Verhaltens anderer nur sein Rechtsgefühl. Es müssen aber doch auch für dieses Gebiet Rechtsregeln von der Gemeinschaft niedergelegt, im Gesetz formuliert werden.
feilte gilt noch für die hier in Betracht kommenden Fragen in der Hauptsache das BGB Bei seiner Anwendung hat der Rechtswahrer das auf Grund der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen gefundene Ergebnis, die Entscheidung des einzelnen Falles auf die Uebereinftimmung mit der nach dem Rechtsgefühl gegebenen Lösung zu prüfen. Dabei wird sich mitunter zeigen, daß eine Berichtigung des zunächst gefundenen Ergebnisses durch die Berücksichtigung des von Treu und Glauben Geforderten nötig ist. Die Aufnahme des Hinweises auf die Anforderungen' von Treu und Glauben in das BGB. hat sich sehr folgenreich und glücklich erwiesen, zumal sich diese Generalklausel als Eingangsstelle für geänderte Rechtsanschauungen bewährt.
Dagegen ist es zu beklagen, daß durch die Tatsache, daß das BGB. in der Hauptsache für die Juristen geschrieben und nur ihnen sein volles Verständnis zugänglich ist, die Auffassung ständig genährt wurde, daß die Rechtskunde eine Geheimwissenschaft sei. Dieses Vorurteil muß und wird verschwinden mit der fortschreitenden Rechtserneuerung, bei der bereits jetzt jede Rechtsnorm des geltenden Rechtes (insbesondere auch des BGB.) unter Berücksichtigung der nationalsozialistischen Grundsätze auszulegen und anzuwenden ist, so daß der alles überragende Gedanke der Volksgemeinschaft, sowie der der verantwortungsbewußten Pflicht gegenüber der Gemeinschaft, auch bei Ausübung von Reckten, der Treue gegenüber dem durch Vertrag — sei es als Gläubiger oder als Schuldner — verbundenen Rechtsgenossen und des vertrauensvollen Zusammenwirkens der Vertragsgenossen zur Erreichung des gemeinsamen Zweckes auch bei der rechtlichen Beurteilung der dem Alltag angehörenden Lebensvekhältnisse zur Geltung kommt. Damit wird zugleich auch die in weiten Kreisen der Volksgenossen auf diesem Gebiet bestehende Rechtsfremdheit immer mehr beseitigt werden.
Professor Dr. Götze
berichtete seinen Besuchern im Vorlesungsgebäude über das „Wesen und Werd en der deutschen Familiennamen".
Die glücklich belebte Sippenforschung hat in unseren Tagen auch die Familiennamen neu zur Tagesordnung aufgerufen. Mit den vier Großeltern, acht Urgroßeltern usw., die jeder von uns auf seiner rasch sich verbreiternden Ahnentafel zählt, rücken ebensoviel verschiedene Namen in den Blickpunkt. Während bei unseren bürgerlichen Geschlechtern die vor 1933 schlecht gepflegte, lebendige Erinnerung selten über die Urgroßeltern zurückreicht, während die Kirchenbücher und sonstigen Urkunden auch in günstiges Fällen im 16. Jahrhundert, stecken bleiben, wurzeln unsere Familiennamen im 12. Jahrhundert. Bringt man sie zum Reden — und das ist Pflicht und'Kunst des Namenforschers —, so er= ^hält man Aufschluß über Sinn und Art, Tun und Heimat oder Aussehen der Menschen, denen man sein Dasein verdankt, längst bevor die beglaubigte Familiengeschichte einsetzt. Da ein Ehepaar schon in seinen Urgroßeltern sechzehn verschiedene Namen vor sich hat, ist die Hoffnung nicht gering, aus ihnen wahrhaft wertvolle Aufklärung zu gewinnen.
In vier Schichten setzen sich unsere büroerlichen Familiennamen von etwa 1100 bis 1500 fest. Die ältesten folgen dem Vorbild des Adels, indem sie von Herkunft und Wohnung ausgehen: die Frank, Zeller, Biedenkapp und ihresgleichen bilden bis heute in jedem Kreis deutscher Menschen die geschlossenste Gruppe. Als zweite Schicht folgen die aus alten Männernamen abgeleiteten Familiennamen, die Rudolph, Walbrach, Barthel und ihresgleichen. Diese Gruppe kann landschaftlich noch stärker sein, als die erste. Eine dritte Schicht umfaßt die Namen nach Amt und Stand, Handwerk und Beruf, also die Schultheis und Frey, Löber und Glöckner. Sie können aus ihrem Namen den Beruf ihrer Altvorderen in der entscheidenden Zeit ablesen. An solche Namen schließt sich die kleinere, aber wichtige Gruppe der mittelbaren Berufsnamen an: der Handwerker braucht nicht immer unmittelbar Becker, Schuster, Gärtner, Metzger zu heißen, er kann auch Flad, Knieriem, Köhl, Kraut- wurst genannt werden, nach Ware, Werkzeug, Ar-
Feierstunde deutscher Meister in Annerod.
Unser Nachbardorf Annerod, das in letzter Zeit häufig mit Gemeinschaftsleistungen an die Oeffentlichkeit getreten ist, hat im Rahmen der Gaukulturwoche am gestrigen Freitagabend eine Feierstunde durchgeführt. Bor der Veranstaltung war Gelegenheit geboten, die Ausstellung „Dorfbuch Annerod", die auf Anregung des Deutschen Dolks- bildungswevkes sehr ansprechend und übersichtlich aufgebaut wurde, zu betrachten.
Die Veranstaltung „Feierstunde Deutscher Meister", die vom Deutschen Volksbildungswerk der NSG. ,Kraft durch Freude" gestaltet wurde, leitete bet' Kreismusikzug des Kreises Wetterau unter Leitung von Albert Schleuse mit einem Musikstück ein. Die Dorfgemeinschaft, in erster Linie SA., HI., BDM. und die NS.-Frauenschaft sangen dann, unterstützt von dem Kreismusikzug, Lieder, und der Sprecher Friedrich Andreas Schmidt (Frankfurt a. M.) sprach Dichterworte, die zusammenklingend jener freiheitlichen Gesinnung Ausdruck gaben, die zur Zeit Ulrich von Huttens den deutschen Menschen beseelten.
Gausachbearbeiter A. Rüffer (Gießen) Frankfurt a. M. gab dann in packenden Ausführungen Sinndeutunq und Zielsetzung dieser Feierstunde. Er hob die Werte hervor, die dem Volke durch die Besinnung auf die eigenen Meister zuströmen. In den Schilderungen der einzelnen Etappen des bewegten Lebens dieses von stürmischem Freiheitsdrang und unerschütterlicher Vaterlandsliebe erfüllten Suchers und Kämpfers sprach er die Kräfte an, die Ulrich von Hutten zum leidenschaftlichen Verfechter deutscher Art werden ließen. Den Willen zur Einigung, für die er sich in Schrift und Tat einsetzte, die Tatbereitschaft, seinen revolutionären Geist und seinen Glauben an Deutschland. Pg. Rüf- fer kennzeichnete die Wandlung, die dieser Ritter der Feder und des Schwertes durchmachte, angefangen von der Vorausfatze seines unrühmlichen Endes über die Flucht des Siebzehnjährigen aus dem Kloster, das Ringen um die Erkenntnis der Wahrheit, die er zunächst bei der Wissenschaft suchte und das ihn, angefangen 1505 bei der Universität Köln, zu einer Wanderschaft unter größten Entbehrungen über zahlreiche Hochschchulen veranlaßte, bis er in Greifswald die größten Demütigungen und schließlich in Rostock biX ersten Freunde sand. Hier wird er zum Dichter und hier schreibt er auch seine Kampfrufe. 1511 erfolgte fein Zusammentreffen mit Martin Luther, er rief seine Freunde zusammen, um dem Kaiser durch die Tat zu Helsen, und auf seinen Wanderungen in Italien erkannte er seine Sendung, Vorkämpfer für die Einheit des Reiches zu werden. Durch die Krönung zum Dichter am 12.7.1517 durch Kaiser Maximilian fand sein Leben die Krönung. Sein Plan, zusammen mit
Sickingen die Freiheit des Reiches zu erzwingen, mißlang, und als sich 1523 auf der stillen Insel Ufenau sein Leben erfüllte, schrieb der 35-Jährige die auch noch heute gültigen Worte: „Deutschland ist da, wo starke Herzen sind!" Sein Vermächtnis zu erfüllen, dazu dient auch, wie der Vortragende bekräftigte, diese Feierstunde.
Und die Dorfgemeinde bestätigte die Erkenntnis dieser Mahnung mit dem Liede „Wo wir stehen, steht die Treue". Ortsgruppenleiter Schäfer ließ die Veranstaltung ausklingen in dem Treuebekenntnis zum Führer. Nach dem Gesang der Natiynal- lieder wurden die Fahnen wieder aufgenommen und hinausgetragen.
Vortrüge im Kreis.
Jrn Rahmen der Gaukulturwoche finden am heutigen Samstag im Kreis Gießen folgende Veranstaltungen statt: in Allendorf (Lumda) Vortrag von Museumsdirektor Dr. Krüger über „Heimische Vorzeit"; in Laubach Vortrag von Univ.-Professor Dr. Bley über „Rasse und Recht"; in Lich Vortrag von Univ.-Professor Dr. Stade über „Neue Forschungsergebnisse über die Chatten"; in Grünberg Vortrag von Univ.-Professor Dr. Hummel über „Anteil der nordischen Rasse an der Naturerkenntnis".
Burg Münzenberg als Feierstätte.
NSG. Am letzten Tag der Gaukulturwoche veranstaltet das Deutsche Volksbildungswerk in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Sonntag um 20.30 Uhr auf der Burg Münzenberg in der Wetterau eine Feierstunde unter dem Leitgedanken „Heber allem steht das Rei ch". Im Rahmen der Feier gelangt auf dem Burghof das Spiel „Der Ritter" von Georg Basner zur Aufführung. Mitwirkende sind: die Kreiskapelle der NSDAP., Werkscharen aus Butzbach, Männer und Frauen aus Münzenberg, Hans Geißler und Friedrich Andreas Schmidt als Sprecher. Die Gefamt- leitung hat Alwin Rüffer.
Aufführung des Films „$riefennoP.
Im Rahmen der Gaukulturwoche wird auf Veranlassung der Kreisleitung Wetterau am morgigen Sonntag im Gloria-Palast, um 10 Uhr beginnend, der Film „Friesennot" vorgeführt. Wie die Kreisleitung uns mitteilt, haben zu dieser Filmvorführung alle Volksgenossen völlig toftenfreien Zutritt. Niemand braucht eine Karte oder einen sonstigen Ausweis, jedermann kann einfach zu dieser Aufführung erscheinen und sich ohne Ausgaben diesen wertvollen Film ansehen.
beitsvorgang ober kleinen Schwächen bei der Herstellung. Solche Namen stehen im Uebergang zu unserer vierten und jüngsten Schicht, den Uebernamen, die uns einen tiefen Blick in Sinnesweise und Spottlust der letzten Jahrhunderte des Mittelalters erlauben.
Was uns derart an Erkenntnis vergangener Jahrhunderte zuwächst, wird zur tragsähigen Stütze künftigen deutschen Lebens. Der Schatz Unserer Familiennamen ist unerschöpflich, man mag den Spaten ansetzen, wo man will. Er verdient den Anteil des Forschers, denn in ihm laufen die Rinnsale des großen Blutstroms, der Deutschland heißt.
Professor Dr. Willeke
sprach im Vorlesungsaebäude über das Thema: „Aufgaben und Methoden der wirtschaftlichen Raumforschung".
Die wirtschaftliche Raumforschung dient der wissenschchtlichen Vorbereitung der Raumordnung. Es geht^darum, alle Bedingungen, die die Einordnung des Menschen in den Raum bestimmen, zu erforschen und auf die politische Zielsetzung einer völkischen Lebensraumordnung zu überprüfen; theoretisch ganz allgemein, wie aber auch und nicht minder im Hinblick auf ganz konkrete Ordnungsaufgaben. Da die Eingliederung eines Volkes in den ihm durch das politische Schicksal zugefallenen
Lebensraum an erster Stelle durch die wirtschaftlichen Aufgaben, die ein Volk in diesem Raume zu erfüllen hat, bestimmt wird, kommt her wirtschaftlichen Raumforschung besondere Bedeutung zu. Um die Verbindung der Raumforschung mit der praktischen Aufgabenstellung möglichst eng zu gestalten, wurde 1935 in gemeinsamem Entschluß der Reichsminister Kerrl und Rust mit der Gründung der Reichsstelle für Raumordnung zugleich die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung an den deutschen Universitäten und Hochschulen ins Leben gerufen. In dieser Arbeitsgemeinschaft sind alle für die Raumforschung wichtigen Disziplinen, neben der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft auch die Geologie,. Geographie, Volkskunde u. a. zusammenge- fafet.
Das Aufgabengebiet der Raumordnung besteht in zwei Grunoauf gaben: Auf der einen Seite ist sie heilender Natur; sie hat die Unordnung des Raumes zu beseitigen, die in der Zeit der liberal-kapitalistischen Wirtschaftsverfassung vor allem tm Wege des sog. „Automatismus" der Standortsorientierung der Industrien entstanden ist. Auf der anderen Seite hat die Raumordnung die zusätzlichen Ansprüche, die infolge der Bevölkerungsvermehrung und der politischen Ausgaben an den Raum gestellt werden, im Sinne einer organischen Raumordnung, im besonderen der Förderung dezentralisierter Wirt- schaftsräume zu lenken.
Zum engeren Arbeitsgebiet der wirtschaftlichen Raumforschung an der Universität Gießen gehört das Lahn-Dillgebiet und Oberhessen. Die Forschungsausgaben, die sich von diesem Raum aus stellen, sind vorwiegend agrar- bzw. agrarinbu= strieller Art. Die Erforschungen der Bedingungen und Sanierungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Notstands- bzw. Rückstandsgebiete, die Ueberprü- fung der Parzellenpachtverhältnisse und deren Auswirkungen auf die Sozialstruktur der Landwirtschaft, die Untersuchung der Gründe für den Rückgang eines bodenständigen Landarbeitertums bzw. die Landflucht und andere Fragen sind Forschungsaufgaben, die zum Teil unmittelbar von der Praxis aus an die wirtschaftliche Raumforschung der Universität Gießen herangetragen worden sind.
Eine derartige Aufgabenstellung zwingt natürlich die Raumforschung, über die Vertiefung der allgemeinen theoretischen Fragen hinauszugehen und
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besondere Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die mannigfachen Faktoren, die vom Raum aus das wirtschaftliche und soziale Geschehen im Konkreten beeinflussen, in einer Zusammenschau der Dinge zu sehen. Diese Art der Betrachtung ist notwendig, um die Kausaloerknüpfung der verschieden einwirkenden Faktoren erkennen und den besonderen Bedeutungswert der einzelnen Einwirkungskräfte bestimmen zu können.
Problematik und Erkenntniswert dieser Methode wurde an zwei Beispielen unter Verwendung von Arbeitskarten näher demonstriert.
Vornotizen.
Spielplan des Siadttheaters vom 14. bis 21. INai.
Am Sonntag, 14. Mai, erste Wiederholung des oberhessischen Volksschauspiels „Der Alte geht um", von Karl Ruckelshausen, das am Dienstag mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Spielleitung Hans Geißler; Bühnenbilder Karl Löftler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Montag, 15. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Theaterring der Hitler-Jugend, 8. und letzte Vorstellung, „Ein ganzer Kerl", Komödie von F. P. Buch.
Dienstag, 16. Mai, feine Vorstellung. Die letzte Vorstellung der Dienstag - Miete rft auf Dienstag, 23. Mai, verlegt.
Mittwoch, 17. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr: „Meine Schwester und ich", Musikalisches Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung Gert Buch- heim. Am Flügel Joachim Popelka. Tänze Thea Maaß. Mittwoch-Miete, 31. Vorstellung.
Freitag, 19. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: »Der Alte geht um", Volksschauspiel von Karl Ruckelshausen. Spielleitung Hans Geißler. Freitag- Miete, 32. Porftellung.
Sonntag, 21. Mai, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: Letzte Morgenfeier der Spielzeit, „Deutsche Romantik". Leitung Hannes Razum. Liebesliederwalzer von Brahms, Violinsonate von Schumann, Lesung aus Werken von Novalis und Eichendorff. — Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr: Zum letzten Male „Meine Schwester und ich", Musikalisches Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung Gert Buchheim. Am Flügel Joachim Popelka. Tänze Thea Maaß. Außer Miete!
Reichskolonlalbund in Gießen.
Am heutigen Samstagabend spricht im Caf6 Leib der Gauredner Pg. R ö h r s ch e i d t (Frankfurt a. M.) über das Thema „Die deutsche Kolonialforderung und die Stellung des Auslandes".
BOM.-Untergau 116 Gießen.
VD2N.-Werkgruppe 4a/116.
Die Karten für die letzte Theaterringvorstellung „Ein ganzer Kerl" am Montag, 15. 5., sind sofort bei Anneliese Dietz, Alicenstraße 32, abzuholen.
Geschichten ans aller Welt
nigften Wege. Die Bereitschaft, einander Opfer zu bringen, soll nach Meinung von Frau Hozumi der
Grundsatz des ehelichen Lebens sein. Uns Europäer
i) Warta
€ Sdfc, die Seife, defen Schaum die 'Xaut 'Wjüngt 25
aber man
die Mittel, deren er sich bedienen wollte, müßte ihm überlassen.
Die langwierige Golfpartie.
Ndz. London.
kommt das Gedicht des Professors Hozumi merkwürdig vor. Wir können kaum begreifen, daß in dem Verzicht des Mannes auf das Reittier ein Opfer liegen soll. Der Sinn wird aber sofort verständlich, wenn man weiß, daß auch heute noch in Japan der Mann der Herr ist und die Frau die Magd, und die Frau auf der Straße dem Manne sogar mit einem halben Schritt Abstand zu folgen hat, um ihre Unterwürfigkeit zum Ausdruck zu bringen.
Die flüssigen „Requisiten".
Ndz. Kopenhagen.
Don ihrem erfolgreichen Gastspiel in Berlin sind die Mitglieder des dänischen Königlichen Theaters jetzt lorbeergekrönt in die Kopenhagener Heimat zurückgekehrt. Die Künstler und Künstlerinnen durften mit ihren Koffern unkontrolliert die Zollschranke passieren, denn Lorbeerkränze dürfen zollfrei eingeführt werden. Vom Güterbahnhof rollte dann ein Wagen mit schweren Kisten an, die die Aufschrift trugen „Requisiten des Kgl. Theaters". Sie hätten vielleicht die Schranke ebenfalls unkontrolliert passieren können, wenn nicht ein Zöllner die scherzhafte Bemerkung gemacht hätte: „Die Kisten sind sicherlich mit lauter Skaeg gefüllt!" „Skaeg" ist das dänische Wort für „Bart", der Zöllner hatte an Theater- Bärte gedacht. In Dänemark wird derselbe Ausdruck aber auch für eingeschmuggelte alkoholische Getränke verwendet. Jedenfalls hatte die Bemerkung bei einem anderen Zollbeamten' ein leises Mißtrauen aufkeimen lassen, und man öffnete eine Kiste. Mit triumphierenden Lächeln holten die Beamten daraus eine ganze Anzahl gefüllter deutscher Rheinweinflaschen heraus, die zwischen Ritterschwertern und anderen Ausstattungsgegenständen für „Dkaria Stuart" gelegen hatten. Die von dem Vorfall verständigte Direktion des Kgl. Theaters hat natürlich eine strenge Untersuchung zu gesagt, aber es ist zweifelhaft, ob der weinfreudige Amateur- Schmuggler erwischt wird. Er ist schon gestraft ge
machen?" Sogar der Polizeipräfekt interessierte sich für den Fall, aber er mußte erklären, daß er nicht die Macht habe, den Saalbesitzern zu befehlen, sich Katzen zu halten, „so sehr die Sache auch wünschenswert wäre." Es war schon ein ähnlicher Fall vorgekommen, in dem aber der Staatsrat sich dagegen ausgesprochen hatte, daß Verwaltungsbehörden so weitgehende Berechtigungen hätten. Man könne dem Kinobesitzer wohl vorschreiben, daß er die nicht zum Hause gehörenden Tiere vernichte,
Eine weitze Giraffe.
C. K. Daressalam.
In den Wäldern von Kenia (Ostafrika) hat Professor George Goodwin eine weiße Giraffe entdeckt. Es war schon vor einem Jahr einmal davon die Rede, daß man eine solche beobachtet habe, aber besonders die Jäger wollten dem Bericht nicht glauben. Jetzt ist cs dem Gelehrten aber gelungen, Filmausnahmen der weißen Giraffe aus nächster Nähe zu machen, nachdem er unermüdlich Nachforschungen nach ihr angestellt hatte. Die weiße Giraffe befindet sich in dem Reservatgebiet, in dem die Eingeborenenbevölkerung der Massai lebt. Es handelt sich um ein Männchen, das von einem Weibchen der von den Naturforschern „camelo- pardalis“ genannten Gattung begleitet wird. Das einzigartige Tier hat außer der Farbe keine besonderen Merkmale, sondern zeigt in allen Einzelheiten die Merkmale der genannten Art. Sein völlig weißes Fell weist nur graue Flecken am Kopf und am Hals auf, während am Körper Streifen die weiße Fläche in große rautenförmige Felder teilen.
Wie man glückliche Ehen jtistet.
Ndz. Tokio.
Professor Dr. Schigeto Hozumi, der Dekan der Juristischen Fakultät an der Kaiserlichen Universität zu Tokio, und seine Frau haben bisher 38 Ehen gestiftet. Dabei ist aber nicht nur diese hohe Zahl bemerkenswert, sondern noch mehr die Tatsache, daß alle Paare, die durch die Hozumis zusa-nmengesührt worden sind, in glücklichster Ehe leben. Als man Frau Hozumi kürzlich nach dem Geheimnis des ehelichen Glücks fragte, erklärte sie, sie habe davon keine bestimmte Vorstellung. Vielleicht aber liege das Geheimnis in einem Gedicht, das ihr Gatte, der ja ein gelehrtes Haus sei, jedesmal beim Hochzeitsschmaus oortrage. Das Gedicht sei in Form einer Wechselrede zwischen Mann und Frau abgesaßt. Die Frau bitte ihren Mann, über ihre Mitgift so zu verfügen, daß er stets reiten könne statt zu gehen. Der Mann erwidert darauf, er wolle lieber Seite an Seite mit ihr dahinschreiten, selbst auf dem ftei»
Durch den Tod des einen Partners wurde eine Golfpartie zweier Engländer in Littlecote „vorzeitig" abgebrochen. Sie ist aber immerhin 16 Jahre lang durchgeführt worden. Die beiden Golfspieler traten schon seit Jahrzehnten jeden Freitag gegeneinander an, und der Verlierer mußte den Tee für den Sieger bezahlen. An einem Freitag im Jahre 1923 vereinbarten sie neue Spielregeln, um den Kampf schwieriger und interessanter zü gestalten. Bald zeigte sich, daß sie die Sache gar zu schwierig und durch Strafpunkte für alle möglichen Kleinigkeiten die Gewinnentscheidung beinahe unmöglich gemacht hatten. Trotzdem beschlossen die eigensinnigen Engländer, die Partie nach den neuen Regeln bis zur Entscheidung fortzuführen. 814mal haben sie bisher gespielt, ohne daß einer Sieger wurde.
Ein Dachs bringt Gold zutage.
Ndz. Neuyork.
Einern Dachs haben zwei Goldsucher in Hawthorne in Nevada die Aufsindung einer Goldader zu verdanken. Die beiden „prospectors" George Bur- ris und Edward Boomershine hatten eines Tages ziemlich mutlos ihr Lager aufgeschlagen und unterhielten sich mißgestimmt darüber, daß es ihnen trotz aller Anstrengungen nicht gelungen war, ein wirklich ergiebiges Goldfeld zu entdecken. Während sie miteinander sprachen, schauten sie dem Treiben eines Dachses zu, der geschäftig die Erde aufwühlte und Sand aus der Höhle schaffte. Zu ihrem Erstaunen bemerkten sie in diesem Sand Goldspuren, die sie auf die.richtige Fährte brachten.
nug durch die Beschlagnahme der schönen „Reise- Andenken", die er von der Deutschlandfahrt heim- bringen wollte.
Wiedersehen auf der Filmleinwand.
Ndz. Kopenhagen.
Nach dreißigjähriger Trennung hat ein Schlächtermeister in Randers seinen verschollenen Bruder wiedergefunden, und zwar auf der Filmleinwand. Im Kinotheater rief der Meister bei der Vorführung eines amerikanischen Films laut und aufgeregt seiner Frau zu: „Das ist ja Valdemar!" Er hatte in dem Flötenspieler auf einem Bild im Vordergrund den Bruder erkannt, der vor dreißig Jahren aus- gewandert war. In dieser langen Zeit war jede Verbindung abgerissen, weil die Familie ihren Wohnsitz gewechselt hatte, bevor der Ausgewanderte seine Anschrift mitgeteUt hatte. Nun will der Schlächtermeister durch Vermittlung der Filmgesellschaft die Verbindung mit dem Bruder wieder aufnehmen.
Die Ratte im Kino.
B. Paris.
Ein Pariser Kinobesitzer ist von einem Zuschauer auf Schadenersatz verklagt worden, weil dieser in seinem Saal von einer Ratte gebissen worden ist. Es wurde gerade ein Sensationsfilm gezeigt, und Publikum, das bereits durch die Filmszenen erregt war, wurde von einer wahren Panik ergriffen, als der Zuschauer plötzlich nach dem Biß losschrie; man konnte von Glück sagen, daß keine Opfer unter den Menschen zu beklagen waren. Nur die Ratte blieb auf der Strecke, und ihr Kadaver wurde sofort zu dem Institut für die Untersuchung von Epidemien geschasst. Es wurde jedoch kein Krankheitskeim in dem toten Tier gefunden. Aber in den Zeitungen wurde der Fall sehr lebhaft erörtert. „Der Biß einer Ratte ist etwas Schreckliches", schrieb ein Blatt, „nicht nur wenn sie Krankheitsträgerin ist, sondern als Biß an sich. Wenn es möglich ist, von einem Tier, das kein Haustier ist, in einem Saale in der Hauptstadt Frankreichs selbst gebissen zu werden, dann heißt das, das wir nicht in einer Hauptstadt, sondern in einem Urwald leben." „Weiß de^Lesitzer des Kinos vielleicht nicht", schrieb eine anMe Zeitung, daß es Katzen und Fallen und andere Mittel gibt, den Ratten den Garaus zu


