Ausgabe 
14.8.1939
 
Einzelbild herunterladen

kenbauerzeugnisse gewonnen werden. hier kommt die bisher in den Steinmauern der Großstädte lebende Familie in Verbin­dung mit dem Voden. Der großstädtische Mensch lernt die Erzeugungsschwierigkeiten im Kleinen kennen und gewinnt dadurch eine andere innere Haltung zur Natur und ihren Gesehen, mit denen der Bauer und Gärtner ständig zu rechnen haben.

600000 Teilnehmer am Schießdienst des NS.-Reichskriegerbundes.

Der NS.-Reichskriegerbund gibt einen Ueberblick über den Stand des von ihm betriebenen Schieß- dienstes. Danach haben im letzten Jahr rund 600 000 Kameraden der dem Bund angeschlossenen Krieger- kameradschaften aktiv amSchießdienstteil- genommen. Im Besitz der Gliederungen des Bun­des befinden sich über IIOOOeigeneSchieß- stände. Der Bau von 2300 weiteren ist in Vor­bereitung. Der Bund verfügt in seinen Gliederungen über mehr als 45000 Kleinkaliber- büchsen. 1938 erwarben 35 374 Kameraden die bronzene, 16139 die silberne, 6855 die goldene und 2383 die große Ehrennadel des NS.-Reichs- kriegerbundks, während 530 Kameraden für wieder­holt hervorragende Schießleistungen mit der Sie­gerplakette ausgezeichnet werden konnten. Die Zahlen bedeuten gegenüber dem Vorjahr eine außer­ordentliche Leistungssteigerung sowie ein Anwachsen der Beteiligung am Schießdienst des Bundes.

Ein »Institut der NSDAP, zur Er­forschung derIudenfrage^in Frankfurt

Nach einer Meldung desV. B." hat sich Reichs­leiter Alfred Rosenberg entschlossen, in Frank­furt a. M. einInstitut der NSDAP, zur Erfor­schung der Judenfraae" zu errichten. Frankfurt am Main besitzt in seiner Judaica- und Hebraica- Sammlung ein wertvolles Quellenmaterial zur Judensrage, das noch der wissenschaftlichen Bear­beitung harrt. Zur Auswertung dieses Materials hat die Stadt die gesamte Judaica- und Hebraica- Sammlung der NSDAP, zur uneingeschränkten Be­nutzung zur Verfügung gestellt und sich darüber bin- laus bereit erklärt, die Forschungsarbeit der NSDAP, »aut diesem Gebiet in jeder Weise zu unterstützen. Dar­auf beschloß Reichsleiter Rosenberg die Errichtung des .erwähnten Instituts. Die bisher in seinem Arbeits- Ibeveich auf diesem Gebiet tätigen Forschungsstel- rten werden nach Frankfurt a. M. übergeführt ^werden.

Teileinigung im Sachalin-Konflikt.

Moskau, 12. August. (DNB.) In Moskau «wurde in einer wichtigen Teilfrage des fowjet- ° russisch-japanischen Streites über Nordsachalin eine )E i n i g u n g herbeigeführt. Der Gewerkschaftsver- tdand der sowjetrufsischen Petroleumarbeiter verein- ibarte mit den Vertretern der japanischen Konzes- ssionsgesellschaft einen neuen zehnmonatigen ^Kollektivvertrag, so daß die bisher lahm- bgelegte diesjährige Ausbeute der Kohlen- iund Petroleumlager nunmehr von den -Konzessionsgesellschaften in Angriff genommen wer­den kann. Dabei wurde die ursprüngliche Forderung mach einer Lohnerhöhung um 40 v.H., die Vie Rentabilität der Konzession nach japanischer Auffassung in Frage stellte, auf 15 v. H. herab- gesetzt. Da die Arbeitssaison auf der Insel in» lolge der dortigen klimatischen Verhältnisse nur von Öunt bis September dauert, bleiben den japanischen Konzessionsgesellschaften nur noch wenige Wochen i.ur Ausbeutung der Petroleum- und Kohlenlager iübrig. Gleichzeitig bewilligten die Sowjetbehörden >*ie Einreiseerlaubnis für 300 japanische Arbeiter und 30 Angestellte, also die Hälfte der japanischen Arbeitskräfte, denen bisher das Einreise­visum nach Sachalin verweigert worden war.

Die japanische Militärabordnung nach Tientsin zurückgekehrt.

Tokio, 14. August. (DNB. Funkspruch.) Die Ab­ordnung der Tientsinarmee für die Tokioter Kon­ferenz unter Generalmajor Muto ist heute nach Tientsin z u r ü ck g e k e h r t, da, wie Muto er- Ülärte,die Delegation ihren militärischen Pflichten m Tientsin nachkommen muß, statt hier in Tokio darauf zu warten, bis London neue Instruktionen tchickt". Muto erklärte, daß ohne die Zustim- mung der Armee keine bindenden Ab­machungen zwischen London und Tokio getroffen werden könnten.

Kunst und Wissenschaft.

Mozart und Johann Strauß in den Salzburger Festspielen.

Salzburg, 14, Aug. (DNB, Funkspruch.) Drei musikalische Darbietungen am Samstag unb am :,:onntag zeigten die innere Spannweite ber Salz- r g e r F e st s p i e l e. In Kirchen, Theater und ü'onzertsaal wurden Spitzenwerte geistlicher Musik, " 2;-r Oper und der künstlerischen Tanzmusik gespielt, ^men besinnlich ernsten Ton schlug im vorwiegend t-nter gestimmten Akkord der Festspiele die Messe c-moll von Mozart an. Die barocke Stifts- W 3U St. Peter wo der 27jährige Mozart selbst dm giert hat, bot den Rahmen für eine künstlerisch hochwertige Aufführung, unter Meinhard v Zal- ! ngers Leitung. Im Lustspielhaus wurde Mo- prtsH o ch z e i t d e s Figaros", italienisch qe- simgen, von einem aus deutschen und italienischen S instlern gebildeten Ensemble unter der musikalischen kntung Hans Knappertsbuschs gegeben. Rotzen Jubel, der zu Wiederholungen und Zü­nden zwang, entfesselte Clemens Krauß, der mit brn Wiener Philharmonikern eine Auswahl aus bcn schönsten Melodien von Johann Strauß zum Vertrag brachte.

Pour le

auch in Venedig erfolgreich.

JB e n e b i g, 12. Aug. (DKK.) Auch der zweite v'ielfilm, den Deutschland auf der Internatio- I e n Filmkunst schau zeigte, wurde vom slblikum mit stärkstem Beifall ausgenommen. Der ircer der Spielleitung von Karl Ritter gedrehte I ' wsnPour le m e r i t e " überzeugte auch das ^nationale Publikum des Lido durch die Dar- rllung des heldischen Geistes, der die in ihrer Ulchlossenheit spannend ablaufende Handlung be- ^it. Einen vollen Erfolg für den deutschen Kultur- 4m brachte auch die Nachmittagsoeranstaltung am ximstag, in der die vier Ufa-KulturfilmeWis-

Im Geist von 1914.

Großadmiral Raeder spricht auf dem ersten Großdeutschen Bundestag des NGD.-Marinebundes.

D resd en, 12. Aug. (DNB.) Im Ausstellungs­palast fand am Samstagnachmittag die Haupt­versammlung des NSD.-Marinebun- des statt. Zunächst begrüßte der Bundesführer, Konteradmiral z. V. Hintzm ann, die Abord­nungen Italiens, Spaniens und Ungarns und die Ehrengäste. Großadmiral Dr. b. c. R a e d e r brachte feine Freude zum Ausdruck, daß er an diesem er­sten Marine-Bundestag im Großdeutschen Reich teilnehmen könne. Der Marinebund stehe als Je^rir Aückhalt der Kriegsmarine im deutschen Volk. Dieses Rückhaltes bedürfe die Kriegs­marine im besonderen Maße, da sie über feine Or- aamjation im Jnlande verfüge und hier nur in be­schränktem Umfange durch persönliches Auftreten des aktiven Personals wirken könne. Die Werbung für Kriegsmarine und deutsche Seegeltung sei in erster Linie durch den Marinebund durchzuführen. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes gab der Bundesführer einen Rückblick über die Entwicklung bes Bundes und forderte enge Zusammenarbeit mit ben Kameraden von den anderen Wehrmachtsteilen, mit Marine-SA. und Marine-HI.

Auf dem Königsufer fand bann die Weihe von 90 Flaggen des NSD.-Marine- b und es statt. Mit den Kameradschaften des Mavinebundes hatten Abordnungen des Reichs- kriegerbundes, der Marine-SA., der Marine-HI., des NSFK. und der Technischen Nothilfe sowie des Reicbsarbeitsdienstes Aufstellung genommen. Dann marschierten unter großem Jubel eine Kompanie ber Kriegsmarine, bie 13. Schiffsstammabteilung Saßnitz, weiter eine Kompanie bes Heeres und eine Abteilung der Luftwaffe auf. Nach dem Einmarsch der Fahnen des Marinebundes erschien Groß­admiral Dr. h. c. Raeder mit Admiral a. D. Souchon, dem Ehrenführer des NSDMB., Reichskriegerführer ---Gruppenführer General der Infanterie Reinhardt, dem Äopimanbierenben General des IV. Armeekorps, General der Infan­terie von Schwedler, und SA.-Obergruppen- führer Schepmann. Der Führer des NSDMB., Konteradmiral z. V. Hintzmann, weihte die neuen Kameradschaftsflaggen. Der erste Dienst der neu geweihten Flaggen galt den 34 000 Marine­kameraden, die für Deutschland gefallen sind, und all denen, bie im Kampf für bas neue Deutschland ihr Leben gelassen haben. Reichskriegerführer ---Gruppenführer General ber Infanterie Rein­hardt erinnerte bann an den heldenhaften Kampf des kleinen KreuzersDresden" im Weltkriege. Daß Sie", so wandte sich der Reichskriegerführer an bie Verbände,ebenso kämpfen werden, wenn der Führer einmal ruft, das weiß ich, und so be­grüße ich Sie im Namen aller gedienten Soldaten und im Namen des Reichskriegerbundes."

Von stürmischem Beifall begrüßt ergriff nunmehr der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmi­ral Dr. h. c. Raeder das Wort. Das Zusammen­fällen des diesjährigen Bundestages mit den Ge­denktagen des Ausbruches des Weltkrieges vor 25 Jahren, so sagte der Großadmiral, gebe dem Tage eine um so ernstere Bedeutung, als in gleicher

Weise wie 1914 auch heute wieder die uns feind­lich gesinnten Mächte am Werk seien, um eine Einkreisung gegen uns zustandezubringen, die dem Großdeutschen Reiche bie Lebensmöglich­keiten gewaltsam abschneiden, es burch ein noch schlimmeres Diktat als bas von Versailles von der Weltkarte auslöschen solle. Wir alle wissen, daß diese Hoffnungen unserer Gegner, deren eigentlicher Leiter auch diesmal Großbritannien ist, von vornherein zum Scheitern ver­dammt sind! Denn unser Führer hat in lang­jähriger zäher Arbeit die große deutsche Volksgemeinschaft geschmiedet, an deren Geschlossenheit alle Versuche, im deutschen Volke Zwietracht zu säen und dadurch feine Widerstands­kraft zu erschüttern, scheitern werden. Der Führer hat dem deutschen Volk eine Rüstung geschaf­fen, bie berjenigen unserer Gegner burch die Schärfe ber Waffen sowie die gründliche Ausbildung und vorbildliche Einsatzbereitschaft derer, die sie führen, mehr als gewachsen fein wird. Die geniale Politik aber hat uns ftarfe und ver­läßliche Bundesgenossen und Freunde geworben, die sei es mit den Waffen an unserer Seite oder durch wohlwollende Neutralität uns im Kampf unterstützen würden, wenn die Gegner den Frieden brechen sollten. Deshalb sieht heute'das deutsche Volk ohne Nervosität, ohne Kriegsfurcht oder gar Psychose in unerschütterlichem Vertrauen auf seinen Führer und auf feine Kraft der Zukunft entgegen.

Der Führer hat in klarer Erkenntnis und An­erkennung der Tatsache, daß ein Großdeutsches Reich ohne eine Harte Flotte nicht b e - st e h e n kann, bei der Herstellung ber Wehrfreiheit den Aufbau einer vollwertigenKriegs- marine befohlen und widmet ihr starkes Interesse und tatkräftige Förderung. Möge ber Geist, der 1914 alle Besatzungen ber kaiserlichen Marine be­seelte, seine Auferstehung erleben, wenn einmal ber Führer gezwungen sein sollte, die junge Kriegs­marine zur Verteidigung des Großdeutschen Reiches einzusetzen. Dann wird sie gemeinsam mit den an­deren Wehrmachtsteilen, gemeinsam mit ber großen deutschen Volksgemeinschaft unter ber Führung un­seres obersten Befehlshabers einstehen für des Großdeutschen Reiches Ruhm und Ehre, wie es einst die Kameraden im Weltkriege getan. Daß wir alle bann unser ganzes Können und unsere ganze Persönlichkeit einsetzen werden für bie Ehre und Sicherheit des Vaterlandes, sei heute unser Ge­löbnis.

Nach der Kundgebung begab sich ber Oberbefehls­haber ber Kriegsmarine nach dem Rathaus, wo die am Bundestreffen teilnehmenden Verbände an ihm vorbeimarschierten. Anschließend fand ein Empfang im Rathaus statt, an dem mit dem Groß­admiral alle führenden Persönlichkeiten, die sich in Dresden zum Marinebundestag eingefunben hatten, teilnahmen. Mit einem Marinekonzert und weite­ren Traditionstreffen fand das Marinetreffen sei­nen Abschluß.

tungsschule eröffnen, da bie Schule in Schloß Heiligenberg schon seit längerem der Zahl der An- Meldungen nicht aenügf. Das frühere Kloster Tie- senthal im Rheingau ist jetzt für diesen Zweck vom BDM. übernommen worden. Die Jnstand- setzungsarbeiten wurden bereits begonnen. Ab Apnl 1940 werden Kurse in dieser Haushaltungs- schule beginnen.

Grohfeuer in spanischer Universitätsstadt.

In der Nähe von Madrid, in der historischen spa- nischen Universitätsstadt Alkala de Henares, in der bis vor rund einem Jahrhundert auch die jetzige Madrider Universität untergebracht war, entstand im geschichtlichen Archiv ein Großfeuer, das mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich griff. In den angrenzenden Gebäuden besindet sich u. a. ein großes Munitionslager, vor allem mit Tankgeschos- |en, und der größte spanische Lagerraum für Er­satzteile von Panzerwagen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr wurden von der Bevölkerung, vor allem der Falange, nach Kräften unterstützt, so daß ein

Togal ist hervorragend bewähr» bei

Nerven- und

Hl

Jn auch Apotheken

Rheuma Ischias

gegen

Nerven- Schmerzen

Unzähligen haben Togal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wir­kung des Togal ist von Ärzten u. Kliniken seit 25 Jahren bestätigt. Keine unangeneh­men Nebenwirkungen. Haben auch Sie Vertrauen u. machen Sie noch heute einen Versuch aber nehmen Sie nur Togal

Kopfschmerz Hexenschuß Erkältungen

Teil des Klosters San Fernando gerettet werden konnte. Alle historisch wertvollen Dokumente des Archivs, die zum größten Teil unersetzlich sind, fie­len den Flammen zum Opfer. Bei dem Versuch, Vestände aus dem Archiv zu retten, wurden meh­rere Feuerwehrleute verletzt. Man vermutet, daß das Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen ist, und hat unverzüglich bie Fahndung nach den Verbrechern ausgenommen. Man rechnet damit, daß die Spur zu einer kommunistischen Geheimorgani­sation führen wird.

Französisches Ulilifäraufo in Marokko verunglückt.

Ein Schnellastwagen des französischen Heeres stürzte auf der Fahrt von Meknes nach Jfrana in Marokko infolge Bruchs der Steuerung in einen Graben. Drei Soldaten wurden auf ber Stelle g e - tötet und fünf weitere schwer verletzt.

Kleine politische Nachrichten.

Für den nationalsozialistischen Freiheitskämpfer Otto Planetta wurde in Wien in Anwesenheit von Gauleiter Bürckel eine Büste Enthüllt. Otto Pla­netta war nach ber Julierhebung im Jahre 1934, in ber er an dem Handstreich auf das Bundeskanzler­amt teilnahm, znm Tode durch den Strang verurteilt worden.

In Moskau traten am Sonntag bie Mili - tär Missionen zweimal zu mehrstündigen Be­ratungen zusammen. Die Konferenzen sotten jetzt regelmäßig zweimal täglich veranstaltet werden. Die Sowjetpresse macht jedoch über den Gang ber Ver. Handlungen keinerlei Mitteilungen. Auch in englisch- französischen Kreisen werden über die Arbeit der Militärmissionen keinerlei Angaben gemacht.

senschaft weist neue Wege",Sym­phonie ber Wolken",Münster, West­falens schöne Haupt st a b t" undDas Wort aus Stein" gegeben wurden. So stark war der Andrang des Publikums, daß Hunderte von Menschen wieder weggehen mußten, da das Haus die andrängenden Massen nicht fassen konnte. Nach jedem einzelnen Film und auch während der Vorführung brausten Stürme des Beifalls durch den Saal.

In dem FilmDerniere Jeunesse" (Letzte Jugend) von Jeff Mufso brachte Frankreich in Ge­meinschaftsproduktion mit Italien ein Werk zur Aufführung, bas ein Stück aus dem Leben heraus­greift, wie es sich überall und jederzeit abspielt. Unter den ausländischen Kulturfilmen verdient ein italienisches Werk über die Engelsburg in Rom das höchste Lob. Ungarn zeigte einen Film über die dem Lande wiedergewonnenen Nordprovinzen, die Südafrikanische Union einen Film über die Gold­bergwerke am Witwafersrand.

Der Dramatiker Sigmund Graff erhalt den Alainfränkifchen Kunstpreis.

Mit Zustimmung des Reichsministers für Volks­aufklärung und Propaganda wurde zum Träger des diesjährigen Mainfränkischen Kunst­preises für Schrifttum und Dichtung der Dichter Sigmund Graff bestimmt. Die Ueberreichung des Preises erfolgte im Rahmen des mainsränki- chen Dichtertresfens am 27. August in Amorbach.

*

Grafs, am 7. Januar 1898 in Roth bei Nürn­berg geboren, ist vor allem durch fein Kriegsstück Die endlose Straße" bekannt geworden. Von seinen übrigen Dramen seien genanntMary und Lisa" (in Gießen uraufgeführt),Die Heimkehr des Matthias Bruck",Die einsame Tat",Begegnung mit Ulrike" undPrimanerin" (auf dem Spielptan des Gießener Stadttheaters für 1939/40.) Graff wurde bereits 1933 mit dem Dietrich-Eckart-Preis ausgezeichnet.

Universität halle

erhält ein neues Physiologisches Institut.

Mit dem Bau eines neuen Physiologischen I n st i t u t s in Halle, das mit einem Kosten­aufwand von über einer Million RM. in der Nähe der Kliniken errichtet werden soll, ist jetzt begonnen morden. Das Institut wird eine chemische und eine physikalische Abteilung erhalten, im besonderen auch zahlreiche Laboratorien für Stoffwechseluntersuchun­gen und große Hör- und Kursussäle. In einem Flügel werden Tierställe zur Unterbringung der Objekte für bie Tierversuche eingerichtet. Nach zwei­jähriger Bauzeit wird dem Leiter des Instituts, Ge­heimrat Professor Dr. Emil Abderhalden, für eine und seiner Mitarbeiter Forschungsarbeit ein vorbildliches Heim zur Verfügung stehen.

Hebet 200 000 Besucher ber großen Kunstausstellung in München.

Die große deutsche Kunstausstellung im Hause der deutschen Kunst zu München erfreut ich eines anhaltend lebhaften Besuches. In den vier Wochen seit der Eröffnung wurde bie Schau von mehr als 200 000 Menschen besucht. Neben der Münchener Bevölkerung machen Tag für Tag viele auswärtige Besucher und zahlreiche Ausländer einen Rundgang durch die Ausstellung. Bis jetzt wurden etwa 400 Arbeiten mit einem Gesamtwert von einer Million Reichsmark verkauft. Damit hat mehr als ein Drittel aller Ausstellungsgegen­stände einen Läufer gefunden.

Aus aller Welt.

»Graf Zeppelin" in Eger.

Bei schönstem Sommerwetter gestaltete sich am Sonntagnachmittag die erste Landung desGra Zeppelin" im Sudetenland auf dem Flugplatz in Eger zu einem eindrucksvollen Ereignis, das 80100 OÖO begeisterte Volksgenossen erlebten. Das Luftschiff traf gegen 17 Uhr in Eger ein und machte drei elegante Schleifen, von denen eine der Begrü­ßung des zur Ze^it bei Eger errichteten Lagers von 1 200 Hitlerjungen aus Hessen-Nassau galt. Dann vollzog sich um 17.30 Uhr bie Landung. Der Füh­rer des Luftschiffes, Kapitän S a m m t, wurde vom Reichsstatthalter und Gauleiter Konräd Henlein willkommen geheißen.

Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürger­meisters von Eger gab Kapitän Sammt seiner Freude über den begeisterten Empfang Ausdruck. Um 18.30 Uhr erhob sich LZ 130 unter dem Jubel ber Zuschauer wieder in die Lüfte, um nach Frank­furt a. M. zurückzukehren. Die Landungsfahrt war umrahmt von einem abwechslungsreichen Pro­gramm fliegerischer Vorführungen ber Luftwaffe und des NSFK., wobei auch eine Kampfitaffel von in Spanien eingesetzt gewesenen Messerschmitt- maschinen ber Legion Condor mitwirkte. Es wur­den Kunstflüge, Segelflüge und auch ein Fallschirm­absprung gezeigt. Das Luftschiff ist um 22 Uhr im Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet.

Sabotage verursacht schweres Eisenbahnunglück in Amerika.

N e u y o r k, 13. Aug. (Europapreß.) Ein Eisen­bahnunglück, das sich am Sonntag in der Nähe von Harney im Staate Nevada ereignete, forderte bisher 19 Tote und über 60 Ver­letzte. Es handelt sich um den Luxuszug ber Southern Pazific RailwayCity of Francisco", der entgleiste und auf einen Felsen auffuhr. Alle Wagen schlugen um. Von der Stadt Carlin sind Hilfszüge abgeaangen. Das Unglück ist, wie von der Eifenbahngesellschaft festgestellt wird, einwandfrei auf Sabotage zurückzuführen. Die Schienen an der Unglücksstelle seien gelockert gewesen. Die Bol­zen der Schwellen seien mit großer Vorsicht entfernt worden, so daß das automatische Warnungssignal nicht in Funktion treten konnte. Don den Tätem fehle vorläufig jede Spur.

Schweres Eisenbahnunglück in Rumänien.

Bukarest, 13. August. (Europapreß). Auf ber Strecke HerrmannstadtBukarest ereignete sich am Sonntagfrüh auf der Station Peto-Aia ein schweres Eisenbahnunglück. Infolge verspäteter Wei­chenstellung fuhren neun Wagen eines Personen­zuges in ein falsches Gleis und stürzten um. Dabei wurden nach den ersten Meldungen dreizehn Personen auf ber Stelle getötet, acht schwer unb 35 leicht verletzt. Da ber Zustand ber Schwer­verletzten zum Teil sehr bebenklich ist, muß mit einer Erhöhung ber Zahl ber Toten gerechnet wer­den. Der Verkehr wurde an ber Unglütfsftätte auf mehrere Stunden unterbrochen.

Neue BDBL-haushallungsschule in Tiefenthal.

NSG. Neben der bereits bestehenden, ber Ober- gauführerinnenschule Schloß Heiliaenberg ungeglie­derten Haushaltungsschule wird per BDM.-Ober- gau Hessen-Nassau eine zweite Haush al-

Zu mehrwöchigen Flottenübungen werden, wie dieTimes" aus Singapur berichtet, in den nächsten Tagen das Flugzeugmutterschiff Eagle", zwölf Unterseeboote unb drei Kriegsschiffe ber China-Station, deren Namen noch nicht be­kanntgegeben wurden, erwartet. Eine Anzahl Bom­benflugzeuge ist am Wochenende in Singapur einge­troffen. Es sollen noch weitere Bomber folgen.

Am 17.August wird die ägyptische Mili­tärabordnung nach der Türkei abreisen, um dort den Manövern beizuwohnen. Den ägypti­schen Manövern am 15. unb 16. August wird eine Militärabordnung aus dem Irak beiwohnen.

In Viipuri sanden die großen finnischen Ar­meemanöver mit einer Parade, an der auch Generalfeldmarschall Mannerheim teilnahm, ihren Abschluß. Das Manöver, das größte, das in Finnland bisher abgehalten wurde, legte dar, daß Finnland gewillt und imstande ist, sich selbst in jeder Weise ohne fremde Hilfe zu verteidigen.

*

An Stelle des von feinem Posten abberufenen Grafen Viola ist der aus dem spanischen Bürger­krieg befannte General Gamdarcr zum italie- nischen Botschafter bei der spanischen Regie­rung ernannt worden.

Die polnische Starostei in Sanok hat 131 Ukrai­nern aus dem Kreise Stryj in Ostgalizien die polnische Staatsbürgerschaft entzo­gen. Bei den Ukrainern handelt es sich um Jahr­gänge zwischen 1920 unb 1922.

Wetterbericht

Während in Mittel- unb Ostdeutschland im Be­reiche einer kühleren Nordwestströmung noch immer einzelne Regenfälle auftreten, ist im Westen und im Süden des Reiches Hochdruckeinfluß vorherrschend, ber sich auch weiterhin behaupten wird, so baß mit ber Fortbauer des vielfach heiteren und trockenen Wetters gerechnet werden kann.

Vorhersage für Dienstag: Morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts frisch, mittags warm, veränderliche Winde.

VorhersagefürMittwoch: Fortdauer des herrschenden Wettercharakters.

Lufttemperaturen am 13. August: mittags 19,3 Grab Celsius, abenbs 14,4 Grad: am 14. August: morgens 10,4 Grab. Maximum 20,6 Grab, Minimum heute nacht 7,8 Grab. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. August: abends 19 Grad; am 14. August: morgens 14 Grab. Sonnenschein­dauer 6,6 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik unb die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts« druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zu- tellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- verkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.