Zreitag.R-Juli 1959
189. Jahrgang
Nr. 162 Erstes Blatt
Soviel Behauptungen — soviel Lügen
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der deutschen und der italienischen Regierung im I sßIatt ^or den Mund!", schreiben Sie. Dieser freund- Geiste der seinerzeit vom Führer in Rom abgegebe- \[\^n Aufforderung kann kein fühlend Herz wider, nen Erklärung-erfolgt. Das Blatt spricht davon, es ^ehen. Also: Sie wenden sich gleich in Ihrer Anei bedauerlich, daß man in der jetzigen Zeit bie rei)e Qn öen l^ben deutschen Leser". Daß er deutsch zwangsmäßige Verpflanzung ganzer Bevölkerungen Lu ^eht fest; ob er lieb ist, wollen Sie bitte nach zu einem politischen System errichten wolle. Man Lektüre dieser Antwort entscheiden, müsse sich fragen, ob Italien diese deutschen Minder-' — "
als einige.)"
Der Brief schließt mit der Aufforderung, einmal „selbständig" nachzudenken, den Brief mit Freunden zu besprechen und gegebenenfalls Bemerkungen hierzu an Herrn King-Hall zu schicken. „Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund, wenn Sie antworten, ich möchte wissen, worin ich nach Ihrer Meinung
Antwort an England
Von Veichsminister Or. Goebbels.
unterjocht wurden. . . „ ,
Ist Ihnen dabei beispielsweise aufgefallen, daß
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Herr King-Hall verbreitet sich dann in längeren Ausführungen über seine Kriegserlebnisse und stellt fest: „Ich weiß also, wie der Krieg aussieht. Ich bin jetzt ein Mann von 46 Jahren mit drei Kindern, und ich will den Frieden, wenn ich ihn unter ehrenvollen Bedingungen haben kann. Ich frage mich nun. ob wir den Frieden haben werden. Ich zweifle sehr daran. Ich will nicht sagen, daß wir unbedingt recht haben müssen. Es mag sein, daß wir unrecht haben. Aber es ist wirklich wichtig, daß Sie wissen sollen, was wir für wahr halten!" Der Durchschnittsengländer sei entrüstet über die „starre Art", in der die deutsche Regierung das Abkommen von München verletzte, so daß er immer mehr zu der Ueberzeugung komme, daß die deutschen Führer, wenigstens Ribbentrop, Goebbels und Himmler, „ganz unmögliche Menschen" seien, mit denen man nie irgendwelche Abkommen treffen könne, die gehalten würden. „Ich nehme an", so fährt er wörtlich fort, „daß es schrecklich für Sie klingt, aber ich muß Ihnen sagen, daß Hitlers Wort heute in England recht geringen Kurswert hot. Es besteht nicht die geringste Aussicht dafür, daß Großbritannien irgendwelche Konzessionen an Deutschland macht, bevor das Vertrauen in Deutschlands Wort wiederhergestellt ist. Kolonien auszuhändigen nach dem, was in Prag geschehen ist, {ft einfach keine praktische Politik."
Herr King-Hall behauptet, daß in vielen Punkten die Politik Deutschlands ja völlig unverständlich sei. Er will glauben machen, daß bis zum „Raub der Tscheche!" die ganze Frage der deutschen Kolonialansprüche in Großbritannien ernsthaft erörtert worden sei. Die deutsche Regierung behaupte jetzt, daß Deutschland e i n g e k r e i st werde. Das geschähe allerdings, wenn Deutschland politische Probleme mit Gewalt lösen und anderer Völker Gebiet rauben wolle. Für England sei ein wohlhabendes Deutschland ein Aktivposten für den Weit
verbreiteter Brief von Stephen King- Hall vor, der in einer selten dummdreisten weise versucht, den „lieben deutschen Leser" anzugehen, um so im deutschen Volke eine d e - faitistifche S tim mutig 511 erzeugen. An- gesichts der Tatsache, daß dieser Brief in besonders vielen Exemplaren nach Deutschland geschickt morden ist, haben wir in London nähere Erkundigungen nach der eigentlichen U r- h e b e r s ch a f t angestellt, deren Ergebnis ver- bluffend war. Besonders gut unterrichtete und eingeweihte kreise haben nämlich festgestellt, daß Herr Stephen king-hall gar nicht der Privatmann ist, für den er sich ausgibt, sondern daß er im Dienste der neugegründeten, unter der Leitung von Dansittart stehenden P r0 pa ganda ab t eilun g des 5 0 r - eign Office steht, und daß der englische Außenminister Lord Halifax persönlich nicht nur diesen Brief kennt, sondern sogar bei seiner Abfassung Pate gestanden
Verpflichtungen als Mandatsmacht. Frankreich, so sagt das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", habe mit fremdem Geld die Türkei für ihre Zustimmung zum französisch-türkischen Garantievertrag bezahlt. Frankreich wolle aber auch aus der unvermeidlichen Erregung in Syrien Nutzen ziehen. Es beabsichtige, die Gebiete von „Syrien und dem Libanon in Eigenbesitz zu überführen. Die nächste Zukunft werde zeigen, ob Frankreichs Politik so leicht bei der arabischen Bevölkerung durchgesetzt werden könnte, oder ob sie nicht vielmehr wie in Palästina einen neuen Unruhc- faktor für die arabische Welt und für das Mittelmeer bilde. Notwendig sei jedenfalls, daß die italienische Regierung vor allen europäischen Staaten die zweideutige und gefährliche Position Frankreichs klarstelle: denn die Vorgänge in Syrien könnten für andere afrikanische Mandate einen Präzedenzfall schaffen. Bezeichnend sei in dieser Hinsicht der kürzlich in der französischen Kammer eingebrachte Gesetzentwurf zur E i n v e r l e i b u n g T 0 - g 0 5 und Kameruns ins französische Kolonialreich. Die von der Einkreisungspolitik geschaffene Kriegsgefahr soll anscheinend durch die neueste Mandatspolitik der Einkreisungsmächte noch erhöht werden.
General Franco nach Rom eingeladen.
S a n S e b a st i a n , 13. Juli. (Europapreß.) Nach Abschluß des großen Feuerwerks, das am Mittwoch in der Concha-Bucht zu Ehren des italienischen Außenministers veranstaltet wurde, begab sich Graf Ciano mit seiner Begleitung am Donnerstag um 2 Uhr morgens an Bord des spanischen Kreuzers „Almirante Cervera". Der Kreuzer wird die
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Sie, um von Recht und Menschlichkeit zu sprechen.
Sie haben sich damals, wie Sie mit vielem Wortaufwand berichten, „auf das öffentliche Leben vorbereitet". In sehr unvollkommener Weise, wie Ihr Brief dartut! Sie arbeiteten „sieben Jahre in der wissenschaftlichen Forschungsabteilung des Kgl. Instituts für auswärtige Angelegenheiten". Da hatten Sie, wie wir annehmen müssen, auch hinreichend Gelegenheit, die englische Kolonialgeschichte zu studieren, und haben da gewiß einiges von den Greueltaten des englischen Empires gegen wehrlose Völker gehört und erfahren, die, auf englische Versprechungen bauend, entweder dumm genug waren, sich selbst in die i Botmäßigkeit Londons zu begeben oder sonst brutal
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Berlin, 13. Juli. (DNB.) In den letzten Wochen wird Deutschland mit einer Flut scheinbar privater Briefe uberfchut- r e t, die mit der Post aus England kommen. Alle diese Briefe sind geschrieben worden, um zu versuchen, das deutsche Volk gegen seine Führung aufzuhetzen. Wir haben diesen britischen Bemühungen bisher kerne Beachtung geschenkt, da sie uns zu lächerlich und zu unwichtig erschienen. . . p
Neuerdings liegt wieder ein in großer Anzahl
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Der Briefschreiber erörtert dann die tfrage der Erfolgsmöglichkeiten eines Krieges und versucht den Leser mit dem Kriegseintritt Amerikas der Blockade ufw. einzufchuchtern. Er rat uns, von den Engländern Außenpolitik zu lernen und bietet uns an, wir sollten den Engländern unser Organisationstalent, z. B. auf dem Gebiete des Straßentransports, zur Verfügung stellen. Er fahrt dann wörtlich fort: „Es ist wahr, daß Sie die Italiener zum Bundesgenossen haben. Aber die Italiener sind knapp an Rohmaterialien und haben keine große Widerstandskraft usw. (Es erübrigt sich, auf die weiteren Beschimpfungen der Italiener in diesem Pamphlet einzugehen.) Zudem,
Rom, 13. Juli. (Europapreß.) Wie amtlich mit- geteilt wird, ist von der italienischen Regierung am 10. Juli folgende Note an die französische Regierung gerichtet worden: „Die italienische Regierung hat durch die Presse von dem am 23. Juni 1939 zwischen der französischen und der türkischen Regierung abgeschlossenen Uebereinkom- men über die Abtretung des Sandschaks AlerandretteandieTürkei erfahren. Italien hat in seiner ihm auf Grund der Entscheidung des Obersten Rates der Verbündeten und assoziierten Mächte in San Remo 00m 25. April 1920 zustehenden Eigenschaft einer Mandatsmacht d'.e Ehre, heut? den weitestgehend en V 0 r b e - halt hinsichtlich des Inhalts des in Rede stehenden Uebereinkommens zu erheben, das ohne) ein Miss en undseineZustimmung verhandelt und abgeschlossen worden ist und das in offensichtlichem Gegensatz steht zu den Zielen eines Mandats und zu dem Willen der interessierten Bevölkerung. Da 'die Presse auch einige schriftliche und mündliche Erklärungen wiedergegeben hat, die von der französischen Regierung durch den fran- ujfitoen Minister des Aeuhern abgegeben worden lind macht die italienische Regierung auch Vorbehalte hinsichtlich dieser Erklärungen.
Von den italienischen Blättern wird noch einmal unterstrichen, daß die italienische Note ein Protest gegen die neuen Verlesiungenrn- ternationaler Verpflichtungen durch Frankreich |ci. Frankreich habe sich über tue natw- nalen Rechte der Bevölkerung des abgetretenen Gebiets hinweggefeht, um mit der Türker em Privatgeschäft abzuschließen. Nicht weniger offensichtlich sei die Verletzung von Frankreich übernommener
wichtiger halten, als Sie in Wirklichkeit sind. Wir hätten von der Tatsache, daß Sie sich das Recht Herausnahmen, mit der deutschen Oeffentlichkeit einen Disput zu beginnen und antideutsche Propa- gandaschriften, als englische Liebes- gaben verpackt, an weite Kreise des deutschen ! Volkes zu senden, überhaupt keine Notiz genommen, wenn Sie in der Tat, wie Sie schreiben, ein ! Privatmann wären. Nun aber hat ein für Sie un- I glücklicher, für uns aber um so glücklicherer Zufall uns Kenntnis davon gegeben, daß Sie im Dienste des englischen Foreign Office stehen, daß Ihre Briefe im Auftrage und unter * gütiger geistiger Mithilfe von Lord H a l i f a x
Italien erhebt Einspruch gegen die Abtretung von Alexandrette.
Das französisch-türkische Abkommen widerspricht dem Mandatscharakter.
— ____________ . , . .,11 Sie schreiben. Sie sind britischer Marineoffizier
heilen loswerden wolle, um sich gegen jede mögliche unb ^at)cn 21 Jahre, von 1906 bis 1928, in der Ausdehnung des Reiches auf seine Kosten 5U Q L Marine gedient. Das ist schon sehr schützen. Das Blatt macht also auch diese freiwillige I und aufschlußreich! Dann dienten Sie also Rückwanderung deutscher Volksgenossen zu einem aU($ ,n jener königlichen Marine, die von 1914 Gegenstand seiner planmäßigen Hetze gegen das L,j3 1918 eine Lebensmittel blockade deutsch-italienische Verhältnis. Wenn das Blatt fid) g e g e n Deutschland durchführte und damit, gegen die „Verpflanzung ganzer Bevölkerungen" getreu den Prinzipien der allbewährten britischen wendet, so vergißt es dabei, daß seinerzeit a u s d e n Politik im Burenkrieg, der 27 000 Burenfrauen und deutschen Gebieten Polens 1,7 Millionen -xi^er in englischen Konzentrationslagern zum Deutsche und aus dem Elsaß ebenfalls viele $pjer fielen, den Weltkrieg auch gegen wehr- hunderttausend Deutsche ausgewiesen wurden. Gegen- lose Frauen und Kinder exerzierte und über diesen zwangsweisen Evakuierungen von l^jele Hunderttausende von ihnen — entgegen allen weit über zwei Millionen Menschen steht die Zahl geschriebenen und ungeschridenen Regeln des Völker- der zur Zeit erfolgenden freiwilligen Rückwan- rechts — dem Hungertode preisgab. Eine wirklich derungen Deutscher aus Südtirol in das Reich in überzeugend/ moralische Qualifikation gerade für gar keinem Verhältnis. Es handelt sich bei diesen -• " " v
Maßnahmen in Südtirol lediglich darum, daß die schon seit längerer Zeit anhaltende wilde Rückwanderung von Deutschen nunmehr in beiderseitigem Einvernehmen organisiert und planmäßig g e st a l t e t wird. Wie kleinlich und dumm nehmen sich doch gegenüber diesen weitsichtigen und aufbauenden deutsch-italienischen Maßnahme die blöden
! Hetzereien des französischen Blattes aus, dem nichts
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hat.
Dieser all so beauftragte Herr Stephen King- Hall wendet sich nun in seinem Brief an den „lieben »deutschen Leser" und teilt mit, daß er als britischer 'Marineoffizier von 1906 bis 1928 in der Kgl. Marine gedient hätte. Danach will er fieben Jahre in i>er wissenschaftlichen Forschungsabteilun-g des Kgl. Instituts für auswärtige Angelegenheiten gearbeitet haben und fei, wie er selbst mitteilt, zum „Kandidaten" für das Parlament ernannt worden. (Leider verschweigt er von wem.) Vor drei Jahren habe er diesen Nachrichtendienst angefangen, der jetzt schon 40 Leute beschäftige. In Paranthese wird chinzuaefügt, daß das Personal dieses Dienstes nur ■fünf Tage in der Woche arbeite und einen Monat ^bezahlte Ferien bekäme. Diese Hebung verbreite sich in Großbritannien immer mehr. Herr King-Hall betrachtet seinen Nachrichtendienst als eine privat geleitete öffentliche Einrichtung und will dem Publikum von der Tagespresse und anderen Einflüssen wöllig unabhängige Informationen geben. „Warum schreibe ich Ihnen nun", so fragt er den Empfänger des Briefes, „ich schreibe deshalb, weil ich den Frieden will."
italienischen Gäste nach Santander bringen, wo die Einweihung des Denkmals auf dem Monte del Escudo zu Ehren der während des nationalen- nifchen Vormarsches auf Santander gefallenen Legionäre erfolgen wird. Von zuständiger italienischer Seite verlautet, daß Graf Ciano im Auftrag des Duce den Caudillo zum Gegenbesuch in Rom eingelaben hat. General Franco hat die Einladung angenommen. Der Zeitpunkt des Besuches steht noch nicht fest.
Japanische Offiziere als Gäste des Neichsparteitags.
Tokio, 13. Juli. (DNB.) Amtlich wird bekannt- gegeben, daß als Vertreter der japanischen Wehrmacht am Reichsparteitag in Nürnberg teilnehmen werden: Der frühere Oberbefehlshaber irr N 0 rdchina und ehemalige Kriegsminister Gras Terauchi, der frühere M a r i n e m 1 n i ft e r Admiral Baron Osumi, Oberst Y a s a t 0 , Major K a n e d a , Major Kato, Kapitän Kojima und Korvettenkapitän O n 0 d a. Die Offiziere reisen anschließend an den Parteitag nach Italien. Admiral Os umi betonte, daß er bemüht sein werde, Großdeutschland in allen feinen Teilen kennenzulernen. Er sei auch vor dem Kriege als Marine- attache schon inBerlin gewesen und habe auch Nürnberg kennengelernt. Jetzt freue er sich darauf, alte deutsche Freunde, wie Admiral y ö r ft er, wiederzusehen. Als Seeoffizier interessiere er sich besonders für Deutschlands ständig wachsend Flotte, die trotz vieler Hindernisse zu einem Machtfaktor des Reiches geworden fei. Er werde auch das neue Italien studieren. Die Zeitung „Tokio Asahi Schimbun" betont besonders, daß auch General Terauchi bereits früher in Deutschland war.
dieser fortdauernden Lügsnkampagne.
In derselben lügenhaften und die Tatsachen oer=
der^gang b^stndlich!n^R ü ck w^a n d e r u n g d e u t-! zu^gut und zu'schade ist, um sein Gift darüber zu scher Volksgenossen aus Südtirol nach verspritzen.
dem Reich, die zur Zeit im Einvernehmen zwischen I -------
Plumpe Bauernfängerbriefe aus England.
Dummdreistes Manöver der britischen Regierung im Nahmen ihrer Einkreisungspolitik
Berlin, 14. Juli. (DNB.) Der T e rn p s unterzieht sich in einem Artikel über die Politik Italiens dem aussichtslosen Bemühen, nach bekanntem Muster einen Keil in das deutsch-italienische Verhältnis zu treiben. Das Blatt bringt eine Flut von Lügen über das deutsch-italienische Verhältnis, die auf das schärfste als Brunnenvergiftung übelster Art gebrandmarkt werden den müffen. Das Blatt faselt von deutschen Truppenbewegungen aus italienisch e m B 0 d e n , von einer zeitlich begrenzten A b - tretung d e s Hafens von Triest an Deutschland, von einer Unterstellung der italienischen Streitkräfte unter die deutsche militärische Führung, von einer Forderung auf Abberufung Grandis von feinem Londoner Botschaf- terpoften zwecks Gleichschaltung der italienischen Politik gegenüber Frankreich und England usw. So viel Behauptungen — s 0 viel Lügen — ein aufgelegter Schwindel! Man muß die Frechheit und Unverfrorenheit dieser internationalen Giftmischer bewundern, die sich immer wieder aufs neue mit fchier unerschöpflicher Phantasie Lugen über Lügen aus den Fingern saugen und sie Tag ür Tag ihrem Leserpublikum vorsetzen. Glaubt man etwa, durch dieses blöde und kindische Geschwätz die Achse Berlin—Rom aus den Angeln heben zu können. Oder was verspricht man sich eigentlich von
Sie, Herr Stephen King-Hall, versuchen sich :n einem Pamphlet, mit dem Sie eine Unmenge von deutschen Anschriften bedenken, wie Sie sagen, an . 1 bas deutsche Volk zu wenden. Wenn wir Ihnen auf unrecht habe und worin Sie mit mir einer Mei- Stilübungen überhaupt eine Antwort erteilen.
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Wir waren schon immer überzeug!, daß die britische Politik ohneviet Skrupel betrieben wird und waren deshalb über dieses allerdings dankenswert blöde Machwerk nicht sehr tftaunl Wir fühlen uns aber verpflichtet, das eutsche Volk darüber aufzuklären, wie die englische Propaganda, die Herr Cham- jerlain vor einigen Wochen ankündigte, aus- sieht. Wir kennen diese Methoden Englands, mit denen es versucht, einen keil zwischen Führung und Volk zu treiben. Reichsminister Dr. . g^^^r geistiger 'MityUse von isoro jj a 111 u & Goebbels nimmt aus Grund der Tatsache, geschrieben, gedruckt und versandt werden. Sie
daß dieser Brief in offiziellem Auf- also, fast möchte man sagen, offiziellen ftaa verfaßt und versandt worden ist, Charakters, und diese Tatsache gibt allerdings Tinlfiirhpn Beobacktri" unter der der ganzen Sache eine andere Bedeutung.
t u .1«” nnTnatonb“ ausiüfK- Nicht, daß damit die kindische Albernheit, die in
llebcrschr.st „Antwort yn England austuyk g[)re^ prD"ag<lnl>i(tito(,n Schülerarbeiten zutage lich dazu Stellung, wir brtnaen diese Antwort unl) hj„ im Gewände einer pietistischen From- nebenstehend. |melei einherschreitet — wie übrigens bei Englän
dern noch immer dann, wenn sie jemand übertölpeln wollen — abgemildert würde. Im Gegenteil, „sie wirkt angesichts der Tatsache, daß sie direkt aus der Propägandawerkstatt Downing Street .stammt, nur um so krasser und widerlicher. Aber Oer pariser „TempS- benützt die freiwillige und planmäßige ™cf»an6erund 5^ ‘J 4
deutscher Volksgenossen aus Südtirol zu unverfrorener Hetze gegen die -«chfe fängcrn Ihrer Si?7ein
wenn der Krieg vorüber ist, was wird dann ge- Umvu;, ---->- ----- — - ... —. । ic ^iiiuvunym uUnVuur, *-*••*- ——-- —z;",;. ’
fdieben? Zunächst wird es einen Friedensvertrag nung sind. Mit den besten Grüßen Stephan Ämg= rQ gruben Sie bitte nicht, daß wir Sie deshalb für geben, mit dem verglichen der Vertrag von Hall." ■ —e*'A w,r
Versailles ein Kinderspiel ist. Je mehr ich über diese Dinge nachdenke, desto stärker komme ich zu dem Ergebnis, daß Menschen wie Sie und ich gemeinsam überlegen sollten, wie wir dieses törichte und schreckliche Ereignis verhindern können. Die endgültige Entscheidung liegt bei Ihnen. Es ist Ihr Führer, nicht mein alter Premierminister, der das Signal zum Angriff geben wird, wenn alle Stricke reißen, und, offen gestanden, ich fürchte, daß Goebbels und Ribbentrop ihm wichtige Informationen vorenthalten. Ich glaube aber auch, daß das deutsche Volk einen ebenso hohen Prozentsatz von intelligenten Männern und Frauen hat, wie jedes andere Volk. (Und vielleicht mehr
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrShIsche UniverfitStsdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulstratz« 7


