Ausgabe 
13.2.1939
 
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unseren Händen auch der politische Sprachgebrauch vollkommen verändert. Blättern wir heute beispiels­weise in den Zeitungsbänden von 1932, so müssen wir uns schon ordentlich Mühe geben, um den Sinn der damaligen innen- und außenpolitischen Aufsätze zu verstehen. Ja, selbst Pressepolemiken, die nur zwei oder drei Jahre zurückliegen, erfordern beim Nachlesen ein gewisses Nachdenken, wenn man den Streitgegenstand richtig erfassen will. So schnell und so gründlich hat sich dank der national­sozialistischen Tatkraft das politische Weltbild gewandelt!

Noch im letzten Jahr sind mit der Schaffung des Großdeutschen Reiches ganze Begriffsgruppen aus der internationalen Diskussion endgültig verschwun­den. Wo blieb dasFlugzeugmutterschiff der Sowjetunion", wo das Beistandsdreieck ParisPragMoskau, wo dieKleine Entente", wo der Ostpakt und das ganze französische Allianz­system, was ist die französischesurete", die solange ein Vorwand zur europäischen Vorherrschaft war und nun mit der Stabilisierung unserer West­grenze erst ihren echten Wert bekommen hat, was bedeuten uns nochKollektive Sicherhei t", Sanktionen und der ganze faule Zauber der Genfer Apparatur? Alle diese abgestandenen Begriffe, diese Schein- und Schlagworte sind verweht und zer­stoben vor der Gewalt des natürlichen, sieghaften Lebens.

Wieder andere Begriffe, die von den Versailler Mächten ausgehöhlt und zum bloßen Schlagwort erniedrigt worden waren, Wurden mit neuen In­halten angefüllt. Sie erhielten so ihre Lebendigkeit und ihren internationalen Kurswert zurück. Das Nationalitätenprinzip" und das Selbst bestimmun gs recht der Völker", von den alliierten Friedensmachern im Jahre 1919 schmählich verraten, haben auf dem Boden der ehe­maligen österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie nun doch ihre Verwirklichung erfahren. Daseu­ropäische Gleichgewicht", von den Eng­ländern einst ersonnen, um keine Vormacht irgend­eines Staates auf dem Festland zu dulden, erhielt eine neue Sinngebung durch die Schaffung und Bewährung der Achse BerlinRom, die von nun an ein Europa der Gerechtigkeit und der natürlichen Rangordnung unter den Völkern im Gleichgewicht halten wird.

DieDemokratie" aber, die in chren west- lerischen Formen nur noch ein Schatten und ein Hohn ihrer selbst ist, hat im deutschen Volks- und Führerstaat ,311 ihrer ursprünglichen germanischen Form zurückgefunden, zu einer Form, die jeder parlamentarischen Zwischenträgerschaft entraten kann, weil sie allein auf Glauben und Vertrauen und Idealismus, aber nicht auf die räuberischen Instinkte im Maschen gegründet ist. Und schließ­lich hat auch derFriede" ein neues Gesicht bekommen. Wie oft ist dieses Wort verfälscht und mißbraucht worden, um lediglich eine mit militä­rischer Gewalt aufrechterhaltene Zwangsordnung zu umschreiben! Für uns ist der Friede nicht gleich­bedeutend mit der Totenruhe eines Friedhofes oder dem Tagesprogramm eines Zuchthauses, in dem ge­fesselte Völker gleich leibeigenen Sklaven Fron­dienste leisten müssen für eine internationale Aus­beuterclique. Für uns ist der Friede auch kein pazifistisches Phantom, das den Fimmel auf Erden verspricht, sondern ein täglich neu zu erwerbendes Gut, um das man notfalls auch mit der Waffe zu kämpfen bereit sein muß. Friede bedeutet uns nicht Stillstand und Genuß, sondern Fortentwicklung und stetige Steigerung aller Kräfte eines Volkes. Die geschichtliche Erfahrung aber hat uns gelehrt, daß ein solcher Friede und seine Früchte nur gedechen im Schutze einer starken Wehrmacht.

So sind die alten Schlagworte bei dem all­gemeinen Purzelbaum der politischen Werte teils .wieder auf ihre Füße gekommen, teils in den Graben gefallen. Am schlimmsten aber ist es dem üblen Wort von derHeiligkeit der Verträge" er­gangen, mit dem.seine Erfinder sagen wollten, daß die Pariser Vorortsdiktate von. 1919 ein für ewige Zeiten gültiges und von Gott geweihtes Werk seien. Wohl niemals ist eine heuchlerische Phrase so schnell entlarvt und dem Gelächter der Welt preisgegeben worden wie diese. Nur der Pha­risäer Roosevelt glaubt noch an diesen Popanz, nur er vertritt noch die Meinung, daß man die aussteigenden und übsteigenden, immer wechselnden Kräfte und Bewegungen des Völkerlebens in einen ewigenStatus quo", in das starre und unverän­derliche System einer paragraphiertenWeltdemo­kratie" pressen könnte. Armes Amerika!

H. Evers.

Reubauten für Reichsposl- minislerium und Aeichsarchiv.

Berlin, ll.Febr. (DNB.) Auf Vorschlag des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt, Prof. Speer, hat der Führer als Bauplatz für das neue Reichspostministerium ein Gelände auf der Ostseite der Großen Straße zwischen dem Süübahnhof und dem zweiten Ring in Berlin- Tempelhof bestimmt. Das Grundstück ist 75 000 Quadratmeter groß. Die bebaute Flüche wird etwa 25 000 Quadratmeter betragen. An der Großen Straße wird der Neubau eine Länge von etwa 300 Meter haben. Die Höhe des Baues wird in einigen Bauteilen die im allgemeinen für die große Straße festgelegte Bauhöhe von 34 Meter noch übersteigen. Die Absicht, ein neues Reichspostministerium zu er­richten, besteht schon seit vielen Jahren, denn die Räumlichkeiten in der Leipziger Straße sind seit langem gänzlich unzureichend. Zahl­reiche Dienststellen mußten abgezweigt und in ver­schiedenen Häusern an weit auseinanderliegenden Stellen Berlins untergebracht werden.

Der Neubau des Reichsarchivs hat sich gleichfalls infolge der Aufgabenerweiterung als un­bedingt notwendig erwiesen. Das unmittelbar nach dem Weltkriege errichtete Reichsarchiv wurde in den ehedem militärischen Baulichkeiten auf dem Brauhausberg in Potsdam untergebracht. 1936 fand eine Aufteilung der Aktenbestände in solche zivilen und militärischen Charakters statt. Die militärischen Bestände kamen als Heeresarchiv unter die Verwaltung des Oberkommandos des Heeres. Das Reichsarchiv blieb auf die Betreuung der zivilen Bestände beschränkt. Nach wie vor sind beide, ein jedes mit eigener Verwaltungseinrichtung, auf dem Brauhausberg untergebracht. Es hat sich aber gezeigt, daß dies schon'aus Platzgründen . Zu größten Unzuträglichkeiten führt. Es soll deshalb für das Reichsarchiv ein Neubau errich­tet werden, und zwar ebenfalls an der Nord-Süd- Straße, während das Heeresarchiv weiterhin in Potsdam verbleibt.

Der etwas südlich von Altlankwitz gelegene Bau­platz ist vom Generalbauinspektor bestimmt worden. Der Neubau wird auch das Geheime Staats­archiv aufnehmen. Der Bau wird außer den Ver-

Bor der Anerkennung Francos durch Frankreich und England.

P a r i s , 12. Febr. (DNB.) .Paris Soir" meldet, daß die Aberkennung der nationalspanischen Regie­rung durch London und Paris mindestens de facto in Kürze bevorftehe, d. h., daß man Verhandlungen zwischen Valencia und Burgos nicht weiter abzu- mnrten beabsichtige und auch nicht aus das endgül­tige Verschwinden der rotspanischenRegierung" warten wolle. Es habe den Anschein, als wenn sich London dem Pariser Standpunkt angeschlossen habe. Paris habe schon seit mehreren Tagen einebe­dingungslose" Anerkennung Francos in Aussicht genommen. Dem Beschluß des französischen Ministerrates am Dienstag werde bereits am Mitt­woch derjenige der englischen Regierung olgen, so daß unter diesen Umständen die Beglau­bigungsschreiben der britischen und französischen Vertreter in Burgos bereits a m kommenden Donnerstag überreicht werden könnten. DerJour" zweifelt allerdings daran, daß die An­erkennung Francos so schnell vor sich gehen werde. Daladier stoße im Kabinett auf den Wider st and mehrerer Mini st er, die, nachdem sie auf den Sieg der Roten gesetzt hätten, ihren Irrtum noch nicht eingestehen wollten.

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Auch die meisten Londoner Sonntagsblätter rechnen fest damit, daß die britische und die fran­zösische Regierung in Kürze die nationalspanische Regierung anerkennen werden. So meldet Sunday Times, die brittschen und französischen Vertreter in Burgos würden ihre Beglaubigungsschreiben als Botschafter gegebenenfalls bereits am Donnerstag dieser Woche überreichen. Nach Anerkennung der Regierung von Burgos werde der Weg frei sein ür Besprechungen zur Vorbereitung der künftigen politischen und wirtschaftlichen -Zusammenarbeit" zwischen Nattonalspanien und den beiden West­mächten. Sowohl England wie Frankreich legten jedoch Wert auf einneutrales", freundlich eingestelltes Spanien, nicht aber auf ein Spanien, das feine Unterschrift unter den Antik 0 min­te r n p a k t gesetzt habe. (!) Bei diesem Punkt würden die großen diplomatischen Kämpfe einsetzen. Wenn die Roten noch weiterkämpfen wollten, dann ei das lediglich, um bessere Friedensbedingungen herausschlagen zu können. SolltenItalien und England gemeinsam" ihren Einfluß für den Frieden in Spanien einsetzen, dann würden, sie nicht nur den Segen Spaniens, sondern auch den Frankreichs und Deutschlands verdienen ...

Garoin schreibt im Observer, Franco könne jetzt icher sein, daß er den Krieg gewinnen werde. Er könne sich denjenigen, die ihm geholfen hätten, nicht undankbar zeigen. Aus der anderen Seite könne er unmöglich alle Zukunftshoffnungen auf ein glückliches Spanien dadurch zerstören, daß er die iberische Halbinsel zu einemBauern auf dem europäischen Schachbrett" mache. England und Frankreich wünschten als Gegenleistung für die großen Verdienste, die sie gerne Nationalspanien leisten würden, nichts anderes alswirkliche Neu­tralität".

Gesundes Mißtrauen in Vurgos.

San Sebastian, 12. Febr. (Europapreß.) Die nationalspanische Presse reagiert mit immer größe­rer Schärfe gegen die Methoden, mit denen die eu­ropäischen Demokratien nach dem nattonalspanischen Siege in Katalonien an der Aufnahme der Be­ziehungen mit Burgos arbeiten. Aus den Artikeln der Presse und den Aeußerungen nationalspanischer Persönlichkeiten zeichnen sich insbesondere zwei Punkte ab: Der unbeugsame W i l l e zur Unab­hängigkeit und die ebenso unabänderliche Ent­schlossenheit zu einer Machtentfaltung Spaniens, die ausschließlich von nationalen Inter­

essen bestimmt ist und ferner unbedingte Treu e, z u den Freunden Nationalspaniens.

Das maßgebliche nationalspanische BlattD l a - rio Vasco" stellt eine ausführliche Bilanz der Spanienpolitik Englands und Frankreichs auf, wie sie sich vom nationalspanischen Standpunkt aus ergibt. Das Blatt schreibt, die Demokratien würden sich auch hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten in Spanien einer falschen Spe­kulation hingeben.Der Hunger, mit dem jene an der Ausbeute des Friedens teilhaben wollen, die alles getan haben, damit wir den Krieg verlieren, ist sehr wenig erbaulich. Die Sprache der französischen Presse ist unerträglich. Die Ueberstürzt- heit und Anmaßung, die gegenwärtig festzustellen sind, lösen die Empörung des spanischen Volkes aus. Können uns die Franzosen sagen, wer Negrin, del Vayo und anderen die Flugzeuge für die Reise von Frankreich nach Valencia zur Fortführung des Krieges zur Verfügung stellte? Wenn diese Flüchtlinge weiter verbrecherische Pläne verfolgen, dann wird Frankreich dafür verantwort- l i ch sein." Mit ebenso scharfen Worten wendet sich Diario Vasco" auch gegen die englische Presse.

Fortsetzung der polttik der Hinterhalte.

Das Echo in Rom.

Rom, 12. Febr. (Europapreß.) Wenn das Inter­esse der römischen Öffentlichkeit auch von den Er­eignissen um den Vatikan beansprucht wird, so ver­zeichnet man hier doch auch die ausfälligen Bemü­hungen der Westmächte um Franco mit gebühren­dem Nachdruck.Giornale d'Jtalia" äußert:Der plötzliche Eifer Frankreichs und Englands um den Sieg Francos brauchte uns nicht übermäßig zu interessieren. Indessen sei klar, daß das plötzliche Liebeswerben Englands und Frankreichs um Franco, das dreißig Monaten täglicher Dolchstiche folge, nur eine neue Ausgabe der - P 0 litik der Hinterhalte und der Versuche der Schaffung wirtschaftlicher und politischer Vormachtstellungen bilde. Frankreich und Großbritannien suchten Natio­nalspanien aus seiner Verbundenheit mit Deutsch­land und Italien zu lösen, um es zu isolieren und einzukreisen und jene Politik der Kontrolle, der Einmischung und des Zwanges gegen National­spanien anzuwenden, die sich die beiden Mächte ver­geblich durch die Unterstützung der heute flüchtigen Roten zu sichern suchten. Dieses Spiel, das aber eine neue französisch-britische Offensive gegen Ita­lien, Deutschland und Nationalspanien darstelle, fei nur eine offenkundige und brutale Beleidigung des ritterlichen Geistes und der politischen Intelligenz der Spanier. Man könne in Spanien ebensowenig die Opfer an Blut, Geld und polittschem Einsatz vergessen, die Italien und Deutschland für die Be­freiung des Landes gebracht hätten, wie man die Tatsache übersehen werde, daß es Frankreich zu­zuschreiben sei, wenn der Krieg so ungebührlich ver­längert worden sei. Italien und Deutschland hätten immer nach dem Grundsatz:Spanien den Spaniern!" gehandelt. Was die wirtschaft­lichen Köder anbelange, so betont das Blatt, daß Nationalspanien selbstverständlich allen Grund habe, auch hier vorsichtig zu sein. Von der Pyre­näengrenze und von den Grenzen Marokkos müßte jede mit politischer Hinterlist verbundene wirtschaft­liche Hilfe ferngehalten werden, denn Spa­nien selbst sei reich an natürlichen Schätzen und könne feine Wirtschaft wieder aufbauen, ohne seine Freiheit für erpresserische Pläne verkaufen zu müssen.

Spanischer Dank für deutsche Lebensmittelsendungen. Hilfe des natwnalsozialistischenDeutschland für dieDpfer des bolschewistischen Terrors.

Berlin, 11. Febr. (DNB.) Die spanische Presse hebt die Bedeutung des Geschenks des Deut­schen Reiches für die bedürftige Be­völkerung Kataloniens hervor, das aus bedeutenden Mengen Lebensrnitteln besteht , und durch die Spende von Kleidungs stücken ergänzt wird. Die deutschen Transporte werden beschleunigt abgefertigt.Voz T>e Espana" schreibt, seiner entschlossenen und tatfräftigen Hilfe in den schweren Tagen Nationalspaniens fügt Deutschland ein weiteres Zeichen herzlicher Freundschaft hinzu Deutschland beweise damit, daß es nicht nur im Kriege, sondern auch beim Wiederaufbau an der Seite Spaniens stehe, um schnell die Wunden, die der Kommunismus schlug, heilen zu lassen. Spanien wird niemals vergessen, welche Länder zuerst Verständnis für die Erhebung Francos hatten. Unsere Dankbarkeit wird immer wach fein, niemals werden mir die Namen unserer Freurcke in schweren Stunden vergessen können.

Mario unter Feuer.

Paris, 12. Febr. (DNB.) Die nationalspanische Artillerie hat von 10.30 bis 11.00 Uhr und nach viertelstündiger Pause weiter bis 11.30 Uhr Madrid unter Feuer genommen, das sich auf alle Viertel der Stadt erstreckte. Dann wurde die Beschießung eingestellt. Ein Geschoß traf die französische Botschaft, in der die Fensterscheiben in Trümmer gingen. Durch eine Bombardierung von Alicante wurden 20 Ge­bäude zerstört, darunter die Markthalle und das Haupttheater der Stadt. Negrin, del Vayo und mehrere andere rotspanische Oberhäuptlinge trafen am Sonntag in Madrid ein, wo sie sich mit anderen Bonzen zu einer Beratung ver­einten. Wie die Agenzia Stefan; von zuverlässiger Seite aus Burgos erfährt, hat sichGeneral" Miaja an^ 8. Februar zum französischen Konsul be­geben, um ein Visum für Dran zu erhalten.

Mssenlültwanderulig ehemaliger roter Mlizeu.

Paris, 13. Febr. (Europapreß.) Der plötzliche .Ansturm nach Nationalspanien zurückkehrender Mi­lizen hat in der Gegend von Jrun vorübergehend zu Verpflegungsschwierigkeiten geführt. Deshalb haben hier die nationalspanischen Behörden die Schließung der Grenze nach Frankreich für den Rücktransport von Milizen bis zum Dienstag angeordnet. Frauen, Kinder und kriegsgefangene Nationalspanier werden von dieser Maßnahme nicht betroffen. Die nationalspanischen Behörden haben mitteilen lassen, daß ab kommenden Dienstag täg« l i ch 6000 Milizsoldaten zum Grenzüber­tritt zugelassen würden. Nach einer amtlichen fran­zösischen Statistik haben über 40 v. H. der nach Frankreich übergetretenen Milizen für Natio- nalfpanien optiert. Bisher sind rund 45 000 von ihnen nach Nationalspanien befördert worden. In Hendaye an der spanisch-französischen Grenze bei San Sebastian sand eine Besprechung zwi- scheu nationalspanischen und französischen Vertretern statt, in der beschlossen wurde, in Zukunft die Mi­lizen über d i e katalanische Grenze zu- rückzubefördern.

waltungsräuMen für die beiden Archive Räume für die Archivbenutzer, für Ausstellungen, Vorträge und Sitzungen sowie für die gemeinsame Bibliothek enthalten. Zur Aufnahme der Aktenbestände sind in einem mit dem Verwaltungsgebäude unmittelbar verbundenen Magazinflügel 32 000 Quadratmeter Regalflächeu vorgesehen. Es werden etwa 8000 Quadratmeter Grundfläche bebaut. Der Archivneu­bau liegt im Mittelpunkt von Wohn- blöden mit etwa 1500 Wohnungen, die nach der Planung des Generalbauinspektors von der Gruppe Wohnungsbau" der Deutschen Arbeitsfront in die­sem Jahre errichtet werden sollen. Damit wird nun auch der Wohnungsbau im Südgebiet von Berlin begonnen, nachdem mit der Bebauung des Schöne­berger Südgeländes und der gleichfalls in diesem Jahre erfolgenden Errichtung von 11 000 Wohnun­gen in Charlottenburg-Nord die großzügigen Woh­nungsbaumaßnahmen' des Generalbauinspektors in der Reichshauptstadt eingeleitet worden sind.

3n den Landdienst der HZ.

Eine Botschaft des Reichsführers ff,

Berlin, 11. Febr. (DNB.) Der Reichsführer ff Heinrich Himmler wendet sich an die deutsche Jugend mit folgender Botschaft:

Vor wenigen Wochen haben der Reichsjugend­führer und ich eine Vereinbarung zwischen ff und Hitler-Jugend getroffen, nach der den bewährten Angehörigen des Land- d i e n st e s der Hitler-Jugend der Weg zu einer neuen Bauern st eile der ff freigemacht wird. Die Jugend ist in erster Linie berufen, die Landflucht zu überwinden. Die Landflucht ist weniger durch äußere Maßnahmen, sondern fast ausschließlich durch innere Umkehr zu über­winden. Ich glaube daran, daß es durch eine see­lisch andere Einste11ung möglich sein wird, aus der in die Stabt flutende Bevölkerung eine aus voller Ueberzeugung auf bas ßanb zurückwollende unb zurückwanbernde Jugend zu machen. Ich glaube ebenso sehr, daß es durch eine innere Umstellung unserer Mädel und Frauen als der künftigen Mutter und ebenso auch der Männer gelingen wird, aus einem finberarmen Volk ein an Kin­dern reiches Volk zu werden, ebenso, wie es möglich war, aus dem marxistisch denkenden, bas Vaterlanb verneinenden den nationalsozialistisch den­kenden, Großdeutschland bejahenden deutschen Volks­genossen zu machen. Das eine war möglich aus dem Geist, den der Führer in uns geweckt hat, die Lösung der beiden anderen Fragen wird aus eben demselben Geist ebenso möglich sein.

Ick glaube deswegen, daß die besten Jungen und die besten Mädel, so wie einmal schon vor zehn Jahren es in der Artamanen-Bewegung angefangen wurde, sich zum Landdienst der Hitler-Jugend melden, um Magd und Knecht 1 beim Bauern zu sein, um zunächst einmal Land­

arbeit zu lernen, um auf dem deutschen Bauernhof mit Stolz an der Scholle zu arbeiten, um später dann auf den Siedlungshöf eil der ff Wehrbauern zu werden unb Bäu­erinnen zu fein unb bamit ewig neues beutsches Bauerntum zu begrünben. Kein Beruf ist bas, son- bern eine Berufung, wie sie größer einer

Leipzig, 12. Febr. (DNB.) Die Reichsmusik- tage ber HI. 1939 in Leipzig würben durch eine Feierstunde im Gewandhaus beschlossen. Der Neichsjugendführer sprach in ihr von ber wirklichen Begeisterung, welche bie Jugend von heute erfüllt. Sie sei keine Jugend, bie ihr Herz ewig auf ben Lippen trage.Mit Worten und schwärmerischen Vorstellungen", so erhärte er,ist es bei uns nicht getan. Die Jugend spart ihre Lei­denschaft für die Tat, ohne dabei an eine ro­mantisch ruhmbedankte Tat zu denken. Nein, im Sinne der heutigen jungen Generation mit ihrem klaren und unbestechlichen Blick kann eine solche Tat auch in einer Jahrzehnte langen selbstlosen Tätig­keit bestehen, die mit immer neuem Eifer ynö nie erkaltender Leidenschaft Tag für Tag neu begonnen, vom Morgen bis zur Mitternacht getreu erfüllt wird. Das Feuer der Jugend soll nicht in der Zeit der rem altersmäßigen Zugehörigkeit zu dieser Ju­gend auflodern und verglühen; es gilt, seine heilige Flamme für immer zu bewahren, den grauen Alltag des beruflichen Dienstes immer aufs neue mit seinem Schein zu erhellen unb zu bestrahlen.

Wenn wir für unser tägliches Brot arbeiten, meinen wir damit nicht allein bie Nahrung unseres Körpers. Wir meinen damit zugleich auch jene seelische und geistige Nahrung, die für unser Dasein als Deutsche unentbehrlich ist. Daß die Kunst Luxus sei diese Behauptung konnte nur von Individuen - ausgestellt werden, die unserer Rasse und unserem Wesen ewig fremd sind. Jedes Kind, das in unserem Volke geboren wird, ist ein Erbe unermeßlichen Kulturbesitzes. Darum gehören wir zu den reichsten Völkern dieser Erde, denn wir alle sind Mitbesitzer eines Kunst­schatzes, den sich das deutsche Volk einst geschaffen hat und auch in dieser Zeit fleißig mehrt. Mögen andere", so fuhr der Reichsleiter fort,auf ihren insularen Gold- und Pfeffersäcken sitzen und sich ihres materiellen Reichtums erfreuen, an dem ein paar tausend Menschen teilhäben, während Millio­nen in Armut ihr Dasein frisiert; wir besitzen Schätze, bie man mit keinem Gold kaufen Fann, bie darum aber ausnahmslos jedem Angehörigen un­serer Nation zugute kommen."

Wer sich als Deutscher auszuw isen vermag, legi­mitiert sich als Mitglied einer Kulturgemeinscha'ft,

Generation vom Schicksal nicht geboten werden kann. Darum, deutsche Jugend, tritt an!

Die Reichskundgebung für ben Lanbbienst ber HI. überträgt aus bem Berliner Sportpalast ber Deutschlandsender am Montag, von 20.30 Uhr bis 22 Uhr.

die der Menschheit unvergeßliche Dpkumente ihres schöpferischen Genius geschenkt hat. Keines dieser Erzeugnisse könnte gestrichen werden, ohne daß die menschliche Kultur einen Teil ihres Lebens ver­lieren würde. Es gibt aber ein anderes Volk auf dieser Erde, das sich gern unb oft zum Vorbild ber anberen Nationen macht, besten schöpferische Lei­stung aber in umgekehrtem Verhältnis zu seiner Kritiksucht steht. Ich könnte mir vorstellen, baß z. B. auf musikalischem Gebiet alle vergangenen unb gegenwärtigen Bemühungen dieser Nation gestrichen würben, ohne daß die Menschheit bas-Gefühl bekäme, etwas verloren zu haben. Ja, ich glaube, die ganze Welt käme in Verlegenheit, wenn sie plötzlich auch nur eine geniale musikalische Leistung dieses Volkes nennen müßte."

Baldur von Schirich sprach sodann von der kul­turellen Sendung, die die deutsche 3ugenb heute erfüllen müsse. Er setzte sich mit jenen Musikphilo­logen auseinander, bie ber Hitler-Jugend glauben ben Vorwurf machen zu müssen, die Jnstrumen- t a l m u s i k zu wenig zu pflegen. Mit Partituren unserer großen Symphonien sei im Kampf wenig auszurichten. Das schließt nicht aus, daß viele ihre seelisch« Reserve im Kampf um die Freiheit unseres Volkes aus ben tiefen Schichten unserer Dichtung unb Musik bezogen hätten. War es nicht besser, die mitreißenden Rhythmen neuer Lieder zu erfinden, mit denen Tausende, Hun- derttausende und Millionen ihrem Glauben an Volk und Führer Ausdruck geben konnten? Im An­fang war das Lied! Der gemeinsame Gesang der ganzen Jugend unseres Volkes, dieser edle Cho­ral des Glaubens und der Schönheit ist und bleibt die Grundlage aller musikerzieherischen Tätigkeit im Volk. Ohne unser Singen hätten wir nie das Wunder erlebt, daß wir heute mehr Jugendorchester besitzen als je zuvor unb vor allem solche Orchester, die aus Jugendlichen aller Berufe zusammengesetzt sind.

Den Wert des Volksliedes könne man nicht hoch genug anschlagen.Denn wie des Voltes Stimme Gottes Stimme ist, so ist auch des Volkes Weise Gottes Weise." In einem höheren Sinne ein* f a ch zu sein das bedeute die Kunst im Leben unb das Leben in ber Kunst. Nach ber Hervorhebung ber Erziehung burch Musik fchloß Balbur von Schiroch-

Das Lied die Grundlage der Musikerziehung.

Oer Reichjugendführer auf dem Leipziger Reichsmusiktag der HZ.