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Dienstag, 13. Juni 1939

r. 135 Erstes Blati

189. Jahrgang

geht zurück auf die strategische Rundreise non Sir

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Kritik der Lords an Englands Außenpolitik

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'aubt man, daß die Bildung entralregierung in den

Conbon, 13. Juni. (DRV.Funkspruch.) Falls nicht in letzter Minute eine (Einigung zwischen Ja­pan unb Großbritannien erzielt werben kann, wirb bie britische unb französische Riederlassung i n Tientsin vom morgigen Mittwoch an von Ja­pan blockiert werben. Die Japaner forbern bie Auslieferung van vier verbächtigen Chinesen, während sich bie (Engtänber bisher geweigert haben, biefe auszuliefern, angeblich, weil von Japan feine Beweise für bie Schuld biefer Chinesen erbracht worben sei.Times" erklärt, baß zwischen ber britischen Regierung unb ben diploma­tischen Vertretern Englands im Fernen Osten in ben letzten Tagen ein reger Telegramm wechsel ftattge- funben hat, in ber Hoffnung, baß man in ber letzten Minute boch noch eine Kompromißformel finben möge. Bisher beharrten bie Japaner jeboch auf ber Auslieferung ber Chinesen.Rews Lhro- nide meint, es bestehe noch eine gewisse Aussicht, einen Abbruch ber Verhanblungen zu vermeiden, wenn man sich darüber einigen würbe, baß eine britisch-japanische Kommission gemein- sam bie Schuld ber Chinesen prüfen sollte. Sollte bie japanische Regierung sich aber nicht barauf ein­lassen, bann sei es sehr gut möglich, baß eine höchst ernste Krise im Fernen 0 ff en entstehe.

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Pfund wird die Regierung voraussichtlich z u n a ch st 38 0 Millionen Pfund beanspruchen, die auf Grund des laufenden Haushaltsjahres ohne Mehrbelastung des Steuerzahlers aufgebracht wer­den sollen.

besetzten Gebieten unter Leitung Wang Sching-weis folgen würde.

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nanznnnisterium nach Nordamerika reisen und Finanzminister ihm erst folgen werden, wenn die Verhandlungen günstig anließen. Kurz vor

sichten der noch für diesen Monat erwarteten neuen Rüstungsanleihe der Regierung in der City geringer erscheinen. Man rechnet mit der Verschie­bung des Auflagetermins auf Juli, lieber die vor­aussichtliche höhe der neuen Anleihe ist noch nichts bekannt. Die Notwendigkeit einer neuen Anleihe er­gibt sich daraus, daß die bisher auf Grund der be­sonderen Ermächtigung des Unterhauses aufgelegten 180 Millionen Pfund Sterling nahezu er«

Einleitung dieser Verhandlungen aber wird die ame­rikanische Welt mit der Nachricht überrascht, daß die chilenische Regierung ein altes, bereits 1931 vor­gesehenes auslandfeindliches Petroleumgesetz durchführen wolle, durch das ein staatliches Vertei­lungsmonopol für Erdöl geschaffen und die Konzes­sionen der bisher in Chile tätigen ausländische Erdölgesellschaften gekündigt werden sollen. Es heißt, daß die Westindian Oil Cy., Standard Oil und Shell-Mex., bereits ihren chilenischen Angestellten gekündigt haben. Es kann also kein Zweifel sein, daß die chilenischen Finanzverhandlungen in Neu- york unter keinem guten Stern stehen werden.

Schlechte Aussichten für englische Rüstungsanleihe.

London, 11. Juni. (Europapreß.) Das uner­wartet schlechte Zeichnungsergebnis der australi­schen Sechs-Millionen-Pfund-Anleihe läßt die Aus-

Die japanische presse fordert schärfere Maßnahmen.

Tokio, 13. Juni. (DNB. Funkspruch. Ostasien« dienst.) Der größte Tell der japanischen Morgen- blätter fordert schärfere Maßnahmen gegen die britischen und französischen Niederlassungen in Kiensin, da es sich bisher lediglich um eine Ver­kehrskontrolle handele. Als eine wirkungsvolle Maß­nahme bezeichnet das BlattHosschi Schimbun" die Unterbrechung der Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie die Sperrung der Lebensmittelzufuhr. Die Zeitung ,Ko- kumin Schimbun" meint, daß eine Lösung der inter­nationalen Sonderrechte nur mit der Errichtung einer neuen Z e n t r a l r e g i e r u n g gefunden

Das schlechte Zeichnungsergebnis der australischen Anleihe, das auch im Schatzamt stark enttäuscht hat, wird in City-Kreisen, abgesehen von einer allgemei­nen Anleihe-Unlust, vor allem auf den schlechten Ruf zurückgeführt, in dem die Finanzpolitik der austra­lischen Regierung in London steht. Nachdem im Vor­jahr bereits eine Sieben-Millionen-Psund-Anleihe der australischen Regierung nur zu zwei Drit­teln Aufnahme gefunden hatte, waren die Erwar­tungen diesesmal nicht sehr hoch gespannt. Trotzdem wird das Ergebnis einer diesmal sogar nur zwanzig- prozentigen Aufnahme als außerordentlich schlecht bezeichnet.

Australien als Rüstungsfiliale.

Von Konteradmiral a. D. Gadow Die Aufrüstung der englischen Tochterstaaten

Lord Halifax im Oberhaus.

London, 12. Juni. (Europapreß.) Im Ober­haus behauptete der liberale Lord M o t t i st o n e (unter dem Namen John Seely Kriegsminister im liberalen Kabinett Asquith von 1912 bis 1914), Eng­land sei nicht nur bereit, der A b s ch a ff u n g d e r Ubootsmaffe zuzustimmen, sondern es würde noch weitergehen und die Abschaffung der schweren Bomber vorschlagen.

Lord Stonehaven, ein früherer Leiter der konservativen Parteiorganisation, bekannter Kolo­nialfachmann und von 1925 bis 1930 Generalgou- verneur von Australien, wollte von der Regierung wissen, welche Zugeständnisse sie gegenüber Deutsch­land in der Kolonialfrage zu machen ge­willt sei. Er gab zu:Der Hauptgrund für die Vorenthaltung der Kolonien nach dem Kriege lag

Unruhiges Chile

Von unserem aS.-Korrespondenten

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Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags

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für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für lejt- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/<» mehr.

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Ernste Krisis in Ostasien.

Wird Japan die Niederlassungen der Westmächte in Tientsin blockieren?

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gime dieser Nationen dem englisches verschieden sind, so kann man nur sagen, daß Lomwn Ueber- eintommen mit anderen Regierungen abgeschlos­sen hat, deren Methoden unb Systeme bei einem Vergleich mit Deutschland und Italien ungünstig dastehen müßten."

Zum Schlüsse erklärte Außenminister Lord Hali­fax: Seine Rede vom letzten Donnerstag sei in verschiedenen Kreisen verschieden ausgelegt worden. Was die Verhandlungen mit der Sowjetunion angehe, so könne er darüber nur das Grundsätzliche wiederholen, aber feine Einzel­heiten mitteilen. Zur Kolonialfrage erklärte er, daß niemand die Schwierigkeiten dieses Pro­blems übersehen dürfe. Diese Frage sei bisher nur unter dem Gesichtspunkt der Rückgabe der in Frage stehenden Gebiete behandelt worden. Dies sei aber von allen Lösungsmethoden gerade d i e schwierigste. Was die Danziger Frage angehe, könne er nur auf die Worte des Minister­präsidenten verweisen, wonach die englischen Ver­pflichtungen gegenüber Polen klar und präzise seien. Obwohl Großbritannien fioh sein würde, wenn man die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Polen freundschaftlich regele, so würde ein Versuch, die Lage mit Gewalt derart zu ändern, daß dadurch Polens Unabhängigkeit bedroht würde, einen Krieg Hervorrufen, in den Großbritannien verwickelt wer-

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ftennerteibigung und Luftsicherung zum Stillen Ozean hin und für Südafrika das gleiche für die Kaphäfen beschlossen, verbunden mit Verstör- kung von Heer und Luftwaffe. In beiden Fällen muß man die Annahme einer Kriegsgefahr für diese so weit von jedem möglichen Sturmzentrum abgelegenen Staaten als an den Haaren herbei- gezogen bezeichnen. Nicht viel anders steht es mit Australien und seinen Gründen für Wehroer­stärkung.

Der Bundes-Premierminister Lyons hat An­fang Dezember durch Rundfunk eine große Rü­stungspropaganda eingeleitet, in der er alle waf­fenfähigen Männer aufforderte, in die Miliz ein« zutreten unb diese von 35 000 Mann (3 Divisionen) auf 70 000 Mann zu bringen. Im Weltkriege habe Australien von feinen 6-^7 Millionen 413 000 Soldaten gestellt. Er schloß mit der düsteren An­kündigung, daß Australien binnen der allernächsten Jahre auf einen Angriff gefaßt sein müsse. Weiter forderte der Wehrminister einen Rüstungskredit von 63 Millionen Pfund (1,26 Mil­liarden Reichsmark) für die nächsten zwei Jahre an. Unter den zu treffenden Maßnahmen wurden genannt: 1. Vermehrung der Miliz bis zur ständigen Besetzung der Küsten- und Luftschutz­anlagen, einschließlich neuer Küstenwerke. 2. Ver­st ä r k u n g der australischen Marine durch Ersatz überalterter Zerstörer und Anschaf­fung von schnellen Torpedomotorbooten, dazu Der- mehrung des Personals. Bis 1941 hofft man zu verfügen über 5 bis 6 moderne Kreuzer, 2 starke Zerstörer, 12 Torpedomotorboote und einiges Zu­behör, also eine schnelle Seeverteidigung. Der Wunsch geht weiter dahin, auch ein eigenes Schlachtschiff zu besitzen, jedoch erscheinen die Kosten von über 120 Millionen RM. für die Bun­deskasse ,zu hoch, nicht gerechnet die Nebenkosten für Dock- und Reparaturanlagen, Beigabe reich­licher Sicherung durch Zerstörer die ein Schlacht­schiff heute braucht u. ä. Auch wird von amt­licher englischer Seite dieser Wunsch nicht gutge­heißen, vielmehr rechnen beide Seiten darauf, daß wirksamer Flottenschutz durch die große englische Flotte, gestützt auf Singapore, ausgeübt wer­den soll. Zur Zeit steht dort allerdings erst ein leichtes Geschwader. Man wird sich also begnügen, in Sydney ein großes Dock zu bauen, um solche großen Schiffe wenigstens versorgen zu kön­nen. Für die leichten Stteitkräfte soll in Port Moresby auf Neu-Guinea (Papua) ein Stütz­punkt entstehen.

Sehr wichttg ist 3. der Plan der Luftver­teidigung, nachdem man die Bereitschaft auf 18 Staffeln mit 112 Flugzeugen erhöhen und Flug­boote in Port Moresby stationieren will. Flug­plätze werden angelegt an der Südostküste (zwi­schen Sydney und Melbourne), in Westaustralien und an der Nardo stküste, van wo das nördliche Seegebiet unb 23000 Kilometer Küste überwacht werden soll. Was in diesen Zusatzplänen nicht mehr sichtbar wird, aber bereits beschlossen wurde, ist 4. der Ausbau von Port Darwin im Nor­den zum befestigten Kriegshafen und 5. die E r - richtung einer Rüstungsindustrie zur Herstellung von leichten Geschützen, Munition aller Art und Minen für den Bedarf der englischen Verteidigung der ganzen Reichsgrenze auf dem be­kannten Kräftedreieck SingaporeHongkongPort Darwin.

Hiermit entsteht in Australien das, was man als eine geschützte Rüstungsfiliale des Weltreichs bezeichnen könnte, und zwar in aller Großzügigkeit, wie sie überhaupt die neue britische Reichsverteidigung auszeichnct Australien verfügt über Kohlen und Eisen und andere Mine­ralien, wenn auch nicht in großem Stile, jedoch ergänzbar durch die etwa 3600 Seemeilen ent­fernten Vorräte Indiens. Die Wirkung solcher Maßnahmen wäre, daß ein beträchtliches Maß von militärischem Bedarf für ostasiatifche Kriegszwecke hier direkt entnommen werden könnte, nur rund 2000 Seemeilen von Singapore entfernt, statt den weiten Weg von England über rund 13 000 See­meilen um das afrikanische Südkap nehmen zu müssen, da das Mittelmeer vielleicht nicht passier­bar wäre. Das bedeutet sehr hohe Ersparnis an Zeit, Kosten und Schiffsraum.

Wichttger aber als diese Tatsachen unb Pläne sind die Vorstellungen und Befürchtun­gen. aus denen sie entspringen, und deren Krittk. Als Angreifer gilt selbstverständlich Japan, des­sen nächste starke Stützpunkte jedoch*300 0 See­meilen entfernt sind. Gewiß, wenn Roose­veltim Zeichen der neuen Waffen" dem amerika­nischen Volke eine Kriegsgefahr über dieselbe Strecke des Attantik hinweg aufschwatzen will, so braucht Australien nicht zurückzustehen. Daß sich das Weltteich hier an feinen Grenzpfählen zwar alle Möglichkeiten sichern will, ist sein gutes Recht, wie das aller anderen Nationen. Ebenso ist es richtig, daß einer der Eckpunkte, Hongkong, durch die japanische Südoifensive bereits etwas ins Wanken geraten ist. Es übersteigt jedoch alles zu­lässige Maß an Phantasie, aus der gegenwärtigen und künftigen Lage eine gegnerssche Angriffsab*

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schSp't sind. Die Anleihe-Erlaubnis für die Re- U^nce Hankey, S°k?-tSr des Reichs°ert°rdi. gtcrung wm»e 'm Bar.ahre auf ^0 M.llmnen ^chuff-s, D'or brei Jahren, und die darauf

Pfund erhöht. Van den verbleibenden KM MMwnen folgende R-ichsk°ns-r°nz van 1037, in der die Einzelheiten naher festgelegt wurden. Da­mals wurde für Kanada der Ausbau der-

Lrfchetni täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Blld Die Scholle monaty Bezugspreis:

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werden könnte, die die Fremdenniederlassungen in Zusammenarbeit mit Japan zu übernehmen hätte.

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Waren zwei Chinesen die Gistköche.

Nanking, 12. Juni. (Europapreß.) Die von der japanischen Polizei eingeleiteten Ermittlungen nach den Ur Hebern des Giftmordanschlags bei einem Essen im japanischen Generalkonsulat in Nanking haben auf die Spur von zwei chinesischen Brüdern geführt. Der eine von ihnen war Koch im Generalkonsulat. Er fft gleichzeitig mtt feinem Bruder aus Nanking verschwunden. Man vermutet in ihnen die Giftmörder. Zwei japanische Konsulatsbeamte sind dem Anschlag zum Opfer gefallen. Alle an­deren Gäste, die vom vergifteten Wein getrunken hatten, sind außer Lebensgefahr.

Wang Sching-wei rat erneut zum Frieden.

Schanghai, 13. Jmtt (DNB.) Wang Sching- wei, der sich schon wiederholt für den Frieden im Fernen Osten eingesetzt hat, warnte in einem neuen, in Hongkong veröffentlichten Friedensaufruf vor den Hoffnungen, die das chinesische Volk, irregeleitet durch Siegesmeldungen, auf die kommunistischen Guerillas setze, die in Wirttichkeit nichts anderes als Räuberbanden und eine Landplage für die Be­völkerung besetzter Gebiete seien. Er rät den Chine­sen, mit dem Mut des Frontkämpfers die Gelegen­heit zu ergreifen, und auf Grund der Konoye-Er- klärung vom Dezember v. I. Friedensver­handlungen einzuleiten, bevor es zu spät sei. China müsse einsehen, daß es besser sei, heute einen ehrenhaften Frieden zu schließen, als eines Tages ein Diktat, das Knechtschaft bedeutet, annehmen zu müssen In Schanghai sieht man den Aufruf Wang Sching-weis als eine von Tokio inspi - rierteWarnung an. Wenn diese keinen Wider-

Santiago, Juni 1939.

I Chile war ein von politischer und wirtschaftlicher lltruhe erfiilltes Land, als es durch A l e s s a n d r i unb bie Rechtsparteien regiert wurde Eile ist ein unruhiges Land geblieben, ja, es ist »»möglich noch erheblich unruhiger g e - worden, seitdem es durch Aguirr.e Cerda, dem $~äfibenten der Volksfrontregierung, und b in dieser zusammengeschlossenen Parteien der Liken regiert wird. Außerdem erleichtert die sich n hr und mehr komplizierende Wirtschaftslage, die nchgebende Konjunktur, die allmählich wachsende T beitslosigkeit und die immer noch ungeklärte Aage der Finanzierung des Wiederaufbaus der Ebbebenschäden den neuen Machthabern ihre Auf- goe keineswegs. Im Gegenteil, Südamerika und irierfjaib Südamerikas gerade Chile war stets ein $ weis für die Wahrheit des Satzes, daß wirt- sciftliche Krisenzustände nur zu leicht auch poli- ÜHe im Gefolge haben. Das Revoluionsjahr 1932 t re undenkbar gewesen ohne die Salpeterkrise, t lche das Land in seinen wirtschaftlichen Grund- j -en erschütterte.

Gegenwärtig kann man von der ersten schweren »lytischen Krise des Volksffonttegimes in Chile pichen, nachdem es kürzlich, bei der Beratung des I ederaufbaugesetzes und namentlich der Ermäch- ii.iung für die Auflegung von Anleihen im Gesamt- bfirag von 2,5 Milliarden chilenischen Pesos mit Dühe gelungen war, eine Niederlage der Regierung in Kongreß zu vermeiden. Der mit knapper Mehr­heit gewählte Präsident Aguirre Cerda hat näm- ljt die nicht ganz leichte Aufgabe, mit einem Äon» gr ß zu regieren, in dem die Opposition, also die Rechte, nach wie vor über eine kleine Mehrheit tc'fiigt. (Die letzten Kongreßwahlen fanden im Sore 1937, also noch unter der Regierung Ales- ja-'bri, statt.) Inzwischen hat nun das Vorgeyen des ce enroärtigen Innenministers Pedro Enrique Al­fa: so gegen einige Opposittonszeitungen (Diatio ^Lftrabo und La Union) zur ersten wirklichen K a - timettsfrife der Volksfront-Regierung geführt. Shrin das Verhalten des Innenministers er lade die Verbreitung der genannten Zeitungen hrch die chilenische Post verhindert wurden mit 69 gegen 58 Stimmen von der Deputiertenkammer als verfassungswidrig bezeichnet. Gleich- zeiig beschloß die Kammer, gegen den Minister Ablage zu erheben. Durch diesen Beschluß wird bet Innenminister verfassungsgemäß solange von fe n e m Amt suspendiert, bis sich auch der ch.Lnische Senat zum Falle geäußert hat, was iniEchalb von dreißig Tagen erfolgen muß. Schließt fid der Senat, der in dieser Angelegenheit als eine Li Gerichtshof tagt, der Entscheidung der Kammer an so gilt der Innenminister als enbgültia ab gesetzt.

Afonso hat bereits vorläufig sein Amt auf- getaeben, das interimistisch vom Außenminister ver° »Ltet wird, aber das ganze Ministerium hat sich tfi dem Innenminister solidarisch erklärt und dem iosidenten geschlossen seinen Rücktritt angeboten, :i jedoch Aguirre Cerda nicht angenommen hat. r Präsident hat vielmehr seinerseits den von der lchten hesttg bekämpften Innenminister wie auch übrigen Mitglieder seines Kabinetts seines um »änderten Vertrauens versichert und in einem tmifeft an das chilenische Volk die Hoffnung aus» -svrochen, daß der Senat sich dem Urteil der ammer nicht anschließen werde. Zugleich läßt aber sida durchblicken, oaß er selber zwarbie Ver- jfung und die Gesetze achten", abervon seinen itr affungsmäfjigen Rechten mtt aller Energie Ge- ttjid) machen werde". Dieser Hinweis wird viel- cd als Drohung mit ber Kongreßauflosung be­ichtet, wozu bie Volksfrontanhänger ben Prä- btnten ohnehin in öffentlichen Äunbgebungen im- re wieder auffordern. Es ist aber sicher, daß es ir Cerda unb bie Volksfront nicht ungefährlich wirb, offen gegen das Parlament unb die Der- cfiung zu regieren, d. h. im Falle einer endgültigen i»»tzung Alfonsos den Kongreß aufzulösen und smach den Neuwahlen ohne Kongreß zu arbeiten, ie Widerstände, die jetzt schon aus Kressen der titlschast unb ber Grunbbesitzer kommen, würden i; -5nem solchen Falle wohl ganz erheblich wachsen, d das ist in einem Lande, in dem sich rechts unb Oi-.iiA mühsam die Wage halten, in dem auf der Siegten bisher schon die stärkere materielle unb fircnzielle Kraft stand, in einem solchen Falle aber enr die besseren Argumente vertreten sein würden, mf: zu unterschätzen.

|5n Chile ist von jeher die polttische Situation lurf) die wirtschaftliche belastet worden, und ki gilt ganz besonders mit der allgemeinen Der- llii^terung der Wirtschaftslage, die um die Jahres- litrD-e, also ziemlich gleichzeitig mit dem Regie- ru ^wechsel eingesetzt hat, unb seit ber (Erb» «t e n k a t a str o p h e. Wenn auch bas Wieder- LstLu-Gesetz mit großer Mühe burch ben Kongreß Wucht worden ist, so steht boch bas Wichttgste, nnllich ob unb woher das zum Wieberaufbau not» n;rr>ige Gelb beschafft werben soll, immer noch nicht frt. Die Regierung ist ermächtigt, 2,5 Milliarden tf-5 aufzunehmen, sie hat bereits für die erste |:cnd)e einer Anleihe im Gesamtbeträge von 500 liljionen Pesos an den inneren Markt bzw. an die Lucken des Landes appelliert. Es ist jedoch bisher ittf nicht sicher, ob die übrigen zwei Milliarden I W2S, die im Ausland beschafft werden sollen, dort fci wirklich zu erhalten sind. (80 Millionen Dollar I ®iqg rund 190 Millionen Mark.) Der chilenische Fi- i^niminister ist nach USA. eingeladen wor- k um dort über die Beschaffung dieser 80 Mill io- it Dollar zu verhandeln, doch verlautet neuerdings, i bi) zunächst einmal der Unterstaatssekretär im Fi-

im Sttategischen".

Lord Davis forderte unter allen Umständen den Abschluß eines Bündnisses mtt Sowjettußland. Man dürfe keine Haarspatterei betreiben. Lord Harmsworth betonte:Wir haben keinen Streit mit dem deutschen und dem ttalienischen Volk. Die deutsche Regierung hat keine englischen Interessen bedroht. Sie hat weder die englische Küste, noch Gibraltar angegriffen. Wenn es Leute gibt, die sich gegen eine Verständigungspolitik mit , Deutschland und Italien wenden, wett die Re« den würde.