aus den
an
der
wie als Stand ein Minderwertigkeitsgefühl nicht kennt, kann in völliger Freiheit dem anderen helfen, seine Freiheit zu erhalten. Das sind Gedanken, die in anderer Formulierung schon vor 50 Jahren bet dem ersten Versuch der Zusammenarbeit ^n^Land-
Es ist nicht etwa so, daß die Beratungen der Landleute der Welt sich auf Wirtschaftsfragen und auf technische Dinge beschränken. Selbstverständltch spielt das eine wesentliche Rolle. Mer nach dem Sprachgebrauch, der heute üblich ist, hat sich die Landwirtschaft bei chren zwischenvölkischen Zusammenkünften stets darum bemüht, die heute wieder fast überall in der Welt in Erscheinung tretende Unterbewertung der Landwirtschaft und der Landarbeit zu beseitigen bzw. nicht wieder aufkommen zu lassen, um die Landbevölkerung nicht in ihren biologischen, politischen und sozialen Aufgaben zu schwächen. Bei dem Dresdner Kongreß haben diese ideellen Fragen so stark tm Vordergrund gestanden und auch bei jeder nüchternen und sachlichen Berichterstattung mitgeschwungen, daß dadurch eigentlich der Charakter dieser Zusammenkunft der führenden Repräsentanten der Landwirtschaft aus 55 Staaten geprägt worden ist. Don der ersten Stunde des Kongresses an ist das Wort des deutschen Reichsbauernführers, Reichs- ernährungsminrster R. Walter D a r r ö, von „Blut und Boden" immer wieder gebraucht morden. Es ist so, wie es der welterfahrene Präsident des Internationalen Verbandes der Landwirtschaft, Marquis de D o g uä (Paris), in einer Tischrede ausgesprochen hat, daß nämlich die Landleute in aller Welt die gleiche Sprache sprechen und sich von vornherein auch über die Grenzen der Staaten und der Kontinente hinweg erstehen, weil sie auf der einen Seite die gleichen Sorgen und Aufgaben haben, auf der anderen Seite aber auch im gleichen Maße von Stolz auf ihre Leistung und auf die lebensgeseßliche Bedeutung der Landleute für den Bestand oller Völker erfüllt sind. Landvolk in aller Welt kennt aus der Verbundenheit mit dem heimatlichen Boden und aus der Bereitschaft zu feinfer Verteidigung gegen jede Gefahr von innen und außen die eigene Art. Es weiß, daß die Arbeit des Landes nur im Frieden fruchtbar werden kann, zumal jeder Krieg zunächst und am schwersten die Landwirtschaft trifft. Wer sich so seiner selbst bewußt ist und den Segen des Friedens aus der täglichen Verbundenheit mit der Natur kennt, ist auch dazu bereit, die eigene Art der anderen anzuerkennen. Das aber ist die wichtigste Voraussetzung für die Erhaltung des Friedens. Solche Erfahrungen, die sich auch hier in der praktischen Kongreßarbeit ausgedrückt haben, sind ein neuer Beweis dafür, daß gerade der Nationalist, der kompromißlos auf den Rechten seines Volkes besteht, am ehesten dazu in der Lage ist, mit dem Vertreter eines anderen Volkes zu einer
Bauerntum, Adel der Völker.
Zum Abschluß des Internationalen Landwirtschastskongreffes.
Don unserem I.M.-Sonderberichterstatter.
Glückliche Insel.
Don Hans Friedrich Blunck.
Das Wasser schlägt schmutzig und schaumig die Sandränder der Heinen Anhöhe, aus die sich
Bauer gerettet hat. Nach Westen hinüber liegt in grauer Weite die See, vom Sturm rauh über* kämmt, noch weiterhin sieht man den schwarzen Strich des Deiches, den das Hochwasser brach und der in der Mitte, deutlich erkennbar, die Flut wie über eine Schwelle einströmen läßt.
Krüppelige Fohren heben sich auf dem Sand. Auch gut, denkt OfteMng, sie verhelfen mir zu einer zweiten Mannshöhe, wenn es ernst wird. Vorläufig ist er zufrieden, daß er auf die alte Düne geriet, die wer weiß vor wieviel Jahrtausenden am Marschrand zusammenwehte — damals mag hier einmal die Kante zwischen Strom und Land gelegen haben. Osterding sieht sich um; die Höfe, die sein Blick erreicht, liegen ruhig auf grauen Wurten, an einigen Stellen treibt man noch das Vieh unter Dach. Die Menschen waren rechtzeitig gewarnt; allzuviel Schaden wird die Flut nicht anrichten.
Nur chn hätte es beinahe gepackt. Als er weit abseits beim Neuzimmern der Brückengitter war, hat ihn der Damrnbruch überrascht und vom Heimweg abgeschnitten. Gut, daß er von der Sondhöhe wußte! Man wird chn bald holen.
Dresden, Juni 1939.
Der XVIII. Internationale Lanüwirtschaftskongreß, der in Dresden zu Ende gegangen ist, kann m der Geschichte der internationalen Zusammenarbeit einen besonders hervorragenden Platz beanspruchen. Das gilt nicht nur für die zw i s che nsi a a tl i ch e Verständigung des landwirtschaftlichen Beruis- tandes der verschiedenen Nationen, sondern überhaupt für die vielen Versuche, zwischen den Volkern zu einer ehrlichen und dauerhaften Verständigung zu kommen und damit dem Frieden der Welt zu dienen. In 50 Jahren des Erfahrungsaustausche und der gegenseitigen Hilfe haben die Vertreter der Landwirtschaft aus aller Welt' zum Nutzen der de- teiligten Länder und damit auch zum Nutzen der Menschheit überhaupt eine praktische Arbeit geleistet, die in der breiteren Öffentlichkeit wenig bekannt geworden ist, die aber nun eine Form gefunden hat die es erforderlich macht, sich mit den politischen und kulturpolitischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, ernsthaft zu beschäftigen.
Oie Beisetzung des Opfers von Kladno
Leipzig, 12. Juni. (DNB) Das Opfer des noch ungesühnten Meuchelmordes von Kladno, der 32 Jahre alte Polizeihauptwachtmeister Kniest, wurde in seiner Heimatstadt Leipzig zu Grabe getragen. Der Sarg war mit der Hakenkreuzflagge bedeckt. Kameraden in Paradeuniform hielten die Totenwache. Nach der Einsegnung der Leiche durch den Geistlichen legte Regierungspräsident Teichmann für Reichsminister Dr. Frick einen Kranz nieder. Polizeipräsident Stollberg gedachte mit ehrenden Worten des toten Kameraden. Oberst der Schutzpolizei Basset überbrachte den Kranz des Reichsprotektors. Vor der Leichenhalle empfing der Ehrenzug der Schutzpolizei den toten Kameraden mit präsentiertem Gewehr. Am Grabe legte der Inspekteur der Ordnungspolizei in Sachsen, Oberst O e lh a f e n , im Auftrage des Generals Daluege einen Kranz nieder-_____________
sicht auf den fünften Erdteil zu konstruieren, dessen leerer Raum zwar anziehend wirkt, für Japan aber praktisch nicht erreichbar ist.
Die Expansion Japans ift, wie nicht scharf genug beachtet werden kann, ausschließlich auf den chinesischen Raum als Rohstoff- und Absatzgebiet gerichtet, unter sorgfältiger Beschränkung auf die konzentrierte und gesicherte Seestellung, die es jetzt inne hat. Jede Diversion n a ch Süden — Philippinen, Sunda-Jnseln, Südsee, Australien — wenn auch von der japanischen Marine lange befürwortet, wäre eine unverständliche Schwächung und ist hinter diesem gigantischen Plan, der alle Kräfte des Jnselreichs in Ansvruch nehmen muß, zurückgetreten, der Siedkungsplan also hinter dem der industriell-wirtschaftlichen Beherrschung eines mächtigen Raumes. Hiervon ist auszugehen und die Erwartung eines Angriffs auf Australien ,/in den allernächsten Jahren" ein Hirngespinst. Für die wehrpolitische Gesamtlage vollzieht sich melntehr nur folgendes: Die Aufrüstung des britischen Weltreich will dieses in der Nordsee, tm Mittelmeer und in Ostasien derart sichern, daß der angestrebte Kräfteüberschuß an See- und Luststreitkräften ohne Schwächung einer dieser Stellungen nach Belieben verschoben werden kann, und zwar zu Angriffszwecken dorthin, wo es möglich erscheint, der drohenden Umschichtung der planetarischen Raumverteilung zu begegnen. Darin ist man s i ch m i t Amerika einig, öas sich unaufhaltsam über den Stillen Ozean und die Sudsee hinweg gegen Japan vorarbeitet. Kamps um Lebensraum und Widerstand dagegen ist eben das maßgebliche Signum dieses Jahrhunderts.
Strang nimmt mit Polen Fühlung
Große Nervosität
auf dem Warschauer Geldmarkt.
Warschau, 13. Juni (DNB. Funkspruch). Montagabend traf, von London kommend, der Chef per Mitteleuropäischen Abteilung im Foreign Office, Strang, mit dem Flugzeug in Warschau em, wo er mit maßgeblichen polnischen Kreisen Fühlung genommen hat. Strang reift heute früh nach Moskau weiter.
Eine polnischeFinanzabordnung wird, wie verschiedene Londoner Blätter melden, in naher Zukunst nach London kommen, um dort mit der britischen Regierung über Kreditangelegen, heiten zu verhandeln. Die Abordnung wird unter Führung des ehemaligen polnischen Finanzmimsters K o c stehen. „Times" schreibt, daß über Kredite sürdenAnkaufvon, schweren Bombern und anderem Rüstungsmaterial, den Ankauf von Maschinen für die Rüstungsindustrie und Kredite für den polnischen Export verhandelt werde. 1
.Furjer Poranny" stellt fest, daß auf dem Finanz- markt „Zeichen eines nervösen F.iebers zu notieren" feien und beklagt es, daß selbst Wechsel, die mit dem Giro der reichsten Jndustriefirmen versehen sind, auf der Lodzer Börse nicht diskontiert würden, so daß infolgedessen in mehreren bedeutenden Produkttonszweigen ein Stillstand eingetreten sei. Die „Nervosität einer Gruppe des Volkes" mache sich nicht nur in der SammlungvonLebens- mittelvorräten bemerkbar, sondern auch in der von Banknoten bei gleichzeiter Realisierung der Wertpapiere. Schließlich seien die Kurse für Staats p a pier e auf den polnischen Börsen weiter ganz erheblich gesunken.
Gegen Ordnung und Frieden.
Englands und Frankreichs „weitzerKrieg".
Rom, 12. Juni. (Europapreß.) Der Herausgeber des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" Gay da erklärt, die Einkreisungspolittker seien gezwungen, ihre wahren Ziele mit dem Mantel der Unschuld und Harmlosigkeit zu verdecken,' weniger um Italien und Deutschland zu überzeugen, als vielmehr um die kleinen Staaten für ihren Block einzufangen. Der „weiße Krieg" gegen die Achsenmächte von dem Mussolini in Turin gesprochen habe, werde von der französisch-englischen Bankenkoalition bereits eifrig auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet geführt. Ferner gehe Frank-
leuten auf internationaler Basis geäußert worden sind. Sie werden aber erst jetzt so klar unü^ eindeutig ausgesprochen. Es war mehr als die Höflich, feit des wohlerzogenen Menschen, daß man immer wieder in ofsiziellen Vorträgen, in Reden bei gesell- schafklichen Veranstaltungen und in persönlichen Gesprächen die Wertschätzung der grunbleg€nbcn lebenswichtigen Gedanken Darrös über die Dedeu- tung des Landvolkes unterstrichen hat. Es ist tatsächlich so, daß man bei der Landwirtschaft in aller Welt diese Klarstellung der weit über die Wirt- schastsarbeit und Ernährungssicherung hinausgehen- den Funktionen des Landvolkes als eine Erlösung empfindet, als die endlich erreichte Fassung der Gedanken, für die bisher der stolze Ausdruck gefehlt hatte. Ist auch das Gesicht der Landwirtschaft und der Landbevölkerung von Staat zu Staat ver- chieben, so empfinden sie doch alle als gemeinsam die Bindung in Blut und Boden. Landvolk fühlt ich überall als der Garant der Stabitttät und der Sicherheit des Staates. Landvolk rft der Träger des völkischen Bestandes und Wachstums, aber auch der kraftvollen Beharriichkeit. So hat die allgemeine Meinung ihren Ausdruck in der stolzen Würdigung des Wortes „Blut und Boden" durch Marquis d« Doguö, den Träger eines alten französischen Mels- namens, gefunden, daß das Bauerntum der Adel der Völker ist.
Man wird daran erinnert, wie einst in der Ritterherrlich Leit des Mittelalters das ritte rlidye Wesen auf der selbstverständlichen Grundlage der eige- neu Dolksherkunst eine brüderliche Bindung zwischen den Rittern aus allen Gebieten des damaligen Kulturbereiches dargestellt hat. Nicht etwa nur ine Kreuzzüge haben durch die gemeinsame Aufgabe die Zusammenarbeit auf gleicher Basis gefördert, sondern ebenso schr auch diese Einheitlichkeit in der Auffassung von der eigenen Art. So könnte man meinen, daß dieses Adelsgefühl des Landvolks von heute den Weg für einen Ausgleich und für die Erfüllung einer großen gemeinsamen Aufgabe eröffnet. Diese Aufgabe aber heißt im Sinne der Dresdener Kongreßarbeit: Dienst am Frieden durch gegenseitige Förderung.
Die Schlußsitzung.
Dresden, 12. Juni. (DNB.) Die Arbeit des XVIII. Internationalen Landwirtschaftskongresses sand nach 6 Tagen am Montag ihren Abschluß. Es wurden 2 4 Resolutionen verlesen, die in der Schlußsitzung einstimmig angenommen wurden. Der Präsident des Kongresses, Marquis d e D o guö, betonte in feiner Schlußanfprache, daß der Kongreß in jeder Hinsicht zur vollsten Zufriedenheit verlaufen fei. „Wenn wir die Organisation", so fuhr Marquis de Voguö fort, „die unter der Initiative von Reichsminister D a r r 6 in Deutschland vollbracht wurde, bewundern, so schließen wir uns seinen Glückwünschen und Hoffnungen für die Zukunft der Völker voll und ganz an." — Dr. Ba- raba, Sektionschef im italienischen Korporaüons- Ministerium, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der nächste internationale Landwirtschaftston- greß inRom stattfindet. — Der Führer der niederländischen Delegation Ridder van Rappard erkannte die Notwendigkeit des deutschen Exports voll an und befürwortete einen Austausch der landwirtschaftlichen Erzeugnisse Hollands und der Jndu- strieerzeugnisse Deutschlands. Im Namen aller Kongreßteilnehmer dankte der Delegierte Norwegens, F j e l st a d , dem Präsidenten Marquis de Dogite, dessen Verdienste um die Landwirtschaft in aller Welt anerkannt würden. Sodann schloß Marquis de Vogui den Kongreß. ______________ __
Zeitschriften.
- Die Juni-Folge von „W eftermanns M o - natsheften" bringt neben zwei aktuellen politischen Themen, „Der Nebel von London" von Otto E. Geyer und „Die großen Fragen der Gegenwart und die Weftmächte", wieder eine reiche Auswahl von Kurzgeschichten, Bildberichten und Kunstdruck- beilagen. Besonders hervorgehoben seien ein Aufsatz über Stephan Ludwig Roth und die „Reise durch die Karpathen-Ukraine", die sich durch viele, Aum Teil mehrfarbigen Bildern auszeichnen. Der eben* falls bebilderte Bericht über das Haus des finnischen Sports dürfte nicht nur für jeden Sportler, sondern im Hinblick auf die kommende Olympiade in Finnland auch allgemein von Interesse sein. Das Schlußwort zu der Umfrage „Braucht der Film den Dichter?", die Aufsätze „Die unbekannte Geschichte des Freikorps", „Begegnung mit Jungtieren , „Taucher in Not", „Gymnastik der Kleinem und die Erzählung ,Die Reise nach Amerika" von Carl Emil Uphoff runden den Inhalt ab und bieten jedem für
das Grundwasser steigt und hat einen verteufelt schlechten Geschmack. Reineke übersieht den Nach- barn; was soll ein Mann ohne Hund und Büchse einen Fuchs anhaben? Er hat andere Sorgen. Die Fähe folgt dicht hinter ihm auf. Sie hat einen Welpen im Fang — dafür ist's Mitte Mai — legt ihn nieder und kommt mit einem zweiten und gar noch mit einem dritten. Den dritten trägt sie gleich orgenb zur Höhe und setzt ihn unbekümmert neben Reister Lampe nieder, der auch in dieser sonderbaren Stunde nicht Furcht, nicht Erstaunen kennt. Dann holt sie die beiden anderen und meint wohl, der neue Freund werde inzwischen für ihre Welpen sorgen. Der hoppelt wirklich näher, schnuppert ein wenig an dem halbblinden Ding und ist zufrieden mit dieser neuen Welt, in der ein jeder dem nächsten das Leben gönnt. Er will's nicht anders halten.
Ofterding zieht die Stirn kraus, er muß lachen. Soll er vielleicht mit der ganzen Gesellschaft in den Baum? Er wirft einen prüfenden Blick in das steigende Wasser. Reineke und seine Fähe können schwimmen, oh, die schwimmen eine halbe Meile und gehen zum Mäuseln, ohne sich den Pelz zu schütteln. Die Welpen wird der Herr mitnehmen und Meister Lampe und — ja, jetzt zeigt sich's, daß eben um dte »Ecke aus Klaas Sputter wohnte — Sputter heißen die Kaninchen hier am Geestrand. Sputters juckeln ganz friedlich um die Ecke, Bock und Häsin, und halten's wie selbstverständlich mit
polnischer Zollinspektor im Dienst der Spionage.
Danzig, 12.Juni. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: In der Nacht zum 10. Juni hat der polnische Zollinspektor Lipinski versucht, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, wie die Behauptung, er sei ehemaliger deutscher Reserveoffizier, eimge Teilnehmer der SA.-Gruppenwettkämpfe zu land es- verräterischen Aeußerungen zu veran- lassen. Ferner hat Lipinski den Versuch gemacht, zwei SA.-Männer in hinterhältiger Weise tm Auto über b i e Grenze zu schaffen. Da diese Versuche vergeblich waren, hat er sich zu b e - leidigendenAeutzerunyen gegen den Führer und Tätlichkeiten gegen die SA -Männer zu- chulden kommen lassen. Die SA.-Männer setzten ich zur Wehr und verständigten die Polizei. Ein gerichtliches Verfahren wegen Menschenraubes und Vergehens nach § 130, Absatz 2, des StGB, sowie wegen Pahvergchens ist gegen Lipinski eingeleitet worden. Die Danziger Regierung hat ferner bei der diplomatischen Vertretung Polens energisch Protest eingelegt.
Wie der „Vorposten" meldet, hat Lipinski bei der Vernehmung angegeben, er stehe als polnischer Zollinspektor im Dienst d e r polnischen Spio- nageabteilung und habe die Aufgabe gehabt, zwei SA.- Männer auf schnell st em Wege nach Gdingen zu bringen. Lipinski hatte sich an die SA.-Männer herangemacht, von denen er annahm, daß sie aus Ostpreußen stammten und mit den Danzig-polnischen Grenzverhältnissen nicht Bescheid wußten. Als Lipinski nun die SA.-Männer einlud, eine Autofahrt zu unternehmen, da er ihnen auch Gdingen zeigen wollte, ging den Danziger SA.-Männern ein Licht auf. Sie nahmen an der Fahrt teil. Als Lipinski vertraulicher wurde und schließlich in unflätiger Weise selbst über den Führer zu schimpfen begann, handelten die SA.-Männer. Sie fanden bei dem angeblichen ,-deutscken Oberleutnant", als welcher sich Lipinski ausgegeben hatte, polnische Papiere und entlarvten so den polnischen Zollinspektor. Auf seiner Flucht in den nahen Fichtenwald bei Bohnsack gelang es der Polizei, seiner habhaft zu werden.
Oer Graben.
Anekdote von Wilhelm Schäfer.
Wir entnehmen diese neue Anekdote mit Erlaubnis der Schriftleitung der Zeitschrift „Das Innere Reich".
Einmal bei der Besichtigung eines Husaren-Regi- mente richtete ein gestürztes Pferd solch eine Unordnung an, daß der betreffende Zug übel an dem König vorüberkam. Der Alte Fritz hob den Krückstock und ritt auf den Schuldigen los, wie er meinte, seinen Zorn, an ihm auszulassen; der Leutnant aber, die Gefahr erkennend, riß sein Pferd herum und enttarn dem drohenden Krückstock des Königs, so wild der hinter ihm hersetzte.
Weil die Flucht und Verfolgung sich auf bem sandigen Exerzierplatz abspielte, hätte der Leutna^ sich doch zuletzt dem König stellen müssen. Er tot dies aber nicht, sondern als er zum dritten an dem sumpfigen Randgraben hinjagte, nahm die Biegung scharf nach rechts und setzte hinüber, sich in den Kiefernwald dahinter zu retten; denn der König, an die Stelle gekommen, war nicht mehr zornig genug, den tollkühnen Sprung über das schwarze Sumpfwasser zu wagen.
Anderntags überbrachte der Oberst dem Alten Fritz das Abschiedsgesuch des Leutnants Pohl, der sich nur durch die tolle Flucht vor dem Krückstock gerettet hatte. Der Oberst, nach feiner Führung befragt, mußte dem König zugeben, daß der Leutnant sich im Krieg vom gemeinen Soldaten durch feint Tapferkeit heraufgearbeitet habe und tadellos halte. Auch an dem Mißgeschick träfe ihn keinerlei Schuld
Retten kann er in Dretteufelsnamen!, aber er hat auf dem Exerzierplatz zu bleiben!, brummte der Alte Fritz und gab dem Oberst das zerrissene Gesuch in die Hände zurück. Mer zum Nachmittag befahl er das Regiment auf denselben Exerzierplatz. Uno als die Staffeln der roten Schwadron dastanden, den Befehl des Königs zu erwarten, ritt er Schritt auf den Leutnant zrr. den er an feinem schwarzen Schnauzbart wiedererkannte.
Ist er der Leutnant Pohl? fragte er streng ujJ spähte in die Husaren hinein; aber er sah kem schadenfrohes Gesicht. Und als der Leutnant, ott Ungnade des Königs tapferer als gestern den Krua'' stock erwartend, mit einem strammen: Zu Befehl.- Ew. Majestät! salutierte, fügte der Alte Fritz bei" läufig hinzu: Dann gratuliere ich Ihm zum Rin- meffter! Ich wollte es Ihm schon gestern mitteilen- laber ich kam nicht über den Graden!
Osterding muß leise vor sich hin lachen. Ein Hase sitzt ihm Heidebusch, macht einen Kegel, starrt den Mann an, läßt einen Löffel vorüberklappen und rührt sich nicht. Es ist, als wüßte er, daß Tiere und Menschen heute unter gleichem Los stehen und daß es wenig Nutzen hat, hier auf Flucht und Furcht bedacht zu sein. Er scheint fast neugierig zu erkunden, wie sich solch langer Kerl in der Wassers- not verhält, vielleicht will er es den Seinen weiter- erzählen? Sein Blick, fast ein wenig listig, ist groß und erstaunt auf den Fremden gerichtet. „Nun ja", knurrt der, „wenn nötig, hol ich sich in den Baum!" Der andere versteht, er tut sich beruhigt nieder, schnuppert ein wenig an den Maiaräsern und kümmert sich nicht weiter um die Flut noch um den Fremden, der heut Nachbar oder Gesell ist.
Ob er hält, wenn ich auf chn zugehe, denkt Oster- ding, aber ihm ist, als dürfe er den Frieden dieses kleinen Eilands nicht stören. Auf einmal nämlich — eben hat der Bauer erst die Röhre entdeckt — taucht ein listiges rotes Gesicht auf; Meister Reineke ist es nicht recht geheuer. Der alte Dachsbau, m dem er Weib und Kind unterbrachte, geht bergab,
dem Frieden. Die Fähe läuft sie beinahe um, so eilig hat sie's, ihr fiel eben ein, daß sie doch vier Welpen gehabt hat. An alles muß man denken, wenn man einen Mann hat, der sich um nichts kümmert.
freien und ehrlichen Verständigung zu kommen.
Bei dieser Einstellung fallen auch die Hemmungen, die fönst so ost der Förderung der Arbeit anderer Nationen durch die Uebermittlung der eigenen Erfahrungen entgegenstehen. Wer von dem Stolz auf die eigene Art erfüllt ist und als Volk Truthenne, die am Moorrand brütete, war eines Tages, als schon die Jungen schlüpften, nur noch ein Haufe Federn nach. O du Gierhals, der du mir gegenüber so fromm tust — sah ich dich nicht, wie du deinen Bruder würgtest, als er die Schrote in den Hinterläufen hatte? Willst du mich verhexen mit deiner falschen Frommheit? Bin ich so dumm wie der Hase, der kaum Witterung vom Welpen nimmt, vom Jungfuchs, der ihn im nächsten Jahr reißen wird?
Aber während Osterding es zornig überbenft und die Hacke, mit der er zu Feld wollte, leise näher zieht, überkommt ihn doch jenes Gefühl des Burgfriedens aller Lebenden vor der Wassersnot. Er eufzt — und, sonderbar, auch der Fuchs seufzt, es ist deutlich zu hören. Und der Mann erhebt sich, stapft, ohne daß eins der Tiere sich rührt, zum Buckel des Sandes, hält Ausschau über das graue Wasser, das jetzt auch den Fuß seines Hofes bald erreichen wird, und ist ohne Zorn und ohne jede Lust am Fang, die jedem Menschen eingeboren ist.
Unterm Himmel reißen die Wolken, grau, regenvoll. In der Ferne sinkt der dunkle Strich des Deichs in die Flut, und weichin ist Nichts als eine Reihe kleiner Buckel, die sandigen Brocken einer Düne, die heute noch einmal Mensch und Tiere zum Frieden rufen — bis die Flut verströmt.
reich in Tunis und Algerien gegen die ita- lienischen Staatsangehörigen nach einem bestimmten Plane vor. Die von England und Frankreich garantierten Kleinstaaten gerieten unter Verlust eines Teils ihrer Unabhängigkeit und Souveränität unter die Kontrolle, wenn nicht gar unter die direkte Herrschaft der beiden Demokratien. Daraus ergebe ich, daß die Einkreisungspolitik zwar den Interessen Frankreichs und Englands, nicht aber denen der garantierten Staaten und noch weniger denen des Friedens diene. Weiter suche die französische Hetze gegen Italien Haß und Verachtung zu erwecken in der Absicht, aufs neue eine Krlegsstim- mung und den W i d e r st a n d g e g e n i e d e Au s- sprache zu erzeugen, die Chamberlain und Lord Halifax angeblich so sehr am Herzen liege Auch die polnische Presse schließe sich neuerdings der ranzösischen Hetze gegen Italien an, offenbar um hre Knechtschaft und ihre Verwirrung zu beweisen. So bilde die durch nichts zu rechtfertigende Emkrei- ungspolitik der verhängnisvollen Sprengkörper ge- jen die Ordnung und den Frieden Europas.
Reineke hat wirklich keine Zett für sie, er stellt Betrachtungen an. Er hat sich unfern des Menschen platt auf den Bauch gelegt und blinzelt den Fremden an. Recht so, Nickt Ofterding und tut ein gleiches, noch haben sie Raum genug auf der kleinen Insel. Er muß sogar lächeln über den Ernst, mit dem der andere frine Weisheit sammelt. Warft du's vielleicht, denkt er luftig, den ich einst bei Vaters Birnen fand, der sich so vollgefressen hatte, daß er dem Jungen kaum aus dem Wege ging? Oder warst du es, dem ich zusah, wie er sich tofftellte, so daß die Krähen ihn stech umschrien, bis er jäh auf« sprang und eine im Fang hatte? Osterding über, legt weiter. Einen klagenden Fuchs traf er einst im bitteren Winter, der schrie so jämmerlich, als sollte ein guter Geist ihn hören, und war so elend und verfroren, daß er keine Augen für den Feind im Knick hatte. Was man mit diesen Rotröcken einige stille Stunden lesenswerten Stoff erlebt — jetzt gerät der Bauer in Zorn. Ja, rote verschiedensten Gebieten.
oft fehlte Mutter das beste Legehuhn, und von der» .


