metrische Hebungen verlangt und dazu eine •
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Chemie erschließt die
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Bon den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters.
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nennten wohl auch zu eigen waren.
scheu und Tieren verursachen könnten. Man konnte
bisher diese kleinen Feinde der Menschheit im
H. Sch-r.
1.3
Adolf Hitler.
Bei der Eröffnungsfeier deswhlv. 1938/39-
Wir alle, nicht nur m Deutschland, sondern darüber hinaus, können uns in diesem Jahr zum ersten- mal wirklich freuen auf das weihnachts- fest. <Ls soll für uns alle ein wahres Fest des Friedens werden.
Auf eine merkwürdige Art war die Herstellung von Farben aus dem Teer der Kohle vielfach mit der Gewinnun-g neuer Heilmittel verkettet. Der
mathematische Arbeit. Beide Ansichten werden das Ihrige getan haben, die Abiturientenprüfung von Preußen aus nur langsam nach Westen vorrücken zu lassen. Einen merkbaren Fortschritt erkennt man erst seit 1820, Württemberg unb Bayern nehmen sich sogar Zeit bis nach der Bismarckschen Reichs« gründung, bei welcher Gelegenheit Bayern denn auch seinen Gymnasien das neunte Jahr zulegt. Man sieht, die Schule wie das Leben enden immer in Fragen, die jede Zeit in ihrer Weise beantwortet.
Staatsmann, der fein Nebenamt, die Leitung der Kirchen- und Unterrichtsangelegenheiten, mit besonderer innerer Leidenschaft verwaltete. Im Rahmen einer Neuorganisation des gesamten Schulwesens (Volks-, Bilger- und höhere Schulen) schlug Zedlitz auch die Bildung eines Oberschulkollegiums vor, das jedoch erst unter Friedrich Wilhelm II. gegründet wurde. Zu den ersten und wichtigsten Anordnungen der neuen Behörde gehörte die Einrichtung der Abiturientenprüfung: durch ein Edikt vom 23. Dezember 1788 — also genau vor 150 Jahren — wurde bestimmt, daß alle von öffentlichen Schulen abgehenden Jünglinge vorher auf dieser geprüft werden und „ein detailliertes Zeugnis über ihre dabei befundene Reife oder Unreife erhalten".
Millionen untergegangene Pflanzenwelt als Energiespender zurückgriff, kam dann auch die Chemie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts darauf, jene wiederentdeckten unterirdischen Pflanzenwelten chemisch zu erschließen. Sie
Pflanze. Nachdem die Technik Brennholz ch Kohle ersetzte und so auf die vor Jahr-
zwingen, ist es nicht das gerade Gegenteil von dem, was die Schule leisten soll, eine freie Entwicklung des moralischen Willens? Und eine Menge Versuchungen ruft es in den jungen Gemütern auf, die man durch das schlimmste aller Mittel, Kontrolle nach Kontrolle, vergeblich zu bewältigen bemüht ist." Selbstverständlich gibt es auch gegenteilige Meinungen, die die Reifeprüfung gar nicht großartig genüg ausstatten können: so eine solche aus Braunschweig, die neben Aufsätzen in vier Sprachen meh-
Es müßten — so überlegte er — wohl noch kleine Teilchen eines Geruchträgers an den Finger haften und diese könnten wohl auch die Infektion der Wöchnerinnen, eben durch die Hände der behandelnden Aerzte, verursachen. Die Fachwelt verlachte zuerst die „blühende Phantasie" des mutigen Mannes. Aber Semmelweiß, den man dann später den „Retter der Mütter" nannte, versuchte nun mit den verschiedensten Mitteln seine Hände zu desinfizieren und von dem verräterischen Geruch zu befreien. Er probierte es eben auch mit der Karbolsäure. Er verlangte von seinen Studenten und Mitarbeitern Desinfektion der Hände, Instrumente und Materialien mit Karbolsäure. Die Fälle von Kindbettfieber gingen auffallend zurück. Späterhin hat bann Schering, dessen chemische Fabrik sich wie viele andere aus dem Apothekerlaboratorium enwickelte, im Trikresol ein viel besseres Desinfektionsmittel hergestellt. Es ist dreimal so wirksam wie Karbolsäure, aber nur ein Drittel so giftig.
Als Semmelweiß seine Versuche mit der Karbolsäure machte, wußte man eigentlich noch gar nicht, was Infektion und Desinfektion ist. Auch der große Pasteur tonte nur vermuten, daß Parasiten, Kleinstlebewesen, Krankheiten bei Men-
Reifeprüfungsberechtigt würben nur die Gym- Mafien, auch Gelehrtenschulen genannt, mit der ausgesprochenen Zielrichtung auf die Universität. Davon gab es in der Kurmark um 1800 nur acht: Zwei in Berlin (Graue Kloster und Joachimsthal) und je eins in Brandenburg, Frankfurt, Prenzlau, Ruppin, Stendal und Salzwedel. Die früheren Lateinschulen gliederten sich in sechs Mittelschulen und 55 Bürgerschulen. Sie dienten in erster Linie der Vorbereitung auf das praktische Leben, Latein sollte auf den letzteren nur noch dem Privatunterricht vorbehalten bleiben.
Der Freiherr von Zedlitz hat sein Werk nicht ganz zu Ende führen können. Er mußte sehr bald seinem Mitarbeiter W ö l l n e r weichen, unter dem im Zeichen der Rosenkreuzer und Jlluminaten während der nur kurzen Regierung Friedrich Wilhelm II. die Aufklärung sich vom Berliner Hofe verbannt sah. Doch erhielt er einen verständnisvollen Fortsetzer in dem Minister von Massow, von dem fein Werk in die Hände Wilhelms von Humboldt gelangte. Damit begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der höheren Schule: der Weimarer Idealismus fand in der Gestalt des Neuhumanismus feinen Weg zu ihr, die geistigen Mächte des 19 Jahrhunderts schritten zu ihrer Formung im Bereich der Schule. —
Die_ so zustande gekommene preußische Abiturientenprüfung hat eine ganze Weile gebraucht, um sich durchzusetzen und um Nachahmung zu finden. Dabei geriet die Gelehrtenschule überhaupt durch sie in Gefahr. Die Anforderungen der königl. Kommissare blieben lange recht hoch. Um ihnen gewachsen zu fein, richtete sich der gesamte Unterricht vom Erziehlichen weg mehr auf die Schulung des Gedächtnisses. Latein und Griechisch standen über Gebühr 'm Vordergrund. Natürlich unterlief auch hin und wieder bei Lehrern wie Schülern ein menschliches Mißgeschick oder menschliches Irren. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn man in zeitgenössischen Berichten mancherlei Klagen hört. Nicht' ohne Belang ist es schließlich, daß ein führender Schulmann des 19. Jahrhunderts, der mehrere preußische höhere Schulen genau kennengelernt, sich dann aber nach Hamburg wandte und von hier aus sich nachdrücklich gegen das Abiturientenexamen aussprach: „Glaube mir", so gesteht er einem Freunde, „der 'ch 20 Jahre dieses Institut aus eigener Erfahrung und an guten Schulen habe kennen lernen, und feine unausbleiblich schlimmen Folgen sich habe immer mehr entwickeln sehen: es tut nicht gut. Was man dadurch erreichen will, die Schüler zum Fleiß zu
Fehlgedanke. Er kam zu keinem Heilmittel, aber er entdeckte dabei „zufällig" jenen blauen Farbstoff „maurwin", mit dessen fabrikatorischer Herstellung die Farbenindustrie ihren Anlauf nahm.
Und umgekehrt. Einige Jahrzehnte später wollte der Leipziger Professor Kolbe die als Weiben- säure bekannte Salizylsäure in Anthranil- fäure überführen und daraus Indigo Herstellen. Er hatte schon vorher gelernt, die Salizylsäure aus dem Phenol, einem Abkömmling des Steinkohlenteers, darzustellen. Aber er kam nicht auf den Indigo. Vielmehr führten diese Arbeiten zu einem Verfahren, künstlich die Salizylsäure in großen Mengen und vom Standpunkte der industriellen Fabrikation aus rentabel zu gewinnen. Bald war dieses neue chemische Erzeugnis von vielen Aerz- ten unh wissenschaftlichen Instituten als ein vielseitig verwendbares Heilmittel erprobt Es erwies sich vor allem als Fiebermittel und tat gut gegen Gelenkrheumatismus. Die Chemische Fabrik Heyden übernahm die Fabrikation und brachte es zu einem Preis von RM. 30,— das Kilo heraus. Das natürliche Heilmittel hatte RM. 250,— gekostet und heute beträgt 8er Preis des synthetischen Fabrikates nur noch RM. 2,50.
30 Jahre schon vor Perkin hatte der deutsche Apotheker Runge den Teer der Steinkohle analysiert und aus ihm — symbolhaft für die kommende Entwicklung — sowohl einen blauen Farbstoff als auch einen Heilstoff, die Karbolsäure, herausgeholt. Sie wurde in der kommenden Zeit zu einer wertvollen Substanz der pharmazeutischen Industrie. Aber ihre in der Medizin so bedeutsame Geschichte begann erst im Jahre 1865, als dem großen Arzt und Menschenfreund Semmelweiß in der Wiener Frauenklinik der Tod so vieler Wöchnerinnen nicht mehr als selbstverständlich erschien. Dem gewissenhaften Arzt ffel es auf, daß die Mütter gerade in d e n Abteilungen der Klinik von dem entsetzlichen Kindbettfieber dahingerafft wurden, bei denen Studenten und Assistenten bei der Untersuchung der Wöchnerinnen halfen, die kurz vorher in den Anatomiesälen an Reichen gearbeitet hatten. Semmelweiß stellte weiter fest, daß er feine Hände so oft und so sorgfältig waschen könne, wie er wolle, der so unangenehme Leichengeruch wollte nicht weichen.
XII.
llrweltpslanzen, Farben uns Heilmittel.
Bevor das Zeitalter der synthetischen Schöpfung in der Chemie begann, war für d i e Farbe und größtenteils auch für das Heilmittel der Rohstoff derselbe — die natürliche
Engländer Perkin z. B. war in dem Londoner Laboratorium unseres A. W. von Hofmann r. . r - ~ ....
auf die Darstellung von Chinin aus. Das war ein; Mikroskop nicht feststellen. Als aber in Deutschland --- - - -■ --- - - fett 1868 eine neue Teerfarbe nach der anderen entdeckt wurde und als man überall damit herumprobierte, gelang es dem Leipziger Professor Karl Weigert im Jahre 1873, Bakterien durch bie Färbung mit synthetischen Färb- ftoffcn unter dem Mikroskop tatsächlich sichtbar zu machen. Der große Robert Koch hat dann die Färbemethoden verbessert und — wie man weiß — die Erreger der Cholera und der Tuberkulose entdeckt. Die Teerfarbe hat wie ein Scheinwerfer den Forschern den Weg in unbe- kannte Welten erhellt. Als man die gefährlichen kleinen Lebewesen erkannt hatte, züchtete man sie in Massen und impfte damit gesunde Tiere. Diese entwickelten Gegengifte gegen die fremden Eindringlinge. Und als erstem gelang es einem Schüler von Koch, Emil Behring, aus dem Gegengift der Tiere einen Heilstoff für den Menschen gegen die Diphtherie zu entwickeln. Es ist das große Verdienst der Farbwerke Meister, Lucius und Brüning in Höchst am Main, daß sie fick damals durch Anfeindungen aus Kreisen der Ärzteschaft gegen Behring und die neue Serumtherapie nicht abschrecken ließen und dem Forscher die Mittel zur Gründung des ersten Serumwerkes in Marburg zur Verfügung stellten. Und allmählich begannen die Farbwerke, ihre pharmazeutischen Abteilungen zu entwickeln und die entsprechenden wissenschaftlichen Laboratorien auszubauen. Denn sie empfanden es als die Mission der deutschen Farbenindustrie, die Kunst der Synthese planmäßig auch für die Erzeugung künstlicher Heilmittel aufzuwenden.
Die Prüfung wird von den Lehrern der jeweiligen Schule abgehalten, doch wirkt dabei ein königlicher Kommissar mit. Er bestimmt, nach Rücksprache mit dem Rektor, die Aufgabe für die mündliche Prüfung und führt bei dieser das Protokoll, den Lehrern wird, falls sie „einen schlecht vorbereiteten Jüngling durchzuhelfen Versuchern', eine Geldstrafe cmgedroyt. In die Zeugnisse sind Urteile über die Leistungen in den alten und neuen Sprachen, besonders der deutschen, sowie über die Kenntnisse tn den Wissenschaften, besonders in der Geschichte, aufzunehmen, ohne daß ein Maßstab für die Reife beigegeben wäre. Entscheidend war also das Urteil des jeweiligen Prüfungsausschusses, wobei der Kommissar für eine Gleichmäßigkeit in den Forderungen der einzelnen Anstalten zu sorgen hatte. Bemerkenswert bleibt jedgch bei solchen klar umriffenen Vorschriften, daß ein „Zeugnis der Unreife" nicht vom Universitätsbesuch ausschloß, wohl aber vom Genuß von Unterstützungen. Hier verrät sich wieder der ! zauberte Farben und Düste aus dem Teer der Geist der Aufklärung. „Denn", so heißt es wörtlich > Kohle. Nur zögernd aber hat sich die Erkenntnis, in der Vorschrift, „man habe nicht die Absicht, die eingestellt, daß es doch auch möglich fein müsse, । bürgerliche Freiheit soweit zu beschränken, daß es 1 bie Heilstoffe wieder zum Leben zu erwecken, nicht einem Vater freistehen sollte, auch einen un-! die jenen Pflanzen aus uralten, überreichen Son- reifen und unfähigen Sohn zur Universität zu npmrifpn mnM mich nt rinun rrmrpn schicken."
Wie sieht es in derWittschast aus?
Die Wirtschaft, die auf höchsten Touren läuft, bedarf einer gewissen Ruhe, um so rationell wie möglich zu arbeiten und Maschinen- und Men- schenkraft so einsetzen zu können, daß sie ohne Leerlauf arbeiten. Diese Ruhe ist im letzten Jahre durch die Anhäufung der Aufträge in manchen Wirtschaftsunternehmungen, besonders m denen des Maschinen- und Apparatebaues, nicht immer vorhanden gewesen. Es wurden gelegentlich durch Produktionsbeeinflussungen verschiedenster Auftraggeber und folgende Umdispositionen vielfach Störungen des Arbeitsprozesses verursacht. Vorgänge, die nicht nur wirtschaftlich störend, sondern meist auch kostenerhöhend sind, zumal in den mit Hochdruck arbeitenden Abteilungen in den meisten Fällen Ueberstunden notwendig werden, die das Endprodukt verteuern und den Bestrebungen des Reichskommissars für die Preisbildung zuwiderlaufen. Um in Zukunft derartige Wirtschaftsstörungen zu unterbinden, hat der Generalbevollmächtigte für die Eisen- unb Stahlb e wirts chaftung gegenüber den Maschinen- unb Apparatebauanstalten angeorbnet, daß deren Auftragsbestand geprüft und d i e Reihenfolge der Auftragsanwicklung künftig von amtlicher Stelle f e ft g e l e g t werden muß. Sämtliche Besteller und Kontingentsträger haben AlmaMoodie
die hervorragende Violin-Virtnosin 250d morgen Sonntag, 15. «Januar, Univ.-Aula
sich dieser Festlegung zu fügen. Irgendwelche Aen- berungen an dem festgelegten Arbeitsplan ohne vorherige Genehmigung der Reichsstelle für Wirt- fchaftsaufbau ist verboten.
Als großer Erfolg der vollbeschäftigten deutschen Wirtschaft ist bie Kreditsicherheit zu bezeichnen, die sich deutlich in der Entwicklung der Ziffern der Konkurse und Vergleichsverfahren zeigt. Die Zahlen der Konkurse und Vergleichsverfahren hatten in den letzten Jahren einen außergewöhnlichen Rückgang. 1938 haben sie, wie das Kon- junfturinftitut in feinem jüngsten Wochenbericht nachweist, einen in der Nachinflationszeit noch nicht verzeichneten Tiefstand erreicht. Im abgelaufenen Jahre wurde nach den vorläufigen Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes 1974 Konkursverfahren und 277 Vergleichsverfahren eröffnet. Demgegenüber würben 1927, dem Jahr, das im Hinblick auf die Zahl der Insolvenzen als das günstigste der damaligen Hochkonjunkturperiobe zu bezeichnen ist, 5702 Konkurse unb 1437 Vergleichsverfahren gezählt. Mit ber gegenwärtigen Höhe der Konkurse und Vergleichsverfahren dürfte etwa „bie normale I n - folvenzquote" erreicht fein, die bei ber gegebenen, grunbfätzlich privatwirtschaftlichen Organisation ber Erzeugung einer auf vollen Touren laufenden Wirtschaft unvermeidbar ist: denn auch in einem Zustand allgemeiner Vollbeschäftigung ist das einzelne wirtschaftliche Risiko nicht ausgeschaltet.
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Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Fabrikanten der Bekleidungsindustrie, die A b e f a , bringt alljährlich zweimal, jeweils zu Beginn der Sommer- und Winterarbeit, große, durch Mode schauen ringe leitete Ausstellungen, die den Einzelhandel über bie Leistungen der über 750 Adefa-Fabrikaten unterrichten. Bei der in der Reichshauptstadt veranstalteten Modeschau der 5000, die die Erzeugnisse des deutschen Modeschaffens den einschlägigen Kreisen vor Augen führte, konnte Gauwirtschaftsberater der NSDAP., Otto Jung, die bisherigen Erfolge der Adefa als einen ersten Teilsiea der Arbeitsgemeinschaft würdigen. Die Adefa muß mach den Ausführungen Jungs sich als Stoßtrupp der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung fühlen und in Zukunft die Schaffung eines besseren Derkaufsperso- nals und besserer Derkaufsorganisationen angelegen fein lassen. Die Derkaufstätigkrit muß zu einem echten Beruf gemacht werden. Das Warenzeichen der Adefa wird in Kürze in- ein Güte- und Geschmackszeichen umgewandelt. Am Leistungskampf der deutschen Betriebe werden die Mitglieder ber Arbeitsgemeinschaft künftighin geschlossen teilneh- men. Die gesamte Durchführung von Leistungs- und Modeschauen, ausgenommen die der Exportmode-
Geschichten ans aller Welt.
Robinsonade eines Ehepaares.
AS. Sidney.
Em australisches Ehepaar, Mr. und Mrs. Davis, lebten auf einer kleinen unbewohnten Insel vor ber Küste von Queenslanb vier Tage lang von Möven- eiern, bis sie endlich gerettet werden konnten. Das Ehepaar war mit einem Motorboot auf einer Vergnügungsfahrt begriffen gewesen, und hatte nur einen jungen Farbigen mit an Bord. Sie verankerten vor der Fitzroy-Jnsel das Motorboot und wollten sich mit dem Beiboot an Land begeben, blieben lebod) auf einer Sandbank stecken. Unglücklicherweise wurde bas Beiboot abgetrieben. Da bas Ehepaar bes Schwimmens unkundig war, schwamm ber farbige Boy zu dem Motorboot zurück, verstand sich ledoch nicht auf das Anlassen bes Motors. Er setzte daher Segel und versuchte bas Festlanb zu errri- chen. würbe aber verschlagen. Pier Tage lang lebten r.u c Mrs. Richards nur von den Möveneiern die sie fanben, und dem Wasser, das sie in einer Flasche bei sich hatten, auf ber Sandbank, ehe sie im äußersten Grade der Erschöpfung gerettet werden konnten.
Der Gipfel der Verrücktheit
i , , , CK. Neuyork.
Wer etwa glauben sollte, daß es in Amerika keine neue Verrücktheit mehr gäbe, auf bie einer noch kommen könnte, wird immer wieder eines Besseren
$a5 ^ßUßfte ist ein Wettkampf zwischen Schwätzern unb Schweigern, ber in Neuyork oer- anftanet würbe und zahlreiche Teilnehmer auf den Plan rief. Unter diesen wurden 56 Personen aus« Zßwahlt, bie wegen ihrer unerschöpflichen Schwatzhaftigkeit bekannt waren, unb ebensoviele, bie sich wodurch einen Nomen gemacht hatten, daß sie mit Den SB orten äußerst sparsam umgingen. Aus beiden Leihen bildete man 56 Paare von je einem Schwätzer und einem Schweiger, und jedes Paar wurde in einem Raum unter ständiger Beaufsichtigung eingeschlossen. Der Wortgewaltige sollte ununterbrochen sprechen und ber Schweigsame nicht einen Laut äußern. Sieger im Kampf sollte dos Paar fein, bas bicfe Marter am längsten ausgehalten hatte. Der seltsame Wettkampf hat nunmehr stattgefunden
Nach 31 Stunden vom Beginn des Wettstreits ab waren nur noch sieben Paare auf dem Kampfplatz, alle anderen waren völlig erschöpft von ber harten Prüfung zurückgetreten. In ber 39. Stunde waren nur noch drei Paare übrig geblieben, unb schließlich sah sich in ber 41. Stunde ein Paar allein auf weiter Flur, dem dann auch die Siegespalme zugesprochen wurde. Der Schwätzer wurde nach dem Kampf natürlich über seine Empfindungen ausgefragt. Er bekannte freimütig, daß er allmählich vollständig die Herrschaft über bas, was er sagte, verloren hatte, er mußte auch nichts mehr davon. Auch ber Schweiger enthüllte seinerseits bas Geheimnis, das ihm zum Siege verhalfen hatte: er hatte feine Gedanken onlltg von der ihn umgebenden Wirklichkeit abgelenkt und auf andere Dinge konzentriert, so daß er nicht bie leiseste Vorstellung von dem hatte, was ber wortreiche Gegner während der 41 Stunden gesagt hatte. Als die beiden Sieger aufgefordert wurden, ihren Wettkampf noch fortzusetzen, flüchteten sie entsetzt, weil ihre Nerven durch die bisherige Prüfung schon zu sehr gereizt waren.
Das Flugzeug mit dem „gelähmten Bein".
K. London.
. Vierzig ängstliche Minuten hatten bie 13 Passa- giere unb bie 5 Mann ber Besatzung eines'großen Ä-U9es durchzumachen, bas die Reise von Paris nach Croydon in 85 Minuten zurückgelegt hatte, und nun nicht landen konnte, sondern über dem ■Plötze kreiste. Bei dem Flugzeug waren, wie dies heute vielfach üblich ist, die Räder des Fahrgestells m den Rumpf zurückgezogen, um den Luftwider- ftanb zu vermindern, und sie sollten nun zur Landung herabgelassen werden. Das eine „Bein" wurde Sekunden durch bas gewöhnliche rieh l x -riebwerk in bie richtige Stellung gebracht, ander- streikt- unb war durch den el-ktr,: jchen Motor nicht zu bewegen. Es blieb nichts an= beres übrig, als eine Falltür auf dem Boden be« 3U daß sich ein Mechaniker
herauslthnen und das Schraubengewinde mit Hilfe eines Werkzeugs drehen konnte, damit das gelähmte Bem wieder beweglich und in die erforderliche Stellung gebracht wurde. Aber diese Arbeit dauerte
40 Minuten, unb ihr Gelingen wurde von den Insassen bes Flugzeugs mit Spannung erwartet; obwohl eine ernstliche Gefahr nicht vorlag, wirkte es auf bie FlugZeuggäste nicht gerade beruhigend, daß die Feuerlöschmaschine und ber Krankenwagen im Flughafen herausgebracht und bereitgestellt wurden, um sofort eingreifen zu können, wenn bie Landung sich nicht glatt vollziehen sollte.
Der Rundfunk als Lebensretter.
B. Kopenhagen.
In Kopenhagen hatte rin ehrsamer Kaufmann, Vater von acht Kindern, deren ältestes noch nicht Zwölf Jahre alt ist, in einer Apotheke ein Päckchen Magnesia für feine zahlreiche Nachkommenschaft gekauft, die in den vergangenen Festtagen sich allzusehr mit Kuchen und Süßigkeiten überfuttert zu haben schien. Als er mit seinem Pulver nach Hause zurückkehrte, entstand ein kleiner Aufruhr unter den acht Kindern, die sich mit seltener Einmütigkeit dem Einnehmen der Medizin widersetzten, und während sie bis dahin über fürchterliche Leibschmerzen geklagt hatten, nunmehr eifrig beteuerten, es fehlte ihnen gar nichts mehr und sie brauchten das Mittel nich7. Der Kaufmann und seine Frau versuchten vergebens, die rebellische Schar zum Gehorsam zu bringen. Als fie sich schließlich nicht anders helfen konnten, erklärten sie seufzend, sie wollten ein gutes Beispiel geben, und obwohl sie es gar nicht nötig hätten, das Mittel mit den Kindern zusammen einnehmen. So wurden zehn Gläser mit Wasser ber Reihe nach auf den Eßtisch gestellt, und die schwierige Prozedur sollte beginnen.
Der Kaufmann war gerade dabei, das Pulver in richtigen Dosen in die zehn Gläser zu verteilen, als der Lautsprecher, der zur Ablenkung ber Kinber angestellt war, und aus dem Tanzweisen ertönten, plötzlich unterbrochen wurde und man eine Stimme horte die folgendes ansagte: „Achtung! Achtung! Der Herr, der heute morgen in der Geist-Apotheke ein Paket Magnesia gekauft hatte, wird denachrich- tigt, daß ber Apotheker sich in verhängnisvoller Weise geirrt hat. Das Paket enthält nicht Magnesia, sondern ein sehr starkes Gift, bas ebenso aussieht, oon bem aber ein Gramm genügt, einen Menschen zu töten."
Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck diese Mitteilung bes Rundfunks auf bie vor ihren Gläsern aufgereihte Schar machte. Der Kaufmann würbe fast ohnmächtig und konnte sich nur mit
Mühe aufrecht erhalten. Wäre bie Nachricht nur eine halbe Minute später gekommen, so wäre die ganze Familie bem unheilvollen Irrtum zum Opfer gefallen. Der Apotheker hatte fein Versehen sofort be» werkt, als der Kaufmann aus bem Laden fange« gangen war, und da er den ihm unbekannten Käufer auf keine Weise wieder erreichen konnte, hatte er in feiner Verzweiflung schließlich den Rundfunksender angerufen und ihn beschworen, die Warnung auszugeben; so erreichte wie durch ein Wunder den Kaufmann und seine Familie die rettende Rundfunkbotschaft im letzten Augenblick.
Das Examen der Feinschmecker.
K. Paris.
3n Paris fanden sich kürzlich einige der bekanntesten Feinschmecker des Landes zusammen, um ein Diner zu essen, das heimlich vor ihnen zusammen- gestellt und gekocht war, und dessen Folge ihnen keine Speisekarte verriet. Die Aufgabe war, richtig zu beschreiben, welche Gerichte sie da aßen und auch genau zu bestimmen, wo die Weine herstammten, die ihnen zu jedem Gange kredenzt wurden. Bei den Weinen gab es keine zu großen Schwierigkeiten für die Prüflinge. Die Sieger beurteilten fünf von sechs Wernen richtig. Ganz anders verlief aber bas Examen bei den Speisen. Hier gelang es dem Sieger unter den Prüflingen nur drei Gänge von sieben richtig zu beschreiben. Nur zwei oder brei von ihnen konnten feststellen, baß bas Wild, das sie aßen Renntter war; einige sagten, es sei Wildschwein, an- bere hielten es für eingelegten Rinderbraten, und w'eder andere glaubten, Hirschkuh zu essen. Keiner konnte auch herausbekommen, daß das Püree mit bem der Gang garniert war. aus spanischen Zwie- dein und Süßkartoffeln bereitet war. Besondere Schwierigkeiten boten auch die Fischgerichte. Ein Petermannchenfilet wurde für Seezungenfilet gehalten und so rieten sie auch sonst vorbei Der Höhepunkt der Verwirrung wurde jedoch durch Kaninchenfleisch erreicht. Ein Gang, ber in ber Hauptsache aus Kaninchenfleisch bestand, mürbe von keinem richtig erkannt. Einige waren völlig sicher, baß sie einen Rochen vor sich hätten, andere waren überzeugt, daß es Glattbutt war, aber es war eben doch nur Kaninchen, jedoch auf besondere Art zu- bereitet: man hatte das Tier mit einer Würze von Zibet und Estragon zubereitet.


