Nach
dreistündiger Fahrt hatten die Gießener
Pimpfe (über deren Verabschiedung ausführlich berichteten) chr Ziel, &
es,
in Gießen wir ai> Schmalbach,
vielfach Handwerker, Arbeiter oder Beamte. Die Happel, deren Vorväter in einem der einfttgen „Blankenfteiner" Dörfer lebten und deren Zusammenhang durch eine eingehende Kirchenbucharbeit geklärt ist, beginnen nun, sich ihrer Zusammengehörigkeit bewußt zu werden und sie werden sich zahlreich zum Sippentag einfinden.
Eßt kein ungewaschenes Obst!
'nen Herrn ein bißchen genierlich, weil man doch immer durch unser Wohnzimmer muß."
Vallendar hob den kleinen Zungen hoch, der Mutters Schürze nur ungern losließ. „Na, Steppke, dich kenne ich ja noch gar nicht. Wie heißt du denn?"
„Hans!" erwiderte Frau Preetz, während der Kleine die Reise in die Lüfte mit gemischten Gefühlen genoß. „Setzen Sie sich doch, Herr Vallendar! Kaffee ist noch draußen."
Vallendar kam sich selbst ein wenig komisch vor. Er räusperte sich.
"Wir sind jetzt oft bei Frau Preetz", äußerte Frau Merz, „damit man ein bißchen zugreifen kann, wenn es losgeht."
Die fünfjährige Lotte hatte ihren kleinen Gedächt- dachtniskasten geordnet. „Ich kenne dich doch! Du bist der Onkel, der wo auf dem Pferd geritten ist!"
Vallendar griff in die Tasche. „Der Onkel hat oer- gessen, euch etwas mitzubringen. Aber paßt auf: Jetzt gibt er Mutter was, und dafür kriegt ihr morgen etwas zu knappern!"
„Fünf Mark", stellte Lottchen sachlich und zu- frieden fest.
Die beiden Frauen sahen abwechselnd auf Vallendars Gesicht und abwechselnd auf ihre Kaffeetassen.
„Na Mutter Preetz? Kein bißchen Angst?" Er hatte sich den kleinen Steppke aufs Knie gesetzt.
„Angst?". Frau Preetz blitzte ihn an. „Warum denn? Ist ja das Vierte. Nee, ich freue mich drauf, wenn es erst so weit ist, daß man sich wieder richtig regen kann. Ich trau' mich schon gar nicht mehr auf die Straße, denn ich dpnke immer: Wenn es nur ItlCV unterwegs kommt, und dann ganz schnell ... Und dabei hat mir der Doktor gesagt, ich solle viel spazieren gehen."
„Ist schon besser, Sie bleiben jetzt oben!" Frau Besselmann hüstelt. Ich glaube: Heute nacht oder morgen ... Ist noch ein bißchen Kaffee da?"
Die Wanduhr schlug siebenmal. „Ins Bett!" be- fahl Frau Preetz, die Kanne ergreifend, um sie neu zu füllen.
Die Kinder liefen sofort los. Stolz sah die Mutter ihnen nach.
„Ob Preetz vielleicht heute nicht kommt?" fragte Frau Merz. „Es soll doch da was los fein lno ®Qra9c- Einer soll da gestohlen haben."
Im Kronleuchter brannte nur eine der drei Birnen. Hier also wohnt nun Cbarly? dachte Vallendar. Er erhob sich. Er konnte doch nicht gut länger hier- b!e!?e.n- "Sie meinen, Herr Preetz komme heute vielleicht gar nicht?"
Frau Preetz war mit der gefüllten Kaffeekanne wieder erschienen. „Doch! Kommen tut er besttmmt! Nee, das gibt es ja nicht, daß er den Kindern nicht Gute Nacht sagt ... Wollen Sie bie kleine Rasselbande mal sehen?"
„Aber gern?"
(Fortsetzung folgt)
Ein einziger Blick Vallendars genügte. „Das ist Fräulein Charly Sandner. Aber reden Sie doch! Was ist los mit ihr?"
„Wir wußten bisher gar nicht, wie die junge Dame hieß. Eine Filmschauspielerin wahrscheinlich?"
„Nein, sie ist Modezeichnerin. Wieso kümmert sich die Polizei um Charly?"
„Es liegt eine Anzeige des Herrn Notars Grußen- dorf vor, und der Herr Kriminalrat läßt Sie bitten, Sie möchten uns doch ein wenig unterstützen." Auf diese feine Wendung wurde Krügel richtig stolz.
„Kommen Sie, bitte, mit!" Vallendar fühlte selbst, daß er die Sache ein wenig zu leicht genommen hatte. „Wir gehen in ein Zimmer. Dort kann ich alles ungestört erzählen. Ich habe eine Zeichnung bei mir, die Sie bestimmt interessieren wird."
Der Raum der Dramaturgischen Abteilung war lang, und viele Türen mündeten auf ihn. Der Pförtner der Abteilung, ein älterer Schauspieler, der jetzt die Anmeldung hier besorgte, öffnete Herrn Vallendar gern ein eben unbenütztes Büro. Dort blieb dieser mit dem Kriminalassistenten fast eine Stunde lang allein.
In den Geschäften brannten schon die Lampen, aber ganz unerwartet war es noch einmal hell geworden; die dunkle Wolkendecke war aufgerissen, und nun glühten über Berlin schmale gestaffelte, von der scheidenden Sonne angestrahlte Wolkenbänder.
Ein seltsames und erregendes Zwielicht war es, durch das Vallendar nach Hause fuhr. Er bummelte mit seinem Wagen durch die Stadt. Die roten und blauen Lichter der Reklamen wirkten kalt und starr gegen den Uebergang zur Dunkelheit.
Eigentlich könnte ich Frau Preetz aufsuchen! dachte Vallendar. Preetz hat bis neun Uhr dienstfrei. Er ist bestimmt in seiner Wohnung, und ich muß den neuen Trick für den Film mit ihm besprechen ... Er drehte das Steuerrad. Natürlich kann Charly noch nicht zu Hause sein; ich brauche mich also gar nicht zu belügen — ich fahre nur zu Preetz. Dabei kann ich hören, ob sich in der Garage noch etwas ereignet hat, und ob sie erfahren haben, wer das Polster aufgeschnitten hat. Vielleicht, wenn das Gespräch länger dauerte — vielleicht sähe ich Charly dann doch noch?
In der Straße, wo Preetz wohnte, war es still. Hier standen nur alte Häuser. Ihre Wohnungen waren wohl geräumig und bequem, waren aber nicht mit neuzeitlichen Errungenschaften ausgestattet.
Das Abendrot am Himmel erlosch. Es wurde dunkel. Stärker strahlte das künstliche Licht.
Vallendar stieg die drei Treppen hinauf und klin- ^.erE?l’r' an ber c’n Schild mit dem Namen „preetz befestigt war. Ein wenig beklommen war lym zumute. Er hatte Hemmungen, als ginge er verbotene Wege. Er kam sich wie ein Schuljunge vor, der eine Ausrede suchte 9
r, D'e Tür öffnete sich zaghaft. Ein kleines Mädchen Spatt °lnCn "^blonden Lockenkopf durch den
Oie Gießener Pimpfe im Lager Bad-Schwalbach.
Erster Lagertag. — Zm Kampf um das Leistungszeichen.
„Tag, Lottchen! Kennst du mich noch? Ist Vater zu Hause?"
Mit großen himmelblauen Augen starrte das Kind ihn an. „Mutti — ein fremder Mann!" rief es und lief rasch davon, nachdem es die Tür mit dem Fuße zugeschlagen hatte.
Vallendar lachte in sick hinein. Er horchte auf die Geräusche, die hinter Der verschlossenen Tür zu hören waren. Da war zunächst Frau Preetz' Stimme; sie erkundigte sich, was denn eigentlich los sei. Ob die Zeitung gekommen wäre? Dann ertönte ein un- ruinges Trappeln von Kinderfüßen, die alle der Tür zuzustreben schienen. Und schließlich hörte er das Klappern von Geschirr, als werde in großer Eile alles zusammengeräumt.
Etwa in Höhe feiner Knie härnimrien nun kleine Fauste gegen die Tür. Die Bretter der Diele knarrten, dann wurde endlich geöffnet, und Frau Preetz stand vor ihm. Ein Mädchen von drei Jahren und ein ganz kleiner Junge hingen an ihrer Schürze und starrten mit runden Augen aufwärts.
„Ach, Sie sind's, Herr Vallendar? Kommen Sie doch, bitte, rein! Meine Lotte ist immer so verwirrt. 3a, Preetz wird gleich kommen!" In ausladender Fülle stand Frau Preetz vor ihm. Ihr Gesicht war wohl etwas blaß, aber sie hatte einen frohen Glanz in den Augen.
In der Tür vom Wohnzimmer erschienen die Gestalten zweier Frauen. Sie hielten die Kaffeetassen in den Händen, als seien sie bereit, bei gegebenem Anlaß mit ihnen in die Küche zu flüchten.
„Ich mochte Ihren Mann wegen einer Filmaufnahme sprechen, Frau Preetz. Sie wissen ja: er ist in solchen Dingen mein Gewährsmann."
„Sann spazieren Sie man rein in die jute Stube, Herr Vallendar! Es sieht ja heute nicht so prima aus bei uns. Aber man denkt doch, es gehe jeden Augenblick los ..." Sie lachte herzlich. „Lottchen hat Sie gar nicht wiedererkannt. In dieser Wohnung waren Sie ja auch noch nicht bei uns."
Die beiden Frauen zogen sich in die Wohnstube zurück. Sie stellten ihre Kaffeetassen wieder auf den Tisch. Das war doch Vallendar! Der berühmte Werner Vallendar! Da würde man doch nicht das Feld räumen? Als der Schauspieler das Zimmer betrat, saßen sie würdig auf dem Sofa und hatten die Hände auf dem Schoß verschränkt; ihre Gesichter waren so aufmerksam, als säßen sie in einer Kinovorstellung.
..Herr Vallendar — Frau Merz — Frau Besselmann", stellte Frau Preetz vor.
Die beiden Frauen neigten sanft die Kopfe. Sie gaben sichtliche Mühe, vornehm zu fein.
Vallendar grüßte freundlich. „Nun, wie geht's, Frau Preetz? Haben Sie gut vermietet?"
„Ja, danke — sehr gut Das Balkonzimmer hat em Bankbeamter, und dos andere Vorderzimmer bewohnt ein junges Mädchen. Es ist nämlich für
Auf allen Marktständen häufen sich jetzt die Körbe mit Früchten aus den Gärten. Kirschen gibt es und Stachelbeeren, wie lange wird es dauern, dann werden die ersten Aepfel und Dirnen und wenig später Pflaumen angeboten werden. Die Früchte werden gekauft und aegeffen, denn dazu sind sie ja schließlich da. Will man sie aber mit Genuß und ohne üble Folgen verzehren, kommt es fehr darauf an, wie man sie ißt! Wer ungewaschenes Obst zu sich nimmt, geht immer ein Risiko ein. Auf dem Wege vom Bauern oder vom Strauch bis auf den Derkaussstand werden Früchte immer etwas verschmutzen. Dagegen Hilst nichts, Staub gibt es eben überall. Nicht der Staub an sich ist nun ge-
erlassene Naturschutzverordnung vor, daß die Grundstückseigentümer und die Nutzungsberechtigten be« rechttat sind, in der Zeit vom 15. März bis 15. Auauft in Gärten, Friedhöfen und Parks herumftreichende fremde Katzen unversehrt zu fangen und in Verwahr zu nehmen. In allen Fällen müssen die Tiere aber pfleglich behandelt werden! Die Ortspolizei und der Halter der Katze sind zu benachrichtigen. Sind die Halter nicht zu ermitteln, so werden die Katzen nach Ablauf von vier Tagen auf Anordnung der Ortspolizeibehörde bzw. in Großstädten der unteren Naturschutzbehörden schmerzlos getötet. Wer sich also vor Unannehmlichkeiten schützen will, muß seine Katze auch während der Spätbrut der Vögel unter strenge Aufsicht nehmen!
Es fei aus diesem Anlaß darauf hingewiesen, daß Katzenwürfe bis auf ein Junges sofort schmerzlos getötet werden sollten, und daß das Aussetzen von Katzen auf Grund des Reichstierfchutzgefetzes bestraft wird.
Vorsicht beim Ourchgasen von Wohnungen. Die Reifezeit wird oft zu einer gründlichen Generalreinigung der Wohnung benutzt, auch was die kleinen Störenfriede angeht. Mancher entschließt sich vor dem Reiseantritt zu einer Radikalkur gegen das Ungeziefer, indem er die Wohnung durchgast. Das ist aber keine so einfache Angelegenheit, daß sie jeder Laie aus dem Handgelenk versteht. Beachtenswert ist darum folgende Warnung:
Beim Durchgasen von Wohnräumen gegen Ungeziefer haben die Bewohner oder Hauseigentümer, die die Durchgasung selbst vornahmen, wiederholt die erforderliche Vorsicht außeracht gelassen. Infolge ungenügender oder mangelhafter Abdichtung der Räume mit geeignetem porösem Papier, z. B. Zeitungspapier, drangen die sich entwickelnden Gase in die Nachbarwohnungen ein und brachten deren Bewohner in Gefahr. Teilweise wurden die zur Entwicklung der Gase anzuzündenden Stoffe in ungeeigneten Behältern zur Verbrennung gebracht, so daß Fußboden- ober Zimmerbrände entstanden. Der dadurch angerichtete Schaden war weit größer als die Kosten, die aufzubringen gewesen wären, wenn die Durchgasungen von den darin ausgebildeten und geprüften zoologischen Desinfektoren (Kammerjäger) vorgenommen worden wären. Personen, die Durchgasungen selbst vornehmen und es an der erforderlichen Vorsicht fehlen lassen, werden nicht nur für den verursachten Schaden haftbar gemacht, sondern haben sich unter Umständen auch vor dem Strafrichter zu verantworten.
Gießener Wochenmarttpreise.
* Gießen, 13. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12^, B 12, Wirsing, kg 14 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 23, gelbe Rüben 18, das Bündel 10, rote Rüben, das Bündel 10 bis 15, Römischkohl, % kg 10 bis 15, deutsche Bohnen, grün, 50 bis 55, Erbsen 15 bis 25, italienische Tomaten 22 bis 25, Zwiebeln 14 bis 15, das Bündel 10, Rhabarber, % kg 10 bis 16, Pilze 50, neue Kartoffeln, % kg 9 bis 11 Pf., 5 kg 90 Pf., 50 kg 8 bis 8,50 Mark, Pfirsiche, kg 42 bis 70 Pf., Himbeeren 40 bis 60 Pf., Kirschen 25 bis 45, Stachel- beeren 15 bis 38, Johannisbeeren 20 bis 28, Erdbeeren 40 bis 52, Aprikosen 45 bis 50 Pf., junge Hähne 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salat- gurten 20 bis 50, Einmachgurken 3 bis 8, Ober- kohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen, dm Bündel 8 bis 10 Pf.
*
** Von der Deutschen Lebens-Ret- tungs-Gemeinschaft. Dem stud. med. Kurt Rullmann aus Bad-Nauheim, z. Z. in Gießen, Wetzlarer Weg 51, konnte nach erfolgreicher Prüfung von der Hauptgeschäftsstelle Berlin der Lehr- schein mit goldener Nadel überreicht werden.
** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 30. Juni bis 6. Juli ein: Gegen Krast-
erreicht. 400 Pimpfe — die anderen 400 waren bereits in Station Zollhaus ausgestiegen — traten auf dem Bahnhofsvorplatz der Badestadt an und marschierten strammen Schrittes und mit manchem frischen Lied durch die Straßen des schönen Städtchens, bis hinaus zum Lagerplatz der unweit der Stadt in schöner Landschaft aufgeschlagen war. Die Gießener Pimpfe trafen die Zelte bereits aufgestellt vor. Jeder der jungen Kameraden erhielt noch einen NSV.-Kolter, so daß jeder mit seiner eigenen Schlafdecke zwei warme Decken zur Verfügung hatte. Dann wurde Nachtquartier bezogen.
Fanfarensignal riß am anderen Morgen die stattliche Lagerbesatzung aus dem tiefen Schlaf und wenn den einen oder anderen bas Signal nicht völlig ermunterte, so tat es das frische Waschwasser. Der Morgen des ersten Tages war mit Lagerarbeiten ausgefüllt. Da galt es Regengräben rings um das Zelt auszuheben (wenngleich jeder hoffte, das sie gar nicht nvtwendig werden möchten), da wurde das Stroh in Ordnuna gebracht, da galt es die Waschstelle und die Eßhalle in Ordnung zu bringen und dann gab es das Mittagessen: eine deutsche Gemüsesuppe mit Rindfleisch, der eifrig ^gesprochen wurde und die jedem ausgezeichnet schmeckte. Dann galt eine Stunde der Mittagsruhe als Pflicht.
Der Nachmittag sah dann die Pimpfe beim Dienst i m Gelände. Dort wurde mit der Erfüllung der Bedingungen für das Leistungsabzei-. chen des Jungvolks begonnen. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Zeltbau und bewies, daß die Pimpfe auch ohne die Mithilfe eines Führers ein tadelloses Dreierzelt zu bauen vermögen. Dann wurde — diesmal unter der Anleitung eines Führers — ein Zwölferzelt gebaut. Auch diese Arbeit klappte ausgezeichnet. Unterdessen trieb eine andere Gruppe Geländeansprache, Baumkunde, Kartenlesen und Sport. Und an wieder einer anderen
3u einer unappetitlichen Angelegenheit —, auf der Oberfläche können sich aber die verschieden arti gste n Krankheitserreger niederlassen, und um die geht es! Die Freude am Genuß wird nicht geringer, wenn man wartet, bis man zu Hause ist und die Früchte gewaschen hat! Man sichert sich gleichzeitig vor unangenehmen Überraschungen. Eßt niemals ungewaschenes Obst! Diese Parole müßte für jeden zu einer Selbstverständlichkeit werden!
Schützt die Spätbrut vor Katzen.
Vom Reichstierschutzbund wird uns geschrieben: Noch immer hören wir im schattigen Grün der Bäume und Büsche die Lockrufe besorgten Vogel- eitern, die ihren Nachwuchs betreuen. Es ist die Spätbrut unserer gefieberten Freunde und Helfer! Solange die Jungvögel nicht völlig flügge sind, muß auf die Katzen geachtet werden. Bei der großen Anzahl der gerade in den Städten gehaltenen Katzen und in Anbetracht der beschränkten ungefährdeten Brutmöglichkeiten kann der Grundsatz, daß die Natur selbst Ausgleiche schafft, hier keine Anwendung finden.
Deshalb schreibt auch die vom Reichsforstmeister
U/eiten
Roman von Harald Baumgarten
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35
14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Und wieder wurde die Kunst, die sie beide über alles liebten, die Brücke, auf der sie sich trafen. Und Margit fand den Ausdruck, der alles aufzeigte. „Du lieber, großer Junge!" Und nochmals, fast unhörbar: „Du Junge! Du ewig großer Junge!"
Was galten jetzt Worte? Worte täuschen; sie habey ihr eigenes Leben, sie bilden Begriffe, die in ihnen gefesselt sind ... Vallendar sprach kein Wort. Aber in den Mienen seines schonen Gesichts lag das Verständnis, lag der Schmerz um ihr Wissen, lag sein ganzes Mitgefühl samt dem Bewußtsein der eigenen Machtlosigkeit.
Er muß das Mädchen lieben! dachte Margit. Wie sehr muß er das Mädchen lieben! Er ist ganz verändert ... Sie senkte den Kopf und sah vor sich
Er stand neben ihr. Im Schweigen wanderten beider Gedanken lange nebeneinander her. Grüßten sich und trennten sich. Winkten einander zu und verloren sich endlich — jeder ging feinen eigenen
k9'-r • roar cin wortloser Abschied; aber er war endgültiger, als wenn tausend Worte ihn bekräftigt hatten ... °
Komparsen strömten durch die offene Tür herein Bühnenarbeiter kamen und schleppten Dekorationen Laute Rufe ertönten.
Margit stand auf. „Wir wollen uns die Probeaufnahme ansehen, Werner!"
Als er sich umwandte, um ihr zu folgen, kam der Pförtner der sonst nie sein Tor verließ, hereinge- stürzt. „Kommen Sie doch schnell nach vorn, Herr Vallendar! Da ist einer von der Kriminalpolizei, der sie dringend sprechen will!"
Vallendar rannte los. Seine Füße flogen über die Knupperfteine des Hofes. War Charly etwas zuge- stoßen? Em Unglück —? Atemlos kam er ins Pfortnerhaus. „Mein Name ist Vallendar' Was ist geschehen?"
Der junge Mann in Zivil, der auf einer Bank gesessen hatte, stand auf. „Hier ist mein Ausweis Herr Vallendar! Ich komme von Kriminalrat Graupner ... Nein, nein, es ist nichts geschehen? Können Sie mir sagen, wen dieses Bild darstellt?" Krügel drückte sich ein wenig ungeschickt aus. Er fühlte es selbst; aber daß er mit dem berühmten Werner Vallendar sprach, den er so oft bewundert hatte, machte ihn ein wenig verwirrt.
chen im Gelände zu üben und die Pimpfe hatten dabei Gelegenheit, ihr Können auf geländesportlichem Gebiet vielfältig zu beweisen. Inzwischen war es Abend geworden und unter dem Gesang schöner Marschlieder rückten die Pimpfe wieder in das Lager ein.
Vor dem Abendessen galt es bann noch die Schuhe zu putzen und die Uniform in Ordnung zu bringen. Die guten Pellkartoffeln mit Quark mundeten nach der reichen Bewegung, die der Tag gebracht hatte, zum Abendbrot doppelt gut Dann war noch für jeden Pimpf Gelegenheit gegeben, an Vater und Mutter zu schreiben. Um 21 Uhr erklang der Zapfenstreich, mit dem die Ruhe für diesen Tag geboten wurde.
Und 400 Pimpfe auf Fahrt..,
Während also die Hälfte der Pimpfe des Jungbanns 116 durch das herrliche Ahrtal ins Lager nach Bad Schmalbach zog, fliegen die anderen auf der Station Zollhaus aus und unternahmen von dort aus in grundsätzlich südlicher Richtung (Richtung Bad Schwalbach) die Wanderung auf. Die einzelnen Fahrtengruppen verteilten sich dabei auf großen Raum und streben auf Umwegen ihrem Ziel, Bad Schwalbach, zu.
Schon bisher wurde den Pimpfen manches schone Erlebnis zuteil. So veranstaltete z. B. der Jung- stamm 3/116 (Hungen und Umgebung) in Deisbach und in Breithart Singabende innerhalb der Dorfgemeinschaft und gewann dabei enge Fühlung mit der ländlichen Bevölkerung. Der Jungstamm 4/116 Busecker Tal unternahm in Kettenbach eine hochinteressante Besichtigung. Die Pimpfe besuchten dort die Michelbacher Eisenhütte und bekamen einen gewaltigen Eindruck von einer Stätte der deutschen Eisenverarbeitung. Ein mehr romantisches Erlebnis war dem Jungstamm 5/116 (Butzbach) beschieden. Sie besuchten die aroßartige Ruine Hohenstein über dem Ahrtal und fühlten sich lebhaft zurückversetzt in Zeiten deutscher Vergangenheit und deutscher Ritterherrlichkeit.
Geburtstagsgrüße
unserer 116er an Oberst a. d. Naumann
Zu seinem heutigen 90. ©eburtstaae wurden Oberst a. D. Naumann die Glückwünsche unseres jungen Infanterie-Regimentes 116 durch den Regimentskommandeur Oberst Herr le in persönlich überbracht. Zur Beglückwünschung des Jubilars im Namen der alten 116er und der Offizier-Wohlfahrts- gemeinschaft erschienen Generalmajor a. D. Rudolf Mohr und Oberstleutnant a. D. W e g e l i ebenfalls in der Wohnung des alten Kameraden. In der Zeit von 11.30 bis 12.30 Uhr ehrte und erfreute das Musikkorps unserer 116er unter Leitung von Stabsmusikmeister Krieg den hochverdieten alten Offizier durch ein Ständchen vor seiner Wohnung in der Äepleijtrafje.
Siebzigster Geburtstag eines alten Artilleristen.
Am morgigen Freitag, 14. Juli, begeht der Spar- kafseninspektor i. R. Heinrich Siebert, Frankfurter Straße 31 wohnhaft, in bester körperlicher und geistiger Frische feinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, ein alter Soldat von echtem Schrot und Korn, diente von 1887 bis 1900 bei den Feldartillerie-Regimentern 11 und 47 aktiv und schied als Wachtmeister aus dem Militärdienst aus. Beim Kriegsausbruch stellte er sich in vorbildlicher soldatischer Gesinnung sofort dem Vaterland zur Verfügung; er tat dann in der Kriegszeit als Feldwebelleutnant beim Feldartillerie-Regiment 47 Dienst. Als Spar- faffenbeamter war er bei der Städtischen Sparkasse in Fulda tätig, bis er im Jahre 1929 in den Ruhestand trat und seinen Wohnsitz nach Gießen verlegte. Im Kreise seiner alten Kameraden von der Artillerie, vom Roten Kreuz und vom Reichstreubund wird dem alten Herrn allgemein hohe Wertschätzung dargebracht. Trotz seines hohen Alters betätigt er sich in der Artilleristen-Kameradschast 1895 Gießen noch in eifriger Weise als Schriftführer der Kameradschaft, ebenso stellt er noch im Roten Kreuz seine Mitarbeit zur Verfügung. Auch über den Kreis der alten Soldaten hinaus kann sich der echt deutsche Mann großer Beliebtheit erfreuen. Seine streng soldatische Gesinnung und seine vorbildlichen Charaktereigenschaften sind den jungen Soldaten ein gutes Vorbild. Der Jubilar gehört feit seiner Ueber- siedlung nach Gießen zur treuen Beziehergemeinde des Gießener Anzeigers. Auch wir bringen dem alten Herrn zu seinem 70. Geburtstage unsere herzlichen Glückwünsche dar.
Happel-Sippentag in Gießen.
Bei dem am Sonntag, 16. Juli, in Gießen stattfindenden Happel-Sippentag verdient der im Hinterland beheimatete „D i e d e n s h ä u s e r" Happel- ft a m m besondere Aufmerksamkeit. Die Glieder
Stelle entstanden unter räschen ünd geschickten Händen Kochstellen verschiedener Art und Größe. Um dabei die Bedingungen des Leistungsabzeichens zu erfüllen, galt es, das Waller zum Kochen zu bringen, — auch dies gelang ohne Schwierigkeiten! Die Aufgabe wieder einer anderen Gruppe war
dieser Gruppe innerhalb des Gesamt-Happel-Ver- bandes haben ihre gemeinsame blutmäßige Abstammung bereits nachgewiesen, während dem For- schungsverband sich jeder anschließen kann, der den Namen „Happel" trägt. Der Stammvater der „Die- denshäuser" — Heintz Happell — ist als Einwohner dieses Ortes im ältesten Salbuch von 1586 bereits zu finden. Die Erbleihe des „Weitershofes" dort ist im Marburger Archiv vom Jahre 1597 an — von 8 zu 8 Jahren erneuert —, bis der Hof zu eigen wurde, durch über drei Jahrhunderte im Besitz derselben Happel-Familie zu verfolgen. Gleichzeitig bietet die Geschichte dieser Happel-Sippe ein gutes Bild davon, wie aus der Urheimat eines bäuerlichen Stammhofes heraus die ganze Umgegend desselben mit tüchtigen Bauerngeschlechtern besiedelt wird. Abkömmlinge dieses Stammhofes saßen seit der Mitte des 17. Jahrhundert in Kelnbach, Bellnhausen, Römershausen, Erdhausen, Weidenhaufen, wie überhaupt fast in allen Dörfern des früheren Amtes Blankenstein und darüber hinaus auf angesehenen Bauernhöfen. Als Schöffen, Schultheißen, Kirchen- fenioren und Kastenmeister vertraten sie die Ge- _____ ________ ____v. ... ________ r„, _____
meinben. Nachgeborene Söhne der Höfe wurden * fährlich — der macht den Genuß der Frucht nur
Ueberall, so hören wir, ist die Stimmung d er Pimpfe ganz ausgezeichnet. Das Wetter hat sich in den vergangenen zwei Tagen gut an» gelassen. An der Verpflegung mangelt es auch nicht, Aufgabe wieder einer anderen Gruppe war und die Bewegung in der frischen Luft, in Wald und Meldungen zu erstatten, tarnen und anschlei-1 Feld, ist keinem zum Schaden.


