Ausgabe 
12.10.1939
 
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Oer Tyrann.

Von Ernst Tiink, Echzell.

Damit ängstliche Gemüter sich nicht durch diese Ueberschrift, die sie vielleicht ein wenig furchten macht, von der Lektüre dieses durchaus friedlichen Aufsatzes abhalten taffen möaen, fei vorweg ver­sichert, daß keineswegs von blutrünstigen Gewalt­taten eines grausamen Despoten die Rede sein soll. Aber würdest du jemanden, der jede deiner freien Minuten für sich in Anspruch nimmt, jedes Wochen­ende mit Beschlag belegt, dicht nicht einmal in deine wohlverdienten Ferien fahren läßt, der statt dessen dich sogar zwingt, mit Grabschippe, Hacke und Rechen im Schweiße deines Angesichts für sich zu arbeiten, und es auf die Alleinherrschaft über dein gesamtes Tun und Denken abgesehen hat, anders nennen als Tyrannen? Und dabei sieht er für den Außenstehenden so unsagbar friedfertig aus mein Garten.

Wenn andere an schönen Sommertagen MM Schwimmen gehen, muß ich die Raupen vom Ge­müse lesen; wenn die Kollegen ihren Feierabend mit einer oder auch mehreren Mollen friedlich be­gießen, häufele ich Frühkartoffeln; wenn die Freunde, mit denen wir gemeinsame Ferienwochen an der See verabredet haben, glückstrahlend ab­reisen, sind ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Bohnen und die Gurken soweit, daß sie eingemacht werden müssen, andernfalls die Bohnen hart und die Gurken gelb werden, womit eine entsprechende Verzinsung des in Samen und Bohnenstangen in­vestierten Kapitals und der Erfolg meiner diesjäh­rigen gärtnerischen Betätigung zu einem entschei­denden Teil in Frage gestellt wäre; wenn die Ver­wandtschaft am Samstagnachmittag mit dem Wagen oder, soweit es sich um die jüngere Gene­ration handelt, mit dem Paddelboot oder Motor­rad zum Wochenende fährt und mich wohlwollend einlädt, mache ich Jagd auf Wühlmäuse, die aber zu fangen mir noch nie gelungen ist. Vom Unkraut, dessen seltene Fähigkeit, durch zusehends schnelles Wachstum und zahlloses Auftreten alle anderen Pflanzen mit Ausnahme der Sonnenblumen in den Schatten zu stellen, mir beinahe so etwas wie ärgerliche Bewunderung abnötigt, will ich lie­ber garu schweigen. Solltest du also vorhin noch nicht restlos überzeugt gewesen sein, so wirst du mir doch jetzt zusammen müssen, daß ich nicht zu­

viel gesagt habe, wenn ich von meinem Garten als einem Tyrannen rede.

Und dennoch muß ich sagen, daß mein Garten Mir geradezu unentbehrlich geworden ist. Den Grund dafür nur darin zu sehen, daß er vom Frühjahr bis in den späten Herbst schlechthin un­erschöpflich ist an guten Dingen aller Art, trifft nicht das Richtige, und hieße, jener materialistischen Redensart beipflichten, nach der die Liebe durch den Magen geht, wenn auch wohl niemand in Ab­rede stellen mag, daß die zarten Radieschen, die frischgepflückten Erdbeeren und in der Sonne ge­röteten Tomaten mit Freuden willkommen gehei­ßen werden. Rein, diese Liebe geht tiefer: Sie liegt in dem alten Bauernblut, das von den Vor­eltern in mir stießt, und ihm entspringt die Freude am Säen und Ernten, das unzählige Male von ihnen geübt wurde.

Mit Radieschen und Erdbeeren wäre aber wenig gewonnen, wenn nicht die große Schar der hand­festeren Genüsse und lebensnotwendigen Vegeta - bilien hinzukäme, die zumeist erst einen Umweg über den Kochtopf oder das Einmachglas nehmen muß, bevor sie auf dem Tisch erscheint. Ihrer sei wenigstens andeutungsweise anerkennend gedacht: der prallen Krautköpfe und Gurken jeder Gröhe von ganz kleinen bis zu den langen Schlangen­gurken der gelben und roten Rüben und Schwarz­wurzeln, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln und der dicken Kartoffeln! Auch den bescheidenen Kräutern sei hier ganz wie im Garten ein Eckchen eingeräumt, den Thymian, Pfefferminze, Meiran, Bohnenckräutchen, Pimpernell, deren Bescheidenheit im Auftreten einen so erfreulichen Gegensatz bildet zu ihrem wirklichen Wert als Würzer des Mahles.

Doch was wäre mein Garten ohne die Blumen? Das ganze Jahr über geht ein Blühen und Duften um, daß es einem oft schier den Atem verschlagen will. Den bunten Reigen eröffnet schon Ende Ja­nuar ein gelbes Blümchen, das sich der Winter­sonne am Mittag weit öffnet, um dann gleich wie­der seine Blüten zusammenzufalten und so vor dem noch harten und rauhen Zugriff des Winters zu schützen. Es gehört zu der Familie der Anemonen; doch habe ich Mich vergebens bemüht, seinen Na­men in Erfahrung zu bringen, was aber meine Freude über diesen ersten schüchternen Gruß des Frühlings nicht im geringsten zu beeinträchtigen vermag. Dann kommen sie alle der Reihe nach: Schneeglöckchen und Veilchen, Krokus, Tulpen und die samtenen Aurikeln. Sie sind der Anfang des

Kranzes, den Frühling, Sommer und Herbst in überquellender Fülle und rauschender Farbenpracht winden und dessen letzte kleine Lücke erst der 2ßin= ter mit seinen Winterastern und der alabasternen Unberührtheit der Christrose schließt.

Soll heute ein Garten den Anforderungen der letzten Gartenmode. entsprechen, ja so etwas gibt es nicht nur bei den Frauen, so darf der Stein­garten keinesfalls fehlen. Dicken Polster von wei­ßem Gänsekraut (sprich: Arabis) und lila Au- brietien lockern die etwas bizarre Schönheit des Mauerpfeffers, der Fetthennen und der kräftigen Dachwurzro'fetten.

Kommt dann der Winter, fällt mein Garten mitsamt feinen Stauden und Sträuchern in einen tiefen Winterschlaf. Diese Zeit gilt es zu nutzen und all das nachzuholen, was unter der Herrschaft des Gestrengen im Frühjahr, Sommer und Herbst ver­säumt und hintangestellt werden mußte. Dann wer­den Bücher gelesen, Briefe geschrieben, Konzerte ge­hört und Besuche gemacht und empfangen. Das erste Lied der Lerche aber, und sei es noch so fein und leise, weckt ihn unweigerlich aus seinem Schlafe auf und damit ist der lange und freundliche Win­ter für mich wieder einmal endgültig vorbei.

Zeitschriften.

Fähnriche der Luft, aufgenommen beim Unterricht und beim Sport, in der Maschine und vor den verschiedenen Motoren, zeigt die neue I i n t e in ihrem Oktober-Heft. In den Bildern wird der Weg sichtbar, der von den preußischen Kadet­tenanstalten bis zu unseren heutigen Luftkriegs­schulen zurückgelegt wurde. Neben diesen Bil­dern steht eine Veröffentlichung, die zur Rückkehr Danzigs und zum Preise feiner Marienkirche Hans MemlingsJüngstes Gericht" zeigt. Die ganzseiti­gen Tafeln geben die Pracht und die Schönheit dieses berühmten Altars einmalig wieder. In einer Bildergalerie find die Werke zusammengestellt, denen wir in unserer Jugend überall begegnen konnten, die unsere Eltern begeisterten und das ge­treue Abbild einer Zeit ergeben. Schöne Photos von Westfalen, seinen Städten und Wasserschlössern, eine Veröffentlichung über das Wohnhaus Profes­sor Albert Speer, eine Novelle und als Farbtafel ein Porträt Wilhelm Furtwänglers, runden dieses reichhaltige Heft ab. Der Mod hil zeigt die neuesten Herbstmodelle, Mäntel, Kostüme, Nach­mittags« und Abendkleider und neue Stoffe.

Ein schwarzer Tag für englische Lügner

Der Arbeitsplan des Kriegs-WHW

nicht auch von dem SOprozentigen Krieaszuschlag. Daneben tritt wieder das Firmenopfer, eine

, eine!

Spendet Bücher für unsere Soldaten!

erwiesen sein.

Woods

wieder vorgesehen.

Sachspenden werden diesmal grundsätzlich nicht verteilt. An diese Stelle treten die Wert- scheine bis Y0 Rpf., einer und fünf Reichsmark. Sie berechtigen nur zur Bezahlung von Lebens­mitteln, Bekleidungsstücken und Stoffen auf Grund der Bezugsscheine. Die Pfundspende wird diesmal nicht durchgeführt. Es darf aber die Er­wartung ausgesprochen werden, daß die Volks­genossen die sonst hierfür aufqeroanbten Beträge an den Opfersonntagen zusätzlich spenden. Vorgesehen sind dagegen Kleidersammlun­gen. Ausbesserungsfähige Stücke, werden in den Nähstuben der NS.-Frauenschaft 'wiederhergestellt, im übrigen im Rahmen des Dierjahresplanes ver­wertet.

Berlin, 11. Oktober. (DNB.) Die NSDAP, führt im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht als eine Maßnahme des kriegswinterhitfswerkes eine Bücher- sammtung durch, zu der Reichsleiter Alfred Rosenberg folgenden Aufruf erläßt:

Unsere Soldaten stehen im harten Kampf für Deutschland. Diese mit allen Kräften zu unterstützen und die Gemeinschaft von Wehrmacht und Bolk zu stärken, ist uns eine hohe Pflicht, hier kann das deutsche Buch als Symbol für die Kraft unseres geistigen Lebens in hervorragendem Maße wirken. Daher ergeht an das ganze deutsche Bolk, insbe­sondere an die deutschen Berlagsan- stalten und Buchhandlungen, die Auf­forderung, Bücher zu spenden, die in Kriegs­lazaretten, Krankenhäusern der Heimat, Sammel- tagern und ähnlichen Einrichtungen den deutschen

Es erhebt sich aber noch eine weitere Frage, die uns nicht uninteressant erscheint: Woher kommt diese Lüge? Flieger pflegen im allgemeinen nicht zu lügen (und wir möchten doch nicht anneh­men, daß die besagten britischen Flieger in der fraglichen Nacht seelenruhig in ihren Horsten ge­schlafen haben). Bei Herrn Kingsley Wood wagen wir dies nicht mehr zu behaupten, obwohl er im Unterhaus die Luftangriffe auf Kiel und Friedrichs­hafen so glatt dementiert hat, daß man die eng­lischen und französischen Siegesmeldungen von Kiel und Friedrichshafen fast geträumt zu haben glaubt.

Wer hat also gelogen? Die einzige Möglichkeit, daß nämlich auch diese Lüge in der Zentrale des britischen Lügenministeriums ihren Ursprung hat, findet ihre einwand­freie Bestätigung in effektiven Unterlagen, die in

erhalten em Zu st and sind. Nicht abgelegte und zerlesens Schmöker wollen wir unseren Soldaten schicken, sondern Bücher, die uns selbst etwas wert sind. Bei den zahlreichen Werken unseres Unterhaltungsschrifttums soll nicht der herz­erfrischende Humor vergessen werden, der schon so oft vielen Menschen in manchen Stun­den des Lebens Stärkung und neue Kräfte geschenkt hat. Dann muß besonders auf die vielen histo­rischen Werke und Biographien, die unser deutsches Schrifttum in ausgezeichneter Form besitzt, hingewiesen werden, deren vorbildliche Dar­stellungskunst und Erlebnisnähe immer wieder packen und zum Nacheifern anspornen. Wir wollen uns vor der oberflächlichen Aberteuerliteratur hüten und auch vieles aus dem umfangreichen Romanschrifttum des Weltkriegs ausscheiden. Ein Soldat, der an der Front steht oder gestanden hat, empfindet die Härte des Kampfes nicht als Abenteuer. So wollen wir mit Eifer und Freude daran gehen, den unerschöpflichen Reichtum unseres deutschen Schrifttums zu über­prüfen und alles das herauszusuchen, von dem jeder von sich sagen kann:Das ist eines der schönsten Bücher, das mir viel gegeben hat und von dem idj glaube, daß es anderen genau so viel geben wird. Solche Bücher wollen wir spenden!

Oie Durchführung des sowjetrussisch­estnischen Beistandspaktes.

Reval, 11. Oft. (DNB.) Zwischen der sowjet- russischen und der estnischen Abordnung, die in Reval über die Durchführung der Bestimmungen des Beistandspaktes verhandelt haben, wurde eine Einigung erzielt. Mittwoch treffen im Revaler

Soldaten zur Berffigung gestellt werden sollen.

Die Sammlung erfolgt im Rahmen des Kriegswinkerhilfswerks durch die Blotf- und Zellenleiter sowie Angehörige der Gliederun­gen. Berlagsanstallen und Buchhandlungen werden gesondert aufgefordert. Als erste Spende stelle ich 2500 Bücher zur Berfügung.

Der Beauftragte des Führers für die Meber- wachung der gesamten geistigen und weltanschau­lichen Schulung und Erziehung der NSDAP.

gez. Alfred Rosenberg, Reichsleiter.

Wenn in den nächsten Tagen der deutsche Volks­genosse seinen Bücherbestand sichtet, um gute Werke, die er für geeignet hält, zur Verfügung zu stellen, so wollen wir ihn bitten, daran zu denken, daß für unsere Soldaten das Beste gerade gut ge­nug ist. Dazu gehört, daß die Bücher in gut

Man spielt den Harmlosen.

Nicht nur die deutschen, sondern auch die eng­lischen und die ftanzösischen Zeitungsleser erinmm sich noch g-anz genau: es war vor einigen Wochen, als plötzlich in der gesamten westdemokratischen Presse ein Bericht erschien, wonach englische und französische Flugzeuge einen ver- nichtenden Bombenangriff auf Kiel und Friedrichshafen unternommen hatten. Man feierte denSieg" ausgiebig. Die Berichte wurden unter riesigen Schlagzeilen veröffentlicht und schll- berten die'zerstörende Wirkung der Entente-Bom- ber in aller Ausführlichkeit. Besonders schwer soll- ten die deutschen Flugzeugwerke am Bodensee ge- troffen sein, was man sich auch durch sogenannte Ohrenzeugenberichte aus ber Schweiz bestätigen ließ. Die Freude in den demokratischen Haupt­städten war allgemein, und die beiderseitigen Lust­fahrtministerien konnten sich vor Glückwünschen kaum bergen. Da nun seit Kriegheginn in den eng­lischen und französischen Zeitungen kein Wöttlein steht, das nicht zuvor der strengsten politischen und militärischen Zensur Vorgelegen hätte, wurde also der ganze Schwindel auch durch die Regierungen in London und Paris gedeckt. Daß es sich tatsäch­lich um reine Lügenphantasien handelte, haben bann in den darausfolgenden Tagen einige neutrale Journalisten festgestellt, die durch die deutsche Regierung Gelegenheit erhielten, die angeblich zerstörten Werke in Kiel und Friedrichs­hafen zu besichtigen.

Die prompte Widerlegung der demokratischen Lügen muß in London und Paris einen sehr pein- lichen Eindruck gemacht haben, denn fortan schwieg man sich dort über die großartigen Heldentaten" der französisch-englischen Luftwaffe völlig aus. Schon schien die ganze Geschichte in Vergessenheit geraten zu sein so hoffte man wähl im englischen Lügenministerium so daß der britische Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood es nunmchr, am 10. Oktober, für angebracht hielt, folgende Erklärung im Unterhaus abzu­geben:Was die mysteriöse Angelegenheit in Friedrichshafen anbelangt, so haben weder wir noch die Franzosen ein solches Unternehmen durchgesührt". Wir glauben nicht, daß daß englische Volk wirklich so dumm ist, wie Sir Kingsley an­scheinend annimmt. Es dürfte sich auch bei dieser Gelegenheit gemerkt haben, in welcher Weise es von seiner Regierung mitsamt dem Luftfahrt­minister beschwindelt und an der Nase herumge­führt wird. Höchstens könnte einem ja die wirklich ungewöhnliche Dreistigkeit imponieren, mit der hier ein britischer Minister den Harmlosen spielt.

H. Ev.

Nachdem der Führer das Kriegs-WHW. 1939/40 eröffnet und das deutsche Volk zu einem würdigen Opfer aufgerufen hat, werden Einzelheiten des Ar­beitsplanes von ber Reichsleitung des WHW. be­kanntgegeben. , . .

Der Kreis der Hilfsbedürftigen wird möglichst alle diejenigen zusätzlich umfassen, die in­folge des Krieges geschädigt sind. Außer den bisher vom WHW. Berücksichtigten, also den bedürftigen Alten und weniger gut Verdienenden, werden in diesem Rahmen als Kriegsgeschädigte ins­besondere in Betracht kommen: Evakuierte aus den westlichen Grenzbezirken, ferner die bisher im Ausland ansässig gewesenen und bei Kriegs­ausbruch zurückgekeyrten Reichs- und Volksdeutschen, und Volksdeutsche, die in Danzig und den neu besetzten Gebieten der Hilfe bedürfen. Nicht zuletzt gilt die sorgsame Hilfsbereitschaft des Kriegs-WHW. natürlich den Familienmit­gliedern von Kriegsteilnehmern und den Hinterbliebenen.

Aber auch da wird diese wertvolle zusätzliche Hilfe einsetzen, wo wegen des Krieges wirtschaft­liche Umstellungen erfolgen mußten, die eine Einkommensminderung und besondere Schwierig­keiten zur Folge hatten. Sodann wird, wie Reichs­minister Dr. Goebbels bereits hervorhob, das Kriegs-WHW. noch stärker die gerade jetzt hervor­ragend notwendigen Arbeitsgebiete der NSV. för­dern, insbesondere das H i l f s w e r kM utter und Kind" und die Kindergärten, den NSV.- Bahnhofsdienst und die N S. <= Schwestern st ationen, die den notwendigen Ausbau finden.

Die Mittelbeschaffung bedient sich zu­nächst wieder des Lohn- und Gehaltsab­zuges in Höhe von 10 v. H. der festgesetzten Lohn­steuer, wofür die Türplakette gewährt wird. Die 10 v. H. werden, wie schon klargestellt wurde, nur von der normalen Lohn st euer erhoben,

einmalige Leistung, die auch in Raten gezahlt wer­den kann. Weiter können Opferbücher auf­gelegt werden, jedoch nicht in Dienstgebäuden der Behörden und Betriebe. Außer dem schon genann­ten Tag der Wehrmacht werden wieder ein Tag der nationalen Solidarität und ein Tag derdeutschen Polizei durchgeführt. Der bisherige Eintopf-, jetzige O p f e r f o n n t a g , wird erstmals am 22.Oktober und dann an jedem zweiten Sonntag im Monat durchgeführt.

Die erste Reichs st raßensammlung findet am 14. und 15. Oktober statt. Es sammelt die DAF., die dabei eine Serie von sechs Büchlein verteilt, deren MottoDer Führer macht Geschichte" lautet. Die Büchlein enthalten Bilder und Texte aus den Jahren 1933 bis 1938. Bei ber zweiten Reichs­straßensammlung, am 4. und 5. November, sammeln die Gliederungen der Partei, SA., ff, NSKK., NSFK., und verteilen dabei Ansteckzeichen in Form germanischer Schwerter und Dolche. Zur dritten Reichsstraßensammlung tritt am 16. und 17. Dezem­ber die HI. an, sie vertreibt gedrechselte Holzfiguren. Auch Gau-Straßensammlungen, WHW.- Briefmarken und -Postkarten sowie Spendenkarten ber Reichsbahn sind

unferen Besitz gelangt sind. Außerdem ist dem Lügenministerium noch ein kleines peinliches ver­sehen passiert. Während es zu Beginn der Lüge von der Ueberfliegung Berlins durch die englische Presse verbreiten ließ, daß die Anwesenheit der britischen Bomber nicht einmal von den deutschen Horchapparaten wahr genommen wor­den sei, ließ es gestern durch den Mund von Herrn Kingsley Wood erklären, daß sogar die deutsche Abwehr in Tätigkeit getreten fei. Man kann auch hier nur wieder die Frage stellen: Er­klärt mir, Graf Orindur, diesen Zwiespalt der Na­tur! Eine kleine, aber für uns um so aufschluß­reichere Panne. Auch hier ist also ber einwandfreie Beweis erbracht, mit welchen Mitteln diese Zen­trale, die allein für die Lüge geschaffen ist, arbeitet.

Berlin, 11. Oktober. (DNB.) Bekanntlich hat das englische Lügen Ministerium den berüchttgten Schwindler H. R. Knickerbocker in Sold ge­nommen und unter seinem Namen Mitteilungen verbreiten lassen über eine angebliche Verschie­bung von 5 0 0 Millionen Reichsmark durch sechs führende Nationalsozialisten ins Aus­land. Die Angaben, die das britische Lügenministe- rium Hierüber machte, sind von der deutschen Presse anhand einwandfreier Dokumente öffentlich widerlegt worden. Darüber hinaus hatte der Leiter der Auslandspreffeabteilung der Reichsregie­rung ausländischen Journalisten die Möglichkeit eröffnet, sich anhand von eigenen Er­mittlungen ein eigenes Urteil zu bilden. Don dieser Möglichkeit haben Journalisten aus Holland, Italien, Dänemark, Schweden, Griechenland, Bul- gatien, der Türkei, Japan und Spanien Gebrauch gemacht. Sie haben das Ergebnis chrer Nachfor­schungen m einem Dokument niedergelegt, das sicherlich auch für das englische Lügenministerium von Interesse ist: Es schließt mit den Worten:

Der pflichtbewußte Journalist wird nur in ganz seltenen Fällen in der presse das Pri­vatleben, ganz besonders von Personen, die im öffentlichen Leben flehen, und zwar nur dann angreifen, wenn er alle Einzelheiten des Falles peinlichst nachgeprüft hat und zu der Ueberzeugung gekommen ist. daß ein öffentliches Interesse vorliegt. 3m Falle Knickerbocker muß diese Boraussehung als nicht gegeben betrachtet werden. Mr hoffen, daß diese Art des Journalismus keine Schule machen wird."

Nicht genug mit diesem vernichtenden Urteil ge­gen den britischen Lügenminister kommt nun von neutraler Seite ein Schlag gegen seinen Lehr- meister, den Ersten Lord der brittschen Admiralität, Winston Churchill; das Neuyorker Dberlaub» qericht verhängte gegen Winston Churchill einen Zahlungsbefehl, der im gesamtenNeuyorker Staat rechtskräftig ist, und zwar aufgrund der Derleumdungsklage, welche William G r i f f i n, Herausgeber der WochenzeitungNew Port En- qirirer" anstrengte, ©riffln hatte geklagt, Churchill habe ihn nach Veröffentlichung eines Interviews, das Grifftn erlangt hatte, in einer anderen USA.» Zeitung einen boshaften Lügner genannt. Wenn sich Herr Churchill nach der Lüge im Fall Athenia", nach den zahllosen Lügen seither und nach der Lüge, mit der er die amtliche deutsche Feststellung von der Vernichtung eines zweiten brittschen Flugzeugträgers abstritt, ungestraft in aller Welt einen Lügner nennen lassen muß, dann hat jeder andere das Recht, sich gegen eine solche Beschimpfung zu wehren.

Der Zusammenbruch der gesamten englischen Hetz- und Lügenpolittk wird vollständig durch fol­gende Tatsache: Der englische Luftfahrtminister, Kingsley Wood, wiederholte gestern im Unterhaus zum soundsovielten Male die Behauptung, daß bri­tische Erkundungsflugzeuge in einer Der ersten Oktobern ächte Berlin überflogen hätten. Wood suchte diese Behauptung durch das Argument zu erhärten, daß die britischen Flieger nach ihrer Rückkehr vonAbwehrfeuer und Schein­werfern" berichtet hätten.

Wir haben die in Berlin tätigen Aus­ländskorrespondenten auf ihr Wort hin befragt, ob sie in einer der letzten Rächte Flakfeuer gehört haben. Auch sie, die teilweise ihres Berufes wegen gerade nachts besonders auf dem Damm sind, muhten unsere Frage verneinen. Sie taten jedoch bereit­willig noch ein übriges, indem sie in ihren ausländischen Bekanntenkreisen, also in der Berliner Auslandskolonie, Umfrage nach dem rätselhaften Abwehrfeuer des Herrn Wood hielten. Auch diese Ermittlung verlief ergeb­nislos. Da wir nach dieser einwandfreien Fest­stellung nicht annehmen können, daß ganz Berlin, inklusive sämtlicher Ausländer, das an­gebliche Abwehrfeuer verschlafen hat, dürfte die absolute Unwahrheit der Erklärungen

Oie Lebensgefährtin eines großen Soldaten.

Karl von Clausewitz ist eine der größten soldatischen Gestalten unseres Volkes, sein Wett Dorn Krieg e" gehört zu den klassischen Werken unserer Literatur. Daß wir dieses Meisterwerk be­sitzen, verdanken wir zum großen Teil Marie von Clausewitz, der Lebensgefährtin des Verfassers, der Ge r t r u b Bäumer im Septem­berheft der ZeitschriftDie Frau" eine vortreff­liche Abhandlung widmet. Gerade heute, wo unser Volk sich in einem neuen gewaltigen Kampf bewäh­ren muß, verdient diese bedeutende und tapfere Frau in unserem Gedächtnis zu leben:Jede Darstellung vom Leben und Werk Karls von Clausewitz ist zu einer Doppelbiographie geworden. Wie bei keinem anderen bedeutenden Mann der deutschen Geschichte ist bei ihm die Gattin und Freundin mit dem Lebenswerk selbst verbunden sie, die zugleich, als seine Erbin im nächsten und im weite­sten Sinne des Wortes, seine Werke herausgegeben und damit den Nachkommen einen der größten Männer der preußischen Geschichte und ihren be­deutendsten Kriegswissenschaftler zugänglich erhalten hat. Diese einzigartige Verbundenheit, die in der Geschichte den einen Namen nicht ohne den anderen auftauchen läßt, erscheint um jo bedeutungsvoller, als der Mann jo durch und durch Soldat war, wie kaum ein anderer der bedeutenden Militärs feiner Zeit." Marie von Clausewitz verlor ihren Mann vier Jahre vor ihrem eigenen Tod.Sie war wäh­rend zwölf Jahren, in denen er.täglich von 8 bis 12 Uhr und wieder nachmittags an seinen Werken arbeitete (fein Dienst erforderte nur täglich ein Paar Unterschriften), feine Sekretärin. Die meisten seiner Werke sind von ihrer Hand geschrieben. Sein As- beitstisch stand in ihrem Zimmer. Sie machte für ihn Auszüge und Zusammenstellungen. So darf f» in ihrem Vorwort, in der ebenso bescheidenen n>U sachlichen Selbstrechtfertigung als Herausgeberin eines kriegswissenschaftlichen Werkes sagen:Wer unsere glückselige Ehe gekannt hat und weiß, w" wir alles miteinander teilten, nicht allein Freud unv Leid, sondern auch jede Beschäftigung, jedes Inter­esse des täglichen Lebens, der wird begreifen, WJ eine Arbeit dieser Art meinen geliebten Mann iw beschäftigen konnte, ohne auch von mir genau 0* könnt zu sein."

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