Blick in die Ehrenloge der Staatsoper während der Rede des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr.e. h. R a e d e r. Man sieht (von links) Reichsminister Dr. G o ebbe l s , den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, Reichsführer -- Himmler und Stabschef Lutze (in der zweiten Reihe), den Führer, Generaloberst von B r a u ch i t s ch, General der Flieger S t u m p f f. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
den Schlachtfeldern des Weltkrieges gekämpft und geblutet. Millionen deckt der grüne Rasen oder die weite See.
Wenn mir uns heute an einem Tage des ernsten Rückblicks und ruhigen Ausblicks die Frage vor- legen, ob dieser ungeheuere Einsatz an Blut und Gut auch nur einer dieser Nationen die Früchte eines rühmlichen Sieges und eines geruhsamen Friedens in den Schoß gelegt hat, so müssen wir das verneinen. Das blutigste aller Friedensdik- täte hat unheilbare Wunden hinterlassen und damit nur Unfrieden zu stiften vermocht. Das begangene Unrecht und der blinde Haß mußten eines Tages Gegenkräfte auslösen, denn niemals in der Geschichte sind einseitige Demütigungen und Bedrückungen dauernde Grundlagen für das Zusammenleben der Völker gewesen. Und solcher Gegendruck wird so lange wirksam sein, bis jenes Unrecht in vollem Umfange beglichen ist.
Ein Volk wie das deutsche, das schon im Kriege den Weg durch Hunger und Entbehrung schreiten mußte, das in anderthalb Jahrzehnten schmachvoller Nachkriegsohnmacht erlebte, wie auch der Schein eines Reiches, der ihm in jenem Diktatfrieden zu- gestanden worden war, aus Haß und Mißachtung mit Füßen getreten wurde, konnte nur e i n e n Weg gehen, wenn es nicht bewußt zum endgültigen Spielball der Siegermächte werden und so für immer im furchtbarsten Elend versinken und verkommen wollte:
den Weg in die Freiheit!
Dem deutschen Volk wurde sein großer Führer geschenkt. Durch ihn beschritt es diesen Weg, nachdem die Voraussetzungen für dieses gigantische Ringen geschaffen waren. Das deutsche Volk hat den aus dem Geiste des deutschen Frontsoldaten geborenen Nationalsozialismus zu seinerWeltanschauung gemacht und folgt den Symbolen seiner Wiedergeburt mit ebenso heißer Liebe, wie fanatischer Leidenschaft. Es hat den Nationalsozialismus erlebt und nicht, wie so viele hilfslose Kritiker draußen glauben, erlitten.
Der Führer hat seinem Volke gezeigt, daß in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft die größte, unversiegbare Kraftquelle liegt, deren Dynamik nicht nur den inneren Frieden sichert, sondern auch die Erschließung aller schöpferischen Volkskrafte ermöglicht. Er hat dem deutschen Volke das Vertrauen zu sich selb st und auf fein eigenes Können wiedergegeben und es fo befähigt, fein heiliges Recht, das ihm in der Zeit feiner Ohnmacht verweigert war, mit eigener Kraft sich selbst zurückzunehmen und darüber hinaus mutig die ungeheueren Probleme der Zeit anzupacken und ihrer Lösung zuzuführen. Damit hat das deutsche Volk und sein Führer für den Frieden Europas und der Welt mehr getan, als manche Rachbarn heule zu erkennen im Stande find.
Darum die klare und schonungslose Kampfansage an den Bolschewismus und das internationale Judentum, deren völkervernichtendes Treiben wir zur Genüge am eigenen Volkskörper zu spüren bekommen haben. Darum der Zusammenschluß mit allen gleichgesinnten Nationen, die, wie Deutschland, nicht gewillt sind, ihre dem Aufbau und dem inneren Friedenswerk gewidmete Kraft von volksfremden Ideologien und artfremden Parasiten zersetzen zu lassen. Und darum die Forderung der Gleichberechtigung und Gleichachtung mit allen anderen Völkern, die allein die Gewahr für ein friedliches Zusammenleben auf dem Erdball zu bieten vermag.
Der Führer hat uns Soldaten im Rahmen der deutschen Volksgemeinschaft unsere Aufgabe zugewiesen als Schutz und Schirm unserer Heimat und unserer friedlichen, völkischen Aufbauarbeit, als Er- .üefoer der uns anoertrauten jungen wehrfähigen Mannschaft, die geschlossen durch unsere Hände geht. Wenn wir diese Erziehungsarbeit einmal im waffentechnischen Sinne leisten, so fordert diese Aufgabe aber auch ebenso die Weiterbildung des jungen Soldaten im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung und Lebensgestaltung. Diesen Teil der Aufgabe, der uns ebenso zur Ehrenpflicht wie zur unabweisbaren Forderung geworden ist, können und wollen wir nur lösen Schulter an Schulter und in aufrichtiger Kameradschaft mit der Partei und ihren Gliederungen, deren Wollen und Wirken, gleich uns, nur einem Ziele dient, der Formung des deutschen Menschen in einer nie versagenden Schicksalsgemeinschaft,
Wehrmacht und Partei find damit immer mehr in Haltung und Geist ein unteilbares Ganzes geworden. Wir würden die Rotwendigkeit eines immer engeren Zusammenschlusses, wäre er nicht eine der fundamentalen Leitsätze soldatischen und nationalsozialistischen Gedankengutes, heute mehr denn je erkennen müssen, blicken wir nur einmal über unsere Grenzen hinaus. Es gab eine Zeit, als der Führer der Welt seine Vorschläge für eine wirksame und sinnvolle Rüstungsbegrenzung unterbreitete. Sie wurden alle ohne Ausnahme abgelehnt. Der Rechtlose sollte entrechtet werden, der Machtlose ohnmächtig. Man setzte Gewalt vor Recht und wollte jenes hah- diktat auch noch als heilig von uns geachtet wissen. Scheinheiliges kann aber niemals heilig sein und Unrecht niemals Recht. Es kann vor der Geschichte nicht bestehen. Darum muhte es auch zerbrechen. Und zwar am Lebensrecht einer Ration von 80 Millionen. Dafür haben zwei Millionen deutsche Soldaten im Weltkriege ihr Leben hingegeben. Diese Ration brauchte einen neuen, einen wahren Frieden, den Frieden der Gerechtigkeit und Ehre, den Frieden ohne haß. Den Frieden braucht auch die Welt. Da ihn das schwache Deutschland nicht erhalten konnte, hat ihn das starke sich errungen. Diesen Frieden der deutschen Ration gegen jedermann z u sichern, ist die stolze Aufgabe der deutschen Wehrmacht.
Es fehlt aber nicht an Zeichen, daß rätselhafte Hände am Werk sind, den neuen Frieden mit allen Mitteln zu untergraben. In der Welt hat ein Rüst e n eingesetzt, dessen gigantisches Ausmaß im Verein mit dem verantwortungslosen Kriegs- geschrei wohl geeignet ist, das mühsam Errungene ernstlich zu gefährden. Wir wollen niemand das Recht bestreiten, zu seiner Sicherheit das ihm notwendig Erscheinende zu tun. Wir tun es selbst!
Wir können aber weder schweigen, noch tatenlos mit ansehen, wenn ohne jeden Anlaß Deutschland
dazu ausersehen wird, der ganzen Welt als der einzige Grund für die gewaltigen Rüstungsmaßnahmen hingestellt zu werden, vollends, wenn es in der Form geschieht, daß Deutschland allein die Absicht habe, seine Nachbarn anzugreifen. Wir wissen, daß jene Elemente, die hierfür die Verantwortung tragen, nicht dortzu finden sein werden, wohin sie ihre Völker treiben wollen: auf dem Schlachtfeld. Dem Soldaten aber, den wir als den ritterlichen Vertreter seines Landes achten, mag ein Soldatenwort gelten:
Was Deutschland braucht und will, ist Friede!
Das ist nicht nur gesagt, sondern auch durch praktische Beispiele bewiesen worden. Die Aufbauarbeit Deutschlands bedarf einer vieljährigen ruhige n Entwicklung. Deutschland hat durch seinen Führer oft die Hand geboten und ist ebenso oft mit seinen Friedensvorschlägen zurückgewiesen worden. Auch als die Hoffnung auf eine wirkliche Befriedung und Beruhigung im Vorjahr eintrat, mußte es erkennen, daß das Rüstungstempo der anderen sich nur noch verschärfte.
So muh Deutschland vor allem an seine eigene Sicherheit denken. Rach dem Willen des Führers wird die deutsche Wehrmacht weiter verstärkt und befähigt, ihrer immer verantwortungsvolleren Aufgabe, wie immer auch der Rüstungsstand der anderen sein mag, stets gerecht zu werden.
Wo ein V orsprung erreicht wurde, wird er gehalten!
Wo eine Lücke auftreten sollte, wird sie geschlossen!
Wo ein R a ch r ü st e n erforderlich ist, wird es in Angriff genommen!
Und es soll niemand glauben, daß unsere Waffen stumpf seien, wenn deutscher Roden geschändet oder deutsches Vlut vergossen werden sollte.
Deutschland ist der Schirmherr aller Deutschen, diesseits und jenseits der Grenzen. Die Schüsse von Almeria sind hierfür Beweis. Deutschland trifft schnell und hart!
Daß wir dies heute in vollem Bewußtsein unserer Kraft sagen können, ist das Werk und das alleinige Verdienst eines einzigen Mannes, dessen geniales Führertum? von einem unerschütterlichen Glauben an sein Volk und einer unermeßlichen Willenskraft getragen, eine ganze Nation in wenigen Jahren aus tieffter Nacht in eine leuchtende Gegenwart geführt hat, der als der Schöpfer Großdeutschlands uns heute seinen unbeirrbaren Weg in die Zukunft voran- geht. Sein Beispiel gab allen Deutschen neue Hoff- nun, neuen Lebensmut und seinen eigenen Glauben.
Der Dank, den die Wehrmacht ihrem Führer und Obersten Befehlshaber abstattet, sei das Gelöbnis unwandelbarer Treue im Gehorsam und in der Pflichterfüllung. Wir wollen, getreu feinem Beispiel, den uns gewiesenen Weg nie verlassen und in einmütiger Geschlossenheit unser Letztes geben für Volk und Reich.
Der Führer war es, der feine getreue Schar von Sieg zu Sieg führte. Sein Glaube beflügelte die Kräfte. Sein Wille schuf einen neuen Idealismus der Tat, dem feine Mitkämpfer bis in den Tod ge
treu blieben. Manch einer fiel, aber er fiel, wie einst die Streiter des großen Krieges, für ein freies Deutschland. Sie alle pflanzten die große Tradition des Sterbens für eine heilige Sache in eine junge Generation in der Gewißheit, daß ihr Blut einst den Weg in die erträumte Freiheit bahnen würde. Darum slyließt unser Gedenken an die Millionen Toten des Weltkrieges auch den Kreis der Männer ein, die in der nationalsozialistischen Bewegung, in den Freikorps, in der Ostmark und im Sudetenland für ihre freie und größere Heimat starben.
Und mit ihnen grüßen wir die tapferen Männer, die sich freiwillig in die Kolonnen der s p a n i s ch e n Freiheitskämpfer einreihten, um für eine große Idee, den Kampf gegen den Weltbolschewismus, ihr Leben einzusetzen. Sie, die dort auf fremdem Boden fielen, wußten, daß auch ihr Blut im höheren Sinne für die Heimat floß, als ein Sinnbild für jenen gewaltigen Kräftestrom, der alles Deutsche in der Welt mit Gut und Blut verbindet.
So gedenken wir auch der Toten der jungen Wehrmacht, die in aufopferungsvollem Dienst, erfüllt von ihrer Aufgabe als Waffenträger der Nation, den Soldatentod fanden. Sie sind uns das Unterpfand für treueste Pflichterfüllung im Geiste unserer großen soldatischen Vergangenheit.
Sie gaben alle das Größte und Letzte: ihr Leben. Und sie taten nur ihre Pflicht, wenn auch die höchste Pflicht, die einem Menschen auferlegt werden kann. In dieser Pflichterfüllung aber liegt für uns Deutsche eine ernste Mahnung und Forderung. Sie lautet:
Zeigt euch der Toten würdig! Lebt ihr Opfer von einst als Vorbild für euer Opfer von heute. So hat das Deutschland Adolf Hitlers auch den Ruf verstanden. 3n unserer Volksgemeinschaft ist als der größte Schah der Geist des freiwil- lichen Opfers des einzelnen für die Gesamtheit lebendig.
Jahr für Jahr soll am Helden geben klag dieser Gedanke als neues Gelöbnis im Volke widerhallen, damit er, in feiner Kraft nie erlahmend, in alle Zukunft wirken kann.
Wir glauben, das Vermächtnis unserer Toten, dessen Erfüllung mir heute dankbar und bewegten Herzens begehen, auch im Inneren am besten erfüllen zu können, wenn wir, ihres Opfers eingedenk, die eigene Pflicht uns stets vor Augen halten.
Das Gesetz, das über ihnen stand, sei auch das unfrige, die Liebe zum Vaterland und die Hingabe für den Führer und für unser ewiges Volk.
Das wollen wir im Aufblick zu Gott dem Allmächtigen geloben, und dies Versprechen sei unser ehrfurchtsvoller Gruß an unsere Toten, vor denen wir nun senken die Symbole ihres unsterblichen Ruhmes und ihres Soldatentumes.
Auf Befehl des Generaladmirals senkten sich die Fahnen, und leise tönte das Lied vom guten Kameraden. Die Fahnen wurden erhoben, und das Spiel der Nationalhymnen beendete die Feier in der Staatsoper.
Kranzniederleauns Ehrenmal
Im Anschluß an die Feier in der Staatsoper fand eine Kranzniederlegung durch den Führer am Ehrenmal und danach der Vorbeimarsch der Ehrenkompanien vor dem Obersten
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Adolf H l11er begibt sich zur Kranzniederlegung ins Ehrenmal. Links vom Führer sieht man Generaladmiral Rae der und Generaloberst Keitel; rechts der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v o n B r a u ch i t s ch , und der Ches der Luftmehr, General der Flieger e t u m p f f. — (Scherl-Dilderdienst-M.)
Befehlshaber der Wehrmacht statt. Während die Gäste sich auf die gegenüber dem Ehrenmal errichtete Tribüne begaben, marschierte die Fahnenkompanie der Wehrmacht mit den 42 Fahnen der alten und neuen Armee vor dem Zeughaus auf und setzte sich damit an die Spitze der drei Kompanien. Zu beiden Seiten des Ehrenmals hatten 50 Offiziere der Kriegsakademie des Heeres und der Luftwaffe mit gezogenen Degen Aufstellung genommen. Der Führer schritt, begleitet von Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst v. Brauchitsch, General der Flieger Stumpfs, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel, die Front der Ehenkompanien und auf dem Rückweg die Front der übrigen Abteilungen ab. Unter Vorantritt zweier Offiziere der Kriegsmarine, des Heeres und der Luftwaffe, die den großen Kranz des Führers trugen, begab sich dann der Führer mit feiner militärischen Begleitung quer über den Platz zum Ehrenmal und dann in das Innere der W e i h e st ä 11 e, wo er im Gedenken an alle Blutopfer des Krieges und der deut- chen Freiheitsbewegung den Kranz niederlegte.
Nach dieser Ehrung der Toten, die ihr Leben Hingaben, damit Deutschland wieder frei und stark werden konnte, nahm der Führer mit seiner militärischen Begleitung von der Paradekanzel vor dem Ehrenmal den Vorbeimarsch der vier Kom- janien ab. Mit klingendem Spiel zogen die Soldaten der jungen deutschen Wehrmacht in straffem Paradeschritt an ihrem Obersten Befehlshaber vorbei.
Nach diesem prachtvollen militärischen Schau- piei trat der Führer an die an der Ostseite des Ehrenmals aufgestellten Schwerk riegsbeschä- digten heran. Fast alle hatten die Freude, daß der Führer ihnen die Hand drückte und sich einige Zeit lang mit ihnen unterhielt. Durch ein Spalier von vielen Zehntausenden fuhr der Führer dann zur Reichskanzlei zurück.
Lleberall wmdige Gedenkfeiern.
Aus vielen Städte des Reiches und aus den Hauptstädten, aber auch aus großen Provinzstädten des Auslandes liegen Berichte über würdige Feiern der Angehörigen der deutschen Kolonien anläßlich des Heldengedenktages und Tages der Wehrfreiheit vor. In den Städten des befreundeten Auslandes nahmen auch Vertreter staatlicher und örtlicher Behörden dieser Länder an den Feierstunden teil. In den Ansprachen wurde mit herzlichen Worten der für die deutsche Heimat und ihre Freiheit Gefallenen gedacht, zugleich mit eindrucksvollen Worten des Dankes und der Treue dem Führer und feinem Werk unverbrüchliche Gefolgschaft gelobt.
Große Veachiuna in London.
London, 13. März (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Frühpresse schenkt dem Verlauf des Heldengedenktages in Deutschland großes Interesse, wobei sie die Rede des Generaladmirals Dr. Raeder in den Mittelpunkt der Berichte stellt.
Die Ausführungen des Oberkommandierenden der deutschen Flotte werden von den meisten Blättern in langen Auszügen, zum Teil wörtlich wiedergegeben. Wenn auch keine weiteren Stellungnahmen zu der Rede vorliegen, so ist doch aus den Überschriften zu den Berichten zu entnehmen, daß man in London das Friedensbekenntnis Generaladmirals R a e4 ders als einer der Hauptmerkmale feiner Ausführungen anfieht. So überschreiben die führenden Zeitungen „Times" und „Daily Telegraph" ihre Berichte: „Deutschland braucht Frieden". Starke Beachtung finden feine Worte über den Rüstungswettlauf in der Welt.
Völliger Ausschluß der Juden von der Wehrpflicht.
Ndz. Nach dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 war die Regelung für Juden bisher so, daß ein Jude nicht aktiven Wehrdienst leisten konnte, und daß die Dienstleistung von Juden im Kriege einer besonderen Regelung Vorbehalten bleiben sollte. Auf Grund dieser Vorschriften sah die Verordnung über Musterung und Aushebung vom 17. April 1937 vor. daß Juden im Frieden zur Erfüllung der aktiven. Dienstpflicht oder Arbeitsdienstpflicht nicht heran- gezogen und der Ersatzreserve II überwiesen werden. Jetzt ist durch eine gemeinsame Aenderungsverord- nung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsinnenministers zur Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 17. April 1937 bestimmt worden, daß Judenüberhauptnicht mehr in die Reihen der Wehrpflichtigen einzuordnen find, allo auch nicht mehr, wie bisher, der Ersatzreserve II zugeteilt werden. Juden erhalten vielmehr von nun an bei der Musterung in jedem Falle einen sog. Ausschließung s- schein, womit sie von der Erfüllung der Wehrpflicht ausgeschlossen sind. Sie werden also ähnlich behandelt wie die wegen Wehrunwürdigkeit Ausgeschlossenen. Während aber bei den Wehrunwürdi- gen der Ausschluß auf die Dauer der Wehrunwürdigkeit beschränkt ist, ist er für Juden unbeschränkt.
Je früher, desto bester.
Engländer für Rückgabe der Kolonien.
London, 12. März. (DNB.) Das Sonntagsblatt des Beaverbrook-Konzerns „S u n d a y Erpreß" fetzt sich, wie dies bereits „Daily Expreß" in der vergangenen Woche zweimal getan hat, für die Rückgabe der Kolonien ein und fordert die britische Regierung auf, auch das Palästinamandat aufzugeben.
Die Engländer müßten verstehen, so schreibt das Blaitt, daß das brittsche Empire zwei schwache Stellen habe: Einmal jene Mandatsgebiete, die man nach dem Kriege Deutschland weggenommen habe, und zwar Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo, und zweitens Palästina. Die deutschen Kolonien könnten dem britischen Weltreich nicht einverleibt werden. Aus diesem Grunde predige der „Sunday Expreß" feit 20 Jahren, daß England sie aufgeben solle, denn sie könnten nur Unglück bringen. England fei außerdem verpflichtet, sie wegzugeben. Je früher dies aeschehe, desto bester feien die Zukunftsausfichten. Alle Welt sollte sich daher zusannnentun, um auf England einen Druck auszuüben, sich endlich dieser Mandate zu entledigen.
Frankreich schützt sich vor unerwünschter Zuden-Zuwanderung.
Paris, 13. März. (Europapreß.) Seit dem Beginn der antijüdischen Gesetzgebung in Italien, so meldet am Montaavormittag eine französische Nachrichtenagentur, versuchten dauernd einzelne Juden- gr uppen, auf heimliche Weise die franzö-


