen Offizieren besetzt. Die Versorgung der Kaminfeuer in den Aufenthaltsräumen der Parlamentsmitglieder mußte während der Dauer der Geheimsitzung von dem stellvertretenden Sergeant-at-Arms, einem ehemaligen Oberstleutnant, übernommen werden.
"?ez (DNB.) Am Mittwoch um 12.15 Uhr nachte das Flaggschiff des Norddeutschen Lloyd der Schnelldampfer „B reme n", in seinem Heimathafen fest. Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m u Iler ging mit Vertretern von Partei otaat und Wehrmacht an Bord, wo er dem Com- moöore Ahrens seine Glückwünsche zu dem glückhaften Gelingen der Heimat aussprach. „Ich kann mir kaum einen glücklicheren Tag denken", so sagte er, „als den heutigen, an dem es mir beschieden 'st. Sie namens der Reichsregierung zu begrüßen und Ihnen zu danken für die Taten, die Sie durch die Zurückführung des stolzen Schiffes vollbracht haben. Wir wollen auch der Besatzungen gedenken denen es nicht gelungen ist, ihr Vorhaben auszu- fuhren und die dann in letzter Minute ihr Schiff eher dem Untergang weihten, als es in Feindes- Hand fallen zu lassen. Und mit Ihnen gedenken wir der Helden, die ihr Leben Hingaben für den gleichen Zweck.
Alle Deutschen haben mit Spannung den Ausgang »bes Wettlaufens' der .Bremen' mit dem angeblich .alle Meere' beherrschenden England verfolgt. D i e
auf genommen. Das mächtige Schiff wendete nach Steuerbord, dann wieder nach Backbord und wieder nach Steuerbord hinüber. Die Alarmsirenen riefen alle Mann an Deck und an die Rettungsboote. Nur im Maschinenraum arbeitete die Maschinenwache so, als hätte kein Alarm stattgefunden. Mit den Gläsern suchten wir die Stelle, wo das Periskop des englischen U-Bootes aus dem Wasser ragte.
Mit höchster Geschwindigkeit stürzte sich eines ber deutschen Flugboote auf den englischen Angreifer. Es vergingen einige Minuten höchster Spannung für alle an Bord. Aber ehe noch das Flugzeug z>? einem direkten Angriff übergehen konnte, tauchte das englische Flugboot bereits. Offenbar hatte der Kommandant des englischen U» Bootes schon beim Herannahen des deutschen Flugbootes Befehl gegeben, in Tiefe zu gehen. Das Periskop tauchte unter Wasser, und das U-Boot fuhr mit unbekanntem Kurs ab. Der Engländer war nicht dazu gekommen, feinen wohl- vorbereiteten Anlauf auf die „Bremen" durchzu- führen. Er war von dem deutschen Flugzeug tief unter Wasser gezwungen worden.
Noch blieb höchste Alarmstufe an Bord bestehen. Auch das deutsche Flugzeug blieb am Feind und kreiste unablässig über der Stelle, wo das Periskop des U-Bootes im Wasser verschwunden war. Schließlich kam dann von dem Flugzeugführer das Signal: „Angriff nicht mehr zu befürchten!" Von der Brücke der „Bremen" wurde der Befehl gegeben: „Alle Mann an die Arbeitsplätze! Normal-
Oas Lieblingsihema her römischen presse.
Rom, 14. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Das Geigen des neuen kühnen Wagestückes der „Bremen ist das Lieblingsthema der römischen Blätter, die iisli stark interessierten Lesern in ausführlichen Be- lihten die Freude und den Stolz des deutschen 8clkes über die glückliche Heimkehr des deutschen Sdjiffes melden. Der Wert des Schiffes und feine Bedeutung für das deutsche Volk lasse sich nicht mit tagten Zahlen wiedergeben. Es sei, wie der , La- [oro Fascista" betont, geradezu das S y mb o l ter zähen und unermüdlichen Arbeit der deutschen Handelsmarine, trotz dem
Heber all dieser Unbequemlichkeiten und Entbehrungen, die heute das dänische Volk auf sich nehmen muß. Mtt einem bitteren Gefühl erinnert man sich auch des englischen Ueberfalis auf Kopenhagen, das damals 1801 im tiefsten Frieden unter das Feuer der englischen Geschütze genommen wurde.
Die große Weihnachtstanne auf dem weiträumigen Rathausplatz in Kopenhagen läßt in diesem Jahr bei den vorübergehenden Menschen nicf)t, die gleiche weihnachtliche Stimmung aufkommen wie in früheren Jahren. Auch die Bevölkerung eines neutralen Landes spürt den Druck des Kriegszustandes, der von unverantwortlichen Kriegshetzern an der Themse arbeitsamen Menschen vieler Länder aufgezwungen wurde.
Heues schwedisches Kabinett.
Eine Regierung der nationalen Sammlung
Stockholm, 13. Dez. (DNB.) Die schwedische Regierung wurde Mittwoch vormittag umgebildet. Ministerpräsident ist Per Albin H a n s s o n; Aeuße- res: Christian Günther, bisher Gesandter in Oslo; Justiz: Westman (wie bisher); Krieg: Per Edwin Sköld; Soziales: Gustav Möller (bis®, her Handelsminister); Verkehr: Reichstagsabgeordneter Gustaf Andersson; Finanzen: Ernst V i g- f o r ß (wie bisher); Kuttur: Reichstagsabgeordneter Gösta Baage (Führer der Rechtspartei); Landwirtschaft: Axel Pehrsson -Bramstorp; Handel: Reichstagsabgeordneter I. F. D o m ö (Rechtspartei); Volksversorgung: Herman E r i k s o n; ohne Portefeuille: Nils Quensel, Reichstagsabgeordneter Thorwald B e r g q u v i st.
Ausgeschieden sind demnach aus,bem Kabinett Außenminister Sandler, Kultusminister Eng- berg, Verkehrsminister Strindlund und der Minister ohne Portefeuille H ä g g l e f f. Zum ersten Male seit vielen Jahren ist damit eine Regierung gebildet, die keine sozialdemokratische M e hrheit hat. In der Regierung sind die vier größten Parteien des Reichstages vertreten. Besonders wird vermerkt, daß an Stelle des Außenministers Sandler ein Berufsdiplomat getreten ist. Die neue Regierung ist vom König bereits vereidigt worden. Mittags gab sie im Reichstag folgende Regierungserklärung ab:
Mit Rücksicht auf die internationale Lage und die Schwierigkeiten, die diese auch für unser Volk mit sich gebracht hat, ist der Zeitpunkt gekommen, den schon früher erörterten Gedanken einer Sammlung zu verwirklichen, durch die die Repräsentanten aller bedeutenden Meinungsrichtungen Anteil und Verantwortung an der Regierung des Landes nehmen sollen. Diese Handlung' stellt eine Manifestation der nationalen Einigkeit hinsichtlich der jetzt wesentlichen Aufgaben der schwedischen Außen- und Innenpolitik dar. Die Regierungserklärung bringt anschließend den Willen des schwedischen Volkes zum Ausdruck, Neutra- lität'und Selbständigkeit zu wahren. Dieses Streben schließe auch die Zusammenarbeit mit den übrigen bündnisfreien neutrale n Staaten in sich. Die Erklärung schließt mit einem Appell an alle, die innerpolitischen Meinungsverschiedenheiten zu begraben und die Regierung bei den großen Aufgaben zum Wohle des gan- zen Volkes zu unterstützen
lurchbruch durch die englische Blockade vollbracht lat. Die Berichte aus London dagegen, denen ufolge ein englisches U-Boot die „Bremen" sichtete, Uber auf ihre Torpedierung verzichtete, werden mit größter S k e p s is aufgenommen. Die Neu- prker Zeitung „Daily News" bespöttelt die „eng= liche Riterlichkeit", die mit einem Torpedo offenbar
Amsterdam, 13. Dez. (DNB.) Das Londoner Motorschiff „King Egbert" (4536 Tonnen) ist: Mit zunehmender Bitterkeit erkennt man in Eng- an der Ostküste Englands nach einer Explosion! l a n d von Tag zu Tag mehr den eigentlichen Ür°


