Einzelbild herunterladen

Sank des Führers an das deutsche Volk.

Berlin, 11. Mod. (DJIB.) Nach dem ruchlosen Münchner Attentat sind dem Führer aus allen Gauen des Deutschen Reiches und auch von vielen Deutschen jenseits der Grenze in Telegrammen und Briefen unzählige Bekundungen herzlicher Anteilnahme und aufrich­tiger Freude über seine Bewahrung vor dem ver­brechen zugegangen. Da es dem Führer nicht mög­lich ist, auf alle diese Zeichen der Treue und des Mitgefühls für die Opfer des Anschlags im einzelnen zu antworten, läßt er auf diesem Wege allen Volksgenossen, die in den letzten Tagen seiner und der gefallenen oder verletzten Kameraden und Frauen gedacht haben, den tiefempfundenen Dank übermitteln.

Weitere Glückwünsche für den Führer aus aller Welt.

Berlin, 11. November. (DND.) Außer den be­reits gemeldeten Kundgebungen von Staatsober­häuptern und Regierungschefs, aus Anlaß des Münchener Attentats, haben der Kaiser von Japan, der Kaiser von Mandschukuo, der Kaiser von Iran, der Staatspräsident von Litauen, der König von Griechenland, der spanische Staatschef General Franco, der finnische Staatspräsident Kallio und der Fürst von Liechtenstein herzlich gehaltene Tele­gramme gesandt. Von italienischer Seite sind außer­dem noch Kronprinz Humbert, Prinz Amadeus, Prinz Philibert, sowie Giacomo Suardo, Präsident des italienischen Senats, Minister Farinacci und Fürst Borghese, Gouverneur von Rom zu nennen. Die sowjetrussische Regierung hat dem deut­schen Botschafter Graf von der Schulenburg ihr Bedauern und ihre Entrüstung über den ruchlosen Anschlag, ihre Freude über die glückliche Errettung Adolf Hitlers aus Lebensgefahr und ihr Beileid für die Opfer des Attentats zum Ausdruck gebracht. Ferner haben noch die Missionschefs von folgenden Ländern ihre Anteilnahme für die Opfer und Ge­nugtuung zum Ausdruck gebracht: Afghanistan, Ver­einigte Staaten von Amerika, Bolivien, Chile, China, Dominikanische Republik, Griechenland, Lett­land, Luxemburg, Mandschukuo, Mexiko, Nicaragua, Peru, Schweiz, Uruguay.

Aussichtsreiche Verhandlungen Moskau - Tokio.

Konferenz zur Beseitigung der Grenzstreitigkeiten.

Tokio, 13. November. (DNB.-Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Auhenamles teilte mit, daß zwischen dem russischen Auhenkommissar Molotow und Botschafter Togo ein Ueberein- kommen getroffen worden sei über die Einbe­rufung einer Grenzkonferenz in Tschita und Eharbin. Rußland, Auhenmongolei und Man­dschukuo würden je 20 Vertreter entsenden. In Tokio bemerkt man hierzu, daß die Verhandlungen zwischen Togo und Molotow fortgesetzt würden und daß eine allgemeine Basis für die Beseitigung der Grenzkonflikte gefunden fei. Außerdem seien Mos- kau und Tokio bereit, die Fi sch er ei frage und die Frage der O e l k o n z e s s i o n zu regeln und hierbei gleichzeitig auch andere wirtschaftliche Fragen zu erörtern.

Japan und der China-Konflikt.

Tokio, 12. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Kriegsminister General H a t a erklärte, daß sich der .Lösung des Chinakonflikts nochberghohe Schwierigkeiten" entgegenstellten. Japan werde der neuen Zentralregierung, deren Errichtung Hata als Voraussetzung für die Bei­legung des Chinakonflikts bezeichnete, uneinge- fchränkte Unterstützung gewähren. Es sei jedoch ver­früht, zu glauben, daß mit der Schaffung einer neuen Regierung der Konflikt beendet sei. Japan müsse vielmehr alle eigenen Machtmittel für die baldige Wiederherstellung des Friedens und für den Aufbau und die Neuordnung einsetzen. Hata wies auf das neue Aufrüstungsprogramm des Heeres hin, Japan müsse auf alle Eventualitäten vorberetet sein,unser Gegner besitzt eine beträcht­liche zahlenmäßige und qualitative Stärke".

Sperrzone im Nördlichen Eismeer.

Helsinki, 13. Nov. (Europapreß.) Nach Mel­kungen aus Moskau ist auch im Nördlichen Eis­meer für den Schiffsverkehr ein Sperr­gebiet eingerichtet worden, das sich vom Varan- ger Fjord bis zur Oljena-Jnsel erstreckt und auch die Küstengebiete der Fischer-Halbinsel erfaßt. Der Schiffsverkehr führt 40 Seemeilen von der Fischer­und Kola-Halbinsel vorbei. An der Kola-Küste wur­den russische Küstenwachtschiffe statto- itieri

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat auf Vorschlag des Stabschefs einem Sturm der Standarte 16 (List) den Namen Franz Lutz" und dem Technischen Sturm der Obersten SA.-Führung Reichsautozug Deutschland den NamenEugen S ch a ch t a" verliehen.

*

Zmn ersten Male seit Kriegsbeginn fanden sich die Oberinnen der 67 Mutterhäuser vom DRK. im DRK.-Präsidium #u einer Ar­beitstagung zusammen. Sie gaben einen anschau- nchen Ueberblick über den Einsatz der Schwestern des DRK. im Sanitätsdienst der Wehrmacht. Die Oberinnen berichteten über ihre Erfahrungen, die nun zur Förderung der Weiterarbeit verwertet werden.

*

In Krakau, am Sitz des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete erschien am Sonntag erstmals die für das gesamte Gebiet des Generalgouverneurs be-fthnmteW arschauer Zeitung". Mit ihr ist eine neue deutsche Ostzei­tung ins Leben gerufen worden, die die Traditton der volksdeutschen Blätter im ehemaligen Polen fortsetzt.

Zur Durchführung der vermögensrechtlichen und wirtschaftlichen Aufgaben, die aus der Rückwande­rung und Umsiedlung von Reichs- und Volksdeut­schen aus dem Ausland, insbesondere aus den bal­tischen Staaten, nach dem Reichsgebiet erwachsen, Wurde die Deutsche Umsiedlungs-Treu­hand. Gesellschaft m. b. H. mit dem Sitz

in Berlin gegründet. Es ist beabsichtigt, alsbald Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen i n Riga, Reval und Posen zu errichten. Vor- itzer des Aufsichtsrats ist Staatssekretär z. b. V. Wilhelm Keppler.

Am Samstag früh 4.45 Uhr ertönten in P a- ris b i e Alarmsirenen, die man seit über einem Monat nicht mehr gehört hatte. Die Ent­warnung erfolgte um 6 Uhr.

*

Nach einer Meldung aus London erklärten ge­rettete Besatzungsmitglieder des gesunkenen britt- schen DampfersCarmarthen C o a st", daß das Schift in der Nordsee nahe der englischen Nord­ostküste nach einer furchtbaren Explo­sion an Bord sa n k.Die Explosion sei derartig heftig gewesen, daß das Schiff nach wenigen Mi­nuten in den Wellen verschwunden sei. Zwei Be-

Die holländische presse

Oer Zweck des britif

Amsterdam, 11. Nov. (Europapreß.) Meh­rere holländische Blätter treten den alarmierenden Nachrichten über eine unmittelbare Gefahr für die holländische Neutralität entgegen. DerNieuwe Rotterdamsche Eourant" stellt fest, daß die wilden Gerüchte der letzten Tage, die sich besonders mit der Lage Hollands und Belgiens befaßten, ihren Aus­gangspunkt in der Presse von kriegführenden Na­tionen hatten und daß man sie deshalb mit kühlem Kopf zur Kenntnis nehmen müsse. DerTelegraaf" stellt fest, daß alle Berichte seiner Ausländskorre­spondenten sich ohne Ausnahme gegen die alar­mierenden Gerüchte wendeten, die besonders in der englischen Presse gegen Holland in Umlauf seien. DerTelegraast kommt zu der Fest- stellung, daß die deutsche Presse gegen Holland eine ruhige Haltung einnehme. Dagegen hat die Bericht­erstattung von gegenwärtig in Holland arbeitenden englischen und französischen Presse- Vertretern zu Bean st an düngen der hol­ländischen Regierung geführt. Wie der Pressechef der holländischen Regierung mitteilte, erhielten heute eine Reihe von ausländischen Pressevertretern eine schriftliche Verwarnung. Hierin hieß es, sie hätten zu gewärtigen, daß ihre weitere journa­listische Tätigkeit in Holland durch die Regierung unterbunden werden würde, falls sie weiter mit ihrer alarmierenden Press eb erichterstattun g fortfahren sollten.

Giornale d'Jtalia" verweist darauf, daß schon in der vergangenen Woche die englisch-französische und amerikanische Presse versucht hat, der Bevölke­rung Hollands die Ueberzeugung einzutrichtern, daß Holland sehr bald dasOpfer eines deutschen An­griffs" fein werde. Die holländische Presse habe, ge­stützt auf die Erfahrungen der Vergangenheit, durch Zurückhaltung diesen Ausstreuungen den Boden ent­zogen und nachgewiesen, daß die wachsende Alarm­stimmung vollkommen unbegründet sei. Auffallend sei die trotzdem in der holländischen Oeffentlichkeit entstandene nervöse Stimmung. Eine Erklärung hierfür sei nur darin zu finden, daß

Langemarck

Von Oberstleuin

Die Schlacht an der Marne ist geschlagen. Die Waage im Westen ist ausgeschwungen. Es gibt vorerst keine Sieger und Besiegten. Die Front von der Schweizer Grenze bis zur Oise und Aisne er­stickt in Gräben und Unterständen. Nur im Nord­westen bleibt noch Raum zur freien Entfaltung der Kräfte, winkt noch die Hoffnung auf den allein Sieg bringenden Bewegungskrieg. Jede Partei sucht in diesen September- und Oktobertagen des Jahres 1914 der anderen die offene Flanke abzugewinnen. Der große Wettlauf zum Meere hat be­gonnen, und im Raume BapaumeArras zu hart- nädigen Kämpfen geführt. Da entschließt sich um die Mitte des Oktobers General von Falken- Hayn, der an Generaloberst von Moltkes Stelle Chef des Generalstabes des Feldheeres geworden ist, vier in der Heimat neuaufgestellte Reserve­korps als 4. Armee unter dem Herzog Albrecht von Württemberg auf dem äußersten rechten Flügel in Flandern einzusetzen.

Die Korps bestehen in ihrem Kern aus Kriegs­freiwilligen, die in einer Kurzausbildung not­dürftig zu Kompanien, Bataillonen und Regimen­tern zusammengeschweißt sind. An ihrer Spitze stehen meist ältere, bereits vor dem Kriege oer- abschiedete aktive Offiziere und Reserveoffiziere. Es haben sich Bedenken gegen diesen ihren Fronteinsatz erhoben. Aber General von Falkenhayn hat bei der gespannten Lage auf allen Fronten nicht auf sie verzichten zu dürfen geglaubt in der Hoffnung, daß ihr stürmischer Angriffswille und ihre ungebro­chene Schwungkraft alle Mängel, die ihnen sonst anhaften, ausgleichen würden". Er hoffte wohl auch, daß die Korps bei ihrem Stoß in die Flanke des Gegners nur auf schwachen Widerstand stoßen würden.

Leider hat er sich getäuscht! Die Engländer haben aus Sorge um ihre Basis auf dem Festland: die Kanalhäfen, ihr Expeditionskorps langgediente Berufssoldaten aus feinen Stellungen an der Aisne herausgelöst und nach Flandern gefahren. Ihm gesellen sich erprobte französische Divisionen und die Reste der belgischen Armee zu, die gesonnen sind, den letzten freien Zipfel heimischen Bodens mit aller Kraft zu verteidigen. Es ist die Elite des alliierten Heeres, die sich den Neulingen auf dem Schlachtfeld entgegenwirft. So vollendet sich ihr Geschick.

In den letzten Oktobertagen schreiten sie zum Sturm. So wie sie es daheim in Döberitz und Münsingen gelernt haben, gehen sie in dichten Schützenlinien vor, die Offiziere weit vor der 5nmt, die Reserven wenige hundert Schritt dahinter. Kem Schuß fällt von jenseits. Schon sieht man Dix- muiden, Langemarck, Bixschoote, die gewiesenen Ziele, unmittelbar vor sich. Schon glaubt man den Sieg gewonnen. Da prasselt die Hölle los aus Büschen und Hecken, Häusern und Scheunen. Die Linie stockt, wirft sich noch einmal vorwärts, wird vom Feuer zu Boden gezwungen, greift zum Ge- wehr. Aber kein Gegner ist zu erspähen. Er hat das Tarnen in den vergangenen Kriegswochen nur zu gut gelernt Ein ungleiches Ringen beginnt, zieht sich über Tage und Wochen in immer wieder er­neuten Sturmversuchen hin: hier Kriegserfahrung, überlegtes Geizen mit jedem Schuß dort Drauf­gängertum, hingebungsvolles Verschwenden jugend­licher Kraft. r v

Und doch wäre den Jungen fast der Sieg »Uge­fallen, Wir wissen heute aus den Berichten ihrer

satzungsmitglieder seien durch die Explosion getötet und sechs weitere verletzt worden.

*

Die antienglische Aktivität der irischen Na­tionalisten hat die nordirische Regierung zur Verhaftung einer größeren Anzahl politisch Ver­dächtiger veranlaßt. Bisher wurden 65 Personen auf Grund der außerordentlichen Kriegsvollmach­ten der Regierung festgenommen und von Belfast in das Zuchthaus von Londonderry eingeliefert, wo sie bis zum Ende des Krieges in Hast bleiben sollen.

Der britische Botschafter in Tokio Sir Robert Eraigie hatte eine lange Unterredung mit Un- terftaatsfetretär T a n i. Man glaubt, daß Craigie damit die Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Streitfall von Tientsin bezweckte.

gegen wilde Gerächte.

chen Lügenfeldzuges.

Holland sich nur allzu lau den Uebergrif- fen Englands widersetzt habe. Die eng­lische Stimmungsmache suche mit aller Macht die Lage für die eigenen Ziele auszunutzen. In einigen Amsterdamer Kreisen, die als absolut objektiv ein­geschätzt werden müßten, vertiefe sich daher immer mehr die Ueberzeugung, daß England Del ins Feuer gieße und immer größeren Nachdruck auf haltlose, aber alarmierende Nachrichten lege, um sich einen Vorwand für die Verwirklichung eige­ner Ziele zu schaffen.

Die Lehren des Weltkrieges.

,Lswestija" gegen englische Lügen.

Moskau, 12. Nov. (Europapreß.) Das russische Regierungsorgan ,Hswestija" wendet sich gegen die Meldung des LondonerDaily Expreß", wonach Stalin die letztenVorschlögederFinnen zurückgewiesen habe, was von der russischen Agentur Taß bereits dementiert worden ist. Die englische Lügen- und Hetzkampagne", so schreibt die Zeitung,trat klar und deutlich schon i m Weltkrieg in Erscheinung. Im September 1939 wurde das Gerücht verbreitet, Tausende von eng­lischen Flugzeugen und Tanks seien in Polen an­gekommen oder auf dem Wege dahin. Dies er­innert an die englische Behauptung vom Dezem­ber 1914, wonach riesenhafte russische K o - fatenarmeen in Schottland und Nord­england gelandet seien. Diele behaupteten, daß sie mit eigenen Augen die Kosaken gesehen hätten, wie sie bei ihrer Ankunft den Schnee von ihren Mützen schüttelten. Auch jetzt streuen die Engländer verschiedenartige Lügengerüchte aus, be­sonders in den neutralen Ländern, und vor allen Dingen in den Vereinigten Staaten. Aber die Leh­ren des Krieges sollen nicht vergessen werden. Im Gegenteil, man soll die Ziele des jetzigen imperiali­stischen Krieges entschleiern."

»or 25 Zähren, nt a. D. Benary.

Gegner, wie nahe sie daran waren, in Ypern ein­zumarschieren und damit dem Krieg die so heiß- ersehnte glückliche Wendung zu geben. Schon ist im Norden das III. Reservekorps, das sich nach der Er­oberung von Antwerpen ihnen angeschlossen bat, über den Yserkanal vorgedrungen, schon hängt das Schicksal von Dixmuiden an einem seidenen Faden, da rufen die Alliierten die Elemente zu Hilfe. Sie öffnen die Schleusendes Yser-Kanals und lassen das Meer ins Land. Gang Flandern von Dixmuiden bis zur Küste wird ein unendlicher See. Zähneknirschend müssen die Divisionen des rechten Flügels über den Kanal auf das trockene Höhengelcinde des westlichen Ufers zurückgenom­men werden. Der Weg in die rechte Flanke des alliierten Heeres ist endgültig verbaut.

Nie wird man das Heldentum der jungen Regi­menter genug rühmen können! Nicht einmal nur, nicht nur bei Langemark allein ist, wie man nach dem nüchternen Heeresbericht meinen könnte, das Deutschlandlied aufgeflungen; nein, Dutzende von Malen, an allen Stellen der Front, wo immer zum Sturm sie sich aufraffte. In wenigen Stunden sind unter den Schauern der Vernichtung, unter dem Stöhnen det Verwundeten, vor den brechenden Augen der Sterbenden die Jünglinge zu Männern geworden, die ihr Schicksal auf sich nahmen, die dem Schrecken des Matenals, dem Wüten der Elemente ihr starkes Herz entgegenwarfen, die im Rasen der Schlacht zu wahren Soldaten wurden. Aber auch jener sei in Ehrfurcht gedacht, die ihre Führer waren, jener Grauköpfe, die, als sie sie ausbildeten, ihr Bestes geben, die trotz ihres Alters alle Mühen mit ihnen teilten und ihnen hier vor Ypern vorzu­sterben wußten.

Der einzige und schwerste Vorwurf gilt denen, die vor dem Kriege der Heeresleitung die Mittel ver­sagten, Deutschlands gesamte wehrfähige Jugend für den Entscheidungskampf vollwertig auszubil­den. Langemarck wurde uns zum Symbol, daß der Geist, in dem jene Jugend starb, an deren Seite wir kämpften, nie unter uns erlöschen dürfe, daß er ein Deutschland schaffen müsse: wehrtüchttg, wehrwillig, bereit zu jedem Opfer für die Wieder­aufrichtung des Reiches, den Fortbestand der Na­tion. Heute, in den Tagen, da die Erinnerung an Langemarck zum 25. Male wiederkehrt, stehen wir dankerfüllten Herzens vor der Erfüllung dieser un­serer Wünsche.

Erleichtertes Ehestandsdarlehen während des Krieges.

Unter den Erleichterungen, die bei Eheschließun­gen im Falle der Einberufung zugestanden werden, ist nicht zuletzt beachtlich, daß auch während des Krieges die Ehestandsdarlehen des Reichs weiter geführt werden. Gerade jetzt fassen viele junge Leute den Entschluß, die eigentlich erst etwas später beabsichtigte Gründung des eigenen Hausstandes sofort zu vollziehen. Das Ehestands­darlehen des Reiches sorgt dafür, daß dieser Ent­schluß nicht etwa aus Mangel an Mitteln scheitern muß. Um sicherzustellen, daß möglichst viele Volks­genossen aus den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Reichsmitteln bedacht werden können, wurde der Höchstbetrag der Ehestandsdarlehen vor­läufig auf 600 RM. festgesetzt, eine Summe, die fast dem Durchschnittsbetrag der Überhaupt be­

anspruchten Darlehen enfipricht. Zugleich wurde eingeführt, daß die Tilgung gestundet werden kann, olange durch Einberufung des Mannes die Til­gung eine Härte bedeuten würde. Immerhin sind die Tilgungsbeträge so gering, daß die Stundung wohl nur selten beantragt werden wird. Schon nach der Geburt des ersten Kindes werden 25 vH. der Darlehenssumme gestrichen. Anderseits sind für die Dauer der Kriegszeit noch eine Reihe formaler Erleichterungen erfolgt.

Sozialversicherung der Dienstverpflichteten.

Versicherte, die auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfes für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung durch die Ar­beitsämter dienstverpflichtet worden sind, bleiben weiter in ihrem bisherigen Versicherungszweig oer- ichert. Maßgebend für die Höhe des Beitrages ist der zuletzt an den bisherigen Versicherungsträger gezahlte Beitrag. Für selbständige Handwerker gilt das Gesetz über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk weiter. Der Unternehmer er- tattet einem dienstverpflichteten Handwerker die Hälfte des vor der Verpflichtung regelmäßig ent­richteten Beitrages ober der entsprechenden Lebens- veificherungsprämie. Waren Dienstverpflichtete un­mittelbar vor ihrer Heranziehung zu einer zeitlich begrenzten Dienstverpflichtung Mitglied eines an­deren Träger der sozialen Krankenversicherung, o ruhen die Mitgliedschaft bei dem bisherigen Trä­ger und die sich hieraus ergebenden Rechte und Pflichten für die Dauer der Dienstverpflichtung.

Ungediente Jahrgänge im Polizeidienst.

Der TO i n i ft errat für die Reichsver­te i d i g u ng hat eine Verordnung über die Ein- tellung von Wehrpflichtigen in die Schutzpolizei des Reiches verfügt, nach der im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht Wehrpflich­tige bei der Schutzpolizei des Reiches e i n g e ft e 111 werden können. Sie werden als Polizeianwärter oder Polizeiwachtmeister eingestellt und find Polizeivollzugsbeamte im Sinne des Poli­zeibeamtengesetzes. Die in der Schutzpolizei abge­leistete Dienstzeit der eingestellten Wehrpflichtigen wird auf die Wehrdienstpflicht angerechnet. Es han­delt sich hierbei um ungediente Wehr­pflichtige der Geburtsjahrgänge 1909 bis 1912 und in beschränkter Anzahl der Geburts­jahrgänge 1918 bis 1920. Die endgültige Einstellung erfolgt auf Lebenszeit in den verschiedenen Teilen der Deutschen Polizei. Bei der Besoldung wird auf das Lebensalter des einzelnen Rücksicht genommen.

Aus aller Wett.

Dem Gedenken der Helden von Langemarck.

Zum Gedenken der bei Langemarck vor 25 Jahren Gefallenen legten im Glockenturm des Olympia- tadions der Vorsitzende des Langemarck-Ausschusses beim Jugendführer des Reiches, Generalmajor Freiherr Grothe, und Bannführer M i n u t h den Kranz der Jugend nieder. Im Beisein des Ver­treters des Reichsstudentenführers, Standartenführer Trumpf, erfolgte dann im Ehrenmal Unter den Linden die Kranzniederlegung der HI. und des NSDStB. Eine Abordnung der Studenten der Uni­versität Berlin und eine Ehrenformatton der HI. und des JV. des Gebietes Berlin hatten Aufstellung genommen. General Freiherr Grothe, der für feine besonderen Verdienste vom Reichsjugendführer das Goldene Ehrenzeichen der HI. erhalten hat, schritt die Fronten ab.

25 Jahre deutsches Krankenhaus in Agra.

Dor wenigen Tagen konnte das deutsche Kranken­haus in Agra eine Schwesteranstalt der Deut- fchen Heilstätte Davos-Wolfgang (Engadin) auf das 25jährige Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß war der langjährige Förderer und Freund des Hauses, Geheimrat Sauerbruch, zugleich in Vertretung des verhinderten Vorsitzen­den des Vorstandes, Staatsrat von Stauß, erschie­nen. In einer Ansprache an die Gäste und Ange­stellten des Hauses würdigte Geheimrat Sauerbruch p-ie Verdienste Agras um die Tuberkulosebekämp- fund, sprach vom wahren Arzttum, gedachte der engen Verbundenheit Agras mit der in schwerem Kampfe stehenden Heimat und betonte die besonde­ren Beziehungen zum schweizerischen Gastland. Der Leiter des Hauses, Professor Dr. Hanns Alexan­der, dankte Geheimrat Sauerbruch herzlich.

Drei Tale bei einem verkehrsunfall.

Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Hersfeld am Stadtausgang nach Hünfeld zu. In der dorttgen Kurve der Bebra Frankfurter Straße begegneten sich aus entgegen­gesetzter Richtung kommend ein Lastzug aus Karls­ruhe und ein mit mehreren Personen besetzter Wagen. Der Vorderwagen des Lastzuges war noch gut vorbeigekommen: sein Anhänger jedoch rammte den Wagen. Hierbei wurden dessen Ueberdachung und Seitenfront eingedrückt bzw. heruntergerissen. Eine Person wurde sofort getötet und fünf weitere Personen wurden schwer verletzt. Don den Schwerverletzten sind inzwischen zwei gestvr- b e n.

Schwerer Sturm auf dem Schwarzen Meer.

Auf dem Schwarzen Meer und an seinen Küsten wütete ein außergewöhnlich heftiger Sturm, der schweren Schaden anrichtete. Da der Sturm aus Südwesten kam, der rumänische Hafen von Con­sta n z a aber nur nach Norden und Nordosten ge­schützt ist, waren die in dem Hafen verankerten Schifte stark gefährdet. Einige rissen sich von den Ankern und Haltetauen. Der griechische Dampfei Arcadia", der mit Schafen und Rindern nach Haifa ausgefahren war, mußte umkehren. Infolge der schweren Brecher, die über das Schift hinweggingen ertranken 15 0 Schafe. Der türkisch DampferSamson", mit dem ein zweiter Transpor türkischer Auswanderer aus der Dobrudscha abgehen sollte, mußte seine Ausfahrt verschieben. Eine Fra/ ist infolge der Kälte und des Unwetters vor Ent kräftung gestorben.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Pro­vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han» Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr^Zur Zett .ilt BnisMs Nc, 4 W MM