Ausgabe 
12.9.1939
 
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bisher im internationalen Rechtsleben während eines Krieges nicht gab. Die wirtschastliche Reu-

merksamkeit zuerst aus den \ . ,, schnitt des polnischen Kriegsschauplatzes. Unsere mit gewaltigem Elan unaufhaltsam vorwärts stürmen­den Truppen haben in einem kaum vorstellbaren Tempo den Feind über den D u n a j e c und die Wislowkabis überdenSan zurückgeworfen,

Russen wurde am 24. Mai Radymno gestürmt und in erbitterten Kämpfen am 2.J-uni Prz e m y s l zurückerobert. Diesmal wurde der Uebergang über den Fluß bei Jaroslau und Radymno unterhalb von Przemysl und bei Sanok oberhalb der Feste erzwungen, so daß diese vermutlich umgangen wer­den konnte und kaum sich lange wird halten können.

Sehr ähnlich sind anscheinend die Operationen am Na rew , wo die aus Ostpreußen nach Süden vorgestoßene deutsche Armee bei W i z n a , oberhalb der alten Rarewfeste Lomza, und bei Rowo- grod, unterhalb derselben, den Uebergang über den Fluß bewerkstelligen konnte und dann die Festung selbst im Sturm nahm. Um die Narew- festungen, die der Russe noch durch starke Feldbe- sestigungen besonders geschützt hatte, hat General von Gallwitz im Juli und August 1915 ge­rungen, die auch jetzt wieder genannten Brücken- Festungen Rozan und Pultust konnten ge­wonnen werden.

M o d l i n, das unsere Truppen gestern erreicht haben, ist unter seinem russischen Namen Nowo- G e o r g i e w s k den Frontkämpsern bes Weltkrieges besser bekannt. Die von Napoleon I. in den Jahren 1807 bis 1812 an der Mündung des Bug in die

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Wendung gegeneinander schreiten. Falls es von feiten einer dritten Macht zu einer Aktion der ....

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arbeiten über die von Feuer bestrichene Wiese in den Wald hinein. Nicht einen einzigen Mann ver­liert die Kompanie dabei, und zehn Minuten spä­ter ist die Stellung des Feindes um­gangen. Der Feind zieht sich in wilder Flucht zurück und hat hierbei schwere Verluste.

Beim Weichselübergang war ein großer F l o ß s a ck von der Strömung unter die Ponton­brücke getrieben worden, wodurch die Brücke ge­fährdet wurde. Von einem Motorboot aus sollte ein Mann den Floßsack unter der Pontonbrücke her­vorziehen; der Mann ließ immer wieder los, wenn das Motorboot angog, weil seine Kräfte nicht ausreich­ten. Sein Leutnant, ein blutjunger Offizier, tadelte ihn deswegen, und als der Mann behauptete, daß es unmöglich sei, mit menschlicher Kraft den Floß­sack hervorzuholen, erwiderte chm der Leutnant, daß für einen deutschen SoDaten das Wort unmöglich überhaupt nicht existieren dürfe. Der Leutnant nahm den Platz feines Mannes ein, ergriff die Leine des Floßsackes, das Motorboot fuhr an, und obwohl die Handgelenke des Leutn'ants sich zu deh­nen schienen, obwohl die Hand von der Anstren­gung blau wurde, zog er doch den Floßsack lang­sam unter der Pontonbrücke hervor.

Eine der schwersten Stellen des Feldzuges in Polen war der Durchmarsch durch die Wälder an der Brahe. Die Kampfhandkun- gen dort werden ewig verbunden sein mit dem Namen des Kommandanten eines der großen Pan­zerwagen. Bekannt geworden ist bereits die ent­schlossene Tat dieses Leutnants, der mit seinem Panzerwagen einen steilen Eisenbahn­damm erkletterte und dort den letzen noch

Rumäniens wirtschastliche

Neutralität.

Der junge Leutnant.

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gefallene Festung wieder

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bei Jaroslau, und nach einem Gegenstoß der

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sung darin, daß jeder neutrale Staat das Recht und 'die Pflicht hat, seinen normalen Wa­renaustausch mit den kriegführenden Mächten auch im Kriege fortzusetzen.

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Der Artikel 1 des deutsch-dänischen Nichtangriffspaktes vom 31. Mai 1939 hat folgenden Wortlaut:Das Deuffche Reich und das Königreich Dänemark werden in keinem Falle zum Kriege oder zu einer anderen Art von Gewaltan-

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vor, wenn das Verhalten dieses Teiles mit den allgemeinen Regeln der Neutralität im Einklang steht. Es ist daher nicht als unzulässige Unter­stützung anzusehen, wenn zwischen dem nicht am Konflikt beteiligten vertragsschließenden Teil und der dritten Macht der normale Warenaus-

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und Weichsellinie miteinander verband, zu einer gewaltigen Gürtelfestung ausgebaut, die zwar bei Ausbruch des Weltkrieges noch nicht fertiggestellt war, aber mit ihren acht Außenforts und dem ver­sumpften Vorgelände, auf ein Jahr mit Vorräten versehen und eine Besatzung von 100 000 Mann in ihren Wällen bergend, sich noch weit hinter der gen Osten vorrückenden Schtachffront hielt, bis General von Beseler, der Eroberer Antwerpens, auch diese starke Feste am 20. August 1915 bezwang. 90 000 Gesungene und 1600 Geschütze sielen dem Sieger in die Hand. Diesmal scheint es auch hier zu einem stärkeren Widerstand nicht zu kommen.

Lodz, das am Samstag von deutschen Truppen besetzt werden konnte, ist die bedeutendste Industrie­stadt Polens, die auf eine geradezu amerikanische Entwicklung zurückschauen kann, denn vor kaum mehr als hundert Jahren zählte der Ort nur rund 800 Einwohner, als der Deuffche Karl Gottlieb Sänger hier eine Tuchfärberei gründete, die. Keim­zelle der großartigen Textilindustrie, die allein von der russischen Regierung damals ins Land gerufenen deutschen Fabrikanten ihren Auffchwung verdankte. So hat vor allem Karl Scheibler, der aus der Eifel hier eingewandert war, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts hier große Spinnereien errichtet und sich auch sonst als weitblickender Unternehmer be­tätigt, der auch bedeutende soziale Leistungen voll­bracht hat. Heute zählt Lodz 600 000 Einwohner. Auf die Rolle, die die Stadt in den schweren Kämp­fen des Winters 1914 gespielt hat, wiesen wir bei früherer Gelegenheit schon hin.

Die in dem Heeresbericht von gestern genannten Städtchen Neustadt und Putzig liegen im nörd­lichsten Teil des ehemaligen Korridors, wo sich in Anlehnung an den von unseren Truppen einge­schlossenen polnffchen Kriegshasen Gdingen, den man geradezu ein Symbol polnischer Großmanns­sucht nennen kann, noch Reste der polnischen Kor­ridor-Truppen gehallen haben. Die Putziger Wiek ist der Teil der Danziger Bucht, den die Halbinsel Hela vom offenen Meer abschließt. L.

..., 10. Sept. Unsere hervorragend ausgebilde­ten Soldaten haben bei den Kampfhandlungen in Polen bewiesen, daß die Erwartungen, die sie in ihr eigenes Können gesetzt haben, in jeder Bezie­hung gerechtfertigt find. Aufbauend auf der Tra­dition des deutschen Weltkriegssoldaten sind A n - griffsgeist, Mut und Entschlossenheit die Kennzeichen für die glänzende Haltung der deutschen Wehrmacht. Hierbei gibt es wieder jene Feuerkameradschaft zwischen Offizieren und Mann­schaften, die im entscheidenden Augenblick wie eine Flamme die Gemüter erfaßt und alles mitreißt zum letzten Einsatz. Eine Truppe, die solchen Füh- lens fähig fft, ist schon vor dem Kampfe des Sieges gewiß, und auch der tapfere Gegner ist unterlegen, weil ihm die Kraft fehlt, die zum Dorwärtssturmen zwingt. Wie im Weltkrieg hat sich auch bei den Kampfhandlungen in Polen der junge deuffche Leutnant als ein Träger dieser Soldatentugsnd der Freude am entschlossenen Einsatz erwiesen.

Die erste Kompanie eines Infanterie-Regiments wird zum ersten Male eingesetzt. Der Gegner hat sich verschanzt und gibt auf die in einem Straßen­graben liegende Kompanie aus Maschinengeweh­ren, Infanteriegeschützen und Granatwerfern Feuer. Etwa 150 Meter vom Straßengraben entfernt be­ginnt ein Deckung gewährendes Wäldchen. Aber der Weg dorthin führt über freies Feld, wie über­haupt die Lage für die Kompanie höchst ungemüt­lich fft. Ein Unteroffizier meint, man solle Artil­leriebeschuß anfordern, einem jungen Leutnant aber dauert die ganze Angelegenheit viel zu lange^ Er sammelt ein paar entschlossene Männer um sich und stürzt sich mit ihnen rm sprungweifen Por-

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und zwar in den Verhältnissen, wie sie im Frieden durchschnittlich üblich waren. Diese unsere Aufsaf- ung fft nicht nur den Dänen, sondern allen in Frage kommenden Staaten gegenüber zum Aus­druck gebracht und bekräftigt worden, und die Neu­tralen haben ihrerseits diesen Grundsatz einer wirt­schaftlichen Neutralität als fair und loyal 'anerkannt.

Von London aus gesehen frellich erscheint das Problem der wirtschaftlichen Neutralllät in ganz anderem Lichte. Der Krieg, den England gegen Deutschland führen möchte, soll haupffächlich em Wirtschaftskrieg fein, der vor allem mit der Waffe der Blockade bestritten wird. Das Ziel Englands ist es, Deutschland von sämtlichen Zu­fuhren an Fertigwaren, Rohstoffen und Lebens­mitteln abzuschneiden. Da aber die unmittelbar unter englischer Regie stehende Blockadefront, wie Hermann Göring sagte, nur von Dänemark bis Basel reicht, versucht die englische Regie­rung, auch die neutralen Staaten in ein Kontrollsystem hineinzuzwängen, das ihnen jeden normalen Güteraustausch mit Deutschland verbietet und somit im schärfsten Widerspruch zu jenen wirt­schaftlichen Neutralitätsgrundsätzen steht, die zwi­schen dem Deutschen Reich und den neutralen Staaten in freier Aussprache vereinbart worden sind.

Die britischen Minister dürfen sich daher nicht wundern, daß sich auf ihren Schreibtischen bereits die Protestnoten der neutralen Staaten zu kleinen Bergen häufen. Es sind dies nicht nur Proteste gegen die serienweise militärischen Neutra- litätsverletzungen durch britische Flieger und Kriegs­schiffe, sondern auch Proteste gegen die wirt­schaftliche Vergewaltigung, die das edle Albion den neutralen Mächten in Europa und Lieberfee angedroht hat. Gerade in diesen Tagen beraten die Staaten des Oslo-Blockes also Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Hol­land, Belgien und Luxemburg darüber, wie sie sich gemeinsam gegen die britischen Zudringlich­keiten zur Wehr setzen könnten. Die Schweiz scheint sich diesen Bestrebungen zur Neutralitätswahrung onschließen zu wollen, und auch aus Argentinien ist eine Note in London eingetroffen, welche gegen die Einbeziehung der Lebensmittel in die britische Kon­terbande-Liste protestiert.

Frellich dürste dies erst der Beginn einer all­gemeinen Bewegung fein, die sich gegen die flagrante Verletzung der neutralen Lebensinteresien durch das herrschsüchtige England wendet. Denn im Gegensatz zu 1914 ist die Äbwehrkraft der kleineren Staaten unvergleichlich viel stärker, da sie einer­seits einen Rückhalt an mehreren neutralen Groß­mächten haben und anderseits die Pranke des briti­schen Löwen nicht mehr zu fürchten brauchen. Denn m finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht hat Eng­land feine weltbeherrschende Stellung schon ein* gebüßt, bevor es den Krieg richtig begonnen hat. Dagegen kann das auf eigene Füße gestellte, durch- organifierte und durchindustrialisierte Deutschland den neutralen Staaten auch heute noch alle Waren liefern, die für sie lebenswichtig sind. Die Kohle bei­spielsweise, welche die skandinavischen Länder not­wendig gebrauchen und von England nicht mehr bekommen, werden sie ohne Schwierigkeit aus der Produktion der zurückgewonnenen deutschoberschle- sischen Gruben erhalten. Die Befürchtungen der neu- I traten Länder, in die englische Hungerblockade ein- geschlosfen oder sonstwie von Britannien drang­saliert zu werden, sind also grundlos, wenn sie ge­meinsam ihre moralische und wirtschaftliche Macht Linsetzen, um den Londoner Seeräubermethoden ihre Wirkung zu nehmen. Das Deuffche Reich jedenfalls bat sich nicht nur die Mittel, sondern auch die Mög­lichkeiten geschaffen, den Engländern mit der glei­chen Münze alles heimzuzahlen, was sie auf dem Gebiet des Wirtschaftskrieges gegen uns ins Werk setzen sollten. H. Ev.

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Oie Neutralen wehren sich.

Front gegen Englands Blockadepläne.

Brüssel, 11. Sept. (DNB) Am Montagmor» gen begann im belgischen Außenministerium unter dem Vorsitz des belgischen Außenministers Spaak die Konferenz des Sachverständigen-- ausjchusfes der Oslo-Gruppe, zu der neben den nordischen Staaten Holland, Belgien und Luxemburg ge>hören, während die Schweiz durch Beobachter auf der Konferenz vertreten ift Die Beratungen beziehen sich auf die 23 er for« gung der neutralen Staaten mit Lebens­mitteln und Rohstoffen und die Auftechterhaltung der internationalen Handelsbeziehungen dieser Länder trotz der rechtswidrigen englischen Blockademaßnahmen.

Die Flugverbindungen zwischen Skandina-« Dien und Holland sind in llebereirrftimmung mit dem Wunsch der Oslomächte, eine enge Verbindung herzustellen, wieder ausgenommen worden. Dagegen ist der Luftverkehr zwischen Holland und England eingestellt worden, da die englischen Behörden ihn verboten haben. Auch der Flugverkehr zwischen Holland und Niederländisch- Jndren ist stillgelegt, da Frankreich den Verkehr über sein Territorium verboten hat.

Die Androhung der Engländer, alle für Deutsch­land bestimmten Waren, somit auch Lebensrnittel, als Konterbande zu betrachten und die neutralen Schiffe rücksichtslos daraufhin zu untersuchen, hat in Belgien starke Bestürzung und Empö­rung hervorgerufen. Man erklärt, wenn infolge des englischen Vorgehens der Transitverkehr über Belgien unmöglich gemacht werde, dann müsse Bel­gien unter allen Umständen im Interesse seiner Neu­tralität dieselben Ausfuhreinschrän- kungen gegenüber sämtlichen krieg­führenden Staaten verfolgen. Bisher hätten sich die englisch-belgischen Besprechungen nur aus die weitere Durchführung des direkten Handels zwischen Belgien und England bezogen. Was den belgischen Handel mit Deutschland be­trifft, so betont man, daß der direkte Handel und die Ausfuhr von eigenen belgischen Erzeugnissen nach Deutschland auf jeden Fall unberührt bleibe. Die Besprechungen der Oslo-Gruppen be­zogen sich, wie man annimmt, insbesondere auch auf den Handelsverkehr der Oslo-Staa­ten untereinander. Man werde versuchen, den Warenaustausch der neutralen Länder der Oslo-Gruppe so weit als möglich auszubauen. Auch soll geplant sein, daß diejenigen Lander der Oslo-Gruppe, wie z. B. Schweden und Norwegen, die große Handelsflotten besitzen, ihre Schiffe den anderen Ländern wie beispielsweise Belaien, das nur wenig Handelsdampfer hat, zur Verfügung zu stellen.

Oie Türkei will neutral bleiben.

Istanbul, 11. Sept. (DNB.) Der türkische Ministerpräsident hat heute die Außenpolitik der Türkei dahingehend umrissen, daß die Türkei den gegenwärtigen Konflikt bedauert, daß sie sich aber aus ihm herauszuhalten wünsche. Zwi­schen Deutschland und der Türkei be­stehe kein Anlaß zu einem Konflikt. Mit Polen unterhalte die Türkei freundschaftliche Be­ziehungen. Die Beziehungen der Türkei zu Eng­land und Frankreich seien genau festgelegt im Sinne der gemeinschaftlichen Interessen der drei Länder. Somit unterhalte die Türkei mit allen Kriegsführenden gute Beziehungen. Die Verhandlungen der Türkei mit Frankreich und England wegen eines Abkommens würden im freundschaftlichen Geist fortgeführt werden. Die Türkei wünsche und hoffe aber, außerhalb des Konfliktes zu bleiben und hoffe auch, daß dieser Konflikt keine Rückwirkungen auf sie haben werde. Die bisher getroffenen türkischen Maßnah­men seien nur von natürlicher Vorsicht diktiert. Die Beziehungen der Türkei zur Sowjetunion seien nach wie vorherzlichst und unge­trübt".

teilten sich die bei Gorlice-Tarnow von Macken- en geschlagenen Russen im Mai 1915 erneut zum Kampf. Si-e hatten die auch diesmal wieder im Brennpunkt der Kämpfe stehenden Orte Jaros- l a u und Radymno, oeioe am San unterhalb Przemysls, zu starken Brückenköpfen ausge- baut, und die ihnen im März 1915 in die Hände bergefteflt. Aber am Garde berr Uebergang

verkehrenden Eisenbahnzug der Polen an* hielt, der 400 Reservisten nach Grcmdenz befördern sollte. Statt nach Graudenz marschierten die Reser­visten als Gefangene vor dem Panzerwagen des Leutnants her, bis sie von der Infanterie in Emp­fang genommen wurden. Gleich danach erledigte der ßeutnant durch die geschickte Art seines Vor­gehens zwei Panzerabwehrgeschütze, in­dem er den Paks Nebelgranaten vor die Nase setzte und unter dem Schutz der Nebelwand erst bie Be­dienung der Paks durch einen wohlgezielten Gra- naffchuß außer Gefecht setzte und die Paks selbst mit seinen Raupenketten zertrat. Mit vier anderen kleinen Panzerwag^en fuhr der Leutnant dann in ein auf dem Rückzug befindliches Jnfanterie- bataillon hinein, das völlig vernichtet wurde und von dem sich nur noch die Reste in dte Brahe- wälder flüchten konnten.

Ständig feuerten die Maschinengewehre und die Kanone des Panzerwagens. So durchfuhr der Leut­nant den Wald, als er plötzlich vom jenseitigen Rande einer großen Lichtung Feuer bekam. Ober­halb eines soeben erst fertiggestellten Bunkers hatte eine polnische Batterie Stellung bezogen. Der Leutnant dachte gar nicht daran, etwa vor die­ser Batterie das Feld zu räumen. Seine wohlaeziel- ten Schüsse lagen mitten in der feindlichen Batte­rie, und ohne Zweffel hätte der Leutnant bei die­sem Artillerleduell den Sieg davongetragen, denn die polnische Artillerie schoß immer über den deut­schen Panzer hinweg. Aber plötzlich schwieg das Geschütz des deuffchen Panzerwagens. Der Panzer stand mitten auf der Wiese der Lichtung still auch der Motor ging nicht mehr. Vielleicht war es ein unglücklicher Zufall, ober vielleicht hatte man in der Hitze des Kampfes nicht beachtet, daß das Rohr des Geschützes glühend heiß geworden war. Jedenfalls tötete ein Rohrkrepierer den Leutnant und verletzte drei Mann der Besatzung schwer. Nur der Fahrer blieb unverletzt.

Die feindliche Batterie ergriff die Flucht. Die deutschen Truppen rückten in das von dem jungen Leutnant mutig eroberte Gelände ein und gruben dem Offizier dort an der Stätte seines heldenhaften Kampfes das Grab. Auf der Lichtung inmitten der Brahewälder ergebt sich der Hügel, der mit Son­nenblumen geschmückt ist und auf dem die Mütze des deuffchen Panzeroffiziers liegt. Zwei Bretter wur­den zu einem Kreuz zusammengenagelt und mit Mullbinden umwickelt, so daß das Kreu^; weiß weit­hin leuchtet und Kenntnis gibt von den Taten und dem Sterben des tapferen deuffchen Leutnants. Auf dem Vormarsch defilierte die deuffche Armee zu Fuß, zu Pferde und auf Wagen tagelang an die­sem einsamen Grab vorbei, grüßend und ehrend den Leutnant, der sich und seine Waffe mit eiserner Entschlossenheit bis zum letzten eingesetzt chatte, wie es der Fahneneid befahl.

sämtlich rechte Nebenflüsse der oberen Weichsel, die in den schweren Kämpfen des Weltkriegsjabres 1915 ich alle einen Namen gemacht haben. Am San

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bezeichneten Art gegen einen der vertragsschließen­den Teile kommen sollte, wird der andere vertrags­schließende Teil eine solche Aktton in keiner Weise unterstützen." In dem Zeichnungsprotokoll zu die­sem Nichtangriffsvertrag heißt es dann weiter: Eine Unterstützuna durch den nicht am Konflikt beteiligten vertragsschließenden Teil .... liegt nicht

Bukarest, 9. Sept. (Europapreß.)Curentul" i'chreibt, daß Rumänien nicht nur feine politische, sondern auch seine wirtschaftliche Neu­tralität wahren müsse. Das bedeute, daß es Allen seinen Abnehmern unverändert liefern und sich von ihnen beliefern lassen müsse. Allerdings müßten bei der Durchfüh­rung dieses Prinzips in die Praxis die rumäni« chen Lebensinteressen berücksichtigt wer­den. Rumänien benötige unbedingt landwirt- ichastliche Maschinen in großen Mengen. Ein Blick auf die Landkarte genüge, um festzu- tellen, daß diese heute nur Deutschland zu liefern in der Lage und gewillt sei. Das Gebot der wirtschaftlichen Neutralttät fei es nun, die land- wirtschaftlichen Maschinen in Deutschland ^-in zukaufen. Dafür habe Rumänien genügend I l-leberschüsse an Getreide und Erdöl, um damit an Deutschland zahlen zu können. Die Berücksichtigung dieser Umstände sei nicht nur mit »er wirtschaftlichen Neutralität zu vereinbaren, fon- »ern berge sogar noch große Vorteile für ein neutrales Rumänien.

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