Ausgabe 
14.11.1939
 
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Dienstag,l4.NovembeN9Z9

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Nr. 267 Zweites Blatt

ZU

wenige

film an Spannung.

Dr. Fr. W. Lange.

reiner Maisstärke-Puder

und voll

vor- B.

des vorigen Jahres, sowie durch einen Klavierabend es zu einem Schmuckstuck für unsere Stadt werden wenige Jahre zuvor errang er sich ungeteiltes Lob > wird. _________

dieser Zeit brauchen. Ihnen ist gleichzeitig gerade durch das Zusammensein mit erfahrenen Lehr- und Beratungskräften jederzeit die Möglichkeit gegeben, alle Fragen, die im Betrieb aufkommen, mit diesen zu besprechen und ihrem Rat entsprechend zU handeln.

lieber diese Möglichkeit hinaus, chre Jugend durch den Besuch des Unterrichts an den Land- Wirtschaftsschulen ausbilden zu lassen, stehen den Bauern und Landwirten selbst diese nach wie vor weiter als Beratungsstellen zur Verfügung. Durch Rundgange, Vorträge, Kurse und Einzelberatungen ist hier jedem vor allem auch den zum Teil alleinstehenden Bäuerinnen die Möglichkeit ge­geben, sich Kenntnis oder Rat zu verschaffen.

ernster Gedanken das Haus.

Heinrich Ludwig Neuner.

An Stelle der erkrankten Poldi Mild ner wird der weltbekannte Pianist Claudio Arrau am kom­menden Sonntag einen Klavierabend veranstalten. Don früheren Veranstaltungen her wird der Künst­ler jedem Gießener Musikfreund noch in bester Er­innerung sein. Als Solist in einem Orchesterkonzert

bekommen Sie zut Zeit auf die mit einem X bezeichneten 4 Abfchnitte Dec Reichsbrol- harte für Kinder bis z u 6 jähren Dr. August Oetker

Eines Morgens werden sie wie verschneite Vogel­scheuchen über den weiß verwehten Beeten drohen.

Vorerst aber kann sich das Auge noch an manchem Grün entzücken, und einige von den kleinen witzigen Stiefmütterchen stehen sogar in Blüte.

Gehör bringen.

Ortsgruppen der NGOAp.

Gießen-Nord und Gießen-Mitte.

Am Donnerstag, 16. November, 20.30 Uhr, findet für die Ortsgruppen Gießen-Nord und Gießen- Mitte im ,Ilubhaus", Sonnenstraße 19, eine öffent­liche Versammlung statt, in welcher der Reichsredner Pg. Aug. Kramer, MdR., Karlsruhe, spricht. Alle Parteigenossen und Volksgenossen der beiden Orts­gruppen werden hierzu eingeladen. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Die Kundgebung wird von Musitvorträgen der Kapelle Krengel umrahmt.

HI.-Heini im Bau.

Das gute Kinder-Nährmittel

Gustin

stehen. Jede will den Kämpfern an der Front zeiaen, daß ihre Angehöxigen in der Heimat nt Notfällen nicht auf sich allein gestellt sind, sondern die Gemeinschaft für sie eintritt.

Oie Nachbarschaftshilfe im Kreis Wetterau.

Wie imGießener Anzeiger" vom vorigen Sams« tag bereits berichtet, wurde auch im Kreis Wette rau der NSDAP, die Nachbarschaftshilfe organisterte Jn jedem Dorfe wurden Frauen namhaft gemacht die sich für den Fall der Notwendigkeit der Nach« barschaftshilfe zur Verfügung stellen. Auch m der Stadt wurde dieser Dienst in die Wege geleitet, so daß mancher erwerbstätigen Frau und Mutter ge- halfen werden kann, wenn immer es notwendig tft

Deutsches Frauenwerk.

Kreisstelle wetlerau. Abt. Mütterdienst.

erfüllter Mission gewonnen, um schließlich mit einigen Derszeilen tiefen und reinen Gehaltes zrt schließen. Die Zuhörer folgten willig und dankbar, wohl die meisten verließen nachdenklich und

Aus her Stadt Gießen.

Kehraus im Kleingarten.

Die guten Tage, wo es bei jedem Gartenbesuch an den Bäumen und Beeten etwas zu ernten gab, sind vorüber. Bis auf einige winterharte Gemüse ist alles eingeholt. Zuletzt noch wurden die ver- schrumpften und fahl gewordenen Bohnenschoten von den kahlen Ranken gepflückt, wo sie wie dürre Laubfetzen im Winde raschelten, und daheim ent­kernt. Dabei half alles mit, denn es ist ein lustiger Zeitvertreib, von den vielen Farben der schön und glatt herauspurzelnden Bohnen überrascht zu wer­den, die später einmal zu köstlichen Suppen dienen. Als Kinder bekamen wir einige von der Mutter zum Mühlespiel abgezählt, wenn sie nicht genug Knöpfe dafür hatte. Auch die Wurzelgemüse, die Möhren, roten Rüben und Sellerie sind eingesammelt und in kleinen Mieten oder im Keller eingebettet, während die kleingeschnittenen Blättern der Sellerie, der Petersilie und anderer Küchenkräuter, rasch am Ofen getrocknet, damit sie ihre grüne Farbe behielten, in Dosen aufbewahrt werden. In die leeren und vom Unkraut gesäuberten Beete wurde Dung unter­gegraben. Sie liegen grobschollig wie gepflügte Aecker zwischen dem wenigen Grün der Feldsalat- und Spinatstücke.

Auf den Blumenrabatten blühen buntfarbig die Astern. Aber trotz ihres reichen Flors merkt man die Leere um sie herum. Begonien, Dahlien und Gla­diolen sind verschwunden. Ihre frostempfindlichen Knollen ruhen im geschützten Keller. Die Stengel und Schäfte der verblühten Stauden sind über der Erde weggeschnitten, zusammen mit anderem Abfall aufgehäuft und verbrannt worden. Das gleiche ge­schah mit den kurzlebigen Sommerblumen, nachdem man ihren Samen aus den aufgesprungenen Kapseln und Hülsen gesammelt. Jede abschließende Tätigkeit ist zugleich auch eine vorsorgliche Maßnahme für den kommenden Frühling und ein neues Jahr.

So werden, wo es nottut, neue Beerensträucher, Himbeeren und Brombeeren, Stachelbeeren und Jo­hannisbeeren gesetzt und junge Obstbäume gepflanzt. Man hat jetzt den besten Ueberblick, den geeigneten Platz für sie ausfindig zu machen,, und die Pflänz­linge selbst haben Zeit und Ruhe, in der neuen Erde Wurzel zu fassen. Bald unterscheiden sie sich nicht mehr von den älteren Bewohnern des Gartens, da auch sie ihr Laub gänzlich abgeworfen und ihre Säfte hinabgeschickt haben zu den unterirdischen Kraftspeichern und -kammern. Pflanzen und Erde rüsten sich, wie viele Tiere, die draußen in Höhlen und Spalten leben, zu ihrem Winterschlaf.

Und für die Kleingärtner ist die Arbeit so gut wie zu Ende. Wenn der Frost einbricht, müssen die Pum­pen noch mit dicken Strohbüscheln ober Tannengrün umwickelt werden, dann kann kommen, was will.

und volle Bewunderung. Der Künstler wird Werke von Mozart, Beethoven, Schumann und Liszt

Steinböcke im Gewand.

Bon Karl Scherer.

Um die Kuppen und Zacken der jäh abstürzenden engen Felsschlucht im Herzen der Penmnischen Hochalpen spielen die roten Strahlen der unter- gehenden Sonne; nur matt noch schimmert das Weiß des tobenden Wildbachs durch die Schatten des Abends herauf. Kein Saumpfad führt an dem stei­len Hang zur Höhe, öde und kahl dehnt sich die mächtige Fläche der senkrecht aufwärts wuchtenden Granitwand.

Eine Tiergestatt, vom fließenden Grau der herein- brechenden Nacht umsponnen, bewegt sich zwischen den Felsrippen bergwärts, überfällt mit federndem Sprung eine klaffende Rinne, verhält sich kurz und klimmt weiter der Höhe zu. Dünne Nebelschwaden steigen vom Wetterbach an den Felsen hinauf; doch der leichte Wind treibt sie über die Schroffen hin­aus. Als es wieder klar wird, steht auf dem höchsten Grat, scharf in den fahlen Abendhimmel schneidend, die gedrungene Gestalt eines Wildes der starke reinblütige Alpensteinback, der Herr des Gebirges, der vom Gipfel der Wand auf sein weites Reich hinabäuat: dunkel bewaldete Sättel, funkelnde Eis­spitzen, schwarze Gründe, riesenhafte Kämme.

Einst bereitete sich sein Gebiet über die ganze mitteleuropäische Alpenwelt aus, von den See­alpen bis zum Semmering; jetzt ist er auf die Penmnischen Felsengebirge zwischen Mont Blanc, Monte Rosa und St. Bernhard beschränkt, wo ihm die italienische Regierung in dem weiten Natur­schutzpark von Gressony über Aosta eine natürliche Freistatt geschaffen hat. Der Alpensteinbock ver­schwand aus den übrigen Hochalpen erst zu unserer Großväter Zeiten, die adeligste und reckenhafteste Tiererscheinung der Hochgebirgswelt, mit meter­hohem, schön gebogenem, kantigem, bis zur Spitzk wulstig geriffeltem Gehörn. Im Mittelalter noch alsFahlwild" in den deutschen Alpenländern häu­fig und von den Dynasten und Grundherren eifer­süchtig geschützt, war es um das schöne Wild ge­schehen, als die Handfeuerwaffen auf tarnen, wor­über das nähere imWeißkunig" Kaiser Maxi­milians I. nachzulesen ist ...

Heller Sonnenschein liegt über den Piemonteser Hochalpen. An den tieferen Gehängen leuchten die Laubwälder in südlich brennenden Farben, sattes

Oschungel-Oeheimnisse."

Im Lichtspielhaus läuft eben ein Deutschland- Film, der uns nach einer etwas langatmigen Ein­leitung mit einer Expedition durch das hinterindische Königreich Kambodscha, seit fast 80 Jahren franzö- stsches Protektorat, zu der großartigen Ruinenstadt von Angkor führt, deren weite Anlage mit den Trümmern reliefgeschmückter Tempel und Paläste noch einen Eindruck von der Pracht dieser einstigen, im 13. Jahrhundert errichteten Residenz der Khmer» könige vermittelt. Die Reise führt aus dem bunten Menschengewimmel des Hafens Saigon auf dem gewaltigen Strombett des Mekong aufwärts mitten in den Dschungel hinein, und hier ist es nun der Expedition gelungen, das Tierleben des indischen Urwaldes in seiner ganzen Mannigfaltigkeit und Unberührtheit in ungemein reizvollen Bildern iest- zuhalten, die ohne jede Ablenkung, nur von spar- famen Erläuterungen eines der Forscher begleitet, allein die Natur zu uns sprechen lassen. Der liebe­vollen Beobachtung und großen Kaltblütigkeit des Filmoperateurs verdanken wir höchst fesselnde Ein­blicke in das Tierleben des Dschungels mit feinem unerbittlichen Kampf ums Dasein. Mr sind Zeugen manch anmutiger und possierlicher Szene, aber auch mancher kleinen Tragödie, die sich im Dickicht des Urwalds abspielt. Tiere, die wir kaum dem Namen nach kennen und in unseren zoologischen Gärten ver­gebens suchen würden, lernen wir in freier Wild» bahn kennen, wie den Bintarong, eine seltene Bärenart, oder die Riesenwaranen, Krokodile von geradezu prähistorischen Formen. Aber auch der erbitterte Zweikampf liebestoller Tiger in der Brunftzeit, ein Marder in mutigem Angriff auf eine Riesenschlange, die Affenjagd eines Bintarongs find in einer Folge erstaunlich scharfer Aufnahmen fest- gehalten worden. Der Film übertrifft also trotz seines rein berichtenden Charakters manchen Spiel-

die Helferin Verstärkung. Aus der Vielzahl der Beweise vorbildlicher Einsatzbereitschaft unserer Frauen sei nur ein Beispiel aus der Gauhauptstadt herausgegriffen. In Frankfurt a. M. stellt sich eine Nachbarschaftshelferin bereits feit 14 Tagen drei Stunden täglich zur Verfügung, um Milch auszu- tragen, da der Geschäftsinhaber eingezogen ist und die Frau allein die Arbeit nicht bewältigen kann.

Vielfach hat die Bäuerin seit Monaten keine Zeit gehabt, sich um die häuslichen Arbeiten zu küm­mern. In Truhen und Schränken liegt Wäsche, die ausgebessert werden muß. Die Zimmer sind nicht mehr so ordentlich und gepflegt, wie es sein soll. Solange noch etwas draußen zu ernten ist, muß aber die Frau auf dem Felde arbeiten, denn von unseren Ernährungsgütern darf nichts umkommen. Die Nachbarschaftshelferin hat keinen landwirt­schaftlichen Betrieb, aber die Hausarbeit kennt sie und der Kinder nimmt sie sich gern an. In vielen Orten bestand bisher kein NSV.-Kindergarten. Da haben sich einige Helferinnen gefunden, die alle Kinder zusammenholen und in einer Kinderstube beschäftigen. Die Kinderstube liegt meist nicht weit von irgendeiner Küche entfernt. Oft wird die Küche von einer Nachbarschastshelferin gestellt, damit die Kleinen in der Kinderstube stets regelmäßig ihre Verpflegung erhalten. Abends kommen sie frisch und gesund, ganz angefüllt mit kleinen Erlebnissen in der Kinderstube, nach Hause zurück.

Im September stellten sich im Gau Hessen-Nassau 22 989 Frauen in der Nachbarschaftshilfe zur Ver­fügung. Selbstverständlich erfolgt ihr Einsatz ehren­amtlich. Sie leisteten 173 278 Stunden. Außerdem stellten sich 43 930 Frauen der NSV. als Helfe­rinnen zur Seite, um ihr bei der Durchführung ihrer Aufgaben behilflich zu fein.

Alle diese Zahlen geben nur einen kleinen Aus­schnitt aus der Arbeit der Nachbarschaftshilfe, die ein wichtiges Glied zur Stärkung und Bewältigung aller der Inneren Front gestellten Aufgaben dar-

Jakob Schaffner.

Die Vortragsvereinigung Goethe- Bund / K a u f m ä n n i s ch e r Verein vermit­telte mit ihrem zweiten Dichterabend die Bekannt­schaft mit Jakob Schaffner, der, gebürtiger Schwei­zer, sich innig mit Deutschland als seiner Kultur­heimat verbunden fühlt und dies als Bekenntnis schon oft im geschriebenen und gesprochenen Wort zum Ausdruck gebracht hat. Mit der gestrigen Abendveranstaltung, für die sich der Große Hörsaal unserer Universität kaum als ausreichend erwies, war dabei gleichzeitig eine kleine Ueberraschung ver­bunden, denn Regierungs-Medizinalrat Dr. Traut­man n , der den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung des Dichters und der Zuhörer eröffnete, teilte mit, daß der Dichter in wenigen Stunden feinen 64. Geburtstag begehen könne. Die Zuhörer­schaft beglückwünschte ihn im voraus zu dem Ge­burtstag in den Jahren der Reife und hörte dann um so aufmerksamer auf das, was der Dichter in seiner Vorlesung von seiner dichterischen Kraft, feiner geistigen Haltung, aus seinem Leben und seinen Erlebnissen zu geben hatte. Jakob Schaffner las Abschnitte aus seinem großen Romanwerk, das aus vier Bänden besteht und unter den TitelnJo­hannes",Die Jünglingszeit von Johannes Schat­tenhold",Eine deutsche Wanderschaft" undKampf und Reife" erschienen ist. Der Dichter vermittelte insbesondere Abschnitte aus dem vierten Buch. In wohlerwogener Steigerung machte er dabei seine Zuhörer mit Etappen feines eigenen Lebens be­kannt, ließ sich als den jungen Mann erkennen, der noch vor Entscheidungen steht, der sich noch nicht völlig schlüssig ist, ob er Soldat sein und bleiben konnte, oder ob sich die Musik und die Dichtung als schicksalgestaltende Elemente für ihn erweisen sollten. Schon in diesem Abschnitt war zu erken­nen, aus welchem Reichtum einer bildmäßigen Schau, an phantasievoller Naturbetrachtung und aus welcher Fülle der Stimmungswerte der Dichter schöpft. Dann führte er heran an die Kämpfe seiner Mannesjahre und brachte dabei u. a. auch den Ab­schnitt zur Verlesung, den wir im Familienblatt des Gießener Anzeigers am Freitag der vergangenen Woche veröffentlicht haben. Schließlich krönte Jakob Schaffner das Erleben dieses Vortragsabends mit der Schilderung der Ergebnisse der Jahrzehnte des Kampfes um Steife und sprach von der Ruhe, aus

NSG. In der heutigen Zeit wachsen die Auf­gaben der Nachbarschaftshilfe ständig. Von Woche zu Woche werden mehr Helferinnen gebraucht, die )er berufstätigen Frau bei der Pflege ihrer Kinder und bei der Erledigung ihrer Pflichten im Haus­halt helfen. Auch die kinderreiche Mutter, deren Mann an der Front steht, ist häufig dankbar für eine Helferin. Durch Krankheit kommt manche Frau und Mutter schnell in die Lage, ihren Haushalt nicht mehr versehen zu können. Wenn die Block- rauenschaftsleiterin, die ja alle Einwohner ihres Blockes kennt und ein offenes Herz hat für jede Not, sieht, wo es fehlt, dann gibt sie die Meldung der Abteilung Hilfsdienst weiter.

Aus Listen ist eine große Zahl Frauen im Gau Hessen-Nassau erfaßt, die stets zur Nachbarschafts­hilfe bereitstehen. Der Gau erfüllt auch auf diesem Gebiet in vorbildlicher Weise eine nationalsoziali- tische Pflicht. Ein kurzer fernmündlicher Anruf, oder ein Anklingeln an der Wohnung genügt, um der Nachbarschaftshelferin zu sagen:Frau Müller bekommt ein Kindchen, gehen Sie doch einmal hin und sehen Sie, wo es fehlt." Binnen einer Stunde ind die anderen Kinder angezogen, in die Schule geschickt, oder in einer Kinderstube untergebracht. Frau Müller kann ganz beruhigt sein, das Essen steht pünktlich auf dem Tisch und der Haushalt wird richtig versorgt. Wenn unsere Nachbarschaftshelferin auch den eigenen Haushalt noch zu versorgen hat, so steht stets noch ein Mitglied der Jugendgruppen bereit, um dafür zu sorgen, daß die Einkäufe er­ledigt werden.

358 Tage wurden im Monat September Kranke und Wöchnerinnen auf ähnliche Weise gepflegt. So­bald die Mutter wieder gesund ist, übernimmt sie ihre Arbeit selbst, und die Nachbarschaftshelferin, die zu einer guten, verständnisvollen Helferin ge­worden ist, wird wieder entbehrlich. Viele Helfe­rinnen übernehmen ihren Dienst ganz regelmäßig, denn manche Frau mußte den Arbeitsplatz des Mannes übernehmen, und ihre Kinder dürfen die Pflege nicht entbehren. Regelmäßig werden sie jeden Morgen gewaschen und angezogen und zum Kindergarten gebracht. Auf einem Zettel schreibt die Mutter ihre Einkaufswünsche auf, so daß sie abends neben dem Zettel auch die gewünschten Waren vorfindet. Bei der großen Wäsche holt sich

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: Intermezzo am Abend". Gloria-Palast, Seltersweg:Es war eine rauschende Ballnacht". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße :Dschungel-Geheimnisse".

Stadttheater Gießen.

Heute Abend wird das LustspielIntermezzo am Abend" zum ersten Male wiederholt. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild Karl Löffler. Anfang: 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Dienstag-Miete statt.

Gießener Konzert-Verein.

In den folgenden Sondertursen im Hause der DAF., Schanzenstrahe 18, werden die Frauen unä Mädels, die sich zur Mitarbeit im Deutschen Frauen­werk zur Verfügung stellen wollen, in die neuen Aufgaben eingefuhrt.

Kinderbeschäftigung und Erzi ehun gt Vermittlung ausreichender Kenntnisse für die Be­schäftigung und Erziehung von Kindern in Grup« pen (Kinderstuben usw.). Beginn Dienstag, 14. No­vember, von 15 bis 18 Uhr. .

Gesundheitsführung und häusliche' Krankenpflege: Vermittlung ausreichender Kenntnisse in Verbandstechnik, Pflege von Kran­ken in Familien und Anstalten. Beginn Dienstag, 14. November, von 15 bis 18 Uhr.

Sämtliche Kurse finden im ganzen achtmal ftatfc Kursgebühr 2 RM. Anmeldung umgehend an dtei Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Gießen, Frank­furter Straße 1, Abt. Mütterdienst.

Demnächst beginnen reguläre Mütterschulungs« kurse (jeweils 12 Doppelstunden) in Säuglings­pflege, häusliche Näharbeiten und im Kochen. Lehr­gangsgebühr für diese Kurse 3,60 RM. mit frei­williger Staffelung bis 5 RM. Anmeldung und

Der Bau des Heimes der Hitler-Jugend am Wart­weg ist in den letzten Wochen fortgeführt.worden. Ein Seitenflügel der Anlagen ist bereits im Roh­bau soweit gefördert, daß er unter Dach gebracht werden konnte. Der rückwärtige Mitteltrakt ist auch schon bis unter das Dach gediehen. Die Anlage läßt schon jetzt die Großzügigkeit und schöne Planung erkennen. Die bevorzugte Lage, in der das Heim der Hitler-Jugend ersteht, läßt darauf schließen, daß

Braun der Kastanien, flammendes Rot des Berg- ahorns. Darüber steigen Nadelwälder auf, bis über der Baumgrenze das kahle Gestein sich auftürmt. Bergaurikeln strömen ihren letzten süßen Duft aus; hoch in den schimmernden Lüften schwimmen zwei - Steinadler.

Auf einer Matte zwischen Felsennadeln und immergrünen Zirben äst ein Rudel Steinwild, dem schon jetzt die Winterdecke in feinen wolligen Gran­nen sproßt, zugleich sein Hochzeitskleid. Schon stehen bei den Geißen ein paar Böcke, deren Eifersucht das Rudel ruhelos umherjagt. Krachend wie Axtschläge prallen die wuchtigen Gehörne zusammen; der eine springt ab, der andere folgt ihm in mächtigen Fluchten ins schroffe Gewänd. lieber faustgroße Steinwulste und schmale Grasbänder geht es in die Höhe, denn noch muskelkräftiger als die der Gemse sind die sehnenharten Läufe des Steinbocks. Sonst herrscht die Stille der Bergeinsamkeit, nur bisweilen unterbrochen vom schneidenden Pfiff des Murmel­tiers.

Die Wachtgeiß am Rand der jäh absinkenden Matte äugt und windet scharf in die Tiefe. Dort unten, wo der Wildbach zwischen dunklen Eiben wie blankes Silber zu Tal schäumt, bewegt sich auf schmalem Pfad eine spannenlange Menschengestalt bergwärts, einer der ausgewählten Hüter, denen Schutz und Hege des kostbaren Wildes obliegt. Mit dem Glas sucht er die Kare und Gräben ab Als er das schwarzgraue Gewimmel auf der abschüs­sigen Matte wahrnimmt, macht er still kehrt, steigt in weitem Bogen durch den Wald stundenlang zu Berge, klimmt im Gewänd hoch über das Wild hinaus und späht, in einen Latschenbusch gedruckt, aus steiler Höhe in die Tiefe. Die Strahlen der Herbstsonne lassen im Geschröff, an den ragenden Granittürmen und in den Schluchten des Gebirges wunderbare Farben aufleuchten: goldgrün das Ge­stein der Laubwald in bunter Pracht zwischen schwarzen Nadelwäldern, die fernen Eishorner und Gletscher des Monte Rosa liegen blauumbuftet im ' Sonnenglanz. Das Rudel unter ihm hat sich meder- qetan nur ein Bock mit mächtigem Hauptschmuck . rieht äsend hin und her. Da dreht sich der kruselnde ; Wind und weht gegen die tieferen Hange. Der Bock . wirft auf und windet gegen die Hohe; dann dröhnt die Matte unter den stahlharten Schalen des fluch- . tenden Wildes, schon hat es sich hinter den Fels- , rippen der Wände im Gestein verloren ...

Rund 23000 Krauen in der Rachbarschastshilfe

Vorbildlicher Einsatz im Gau Heffen-Raffau. Annähernd 44000 Krauen als Helferinnen der RGV.

Ausgabe der neuen Lebensmittelkarten.

Vorn morgigen Mittwoch ab bis einschließlich kommenden Samstag werden die neuen Lebens­mittelkarten in den Bezirksgoschäftsstellen des Er- nährungsamtes gegen Vorlage des Personal-Aus- weises ausgegeben. Die neuen Lebensmittelkarten gelten für Die Zeit vom 20. November bis 17. De­zember. Die Ausgabe der Karten erfolgt an den vier Tagen in gruppenweiser, alphabetischer Zusammen­fassung der Bezugsberechtigten.

Landwirtschastsschulen unterrichten wieder.

Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird nach Regelung der Personaloerhältmsse an 32 Landwirtschaftsschulen dks Gaues in den näch­sten Tagen der Unterricht wieder auf genommen. Auch die Landwirtschaftsschulen in Gießen, Grün­berg und Nidda werden jetzt wieder unterrichten. In der Landwirtschaftsschule Gießen (Liebigbau) hat die Mädchenklasse die Arbeit gestern bereits aufgenommen. Die Knabenklasse wird am kommen­den Montag mit dem Unterricht beginnen.

Der Lehr- und Stundenvlan ist so gestaltet, daß einerseits möglichst viel freie Zeit für die Arbeit im elterlichen Betrieb verbleibt, anderseits trotz­dem all das behandelt wird, was ein Jungbauer -und eine Jungbäuerin an geistigem Rüstzeug in

stellt. Unmöglich ist es, immer in Zahlen zu er­fassen, wo ein Frau der anderen beffpringt und wo Frauen sich gegenseitig helfen, die Last des All­tags zu tragen. Eines bekunden aber diese Zahlen, daß die Frauen des Gaues Hessen-Nassau den'an----m-7--o ---- - .

sie gerichteten Appell zum Helfen gern und freudig Auskunft: Kreisfrauenschaft Wetterau, Gießen, erfüllen. Keine will an Einsatzbereitschaft zurück- Frankfurter Straße 1, Abt. Mutterdienst.