Ausgabe 
14.8.1939
 
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lenden Ministern über die Ueberführung der bei den einzelnen Ministerien bestehenden Informationsab­teilungen in sein Amt, um die Zusammenfassung und einheitliche Ausrichtung des französischen Jn- formationswesens im In- und Ausland zu ermög­lichen.

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Jean Giraudoux, geboren am 29. Oktober 1882 in Bellac unweit von Limoges, war eine Zeit- lang Chef des Nachrichten- und Pressedienstes im französischen Auswärtigen Amt und gilt als einer der geistreichsten und im Stile von Andre Gide spöttischsten Literaturkritiker seines Landes. Seine eigenen Romane sind Bilderfolgen zarter, ver­schwommener Eindrücke, psychologisch fein gewoben, von hoher sprachlicher Kultur: von seinen Ro­manen wurdenBella" undEglantine", von sei­nen TheaterstückenAmphitryon 38" vor einer Reihe von Jahren auch ins Deutsche übersetzt.

Das Programm der neuen spanischen ^Regierung.

Burg o s, 13. August. (Europapreß.) In einer Verlautbarung über die erste Sitzung des spanischen Ministerrates nach der Vereidigung der neuernann­ten Minister, heißt es, die Regierung sei sich dar­über klar geworden, daß alles getan werden müsse, um die Ziele der notional-syndikali- stischen Revolution zu erreichen. Der durch den Sieg herbeigeführte Friede müsse auf allen Ge­bieten befestigt werden. Der Bewegung der Fa- lange obliege es, das ganze spanische Volk im Sinne ihres Programms einheitlich auszurichten. Auf wirt­schaftlichem Gebiete könne die Regierung nicht leicht­fertig Versprechungen machen, d-a die Rotspanier hier gründliche Zerstörungsarbeit geleistet hätten. Me werde aber mit allen Kräften an der Hebung des allgemeinen Wohlstandes arbeiten. Die Ver­lautbarung schließt mit dem Hinweis, die Regie­rung werde nichts unterlassen, um der Welt die Macht und die Freiheit Spaniens vor Augen zu führen.

Das Regierungsprogramm wird von der Presse allgemein mit Genugtuung ausgenommen. Beson­ders wird der Unterschied zwischen der sachlich- ernsten Auffassung der Regierung von ihrer Ver­antwortung und den vielversprechenden Erklärun­gen aus den Zeiten des Parlamentarismus hervor- aehoben. Das Organ der FalangeArriba" unter­streicht besonders die Aufforderung zur privaten Initiative im Dienste der Nation.

Spaniens neuer Außenminister.

Der neue Außenminister des Kabinetts Franco, Oberst Beigbeder, ist für viele insofern eine Ueberraschung, als man bisher seinen Namen in den Berichten aus Spanien selbst während des Krieges fast gar nicht begegnete. Gleichwohl hat der neue Leiter der spanischen Außenpolitik sich sowohl in diplomatischer wie in militärischer Bezie­hung auf verantwortungsvollem Posten hervor­getan, ja man darf sagen, daß er die tragende Stütze des Vorstoßes Francos von Marokko nach dem Festlande gewesen ist. Oberst Beigbeder, der einer baskischen Familie entstammt, kennt Deutsch­land und die deutsche Sprache sehr gut; denn er ist in Berlin wie Hoch in mehreren anderen Hauptstädten Militärattache gewesen. Seine bedeutsamsten Verdienste hat er sich freilich auf einem der schwierigsten Außenposten Spaniens er­worben: er war gerade während des Krieges Oberkommissar in Spanisch-Marokko. Als solcher hatte er einmal die heikle Aufgabe, dieses für die Durchführung des Befreiungskrieges so außerordentlich wichtige Gebiet von der Hinein­ziehung in internationale Verwicklungen sreizuhal- ten. Außerdem aber organisierte er den ständigen Nachschub an Truppen aus Marokko für Francos Feldheer. Die Wahl bei der Besetzung des Postens des Außenministers erscheint wohl überlegt; denn Franco hat ja wiederholt unterstrichen, daß Spa-

ZdR. Stuttgart, 14. August. Im Rahmen des Reichsgartenbautaaes fand die Hauptkundge­bung am Sonntag, auf der großen Wiese vor dem Haupteingang der Reichsgartenschau das größte Interesse. Sie wurde durch eine Ansprache des Reichssachwarts Gartenbau und Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirt- schaft, Johannes Boettner, eröffnet, der nach weiteren BegrüßungsansprachenDie Laae und den Einsatz des Gartenbaues" erörterte. Sicherung der Versorgung so erklärte er ist gerade im Sektor Ge­müse und Obst eine ungeheuer komplizierte Aus­gabe, deren Schwierigkeit sich ergibt aus der Eigen­art unseres Berufes und unserer Erzeugnisse, aus der Leichtverderblichkeit, ous dem ruckweisen Ernte­anfall. Und diese Ausgabe kann nicht gelöst werden mit Zufallsernten unorganisierter und wildanbau­ender Betriebe, die heute dieses und morgen jenes tun, wenn ihnen nicht durch klare und sichere Füh­rung Stabilität ihrer Erzeugung und Ruhe ihrer Arbeit gewährleistet wird. Wir vermeiden es unter allen Umständen, in die Be­triebsführung des Einzelnen hineinzureden. Wir sorgen aber dafür, daß die Mittel der Markt­ordnung den einzelnen Berufskameraden die Notwendigkeit eines disziplinierten Anbaues erken­nen lassen und ihm die Möglichkeit zu diesem Anbau geben. Wir sichern damit dem Einzelbetrieb die Wirtschaftlichkeit, denn nur mit gesunden Betrieben kann diese Aufgabe bewältigt werden.

Neben anderen Dingen war der größte Kraff- üerguber im Gartenbau, insbesondere im Obst­und Gemüsebau, in der Vergangenheit das Absatz­wesen. Das Marktgängertum hat in allen Teilen des Reiches Unsummen an Arbeitsstunden nicht nur der Betriebsinhaber, sondern oft auch un­serer-Hrauen verschlungen, und wer einmal erst den Segen der Marktordnung im eigenen Betrieb nach der Richtung hin gespürt hat, daß ihm die Markt- Ordnung Sorge und Zeit um den Absatz der Ware ab nimmt, der braucht nicht mehr zur Marktordnung beke-hyt zu werden. Einer meiner Mitarbeiter und ein guter Freund von mir hat hierzu im übrigen ein sehr wahres Wort ausgesprochen:Das Selvst- markten der Erzeuger, das wir ja für kleine und kleinste Betriebe gern zulassen wollen, das wir aber im Großen und Ganzen für verderblich halten, das Selbstmarkten der Erzeuger ist der erste Schritt zur Landflucht". Schon aus diesem Grunde müssen alle Bestrebungen, die sich irgendwie gegen den in der Marktordnung eingeführten gemein­samen Absatz wenden, auf das schärfste abgÄehnt werden.

nien wieder in seine alte imperiale Stellung hinein­wachsen und vor allem auch seine Kolomalinteressen wieder entsprechend seiner Bedeutung als große

Fürth, 12. Aug. (DNB.) Im Zusammenhang mit einem Fußballspiel der Städtemannschaften Danzig und Fürth fand auf dem Schlageter-Platz in Furth eine Danzig-Kundgebung statt. Die Stadt hatte sich zu Ehren ihres Ehren­bürgers und Sohnes, des Danziger Gau­leiters Forster, ein festliches Gewand angelegt. Gauleiter Forster führte aus: Kaum ist so viel über eine deutsche Stadt geschrieben und geredet wor­den wie über Danzig in den letzten Wochen. Dutzende von Journalisten, besonders englische und französische, sind aus aller Herren Länder seit Wochen in Danzig, um über die politischen Ge­schehnisse ihren Zeitungen zu berichten. Dabei ist das Interessanteste, daß sie sich um das, was d i e Danziger zur Gestaltung ihrer Zukunft zu sagen haben, überhaupt nicht kümmern. Es wäre besser gewesen, die Engländer und Franzosen hätten sich 'im Iahre 1919 so intensiv mit der Danziger Frage und mit der Frage des deutschen Ostens beschäftigt, wie sie das heute tun. Dann wäre die Lösung dieses Problems heute, 20 Jahre nach Kriegsende, überhaupt kein Streit. Hätte man damals genau so wie in einem Teil Schlesiens und Ostpreußens auch für Danzig und die früheren deutschen Gebiete im Osten das S e l b st b e ft i m - mungsrecht der Völker gelten lassen, dann wären diese unangenehmen Fragen damals schon vernünftig gelöst worden. Aber so wie da­mals, will man auch heute nichts vom Selbst­bestimmungsrecht der Danziger wissen. Den Eng­ländern und Franzosen habe ich deshalb folgendes zu sagen: .

1. Es geht sie gar nichts an, wie wir Dan­ziger unsere Zukunft gestalten wollen. Wir Dan­ziger kümmern uns auch nicht darum, wie die Eng­länder und Franzosen sich chr Schicksals zu gestalten gedenken.

Arvika, 13. August. DNB. Auf einer Kund­gebung beim Denkmal an der schwed isch-norwegi­sche n Grenze, das im Jahre 1914 zur Erinnerung an den 100jährigen Frieden zwischen den skandina­vischen Völkern und an die vor 34 Jahren durchge­führte Auflösung der schwedisch-norwegischen Union errichtet wurde, feierte der norwegische Außenmini­ster K o h t die Uebereinfunft vom Jahre 1905 als den Sieg der wahren Demokratie und betonte, daß beim Ausgang des Weltkrieges viele gehofft hatten, daß ein Frieden kommen werde, der einen neuen Krieg unmöglich mache. Man fei jedoch getäuscht worden. Das einzige Mittel gegen Krieg fei, ein neues Ehrgefühl und einen e ch t en Willen zur Gerechtigkeit zwischen den Staaten zu schaf­fen. Wahre Demokratie trage den lebendigen Willen zur friedlichen Züsammenarbett zwischen den Völ­kern in sich.

Der dänische Innenminister Dahlgaard wies darauf hin, daß in allen Völkern die Sehnsucht nach friebTidjer Zusammenarbeit lebendig fei. Im Kampf der Gegenwart habe der Norden eine große Auf­gabe zu erfüllen, die eine Frage der Kräfte fei, auf denen die freien nordischen Völker ihr Leben auf­bauten. Nach einem Rückblick auf die Entwicklung des nordischen Gedankens stellte der Minister fest, daß es heute kein Problem in der Welt gebe, das nicht zwischen den nordischen Staaten behandelt werden könne. Sollte aber ein Unglück über Europa kommen, fo feien gemeinsame Hilfe und

Das andere Element nun, das die Wirtschaftlich­keit der Betriebe, die wir erhalten müssen, um der Versorgung willen, auf das stärkste beeinflußt, sind die Preise. Wir im Gartenbau haben das allergrößte Interesse an niedrigen Preisen für unsere Erzeugnisse. Jede überhöhte Preisbindung muß sich gegen uns selbst wenden. Wir wollen Preise für unsere Erzeugnisse, die jeder einzelne be­zahlen kann. Allerdings ist hierbei Selbstoerständ- lichkeit, daß diese Preise so fein müssen, daß der normalgelagerte und fleißig arbeitende Betrieb seine Existenz gesichert sieht. Wir können nicht zulassen, daß wegen unzureichender Preise in einem Jahr der Anbau im nächsten Jahr so zurückgeht, daß die Versorgung gefährdet ist. Und es mutz ferner verhindert werden, daß eine Preisfestsetzung nicht nur den mengenmäßigen Anbau gefährdet, sondern auch den Qualitätsanbau. Die Eigenart unserer Er­zeugnisse läßt eine schematische Preisbildung nicht zu. Vielmehr ist das Kernstück der gartenbaulichen Marktordnung der Mengenausgleich. Dieser Mengenausgleich ist nur dann möglich, wenn in den großen Anbaugebieten, wo wirkliche Massen anfallen, Schleusen errichtet werden, mit Hilfe derer die anfallende Ernte in die richtigen Wege gelenkt werden kann. Wir alle wissen ja, daß uns unsere Ernten oft gewaltige Überraschungen bringen und daß wir in kurzen Stunden, manchmal vor Situationen gestellt sind, die die Unterbringung ganz erheblicher Mengen notwendig machen ober auch, die uns plötzlich große Versorgungslücken im ein-

Der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer Behrens, erklärte dann,von allen Zweigen der Landwirtschaft rft der Gartenbau am engsten sowohl räumlich als auch aufgabenmäfjig mit der Stadt verbunden. Millionen von Stadt­bewohnern besitzen ebenfalls wie Gärtner und Bau­ern Gärten, die nach ähnlichen Grundsätzen bewirt­schaftet werden. Dies ist auch ein Grund, warum wir neben den alljährlichen Reichsnährstand-Ausstellungen gemeinsam mit den großen Städten wie hier in Stuttgart Reichsgartenschauen und besondere Reichsgartenbautage durchfüh­ren. Mag auch die Betriebsweise und die Bewirt­schaftung des Badens im Gartenbau manche Ver­schiedenheiten gegenüber dem Bauernbetrieb auf­

europäische Macht pflegen müsse. Oberst Beigbeder ist dafür bekannt, daß er einer der eifrigsten Ver­fechter dieser Gedankengänge fft.

deinen aufzeigen. Ich kann diese Dinge nur über­winden, wenn ich die Ware in der Hand habe.

Das ist der Grund für den Aufbau der Bezirks­abgabestellen, die für den Obst- und Gemüsebau außerordentlich segensreich gewirkt haben. Die Be­zirksabgabestelle ist nur Treuhandstelle für die Abgabe der Ware vom Erzeuger an den Verbrau­cher. Und es ist undenkbar, ohne diesen Apparat heute die Versorgung des Volk.'? in Krieg und Frieden sicherzustellen. Die Beürksabgabestelle er­möglicht einen weitgehenden Menaenausgleich, da­mit Preisausgleich und ständige Qualitätsverbesse­rung. Sie gibt uns die Möglichkeit der Vereinheit­lichung und Vereinfachung im Verpackung^ und Sor­tenwesen, in der Kennzeichnung, und sie ermöglicht uns, eine sinnvolle Einfuhr, denn die Einfuhr an Gartenerzeugnissen ist ein Handelspoltisches Problem und nicht in erster Linie ein Problem der Versorgung. Unsere Parole aus der Erzeugungs­schlacht bleibt nach wie vor bestehen: Mehr erzeugen und auf der gleichen Fläche besser erzeugen. Im Obstbau ist die Bedarfsdeckung noch immer am un­sichersten. Das hängt nun einmal mit den klima­tischen Verhältnissen in unserem Land zusammen- Durch die neu hinzugekommenen Gebiete Kärnten, Steiermark, Oberdonau und Sudetenland sind wir hier etwas reicher und sicherer geworden, jedoch zeigen Fehlernten wie die des letzten Jahres immer wieder, daß eine ausreichende Eigenversorgung noch nicht gesichert ist.

weisen, so haben doch beide die gemein­same Ausgabe und eine gemeinsame Verpflichtung gegenüber Volk und Staat, und die lautet: Leistungssteigerung! Auch im Gartenbau gibt es vorbildliche und rückständige Betriebe. Den rückständigen Betrieben gilt in erster Linie die Aufforderung, durch verbesserte Boden­bearbeitung, bessere Pflege und Düngung die Er­träge noch zu steigern. Durch den richtigen Einsatz von Vor-, Zwischen- und Nachfrüchten hat es da­neben der Gärtner in weit stärkerem Maße als der Bauer in der Hand, zwei bis drei Ern­ten im Jahr von derselben Fläche zu erzielen. Diese Tatsache bietet uns die Möglich­keit, dahin zu kommen, daß eine ausreichende

Belieferung mit Frischgemüse vor allem im zeitigen Frühjahr und spaten Herbst erfolgt. Damit ist die eine große Ausgabe des Gar. tenbaues gekennzeichnet."

Der Reichsobmann ging dann kurz auf die Be, beutung des Frühgemüses für die Ernährungswirh schaff ein und betonte die Vielseitigkeit des Obstes zur Bereitung von Marmelade. Er führte aus: Was Marmelade als Brotaufstrich jn der deutschen Ernährungswirtschaft bedeutet, erkennt man erst, wenn man weiß, daß der Fettver, brauch des deutschen Bolkes heute um 25 big 3 0 v. H. höher liegt als 1913. Diese Verbrauchs. Steigerung an Fett, die im wesentlichen auf die Ver­wendung des Fettes als Brotaufftrichmittel zurück, zuführen ist, können wir uns nicht lei st en.

Wenn wir auch in der Landwirtschaft durch Erhöhung des Rapsanbaues, Steigerung der Milcherzeugung und Förderung der Fett­schweinemast versuchen, die probuftion an Fett zu steigern und bereits auch erfreuliche Erfolge zu verzeichnen haben, so ist es trotzdem not- wendig, die Marmelade noch mehr als bisher als Brotaufstrichmittel in den Verbrauch einzuschalten. Ich habe 1935, als ich noch Vorsitzender der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirkschaft war, erreicht, daß die deutsche Zuckerwirtschaft aus eigener Kraft eine Marmetadenverbittigungsak. Hon durchführte. Das hat dazu beigetragen, daß der Verbrauch, der im Jahre 1932 nur 426 000 Doppelzentner betrug, im Jahre 1937 auf 1,6 Millionen Doppelzentner gestiegen ist. Diese Verbrauchszunahme hat in letzter Zeit noch weiter angehalten. Trotz dieser Steigerung ist es erforderlich, den Marmeladenverbrauch noch weiter zu erhöhen. Das beste Beispiel für die Möglichkeiten in dieser Richtung bietet England. Beträgt doch bei uns der Marme- ladenverbrauch je Kopf der Bevölkerung 2,2 Kilogramm, wahrend er in England 7,7 Kilo­gramm erreicht. Da wir durch die erhebliche Steigerung unserer Zuckerrübenernten genü- gende Mengen Zucker im eigenen Lande gewinnen können, bestehen bei aus­reichenden Obsternten keine Schwierigkeiten, die Marmeladenerzeugung erheblich zu steigern und somit den Verbrauch von Marmelade als Brot- aufstrichmittel noch beträchtlich zu erhöhen.

lieber die Steigerung der Obsternten ist es also auch dem Gärtner und Obstbauer indirekt möglich, an der Schließung ber Fettlücke tatkräftig mitzuarbeiten. Die Aufgabe lautet also einmal: Belieferung des deutschen Volkes mit möglichst viel frischem Ob ft und daneben als ebenso wichtige Aufgabe, durch Mehrerzeugung von Obst den Roh st off für b ie Marmelade zur Verfügung zu stellen. Eine wei. tere planmäßige Ausdehnung der Obst» baumpflanzung, insbesondere auch an Stra­ßen und Wegen, erscheint mir daher durchaus not­wendig. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Kreis- und K o rn rn u n a lo e r w a Itu n gen ihr besonderes Augenmerk auf dieses Gebiet lenken würden. Allerdings hat das nur Sinn, wenn man gleichzeitig für eine richtige Pflege ber Obst« bäume Sorge tragen kann.

Obst und Gemüse sind heute kein Luxus mehr, sondern ein vollwertiges Nahrungsmittel. Das gleiche gilt auch für den Süßmost, der heute schon in großen Mengen verbraucht wird. Hier ist eine Steigerung auf 88,5 Millionen Liter im 3obre 1937 zu verzeichnen gegenüber nur 2,5 Wäm Liter im Jahre 1926. So bildet das deutsche Obst in frischem Zustand, in Form von Marmelade unö konservierten Früchten, vor allem aber in Süßmost, eine ber größten Ditaminquellen für die Ernährung bes deutschen Volkes.

Ich weiß, daß in den Gartenbaubetrieben ber Mangel an menschlichen Arbeitskräf­ten, vor allem aber an geschulten Arbeits­kräften, immer mehr in Erscheinung tritt und es immer schwieriger wird, die nötigen Kräfte zur Be­stellung, Pflege und Ernte rechtzeitig ju er« halten. Dabei will ich nicht verkennen, daß es in der Landwirtschaft noch leichter ist als m Ihren Betrieben, technische Hilfsmittel, Ma­schinen und Geräte, erfolgreich einzusetzen. Und doch ist es quch bei Ihnen notwendig, dahin zu kommen, daß Geräte und Maschinen die Arbeit im gärtnerischen Beruf erleichtern, um die Leistuna des einzelnen Menschen zu erhöhen. Dabei bin ich mir darüber klar, daß die Forderung auf Leistungs- Steigerung um fo schneller erfüllt wird, als für diese wirtschaftliche Forderung auch die wirtschaft­liche Voraussetzung in bezug auf Preis- geftaltung gegeben ist. Es ist uns nie einge­fallen, die Forderung auf Preiserhöhungen zu er­heben, um höhere Gewinne zu erzielen. Was wir fordern müssen, ist, daß Gestehungskosten und Erlös miteinander im richtigen Verhältnis stehen. Z. B. steigen durch Ver­teuerung irgendeines Produktionsmittels die Un­kosten in der Landwirtschaft oder im gärtnerischen Betrieb, und war bisher der Preis im Verhältnis zu den bisherigen Unkosten gerecht, so läßt sich eine Preiserhöhung nun nicht mehr vermeiden. Tut man das nicht, dann darf man sich nicht wun­dern, wenn trotz allen Wollens die Erzeugung auf diesem Gebiet zurückgeht. Dasselbe gilt für den Handel. Wir vom Reichsnährstand find die ersten gewesen, die die Forderung erhoben haben, den für die Verbraucher verteuernden und volkswirtschaft­lich nicht notwendigen Zwischenhandel auszu« schalten und darüber hinaus die Handelsspannen zu gestalten, daß nicht ungerecht fertigte, müheM Gewinne entstehen. Es wäre aber falsch, etwa delsspannen soweit zu kürzen, daß der Händlers der Bewegung der Ware jedes Interesse Derart* Es ist nun einmal notwendig, neben dem Erzeuger einen g.e fünfen Verteilerapparat haben, der die Waren an den Drebraucher heran- bringt.

Zusammenfassend hob der Reichsobmann noch einmal hervor: Der Gartenbau wird innerhalb b£_r deutschen Ernährungswirtschaft einen immer g">' feeren Abschnitt einnehmen. Daraus ergibt sich Pr den Reichsnährstand die Folgerung, die Arbeit des Gartenbaues noch mehr zu fordern als bisher.

Der deutsche Gartenbau seht sich zum großen Teil zusammen aus lausenden von Fami­lienbetrieben, deren volkspolitische Ve- deutung wir nicht unterschätzen dürfen. Dert- volle deutsche Menschen sind in diesen Betrieben an kleinste Flächen Grund und Bodens gebunden. Damit hat der Gartenbau eine grofee kulturpolitische Bedeutung. Das ergibt sich vor allen Dingen aus der Auflocke­rung der Städte, wo in den klein- g ä r t en nicht nur Blumen, sondern auch Har-

WegezurLeistungssteigerung im deutschen Gartenbau

Eine Kundgebung auf dem Reichsgartenbautag in Stuttgart.

Danzigs (Selbstbestimmungsrecht.

Sauleiter Forster weist die Ansprüche Englands und Polens zurück.

Oes Nordens Wille zur Neutralität.

Die Versorgung mit Obst und Gemüse.

NeichSobmann Behrens spricht zu den deutschen Gärtnern.

2. Die Frage Danzig und die Frage des Ostens wären längst ein Stück weiter, wenn sich die E n g- länber nicht im März dieses Jahres an die Po­len gewandt hätte und sie zum Widerstand gegen Danzig und Deutschland auf gehetzt hätten.

3. Die Engländer und Franzofen mögen sich dar­über im klaren sein, dafe die Bindung des Blutes stärker ist als alle Verträge, die einmal gegen das Reich und die Deutschen diktiert worden sind.

Die Polen sind eine anmaßende und größen­wahnsinnige Gesellschaft, die jeglichen Sinn für die Wirklichkeit und für reales politisches Denken ver­loren hat. Man müßte solchen Menschen wie die Polen, die zum größten Teile noch nicht einmal lefen und schreiben können, das Politikmachen überhaupt verbieten. Europa hätte nur den Nutzen davon. Die beste Antwort auf ihre lächerlichen und verrückten Reden und Schriften ist aber doch folgendes: Das Reich besteht aus 80 Mil­lionen Menschen, die einer Rasse angehören. Das Reich hat die stärksie Armee der Welt mit den modernsten Waffen, und das deutsche Volk hat einen Führer, der weiß, was er will, und der entschlossen ift, die Ehre und die Freiheit und die Rechte aller Deutschen in Europa mit allen Mitteln sicherzustel­len. Der Führer hat es in jahrelanger, mühseliger Arbeit fertig gebracht, daß 8 0 Millionen Deutsche in der Beurteilung solcher Lebens- fragen, wie sie die Danziger und die des Ostens darstellen, einheitlicher Auffassung sind. Ich nehme von dieser Kundgebung aus meiner Vaterstadt Fürth neue Kraft und neuen Glauben mit nach Danzig zurück und werde den Volks­genossen und Volksgenossinnen in Danzig sagen, daß ihre Heimkehr ins Reich, ganz gleich was kommen mag, eines Tages Wirklichkeit fein wird.

gegenseitige Unterstützung auf vielen Gebieten vorbereitet.Unfer gemeinsamer Wille zu einer feften unerschütterlichen Neutra­lität" fo erklärte der Minister,könne nicht in Zweifel gezogen werden."

Der schwedische Außenminister Sandler unter­strich, daß der Norden in dem Maße eine poli­tische Realität sei, indem seine Völker davon überzeugt seien, ihr eigenes Bestes durch die Zu­sammenarbeit der nordischen Staaten zu wahren. Durch die Neutralitätspolitik, die die nordischen Staaten als gemeinsame Richtlinie aufgestellt hät­ten, wollten sie jeweils dem eigenen Volk und den gemeinsamen Lebensinteressen dienen. Sicherheit der inneren Grenzen des Nordens und Sicherheit nach außen feien dabei das tragende Prinzip. Der Zustand, in dem sich heute Europa befinde, und die glückliche politische Lage auf der skandinavischen Halbinsel seien ein schlagender Beweis dafür, daß ein guter Friede nicht durch Krieg zustandekäme. Nach dem Hinweis darauf, daß man mit dem Schwert keine Friedensverträge schreiben könne, be­tonte der Minister: Sollten die nordischen /Staaten ihre Freiheit verteidigen müssen, so würden sie die schlechten wie die guten Tage hinnehmen. Ihre Hauptsorge aber bleibe, den Frieden in Ehren im Norden und für den Norden zu wahren und in sei­nem Schutze die stolze Freiheit der nordischen Völker.