Ar. 8b Erstes Matt
189. Jahrgang
Donnerstag, 1Z. April 19Z9
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Londoner Nebel.
Don unserer Berliner Schristleitung.
Ev. Berlin, 13. April.
Mit der gleichen Plötzlichkeit, mit der seit dem Karfreitag die zweite englische Einkreisungsaktion । innerhalb eines halben Jahres angekurbelt wurde, j letzte in den letzten 24 Stunden eine Vernebelung ! Der britischen Absichten gegenüber den autoritären - Staaten ein. Die Hetze der eigenen und der beein- ' sflußten ausländischen Presse wurde stark gedämpft mnd die am heutigen Donnerstag erfolgende Erklärung Chamberlains auf den Charakter riner .„allgemeinen Warnung" zurückgeschraubt. \ Wber weder das eine noch das andere darf dar- 1 über täuschen, daß die britisch-französisch-sowfct- russische Einkreisung hinter diesem Täuschungsnebel 'planmäßig fortgesetzt wird. Tatsächlich i ssind ja auch unverkennbare Anzeichen des Ueber- • Dänges von der Theorie zur Praxis vorhanden. Llngeachtet der ablehnenden Stimmen aus Griechenland, der Türkei und Jugosla- tD'i en, die absolut nicht einsehen wollen, warum "ie durchaus „bedroht" sein sollen, hat Frankreich 25 übernommen, diesen Staaten nicht nur die Not- wendigkeit irgendeiner „Garantie", sondern auch Dre Vorteile einer Zusammenarbeit mit Sowjetruß- and im Kreis der Westmächte plausibel zu machen; auch Rumänien wird weiter bearbeitet. England seinerseits schafft unterdessen zwei Ba- aillone Infanterie, ein Regiment motorisierter Kavallerie, eine Batterie und eine Fahrabteilung aus Palästina nach Aegypten, läßt gleichzeitig -^gyptische Truppen an die libysche Hrenze dirigieren und auf der arabischen Halb- mfel „Freiwillige" anwerben; es betreibt also zur gleichen Zeit, in der Chamberlain sich den Anschein «er Verhandlungsbereitschaft gibt, konzentrische Bewegungen gegen das römische Imperium in Afrika.
Diese völlig eindeutigen Vorgänge werden er- änzt durch zwei so völlig auffallende Aktionen wie das Anlaufen von Port Said durch sowjet- lussische Torpedoboote und durch die Fahrt von 14 nwjetrussischen Zerstörern nach Griechenland, das '.c, wie Metaxas' Telegramm an Mussolini zum leberfluß erweist, am allerwenigsten gerufen haben unn. Damit hat also England die Sowjets nn das öftliche Mittelmeer geholt, hat cllso jetzt durch die Tat seinen plötzlichen Umfall auf der Dardanellen-Konferenz von Montreux vom ■ uli 1936 zu Gunsten der Sowjets begründet, die icamals mit aller Energie auf Bewegungsfreiheit ’orer Kriegsschiffe vom Schwarzen Meer nach dem Kittelmeer drängten. Man geht wohl kaum fehl in irr Annahme, daß England und Frankreich ihre ! Flotten in den italienisch-spanischen Teilen des Mit- t-lmeeres demonstrieren und die Sowjets als Wach- hunb im östlichen Teil auftreten lassen wollen. Be- nireiflicherweise können derartige Vorgänge durch '.^verbindliche Erklärungen Englands aus dem parlamentarischen Fenster hinaus in ihrer Bedeutung I licht abgeschwächt werden
Hege diplomatische Tätigkeit in der Downing Street.
London, 12. April. (Europapreß.) Minister- päsident Chamberlain empfing Mittwoch.wieder eine Reihe von Besuchern. Zuerst sprach der straktionsvorfitzende der Arbeiterpartei, A t t l e e, i der Downing Street vor, um sich vom Minister- päsidenton über die für Donnerstag angekündigte i Üiegierungserklärung im Unterhaus unterrichten zu lstsen. Am Nachmittag hatte der Ministerpräsident Besprechungen mit führenden Mitgliedern des Kabinetts. Als Erster hatte Kriegsminister Höre- Lelifha eine Besprechung mit ihm. Es folgte , Lrd Halifax, der von dem ständigen Unter- - inatsfekretär im Außenamt, Sir Alexander Ca- to g a n , begleitet war. Im Außenministerium hat- tim Verteidigungsminister Lord Chatfield und Innenminister Sir Samuel Hoare eine Unterredung mit dem Ersten diplomatischen Berater der Skgierung, Sir Robert Vansittart. Weitere ÜXsucher im Außenministerium waren der chine- sche Botschafter, der türkische Botschafter ii.ischdi Aras, der französische Botschafter und pter auch der polnische Botschafter.
„,Daily Herald" meldet, man halte es jetzt für per, daß in Kürze ein Kabinettsbeschluß gefaßt ir::rbe, ein Munitionsmini st eri um einzu- ezen. Vielleicht würde Churchill aufgefordertz . Hufes Ministerium zu übernehmen. „Daily Mail" ir'fjt der Tatsache, daß Eden und Churchill Mtern Besuche in der Downing Street - jstatteten, Bedeutung bei, da bekanntlich Chamber- lc:n unter Druck gesetzt roerbe, beibe irt ein erwei- lc'tes Kabinett einzubeziehen.
1 Londoner Presse und politische Kreise halten es in Donn erstagmorg en, wenige Stunden vor der Llklärung Chamberlains, für zweckmäßig, wieder i mal Grau in Grau zu malen. Man glaubt, ii-e Versteifung der allgemeinpolitischen Lage ir ^stellen zu können. Es wird nicht ganz klar, in- osweit diese Haltung eingenommen wurde, um in lepter Minute noch auf die Formulierung der kpamberlain-Erklärung einzuwirken. Der laih) Telegraph" glaubt, die Garantieerklärung Noamberlains werde weitgehender ausfallen, als T n am Mittwoch annahm. Chamberlain werde ihe politische Linie beschreiten, die einer vollstän- iüien englisch-französischen Garantie für den gegenwärtigen Status quo im ganzen Mittelmeer clÄchkomme. Die Erklärung dürste zwar nur Grie- hninland und die Türkei erwähnen, würde aber praktisch darauf hinauslaufen, das ganze Mittel- V'$r für alle Länder als „tabu" zu erklären, nur itzt für England. Eine formale Aufkündigung des Lf jerabfommens von 1938 sei allerdings nicht vor
Entwicklungsmöglichkeiten Albaniens.
Don unserem Or. X V.-Korrespondenten.
gesehen. Man glaubt in London auch, mit einer französischen Beistandserklärung für Rumänien rechnen zu können und begrüßt dies natürlich. Ein Versprechen Englands sei jedoch nicht vorgesehen.
Mlitänsche Maßnahmen Aegyptens.
Kairo, 12. April. (DNB.) In Auswirkung der Besetzung Albaniens durch Italien sind die ägyptischen Landesverteidigungsmaßnahmen verstärkt worden. Der Landesverteidigungsrat billigte ferner den Vorschlag des britischen Kriegsmarinesachverständigen, die ägyptischen Häfen durch U-Bvotnetze zu schützen. Die Zeitungen berichten von Trup- penentsendungen'an die We st grenze. „Destaur" schreibt, obwohl sich Aegypten nicht als Kriegsschauplatz fühle, und obwohl es nicht zu den Ländern gehöre, die über ihre Grenzen hinausstrebten, treffe es mit dem verbündeten England alle Vorbereitungen, um sich notfalls verteidigen zu können. Der Wafd-Parteitag, der für Ende April geplant ist, soll wegen der gespannten internationalen Lage von der Regierung verboten werden. In Port Said trafen, aus dem Schwarzen Meer kommend, vier sowjetrussische Torpedoboote ein, um ihre Reise nach dem Fernen Osten fortzusetzen. Obwohl zwischen Moskau und Kairo keine diplomatischen Beziehungen bestehen, erhielten die Matrosen die Erlaubnis, an Land zu gehen.
Oie englische Königsfamilie im Lustschuhkeller.
e o n i> o n, 12. April. (DNB.) Im Schloß Wind, s o r wurde heute eine Luftschutzübung abgehalten. Als die Alarmsirenen heulten, mußte sich die königliche Familie in den neu gebauten Luftschutzkeller begeben. Der „Luftangriff" dauerte dreiviertel Stunden. Zwei Bomben trafen die Nord- und Südterrasse des Schlosses. Die angenommenen Opfer beliefen sich auf rund zwei Tote.
Vielleicht vermittelt uns ein kurzer Blick in bas Statistische Jahrbuch den zutreffendsten Eindruck von Albanien und seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Wer aber selbst einmal die mehr als primitiven Zustände der Verladung und Entladung in albanischen Häfen miterlebt hat, wer über die Straßen einen kurzen Ausflug ins Innere versuchte, wer vor allem über den besser entwickelten Norden um Skutari herum einen Blick in den noch ganz unberührten Süden tun konnte, vermochte sich ein alle Landesbeschreibungen und Statistiken ergänzendes Bild selbst zu gestalten.
Was in Albanien an Straßen, vor allein an den so notwendigen Brücken über die vielen wilden Bergflüsse entstand, wurde von Italienern gebaut, wie überhaupt alle Fortschritte, die Albanien in den letzten Jahren machen konnte, auf die italienische Hilfestellung zurückzuführen sind. Es gibt ein italienisches Versuchsgut, bas viel zur Belehrung ber Albaner getan hat. Es gibt hier unb da einen Landsitz ber alten Familien, wo ein in Wien ober in Italien ausgebilbetes Mitglied moderne Bewirtschaftsmethoden einführte. Das ist aber auch alles. Zwei Drittel des Landes bedecken bis zu 2600 Meter hohe Gebirge. Die Hänge hinauf grünt ein im Mittelmeerkreis mit feinen typischen Waldverwüstungen immerhin seltener, wenn auch schonungslos ausgeplünderter Laub- und Nadelwald, soweit nicht die rücksichtslose Abholzung in Reichweite der Küstenhäfen jenen verderblichen Verkarstungsprozeß hervorrief, dessen Folgen die starren, toten dalmatinischen Küsten so eindrucksvoll schildern.
50 v. H. des Bodens sollen nach Ansicht von italienischen Fachleuten bebaubar sein. Aber davon sind zur Zeit noch nicht 10 v. H. genutzt. Die Hektarerträge beim vorherrschenden Mais- unb Weizenanbau sind so denkbar bescheiden, wie sie bei den
primitiven Bestellungsmethoden mit Holzpflügen usw. sein müssen. 500 Jahre lang waren die Bergstämme den Ausplünderungsmethoden ber türkischen Paschas ausgeliefert. Das Ergebnis war eine wirtschaftliche Lethargie unb die Tötung jedes Willens zum Wohlstand durch zislbewuhte Arbeit. In den Bergtälern baut man nur, was man zu einem bedürfnislosen Leben unbedingt braucht, und lebt im wesentlichen von ber Schaf- unb Ziegenzucht. Das an sich äußerst fruchtbare Schwemmland der Bergströme an den Küsten verseucht heute noch die Malaria. Hier wird sicherlich zuerst die italienische Pionierarbeit einsetzen, die schon in Italien gerade auf diesem Gebiete so Hervorragendes geleistet hat. Lange Lagunen ziehen sich an ber hafenarmen Küste hin, bis im Silben die starren Felsen der Kalkgebirge hart am Meer aufsteigen, um bei St. Quaranta gegenüber Korfu eine landschaftliche Szenerie von. hervorragender Schönheit zu schaffen, die vielen berühmten Malern als Vorwurf diente.
Dies an sich so interessante Land ist wenig bereist worden. Es lag zu abseitig. Monate hinmachte die Malaria einen Aufenthalt unmöglich. Erst als die Italiener mit Millionenbeträgen die Häfen von Durazzo und Dalona ausbaggerten, einige Kais anlegten, italienische Linien regelmäßig die Plätze anliefen, konnten die Landesprodukte exportiert werden. 60 v. H. der Ein- und Ausfuhr bestritt Italien. Man führte Del, Käse, Häute, Vieh, Olivenöl, Tabak aus und importierte Fertigwaren, Getreide und Zucker. Der Außenhandelsumsatz erreichte den europäischen Tiefstand von etwa 12 bis 15 Mark pro Kopf der Bevölkerung.
Albanien birgt aber unbestritten erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten, wenn die Erschließung mit entsprechendem Kapitalaufwand in die Hand genommen wird. Bei
Albaniens Nationalversammlung bietet dem italienischen Herrscher die Krone Albaniens an.
E. P. Rom, 12. April.
Wie aus Tirana gemeldet wird, hatten sich die Delegierten aus den zehn albanischen Provinzen schon eine Stunde vor Beginn ber historischen Sitzung zur Vornahme der Verfassungsänderung im Weißen Saal des Parlamentsgebäudes von Tirana eingefunden. Fast alle Abgeordneten der früheren Kammer, mit Ausnahme der geflohenen Regierungsmitglieder, waren zugegen, darunter viele angesehene Politiker, zwei ehemalige Ministerpräsidenten und zahlreiche Exminister. Den Vorsitz übernahm der Präsident des provisorischen Verwaltungsausschusses, der frühere Ministerpräsident Dj af er Ppi. Er entbot den italienischen Truppen einen herzlichen Willk o m mensgruß. Ihnen sei es gelungen, in Albanien endgültig Ordnung zu schaffen. Die alte Regierung habe eine Mißwirtschaft getrieben und es nur darauf abgesehen, ihre Taschen zu füllen. Mit Langmut habe der ltalienische Regierungschef zugesehen, aber dann gründlich durchgegriffen, indem er seine Truppen entsandt habe. Der Vorsitzende begrüßte sodann die vorgeschlagene Verfassungsänderung als die beste Lösung für Albanien, da durch die Personalunion die beiden Kronen von Italien und Albanien verei.nigt würden. Auf diese Weise werde Albanien weiterhin die Unterstützung ber italienischen Regierung für den wirtschaftlichen unb kulturellen Aufbau gesichert. Albanien bewahre seine Souveränität, seine nationale Einheit unb Freiheit. Ebenso behalte Albanien seine Fahne, die Fahne SkanÜer- begs.
Die sodann von der konstituierenden Nationalversammlung durch Handaufheben einstimmig angenommene Entschließung über die neue Verfassung hat folgenden Wortlaut:
„Die tonftituierenbe Nationalversammlung als Vertreterin des albanischen Volkes und Trägerin seines Willens beschließt in ihrer Versammlung von Tirana vom 12. April 1939 wie folgt:
1. Das in Albanien bestehende Regime ist hinfällig. Die aus diesem Regime hervorgegangene Verfassung ist abgeschasst.
2. Es wird eine von der Nationalversammlung ernannte Regierung gebildet, die mit Vollmachten ausgestattet ist.
3. Die Nationalversammlung erklärt, daß alle Albaner eingedenk und dankbar für das Wiedcr- ausbauwerk, das der Duce und das faschistische Italien für die Entwicklung und Wohlfahrt Albaniens geleistet haben, beschließen, das Leben und Geschick Albaniens enger mit jenem Italiens zu verbinden, um mit ihm Bande einer immer engeren Solidarität herzu- ftellen. Von dieser Solidarität getragene Vereinbarungen werden in der Folge zwischen Italien und Albanien abgeschlossen.
4. Die konstituierende Nationalversammlung als Trägerin des einmütigen willens der nationalen Erneuerung des albanischen Volkes und
als feierliches Pfand zu ihrer Verwirklichung beschließt, in der Form einer Personalunion die Srone Albaniens Seiner Ittajeftäf dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien für feine Majestät und seine königlichen Nachkommen anzub.ieten.“
Die Verlesung der Entschließung wurde mit anhaltendem Beifall ausgenommen/ wobei sich alle Mitglieder der Versammlung von den Plätzen erhoben. Sodann gab der neue Ministerpräsident Shefket Verlaci die Zusammensetzung der neuen Regierung bekannt. Shefket Verlaei übernimmt außer dem Ministerpräsidium das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Die übrigen Minister sind: Djafer Ppi, der bisherige Präsident des Verwaltunasausschusses, Justiz, Themil Dino Aeußeres, Feizi Aliszoti Finanzen, Andon Beya Volkswirtschaft, E r n e st K o l i c i öffentlicher Unterricht.
Anschließend beschloß die Nationalversammlung, ein Huldigungstelegramm an den König
von Italien und Kaiser von Aethiopien zu richten sowie eine Abordnung zu dem in Tirana weilenden italienischen Außenminister Graf Ciano zu entsenden, um ihn von den Beschlüssen der Nationalversammlung in Kenntnis zu setzen. Da sich sämtliche 120 Mitglieder der Nationalversammlung an der Abordnung beteiligen wollten, gestaltete sich der Besuch der Abordnung bei Graf Ciano zu einem wahren Triumphzug. Graf Ciano dankte der Abordnung für das Angebot der Krone an den König von Italien und die Huldigung der Nationalversammlung. In der italienischen Gesandtschaft empfing Graf Ciano auch die Vertreter der drei Religionsgemeinschaften Albaniens, der Katholiken, der Mohammedaner und der Orthodoxen, die ihm ihre Versicherungen der Ergebenheit gegenüber Italien wiederholten. Als besonders bedeutungsvoll wird von italienischer Seite die Ergebenheitserklärung des Oberhauptes der Mohammedaner bezeichnet, weil dadurch böswillige Auslassungen der Auslandspresse über eine angeblich italienfeindliche Haltung der albanischen Mohammedaner widerlegt werden.
Griechenland bedarf keiner englischen Garantie.
Meinungsaustausch zwischen Mussolini und Metaxas bringt völlige Klarheit.
Athen, 12. April. (DNB.) Bei einem Besuch, den der italienische Geschäftsträger im Auftrag von Mussolini gestern dem Ministerpräfi- denten Metaxas abstattete, gab der Vertreter Italiens folgende Erklärung ab: „Alle Gerüchte, die wegen einer angeblichen Aktion Italiens gegen Griechenland in Umlauf waren ober vielleicht noch entstehen könnten, find falsch. Sie können nur durch bestellte Provokateure verbreitet worden fein ober verbreitet werden. Das faschistische Italien versichert, daß es seine Absicht ist, die Unverletzlichkeit Griechenlands aus dem Festland unb auf feinen Inseln absolut zuachten. Das faschistische Italien hat ben festen Willen, bie Beziehungen herzlicher Freundschaft, welche die beiden Länder verbinden, zu erhalteir und immer mehr zu entwickeln. Es ist auch bereit, konkrete B e- weise dieses seines festen Willens zu geben."
Der griechische Gesandte in Rom hat darauf dem italienischen Außenministerium folgende Mitteilung übergeben: „Der Gesandte Griechenlands ist von dem Präsidenten des griechischen Ministerrats beauftragt, seinen wärm st en Dank für die M i t t e i l u.n g auszusprechen, die ihm am 10. April von dem italienischen Geschäftsträger im Namen S. Exzellenz des italienischen Regierungschefs gemacht worden ist, und in ber ihm kategorische Zusicherungen gegeben wurden, daß bie faschistische Regierung die Integrität Griechenlands sowohl hinsichtlich feiner Landesgrenzen, als auch hinsichtlich seiner Seegrenzen achten wird. Ministerpräsident Metaxas fügt hinzu, daß er, indem er mit voller Befriedigung von diesen Erklärungen Musfolinis Kenntnis nimmt, die absolute Ueberzeugung hegt, daß kein Ereignis einiretcn |
kann, das geeignet märe, in irgendeiner Weise die triöitionelle Freundschaft zu stören, die jederzeit die beiden Länder verbunden hat, und daß er einen neuen Zeitabschnitt der Herzlichkeit für die Fortsetzung dieser friedlichen Zusammenarbeit beginnen steht."
Die Mitteilungen, die zwischen dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas ausgetauscht worden sind, haben nach italienischer Auffassung die letzten Unklarheiten der internationalen politischen Lage, wie sie nach der Besetzung Albaniens entstanden war, ausgeräumt. Mit unverkennbarer Genugtuung stellt man fest, daß es der italienischen Außenpolitik meisterhaft gelungen ist, in die englisch-französischen Einkreisungspläne im Südosten, bie schon bei Jugoslawien unb ber Türkei auf wenig Gegenliebe gestoßen sind, eine neue schwere Bresche zu schlagen, ba nunmehr ber Chamberlain zugeschriebenen Absicht, eine einseitige Garantie Großbritanniens für Griechenlanb anzukündigen, jebe Grundlage entzogen worden ist. Das halbamtliche „Giornale b'Jtalia" versichert, Italien wolle nach ber Besetzung Albaniens nicht nur keines ber benachbarten Völker bedrohen, sondern erhoffe im Gegenteil die Entwicklung einer ausgedehnteren unb herzlicheren Z u - fammenarbeit. Es sei also völlig überflüssig, baß von den Englänbern und Franzosen eine Gefährdung Griechenlands erfunden werde, um der hellenischen Regierung neue Garantie- und Schutzpakte anzubieten ober aufzuzwingen. Nach ben klaren italienischen Versicherungen habe Griechenland keine neue Versicherungspolice in Gestalt kompromit- tierenber Garantien anderer Länder nötig.


