Ausgabe 
13.4.1939
 
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einer Bevölkerungsdichte von nur 37 Menschen pro Quadratkilometer und der großen Fruchtbarkeit der Küstenebenen läßt sich unschwer eine weitaus grö­ßere Zahl von Manschen nicht nur ernähren. Bei regelrechter Forstwirtschaft vermag Italien allein aus den Gebirgswäldern angesichts seiner großen Holzarmut erheblichen Nutzen zu ziehen. Alles, was in Italien selbst gedeiht, läßt sich in Albanien ebenso gut anbauen. Die wichtigste Vor­aussetzung: Wasser, ist gerade in Albanien durch die noch vorhandenen wasserspeichernden Bergwälder mehr als an der ganzen Adriaküste gegeben. Die besten Aussichten eröffnen sich einer großzügigen Oliven- und Tabakkultur.

Wenn erst einmal die Bevölkerung durch eine straffe Verwaltung vor der Ausbeutung und steuer­lichen Ausplünderung der Regierung oder der Beys sich geschützt fühlt und ihre Lethargie überwindet, dann wird sie, intelligent und kräftig, von sich aus für einen Aufschwung sorgen. Italien aber wird sicherlich das Aeußerste unternehmen, um Albanien zu einer neuen Kornkammer der Halbinsel zu machen und mit Riesenschritten das nachzuholen, was ein Jahrtausend lang hier versäumt wurde. In absehbarer Zeit noch müßten sich die Ernte­erträge verdoppeln lassen, wenn der bislang bestellte Boden mit modernen Maschinen bewirt­schaftet wird. Darüber hinaus aber kann man bei der Urbarmachung der Küsten, der Regulierung

E.?. Rom, 12. April.

Lieber die Ursache des italienischen Vorgehens in Albanien erfährt der Sonderberichterstatter des Corriere della Sera" in Tirana, die italienische Unterstützung Albaniens sei in letzter Zeit von Zogu und seinen Leuten systematisch sabotiert worden. Sie hätten die italienische Hilfe zu ihrem persönlichen Vorteil ausgenutzt und die unterschlagenen Gelder in die Schweiz und nach England gesandt. Die großen Beiträge Italiens für die Entwicklung Albaniens kamen auf diese Weise nur einigen wenigen zugute, die darüber hinaus Italien noch beim albanischen Volk verleumdeten.

Schon 1935 hätte Italien die Erneuerung des Wirtschafts- und Finanzabkommens mit Albanien nur durch eine Flottendemonstration erreicht. Italien finanzierte durch die Gesellschaft für die wirtschaft­liche Entwicklung Albaniens, SVEA., mit 70 Mil­lionen Goldfranken den Bau von Brücken, Straßen, Regierungsgebäuden, Kasernen und Krankenhäu­sern sowie den Ausbau des Hafens von Durazzo. Die Haltung Zogus blieb jedoch unklar und wurde zuletzt unhaltbar. Die Unzufriedenheit des Volkes gegen feine Mißwirtschaft hatte den Höhepunkt ereicht. Es mußte etwas geschehen. Zogu wandte sich an Mussolini, versicherte, für die Genermobilisierung zur Bekämpfung seiner inneren Feinde bereit zu [ein, und ver­langte d i e Entsendung eines italie­nischen Expeditionskorps von sünfzig- tausend Mann zur Stärkuna seines Prestiges im Innern und gegenüber dem Ausland.

der Flüsse einen nicht unbeträchtlichen Zuschuß zur italienischen Ernährung gerade aus den Gebieten erwarten, in denen sich die Halbinsel nicht selbst zu ernähren vermag.

Sie jugoslawische und griechische Grenze erreicht

Rom, 12. April (Europapreß). Nach Meldungen aus Tirana ist der Oberbefehlshaber der italie­nischen Truppen in Albanien, General G u z z o n i, in Begleitung des zweiten Generalstabschefs der italienischen Luftwaffe, General Pinna, und des Befehlshabers der italienischen Luftstreitkräfte in Albanien, General Pricolo, im Flugzeug in Skutari eingetroffen. Die drei Generale wurden von zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten der Stadt und ihrer Umgebung empfangen. Eine moto­risierte Kolonne der italienischen Truppen hat am Mittwoch die jugoslawische Grenze bei Koplik erreicht, andere italienische Truppen sind am Dienstag mit der Besetzung von Bilishte, wo sie von der Bevölkerung begeistert empfangen wur­den, in die Nähe der griechischen Grenze gelangt. Die drei Bataillone Schwarzhemden, die bei der Landung in Valona eingesetzt waren, hatten bis Dienstag die gesamte Umgebung der Stadt und deren unmittelbares Hinterland besetzt.

Italien machte Ende März Gegenvor- s ch>l ä g e. Die italienischen Behörden wünschten unter Wahrung der Unabhängigkeit des Landes eine bessere Ueberwachung der Ver­wendung ihrer Gelder. Nötigenfalls war Italien auch zu Truppenentsendungen bereit, um den Frieden zu wahren, jedoch nicht nur, um das Regime Zogus zu sichern. Zogu wollte die Italiener zwingen und ließ seineGetreuen" aus den Bergen kommen. Außerdem ^v e r t e i lt e er Geld und Waffen unter den Pöbel von Tirana, um diesen zu Kundgebungen gegen Italien und seine Gesandtschaft zu veranlassen. Auf diese Weise wollte Zogu eine Erpressung durchführen. Er glaubte, in­folge der gespannten internationalen Lage werde Mussolini seine Ansprüche wiederum erfüllen und auf eine Kontrolle der Ausgaben verzichten, um ge­fährliche Verwicklungen zu vermeiden. Mussolini schreckte jedoch nicht vor einer bewaffneten Inter­vention zurück, um das albanische Volk von der Mißwirtschaft Zogus zu befreien. Ein Zeichen für den Unwillen des Volkes gegen Zogu war auch die Plünderung des Palastes von Tirana durch den Pöbel sowie der Villa seiner drei Schwestern, wäh­rend die italienischen Hotels und Geschäfte unbe­rührt blieben, obwohl deren Besitzer nach Italien geflohen waren. Als Italien zur Landung von Truppen schritt, blieb Zogu nurnochdie Flucht übrig, während das albanische Volk freudig die ita­lienischen Truppen empfing, weil es wünschte, daß Italien ihm Gerechtigkeit und Wohlfahrt bringe.

Deutschfeindliche Ausschreitungen an der polnisch-Danziger Grenze.

100 Volksdeutsche über die Grenze nach Danzig geflüchtet.

Danzig. 13. April. (DNB.) An der polnisch- Danziger Grenze ist es zu Skandalen gekommen, in deren Verlauf etwa 10 0 Volksdeutsche aus Polen über die Grenze nach Dan­zig geflüchtet find. Sie wurden nach dem Danziger Ort Praust transportiert, in der Schule unlergebracht und von der NSV. verpflegt.

Nach Aussagen der Flüchtlinge gehen die Deut­schenverfolgungen in der Hauptsache vom Pol­nischen Westmarkenverein aus, der sich seit jeher durch deutschfeindliche Poli­tik besonders hervorgetan hat. DieFlucht- linge berichten, daß es in der letzten Zeit in den Grenzgebieten mehrfach zu Ausfchrei- tung'en gekommen fei, wobei f o g a r Brandstiftungen zu verzeichnen waren. Rund 100 dieser Volksdeutschen muhten jetzt mit ihren Familien aus ihrer angestammten Hei­mat über die Grenze flüchten und Haus und Hof im Stich lassen, um wenigstens das nackte Leben zu retten.

Görings Abschied von Tripolis.

Rom, 12. April. (DNB.) Zu Ehren von Gene­ralfeldmarschall Göring fand ein großed Trup­penmanöver in der Nähe von Tripolis statt, in dem starke Abteilungen Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Panzerwagen sowie Bombenflugzeuge teilnahmen. Kaum hatte Generälfeldmarschall Gö­ring in Begleitung von Luftmarschall Balbo nach Abschreiten einer Ehrenschwadron von Kamelreitern den von deutschen und italienischen Fahnen sowie den Marschallstandarten flankierten Beobachtungs­turm betreten, als schwere Bomber die rückwär­tigen Positionen des Gegners angriffen und kurz darauf das Artilleriefeuer einsetzte. Unter Gewehr- und Maschinengewehrfeuer gingen sodann italie­nische und libysche Jnfanteriebataillone zum An­griff über, die, von Panzerwagen unterstützt, die aegnerische Stellung zum Teil im Nahkampf unter Anwendung von Handgranaten durchbrachen, wor­auf die libysche Kavallerie sich an die Verfolgung des Feindes machte.

Anschließend begab sich Generalfeldmarschall Gö­ring nach Garian und Tigrinna, wo ihm in den reich beflaggten Dörfern von der Bevölke­rung begeisterte Kundgebungen bereitet wurden. Nach seiner Rückkehr nach Tripolis besichtigte der Generalfeldmarschall die Mu st ermesse und das Eingeborenenviertel, wo ihm gleichfalls lebhafte Ovationen dargebracht wurden. Am Abend gab Luftmarschall Balbo einen großen Empfang in den wundervollen und märchenhaft erleuchteten Gärten des Generalgouverneurs. Generalfeldmarschall Gö­ring und seine Gattin haben am Mittwochnachmit­tag mit ihrer Begleitung Tripolis mit dem Motor­schiffMonserrate" der Hamburg-Amerika-Linie verlassen, um sich nach Rom zu begeben.

Sf. Goebbels in Istanbul.

Istanbul, 13. April. (DNB. Funkspr.) Reichs­minister Dr. Goebbels startete am Mittwoch­vormittag im Flugzeug von Rhodos nach Istanbul. Dor dem Abflug von Rhodos stattete der rhodesische Gouverneur de Vecchi dem Mi­nister einen Abschiedsbesuch ab. Auf dem Istanbuler Flughafen, wo Dr. Goebbels am Nachmittag ein­traf, hatten sich zur Begrüßung Vertreter der tür­kischen Behörden, der deutsche Generalkonsul und Angehörige der deutschen Kolonie eingefunden. Dr. Goebbels' wird sich zwei Tage in Istanbul aufhal­ten. Der Minister unternahm am Nachmittag eine Fahrt über den Bosporus nach The- r a p i a, wo er den Park der deutschen Botschaft, in dem sich der deutsche Heldenfriedhof und die Grabstätte des Generalfeldmarschalls Freiherr von der Goltz befindet, besuchte.

Sowjetrussische Kriegsschiffe verlassen das Schwarze Meer.

I st a n b u l, 13. April. (DNB. Funkjpruch.) In den letzten Tagen brachten französische Blätter die Nachricht, daß mehrere sowjetrussische Kreuzer den Bosporus passiert hätten, um sich in das Mittelmeer zu begeben. Wie hier ver­lautet, haben neuerdings 8 sowjetrus­sische Flotteneinheiten den Bosporus in der gleichen Richtung mit abgeblendeten Lichtern durchfahren. Bisher haben 12 sowjetrussische Kriegs­schiffe, kleineKreuzerundZerstörer, ohne daß deren Namen festgestellt werden konnte, die Ma­rinebasis am Schwarzen Meer verlassen.

Die Regierungsbildung in Belgien.

Brüssel, 12. April. (DNB.) Nach einer Be­sprechung des Königs mit den Führern der katho­lischen, liberalen und sozialdemokratischen Partei wurde bekanntgegeben, daß König Leopold den ge­schäftsführenden Ministerpräsidenten Pi er lot mit der Bildung der neuen belgischen Regierung beauf­tragt hat. Pierlot teilte mit, daß er voraussichtlich am Samstag die Mitglieder des neuen Kabinetts bestellen werde. Es wird damit gerechnet, daß die drei traditionellen Parteien, Katholiken, Li­berale und Sozialdemokraten, an der Kabinettsbildung beteiligt werden.

Chinesischer Angriff auf Kaifeng.

Schanghai, 12. April. (DNB. Ostasiendienst.) Die chinesischen Truppen eröffneten am Mittwoch­morgen ihre erwartete Offensive gegen Kaifeng an der Lunghai-Bahn in der Provinz Honan. Unter­stützt von Guerillabanden drangen die Chinesen b i s in d i e Vororte von Kaifeng, wo erbittert gekämpft wird. Einzelne Stoßtrupps kamen bis in die Nähe des Bahnhofs.

WachfenderWidersiand gegen Roosevelts Kriegspolitik.

Nye und Clark fordern Neutralität der Bereinigten Staaten.

Washington, 13. April. (Europapreß.) Die politische Lage in Europa und die Gestaltung der Beziehungen der Vereinigten Staaten zu England und Frankreich beschäftigen in zunehmendem Maße die amerikanische Öffentlichkeit. Dabei ist das Lager jener ziemlich bedeutend, die mit den politischen Anschauungen des Präsidenten Roosevelt nicht

einverstanden sind. Am Mittwoch haben die beiden Senatoren Nye und Bennett Clark einen energischen Vorstoß gegen Roosevelts Außen­politik unternommen. Sie erklärten, die Vereinigten Staaten müßten im Falle von Verwicklungen in Europa eine strikte Neutralitätspolitik befolgen. Die von Roosevelt betriebene -Politik ziele aber darauf ab, die Beteiligung der Vereinigten Staaten an einem möglichen europäischen Konflikt bereits festzulegen, bevor dieser überhaupt aus­gebrochen sei. In Washington machen sich zugleich lebhafte Widerstände gegen die von englischen und ranzäsischen Geldgebern ausgehenden Versuche fühk bar, über den amerikanischen Rundfunk und durch die amerikanische Presse die Bevölkerung Amerikas ür den Gedanken einer Beteiligung an einem euro­päischen Konflikt zu gewinnen.

Die Wehrmacht im Kampf gegen den Verkehrsunfalt.

Nur 75 Prozent der Höchstgeschwindigkeit erlaubt.

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht gibt folgendes bekannt:Die un­vermindert hohe Zahl von Kraftfahrunfällen inner­halb der Wehrmacht zwingt zu durchgreifenden Maßnahmen Der Führer und Oberste Befehlshaber hat daher befohlen, daß alle Kraftfahrzeuge der Wehrmacht nur bis 75 v. H. ihrer erreich­baren Höchstgeschwindigkeit, in kei­nem Falle aber über 100 Stundenkilo­meter Höchstgeschwindigkeit fahren dür­fen. Diese Höchstgeschwindigkeit gilt für die Reichsautobahnen und Straßen er st er Ordnung und bester Beschaffenheit. Bei Straßen minderer Beschaffenheit ist die Fahrgeschwindigkeit entsprechend geringer zu wählen. Der Führer und Oberste Befehlshaber erwartet, daß V e r st ö ß e ge­gen diese Anordnung scharf geahndet werden."

Es wird dann auf eine frühere Verfügung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht verwie­sen, in der zum Ausdruck gebracht war, daß der Führer in der denkbar schärfsten Form darauf hin­gewiesen hat, daß Kraftfahrer, die mit dem Leben ihrer Mitmenschen leichtfertig umgehen, oerbre* cherisch und gewissenlos handeln und daß sie als Schädlinge am Volk schwer zu be st rasen sind. Dieser Befehl des Führers, so sagt die Verfügung, bindet die Gerichte der Wehr­macht unbedingt. Die unbedingte Einhaltung der befohlenen Höchstgeschwindigkeiten wird durch ge­eignete Maßnahmen, wie wiederholte Belehrungen und unvermutete Verkehrsüberwachungen, ficher- gestellt werden.

50 Ehrenzeichenträger Gast -es Führers.

NSG. Der Führer hat 50 Trägern des gol­denen- Ehrenzeichens aus dem Gau Hessen -Nassau eine besondere Freude be­reitet, indem er sie zum 20.April nach Berlin e i n g e la b e n hat. Die vom Gauleiter ausgewähl­ten alten Kämpfer begeben sich bereits am 18. unter der Führung des Gausachbearbeiters für die Alte Garde nach Berlin, wo sie bis zum 20. April als Gäste des Führers an den Feierlichkeiten teilneh­men. Gemeinsam mit Ehrenzeichenträgern der an­deren Gaue werden sie dem Führer eine be­sondere Ehrung bereiten. Sie werden außerdem Gelegenheit haben, die bauliche Umge­staltung der Reichshauptstadt kennenzulernen und dabei u. a. die Neue Reichskanzlei besich­tigen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem General der Arttllerie a. D. von Gronau, Ritter des Ordens Pour le m^rite mit Eichenlaub, zu seinem 70jährigen Mili­tär j u b i l ä u m telegraphisch seine besten Glück­wünsche ausgesprochen.

Der Kommandierende General des X. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis 10 in Hamburg, General der Kavallerie Knochen Hauer, begeht am 13. April sein 40jähriges Militärjubiläum.

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Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick den Ministerialrat Gauleiter a. D. und ^-Oberführer Hans Krebs, den Rechts­anwalt Dr. Friedrich Zippelius und Dr. Wil­helm Sebekovsky, die bisher mit der Wahr­nehmung der Dienstgeschäfte des Regierungspräsi­denten in Aussig, Troppau und Karls­bad beauftragt waren, ab 1. April 1939 dort zu Regierungspräsidenten ernannt.

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Auf Einladung der italienischen Regierung hat sich der Staatssekretär und Leiter des Fremdenverkehrs in Deutschland, Staatsminister a. D. Hermann E s« ser, in Begleitung seines engeren Mitarbeiter- stab es zu einem kurzen Besuch nach Italien begeben. Es ist die Besichtigung der wichtigsten Fremdenverkehrseinrichtungen in San Remo, Flo­renz und Rom vorgesehen.

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Der rumänische Außenminister Gafencu wird am 16.April seine Reise nach Berlin antreten. Er wird sich einen Tag in Wien aufhalten. Wie amt­lich verlautet, findet sein Besuch in Berlin am 18. und 19. April statt.

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Politika" meldet aus Istanbul, daß das Haupt­thema der Besprechungen zwischen dem türkischen und dem rumänischen Außenminister die Frage eines Beitritts Bulgariens zum Balkanpakt gewesen fei, der von türkischer Seite sehr begrüßt würde. »

Der deutsche Dampfer .Helios" traf in Barcelona ein und löschte sechs Lastwagen Le- bensrnittel, die als weitere deutsche Spende für die durch die bolschewistische Herr­schaft in Not geratenen Spanier der sozialen Hilfe in Barcelona zur Verfügung gestellt wurden.

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Kardinalstaatssekretär Maglione hat am Mitt­wochvormittag erfi' feierliches leb cum aus Anlaß der Beendigung des spanischen Bür­gerkrieges zelebriert. Dem Dankgottesduft wohnten das Kardinalskollegium, das diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl und der frühere König von Spanien, Alfons XIII., bei.

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In London und Birmingham ereigneten sich am Mittwochabend allein 11 Explosionen. Die Bomben, die in öffentlichen Bedürfnisanstalten explodierten, sollen nach dem Befund der Unter­suchungsbehörden neue chemische Mischungen, die sich vor allem aus Karbidstosfen zusammensetzen, enthalten.

Gipfelpunkt der Zeitungshehe.

Was gedenkt die englischeNegierung gegen den Lügenfeldzug ihrerpreffe zu tun?

London, 12.April (DNB.) Das berüchtigte HetzblattNews Chronicle" hat sich wieder einmal ein tolles Stück bösartiger internationaler Brunnenvergistung geleistet. Das Blatt meldet dreist und unverfroren aus Berlin, daß, obwohl mili­tärische Maßnahmen gegen Holland von einem amtlichen Sprecher als lächerlich und phantastisch bezeichnet,worden seien, Be­amte in privaten Besprechungen' erklärt hätten, es stimme, daß vorbereitende Maßnahmen ergriffen worden seien und daß Pläne bestün­den, ym Holland sofort zu besetzen, falls die Westmächte einenAnariff" unternähmen. (!) Unter einem solchen Angriffsakt verstehe man auch d i e Besetzung Korfus durch britische Schiffe selbst auf Aufforderung Griechenlands hin, die Be­setzung Spanisch-Marokkos oder eine eng­lische Maßnahme, die der vollständigen Freiheit der Achsenmächte zuwiderlaufe.

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Hierzu schreibt derDeutsche Dienst" u. a.: Diese schmutzige Erfindung derNews Chronicle" schlägt tatsächlich dem Faß den Boden aus. Das Blatt soll doch einmal die angeblichendeutschen Beamten" namhaft machen, die diese Ammen-

Vor einer Erklärung Oaladiers.

E. F. Paris, 12. April.

Der französische Ministerrat ist am Mittwoch­morgen im Elysee-Palast unter dem Vorsitz des Prä­sidenten der Republik zu einer Sitzung zusammen­getreten, die fast zweieinhalb Stundet dauerte. In dieser Sitzung wurden nach dem amtlichen Bericht die Maßnahmen, die durch die französische Regierung auf diplomatischem und militärischem Gebiet seit dem Ostersonntag ergriffen wurden, eingehend er­örtert. Ministerpräsident D a l a d i e r schilderte zu­nächst die durch die Besetzung Albaniens entstandene internationale Lage und teilte den Ministern die Maßnahmen mit/die am Ostersonntag vom fran­zösischen Landesverteidigungsrat durchgeführt wor­ben sind. Die Beschlüsse des Landesverteidigungs­rats fanden die einstimmige Billigung des Minister­rats. Außenminister Bonnet schilderte dann die ungewöhnlich rege Tätigkeit, die die französische Diplomatie seit der Besetzung Albaniens im vollen Einvernehmen und in steter Fühlungnahme mit dem Foreign Office entfaltet hat. lieber die Art und die Zielsetzung dieser Verhandlungen schweigt sich die amtliche Mitteilung indessen aus.

In der Außenpolitischen Kammer- ko m m i s s i o n hat der Vorsitzende der Kommission, Mi stier, einen ausführlichen Bericht über die europäische Lage sowie über die Verhandlungen zum Abschluß von Garantiepakten in Osteuropa und auf dem Balkan erstattet. Mistler machte die Bemerkung,man befinde sich vor Unternehmun­gen, die nicht mehrden Charakter diplo­matischer Aktionen hätten". Auf Vorschlag verschiedener Abgeordneter beschloß die Kommission, Außenminister Bonnet zu bitten, so bald wie möglich ihr die Richtlinien der diplomatischen Ak­tion der Regierung auseinanderzusetzen. Minister­präsident D a l a b i e r teilte mit, er werde am Don=

märchen seinem Berliner Vertreter erzählt haben sollen. Es wird kläglich versagen. Denn dieses per­fide Blatt weiß ganz genau, woher es Lügen­meldungen dieser Art hat: aus den eigenen drecki­gen Fingern gesogen. Alles das kann heute in Eng­land geschehen, ohye daß solchen Burschen von Amts wegen auf die Finger geschlagen wird. Wie lange soll das eigentlich noch so weitergehen? Was, so fragen wir, gedenkt d i e britische Re­gierung gegen diese Methoden endlich zu unternehmen? Auf die Antwort auf diese Frage sind wir sehr gespannt. Denn in Anbetracht der plötzlichen Fülle und einstimmenden Bösartig­keit dieser Schwindelmanöver kann man sich leider des Verdachtes nicht erwehren, daß diese Greuel- nachrichten nicht auf dem eigenen Mist der Lon­doner Hetzpresse gewachsen sind, sondern daß ganz bestimmte halbamtliche Stellen da­hin te r st e h e n , die ein Interesse daran Haden, solche sabotierenden und vergiftenden Greuelnach- richten in die Welt zu sehen. Die oben zitierte Mel­dung desNews Chronicle" ist jedenfalls ein Gipfelpunkt der Zeitungshetze, und es wäre höchste Zeit, wenn mit diesen Methoden ein für allemal aufgeräumt wird.

ncrstag eine Erklärung über die augenblickliche politische Lage abgeben. Die Erklärung werde sehr kurz fein.

Offenbar im Zusammenhang mit dem Bekannt­worden der wechselseitigen Erklärungen der italieni­schen und griechischen Regierung über die freund­schaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Län­dern wird in den Blättern festgestellt, die Schärfe der im Mittelmeer zwischen den Großmächten be­stehenden Spannungen habe sich etwas gemildert. Trotz dieser Feststellung einer Entspannung wird aus der Umgebung des Quai d'Orsay bekannt, daß sich Außenminister B o n n e t am Donnerstag nicht zu der in Biarritz seit langem vorgesehenen Ein­weihung des Denkmals der Königin Viktoria be­geben wird. DerFigaro" erklärt, daß sich die französische und die englische Flotte im Augenblick d i e Aufsicht im Mittelmeer teilen. Das Blatt spricht dabei von drei Zonen, einmal die spanische Zone, dann das westliche Mittelmeerbecken bis Sizilien und schließlich das östliche Mittelmeer­becken. Der Erfolg in diesem Becken, dessenVer­teidigung der englischen Flotte zufalle" hänge an­gesichts der Gefahren der Luftflotten von der Zahl der Stützpunkte ab, die zur Verfügung gestellt wer­den könnten. Außer Malta verfüge England aber nur über drei Stützpunkte, die das Dreieck von Zypern, Haifa und Alexandrien bildeten. Seit der Besetzung Albaniens verfüge Italien im Mittelmeer über eine Offensivstärke, die zumindest der Eng­lands gleichkomme, Korfu sei in Reichweite der ita­lienischen Geschütze undkönne deshalb nicht als Stutzpunkt ausgebaut werden". Unter diesen Um­ständen verstehe man die lebenswichtige Bedeutung der griechischen Inseln Ceutas und Kephalonia für England, die Korfu ersetzten.

Zogus Sturz und feine Gründe.

Verschwendung der italienischen Hilfsgelder für persönliche Zwecke. Pöbel-Herrschafi in Tirana.