Keitag, 13. Januar 1939
189. Jahrgang
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Sie ersten Empfänge
i Wünschen für den
das
Wie die Litauer nach Memel kamen
Als Doyen des Diplomatischen Korps richtete d c t Apostolische Nuntius, Monsignore Cesare Orsenigo, in französischer Sprache eine Ansprache an den Führer und Reichskanzler, die in der Uebersetzung wie folgt lautet: „Herr Reichskanz-
Sie Ausfahrt des Diplomatischen Korvs
Neujahrsempsang in der neuen Reichskanzlei.
Der erste Staatsakt im neuen Repräsentationshaus des Großdeutschen Reiches
n e r, dem Reichsminister und Chef der Reichskanzler Dr. Lammers, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, dem Pressechef der Reichsregierung, Reichsleiter Dr. Dietrich, dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, F r e i- herrn von Weizsäcker, dem Chef der Persönlichen Adjutantur, SA. - Obergruppenführer Brückner, und dem Chef der Adjutantur der Wehrmacht, Oberstleutnant d. Genst. S ch m u n d t
Die Ansprache des Nuntius.
oember die Memelländer Gelegenheit hatten, am 11. Dezember einen neuen Landtag zu wählen, konnten sie zum erstenmal in voller Freiheit ihre nationale Gesinnung bekennen. Der neue Landtag umfaßt 25 deutsche und 4 litauische Abgeordnete und damit ist ja denn wohl auch das Urteil über den litauischen Handstreich vom Jahre 1926 gesprochen. Die Memeldeutschen haben erkennen lap fen, daß sie niemals mehr damit einverstanden sein wollen, sich der Willkür der Litauer unterzuordnen., Nicht nur durch das Autonomie-Statut, sondern ge- rade auch durch dieses freie Bekenntnis ist eindeutig bewiesen, daß sie sich ihre Rechte aus ihrem Deutschtum niemals nehmen zu lassen brauchen. Der Ausstieg Deutschlands zum Großdeutschen Reich hat auch den Memeldeutschen das Gefühl des Schutzes und der Geborgenheit für alle Zeiten vermittelt. Kr
Besuch Ribbentrops in Warschau.
Berlin. 12.Jan. (DNB.) Der polnische Außen- minisler, Oberst Beck, hat den Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, bei seinem Zusammentreffen mit dem Reichsaußenminister in München namens der polnischen Regierung zu einem Besuch in Warschau eingeladen. Der Reichsminisier des Auswärtigen hat die Einladung angenommen. Die Reise, die einen Gegenbesuch für den seinerzeitigen Besuch des polnischen Außenministers in Berlin darstellt, wird voraussichtlich noch im Laufe des Winters stattfinden.
ungeheure Tempo schon nichts Ungewöhnliches mehr- in Deutschland, weil unser schaffendes Volk politisch und organisatorisch so ausgerichtet ist, daß es jedem Befehl des Führers wie ein Mann zu folgen vermag. Bei solcher intensiven Leistung, die aus freiwilliger Gefolgschaft beruht, bleibt immer noch Zett und Raum für Scherz und Humor, bleibt Gelegenheit für manch ernstes oder fröhliches Gespräch. Eines Tages stand die gesamte Belegschaft morgens, als die Arbeit beginnen sollte, vor dem Bretterzaun in der Voßstraße statt aus dem Bau Es war eine allgemeine Bewegung unter den Arbeitern, und man hörte zuweilen ein unterdrücktes Lachen. Als die Männer gefragt wurden, weshalb sie so tatenlos daständen, wie en sie auf ein Schild am Eingang zur Baustelle: „Der Zutritt zum Bmiplatz der neuen Reichskanzlei ist Derb o t e n. Man hatte in der Eile ein falsches Schild aufgestellt statt des richtigen, auf dem natürlich nur den „Unbefugten der Zutritt verboten wurde. So also sieht em
Streik" aus bei uns in Deutschland, und deshalb können wir in einem Jahr Bauwerke von solcher Größe und Schönheit errichten wie die neue Reichskanzlei LV1
Hier empfangt das deutsche Volt.
^on unterer Serlmer Schristlettung.
Mt stolzer Genugtuung hat das deutsche Volk aus Bildern und Presseberichten. ,a aus den Wor- °us h.. ctührcrs selbst entnommen, datz die Lon inÄm Neubau der Re.chskanz- ?e? nun endüch ein repräsentatives Gebäude er- chalten hai. das der Würde, der Macht und dem Ansehen des Grohdeutschen Reiches entspricht. Die- jer erfte Monumentalbau des neuen Berlin ist »runmehr durch die ersten Staatsakte, die in seinen -Räumen stattfand-n, geweiht worden nämlich Lurck die Neujahrsempsange des Führers Schon durch diese Tatsache wie durch die Manze Anlage des Bauwerks, wird unterstrichen, welchen Zwecken diese architektonische und raum- Lünstlerische Meisterleistung unseres pingen nationalsozialistischen Zeitalters zu dienen hat: die neue Reichskanzlei enthält keine Pnvatraume für das -Staatsoberhaupt oder die Regierung, sie ist auch kein Palais oder Schloß tm Stile Derflungener Seiten sondern sie ist gedacht als eine Statte, an ke g-a b°ü°t wird,'a/d°r'aber auch der Führer einer Weltmacht als Sprecher seiner Natron die
Sissow
Glückwünsche der Staatsoberhäupter, Regierungen unh Völker entgegenzunehmen. Um elf ühr emp- Hna der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht in feinem Arbeitszimmerzu- die Oberbefehlshaber der Wehr- wist eile, Generalfeldmarschall Göring Generaladmiral Dr. h. c. Raeder Generaloberst von Brauchitsch und den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Kettel, zur Entgegennahme der Glückwünsche des Heeres, der Kneasmarine und der Luitwaffe. Die Glückwunsch e der NSDAP, hat der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. dem. Führer bereits vor einigen Tagen überbracht. Eine auf dem Wtt- belmsplatz aufgestellte Ehrenkompanie des Wachregiments unter Führung des Hauptmanns Croert erwies den Oberbefehlshabern bei ihrer An-und Abfahrt die Ehrenbezeugungen Beim Verlassen des Hauses schritten sie gemeinsam die Front ab hieran schloß sich der Empfang des Chefs der deutschen Polizei, Reichsfuhrers *i*l Hjmni- - öer in Begleitung von Obergruppenführer sse'ißmener, G-neral der Polizei Muege und Öen Gruppenführern Heydrich, Wolff und Pancke । berrl Führer die Glückwünsche aller Miederungen
nlter Sitte eine Probe des von ihnen erzeugten Zol»s mit Schlackwurst und Eiern und °m dem rafrirfmHnfrhpnefticbt. den soge
hohen Gäste und Dertreter fremder Staaten empfängt. Diese Funktton ist es, die den Besucher der neuen Reichskanzlei aus ihrer gesamten äußeren Gestalt sowie aus allen Einzecheiten chrer inneren Raumaufteilung und Ausstattung anspricht. Wer durch die weitläufigen Jnnenhbse, Sale und Zimmerfluchten des neuen Reprasentationsbaues geschritten ist, wer das fein ab getönte 3u[ammen|piel der Farben und Formen, die hier zu höchster Geltung kommende Schönheit deutscher Steine, deutschen Marmors, deutschen Werkstoffes, wer die edlen Maße der Tore, Türen, Fenster, Säulen, Pfeiler und Gesimse, die künstlerische Vollendung der sparsam aufgestellten Plastiken und sonstigen Schmuckgegenstände bewundert hat, der weih, datz hier ein Bau entstanden ist, den jeder deutsche Volksgenosse mit berechtigtem Stolz sein eigen neu-
die in der wunderbaren Harmonie der verschiedenen Gesteinsarten unb Materialien eine Fülle von Vorbereitungen, Berechnungen und Versuchen erforderte, so weiß man in der Tat kaum, wie dies alles in so kurzer Zeit geschaffen und fristgerecht als krönender Abschluß des großdeutschen Jahres in praktischen Gebrauch genommen werden konnte. Erklären läßt sich dies Wunder nur dadurch, daß hier der Nationalsozialismus gebaut hat, daß der Führer als politischer Baumeister des Dritten Reiches zugleich auch der Baumeister einer neuen Kultur» ep 0 che ist, welche die Größe unserer Zeit in unvergänglichen Werken aus Stein und Erz festhält. Nationalsozialistischer Geist ist es gewesen, der auch Albert Speer befähigte, Planung, Entwurf und Durchführung des gewaltigen Bauvorhabens rechtzeitig zu vollenden. Nationalsozialistischer Geist ist es gewesen, der die Mitarbeiter des Generalbauinspektors sowie die gesamte Arbeiterschaft beseelte. Nationalsozialistischer Geist ist es gewesen, der unter allen 8000 Gliedern dieser Arbeitsgemeinschaft em kameradschaftliches Gefühl entstehen ließ, von dessen Betättgung nicht zuletzt die Schnelligkeit und. die Qualität der Leistungen abhing. Freilich ist dieses
Manchem der durch den Versailler Vertrag neugeschaffenen Stauten genügte das, was ihnen als reife Frucht in den Schoß gefallen war, nicht, je ahen sich bewogen, noch weitere Korrekturen zu. hren Gunsten auf eigene Faust zu unternehmen. Zu diesen Staaten gehörte Litauen. Es ist gerade sechzehn Jahre her, daß eines frühen Morgens litauische Soldaten, die man in Zivilkleider gesteckt hatte, um einen Aufstand zu fingieren, überraschend im Memellande auftauchten und es vor Den Augen des damals ohnmächtigen Deutschland kurzerhand annektierten. Die Litauer nannten das damals eine „Befreiung" des Memellandes und sw waren darüber so erfreut, daß sie seither den 15 Januar, den Tag, an dem sie die Stadt und den Hafen von Memel besetzen konnten, als besonderen Staatsfeiertag begingen. Sofort setzte auch die Geschichtsfälschung ein. Man behauptete, durch diese "Volkserhebung" sei bewiesen worden, daß die memelländi- sche Bevölkerung rein litauisch gesinnt sei und daß sie keinen anderen Wunsch gehabt habe, als von Kowno regiert zu werden. ei # f
Die traurigste Rolle bei diesem Spektakel spielten die alliierten Besatzungstruppen, in der Hauptsache französische Einheiten, denn die Ivilbevölkerung war völlig wehrlos und es war ch noch nicht die Zit gekommen, wo em Deut- er in der Lage gewesen wäre, mit der Waste der Hand seine Freiheit und seine Ehre zu
rteibigen Zwar hatten die Führer der Be- , tzungstruppen, die von dem geplanten Anschlag änd bekommen hatten, noch kurz zuvor ange- nbigt, daß sie bis zum letzten Mann den ihrem chutz anvertrauten Boden verteidigen wurden; .er schon als die ersten Schüsse fielen, zogen die ataitlone die weiße Fahne auf und suchten m [irrer Flucht Schutz auf den Schiffen, die int letneler Hafen lagen. Don hier aus wurden sts mn direkt in die Heimat abtransportiert. Dieser orfall ist eines der traurigen Beispiele, daß die Sieger" von Versailles nur dann entschlossen warn, eine korrekte Durchführung des Vertrages zu »rlangen, wenn sie befürchten mußten, daß cs .eutsche waren, die eine Aenderung der Bestim- tungen zu ihren Gunsten erstrebten. So hat die pariser Botschafterkonferenz keine Bedenken getra- en, die vollendete Tatsache, die durch den lttau- chen Handstreich geschaffen worden war, zu sank- onieren. In Paris kam es im Mai 1924 ZU dem kannten M e m e l a b k 0 m m e n , in welchem ier Großmächte die Garantie dafür übernahmen, aß das darin enthaltene A u t 0 n 0 m 1 e - S t a - u t von den Litauern aufs Peinlichste eingehalten »erben würde. Denn um den Rückzug zu decken, iatte man den Litauern das Versprechen abge- tommen, die Verwaltung des Mernellandes so zu gestalten, daß die überlieferten Rechte und Die rultur seiner Bewohner gesichert wurden. Ick wel- hern Geiste sich Litauen an das Statut gehalten )-t, ist nur zu sehr bekannt. Fast sämtliche Be- timmungen, die zu Gunsten der Memeldeutschen prachen, wurden durch Ausnahmegesetze und m »inem zwölf Jahre währenden Kriegszustand au f - 1 eh 0 ben. Der Völkerbund, den die MWmeldeut- idjen in ihrer Verzweiflung angerufen hatten, oerhielt sich so, wie er sich immer gegenüber Klagen von Minderheiten verhalten hatte, er d e r « schleppte die Angelegenheit oder begnügte sta) mit sanften Mahnungen an die Vertragsbrüchigen Regierungen, die sich jedoch auch in der Zukunst baau6V:Ä deren Z-bl int
L-Ust der J-H?e durch behördlich geförderte Unter- ___x......— ««4, »«rGÄrPi rrmrftp Nllinscktte Niemand
^Auch"die fremden Diplomaten werden den Eindruck einer außerordentlichen und neuartigen bau- künstlerischen Leistung empfangen en einer Leistung die eben in chren Doraussetzunyen und Ergebnissen den neuen deutschen und n at 1 0 n al- sozialistischen Lebensstil widerspiegelt. Mit Recht fragt man sich, wie in so knapper Frist - die reine Bauzeit dauerte kaum ein Jahr - ein so geschlossenes und großartiges Merk aefchaffen roeroen konnte. Denn man dar, nicht vergessen daß die neue Reichskanzlei nicht mir eisten der schönsten sondern auch einem der größten Repräsentationsbauten m Deutschland und m Europa darstellt. Einige Dergleiche mögen das ÄZ™, »er'reicht nur b« J K aber noch nicht das neue Berlin kennt BestpiAs weise hat der Reichstag, der wohl als der Repra tzntaUobau -»--ämesten Reiche- «-n darf, eine Frontlange von 16d Ateier, > Trotzdem zeit von ln9ge^amt 14 b n °u^e9^e?^^
a n I®r"6eehna5 durchaus Einmaliges
Nr, wÄrend dst ^entsprechenden l-r Z äß-nnerhättMe bei
11 Meter lang sind. .„Monmnfciaeri Angaben
Während diese Empfänge noch ftattfanöen, begann gegen 11.30 Uhr von den Linden her die Auffahrt des D i p l 0 m a t l s ch e n . K 0 r p s zum feierlichen Neujahrsempfang. Die auf dem Wilhelmsplatz gegenüber dem Eingang Wilhelm- straße 78 aufgestellte Ehrenkompanie des Heeres mit Musik- und Spielleuten erwies jedesmal beim Eintreffen eines fremden Missionschefs die ihm zu- stehenden Ehrenbezeugungen durch Präsentieren des Gewehrs, wobei die Musik bei dem Nuntius und den Botschaftern den Präsentiermarsch schlug, wahrend für die Gesandl.n das Spiel gerührt wurde. Die weitere Vorfahrt führte durch das neue Dop
pelportal i n d e n E h r e n h 0 f zur Freitreppe, wo- em Doppelposten der ^.-Leibstandarte den aus- steigenden Diplomaten Ehrenbezeugungen erwies. Die Missionschefs begaben sich alsdann in den M 0 s a i k s a a l, wo sie vom Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner und dem Chef des Protokolls des Auswärtigen Amtes, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, empfangen und von wo sie durch die Runde Halle und die Große Galerie in den Gr 0- ß e n Empfangssaal geleitet wurden.
Nachdem die sämtlichen in Berlin beglaubigten 52 ausländischen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger hier Aufstellung genommen hatten, betrat । — Punkt 12 Uhr — der FÜhrer und Re 1 chs - kanzler den Saal zusammen mit dem Reichs-
! Ä beg,5.-?°°mLL: ier! V« b« gib. sich
. mlniste^ und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meiß- Diplomatische Korps, das bei dem Deutschen Neich
Gedeihen der Reichshauptstadt dankend ent- g^ ^^^szustandes am 1. No-
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