Ausgabe 
13.10.1939
 
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gutmütigen Humor aussprach, womit auf manchen Mückenstich, den dieser oder jener Volksgenosse durch jcinen allzu eifrigen Helfer oder Händler beim rrsten Einlaufen der Lebensmittel-Rationierung be­kommen haben mag, die lindernde Salbe gestrichen

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Wir sollten es uns deshalb abgewöhnen, wenn

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(Nachdruck verboten!)

31 Fortsetzung.

(Fortsetzung folgt.)

Roten Kreuzes stehen, werden mit hin- Lifer und mit erprobtem fachlichen Kön- ganze Kraft für die ihnen zufallenden einsehen, ganz gleich, ob sie Angehörige

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DRK.-Dienstftellen, DRK.-Schwesternschaften, DRK.-Bereitschaften, DRK.-Ortsgemeinschaften

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sind. Selbst bei immerwährender Bereitschaft aller DRK.-Einsahkräfte braucht das Deutsche Rote kreuz noch viele Männer und Frauen in seinen Reihen für feine Arbeit.

Deutsche Männer, deutsche Frauen, die ihr noch nicht an irgendeinem Platze eurem Baterlande dient, sei es an der Front, sei es in der Partei ober beten Glieberungen, ober fei es an einem lebensnotwenbigen Arbeitsplatz:

Tretet ein ins Deutsche Rate kreuz! Eure kämpfenben Männer, Söhne unb Brüber

Minderung und Ausgleich besorgt ist. Es wird so mancher erstaunt gewesen sein,was Hermann alles mußte", und unbekümmert mit dem ihm eigenen

Folgt diesem Ruf, ob Mann, ob Frau, ob alt, ob jung. 3n blindem Gehorsam, unerschütterlichem Glauben, restloser Hingabe werden alle Deutschen ihren Dank durch die Treue in der Tat'und in der Gesinnung abtragen.

Das Deutsche Rote Kreuz hat große Aufgaben zu erfüllen: Als Hilfsorganisation unserer Wehrmacht dient es dem Sanitätsdienst des Heeres im Felde und in der Heimat. Das Deutsche Rote Kreuz wirkt mit im Sanitätsdienst des Luftschutzes. Darüber hinaus ist das Deutsche Rote Kreuz verantwortlich für den sanitären Einsatz bei allen öffentlichen Jlot- ständen und Unglücksfällen zu Land und zu Wasser.

Alle Deutschen, die in der praktischen Arbeit des

brauchen eure helfenden Hände! heil Hitler!

Kühne, Oberstleutnant und Kommandeur

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Wehrbezirks Gießen als Standortältesier. Backhaus, Kreisleiter der NSDAP, des Kreises Wetterau. Dr. Loh, Landrat und Oberfeldführer DRK.

Kreisführer des Deutschen Roten Kreuzes Stadt- und Landkreis Gießen.

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> Helft dem Roten Kreuz!

Oer Führer des deutschen Volkes und Schirmherr des Deutschen Moten Kreuzes ruft!

Im Saalbau Liebigstraße zu Gießen fand gefte: eine Kreisversammlung der Kreisgruppe Gieß des Gaststätten- und '

Frontsoldaten wurden geehrt.

NSG. Unserem Gauleiter wurde an­läßlich des 25. Jahrestages des Wettkriegs­beginns und der Schlacht bei Tannenberg durch Erlaß des Führers und des Obersten Befehlshabers des Heeres v. Brauchltfch, die Lharaktererhöhung als Hauptmann d. L. ausgesprochen. Diese Ehrung zeichnet einen bewährten Frontoffizier aus, der vor seinem politischen Einsatz für den Nationalsozialis­mus im vierjährigen Ringen des Weltkrieges als Leutnant und Kompanieführer ein Bei­spiel hervorragender Tapferkeit und Opfer­bereitschaft gegeben hat.

Im Bereich des Wehrkreises IX wurden u. a. noch folgende Charaktererhöhungen ausgesprochen: Die DienstgradbezeichnungOberstleutnant a. D." dem Major d. R. Trebing (Kassel) des Jnf.-Rgts. 15; dem Major d. R. Demen (Frankfurt a. M.) des Jnf.-Rgts. 88; den Charakter als Oberstleutnant dem Major a. D. Oeffner, Wehrkreis IX4 zum Major d R. Hauptmann d. R. Edgar Josenhanß des Art.- Rgts. 51 (Frankfurt a. M.); Charakter als Haupt­mann d. L. Oberleutnant a. D. Dr. Desch, Wehr­kreis IX; Oberleutnant d. R. a. D. Jacobs, Wehr­kreis IX; den Charakter als L e u t n a n t d. L. u. a. nachfolgenden Unteroffizieren und Mannschaftsdienst­graden im Wehrkreis IX: Friedrich Blöcher, Nieder­dieten (Krs. Biedenkopf); Dr. Otto Freidank, Baben­hausen; Wilhelm Gärtner. Haimbach (Krs. Fulda); Josef Herche, Anzefahr (Krs. Marburg, Ha. 33); Jost Lemmer, Bellnhausen 3 (Krs. Marburg); Ar­nold Lindecken, Siegen; Karl Mohr, Hanau; Fried­rich Möller, Niederkalbach (Krs. Fulda); Otto Möh- ring, Dorndorf - Rhön; Heinrich Schäfer, Großen-Linden (Krs. Gießen); Johannes Weber, Niederwald (Krs. Marburg).

Neue Vier- und Kaffeepreise in den Gaststätten

Zwei fleischlose Tage auf dem Gaststätten-Speisezettel.

Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Dskar Meister, Werdau L Sa.

Dir bitten unsere Mitglieder der Gießener Orts­gruppen, ihre Beitragsmarken bei nachstehenden Ortswaltungen zu kaufen:

Gießen-Nord: Walltorstrahe 16. Sprechstunden: Montags, Mittwochs und Freitags abends von 20 bis 22 Uhr.

Gießen-Süd: Friedrichstraße 1. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr.

Giehen-Ost: Licher Straße 19. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. 5896D

Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen-Mitte können ihre Beitragsmarken auf der Berwattungs- stelle, Schanzensirahe 18, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags erhalten.

Ls ist Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes, sich seine Beitragsmarken bei den angegebenen Stellen zu kaufen, falls der Kassierer nicht bei ihm kassiert.

Die Deutsche Arbeitsfront Krelswaltung 24 Wetterau Abtl. Verwaltungsstelle Gießen.

polizeiliche Meldefristen verkürzt.

Zu der Meldung über die vom Reichsinnen­minister verordnete Aenderung der Reichsmeldeord­nung sind noch folgende Einzelheiten zu berichten: Die Frist zur Anmeldung beim Beziehen einer Woh­nung, ebenso die Meldefrist beim Ausziehen aus einer Wohnung wird von einer Woche auf drei Tage herabgesetzt. Ausländer und Staatenlose haben sich binnen 24 Stunden bei der Meldebehörde an- bzw. abzumelden. Ausländer können sich bei der Ab­gabe der Anmeldung bei der Meldebehörde nicht vertreten lassen. Wenn sie durch ernstliche Krankheit verhindert sind, h-aben sie das der Meldebehörde unter Beibringung einer ärztlichen Bescheinigung schriftlich mitzuteilen. Bei der persönlichen Abgabe des Meldescheins bei der Meldebehörde muß bei ausländischen Untermietern ihr Wohnungsgeber, bei ausländischen Mietern der Hauseigentümer oder Verwalter zugegen sein. Die genannten Meldevor- schriften finden auch auf Personen Anwendung, die in einer Gemeinde des Inlandes gemeldet find und besuchsweise in einer anderen Gemeinde bei Ver­wandten oder Bekannten wohnen. Die binnen vier­undzwanzig Stunden zu erstattende Meldung be­herbergter Personen in Beherbergungsstätten wird

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wirklich über jede kleinste Sorge unserer Bevölke- rung unterrichtet wird, daß ihr nichts entgeht, und M3 sie zu gegebener Zeit, wenn es notwendig ist, ße auch zu beseitigen weiß.

jemand,/aus den Pantinen fällt" wie der Volks- inunb richtig sagt, zur Selbsthilfe zu greifen und mfererfeits zu schnauzen und zu lamentieren, son­dern entweder sollten wir, falls er Mitgefühl ver­teilt, weil die ihm gestellte Aufgabe seine Kraft

Kreisgeschäftsführer Sauer gab dann wichtige Erläuterungen über die Kriegszuschläge für Tabak­waren. Ferner teilte er mit, daß ab Freitag, 15. September, die Preise für den Kaffeeausschank um 20 v. H. zu senken sind. Gleichzeitig darf nur noch Mischkaffee verabfolgt werden. Der Ausschank von Branntwein im Glas zum direkten Verbrauch hat vorerst noch zum alten Preis zu erfolgen. Lediglich beim Verkauf eines vollen Liters ist der Kriegs­zuschlag zu erheben. Auf Schaum- und Obstschaum­weine ist der Zuschlag sofort zu erheben. Der ab 11. September vom Verbraucher zu erhebende Kriegszuschlag bei Bier ist für das Reich einheit­lich dahingehend geregelt, daß pro Hektoliter 70 RM. zu zahlen sind. Die Zuschläge auf das Gemäß sind in folgender Weise festgesetzt: Für 0,1 Liter 1 Rps., für 0,2 Liter 3 Rpf., für 0,2,5 Liter und für 0,3 Liter je 4 Rpf., für 0,3,5 Liter 5 Rpf., für 0,4 Liter und für 0,4,5 Liter je 6 Rpf., für 0,5 Liter 7 Rpf. und für einen Liter 14 Rpf. Bei dem gebräuchlichen 0,3-Liter-Glas, das bisher 25 Rpf. gekostet hat, muß der Preis 29 Rpf., keinesfalls aber 30 Rpf. betragen. Bei dem {o genannt en Ge­mäß 1Tutt" ist der Aufschlag für 1 Liter nur dann zu erheben, wenn der Inhalt einen vollen Liter beträgt. Beim Flaschenbier ist, wie beim glas- weisen Ausschank, ganz gleich um welche Art von Bier es sich handelt, für die 0,33-Literflasche der Zuschlag mit 5 Rpf., bei der 0,5-Literflasche mit 7 Rpf..festzusetzen. Der Bedienungszuschlag ist nur auf den tatsächlichen Preis, nicht auch auf den Kriegszuschlag zu erheben. Dom Kriegszuschlag wird keine Umsatzsteuer bezahlt.

'Kreisgruppenleiter L. Herr betonte, daß bei den Preisen genau auf die Pfennigbeträge zu achten ist. Überschreitungen dürfen nicht eintreten. Maß­geblich für die Preisverhältnisse sind die durch die Kreisgruppe übermittelten Anordnungen. Die Preise für Bier richten sich nach der Höhe der bei der Ein­führung der Reichspreisstoppoerordnung gültigen Preise. Neben dem Aushang der sogenanntenBier- preistafel" ist in Zukunft ein weiterer Aushang zu machen, für den die entsprechenden Plakate durch die Kreisgruppe geliefert werden.

Hinsichtlich der in den Gaststäten zu verabfolgen­den Nahrungsmittel gab Kreisgeschäftsführer

vielleicht übermäßig beansprucht und er ja auch nur iin Mensch ist und nervös werden kann, ihm mit linem gutmütigen Wort wieder in die Pantinen -elfen, oder wir sollten, falls es sich um einen notorischen Schnauzer handelt, ihn mit Verachtung trafen und den Vorfall seiner vorgesetzten Dienst- telle oder einem politischen Leiter melden. Nur mit Beratung kommt man allerdings nicht vorwärts, b's wird dann schon dafür gesorgt werden, daß der Betreffende freundlicher wird.

Wir sollten unsererseits aber auch alles tun, um niemandem das Leben schwerer zu machen, als es in diesen Zeiten schon von selbst ist. Vor allen Dingen sollten wir diesen Grundsatz auch uns selbst gegenüber beachten, denn am meisten dressieren sich ja die Menschen ganz unbewußt selbst, was sich dann nur zu leicht aus die ganze Familie und auf die nähere Umgebung überträgt.

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast (Seltersweg):Sensationsprozeß |Cafiöa".

Treudienstehrenzeichen beim Landratsamt Gießen.

Dem Bürodirektor K i r s ch b a u m bei dem Land- latsamt in Gießen wurde für 40jährige treue Dienste vom Führer das Treudienstehrenzeichen in Sold verliehen. Gleichzeitig wurden der Verwal- lungs-Jnspektor Müller und die Verwaltungs- Sekretäre H a s e n z a h l und Schäfer vom Füh­ler für 25jährige treue Dienste mit dem Treudienst- lhrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Die Treudienft- chrenzeichen wurden den genannten Beamten von Landrat. Dr. L 0 tz in feierlicher Form überreicht.

FdH.-Danderer helfen bei der Ernte.

NSG. Bei einer Tagung der Kreiswanderwarte les Gaues Hessen-Nassau im Wanderheim gab Sauroanbermart Schwab die Richtlinien bekannt, :ach denen das Wandern im Gau Hessen-Nassau weiter durchgesührt wird. Jeden Sonntag finden, insbesondere in den Stadtkreisen, Wanderungen tn iie nähere und weitere Umgebung statt. Bei diesen Wanderungen werden sich die KdF.-Wanderer durch fundenweisen Einsatz an der Einbringung der Hackfrucht- und Obsternte beteiligen.__________________

Sauer bekannt, daß nur solche Gedecke und Ein­topfessen verabfolgt werden dürfen, die von der Wirtschaftsgruppe vorgeschrieben find. Für den Landkreis und.den Stadtkreis Gießen werden zwei fleischlose Tage, und zwar der Montag und der Freitag, eingeführt. An diesen Tagen dürfen auch nicht Wurst- oder Schinkenbröte verabfolgt werden. Die Nichtbefolgung wird strengstens geahndet. In Zukunft erhalten nur ausgesprochene Speisebetriebe, die schon bisher warme Mittag- und Abendessen verabreicht haben, Fleisch zugewiesen. Diese Betriebe haben sofort die Zahl der Abonnenten für das Mit­tagessen und die für das Abendessen, sowie die Zahl der Passanten für das Abendeffen und für das Mittagessen im Durchschnitt des Tages der Kreis- geschäftsstelle aufzugeben. Diese Zahlen werden dem Ernährungsamt A zugestellt, das über die Zutei­lung von Fleischwaren bestimmt. Die Gastwirte haben darauf zu achten, daß diejenigen Volksgenos­sen, die ihre Bezugskarten sparen und in den Gast­wirtschaften zum Nachteil der Allgemeinheit speisen wollen, keine Speisen verabfolgt bekommen? Die Gastwirte haben sich als gerechte Verteiler zu be­währen und müllen selbst entscheiden, in welchem Falle sie Speisen verabfolgen können. Die erwähn­ten Angaben von den Gaststätten des Landkreises Gießen sind vom Bürgermeister zu beglaubigen und dem Ernährungsamte A direkt zuzustellen.

Kreisgruppenleiter Herr gab bekannt, daß die Einführung der fleischlosen Tage für den gesamten Kreis Gießen durch Pokizeiverordnung verfügt ist. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Ausnahmen werden nicht gemacht. Der Kreisgruppenleiter hob weiterhin hervor, daß der Abonnent beim Essen in der Gaststätte seine Bezugsscheine abzugeben hat. Im ganzen Kreis Gießen ist weiterhin eine Be­schränkung der Tischzeiten mit sofortiger Wirkung eingeführt. Warme Speisen dürfen in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und nach 22.30 Uhr nicht mehr ver­abfolgt werden. Die Landbevölkerung, die ihre Be­zugsscheine hat und in die Stadt kommt, um Wurst oder andere Fleischspeisen zu kaufen, hat fein An­recht aus Verabfolgung solcher Speisen. In allen solchen Fällen muß der Gastwirt selbst entscheiden. Gastwirtschaften, die für derartige Landkundschaft in Frage kamen, haben keine Zuweisung zu er­warten. Verstöße gegen die Verordnung werden mit Entzug der Zuweisung geahndet. Der Kreisgruppen­leiter hob hervor, daß solche Gäste, die an fleisch­losen Tagen ausbleiben, keinen Anspruch auf Ver­abreichung von Speisen an den anderen Tagen haben. Wenn jeder Volksgenosse sich fügen muß, dürfen keine Ausnahmen gemacht werden.

Die VergangenheA begann aufzustehen gegen ihn. Friedrich Hellmers war zurückgekehrt. Er war nicht tot, wie man glaubte. Im Gegenteil! Voll von Gaunerplänen kam er angerückt.

Natürlich war ich der erste, den er auffpürte. Zuerst wellte er mir meine Pläne abkaufen. Ich lachte ihn aus. Dann versuchte er's, mir ein Geschäft vorzuschlagen. Ich antwortete überhaupt nicht. Dann aber begann er zu drohen. Er wollte die alten Geschichten hervorkramen, in die Oeffentlichkeit bringen, Sir John ... meinen Vater zu Fall brin­gen, ihm alles untergraben: Ehre, Ansehen, Stel­lung ...! Ach Gott, Pembroke, wenn Sie eine Ahnung hätten, wie ich mich gewehrt habe! Fast alles, was ich erspart habe, ist in Friedrich Hell­mers' Tasche gewandert als Schweigegeld. Wäre nicht Sir Johns plötzlicher Tod dazwischen gekom­men ... ich hätte nicht mehr weiter gewußt!

Er schrieb immer drohendere, drängendere Briefe ... einen davon haben Sie ja offenbar in Händen ... bis ich rundheraus erklärte, ich würde ihn an­zeigen, wenn er sich noch einmal rührte. Das half, denn die Polizei fürchtete er. Ob er feine Erpres­sungen beF Sir John versucht hat? Ich weiß es nicht.

Drei Tage später starb Sir John. Seitdem horte ich nichts mehr. Ich habe Friedrich Hellmers zum letzten Male an dem Nachmittag gesehen, als Hol- gerson ermordet wurde. Er hatte mich nach Dover bestellt, und ich wollte ihm Geld geben, mein letztes, damit er verschwinden könnte, aber ..."

.....aber er hat Sie ausgelacht und nichts ange­nommen. Sttmmt's?"

Haargenau. Er hatte selbst die Tasche voll Geld und hielt mich regelrecht zum Narren!

Begreifen Sie nun, weshalb ich den Verdacht nicht loswerde, daß er ... er allein die Plcme hat? Daß er auf eine mir unerklärliche Weise damit zu- sammenhänat? Ja, manchmal träume ich einen gräßlichen Traum: Friedrich Hellmers stößt John Perkins in den Abgrund!"

Pembrokes Augen blitzten für den Bruchteil einer Sekunde au^

Haben Sie gewisse Anhaltspunkte für diesen .. 4 Traum?"

Langsam steht Hellmers auf und beginnt im schmalen Raum der Zelle rastlos hin und her zu wandern.

Pembroke fühlt, daß er jetzt kein Wort verlieren darf. Jetzt muß dieser Mann da allein mit sich ins Reine kommen. Und er wird es schaffen. Er wird sprechen. Davon ist Pembroke fest überzeugt.

Lange bleibt Joachim Hellmers vor dem Viereck des Fensters stehen, das, von Gitterstäben durch­zogen, wie ein drohender Zaun vor den grauen Himmel gespannt iff. x

Ich werde sprechen! beginnt er mühsam.Aber nur, wenn Sie mir versichern, nie .. hören Sie?

niemals davon Gebrauch zu machen! Außer uns beiden darf kein Mensch je davon erfahren! Können Sie mir Ihr Wort darauf geben?"

Soweit mich solch Versprechen nicht mit dem Gesetz oder meinen Pflichten dem Werke gegenüber in Konflikt bringt ..."

Befürchten Sie nichts!" lächelt Hellmers schwach.

Dann haben Sie mein Wort!"

Gut. Ich verlasse mich daraus."

Der Ingenieur schaut eine Weile vor sich nieder, als suche er nach dem rechten Anfang dieses Be­kenntnisses.Ich bin nicht Hellmer's Sohn. Ich trage nur seinen Namen ..."

Ach, interessant. Und wer ist Ihr wirklicher Vater? fragt Pembroke überrascht.

Dazu muß ich weiter ausholen.

Es sind nun beinahe dreiunddreißig Jahre her, da lernte ein junger tüchtiger Mann eine Frau kennen, die aus ihrer ersten Ehe zwei kleine Toch­ter und ein stattliches Vermögen mitbrachte^ Der junge Mann hatte den Kopf voll großer Plane was konnte ihm gelegener kommen als dieser Zufall, der ihm eine Frau, zwei Tochter und die Mittel in den Schoß warf, seine Plane Wirklich­keit werden zu lassen?

Er griff mit beiden Händen zu. Daß er da in einer kleinen Stadt ein Mädchen sitzen hatte, das ein Kind von ihm erwartete, machte ihm zunächst wenig Kopfzerbrechen. , .

6r trieb in London einen Mann auf, eine ge­scheiterte Existenz, dem das Wasser bis an den kals stand, drückte ihm ein paar Tausender und eine Fahrkarte nach Neuyork in die Hand ...und Idas Mädchen hieß fortan Frau Hellmers, ihr Kmd

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Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes statt. Kreisaruppenleiter L. Herr machte auf neue wich­tige Bestimmungen aufmerksam und hob hervor, daß die Kreisgeschäftsstelle in allen Zweifelsfragen in Anspruch zu nehmen ist.

Woher ... wissen Sie das? Was wissen Sie überhaupt?" . x

Jetzt so ziemlich alles, Herr Doktor!" meint Pembroke sehr ernst.Zuerst war es eine bloße Vermutung ... ein Brief Ihres Vaters fiel durch einen Zufall in meine Hand und gab mir zu den­ken. Aber nun ... bin ich gewiß, daß er, nur er her Dieb sein kann. Friedrich Hellmers, mit dem Sie noch am Nachmittage des Mordtages in Dover verhandelt haben!"

Sprachlos starrt Hellmers den Kriminalisten an.

Sie ... Sie wissen auch das?"

Auch das", nicht Pembroke betrübt.Wir haben ouf der Victoria-Station festgestellt, daß Sie eine Fahrkarte aus Dover abgegeben haben. Dem In­jektor aber haben Sie erklärt, Sie seien mit Syrern Wagen in der Gegend herumgefahren. Wol­lin Sie mir nun nicht wenigstens anvertrauen, tr-as Sie bei Ihrem Vater erreicht haben?"

Hellmers ist langsam am Tisch zujommengesun- äten, gräbt den Kopf in beide Hände und stöhnt liise auf. .,

Behutsam tritt Pembroke heran und legt ihm feine Hand auf die Schulter, ganz kameradschaftlich.

Ich kann es ja begreifen, daß das keine Kleinig­keit ist, was ich da von Ihnen verlange. Aber, He» h»r Freund, hier geht es nun einmal nicht um persönliche Dinge, sondern um die Sache, um eine Cache, an bet Sir John Perkins ein Leben lang gearbeitet hat, um eine Sache, der wir uns beide verschworen haben. ,

Erinnern Sie sich noch unseres ersten Zusammen- teffens? Haben wir uns nicht damals die Hanv gegeben?" r, .

Schweigen Sie! Ich bitte nur eines ... schwei­gen Sie, Pembroke!"

Aus der Stadl Gießen.

Unsere Führung weiß, wo uns der Schuh drückt.

Das beglückende Erlebnis der Rede Görings für jeden von uns war die Tatsache, daß wir Satz für Satz hörten: unsere Führung weiß, wo uns der Schuh drückt. Göring rief uns alle zu höchstem, letztem Einsatz auf, er aab uns aber auch die Ge­wißheit, daß dieser Einsatz niemals vergeblich sein wird und daß es niemals mehr wie im Welt­kriege Vorkommen wird, daß Schiebergesindel sich im Opfer des deutschen Volkes mästen kann. Göring zeigte dem deutschen Volk, was der Nationalsozia­lismus unter Volksregierung versteht, daß eine Lolksregierung nämlich nicht im siebenten Himmel rljiont, sondern daß sie mitten im Volke steht, daß sie das Letzte vom Volke verlangt, daß sie aber auch tne Nöte und Sorgen des einzelnen kennt und um

aber hieß Joachim Hellmers. Es wurde geboren, als der gekaufte Vater längst auf dem großen Wasser schwamm. Die unglückliche Mutter starb kurz nach der Geburt das Kind kaiy in ein Waisenhaus weit weg von hier nach Wien.

Einige Jahre hörte man vom Vater nichts. Dann hieß es, er sei in San Franzisko bei einem Streit in einer Hafenbar erschossen worden.

Der Junge aber wuchs heran, für seine Ausbil­dung sorgten Geldsendungen, die von irgendwoher stets pünktlich eintrafen; er wurde Student an der Technischen Hochschule, promovierte zum Doktor, machte sein Jngenieurexamen. Dann arbeitete er praktisch, verlor seine Arbeitsstelle, hatte später seine ersten Erfolge, tüftelte einige wichtige technische Verbesserungen aus, hatte Krach, trieb sich herum, bis er in einer entlegenen Jagdhütte einen Mann traf, der ihn in seine Werke zu sich nahm. Dieser Mann war wie ein Vater zu ihm, wie ein rechter Vater ... ja, das war er ...

Muß ich noch weitererzählen?"

Pembroke blickt in ernstem Schweigen zu Boden. Er ist maßlos überrascht über das, was er da zu hören bekommt. Jetzt hebt er den Kopf:

Sir John Perkins war Ihr wirklicher Vater?"

So ist es. Er hat seine Jugendschuld schwer be­reut und versuchte, wiedergutzumachen. Er war ein stiller Mann geworden über seiner Einsamkeit. Wir haben lange voneinander erzählt ... der Stimme des Blutes kann man nicht gebieten ... wir wußten beide, daß wir einander kannten aber wir haben beide nicht gesprochen von diesem Einen, das uns bewegte bis ins Herz hinein non unserer Liebe zueinander haben wir geschwie­gen. Wir wollten die Vergangenheit schlafen lassen."

Und Sie haben nie daran gedacht, daß Sie doch schließlich der blutsmäßige Erbe Sir Johns sind? Daß niemand außer Ihnen fein wirkliches Kind ift?" e o

Gedacht schon. Aber was interessierte mich das? Ich hänge an meiner Arbeit, nicht am Besitz. Und meinen Arbeitsplatz, den wollte er mir sicherstellen. Er ist nicht mehr dazu gekommen. Er starb zu früh, vielleicht aber auch nicht!" fetzt Hellmer» finster hinzu. _ .

Vielleicht auch nicht? Was wollen Sie damit sagen?"

wurde. Man merkte jedesmal an dem erfrischenden Lachen der Gefolgschaft, wie der Generalfeldmar- jchall die Nägel auf die Köpfe traf.

Wir wollen doch alle aus seiner Rede eine große Lehre ziehen: Jeder von uns kann überzeugt fein - das (jat er ja mit eigenen Ohren gehört, ) unsere Führung durch den Apparat der Partei