Ausgabe 
13.1.1939
 
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Groß-euische Verwaltung

ita

und begibt sich vor dasftaus des Reichskanzlers", um hier den Vorbeimarsch der Ehren­kompanie abzunehmen. Während die Truppe im Paradeschritt vorbeizieht, umjubelt die Menge den Führet und die Heil-Rufe begleiten ihn, bis er wieder ins Portal zurücktritt.

tung sichtbar. Jubelnde Heil-Rufe schallen ihm ent­gegen und begleiten ihn, als er an die Spitze der Ehrenkompanie herantritt und langsam die Front abschreitet. Ihm folgen der Kommandant von Ber­lin, Generalleutnant S e i f f e r t, und der Kom­mandeur des Wachregiments, Oberst v. Alten. Dann verläßt der Führer wieder den Wilhelmsplatz

Ciano, Parteisekretär Minister Starace, dem ita­lienischen Botschafter in London, Graf Grandi, und vom englischen Botschafter in Rom, Lord Perths be­gleitet. Beim Betreten der Tribüne wurden die englischen Gäste mit ihrer Nationalhymne und Hochrufen der in dem Stadion aufgestellten 5000 Mitglieder der faschistischen Jugendorganisationen begrüßt. Ehamberlain klatschte wiederholt den jugendlichen Sportlern Beifall für ihre hervorragen­den Leistungen.

Dann begaben sich die englischen und die italieni? schen Minister zum Palazzo Venezia, wo um 17.30 Uhr d i e zweite politische B e - sprechung zwischen Mussolini, Graf Ciano, Ehamberlain und Lord Halifax begann. Der Mei­nungsaustausch dauerte bis 18.45 Uhr. Im Anschluß an die Gespräche nahmen Chamberlain und Lord Halifax zilsammen mit den italienischen Staatsmän­nern im Palazzo Venezia einige'Erfrischungen ein, um kurz darauf den Palast zu verlassen. Chamber­lain weigerte sich Pressevertretern gegenüber, irgend­eine Erklärung abzugeben. Jedoch schlossen Beobach­ter aus den zuversichtlichen Gesichtsausdrücken der beiden -nFlischen Minister, daß die Gespräche im -palazzo Venezia zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen

Festliche Eröffnung der deutsch-italienischen Sendereihe.

Deutschland und Italien das Kernstück des abendländischen Kulturkreises.

ordnung begründe die alleinige Verantwortung des Gemeindeleiters, verstärke den Einfluß des Staates auf die Gemeinden und räume der Partei einen ent­scheidenden Einfluß auf die Gestaltung der Geschicke der Gemeinden ein.

Im Gegensatz zum liberalistischen Staat stelle der Nationalsozialismus die Persönlichkeit, die Eigenverantwortlichkeit und die freie selbstschöpfe­rische Initiative des Derwaltungsbeamten in den Vordergrund. Was den Derwaltungsbeamten binde und seinem Handeln Richtung gebe, sei die national­sozialistische Weltanschauung. Jedem einzelnen, ohne Rücksicht auf Herkunft oder Vermögen, die freie Ent­faltung seiner Persönlichkeit im Rahmen der Volks­gemeinschaft zu gewährleisten, sei eine der Haupt­aufgaben der Verwaltung. Werde die Verwaltung dieser Anforderung gerecht, so erreiche sie ihr schön­stes Ziel: Freund, Helfer uckd Berater aller Volks­genossen zu sein. Partei und Verwaltung strebten beide dem gleichen Ziele zu, hätten jedoch verschiedene Aufgaben. Die Partei führe das Volk, die Verwaltung hingegen vollziehe. Gleichwohl be­stehe eine enge Durchdringung des Verwaltunqs- opparates durch die Partei, damit die Verwaltung stets im Geiste des Nationalsozialismus geführt werde.

Man hat die $ragc aufgeworfen, ob es nicht zweckmäßig sei, die staatlichen Funktionen in vollem Umfang auf die Partei zu übertragen, womit der Dualismus zwischen Staat und Partei beseitigt werde. Diese Ueberlegung verkennt die Stellung und die Aufgaben, die der Partei im Dritten Reiche nach dem Willen des Führers zukommen. Die Partei ist das dynamische Element, welches das Leben der Nation bewegt. Sic führt das Volk; sie erzieht es im nationalsozialistischen Sinne und richtet es auf die Führung aus; sie .formt die Menschen, die die führenden Stellen in allen öffentlichen Bereichen einnehmen sollen. Mit diesen Aufgaben würde es nicht vereinbar sein, wenn die Partei die Funktio- nen des Staates übernehmen würde. Das Dritte Reich würde sich damit das Rückgrat zerstören.

Die Besprechungen in Vom.

Empfang im Quirinal. - Die faschisstische Jugend vor Ehamberlain

Berlin, 12. Ian. (DNB.) Auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propa­ganda Dr. Goebbels wurde die deutsch-ita­lienische Sendereihe durch ein Festkonzert im Großen Saale des Hauses des Rundfunks feier­lich eröffnet. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man auch Staatssekretär Hanke, den Vorsitzen­den des Verwaltungsrats der Reichsruirdfunkge- sellschaft, ferner den italienischen Botschafter Exzel­lenz Attolico mit mehreren Herren der Botschaft und eine große Anzahl von Angehörigen des Fascio. Das große Orchester des Deutschlandsenders unter Hans Weisbach leitete seine Darbietungen mit der Ouvertüre zu Richard Wagners Oper Rienzi" ein. Dann sprach zunächst Reichsintendant Dr. G l a s m e y e r:Der italienische Rundfunk wird beste italienische Musik zu uns senden, und wir werden mit unvergänglichen Werken edelster deutscher Musikschöpfung die italienischen Hörer er­freuen. Neben der sinfonischen Musik soll auch klas­sische und moderne Unterhaltungsmusik nicht Zu kurz kommen. Militärkonzerte werden ausgetauscht werden. Die Jugend beider Länder wird sich bei Hörnerklang und Trommelschall kennenlernen; sie wird dabei empfinden, daß der Rhythmus der Marschmusik vielleicht ein anderer, ihr Geist aber ein und derselbe ist.Dopolaooro" undKraft durch Freude" werden uns typische Volksmusik vermitteln und die Volksseelen einander näherbringen." Der Reichsintendant betonte, daß auch Reiseberichte und Vorträge in das Programm aufgenommen werden sollen.

Dann sprachen Reichsminister Dr. Goebbels und Botschafter Attolico. Dr. Goebbels sagte u. a.: Amerika ist von einem Italiener entdeckt worden, Bücher und Zeitungen kann man drucken, weil der Deutsche Gutenberg die Buchdruckerkunst erfand, die drahtlose Telegraphie ist mit dem Namen des Ita­lieners Marconi für alle Zeiten verknüpft. Die er­sten Explosionsmotoren schufen die Deutschen Benz und Daimler, Automobile und Flugzeuge sind ohne sie nicht zu denken. Diesel erfand den Dieselmotor. Deutsche und italienische Ingenieure entdeckten den Rundfunk" und damit das Zeitalter der Technik. Aus dem Zusammenwirken Deutschlands und Italiens sind im letzten Jahrtausend auf allen Gebieten der Kunst und' der Wissenschaft Glanzleistungen der abendländischen Kultur hervorgegangen. Auch die Staatsform^n und die staatsbildenden Ideen ent­

sprangen dem schöpferischen Geist desselben Kraft­feldes, das. heute politisch von der Achse RomBer­lin bestimmt ist. Monarchie, Demokratie, Sozialis­mus, Nationalsozialismus,autoritäre Staatsform, wo wurden diese Inhalte anders bestimmt, erdacht und erlebt innerhalb dieses Kraftfeldes? Wenn heute entfernt wohnende Betrachter das politische Geschehen in den autoritären Staaten schmähen und kritisieren, dann weiß jeder Kenner der europäischen Geschichte, wie anmaßend solche Belehrungen auf die Völker wirken müssen, die lange vor der Entdeckung Amerikas das Fundament der europäischen Kultur schufen. Immer war die schein­bar junge politische Achse RomBerlin die Kraft­linie einer schicksalgebundenen geistig-schöpferischen Geschichte.

Wenn sich nun der deutsche und der .italienische Rundfunk noch mehr als bisher zu einer leben­digen und intensiven Gemeinschaftsarbeit zusammen­finden, so heißt das nichts anderes, als das mo­dernste Verbindungsinftrument der Menschheit in den Dienst eines beide Völker erfüllenden gemein­samen politischen Willens stellen. Dies ist der Ausdruck jener politischen Erkenntnis, die die konstruktiven nationalen Kräfte und Völker gegen die destruktiven Zersetzungstendenzen stärken will.

Der italienische Botschafter in Berlin, Attolico, sagte dann: Von zwei großen befreundeten Führern geleitet, nähern sich unsere Völker' ebensosehr auf weltanschaulichem und politischem Gebiet wie auch in allen Teilen der Kultur einander. Das kürzlich in Rom unterzeichnete Kulturabkommen be­stimmt die Grundlagen für eine harmonische, frucht­bare und immer intensivere Austauschtätigkeit. Zu diesem Austausch trägt nun in einem regelmäßigen Rhythmus auch das modernste und schnellste Pro­pagandamittel bei: der Rundfunk, der allen und überall, in den großen Weltstädten wie in den ein­samen Dörfern, in den überfüllten Versammlungen wie in den kleinsten Heimstätten die Musik und die Stimmen des Vaterlandes und der ganzen Welt ver­nehmbar macht. Als musikalische Höhepunkte brachten die Sinfonie Nr. 7 A-dur von Beet­hoven und Johann Sebastian BachsPräludium und Fuge D-dur in der Orchesterfassung von Re- spighi den würdigen Ausklang dieser festlichen Ver­anstaltung, die einen neuen Abschnitt auf dem Wege zur kulturellen Annäherung der beiden Völker ein­geleitet hat.

_ k. (-. Rom, *12. Januar.

21m Donnerstagvormittag legten Ministerpräsi­dent Chamberlain und Lord Halifax am ©rab« der italienischen Könige im Pantheon emen großen, mit Bändern in den Farben Enq- lands geschmückten Lorbeerkranz nieder. Dann be­gaben sie sich zum N a t i o n a l d e n k m a l, wo sie am Grabe des Unbekannten Soldaten ebenfalls einen Kranz niederlegten. Anschließend schritten sie an Öen auf Öen Stufen des Nationaldenkmals auf- gestellten Vertretern des italienischen Offizierkorps und der Truppenabteilungen aller Waffengattungen auf k?lemn 'h"" verschiedenartigen Uniformen hak? L $1QÄa ?ene£IQ Aufstellung genommen Muttem Hierauf begaben sich die englischen Gäste in feierlichem ^uge in den Quirj.nal-Palast

'l'©X11* üblichen Zeremoniell im Thronsaal'

vvm Romg-Kaiser, umgeben von seinem Hofstaat rou.rbe"' Um. 12 Uhr folgte im SaUfcmi öes Palastes em Frühstück, an dem auch die hohen Wi^dentrager des Staates teilnahmen.

Chamberlain und Lord Halifax wohnten am Nachmittag einer großen Sportveranstal-

.«V-6 r s°sch'st'fchen Ju g e-n d im Forum Mussolini bei. Sie waren von Mussolini, Gras

Die Londoner Presse mrtnt, daß weder England noch Italien irgendwelche neue Verpflichtungen übernommen haben. Der römische Korrespondent der Time s" glaubt, daß innerhalb der gezogenen Grenzen die Gespräche befriebiigenb zu Ende ge­gangen seien. Von Anfang an habe man die Oe* spräche als lediglich erläuternd und erforschend vor­gesehen. Beide Seiten hätten ihre Gesichtspunkte zu den Mittelmeerproblemen klar und offen vorgx- bracht. Jeder verstehe des anderen Meinung. Mit Sicherheit könne man auch vor der Veröffentl-ichui^ des offiziellen Kommuniques schon sagen, daß keine Seite neue Verpflichtungen, Ab­machungen oder Abkommen gefordert habe. Was die italienischen Ansprüche gegen Frankreich anlange, so nehme man an, daß jede Seite auf ihrer ursprünglichen Haltung beharrt habe. Auf italienischer Seite werde erklärt, daß die italienische Politik auf zwei Grundsätzen basiere, F r i e den und Gerechtigkeit. Wenn man zunächst auf den ersten Grundsatz Nachdruck gelegt habe, so heute auf den zweiten, nämlich den der Gerechtigkeit der italienischen Ansprüche. Auch Daily Telegraph" undDaily Mail" find der An­sicht, daß sich die Lage keineswegs geändert habe, weder -zum Guten noch zum Schlechten. Dennoch werde der Besuch Chamberlains wieder einmal den Wert persönlicher Fühlungnahme un­ter den Staatsmännern erweisen.

Hamburg, 12. Jan. (DNB.) Reichsminister des Innern Dr. Frick hielt in der Verwaltungsaka­demie in Hamburg einen Vortrag über großdeutsche Verwaltung. Eine der Hauptaufgaben, die es 1938 Zu lösen galt, war die Eingliederung der heimgekehrten G e b ie t e in das Reich und damit die Vereinheitlichung ihres Rechts mit dem Recht des Reiches. Es mußten wertvolle Einrichtungen der zum Reich gekommenen Gebiete in das zu schaffende großdeutsche'Recht übernom­men werden. Hierdurch werde dem großdeutschen Gedanken gedient, nach dem die Leistungen aller deutschen Stämme und die Werte aller deutschen Lande im großdeutschen Reiche zur vollen Geltung und Entfaltung kommen. Die Neugestaltung der österreichischen und der sudetendeut'schen Verwal­tungsorganisation dürfe auch für die Ordnung des Verwaltungsaufbaues im gesamten Reichsgebiet Geltung beanspruchen. In der unteren Instanz soll- ten Land- und Stadtkreise gebildet wer­den. Die von den Landräten geführten Landkreise sollten staatliche Verwaltungsbezirke und Selbstver- waltungskörperschaften, die Stadtkreise Selbstver­waltungskörperschaften werden; in den Stadtkreisen solle die staatliche Verwaltung dem Oberbürgermei­ster zustehen. Mittelstufe der Verwaltung sollten die R e i ch s g a u e werden, die ebenfalls gleichzeitig staatliche Verwaltungsbezirke und Selbstverwal- tungskörperfchaften seien; ihr Führer, der Reichs­statthalter, werde mit umfassenden Befugnissen aus- zustatten fein. Zusammenfassung möglichst aller Fachverwaltungen in einer einzigen Behörde sei ein dringendes Gebot. Das Bedürfnis der Volksgenossen gehe dahin, sich im Verkehr mit der Verwaltung einer einzigen Behörde gegenüber zu sehen. Auch werde der Behördenleiter dafür sorgen, daß Inter­essengegensätze zwischen den einzelnen fachlichen Sparten ausgeglichen werden.

Das Dritte Reich habe ein einheitliches Gemeindeverfa ff ungs recht geschaffen, das auf dem Grundsatz der Unbeschränktheit her Auf­gabengebiete der Gemeinde beruhe. Diese Gemeinde-

Exzellenz! Jeder aufmerksame Beobachter hat festgestettt, daß Ihre Einladung zur Zu­sammenkunft in München bereits vor dem Bekanntwerden ihres Ergebnisses in den besorgten Herzen der Völker ein Gefühl der Erleichterung hervorgerufen hat. Es war dies nicht ein einfaches Vorgreifen bezüglich noch unsicherer Abkommen. Nein, es war vielmehr die ehrliche Freude über die Einführung eines friedlichen Verfahrens, das die besten Ergebnisse erhoffen ließ. An der Schwelle des neuen Jahres wollen wir diese Freude, die sich an das Verfahren knüpfte, feff- hatten und in einem Wunsch für die Zukunft wandeln. Gebe es der Allmächtige, daß ein solches friedliches Verfahren, das sich bei der Münchener Zusammenkunft als so wirksam er- wiesen hat und das dem Wunsche aller Völker so sehr entspricht, das üblicheMittelzur Schlichtung aller internationaler Streitfälle wird.

Es liegt uns am Herzen, diesem Wunsch, der wegen seiner Tragweite als weltumfassend bezeichnet werden kann, im NMmen unserer Staatsoberhäupter und auch in unserem eigenen Namen die aufrichtig­sten und ergebensten Wünsche für das persönliche Wohlergehen und das Glück Eurer Exzellenz wie auch für das Weitergedeihen Ihres Landes Deutsch­land hinzuzufügen."

Die Antwort des Führers.

Der Führer und Reichskanzler erwiderte darauf:Herr Nuntius! Für die freundlichen Glück­wünsche, die Eure Exzellenz mir namens des in Berlin akkreditierten und hier versammelten Diplo­matischen Korps aus Anlaß des Jahreswechsels zum Ausdruck gebracht haben, danke ich Ihnen auf­richtig.

In Ihrer Ansprache haben Sie, Herr Nun­tius, besonders des Tages der Zusammen­kunft der Vertreter der vier Groß­mächte in München gedacht. Auch mir drängt sich beim Rückblick auf das vergangene Jahr die Erinnerung an dieses Ereignis in be­sonderer Weise auf. Die deutsche Nation denkt in tiefer Dankbarkeit daran, daß das Jahr 1938 auch für unser Volk die Verwirklichung seines unabdingbaren Rechtes auf Selbstbestimmung gebracht hat. Wenn dieses erreicht worden ist, ohne daß auch nur einen Tag der Frieden Europas unterbrochen wurde, so hat dabei in der Tat die Politik einer weisen Einsicht der Mächte, die in dem Münchener Abkommen ihren Ans-

. druck fand, einen bedeutsamen Anteil.

Ich habe bereits an anderer Stelle Gelegenheit genommen, aus Anlaß dieses Jahreswechsels dem Dank Ausdruck zu geben, den das deutsche Volk den Staatsmännern gegenüber empfindet, die es im Jahre 1938 unternommen haben, mit Deutsch- lanb zusammen Wege zu einer fried- lidjen Lösung der unaufschiebbaren Fragen zu suchen und zu finden. Daß es gelungen ist, zu dem von Utzs allen gewünschten friedlichen Erfolge zu gelangen, verdanken wir nicht nur dem Friedens­willen und dem Verantwortungsbewußtsein der be­teiligten Regierungen, sondern vor allem der Ein­sicht, daß die in der geschichtlichen Entwick­ln ng und den natürlichen Bedürfnissen der Völker begründeten Notwendigkeiten früher oder später anerkannt werden müssen und nicht zum Nachteil eines einzelnen Volkes ober Staates ab gelehnt ober gar mit Gewaltmitteln ver­baut werden dürfen. Die beteiligten Mächte haben aus dieser Einsicht die notwendigen Folge­rungen für ihre politischen Entschließungen ge­zogen unb damit wahrhaft dazu beigetragen, nicht nur den europäischen Frieden zu bewahren, sondern auch ein gesünderes und glücklicheres ^"^opa zu schaffen. Dieser Vorgang berechtigt auch nach meiner Ueberzeugung, darin stimme ich mit Ihnen, Herr Nuntius, überein, zu ,öer Hoff­nung, daß es auch in Zukunft der Einsicht der lei-' tenben europäischen Staatsmänner gelingen wirb, Europa jenen Frieden zu schenken, der den natür- u^n und damit berechtigten Interessen der Völker im höchstmöglichen Umfange gerecht wird -?> ®münfd)e, die Eure Exzellenz für das

putsche Reich und für mich persönlich zum Aus- druck brachten, erwidere ich von Herzen. Sie gelten Ebenso sehr dem, persönlichen Wohlergehen aller hier vertretenen Staatsoberhäupter wie dem Glück und Gedeihen ihrer Länder."

Nach dem Austausch der Ansprachen begab sich J 1 £ UJ? r Cr "b Reichskanzler, begleitet oom Reichsminister des Auswärtigen, zum Doyen beglückwünschte ihn und die nach ihrer Rangfolge stehenden Botschafter, Gesandten unb Geschäftsträ- SrJlSÄ!n und nahm deren Glückwünsche entgegen. Rach Abschluß feines Rund ganges grüßte der Füh­rer und Reichskanzler von der Mitte des Saales aus zum Abschied das Diplomatische Korps und ver- ließ hierauf mit feiner engeren Begleitung wieder öen Großen Empfangssaal. Der Chef des Protokolls geleitete alsdann den Doyen unb die übrigen Mis- sonschefs durch die Große Galerie und die Reihe ber übrigen Säle zurück zu der Freitreppe des Ehrenhoses von wo gegen 13 Uhr die Abfahrt des Diplomatischen Korps unter den gleichen Ehrenbe­zeugungen der Ehrenkompanie wie bei ihrer An­kunft erfolgte.

^urz nach 13 Uhr tritt die Ehrenkompanie erneut unter präsentiertes Gewehr, der Präsentiermarsch erklingt, und im weit geöffneten Einfahrtstor zum Ehrenhof werden der Führer und seine Beglei­

akkreditiert ist unb das sich in diesem Augenblick vor Eurer Exzellenz versammelt hat, die Ehre, Ihnen durch seinen Doyen seine besten Glück­wünsche zum Ausdruck zu bringen. Das soeben ,}u Ende gegangene Jahr, so stürmisch es auch war, Hot uns einen s o heiteren und verhei­ßungsvollen Tag geboten, daß es für x uns eine Stärkung und freudige Hoffnung bedeutet, diesen Tag jn Erinnerung bringen zu kömien. Die­ser Tag, an dem vier Staatsmänner gleichsam un­erwartet in Ihrem Lande zusammenkamen, um in einer schweren Stunde d i e für den Frieden entscheidenden Abkommen zu schließen, hat alle Völker mit Freude erfüllt: der aufrich - tigfte Beifall unddas Dankgebet aller waren damals der Ausdruck der allgemeinen Freude.

Als Vertreter dieser Völker, die dem Frieden zu- jubeüen, sind wir glücklich, unsererseits am Ende dieses geschichtlichen Jahres die mutigen Schöpfer dieser Abkommen öffentlich zu ehren und gleich­zeitig den Dank zum Ausdruck zu bringen, den jeder Freund des Frieden auszufprechen sich verpflichtet fühlt.

fein mögen. Der Duce und Graf Ciano hatten kurz nach dem Weggang der englischen Minister noch eine Unterredung, die etwa eine Viertelstunde dauerte. In der englischen Botschaft in Rom wurde zu verstehen gegeben, daß die offiziellen Befvrechun- gen mit den Donnerstagsunterredungen als abge­schlossen betrachtet werden könnten. Es sei nicht notwendig, so fügte ein Vertreter der englischen Diplomatie hinzu, zu betonen, daß von keiner Seite irgendwelche Uebereinfommen ober Bindungen ein-

Fastet erobert.

Franco-Legionäre stürmen die Patzstettnng vor Balls.

3an- (DNB. Funkspruch.) Im Abichiutt Montblanch setzten die Legionärfor­mationen Francos ihren Vormarsch längs der Hauptstraße Lcrida Montblanch Valls Tarra- gona fort. Acht Kilometer südlich von Montblanch stießen sie am Paß des Cogulla-Hebirges auf bef = 11 g e n Widerstand der R o t e n , die die Pah« stellung stark ausgebaut hatten, um hier den Vor­marsch der Nationalen zum Halten zu bringen. Nach schweren Kämpfen stürmten die nationalen Truppen * schließlich den Paß, von dem aus sich die Straße bis Valls zu senkt. D '

Das spanische Marokko-Korps unter General Na- gue hat die südkatalanische Kreisstadt Falset im Sturmangriff genommen. Im Süden besetzten sie den Ort Marsa, im Norden drangen sie langsam bis an den Stadtrand von Falset vor. Nachdem die Einkreisung auf drei Seiten völlig vollzogen mar, griffen die Marokkaner mit Panzerwagen denen Infanterie mit Handgranaten folgte, die Stadt selbst an. Die Roten verschanzten sich noch einmal am Stadtemgang, doch der konzentrische Angriff der Nationalen machte jeden Widerstand erfolglos Der letzte Zufluchtsort der Roten wurde die Falset be-> hcrrschende Burg die schließlich der nationalen ^nnar4-Uer,l unterlag. Die Kreisstadt.Falset, die 5000 Einwohner zahlt, hat eine lebhafte Industrie: auch Bleimmen werden dort abgebaut. Die Ein­nahme bringt die Roten in dem Dreieck Tarragona TortosaFalset in die unmittelbare Gefahr von dem übrigen Katalonien abgeschnitten zu werden. Die Entfernung nach R e u s , der bedeutendsten In- dustriestadt Katalonien nächst Barcelona, beträgt nur noch 30 Kilometer auf der Hauptstraße, 2O Kilo- meter m der Luftlinie. Aus den Aussagen von Ueberlaufern geht hervor, daß die Roten das Ge­biet südlich der Linie FalsetReus bereits hast i g raumen, um nicht abgeschnitten zu wer­den. Aus dem Gebiet um Tortofa und der Stadt Tortosa selbst führt nur noch eine einzige Strafte nach Tarragona und auch diese hegt bereits im Feuerbereich der nationalen Ar­tillerie.

gegangen worden seien. In der amtlichen italieni­schen Mitteilung über die zweite Zusammenkunft Mussolini-Chamberlain wird lediglich angegeben, daßdie Unterredung VA Stunden gedauert" habe' Abends wohnten die englischen Gäste einer F e st- auffÜhrung von PerdisFalstaff" in der. niglichen Oper bei unb nahmen anschließend an einem von Außenminister Graf Ciano ihnen zu Ehren veranstalteten Essen teil.

*

Freitag mittag findet ein Empfang der englischen Minister bei Papst Pius XI. statt. Am gleichen Mittag gibt der englische Gesandte beim Heiligen Stuhl ein Frühstück.

Oer deutsche Botschafter wird von (Sra? Ciano unterrichtet. Rom, 12. Jan. (DNB.) der italiensche Außen, minrfter Graf Ciano hat Donnerstag vormit­tag unmittelbar nach der Unterredung mit dem englischen Außenminister den deutschen Botschafter von Mackensen empfangen. Die Besprechung diente der Unterrichtung des deutschen Bot­schafters über den Verlauf der ersten Unter­redung zwischen Mussolini undCham- b e r I a i n.

Der Eindruck in London.

abs. London, 13. Januar.

Der Eindruck in Londoner politischen Kreisen über den Verlauf der römischen Gespräche ist der, daß diese Gespräche in einem überaus freundschaft­lichen Tone geführt worden seien. Es würden in der Frage des Suez-Kanals, Tunis', der spanischen und der Rüstungsfrage, aufbauend auf den römischen Gesprächen, in der weiteren Zukunft zufrieden« teilende Ergebnisse erzielt werden können. Aus eng­lischer Quelle verlautet weiter, daß der Duce mit Chamberlain die spanische Frage eingehend erörtert haben soll. Mussolini soll dabei zum Aus­druck gebracht haben, daß die neuen militärischen Erfolge General Francos diesem die Berechtigung zur Zuerkennung der Rechte eines kriegführenden Staates gäben. Der Duce soll weiter angedeutet haben, die Gewährung der Rechte eines kriegführen­den Staates für General Franco würde es der ita- lienifchen Regierung ermöglichen, eine weitere Zu­rückziehung von italienischen Freiwilligen in Er­wägung zu ziehen, was nach italienischer Ansicht ein glücklicher Beitrag zum europäischen Frieden" sein müsse.